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Cloudbasierte Postproduktion - eure Meinung?



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Frage von jacky_cola:


Hallo liebe Gemeinde,

ich bin demnächst an einem Videoprojekt meiner Universität beteiligt und die Mitwirkenden sind zum großen Teil im Ausland. Da dies voraussichtlich nicht mein letztes Projekt dieser Art sein wird, stellt sich für mich die Frage, wie trotz großer Entfernung die Gruppendynamik beibehalten wird und jedes Mitglied seiner Tätigkeit ohne Barrieren nachgehen kann.
So bietet sich an, den Workflow über eine Cloud laufen zu lassen.
Mich interessieren allgemeine Ansichten über dieses Thema, gerne auch von Personen, die bereits Erfahrung in diesem Gebiet haben.
Wo stecken eurer Meinung nach die Chancen, was sind mögliche Risiken?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen!



Antwort von Skeptiker:

... wie trotz großer Entfernung die Gruppendynamik beibehalten wird ...

... Wo stecken eurer Meinung nach die Chancen, was sind mögliche Risiken? ...

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Gruppen-Arzt oder Cloud-Apotheker!

Im Ernst: Ich bin beim Thema Cloud eher skeptisch. Aber für die Zusammenarbeit von weit verstreuten Gruppen ist die Wolke bestimmt nützlich - auch als zentrale Datenablage.



Antwort von Peppermintpost:

Postproduktion ist natürlich ein weites Feld, daher wäre es natürlich sehr Sinnvoll darüber zu sprechen welche Post Disziplinen da verbunden werden sollen. Es ist ja ein massiver unterschied ob wir über Audio bearbeitung oder über Schnitt, oder CG oder CC oder Comp oder Grafik sprechen.

Ich selbst habe schon 2 grössere Spielfilm Projekte über die Cloud gemacht und mehrere kleine Projekte. Bei kleinen Projekten ist ja klar das es funktioniert, weil nicht so viele Menschen verbunden werden müssen, und es im Grunde mehr den Charakter einer übergrossen email hat.

Sprechen wir also besser über die grossen Projekte. Beide Projekte liefen über die Dropbox als Cloud. Wir können jetzt natürlich ewig über die Politischen Strukturen von amerikanischen Cloud anbietern und Dropbox sprechen, aber ich glaube das wird ein Fass ohne Boden. Ich sag also nur was über die technischen Abläufe.

Bei Netzwerk Projekten musst du zwingend einkalkulieren, das dich jedes noch so kleine Problemchen aus der Bahn wirft. Unterschätze niemals den größten anzunehmenden Unfall bei deinen Usern. Ein Cloud Projekt muss zwingend extrem simpel sein, ein Projekt mittels FTP Server aufzusetzen wird nicht funktionieren, weil einige deiner Mitarbeiter total überfordert sind.
Dann solltest du zwingend ein kleines Handbuch als .pdf verschicken, wie mit den Daten umzugehen ist, ob gelöscht wird oder nicht, ob alle User alles sehen können oder ob es Rechte nur für User Ordner gibt oder nicht.
Dann brauchst du jemanden, der die ganze Zeit mit den Mitarbeitern Kontakt hält, viele Mitarbeiter tendieren dazu, wenn sie nicht ständige Ansprachen bekommen, mit der Arbeit auf zu hören.
Die Probleme die du also beim Arbeiten in der Cloud hast, sind weniger technischer Natur, was BandbreiteBandbreite im Glossar erklärt etc angeht, die größten Herausforderungen entstehen bei den Mitarbeitern.

2 weitere Dinge auf die du achten solltest, leg die Software fest mit der gearbeitet wird, du machst dir kein Bild, welche Software benutzt wird wenn du nichts vorschreibst. Du must immer davon ausgehen, das ein Mitarbeiter das Handtuch wirft, um dann an seiner Stelle weiter zu arbeiten ist es natürlich zwingend notwendig das er auch eine Software benutzt die auch andere bedienen können. Und der zweite Punkt steht in direktem Zusammenhang, das sind die Projekt Setups du darfst nichts annehmen, das ohne Setup kommt. Das muss allen Mitarbeitern von Anfang an klar sein, das sie zwingend auch die Setups hoch laden.
Am besten machst du auch jedes Setup immer auf, wenn du eine neue Version bekommst, nur um sicher zu stellen, das da nicht plötzlich Assets benutzt werden, die entweder nicht vorhanden sind, oder wo die Rechte unklar sind.

Cloud Basiertes Arbeiten ist cool, ist die Zukunft, aber deine Teilnehmer sind eine große Herausforderung. Die Technik ist simpel, funktioniert, und stellt nicht die größte Herausforderung da.

EDIT: Ach so, was natürlich auch super Sinnvoll ist, ist einen Admin zu haben, der den Mitarbeitern bei Problemen hilft, dazu sollte es auch Pflicht für jeden Mitarbeiter sein Teamviewer installiert zu haben, so kannst du dann auch bei jedem Problem helfen.

Was auch super ist, ist ein Review Tool, da kenne ich zzt nur Cinesync und das ist richtig teuer, wenn da jemand einen Tip hat für was vergleichbares für umsonst wäre das cool.

Und eine Projekt Management Software wie Shotgun ist natürlich auch super, da habe ich aber auch noch nichts gefunden was kostenlos ist.





Antwort von Frank Glencairn:

Die wichtigste Frage ist: von welchen Datenmengen reden wir, und wie schnell ist der Upload der Beteiligten?



Antwort von Jott:

Rumschicken von Proxies und Projektdaten plus etwas Gehirnschmalz reicht für vieles. Sehr spannendes Feld. Cool, wenn man ins Studio kommt, und jemand am anderen Ende der Welt hat über Nacht etwas gezaubert. Für sie oder ihn war's ja Tag! :-)



Antwort von Peppermintpost:

Bei grossen Spielfilmen ist das ja auch absolut üblich die Daten per Internet zu verschicken. Da ist halt nur nochmal eine Produktionsfirma zwischen die einzelnen Operator geschaltet.

Schaut euch nur mal an wo die BigPlayer sitzen.

Weta - Neuseeland
Animal Logic und Rising Sun - Australien
Pixomondo - China
PrimeFocus - Indien
ILM und DNeg - Singapur
ILM, DNeg, FrameStore, MPC, PrimeFocus - England
DD, ILM, PrimeFocus, Method, DNeg, FrameStore, MPC.... - Kanada
DD, ILM, Pixomondo etc - USA

die Liste ist natürlich nicht vollständig, aber die alle Arbeiten zusammen, und schicken ihr Material per Internet durch die Welt.
Ein grosser Blockbuster wird ja nie nur von einer Postproduktion gehandhabt, da sind immer einige beteiligt.



Antwort von Drushba:

Cloudbasiertes arbeiten ist die Zukunft, ganz klar. Mit Avid geht das heute schon problemlos, sofern Du Zugang zu einem Interplaysystem hast. Es können Proxies hochgeladen werden und auch große Datenmengen. Flaschenhals ist hierbei lediglich das Web. Meistens werden Proxies zum Ton anlegen, Schneiden etc. verschickt und auf den Server gelegt. Es können beliebig viele Cutter auf das Projekt zugreifen und der letzte in der Kette erhält die Festplatten mit den Rohdaten zum Ausspielen des Films (alternativ können die Daten auch in voller Größe auf dem Server gespeichert und von jedem Cutter mit Zugriff ausgespielt werden). Die meisten Sender haben das und eventuell ja auch Eure Uni:
http://www.avid.com/static/resources/co ... _ds_A4.pdf
Für Normalfilmer ist das noch nicht wirklich erschwinglich, da man ISIS, Avid-Server etc. benötigt. Ein von mir kontaktierter Händler schätzte die Hardwarekosten für ein einfaches System neulich auf ca. 80000 Euro, dazu kommen die jährlichen Interplaylizenzen;-)



Antwort von Jott:

Muss ja nicht AVID sein.



Antwort von Drushba:

Muss ja nicht AVID sein.

Ich hänge nicht an Avid. Es ist lediglich das System, welches derzeit mit am Besten funktioniert. Was sind Deine Alternativen?



Antwort von Jott:

Das würde den Thread in eine langweilige Richtung bringen.



Antwort von Drushba:

Ich meine nicht NLEs sondern Cloudlösungen. Würde mich selber stark interessieren, weil Adobe und Edius wohl auch Ansätze dafür haben.



Antwort von Frank Glencairn:

Das würde den Thread in eine langweilige Richtung bringen.

AVID SUCKS!

besser so?



Antwort von Skeptiker:

AVID SUCKS!

besser so?
Da ist 'Gravity'-Cutter Mark Sanger im aktuellen Digital Production 7/2014 ("Schwerelosigkeit schneiden") offenbar anderer Ansicht - insbesondere was die Stabilität bei grossen Projekten angeht.

http://www.digitalproduction.com/de/aktuelle-ausgabe/

Ich selbst kann's nicht beurteilen.



Antwort von Drushba:

Avidhatesyou ist da womöglich eine verlässlichere Quelle für Bugs:

http://avidhatesyou.blogspot.de/

Aber Avid scheint sich demnach kontinuierlich zu bessern:

2012: 19 reports
2013: 14 reports
2014: 6 reports

Der letzte Eintrag hatte irgendwas mit Tapes zu tun und ist noch Avid 6.5 geschuldet;-)

Aber der Thread geht ja um cloudbasierte Postproduktion - was gibt es denn für Alternativen?



Antwort von jacky_cola:

Guten Abend,

verzeiht mir, dass ich solange nichts von mir hab hören lassen. Ich war die Woche auf Reisen und hatte somit nur wenig Zeit.

Erst einmal vielen Dank für die umfangreichen Beiträge.

Wo genau die Cloud in der späteren Produktionsphase greifen soll, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren.
Es gilt erstmal, sich umfassend über das Gebiet Cloud zu informieren. Sobald dies getan ist, kann man sich an die Praxis machen.

Blöde Frage: Worin genau liegt der große Unterschied zwischen Audiobearbeitung und Schnitt in der Cloud?

Ich habe das Prinzip von Avid in Verbindung mit Cloud noch nicht ganz verstanden.
Kann man sich hierbei die Cloudfunktion als eine Art PluginPlugin im Glossar erklärt vorstellen, die von der Funktion her wie Dropbox arbeitet? (Iaas)
Oder versteht sich Avid als SaaS (Software as a Service) und die ganze Postproduktion läuft über das Internet?
Ich werde mir zum Verständnis die 30 Tage Testversion herunterladen.

Dazu bietet der Cloudservice eine dritte Option an (Platform as a Service). Kann man diesen Service ebenfalls sinnvoll in den Workflow integrieren?

Sorry für die vielen Fragen und vielen Dank im Voraus!




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