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Indiepocalypse + Crowdfunding + State of Independent Filmmaking



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Frage von JanHe:


Hallo an alle,

da ihr sicherlich mehr Ahnung von der (aktuellen) Lage des (unabhängigen) Filmemachens habt als ich, interessieren mich eure Kommentare zu folgenden zwei Artikeln:

http://www.wired.com/opinion/2013/04/ga ... nd-of-big/

http://waxy.org/2013/01/indiepocalypse/

.. vielleicht könnten auch dieser interessant für die Diskussion sein: http://www.indiewire.com/article/first_person

Aber auch Verhaltens-Analysen zahlreicher (Jung-)filmer, die lieber im Internet nach "Produzenten" suchen, anstelle - wie R. Rodriguez, um ein prominentes Beispiel zu nennen - hart dafür zu arbeiten: http://www.hackermovies.com/507782/gros ... ent-532594 ; http://www.startnext.de/Projekte/category/movie

Da ich mich nicht mit Halbwissen blamieren möchte, lasse ich Kommentare meinerseits erst einmal weg. ;-)

Eventuell hat da ja jemand etwas zu sagen. Soweit ich weiß, wurden diese Themen noch nicht allzu sehr hier diskutiert (außer hier ein wenig: viewtopic.php?t=107140?highlight=kickstarter). Bin auf jeden Fall auf Antworten gespannt. :-)

Viele Grüße,
Jan(He...)



Antwort von MLJ:

@JanHe
Mir hat dieser Satz sehr gut gefallen:
Zitat:
"I appreciate the offer, thought that this is what I wanted. Rather be a starving artist than succeed at getting fucked."
Zitat ende.

Es ist immer das gleiche Spiel: Die Künstler bekommen nur den "Hungerhappen" zugeworfen während sich die anderen die Mäuler vollstopfen auf dem Rücken der Künstler. Egal ob Filmemacher, Musiker, Schriftsteller, hast du kein "Vitamin B" hast du geloost.

@All
Dabei wäre es so einfach, frischen Talenten mal Platz zu machen, diese zu fördern und zu ermuntern. Nehmen wir mal ein sehr bekanntes Beispiel: Michael "Bully" Herwig. Für seinen Film "Der Schuh des Manitu" wollte keine Förderung einen Cent locker machen, weil man der Meinung war, "das so ein Film in der heutigen Zeit keine Zuschauer findet". Bully hat das Schreiben diverser "Fördervereine" mal in einer Talk Sendung vorgelesen (glaube war im WDR seinerzeit). Mir ist bald die Kraft aus dem Gesicht gefallen.

Bully hätte ohne Pro7 das nicht durchziehen können. Und was war bei "Traumschiff Surprise - Periode 1" ? Da wollten auf einmal alle dabei sein, alle die, die ihn vorher im Stich gelassen und abgesagt hatten. So funktioniert das, du gründest deine eigene Firma (HerbX), machst das Ding alleine und zeigst den Hirnie's den "Stinkefinger", die dich vorher belächelt haben.

"Indie" ist cool. George Lucas, Steven Spielberg, Stanley Kubrick, Quentin Tarantino, ja, haben alle so angefangen und somit ist man in guter Gesellschaft. Und ist doch irgendwie komisch: Diese Burschen arbeiten auch zusammen ! Keine böse Schlägerei, nein, man hilft sich bei den Projekten. Und in Germanien ? Zusammenarbeit ? Unterstützung ? Hilfestellung ? WAS IST DAS ?

Hier in Frankreich bin ich auf mehr Zusammenarbeit und Cooperation gestossen als in Germanien. Warum funktioniert das nicht in anderen Ländern wie Germanien ? England, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Portugal, NULL Probleme, kein Stress. Aber gerade durch Zusammenarbeit erreicht man vieles, wenn man will.

Es gab hier im Forum schon einmal eine Diskussion über Zusammenarbeit und warum das nicht auch in Deutschland funktioniert. Ich glaube es war im Thread mit diesem "Danke Button" wo auch die Idee einer "PN" bei SlashCam aufkam.

Es funktioniert nicht in Germanien weil jeder nur an sich denkt, für andere Projekte verschlossen ist und nur nach seinem Profit geiert. Es gibt Ausnahmen und ich unterstelle hier NIEMANDEM etwas, aber die Erfahrung hat genau das gezeigt.

Wer hilft schon mal einem Kollegen kurzfristig an einem Sonntag am Set beim Ton oder an der Kamera weil jemand ausgefallen ist? Muss auch noch die Kosten für die Anfahrt selber tragen und bekommt nur ein paar belegte Brötchen und ein paar Tassen Kaffee für sein frühes Aufstehen um 6 Uhr früh. Na ? Freiwillige vor ! Ja, dachte ich mir: Niemand.

Ich habe das schon gemacht und nicht bereut denn diese Leute sind auch für mich da wenn es mal brennt. Wir werkeln doch alle im selben Team, machen Filme, Musik, schuften uns den Rücken krumm und schlagen uns mit Bugs im NLE und dem Equipment umher weil die Hersteller es wiedermal total verpeilt haben.

Gerade hier bei SlashCam sollten die Leute mal anfange zusammen zu arbeiten, was für ein Potenzial ! Und es liegt brach weil es niemand auf die Reihe bekommt mal für jemanden anderem da zu sein wenn man gebraucht wird. Sicher, umsonst ist die Welt, aber nun kommen ja nicht alle nur aus Berlin, oder etwa doch ?

Mein Appell: Fangt an zusammen zu arbeiten, nicht nur hier austauschen, auch in der realen Welt. Wo gibt es mehr potenzial als hier bei SlashCam ? Ich habe nur positives dadurch erlebt und wenn ich "umdenken" konnte, solltet ihr das auch können, oder ? Etwas weniger "ICH" und ein bisschen mehr "WIR", das ist alles.

Andere in der ganzen Welt bekommen das auf die Reihe, nur wir nicht ? Ist doch schon fast lächerlich, oder ?

Und bitte: Ich möchte hier NIEMANDEM etwas unterstellen oder angreifen. Ich habe nur meine persönlichen Erfahrungen aus der realen Welt hier wiedergegeben, mehr nicht. Sollte sich doch jemand "angegriffen" fühlen, dann tut mir das leid.

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von JanHe:

Ich würde bei Projekten in HH helfen. Es ist ja zum Glück nicht so, dass man bei Assistenzen nichts lernt. :-)
.. aber das ist nurOff-Topic.





Antwort von Regisseur:

Ich glaube die meisten sind einfach nur zu faul irgendetwas (neben, Schule, Studium oder Beruf) zu realisieren. Und dann kennt man vielleicht 1-3 Leute die wirklich Bock haben irgend etwas zu realisieren. Und die anderen fragen nur: Wann kommt dein nächstes Video raus?
Ich: Wieso, willst du mitmachen?
Person: Ja mal schauen.
Normalerweise 2-3 Tage später:
Nee, ich bin nicht so gut vor der Kamera oder ich habe am Freitag keine Zeit/ Neee da fahre ich mit meinen Eltern zu Verwandten nach Dänemark oder etc. etc etc.
Ich finde das einfach nur beschissen. Und ich denke auch wenn man ein Slashcam-Treffen mit Leuten aus der Umgebung vereinbaren würde, würde nichtmal die Hälfte (aus Faulheit /Zeitmangel) kommen. Ich glaub so wirklich Leute zu finden mit denen man ein Projekt realisieren kann findet man wahrscheinlich nur als Filmstudent an einer Filmhochschule. Oder man hat das Glück und hatte einen schnellen Einstieg ins Filmgeschäft. Aber nicht als Hobby oder Lowbudget-Filmer in DE. Wahrscheinlich fehlt es mir aber noch an Lebenserfahrung und ich habe mich nur getäuscht.
Ich hoffe es. Wenn hier übrigens jemand ein Projekt in Hamburg realisieren will, (eventuell in den Sommerferien?) bin auch Interessiert JanHe und ich kennen uns schon aber so wirklich, klappt das noch nicht. Jedenfalls nicht zu 3(?) (meine Sicht).
@ JanHe: Ich hoffe ich habe dich hier jetzt nicht blamiert. Wenn ja: Tut mir leid :(



Antwort von JanHe:

In der Regel funktionieren solche Online-Treffen doch immer..? Das Argument verstehe ich - auf Independent-Ebene - nicht wirklich..

Alles ein wenig Off-Topic, würde ich sagen. So früh wollte ich noch nicht abdriften mit meinem Thread. ;-)



Antwort von sgywalka:

ARBEITEN, ARBEITEN,SIZTEN,SCHWITZEN....!

Na was glaubst, warum ich Tag und Nacht an meinem Filmprojekt sitze?
Haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarte Arbeit.

Wenn du es wirklich willst, dann wirst um des net rumkommen.
Und wenn man schon in den basics Jahrhundertelang diskutiert, dann
wird es nie etwas.
Die Maden,Ausnutzer,"Wisser+Macher"...das ganze Gsindel..damit kannst
dir, hart und unpräzise, den Arsch wischen.
Ende.
Dein Handwerk musst 200% können, immer weiter, immer experimentieren.
Immer begeistert sein.
Und was die Cash-sch-lampe Hollywood oder wer sagt..forget it.

Ich habs schon vor 70 Posts gesagt.
Weer das I-pad und co hat, der wird später die Leinwand haben.
CROWDFUNDING = FÜR DIE TONNE..

Wenn du eine tolle Idee hast, is sie in diesem ersten Moment schon kaputt.
Wer will einen Film noch sehen, wenn alles bekannt ist?

Hat schon mal wer logisch gedacht, oder genügt dass man ausgehungert
dünne Voksschüler mit Alkaida-bärten und schwulen gelben Pullovern
umgehängt eine peinliches Cam-rigg und ein Scharr von gleichgesinnten
Arschkriechern, die eine "Truffault-oder-was-immer-Simmulation" sind..
etwas peinlich ist?
Und das erst was sie immer tun, WENN NOCH WER BEGEISTERT WOLLTE
AUSSCHLIESSEN...

Wenn du einen FILM machst ist es ARBEIT.
SEELENPEIN und immer PIONIERGEIST.

WEnn du nur in einem Portal handerl halten willst und alle ihre
Superduppatolleesisalesweltgut versemmeln wollen... dann is
es KEIN FILM DER NIE GEMACHT WURDE.

SO WEITER...erst 23% und noch sooo viel zu tun.



Antwort von JanHe:

Bin immer froh über Beiträge, die mir zeigen, dass ich nicht der einzige mit dieser Einstellung bin. :-)
Sonst liest man ja fast nur Gutes über Kickstarter & Co.. wenn die Film-Studenten 5.000 oder gar 100.000(siehe Link o.) Euro für ihr Filmprojekt brauchen (mich konnten sie, btw, nicht von ihrer Story überzeugen), dann sollen sie doch gefälligst dafür etwas TUN und nicht MAMA&PAPA (auf Level 2) nach Hilfe fragen... falls ihr versteht, was ich meine.



Antwort von MLJ:

@All
Ich finde "Crowdfunding" in so fern kritisch, das sich dann zu viele Leute reinhängen wollen und man so eine gute Idee, ob Musik, Buch oder Film mal schnell los wird. Und 5000 - 100.000 Euronen und kommt nix bei raus ? Klingt fast wie Hollywood. Nein, wie es schon geschrieben wurde: Arbeiten, arbeiten, arbeiten und nicht locker lassen.

Und was Online Treffen angeht: Findet ihr nicht, das wir uns etwas zu sehr in die Virtualität flüchten ? Es gibt auch eine reale Welt und wie will man etwas zusammen auf die Beine stellen, wenn man nur vor dem Monitor sitzt und schreibt ? Ich denke, das Thema sollte man nochmal irgendwie aufgreifen und probieren es auf die Beine zu stellen. Ein Zentraler Punkt wäre nicht schlecht, dann hätten unsere Mitstreiter aus der Schweiz und Österreich keinen so weiten Weg.

Tja, und das mit dem "Null Bock" oder "keine Lust" kenne ich nur zu gut, wenn man mal anfragt. Aber wenn die Leute sich bei dir melden, dann ist alles dringend und du bist die letzte Hoffnung, alles etwas sehr Eingleisig, leider, und habe es genau so am eigenen Leib in Germanien erfahren.

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von jk86:

Ich seh das ein bisschen pragmatischer. Mein Eindruck ist: Crowdfunding kann auch schon Teil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sein. Stück für Stück werden immer mehr Infos geleakt und die Community denkt, sie hätte durch Spenden einen Einfluss auf den Film. Heute soll ja alles möglichst demokratisch sein und eine frühere Form, sein Projekt publik zu machen, gibt es bisher noch nicht. Crowdfunding ist Teil des viralen Marketings.

Warum Crowdfunding generell schlecht sein soll, verstehe ich nicht.
Was bleiben einem denn für Alternativen?
Filmstiftungen: Die Haushalte werden laufend gekürzt, es gibt Bedingungen wie z.B. regionaler Bezug.
Private Firmen: Setzen Sachen wie product placement etc. voraus.
Kredite: müssen zurückgezahlt werden, aber keiner kann garantieren, dass der Film seine Kosten wieder einspielt.
Nee, dann lieber andere Leute zahlen lassen - viele Schultern tragen viel - verstehe ich voll!

Da wo ich wohne, ist 100.000€ eine kleine Eigentumswohnung oder ein Drittel Einfamilienhaus. Frage: Wer von euch wohnt zur Miete? Klar kann man sich 100.000€ zusammenschuften, aber das heißt dann auch, zwanzig oder mehr Jahre keinen Film mit diesem Budget filmen zu können.

Eine andere Frage wäre, ob so ein Budget wirklich nötig ist. Ich muss da mal meine eigene Generation kritisieren, die nicht gelernt hat, Problemstellungen durch Improvisation und Kompromisse zu lösen, weil es quasi alles fertig zu kaufen gibt, wo früher selbst gebastelt werden musste. Gleichzeitig setzen die Filme (und Computerspiele!), mit denen Menschen wie ich (Baujahr '86) groß geworden sind und die uns deshalb mehr geprägt haben als Filme früherer Tage, hohe Maßstäbe an Technik und Bombast, was beides viel Geld kostet. Kostengünstiger produzieren heißt auch, da Abstriche zu machen, und das gilt als notorisch uncool.



Antwort von jk86:

Anbei: Für "Night of the Living Dead" sammelte Romero von 10 Leuten (einschließlich ihm) gegen eine Gewinnbeteiligung jeweils zwei mal 600$, das sind inflationsbereinigt (nach Werten von 1968) jeweils 4013$ oder 80.267$ insgesamt. Ein Vorläufer des Crowd Funding, würde ich sagen: Die Kosten werden auf mehrere Spender verteilt. Das istalso an sich nichts neues.



Antwort von JanHe:

So waren meine Beiträge nicht gemeint. Ich beziehe mich auf Amateure, Einsteiger und Film-Studenten, die damit ihre "Karriere" beginnen wollen.. ist mir auch erst im Nachhinein aufgefallen, dass ich mich ein wenig unklar ausgedrückt hatte.

Wenn ein gewisser Zach Braff, der sicherlich viel auf dem Kasten hat und - nebenbei gesagt - auch noch auf Film drehen möchte, solange es geht (Sympathie-Faktor bei mir), dann ist das die perfekte Möglichkeit.. sagt er ja selber; er will mit seinen Fans nicht nur kommunizieren, sondern in Interaktion treten - sie maßgeblich am Projekt beteiligen. Ohne Crowdfunding würde sein Projekt niemals zustande kommen. Wie ja auch schon MLJ schrieb, wäre Crowdfunding für Herbig eine tolle Möglichkeit gewesen.

Ich rede von Leuten, die - hart gesagt - nichts im Leben geleistet haben und trotzdem tausende Euro verlangen... oder sogar 100.000(!!!) Euro...

Und ich meine jetzt nicht ein paar Praxis-Erfahrungen am Set, eigene - nicht allzu nennenswerte - Kurzfilmproduktionen und ein Film-Studium.

Ich hoffe jetzt ist es verständlich. :-)

Die Tendenz geht m.E. nämlich global unter den Filmemachern in die Richtung. Mit der digitalen Technik ist das natürlich alles noch viel einfacher.

Mit meinem Thread wollte ich herausfinden, wer dieses kritische Denken dem gegenüber hat. Mir waren es einfach zu viele Lob-Gesänge - v.a. auf YT -. ;-)



Antwort von MLJ:

Sofern die "richtigen" Leute gefunden werden ist Crowdfunding die einzige Möglichkeit einen Film unabhängig zu verwirklichen, das ist richtig. Filmförderungen und Firmen sind keine gute Adressen mehr, weil, wie schon geschrieben wurde, seitens der Filmförderung absurdes verlangt wird und seitens der Firmen dann nur noch "Brause" Schilder im Film zu sehen sind. Das kann es ja nun auch nicht sein, oder ?

Aber es gibt noch eine Alternative: Crewfunding. Was ist das ? Ganz einfach: Jeder, der am Projekt mitarbeitet und mitspielt bringt sich ein und ein möglicher Gewinn wird gerecht geteilt. Hier in Frankreich hat sich das sehr gut etabliert, mit Erfolg, da es hier viele Filmemacher gibt, die lieber unabhängig sind als irgend jemanden den "Ar..." hoch zu kriechen. Positiv ist, das jeder Mitwirkende, ob Crew oder Schauspieler, sehr motiviert an die Sache ran geht was für das Ergebnis sehr positiv ist. Man schmeisst also alles in einen Topf und kommt etwas heraus, wird gerecht geteilt, so einfach ist das.

Ich habe mich an solchen Projekten schon beteiligt und kann nur positiv zurück blicken, auch was das Arbeiten angeht. Es ist alles sehr entspannt und viel Improvisiert, der Spass-Faktor ist hoch und die Teamarbeit sehr gut. Warum das nicht mehr Verbreitung findet verstehe ich nicht.

Hier in Frankreich wurde ein junges Mädel, das ein Video mit einem ihrer Lieder auf YT hatte über Crowdfunding Online gefördert. Ergebnis: Sie konnte eine CD im Studio aufnehmen und vermarkten, bekam Gold und Platin, spielt heute vor ausverkauften Hallen. Wenn Crowdfunding immer so funktionieren würde, bräuchten wir die ganzen anderen "Papppnasen" nicht mehr, die würden dann nur ihren entgangenen Gewinnen hinterher heulen.

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von dirkus:

Das grösste Problem fürs Filmemachen in Deutschland ist, dass es hier kaum Risikokapital gibt.

Die Leute, die das nötige Geld haben, bringen es meistens ins Ausland.

Problem Nr2 ist, dass man als Schauspieler/Künstler hier kaum von brotloser Kunst leben kann. Es kann sich einfach niemand leisten, monatelang kein Geld für seine Tätigkeit zu verdienen. Schon allein für die ganzen Zwangsabgaben (Krankenversicherung etc) muss ein bestimmter Betrag X reinkommen, sonst läuft rein garnichts mehr.

In anderen Ländern gibt es diese Probleme einfach nicht, da kann man zur Not auch mal ein paar Monate ohne Einkommen auskommen. Hier geht das eben nicht.

Und mit irgendwelchen Kurzfilmchen wird nunmal kein Geld verdient, was man später mal unter der Crew aufteilen könnte.



Antwort von Yaso:

Wenn man vom Filmemachen leben will, führt in Deutschland kein Weg an Förderungen und Sendern vorbei. Crowdfunding ist keine Chance für kleine Filme, sondern wird über kurz oder lang zur Pflicht werden, für geförderte Projekte zusätzliches Kapital zu akquirieren.



Antwort von Regisseur:

Sofern die "richtigen" Leute gefunden werden ist Crowdfunding die einzige Möglichkeit einen Film unabhängig zu verwirklichen, das ist richtig. Filmförderungen und Firmen sind keine gute Adressen mehr, weil, wie schon geschrieben wurde, seitens der Filmförderung absurdes verlangt wird und seitens der Firmen dann nur noch "Brause" Schilder im Film zu sehen sind. Das kann es ja nun auch nicht sein, oder ?

Aber es gibt noch eine Alternative: Crewfunding. Was ist das ? Ganz einfach: Jeder, der am Projekt mitarbeitet und mitspielt bringt sich ein und ein möglicher Gewinn wird gerecht geteilt. Hier in Frankreich hat sich das sehr gut etabliert, mit Erfolg, da es hier viele Filmemacher gibt, die lieber unabhängig sind als irgend jemanden den "Ar..." hoch zu kriechen. Positiv ist, das jeder Mitwirkende, ob Crew oder Schauspieler, sehr motiviert an die Sache ran geht was für das Ergebnis sehr positiv ist. Man schmeisst also alles in einen Topf und kommt etwas heraus, wird gerecht geteilt, so einfach ist das.

Ich habe mich an solchen Projekten schon beteiligt und kann nur positiv zurück blicken, auch was das Arbeiten angeht. Es ist alles sehr entspannt und viel Improvisiert, der Spass-Faktor ist hoch und die Teamarbeit sehr gut. Warum das nicht mehr Verbreitung findet verstehe ich nicht.

Hier in Frankreich wurde ein junges Mädel, das ein Video mit einem ihrer Lieder auf YT hatte über Crowdfunding Online gefördert. Ergebnis: Sie konnte eine CD im Studio aufnehmen und vermarkten, bekam Gold und Platin, spielt heute vor ausverkauften Hallen. Wenn Crowdfunding immer so funktionieren würde, bräuchten wir die ganzen anderen "Papppnasen" nicht mehr, die würden dann nur ihren entgangenen Gewinnen hinterher heulen.

Beste Grüsse, Mickey Lee

(Schade das es hier keinen Privat-Chat gibt, sonst hätte ich hier die Fragen lieber weggelassen.)
Ein paar Fragen an dich:

In welchen Regionen ist dieses Crew-Funding verstärkter anzutreffen oder kann man besser einen ,,guten Einstieg‘‘ finden?

Sind beim Crew-Funding alle gleich? Oder wie ist das wenn dann z.B 3 oder 4 Leute unbedingt die gleiche Rolle spielen wollen (vor und hinter der Kamera, wobei ich mir vorstellen könnte das das hinter der Kamera einfacher zu klären ist)

Wovon lebst du oder leben die Leute die während einem Projekt beim Crew-Funding voll-beteiligt sind? Irgendwovon muss man ja auch leben ( Angesparte Geldanlagen?)

Ich weiß, heitere Frage, man sollte nicht alles dem Internet anvertrauen: Kannst du vielleicht ein wenig etwas über dein Leben schreiben (Wie bist du nach Frankreich gekommen? Oder hast du da schon immer gelebt? Wie bist du an den Projekten dort beteiligt? Kannst du davon leben? (Essen, Miete, Steuern) ?

Die Sache ist nur die, das ich früher einen ganz großen Traum von Hollywood hatte, aber wenn ich mir anschaue wie viel Leute dort rein als ,,Last-Tiere‘‘ arbeiten und sich in keiner Weise in den kreativen Bereich mit einmischen dürfen, naja da vergeht mir der Apetitt. Also wunder dich jetzt bitte nicht über diese Fragen. Ich hätte vielleicht später die Möglichkeit nach Frankreich zu ziehen und dort zu arbeiten. Also ich habe die Fragen jetzt nicht einfach so aus langeweile geschrieben. Da steckt schon eine gewisse Absicht dahinter .Wüde mich über eine Antwort sehr sehr freuen :)



Antwort von dirkus:


Die Sache ist nur die, das ich früher einen ganz großen Traum von Hollywood hatte, aber wenn ich mir anschaue wie viel Leute dort rein als ,,Last-Tiere‘‘ arbeiten und sich in keiner Weise in den kreativen Bereich mit einmischen dürfen, naja da vergeht mir der Apetitt.

Genau deshalb braucht man für einen Film auch Geld - viel Geld!

Ich sehe das selbst bei meinen Musikvideos. Mit den bezahlten Profis kann man entspannt arbeiten, die machen einfach professionell ihren Job. Auf unbezahlte Laien und Gelegenheitsmitarbeiter kann man sich dagegen kaum verlassen. Wenn man grosses Glück hat, dann kommen die beim ersten Drehtag pünktlich, und spätestens wenn man sie 3 Mal kritisiert hat, dann kommen sie garnicht mehr;-)



Antwort von MLJ:

@Regisseur
Ich lebe jetzt seit 3 Jahren in belle France und habe es nicht bereut, in keiner Weise. Mir wurde Germanien einfach zu "Engstirnig" und kalt, von den Menschen her. Nicht alle, aber die meisten mit denen ich zu tun hatte.

"Crewfunding" funktioniert ganz einfach: Je nach dem wer alles dabei ist werden die Rollen entsprechend verteilt. Es gibt auch Situationen, wo man an einem Tag die Kamera macht, am nächsten Tag den Ton, aber das war noch nie ein Problem. Im "Briefing" wird jeden Tag alles nochmal durchgegangen und am Abend gemeinsam gesichtet, wegen Nachdreh oder andere Kleinigkeiten. Jeder kann seine Ideen und Vorschläge einbringen, Kritik abgeben oder alternativen vorschlagen. Die Schauspieler, teils auch Anfänger und Laien, sind sehr motiviert, wie das gesamte Team, weil nur etwas dabei raus kommt, wenn man keinen Mist produziert und das Ergebnis stimmt.

Je nach Fähigkeiten werden die Positionen besetzt von den Leuten, die dabei sind. Da jeder das gleiche leistet wird auch gleich geteilt, so, als wenn alle Produzent sind. Was das finanzielle angeht, so ist das sehr unkompliziert, da genügend Kameras, Licht, Micros, Mischpulte, Sichtgeräte, eben alles was am Set gebraucht wird vorhanden ist, und wenn nicht, wird es geliehen von Kollegen. Die Planung für Projekte wird immer so gemacht, das so wenig an Kosten entstehen wie möglich, quasi fast ein "No-Budget" Modell. Für Essen und Getränke, sowie eine nötige Unterbringung wird gesorgt. Anfahrten für Leute, die einen längeren Anfahrtsweg haben, werden für die Zeit untergebracht damit die nicht pendeln müssen. Probleme mit der "Rollenverteilung" gibt es nicht, da immer die "besten" je nach Fähigkeiten besetzt werden.

Ist jemand besonders gut an der Kamera, landet er dort, genauso mit Ton, Licht, etc., und die, die auf mehreren Gebieten gut sind, werden flexibel eingesetzt, je nach dem ob jemand ausfällt oder zusätzlich gebraucht wird. Wir hatten schon die Situation, das wir statt 3 Kameras 4 einsetzen mussten. So wurde die Tonangel jemand anderem gegeben und die 4te Kamera an den eigentlichen Tonmensch, funktioniert sehr gut und ist nie langweilig.

Auch die Zeit und die Locations werden geplant und gesichtet, eben noch richtig "gescoutet", mit einer kleinen Digi-Knipse gefilmt und dann sucht man gemeinsam das passendste aus. Die bisherigen Projekte, an denen ich beteiligt war, wurden für Festivals angeleiert und produziert.

Zu Hollywood: Die kochen auch nur mit Wasser, soviel dazu. Für mich hat Hollywood längst den Glanz von einst verloren, nichts könnte mich dort hin locken, ehrlich.

Zu Frankreich: Wenn du die Möglichkeit hast hier zu arbeiten und zu leben, dann schau dir die Gegend vorher an, verbringe ein paar Tage dort, erkundige dich nach allem, was du wissen möchtest, das hilft ungemein. Es hat keinen Sinn, wenn du nicht diese "Aha" Gefühlt hast, das dir sagt "Ja, hier will ich leben, das ist es".

Wovon ich lebe und die Leute, die beim Crewfunding beteiligt sind ? Nun, Rücklagen sind wichtig, und alle arbeiten nebenher, ist also keine "Luft und Liebe" Nummer :) Du wirst verstehen, das ich hier nicht näher darauf eingehe ;)

Nun, ich hoffe ich konnte dir Antworten auf deine Fragen geben. Ja, eine PN Funktion fehlt hier wirklich bei SlashCam ;-)

@Dirkus
Ja, mit "Profis" ist ein entspanntes arbeiten möglich. Wenn sich aber "Profis" zusammen finden und ein gemeinsames Projekt angehen, ist es noch viel entspannter. Und sicher, Geld braucht man, aber nicht für jeden unnützen Kram. Gute Planung und Budgetverwaltung ist alles :) Es gibt Filme, die haben so gut wie nix gekostet und sind trotzdem sehr gut geworden, siehe "Sommer vorm Balkon". Kleines Team, minimum an Gerät, tolles Ergebnis.

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von jk86:

Ich rede von Leuten, die - hart gesagt - nichts im Leben geleistet haben und trotzdem tausende Euro verlangen... oder sogar 100.000(!!!) Euro...
Mal ne Frage: Wie kommst du zu der Erkenntnis, Crowdfunder hätten im Leben noch nie was geleistet?

Geld ist die Voraussetzung dafür, ein Projekt durchzuziehen, sei es jetzt einen Film zu drehen oder ne CD aufzunehmen und zu pressen, oder oder oder. Beides setzt voraus, dass ein genaues Konzept steht, dass genug Material da ist, das umgesetzt werden kann. Weil ich mich mit dem Filmen noch nicht auskenne, drücke ich es mal als Musikerin aus: Wenn ich die Songs für das neue Album, das durch Crowdfunding finanziert werden soll, nicht seit mindestens nem Monat aus dem Effeff kenne, lange genug mein (selbst hart erarbeitetes!) Instrument spiele, mir mit einigen Gigs eine wenigstens lokale Fanbase aufgebaut habe (anderswo werd ich das Album ja nicht los!), macht es null Sinn, überhaupt ein Album aufnehmen zu wollen.

Eine andere Sache wäre, wenn sich da ein paar Trullis zusammenfinden und sagen, hey, machenwa mal nen Film/ne Band, ohne das jemals vorher gemacht oder sich damit auch nur mal auseinandergesetzt zu haben, dann ist das sicherlich nicht im Sinne des Erfinders und auch nicht unterstützenswert. Wer will schon ein Projekt finanzieren, das nach 10% Fortschritt im Sande verläuft?



Antwort von Regisseur:

@Regisseur
Ich lebe jetzt seit 3 Jahren in belle France und habe es nicht bereut, in keiner Weise. Mir wurde Germanien einfach zu "Engstirnig" und kalt, von den Menschen her. Nicht alle, aber die meisten mit denen ich zu tun hatte.

"Crewfunding" funktioniert ganz einfach: Je nach dem wer alles dabei ist werden die Rollen entsprechend verteilt. Es gibt auch Situationen, wo man an einem Tag die Kamera macht, am nächsten Tag den Ton, aber das war noch nie ein Problem. Im "Briefing" wird jeden Tag alles nochmal durchgegangen und am Abend gemeinsam gesichtet, wegen Nachdreh oder andere Kleinigkeiten. Jeder kann seine Ideen und Vorschläge einbringen, Kritik abgeben oder alternativen vorschlagen. Die Schauspieler, teils auch Anfänger und Laien, sind sehr motiviert, wie das gesamte Team, weil nur etwas dabei raus kommt, wenn man keinen Mist produziert und das Ergebnis stimmt.

Je nach Fähigkeiten werden die Positionen besetzt von den Leuten, die dabei sind. Da jeder das gleiche leistet wird auch gleich geteilt, so, als wenn alle Produzent sind. Was das finanzielle angeht, so ist das sehr unkompliziert, da genügend Kameras, Licht, Micros, Mischpulte, Sichtgeräte, eben alles was am Set gebraucht wird vorhanden ist, und wenn nicht, wird es geliehen von Kollegen. Die Planung für Projekte wird immer so gemacht, das so wenig an Kosten entstehen wie möglich, quasi fast ein "No-Budget" Modell. Für Essen und Getränke, sowie eine nötige Unterbringung wird gesorgt. Anfahrten für Leute, die einen längeren Anfahrtsweg haben, werden für die Zeit untergebracht damit die nicht pendeln müssen. Probleme mit der "Rollenverteilung" gibt es nicht, da immer die "besten" je nach Fähigkeiten besetzt werden.

Ist jemand besonders gut an der Kamera, landet er dort, genauso mit Ton, Licht, etc., und die, die auf mehreren Gebieten gut sind, werden flexibel eingesetzt, je nach dem ob jemand ausfällt oder zusätzlich gebraucht wird. Wir hatten schon die Situation, das wir statt 3 Kameras 4 einsetzen mussten. So wurde die Tonangel jemand anderem gegeben und die 4te Kamera an den eigentlichen Tonmensch, funktioniert sehr gut und ist nie langweilig.

Auch die Zeit und die Locations werden geplant und gesichtet, eben noch richtig "gescoutet", mit einer kleinen Digi-Knipse gefilmt und dann sucht man gemeinsam das passendste aus. Die bisherigen Projekte, an denen ich beteiligt war, wurden für Festivals angeleiert und produziert.

Zu Hollywood: Die kochen auch nur mit Wasser, soviel dazu. Für mich hat Hollywood längst den Glanz von einst verloren, nichts könnte mich dort hin locken, ehrlich.

Zu Frankreich: Wenn du die Möglichkeit hast hier zu arbeiten und zu leben, dann schau dir die Gegend vorher an, verbringe ein paar Tage dort, erkundige dich nach allem, was du wissen möchtest, das hilft ungemein. Es hat keinen Sinn, wenn du nicht diese "Aha" Gefühlt hast, das dir sagt "Ja, hier will ich leben, das ist es".

Wovon ich lebe und die Leute, die beim Crewfunding beteiligt sind ? Nun, Rücklagen sind wichtig, und alle arbeiten nebenher, ist also keine "Luft und Liebe" Nummer :) Du wirst verstehen, das ich hier nicht näher darauf eingehe ;)

Nun, ich hoffe ich konnte dir Antworten auf deine Fragen geben. Ja, eine PN Funktion fehlt hier wirklich bei SlashCam ;-)

@Dirkus
Ja, mit "Profis" ist ein entspanntes arbeiten möglich. Wenn sich aber "Profis" zusammen finden und ein gemeinsames Projekt angehen, ist es noch viel entspannter. Und sicher, Geld braucht man, aber nicht für jeden unnützen Kram. Gute Planung und Budgetverwaltung ist alles :) Es gibt Filme, die haben so gut wie nix gekostet und sind trotzdem sehr gut geworden, siehe "Sommer vorm Balkon". Kleines Team, minimum an Gerät, tolles Ergebnis.

Beste Grüsse, Mickey Lee

Danke für deine Antwort und das du dir die Mühe gmacht hast auf meine Fragen einzugehen. :)



Antwort von domain:

Wirklich interessant Mickey, wie du eure Tätigkeiten in Frankreich beschreibst, die Franzosen verstehen tatsächlich zu leben, das ist auch mein Eindruck, ähnlich locker wie die gschlamperten Österreicher, mit denen allerdings die Iren noch viel mehr gemeinsam haben.
Kein Wunder, dass Michael Haneke dort seine großen Erfolge gefilmt hat.
Du machst mir direkt Gusto auf ein Mitwirken. Meine Spezialität ist das Beschaffen von Lebensmitteln, das Bekochen einer Crew und das Dollyschieben.



Antwort von MLJ:

@jk86
Als ich noch in Germanien war habe ich als "Tonkutscher" einiges an CD's mitproduziert, auch nach dem "Crewfunding" Prinzip. So pessimistisch wie du würde ich das nicht sehen, gerade als Musikerin. Ich könnte dir jetzt viele Beispiele von heute Bekannten Musiker/innen nennen, die in einem kleinem Zimmer mit einem Portablen 4-Spur Tapedeck Demos aufgenommen haben und dann mit fast "No Budget" in einem Studio eine Platte/CD aufgenommen haben. Wenn man den Sprung nicht wagt, lernt man nie zu fliegen. Ich habe auch schon Wochen und Monate hinter mir, wo es nur etwas Margarine und trockenes Brot gab, weil nix da war, aber das macht einen nur stärker. Ich kann dir nur den Tipp geben, lies dich mal durch Biografien diverser Musiker/Künstler, ist sehr lehrreich.

Zwischenfrage wenn du gestattest: Was spielst du denn für ein Instrument ?

@Regisseur
Hab ich gerne gemacht, keine Ursache :)

@Domian
Bei einer "Crewfunding" Produktion bringt jeder das ein, was er kann, ein Abspringen habe ich noch nie erlebt, weil jemand z.B. die Lust daran verloren hat.

@All
"jk86" hat da schon etwas richtig erfasst, Zitat:
"wenn sich da ein paar Trullis zusammenfinden und sagen, hey, machenwa mal nen Film/ne Band"
Zitat ende.

So ist es aber, weil man Lust dazu hat etwas kreatives zu schaffen, gemeinsam. In anderen Ländern funktioniert das ja auch ;) Lest euch mal den Abspann diverser Filme durch oder die Musiker/Innen bei CD Produktionen, komischerweise tauchen immer wieder die "üblichen Verdächtigen" auf. Das ist Teamwork vom feinsten, ein Anruf, "Hey, wir brauchen jemand, hast du Zeit/Lust ?" und die Sache ist geritzt. So dreht sich das immer weiter, mal wird man gebraucht, mal braucht man selbst andere und komischerweise funktioniert das sehr gut.

George Lucas hat für den ersten "Krieg der Sterne" Steven Spielberg angerufen wegen der Besetzung für "Han Solo". Spielberg meinte, er solle Harrison Ford anrufen, hat er gemacht und gefragt "Hast du Lust für die Rolle vorzusprechen" ? Ford sagte ja, sprach ohne zu sich zu zieren vor und bekam die Rolle. Das ist nur eines von sehr vielen Beispielen, alles eine Sache der Einstellung.

Entweder, man macht Musik/Filme in der Hoffnung auf "Fortune and Fame" oder weil es Spass macht und gelassen abwartet, was draus wird. Sicher kann man sein Leben damit verbringen "Berühmt" zu werden, aber ob das genau das "Gelbe vom Ei" ist, für mich jedenfalls nicht.

Nur durch kreatives Schaffen kann man ein Ziel erreichen, nicht durch das warten auf den "richtigen Zug". Alles kreative, ob Musik, Film, Theater, Bühne/Filmcrew, Licht, Ton, Autoren, Fotografen, das alles erfordert gute Teamarbeit denn sonst geht es schief. Erst das Team als ganzes ist erfolgreich, nicht der "Einzelkämpfer/in". Du kannst die besten Darsteller/innen für deinen Film haben, den besten Drehbuchautor, wenn das Team nichts taugt ist es für die Tonne, den das können die "besten" nicht kompensieren.

Ein gutes Team hat die gleiche "Wellenlänge", arbeitet zusammen und DEN "Boss" gibt es nicht, nur den, der das Team leitet. Egozentriker und selbstverliebte sollten nie einen Film oder CD machen, das kommt immer irgendwie rüber und das Publikum ist nicht dumm :)

Ich habe es schon mehrfach hier im Forum erwähnt, aber ist immer wieder ein sehr gutes Beispiel für Teamarbeit: "Star Wars - Revelations", ein Fan-Film mit freiwilligen, aus aller Welt. Hier ein paar Links mit mehr Informationen dazu, auch was bei so einem Projekt rauskommen kann:

http://en.wikipedia.org/wiki/Star_Wars:_Revelations

http://www.imdb.com/title/tt0457489/

Die Homepage (panicstruckpro.com) scheint im Moment offline zu sein.

Wir müssen uns endlich klar machen, das die "grossen" nie etwas für uns tun werden, solange dein "Licht" viel zu schwach vor sich hin flimmert. Entweder mit einem gleichgesinnten Team oder durch Crowdfunding hat man reelle Chancen denn niemand anderes macht sonst auch nur einen Cent locker um eine Idee zu verwirklichen. Dazu muss man aber auch seine Einstellung überdenken und gegebenenfalls ändern, sonst rennt man gegen die berühmte Mauer.

Aber Ihr seht, es funktioniert, wenn man will ;-)

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von domain:


Alles kreative, ob Musik, Film, Theater, Bühne/Filmcrew, Licht, Ton, Autoren, Fotografen, das alles erfordert gute Teamarbeit denn sonst geht es schief. Erst das Team als ganzes ist erfolgreich, nicht der "Einzelkämpfer/in".

Du sagst es.
Aber was glauben viele Einzelkämpfer hier in ihrem Glauben an tolle Kameras, mit denen sie dann was Einzigartiges erschaffen werden?
Eigentlich nur Tschapperln, die nicht die entfernteste Ahnung von Film haben.



Antwort von jogol:

All the words that have been spoken, but somehow the feeling still wasn't right...
Running on empty, running blind...



Antwort von domain:

Gell Jogol,
Englisch ist schon cool.
Man kann sich viel präziser ausdrücken als in der Sprache von Schiller oder Goethe



Antwort von JanHe:

@jk86: Tu bitte nicht so, als würdest du nicht verstehen, was damit gemeint ist.....

Ich habe ganz oben die Links - die sprechen für sich. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.

Wir müssen uns endlich klar machen, das die "grossen" nie etwas für uns tun werden, solange dein "Licht" viel zu schwach vor sich hin flimmert. Entweder mit einem gleichgesinnten Team oder durch Crowdfunding hat man reelle Chancen denn niemand anderes macht sonst auch nur einen Cent locker um eine Idee zu verwirklichen. Dazu muss man aber auch seine Einstellung überdenken und gegebenenfalls ändern, sonst rennt man gegen die berühmte Mauer.

Logisch. Warum sollte es auch anders sein? Wenn jk86 sich das durchliest, dann dürfte er ungefähr wissen, was ich mit meinem Satz meinte. Wobei ich Crowdfunding kritisch den "Großen" untergeordnet habe bzw. den Gleichgesinnten übergeordnet.



Antwort von MLJ:

@Domian
Das Equipment ist doch die 2te Geige, oder etwa nicht ? Es muss funktionieren, richtig bedient und behandelt werden. Ich bin der festen Überzeugung, das, wenn jemand es nicht schafft mit einer 20 Euronen Knipse Fotos/Filme zu machen, er es auch nicht mit einer Arri/Alexa und Konsorten kann. Ich habe Leute hinter der Kamera erlebt, da habe ich selbst gestaunt. War eine "Pana" (DSLR) im Videomode. Dann hat er eine Einstellung gefilmt, wo er auf einem Dolly auf eine Schauspielerin zugeschoben wurde. Was wir nicht wussten: Er hatte ihr Gesicht voll aufgezogen (Zoom) und während der Fahrt den ZoomZoom im Glossar erklärt zurückgenommen während er der Schauspielerin immer näher kam, geile Aufnahme.

Ich habe ihn gefragt, wie er darauf kam und er sagte nur, er habe das mal in einem "Making of" gesehen und wollte es mal ausprobieren. Das ist es was ich meine, seine Ideen einbringen, ausprobieren, zusammen, mit dem Team arbeiten, es gibt nichts geileres.

Und Einzelkämpfer ? Nun, die, die ich getroffen habe, davon hat keiner "Überlebt" und machen heute etwas ganz anderes, mehr muss ich nicht schreiben, oder ? Nur ein starkes, motiviertes Team kann ein starkes Ergebnis liefern, egal mit was gearbeitet wird.

Beste Grüsse, Mickey Lee

@jogol
Auch ein Jackson Browne Fan ? "Running on Empty", super Album, teilweise im Bus während der Fahrt aufgenommen, kommt einfach genial :)



Antwort von jogol:

Gell Jogol,
Englisch ist schon cool.
Man kann sich viel präziser ausdrücken als in der Sprache von Schiller oder Goethe
Gell Domain, schnell verbessert. Aber kein Grund zur Aufregung, ist nur eine Anspielung auf Micky Lees Signatur und das geht nur in Englisch.



Antwort von JanHe:

Zum Thema: http://www.spiegel.de/kultur/kino/canne ... 99557.html

Den Rest, den ich zu kritsieren habe, unterlasse ich lieber bei slashCAM... habe da eine sehr kritische Meinung zum GESAMTEN...

Ansonsten: Filme mit Gleichgesinnten machen und ALLES auf eigene Faust probieren. Der Rest ist doch Käse... jedenfalls solange, bis man mit kleinen Mitteln Großes erreicht hat.



Antwort von MLJ:

@JanHe
Zitat:
"Filme mit Gleichgesinnten machen und ALLES auf eigene Faust probieren. Der Rest ist doch Käse..."
Zitat ende.

Damit hast du vollkommen Recht :) Auch der verlinkte Artikel, sehr aufschlussreich. Ich für meinen Teil möchte Filme nicht anders machen, und ob man unter der Fuchtel eines grossen Studios noch diese Freiheiten hätte, ich bezweifele das sehr. Bei Musikproduktionen ist es nicht anders: Du als Künstler hast diese ganzen Ideen im Kopf, eine Firma sagt "Ok, wir stecken dich in's Studio" und du glaubst, du hast das grosse Los gezogen. IRRTUM ! Jetzt fangen die Probleme erst an, den die Firma wird dich so umformen, das du "Marktgerecht" wirst, "Vermarktbar". Damit das auch funktioniert setzen sie dir einen Produzenten vor die Nase, der sorgt dafür, das es "Vermarktbar" aus dem Studio geht.

Und deine Ideen ? Weg, im Schredder zerlegt in winzige Teile. Dann PR, Null Nummern hier und da nur damit man dich sieht. Der steigende Druck, das finanzielle, ich sage nur "DSDS" ! Was ist aus diesen "Super Stars" geworden ? Knebelverträge, keine Kohle, dürfen nix anderes machen, tolle Aussicht, oder ?

Genauso ist das beim Film, nicht anders. Ich habe diese Nummer zu oft erlebt im Studio, fand es nur zum !ZENSIERT!. Ich liebe meine Freiheit und werde mich bestimmt keinem "Null-Check-Joe" beugen, nur weil er glaubt, so könne man das nicht verkaufen und die Firma wird das so bestimmt nicht absegnen.

Aber es gibt eine Hoffnung: Irgendwann gehen denen die Leute aus, die sie ausnehmen können, der Trend zeigt es. Damit steigen unsere Chancen mit jedem Tag ;)

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von jk86:

Ich könnte dir jetzt viele Beispiele von heute Bekannten Musiker/innen nennen, die in einem kleinem Zimmer mit einem Portablen 4-Spur Tapedeck Demos aufgenommen haben und dann mit fast "No Budget" in einem Studio eine Platte/CD aufgenommen haben. Wenn man den Sprung nicht wagt, lernt man nie zu fliegen.

Vollste Zustimmung!
Eine Freundin schickte mir früher, als sie noch in San Francisco lebte, monatlich eine Kassette von Punkbands, die mit der Karaoke-Maschine in der Garage aufgenommen haben. Zwei Dollar pro Stück, völlig ausgenudelte Mixtapes, zwanzig mal hand-überspielt für den lokalen Infoshop, sogar das Cover ist selbstgemalt. Ein totales Understatement in der heute audioklinisch-sterilen Zeit, aber auch etwas ganz Besonderes. So geht es natürlich auch!
Um eine CD so günstig wie möglich aufzunehmen, ist trotzdem viel Vorbereitung wichtig. Du hängst zwei Tage im Studio, wenn der Kram nicht ganz sitzt, und nur einen, wenn dir alles locker flockig aus den Fingern fließt. Der Unterschied macht sich schnell in dreistelligen Beträgen bemerkbar, und 700€ sind halt schneller gecrowded als 1500€. Ich weiß nicht wie es beim Filmen ist, aber ich denke schon, dass es übertragbar sein kann.

Um deine Frage zu beantworten, ich spiele seit 5 Jahren E-Bass.

@jk86: Tu bitte nicht so, als würdest du nicht verstehen, was damit gemeint ist.....
Tu ich immer noch nicht, weil du es auch nirgendwo sagst. Nur, dass man das ja schon verstehen müsse. Ich habe dich so verstanden, als würdest du Crowdfundern generell unterstellen, ihr Budget nicht selbst erarbeiten zu wollen. Vielleicht habe ich dich falsch verstanden - dann entschuldige bitte, aber du drückst dich halt nicht gerade eindeutig aus.
Die meisten Kreativen haben keinen Job, in denen sie mal so locker ein paar Tausender im Jahr locker machen können. Mir missfällt das verlinkte 100.000€-Projekt auch, ich glaube nicht, dass der Filmer mit seinem Konzept auch nur ein Zehntel zusammenkratzt. (Und wenn, könnte er damit schon ne ganze Menge anfangen.) Aber möglich ist es doch schon, dass er über Jahre hinweg jeden verfügbaren Cent in eine gute technische Ausstattung gesteckt hat, und das SAE Institute bildet ja auch nicht umsonst aus. Ich finde es also nicht nachvollziehbar, warum du Faulheit oder Schmarotzertum unterstellst - gegenüber einer Community, die freiwillig spendet - bist du da nicht etwas zu voreilig in deinen Schlüssen?

Last but not least gibt es feste Posten, die man entweder einkalkuliert oder man streicht eine Szene. Beispiel Drehgenehmigungen.

Wenn der Filmer sein Budget mit 100.000€ angesetzt hat, nehme ich an, dass der Bedarf schon irgendwie gerechtfertigt ist. Wenn er sich verrechnet hat, wird es halt ein Film, der nie gedreht wird - oder der Filmer lernt die hohe Kunst des radikalen Sparens.

Crowdfunding ist in meinen Augen schon eine Demokratisierung der Herstellungsprozesse. Wir brauchen keine Labels oder dicken Produzenten mehr hinter uns, um Projekte zu verwirklichen. Was auch bedeutet, dass in Zukunft mehr besch...eidene Filme produziert werden als früher, und es wichtiger und schwieriger wird, aus der Menge herauszustechen. Es bedeutet für die Filmemachenden auch, das unternehmerische Risiko mitzutragen. Ähnlich wie bei der Etablierung des Internets werden wir merken, dass die Breitenwirkung der meisten Filme, wegen ihrer massiven Konkurrenz und der budgetbedingt geringen Möglichkeiten für Werbung und Distribution, gering sein wird. Vielleicht werden in 50 Jahren Filme nur noch regional gezeigt, wenn fahrende Distributoren ihre Medien tageweise an Filmclubs vermieten, bis sie in die nächste Stadt ziehen...



Antwort von MLJ:

@jk86
Du spielst E-Bass ? Eine guten "Rickie" (Rickenbacker), Fender Jazz/Precision oder einen fetten "Music Man" ? Unser Bassist hatte einen Rickenbacker, Stereo, 2 Ampeg Türme, einen Links vom Drummer, der andere Rechts. Und bei seinem Solo hat er mit einem Flanger, Delay und einem "Big Muff" (richtige "Rotz-Box von Electro Harmonics) dem Publikum gezeigt, was man aus einem Bass rausholen kann, einfach genial. Da habe ich als Gitarrist nicht schlecht gestaunt ;) War jedes mal anders was der Bursche abgeliefert hat und hat genial mit dem Drummer zusammen gespielt.

In Sachen Vorbereitung: Meine erste Platte haben wir Live im Studio eingespielt mit 2 Overdubs für das Klavier und die Hammond C3 die ich noch zusätzlich eingespielt habe. Klar, je besser das Zeug sitzt, desto einfacher ist das, haben auch lange genug dafür geprobt. Insgesamt 2 Tage im Studio. Am ersten Tag alles ausprobiert, eingestellt, Probeaufnahmen, am zweiten Tag Live auf's Band, 8 Spur. 2 Wochen Später nochmal einen Tag für den Mix für's Master, fertig. Ich stehe auf Liveaufnahmen im Studio, ist einfach richtig "Tight" und besser, als wenn jeder nacheinander seine Spur aufnimmt. Die Stones machen das heute noch so.

In Sachen Film: Ich habe mich schon vor langer Zeit dazu entschlossen ein "Indie" zu bleiben, nachdem ich mitbekommen habe, was für ein Unfug da stellenweise getrieben und verkauft wird. "So macht man das, das ist das Big Business" hat man mir damals gesagt. Ich fand es nur heuchlerisch und gekünstelt. Sicher werden wir mehr über Crowdfunding erreichen als durch irgend etwas anderes denn wie willst du sonst uneingeschränkt eine Idee umsetzen ohne das dir irgend ein "Hirnie" immer wieder dazwischen quatscht ?

Feste Posten gibt es überall, richtig, die wollen auch kalkuliert werden und bei richtiger Planung lassen sich diese auch auf ein minimum beschränken. Aber 100.000 Euronen ? Meine Güte, damit kann man wirklich was auf die Beine stellen, wenn man es richtig einsetzt. Es muss ja nicht die "Creme a' la Creme" der Schauspielkunst angeheuert werden oder ? Und zusätzlich benötigtes Equipment kann man leihen für die Zeit der Dreharbeiten.

Ich glaube nicht, das deswegen "bescheidenere Filme" produziert werden, im Gegenteil, gerade weil die Macher auch das Risiko und das Budget tragen. Es wird immer Ausnahmen geben, aber die sind "überschaubar" und haben keine Zukunft. Man darf das Publikum nicht unterschätzen, es merkt wenn es "Mist" vorgesetzt bekommt. Und ich bin mir sicher, irgendwann werden die "Indie"'s händeringend gesucht werden, weil den grossen Studios schon heute die Puste ausgeht.

Überlege doch mal, wie viele Hauptdarsteller in diversen Serien angefangen haben die Produktion zu übernehmen ? NCIS, Die Nanny, Supernatural, Dr.House, Hawai 5.0, Die Experten, Criminal Intent, die Liste ist ewig lang und hat auch in der Filmwelt Einzug gehalten. Mel Gibson, Kevin Costner, Bruce Willis, Will Smith, sie alle spielen nicht nur sondern produzieren auch, klar, das da Hollywood so langsam Angst und Bange wird, es geht ja um Profit und die Liste ist auch beliebig erweiterbar.

Deswegen schaue ich entspannt in die Zukunft, mach das, was mir Spass macht und bin glücklich dabei, weil es Spass macht, besonders wenn man ein gutes Team hat und seiner Kreativität freien Lauf lassen kann ;)

Beste Grüsse, Mickey Lee



Antwort von jk86:

@jk86
Du spielst E-Bass ? Eine guten "Rickie" (Rickenbacker), Fender Jazz/Precision oder einen fetten "Music Man" ?
Einen Fender Blacktop Jazz Bass. Also einen Hybrid, der von den Maßen her ein Jazz Bass ist, von den Tonabnehmern und dem Sound her (zwei Split Coils) aber eine Spur fetter als ein Mexiko-Preci. Ich mache damit Punk bis Stoner, Grunge, Sludge und so. Mit den Rickenbackern liebäugle ich auch, aber fette Hälse sind nicht so meins. Mein Onkel hat einen 4001, und er klingt wirklich endfett, ist für mich aber jedes Mal ne Qual zu spielen. Wenn Rickie, dann wohl nur als Erbstück...

Ich glaube nicht, das deswegen "bescheidenere Filme" produziert werden, im Gegenteil, gerade weil die Macher auch das Risiko und das Budget tragen. Es wird immer Ausnahmen geben, aber die sind "überschaubar" und haben keine Zukunft. Man darf das Publikum nicht unterschätzen, es merkt wenn es "Mist" vorgesetzt bekommt.
Ich bin da nicht ganz so optimistisch, gerade wenn das Geld aus der Crowd kommt. Klar ist es Arbeit, das einzuwerben - mit den Infos, die der 100.000€-Filmer online hat, und der Sympathie, die er rüberbringt, bekommt er sicher nicht mal nen Hunni geschenkt - aber die Haltung zum Geld ist doch schon eine andere, wenn man es selbst quasi 1:1 erarbeitet hat und es nicht so einfach nachfließt. Mit Bescheiden meinte ich auch weniger "mit wenigen Mitteln auskommend" - da hab ich großen Respekt vor, mit kleinen Mitteln große Wirkungen zu erzielen - ich meinte "beschissen" ;) Beschissene Filme gab es immer, wird es immer geben, aber je mehr Menschen man ne Kamera und genug Kohle in die Hand drückt... you get the idea. Auch Filme, die "für die Schublade" produziert wurden, haben Geld und Arbeit gekostet.
Das Publikum einschätzen lässt sich (sage ich als völlig unerfahrenes Frischfleisch) wohl erst nach dem Release. Es sei denn, du hast ein ausgefeiltes Zielgruppenmanagement, undoder machst eine Serie, wo du nach einigen Folgen gut einschätzen kannst, wie das Publikumsprofil der kommenden Episoden so sein wird (solange du nicht vom bisherigen Rezept zu weit abweichst).

Da ergibt sich ein neues Problem, das bei den "Großen" nicht da ist: Filmemacher müssen Multitalente sein. Sie müssen die richtige Technik und Crew auswählen, sich mit allen gut stellen und gut kommunizieren, das Drehbuch schreiben, Bild und Ton sauber aufnehmen und nachbearbeiten können. Und zusätzlich brauchbare Pressemitteilungen, Werbetexte, Stills, Webseiten undundund produzieren. Sich eventuell noch mit Design, Animation, Webprogrammierung und zig verschiedenen Standards auskennen. Klinken putzen, Arsch kriechen und Speichel lecken können - neben dem 9to5-job. Selbst auf ein kleines Team verteilt können manche Bereiche nicht abgedeckt werden, und das meiste weiß mensch doch eher nur auf Hobby-Niveau. Was ja auch schon reichen kann - alles eine Frage des Anspruchs.
Filmemachen im Postfordismus. Ist an sich nix schlechtes, aber es erfordert eine Umorganisation, die einigen - besonders den Majors - sicher Angst macht. Ich betrachte diese Entwicklung ebenfalls positiv, sehe aber die Gefahr der ständigen Selbstausbeutung. Ich kenne so einige Menschen, die wegen ehrenamtlichen Engagements am Burnout kratzten. Man muss klare Linien ziehen können - und da fände ich es auch angebracht, einen Teil des gecrowdeten Budgets als Kompensation für geleistete Arbeit an die Crew auszuzahlen.

Mich wundert es, wie zivilisiert es hier zugeht. Überträgt man das Thema auf den Bereich Musik - wo der Musiker/die Band an sich das Major-Label als Hauptakteur in der Kulturlandschaft ablöst, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt - zeichnen sich Forenthreads durch festgefahrene Meinungen pro oder contra Urheberrecht und Preispolitik aus, wo auf einem recht hohen Aggressionslevel diskutiert wird. Sehr angenehme Erfahrung, es mal anders zu erleben.



Antwort von MLJ:

@jk86
In Sachen E-Bass: Ein 4001ser Rickie ? Ja, ein edles Teil mit viel Fundament, da kann nur noch ein Music Man ran kommen. Aber auf ein Fender Jazz kommt gut, wenn der Verstärker passt. Was für einen nimmst du ? Die Amerikanischen Bassisten "lieben" Peavey weil diese Bass-Amps schwer zu übersteuern sind wohingegen die Briten eher auf Ampeg stehen oder Gallien Krüger. Punk, Stoner, Grunge und Sludge ? Nicht übel :) Selbst geschriebenes oder Cover ? Ich komme mehr aus der Rock/Southern Rock/Westcoast Ecke, slebst komponiertes Material, aber auch ein paar "Klassiker" als Cover im Programm ;)

In Sachen Film: Sicher gehen den Majors bald die Lichter aus, Clint Eastwood hat es doch allen anderen vorgemacht. Und das du heute ein "Multi-Talent" sein musst ist doch kein Problem, das ist sogar gut für die flexibilität. Was die Finanzen, das Vermarkten und "Ar...kriechen" angeht: Das hat sich schon lange gewendet denn heute musst du bei weitem nicht mehr so viele Klinken putzen wie früher. Ist dein Projekt interessant genug findet es auch Anklang. Schrott oder Schubladenfilme wird es immer geben, aber das haben doch WIR in der Hand, nicht irgend ein Futzi von einem Major, oder ?

Solange du deine Einstellung nicht überdenkst, dir darüber Gedanken machst, warum du eigentlich einen Film realisieren willst, kannst du auch gleich im Bett bleiben. Ein gutes Projekt ist im Kopf schon fertig gedreht, besetzt, ausgeleuchtet und konzipiert. Notizen zusammenfassen, Leute zusammentrommeln und es gemeinsam durchziehen. In dem Moment, wo du dir über ungelegte Eier Gedanken machst, weichst du von deinem Weg ab, lenkt vom eigentlichen Ziel ab und bringt es weiter weg als jemals zuvor.

"Gute" Crowfunder" mischen sich nicht ein, wenn das Projekt begeistert und es müssen keinen 100.000 Euronen sein, geht auch mit weniger und kleinem Equipment.

Ich bin hier bei SlashCam gelandet, weil es "zivilisiert" zugeht, die Kompetenz hier die "Inkompetenz" überragt und kein "Müll" verbreitet wird, was ich von anderen Foren die ich besucht habe nicht behaupten kann. Die Musikwelt ist eine eigene, da arbeiten die Leute noch weniger zusammen als beim Film weil jeder der "King Louie" sein will.

Ich sage nur "K.T.Tunstall" ! War eine Strassenmusikerin, hat sich alles selbst erarbeitet und den Sprung geschafft weil sie begeistern und überzeugen könnte, nicht durch schöne Kleidchen oder Schminke sondern durch ihr Können und Talent. Ich habe sie mal getroffen, als sie noch ein kleines Licht war und in der Fussgängerzone in London gespielt hat. Ich war nur begeistert und wusste, irgendwann schafft sie es.

Wir fangen alle klein an, haben Ideen im Kopf aber schaffen es einfach nicht den nächsten Schritt zu machen weil "zu unsicher". Was, wenn es schief geht, niemand dafür zu gewinnen ist ? So darf man weder als Filmemacher oder Musiker denken, da kann man gleich das ganze stecken lassen. Und wenn es auch in Germanien die Leute begreifen, das Einzelkämpfer "Out" sind und anfangen sich gegenseitig zu unterstützen und untereinander helfen, dann kann das auch was werden.

In anderen Ländern funktioniert das, ohne Probleme, aber in germanien hatte ich immer das Gefühl das man Angst hatte, man könnte etwas wegnehmen. "COPYRIGHT" ! Ja und ? Ich schreibe Texte und komponiere Musik damit sie GESPIELT wird, und nicht vor Gericht verhandelt wird. Und die GEMA ? Tut mir leid, ein "Lach Verein". Alles überreguliert und absolut tödlich für jede Kreativität. Da ist es mir lieber, die Leute werfen ein paar Cent in eine Dose für mich, als mich auf diesen Verein zu verlassen. Ich bin Mitglied und obwohl Titel von mir gespielt wurden, nie etwas bei rumgekommen denn die Gebühren haben es gerade wieder aufgefressen. Toll, oder ?

Ich habe mein wirken als Musiker/Filmemacher in meine eigenen Hände gelegt und lebe seit dem viel stressfreier. Aber diese Mentalität hat man oder erlernt sie, denn ohne das geht es nicht. Warum soll ich auf andere und ihren Erfolg neidisch sein ? Warum soll ich meine Hilfe verweigern nur weil jemand etwas macht, was ich auch gerne machen würde ? Ist alles eine "Kopfsache", nichts anderes, erst das öffnet die "richtigen" Türen, alles andere ist "pubertärer Kinderkram", ehrlich.

Du darfst nicht vergessen, DU lebst DEIN Leben, nicht die anderen. andere treffen keine Entscheidungen für dich oder sonst was, liegt alles alleine bei dir. "Ehrenamtliches" ist anstrengend, richtig, aber entweder macht man das aus falschen Pflichtgefühl oder zu intensiv mit Herz. Aber wenn man dann das gelungene Ergebnis sieht, wo einem "Herz und Hose" aufgeht, dann hat man alles richtig gemacht.

Ich habe Studiosessions hinter mir, da war "Schlaf" ein Fremdwort. Aber am Ende, als alles fertig war, dann kommt endlich der "Geschafft" Effekt und die Zufriedenheit. Beim Film ist das genau so, es ist egal was wer macht, die Teamarbeit und das Ergebnis, das zählt, nichts anderes, egal mit was gearbeitet wurde. Die Majors wissen genau was auf sie zurollt, warum glaubst du, lassen die so viele "Indie"'s gewähren, unter ihrer "Aufsicht" ? Was waren denn die letzten Blockbuster ? Na ? Tom Cruise ? Bestimmt nicht. "Twilight" vielleicht ? Also richtige "Burner" waren nicht dabei, alles sehr aufgeweicht, kommerzialisiert und weichgespült, tolle Aussicht, oder ?

Wann warst du das letzte mal im Kino ? Welchen Film hast du dir angesehen ? 3D ? Nun ja, Geschmackssache. Alles nur zur seichten Unterhaltung, ohne richtigen Tiefgang, nett geschnitten und Digital bearbeitet weil es kaum noch Kinos gibt, die echtes Zelluloid zeigen, für die Majors zu teuer. Die besten Filme habe ich in kleinen Kinos gesehen weil die grossen Kinos nur das spielten, was auch wirklich was an der Kasse bringen "könnte".

"Labyrinth der Wörter" (4 Wochen lang ausverkauft !), "Helen" (fast 5 Wochen ausverkauft !), liefen nur in kleinen Kinos und man musste vorbestellen für eine Karte. Heute wird entweder geballert bis der Arzt kommt oder so dumm rumgeblödelt das es dir schlecht wird.

Du siehst, es liegt allein bei dir, bei uns, denn wir haben es in der Hand und sind in einer besseren Position als jemals zuvor. also positiv in die Kugel der Zukunft schauen und nicht alles ewig in Frage stellen, das ist nur was für "Wussis" ;-)

Beste Grüsse, Mickey Lee

P.S.: @All
Sorry das es wieder mal ein Roman geworden ist, aber das richtet sich auch an alle anderen hier im Forum, nicht nur an "jk86", ok ? :)



Antwort von JanHe:

Zum Thema: http://www.zeit.de/kultur/film/2013-05/ ... onica-mars




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