Frage von Nigma1313:Januar 2026
Liebes Forum,
gutes Schauspiel und gute Regieführung müssen frei von Angst und Hemmungen sein!
Spannender Input von Anke Engelke über das Zusammenspiel von Schauspielern und Regisseuren.
Antwort von 7River:
Ich kann mir vorstellen, dass manche Regisseure Angst vor Klaus Kinski hatten. Aber Werner Herzog ist bei dem absolut ruhig geblieben, wirklich bewundernswert.
Natürlich sollte ein Regisseur keine Angst vor Schauspielern haben, aber wenn jemand jünger und unerfahrener ist, ist das nur menschlich.
Es gibt aber auch minimalistische Regieanweisungen, wie etwa von George Lucas: Schneller, mit mehr Ausdruck! Nochmal, aber intensiver! Das genaue Gegenteil war Stanley Kubrick, der manche Takes zigmal wiederholen ließ.
Antwort von Darth Schneider:
Bei mir wäre der Kinski so wie der sich aufgeführt hat gezwungen gewesen mit einer gebrochenen Nase weiter zu spielen. 😂
Echt jetzt, freundlich und cool bleiben ist sicher sinnvoll aber alles muss man sich nicht bieten lassen.
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Bei mir wäre der Kinski so wie der sich aufgeführt hat gezwungen gewesen mit einer gebrochenen Nase weiter zu spielen. 😂
Echt jetzt, freundlich und cool bleiben ist sicher sinnvoll aber alles muss man sich nicht bieten lassen.
Herzog hat seine besten Filme mit Kinski gedreht.
Er ist nun einmal nicht nur intensiv beim Dreh, sondern hat auch eine enorm intensive Leinwandausstrahlung.
Antwort von Darth Schneider:
Gut das stimmt natürlich Ausstrahlung hatte Kinski.
„Intensiv beim Dreh“ ist etwas untertrieben “ 😂
Hut ab vor der Crew das die seine Launen ertragen konnten.
Ich hätte Kinski in dem Moment vom Platz weg fristlos gefeuert…
Antwort von Alex:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
„Intensiv beim Dreh ist etwas untertrieben “ 😂
In der Tat ne geile Story :DDD
Die Häuptlinge der Ashininka-Campas und der Machiguengas machten Herzog daher einen Lösungsvorschlag: „Gegen Schluss boten mir die Indianer an, dass sie den Kinski ermorden würden für mich, sie sagten: Sollen wir ihn töten für dich? Und ich sagte: Nein, um Gottes willen, ich brauche ihn ja noch zum Drehen. Lasst ihn mir, lasst ihn mir!“
https://www.welt.de/geschichte/article2 ... rehen.html
Antwort von Darth Schneider:
Ich hätte den Einheimischen gesagt: „Ja natürlich gerne, gebt den Löwen oder Krokodilen was zu fressen“
Spass bei Seite, aber:
Lieber ein Rausschmiss und alles nochmal drehen mit einem freundlichen Schauspieler…
Aus Prinzip, dann hätte der Klaus womöglich etwas daraus gelernt.
Auch Stars müssen sich benehmen können.
Antwort von 7River:
Dass sich ein Regisseur so etwas anhören muss, ist schon ein starkes Stück. Hut ab vor Herzog, dass er so ruhig geblieben ist.
https://www.youtube.com/watch?v=-n_8HY4oIQg
Antwort von Darth Schneider:
Stimmt, schon beeindruckend.
Aber zu denken Hut ab, ruhig bleiben und alles über sich ergehen lassen nützt nix um die Stars zu erziehen.
Die männlichen Divas sollen nicht alles machen dürfen….
Wir sehen ja wohin das führt.
Weinstein, Epstein, Crosby, Kinski, Trump, Combs….Und so weiter….
Antwort von iasi:
7River hat geschrieben:
Dass sich ein Regisseur so etwas anhören muss, ist schon ein starkes Stück. Hut ab vor Herzog, dass er so ruhig geblieben ist.
https://www.youtube.com/watch?v=-n_8HY4oIQg
Herzog war auch kein Engel. Man sollte schließlich auch bedenken, was Herzog seinen Darstellern und seiner Crew abverlangt hatte.
Herzog ist durchaus auch ein guter Selbstdarsteller und Selbstvermarkter. Vielleicht war es ja auch ein wenig so, dass sich Kinski anzusprechen traute, was andere nicht wagten.
Eigentlich war auch Herzog ein "Wahnsinniger".
Antwort von Darth Schneider:
Natürlich war Herzog kein Engel.
Kein freundlicher, einigermassen normaler Mensch würde freiwillig 5 Filme mit Kinski in der Hauptrolle drehen…..;)))
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Natürlich war Herzog kein Engel.
Kein freundlicher Mensch würde freiwillig 5 Filme mit Kinski im der Hauptrolle machen…..;)))
Viele würden mit Herzog nicht in den Dschungel gehen - und das sogar mehrmals. :)
Antwort von 7River:
iasi hat geschrieben:
Herzog war auch kein Engel. Man sollte schließlich auch bedenken, was Herzog seinen Darstellern und seiner Crew abverlangt hatte.
Wie genau definierst du keinen Engel? Auf mich macht er aber in keiner Weise einen unfreundlichen Eindruck. Ich habe auch noch nie gehört, dass er Leute am Set angeschrien hat oder so.
Antwort von MaxSchreck:
Ich verstehe auch nicht, woher diese Einstellung zu Herzog kommt. Daß da jemand einen irrsinnig aufwendigen Film drehen will, von dem man als Beteiligter deutlich ahnen müsste, was auf einen zukommt, kann ja wohl kaum ein Anzeichen für Rücksichtslosigkeit oder Schlimmeres sein. Ich hab schon ein paar Male gelesen "der war aber auch kein Engel" - aber es gab nie auch nur irgendein Beispiel, warum. Ich hab mittlerweile so viel von und über ihn gehört und gelesen, daß ich ihn eher als einen unfassbar stoischen Kerl wahrnehme, ein wenig autistisch, aber nie laut, nie grausam/verbal ausfallend o. Ä. Also solange keine konkreten Beispiele mit irgendwelchen Quellen aufgeführt werden, halte ich diese Behauptung für reinen Bullshit.
Antwort von Darth Schneider:
Ich kenne den Herzog nicht, und es gibt ja nicht wenige Chefs die Mitarbeiter nicht gerade nett behandeln, was ja eigentlich auch voll ok ist.
Aber es hat Grenzen und ich bin so frech und werfe Herzog vor dem Kinski bei seinem Mega Ausraster nicht wenigstens ordentlich die Leviten gelesen haben.
Das ist eigentlich die Aufgabe von einem Chef.
Das kann doch so nicht sein.
Ganz egal wie hart der Dreh war.
Ich hätte die Nerven nicht gehabt und an Herzogs Stelle hätte ich gesagt:
„Leck mich am Arsch lieber Klaus, ich kündige, mit dir arbeite ich nie mehr“
Und wäre vom Set einfach weg gelatscht.
Auf nimmer Wiedersehen…
Sonst hätte ich dem widerlichen Kinski einfach die Nase gebrochen…
Antwort von Darth Schneider:
Und mal ehrlich, ich hatte den Film damals im Kino gesehen und fand ihn sehr verstörend und schlecht.
Aber ich war natürlich sehr jung, 12 oder 13….;))
Antwort von iasi:
7River hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Herzog war auch kein Engel. Man sollte schließlich auch bedenken, was Herzog seinen Darstellern und seiner Crew abverlangt hatte.
Wie genau definierst du keinen Engel? Auf mich macht er aber in keiner Weise einen unfreundlichen Eindruck. Ich habe auch noch nie gehört, dass er Leute am Set angeschrien hat oder so.
Wie auch Kinski wollte er seine Vision seiner Filme durchsetzen und war dabei nicht zimperlich.
Herzog ging dabei auch ziemliche Risiken ein - auch für andere.
Bei Wikipedia kann man z.B. nachlesen:
Mario Adorf hat später in Der Grenzgänger Herzog als menschenverachtenden und größenwahnsinnigen Regisseur dargestellt, der nicht nur hunderte von Urwaldbäumen fällen lässt, sondern auch planmäßig das Leben von Schauspielern und Indigenen riskiert. Umgekehrt sah Herzog bei den beiden ursprünglichen Darstellern Robards und Adorf „Starallüren“ und warf ihnen Feigheit und Dummheit vor.
Tatsächlich kam es zu mehreren Unglücken am Filmset.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fitzcarraldo#Dreharbeiten
Und ganz der Filmemacher neigte er auch gern zu Übertreibungen und Zuspitzungen bei seinen Erzählungen über Dreharbeiten oder die Vermarktung seiner Filme.
Er kann sich und seine Projekte schon sehr gut verkaufen - auch die "Doku" über Kinski.
Antwort von MaxSchreck:
Darth, komm mal runter mit den Gewaltphantasien. Es war nur ein Film. Aber für Herzog waren es die Ausbrüche scheinbar Wert, sonst hätte er die Zusammenarbeit nicht mehrfach wiederholt. Kinski hat außerhalb des Sets offenbar wirklich schlimme Dinge getan, aber das ist ein anderes Thema.
Antwort von MaxSchreck:
Mario Adorf hat später in Der Grenzgänger Herzog als menschenverachtenden und größenwahnsinnigen Regisseur dargestellt, der nicht nur hunderte von Urwaldbäumen fällen lässt, sondern auch planmäßig das Leben von Schauspielern und Indigenen riskiert. Umgekehrt sah Herzog bei den beiden ursprünglichen Darstellern Robards und Adorf „Starallüren“ und warf ihnen Feigheit und Dummheit vor.
Tatsächlich kam es zu mehreren Unglücken am Filmset.
Lol. Adorf wäscht Jahrzehnte später dreckige Wäsche und nachdem der erste Anlauf mit Jason Robards, Mick Jagger und ihm nach 40% der Dreharbeiten abgebrochen wurden weil Robards erkrankte. Warum hat er vorher, beim Dreh nichts gesagt, nichts getan und den Dreh nicht abgebrochen? Der war damals ja auch schon ne Größe und kein unbekannter Jungspund, der Schiss haben musste.
Antwort von iasi:
MaxSchreck hat geschrieben:
Mario Adorf hat später in Der Grenzgänger Herzog als menschenverachtenden und größenwahnsinnigen Regisseur dargestellt, der nicht nur hunderte von Urwaldbäumen fällen lässt, sondern auch planmäßig das Leben von Schauspielern und Indigenen riskiert. Umgekehrt sah Herzog bei den beiden ursprünglichen Darstellern Robards und Adorf „Starallüren“ und warf ihnen Feigheit und Dummheit vor.
Tatsächlich kam es zu mehreren Unglücken am Filmset.
Lol. Adorf wäscht Jahrzehnte später dreckige Wäsche und nachdem der erste Anlauf mit Jason Robards, Mick Jagger und ihm nach 40% der Dreharbeiten abgebrochen wurden weil Robards erkrankte. Warum hat er vorher, beim Dreh nichts gesagt, nichts getan und den Dreh nicht abgebrochen? Der war damals ja auch schon ne Größe und kein unbekannter Jungspund, der Schiss haben musste.
Herzog war risikofreudig bei seinen Drehs - da muss man doch nur seine eigenen Berichte und Aussagen studieren.
Affen oder Ratten müssen für Herzogs Kunst z.B. auch mal etwas leiden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu ... intergrund
In seiner eigenen "Kinski-Doku" zeigt Herzog doch auch den Dreh auf dem treibenden Schiff - das machte Kinski mit.
Solche Drehs hat man heutezutage jedenfalls nicht mehr - mehr als Das Dschungelcamp wagt niemand mehr. :)
Antwort von Christian 671:
Ja ja der Kinski - das waren noch Zeiten! Habe vor paar Jahren auch mal ein paar Highlights zusammengestellt:
Ich habe ihn noch ganz gut in Erinnerung, auch seine bizarren Interviews mit Desire Nosbusch. Die habe ich aber nicht mit eingebaut.
Sehr cooles Interview wieder btw
Antwort von Darth Schneider:
Wie grosse Künstler Kinski und Herzog auch immer waren.
Respekt vor ihrer Arbeit kann man sicherlich haben.
Das ändert aber nix.
Schlussendlich haben sich zwei psychisch kranke Vollidioten gefunden.
Um jetzt zum eigentlichen Thema zurückzukommen.
Ich will ja gar nicht wissen wie viele Leute an den Sets und im privaten Umfeld damals sehr grosse angst hatten.
Kann man nur lernen daraus.
Kunst und Macht über andere Leute gewürzt mit Wahnsinn. Das ist manchmal eine gefährliche Kombination.
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Wie grosse Künstler Kinski und Herzog auch immer waren.
Respekt vor ihrer Arbeit kann man sicherlich haben.
Das ändert aber nix.
Schlussendlich haben sich zwei psychisch kranke Vollidioten gefunden.
Um jetzt zum eigentlichen Thema zurückzukommen.
Ich will ja gar nicht wissen wie viele Leute an den Sets und im privaten Umfeld damals sehr grosse angst hatten.
Kann man nur lernen daraus.
Kunst und Macht über andere Leute gewürzt mit Wahnsinn. Das ist manchmal eine gefährliche Kombination.
Vollidioten sind beide nicht.
Sie sind extrem, wenn es um ihre künstlerische Arbeit geht, wobei sich Kinski selbst zu einem Kunstobjekt stilisiert hatte.
Antwort von MaxSchreck:
iasi hat geschrieben:
Affen oder Ratten müssen für Herzogs Kunst z.B. auch mal etwas leiden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu ... intergrund
Hier muss ich zugeben, daß das mit den Ratten in dieser Schilderung wirklich ziemlich heftig und nur Verachtungswürdig war - in einem anderen Artikel wurde aber von handbemalten Ratten berichtet, in beiden Fällen dürfte er aber wohl kaum persönlich für das Umfärben verantwortlich gewesen sein.
Und wenn mit den Affen die aus Aguirre gemeint waren, habe ich dazu nichts gefunden, nur das:
http://www.klaus-kinski.de/filme/agui/agui.htm
Wer den Film kennt, erinnert sich vermutlich an den verängstigten Affen, den Kinski in der Hand hält. Den soll Herzog, zusammen mit den anderen Affen im Film, angeblich als Tierarzt verkleidet, aus einem Flugzeug geklaut bzw. "sich ausgeliehen" haben.
Alles in allem passt das zum Bild von Herzog: Stoisch, autistisch und zudem völlig "unromantisch". Im making of zu Fitzcarraldo sagt er - im krassen Gegensatz zu Kinski, der sich als Naturmensch dargestellt hat - daß er die Natur als einen grausamen und unerbittlichen Kampf ansieht und nichts schönes daran sehen kann.
Ich glaube daher das Beste, was man machen kann, wenn man mit solchen Leuten und deren Arbeitsstil nicht klarkommt, ist: Einfach weggehen. Wird allerdings schwierig in diesem Gewerbe, wo es von Bekloppten bis Wahnsinnigen unter den Entscheidern nur so wimmelt.
Antwort von Darth Schneider:
Natürlich war der arme Affe völlig verängstigt.
Und Kinski bezeichnete sich selber als Naturmensch ?
Genau mein Humor, er selber war das allergrösste Schwein…;))))
Antwort von Bluboy:
Der Kinski schaut Heute noch so aus wie vor 65 Jahren in Die toten von London (derzeit ZDF Mediathek) ;-))
Antwort von Darth Schneider:
Jup der Kinski war in nicht wenigen Filmperlen drin…
Einer meiner Lieblingsfilme von damals..
Antwort von Bluboy:
Obs AVATAR in 60 Jahren noch irgendwo zu sehen gibt ?
Antwort von MaxSchreck:
Bluboy hat geschrieben:
Obs AVATAR in 60 Jahren noch irgendwo zu sehen gibt ?
Niemals. Da Fresse ich nen Besen. Ich hab Avatar 1 nur wenige Jahre später auf dem Grabbeltisch gesehen, auf eBay gibt's den ab 2,50 Euro - aber Panic Room oder City of God als Blu-ray? Kein Kommentar...
Antwort von 7River:
Bluboy hat geschrieben:
Der Kinski schaut Heute noch so aus wie vor 65 Jahren in Die toten von London (derzeit ZDF Mediathek) ;-))
So ähnlich war er auch im realen Leben.
Bluboy hat geschrieben:
Obs AVATAR in 60 Jahren noch irgendwo zu sehen gibt ?
Warum sollte es den nicht zu sehen geben?
Antwort von iasi:
MaxSchreck hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Affen oder Ratten müssen für Herzogs Kunst z.B. auch mal etwas leiden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu ... intergrund
Hier muss ich zugeben, daß das mit den Ratten in dieser Schilderung wirklich ziemlich heftig und nur Verachtungswürdig war - in einem anderen Artikel wurde aber von handbemalten Ratten berichtet, in beiden Fällen dürfte er aber wohl kaum persönlich für das Umfärben verantwortlich gewesen sein.
Und wenn mit den Affen die aus Aguirre gemeint waren, habe ich dazu nichts gefunden, nur das:
http://www.klaus-kinski.de/filme/agui/agui.htm
Wer den Film kennt, erinnert sich vermutlich an den verängstigten Affen, den Kinski in der Hand hält. Den soll Herzog, zusammen mit den anderen Affen im Film, angeblich als Tierarzt verkleidet, aus einem Flugzeug geklaut bzw. "sich ausgeliehen" haben.
Alles in allem passt das zum Bild von Herzog: Stoisch, autistisch und zudem völlig "unromantisch". Im making of zu Fitzcarraldo sagt er - im krassen Gegensatz zu Kinski, der sich als Naturmensch dargestellt hat - daß er die Natur als einen grausamen und unerbittlichen Kampf ansieht und nichts schönes daran sehen kann.
Ich glaube daher das Beste, was man machen kann, wenn man mit solchen Leuten und deren Arbeitsstil nicht klarkommt, ist: Einfach weggehen. Wird allerdings schwierig in diesem Gewerbe, wo es von Bekloppten bis Wahnsinnigen unter den Entscheidern nur so wimmelt.
Ich hab nun Mario Adorfs Büchlein zum Dreh von Fitzcarraldo gelesen.
Adorf lässt da kaum ein gutes Haar an Herzog.
Auch wenn er Jason Robards und Mick Jagger zitiert, ist dies nicht schmeichelhaft für Herzog. Da konnte Herzog wohl froh sein, dass Kinski das mitgemacht hatte, was Herzog da abzog.
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Antwort von 7River:
iasi hat geschrieben:
Ich hab nun Mario Adorfs Büchlein zum Dreh von Fitzcarraldo gelesen.
Adorf lässt da kaum ein gutes Haar an Herzog.
Auch wenn er Jason Robards und Mick Jagger zitiert, ist dies nicht schmeichelhaft für Herzog. Da konnte Herzog wohl froh sein, dass Kinski das mitgemacht hatte, was Herzog da abzog.
Ist das das Salz in der Suppe? Bücher werden ja oft nach Skandalen oder Ähnlichem herausgebracht, um noch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Was zog Herzog denn genau ab?
Antwort von iasi:
7River hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Ich hab nun Mario Adorfs Büchlein zum Dreh von Fitzcarraldo gelesen.
Adorf lässt da kaum ein gutes Haar an Herzog.
Auch wenn er Jason Robards und Mick Jagger zitiert, ist dies nicht schmeichelhaft für Herzog. Da konnte Herzog wohl froh sein, dass Kinski das mitgemacht hatte, was Herzog da abzog.
Ist das das Salz in der Suppe? Bücher werden ja oft nach Skandalen oder Ähnlichem herausgebracht, um noch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Was zog Herzog denn genau ab?
Adorf erzählt anhand seines Tagebuchs, das er geführt hatte - aber durchaus überspitzt und wohl auch mit recht einseitigem Blick auf Herzog von den Dreharbeiten.
Herzog sucht ohne Rücksicht auf Verluste nach spektakulären Bildern, die Filmgeschichte schreiben.
Dabei ist ihm wichtiger, wie diese Bilder entstanden, als das, wie sie auf der Leinwand letztlich aussehen und wirken.
Antwort von freezer:
Aus dem Buch "Herzog on Herzog" von Paul Cronin:
Most of what you've heard about Werner Herzog is untrue.
More than any other director, living or dead, the number of false rumours and downright lies disseminated about the man and his films is truly astonishing. In researching Herzog's life and work, a process that involved trawling through endless sources, it soon became clear how frequently some would contradict others. And while recently spending time with the man, I confess to having deviously longed to trip him up, find holes in his arguments, uncover a mass of contradictory statements. But to no avail, and I now conclude that either he's a master liar, or more probably, he's been telling me the truth.
But nota bene: he didn't direct Kinski from behind the camera with a rifle.
He didn't put anyone's life at risk when making Fitzcarraldo.
He is not insane, nor is he eccentric.
His work is not in the tradition of the German romanticists.
And he is not a megalomaniac.
Rather, he's an extremely pleasant, generous and modest man who happens to be blessed with extraordinary vision and intuitive intelligence. A fierce sense of humour too that can leave you reeling, and as such written interviews with the man can be seriously inadequate.
Fitzcarraldo is probably the film you're best known for. Yet most discussions centre not around the film itself, but the circumstances under which it was made. When you started work on the film in the Peruvian jungle, did you expect that the media buzz would be so huge?
What I did not expect were things like walking down the street in Munich a few months after Fitzcarraldo came out and seeing a man running frantically towards me. All of a sudden he leapt up in the air, kicked me in the stomach, picked himself up from the ground and yelled, 'That's what you deserve, you pig!'
The problem was there were very real things going on in the area where we wanted to shoot that had absolutely nothing to do with the film at all. There was a border war building up between Peru and Ecuador and all around us we felt this enormous and increasingly threatening military presence. At every second bend of the river there would be a military camp swarming with drunken soldiers.
There were also the oil companies who were exploiting the local oil fields in the areas of the native Indians and who had - with great brutality against the local population - constructed a pipeline across the Indians' territory and across the Andes all the way to the Pacific.
During construction they had brought in prostitutes and there were frequent cases of rape. When we showed up on location in the jungle with the full permission of the local Indians, all the unsolved problems somehow started to revolve around our presence. The media forgot all about the war and the oil because we had real media appeal for them. As you know, Mick Jagger was scheduled to be in the film alongside Claudia Cardinale, with Jason Robards as the original Fitzcarraldo. I certainly never wanted to become the dancing bear in the circus of the media, but all of a sudden there was a strange concoction of Claudia and Jagger plus the mad Herzog, a bunch of native Indians, a border war and a military dictatorship. Ultimately, it was not difficult to rubbish the claims the press made, not least because a human rights group sent a commission down to the area and concluded that there had been not one single violation. I had the feeling the wilder and more bizarre the legends were, the faster they would wither away, and this is what happened. After about two years of being criminalized by the press, the whole thing just faded away.
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Antwort von freezer:
Und zu Behauptungen von Mario Adorf:
Laut der Amazon Rezension zu seinem Buch "Der Grenzgänger und Der weiße Anzug", wo er im ersten Teil "Der Grenzgänger" über Herzog schreibt steht angeblich:
Kein Blatt vor den Mund nimmt Adorf bei der Schilderung, wie die einheimischen Indios als Statisten von Herzog behandelt werden: Abgespeist mit einem Hungerlohn und kaum Nahrung, leben sie während der Dreharbeiten in einem separaten Camp ohne Licht und mit von Hühnerpest verseuchtem Geflügel. Das "weiße" Team in einem eigenen, luxuriöseren Camp natürlich mit Licht und besserem Essen. Einmal überfährt Herzog versehentlich mit einem Speedboot einen Indio im Wasser und verursacht dessen Tod. Die Sache wird vertuscht und mit unfassbar zynischen Sprüchen Herzogs heruntergespielt, dass einem fast die Kinnlade herunterfällt. Den möglichen Tod seiner Schauspieler nimmt er in einigen lebensgefährlichen Situationen ebenfalls in Kauf.
Quelle
Was schon reichlich skurril ist, so fand doch die Begebenheit laut Herzog ganz anders statt:
People still believe that Indians were killed during the pulling of the boat up the mountain.
Herzog:
There is a shot in Fitzcarraldo where the boat finally starts to edge up the side of the mountain a few feet before slipping back again, crushing a couple of Indians. I am proud that the scene is so well directed it was claimed these Indians really had died and I had the audacity to actually film their bodies, deep in the mud underneath the boat. Thankfully Les Blank got that shot he used in Burden of Dreams - the film he made on the set of Fitzcarraldo - where we see the Indians emerging from underneath the boat, laughing, and then washing themselves in the river. I suppose that many of these wild accusations were triggered by shots that looked so convincing. There were some accidents that occurred during shooting, however. I knew that many of the Indians could not swim - they had come from the mountainous areas - and I would sometimes see some of them taking one of the many canoes we had into the middle of the river. I told them not to do this as I did not want anything to happen to them, and eventually I decided to move the canoes up to higher ground and even chain them together. But one day I was coming round a bend of the river on a speed boat and saw a great tumult on the river bank. I immediately knew something had happened and heard from shouts that a boat had capsized just moments before. I dived down and tried to find these two young men who somehow had managed to steal a canoe. Though one reached the shore, the other drowned, and we never found the body. We also had two plane crashes. Everyone survived, but some people sustained very serious injuries. At our field hospital we were also able to treat many locals who had nothing to do with the film and who might otherwise have been very ill, yet an elderly woman did die of anaemia. Simply, those injuries that occurred on the set of Fitzcarraldo were not directly related to the production.
Bei dem Vorfall war Adorf schon lange nicht mehr am Set, wie er also zu solchen Behauptungen kommt, lässt für mich nur eine Erklärung zu.
Und zu dem anderen Vorwurf:
Amnesty International fand 1981 keine Beweise für Ausbeutung indigener Stämme wie Aguaruna oder Campa.
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Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
Aus dem Buch "Herzog on Herzog" von Paul Cronin:
Most of what you've heard about Werner Herzog is untrue.
More than any other director, living or dead, the number of false rumours and downright lies disseminated about the man and his films is truly astonishing. In researching Herzog's life and work, a process that involved trawling through endless sources, it soon became clear how frequently some would contradict others. And while recently spending time with the man, I confess to having deviously longed to trip him up, find holes in his arguments, uncover a mass of contradictory statements. But to no avail, and I now conclude that either he's a master liar, or more probably, he's been telling me the truth.
But nota bene: he didn't direct Kinski from behind the camera with a rifle.
He didn't put anyone's life at risk when making Fitzcarraldo.
He is not insane, nor is he eccentric.
His work is not in the tradition of the German romanticists.
And he is not a megalomaniac.
Rather, he's an extremely pleasant, generous and modest man who happens to be blessed with extraordinary vision and intuitive intelligence. A fierce sense of humour too that can leave you reeling, and as such written interviews with the man can be seriously inadequate.
Fitzcarraldo is probably the film you're best known for. Yet most discussions centre not around the film itself, but the circumstances under which it was made. When you started work on the film in the Peruvian jungle, did you expect that the media buzz would be so huge?
What I did not expect were things like walking down the street in Munich a few months after Fitzcarraldo came out and seeing a man running frantically towards me. All of a sudden he leapt up in the air, kicked me in the stomach, picked himself up from the ground and yelled, 'That's what you deserve, you pig!'
The problem was there were very real things going on in the area where we wanted to shoot that had absolutely nothing to do with the film at all. There was a border war building up between Peru and Ecuador and all around us we felt this enormous and increasingly threatening military presence. At every second bend of the river there would be a military camp swarming with drunken soldiers.
There were also the oil companies who were exploiting the local oil fields in the areas of the native Indians and who had - with great brutality against the local population - constructed a pipeline across the Indians' territory and across the Andes all the way to the Pacific.
During construction they had brought in prostitutes and there were frequent cases of rape. When we showed up on location in the jungle with the full permission of the local Indians, all the unsolved problems somehow started to revolve around our presence. The media forgot all about the war and the oil because we had real media appeal for them. As you know, Mick Jagger was scheduled to be in the film alongside Claudia Cardinale, with Jason Robards as the original Fitzcarraldo. I certainly never wanted to become the dancing bear in the circus of the media, but all of a sudden there was a strange concoction of Claudia and Jagger plus the mad Herzog, a bunch of native Indians, a border war and a military dictatorship. Ultimately, it was not difficult to rubbish the claims the press made, not least because a human rights group sent a commission down to the area and concluded that there had been not one single violation. I had the feeling the wilder and more bizarre the legends were, the faster they would wither away, and this is what happened. After about two years of being criminalized by the press, the whole thing just faded away.
Herzog selbst spricht doch oft und gerne auch mit Übertreibungen von den Drehbedingungen seiner Filme.
Da will er dann eine Kamera gestohlen haben, die ihm aber in Wirklichkeit ausgeliehen worden war - nur mal so als Beispiel.
Man bemerkt recht schnell beim Lesen von Mario Adorfs Büchlein, dass er etwas gegen Herog hat und nicht ganz objektiv ist, aber er ergänzt recht gut den Mythos, den Herzog über sich selbst aufgebaut hat.
Kinski machte das für Herzog, das Jason Robards und Mick Jagger verweigerten.
zum Bild
Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
Herzog selbst spricht doch oft und gerne auch mit Übertreibungen von den Drehbedingungen seiner Filme.
Zitiere bitte ein paar der Stellen, an denen Herzog die Drehbedingungen übertrieben hat.
iasi hat geschrieben:
Da will er dann eine Kamera gestohlen haben, die ihm aber in Wirklichkeit ausgeliehen worden war - nur mal so als Beispiel.
Werner Herzog schildert das wie folgt:
The whole of Aguirre was shot with just one camera, which meant we were forced to work in a very simple and even crude way during the shooting. I feel that this added to the authenticity and life of the film. There was none of the glossy multi-camera sophistication you find in Hollywood films. In my opinion this is the reason Aguirre has survived for so long. It is such a basic film, you really cannot strip it down any more than it already is. The camera was actually the one I stole from the predecessor to the Munich Film School. I wanted them to lend me one but had to endure an arrogant refusal, so I liberated the machine for an indefinite period. They had a row of cameras sitting on a shelf, but never actually gave any out to aspiring young filmmakers. One day I found myself alone in this room next to the unlocked cabinet and walked out with one. It was a very simple 35-mm camera, one I used on many other films, so I do not consider it theft. For me it was truly a necessity. I wanted to make films and needed a camera; I had some sort of natural right to this tool. If you need air to breathe and you are locked in a room, you have to take a chisel and hammer and break down the wall. It is your absolute right.
Wo ist Dein Beleg dafür, dass die Kamera ihm in Wahrheit ausgeliehen wurde? Und warum sollte er so eine Anekdote erfinden? Wozu?
iasi hat geschrieben:
Kinski machte das für Herzog, das Jason Robards und Mick Jagger verweigerten.
Was dichtest Du da wieder zusammen?
Even before filming started you'd been in the jungle for a couple of years. Why did pre-production take so long?
Werner Herzog:
In the film you see a rusty old boat which Fitzcarraldo repairs. We found it in Colombia, and it was so beyond repair and had such huge holes in its hull that we had to tug it to Iquitos - where we shot the scenes of Molly's brothel at the start of the film - with 600 empty oil drums stuffed into its belly. This ship served as a model for two more identical boats we had to build. While one was being pulled up the mountain, we could be shooting with the other one in the rapids. For a long while Twentieth Century Fox were interested in producing the film, but they proposed we use a model boat and a model mountain, and that was out of the question for me.
During these discussions I had already started to build the ships, and it was a very slow procedure since Iquitos does not have a real dock where we could construct them. We also had to build a camp for about a thousand extras and the crew, which took time. Thus pre-production took over three years. Of course, I was doing other things at the same time, but spent a lot of time either in the jungle or travelling up to America or to Europe to pick up things that were needed, or to find more money.
And then, once shooting finally started and we had shot about 40 per cent of the film, Robards became very ill and had to return to the United States, and his doctor forbade him to return. In the meantime Jagger - who played Fitzcarraldo's retarded actor sidekick - had to honour his commitment to a Rolling Stones concert tour and so I decided to write his character completely out of the film because the man was irreplaceable. I liked him so much as a performer that any replacement would have been an embarrassment. He is a great actor, something I feel that nobody had yet seen. And I liked his attitude very much. In Iquitos he had a car we rented for him, and when we had trouble getting people to various places he would chauffeur them for us. I liked that he knew the value of real work; he is an absolute professional in the best sense of the word. Losing Mick was, I think, the biggest loss I have ever experienced as a film director.
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Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
Und zu Behauptungen von Mario Adorf:
Bei dem Vorfall war Adorf schon lange nicht mehr am Set, wie er also zu solchen Behauptungen kommt, lässt für mich nur eine Erklärung zu.
Und zu dem anderen Vorwurf:
Amnesty International fand 1981 keine Beweise für Ausbeutung indigener Stämme wie Aguaruna oder Campa.
Wenn ein junger Indigener ums Leben kommt und Herzog später als gute Nachricht verkündet, dass der Bruder die Frau des Gestorbenen geheiratet habe, ist das nun einmal das, was Adorf erlebt hat und schildert.
Adorf hatte die Dreharbeiten miterlebt und Tagebuch geführt.
Herzog ist nicht objektiv in seiner Darstellung von Kinski und seiner Selbstdarstellung.
Zu viele seiner Geschichten, die er erzählt, stellen sich als Halbwahrheiten oder gar Lügen heraus.
Und man muss sich doch auch fragen, weshalb er Fitzcarraldo nicht mit den ursprünglichen Darstellern zustande gebracht hatte und dann doch wieder Kinski benötigte.
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Herzog selbst spricht doch oft und gerne auch mit Übertreibungen von den Drehbedingungen seiner Filme.
Zitiere bitte ein paar der Stellen, an denen Herzog die Drehbedingungen übertrieben hat.
iasi hat geschrieben:
Da will er dann eine Kamera gestohlen haben, die ihm aber in Wirklichkeit ausgeliehen worden war - nur mal so als Beispiel.
Wo ist Dein Beleg dafür, dass die Kamera ihm in Wahrheit ausgeliehen wurde? Und warum sollte er so eine Anekdote erfinden? Wozu?
iasi hat geschrieben:
Kinski machte das für Herzog, das Jason Robards und Mick Jagger verweigerten.
Was dichtest Du da wieder zusammen?
Die Kamera will Herzog aus dem Filmmuseum München gestohlen haben – in Wirklichkeit hatte er sie wohl von Alexander Kluge ausgeliehen.
(Wikipedia)
Ansonsten halte ich Herzog für einen Selbstdarsteller, dessen Aussagen ich nicht auf die Goldwaage lege.
Ich lese dann als Ergänzung einfach auch mal z.B. die Schilderungen eines Mario Adorfs, der die Dreharbeiten miterlebt hatte.
Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
Wenn ein junger Indigener ums Leben kommt und Herzog später als gute Nachricht verkündet, dass der Bruder die Frau des Gestorbenen geheiratet habe, ist das nun einmal das, was Adorf erlebt hat und schildert.
Adorf hatte die Dreharbeiten miterlebt und Tagebuch geführt.
Beginn der ersten Drehphase: Ende 1980
Dauer mit Robards/Jagger/Adorf: Jason Robards wurde sechs Wochen nach Drehbeginn krank, und 40 Prozent des Films wurden mit diesen drei Schauspielern gedreht
https://content.time.com/time/subscribe ... -2,00.html
Robards' Abreise: Die Quellen sprechen von "Januar 1981" (aufgrund der Amöbenruhr), gefolgt von einer sechswöchigen Produktionspause
Adorfs Abreise: Kurz nach Robards. Anfang März 1981 gab es eine Konferenz zur Finanzierung in München, zu diesem Zeitpunkt war Adorf bereits weg
https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/fak ... rraldo.pdf
Da die zweite Drehphase mit Kinski erst nach März 1981 begann und bis November 1981 dauerte, muss der Speedboot-Unfall - falls er wie von Herzog beschrieben während der Dreharbeiten am Fluss stattfand - nach Adorfs Abreise passiert sein.
Adorf kann den Vorfall also bestenfalls vom Hörensagen kennen.
https://www.sbs.com.au/whats-on/article ... /bcg7jfe7k
iasi hat geschrieben:
Herzog ist nicht objektiv in seiner Darstellung von Kinski und seiner Selbstdarstellung.
Zu viele seiner Geschichten, die er erzählt, stellen sich als Halbwahrheiten oder gar Lügen heraus.
Ich fordere Dich ein weiteres Mal auf, vorzulegen wo Herzog übertreibt oder gar lügt. Mit Zitat und Gegenbeweis.
iasi hat geschrieben:
Und man muss sich doch auch fragen, weshalb er Fitzcarraldo nicht mit den ursprünglichen Darstellern zustande gebracht hatte und dann doch wieder Kinski benötigte.
Hab ich doch schon weiter oben zitiert und es ist öffentlich bekannt warum: Weil der eine schwer erkrankte und nicht in den Jungle zurück durfte und der andere keine Zeit mehr hatte.
Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
Die Kamera will Herzog aus dem Filmmuseum München gestohlen haben – in Wirklichkeit hatte er sie wohl von Alexander Kluge ausgeliehen.'
Ich habe Dir vorhin ein DIREKTES ZITAT von Herzog aus SEINEM BUCH gepostet - die Kamera hatte er von der Münchner Filmhochschule gestohlen.
In der deutschen Version des Wikiartikels steht das falsch drin, in den englischen korrekt.
Abschnitt Hintergrund
Letzter Kommentar: vor 5 Jahren
7 Kommentare
7 Personen sind an der Diskussion beteiligt
Hat Werner Herzog die Kamera wirklich gestohlen? oder wurde sie ihm gestohlen? --84.179.228.141 18:49, 19. Apr. 2007 (CEST)
Also ich meine auch daß ihm die Kamera gestohlen wurde. Zumindest sagt er dies im Film "Mein liebster Feind". Außerdem heißt es da, daß ein Teil des Drehbuchs unbrauchbar geworden ist, nachdem sich jemad darauf übergeben hat. Frettchengesicht 22:05, 22. Dez. 2008 (CET)
Ich bin dafür, den ganzen Absatz Hintergrund zu überarbeiten. Es fehlt an Belegen und Quellen, wo und wie soll Herzog beispielsweise die Kamera gestohlen haben? Außerdem wirken die Kostüme und Requisiten im Film nicht lächerlich, wie behauptet, sondern sind meiner Meinung nach sogar sehr gelungen, eine eher subjektive Behauptung würde ich sagen. --Jeenyus 23:23, 22. Sep. 2009 (CEST)
Nunja, der Absatz hat aber sehr hohen Unterhaltungswert, auch wenn Quellen sehr schön wären. ... --141.5.11.5 16:44, 8. Jun. 2010 (CEST)
Wenn ausgeführt wird, der Film leide an Schwächen, Längen und Fehlern, stellt sich mir die Frage, worin genau diese liegen sollen. Das alles mag zwar je nach Zuschauerperspektive zutreffen, und es ist richtig, diese Kritik in einen positiven Gesamtzusammenhang zu setzen, dennoch bleibt die Aussage (zu) oberflächlich. (nicht signierter Beitrag von 85.4.148.66 (Diskussion) 22:05, 2. Apr. 2011 (CEST))
In Mein liebster Feind führt Herzog aus, daß er die Kamera aus dem Filmmuseum München geklaut hat. --79.193.24.149 00:28, 7. Jan. 2012 (CET)
Kamerafrage geklärt.--Jordi (Diskussion) 11:26, 2. Mai 2020 (CEST)
https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussio ... orn_Gottes
Ist ja peinlich wenn man die Diskussion zum Wikiartikel liest und wie man einfach ungeprüft von einer IP die Behauptung übernimmt...
iasi hat geschrieben:
Ansonsten halte ich Herzog für einen Selbstdarsteller, dessen Aussagen ich nicht auf die Goldwaage lege.
Ich glaube, Du projizierst wieder mal heftig von Dir selbst auf Herzog.
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Wenn ein junger Indigener ums Leben kommt und Herzog später als gute Nachricht verkündet, dass der Bruder die Frau des Gestorbenen geheiratet habe, ist das nun einmal das, was Adorf erlebt hat und schildert.
Adorf hatte die Dreharbeiten miterlebt und Tagebuch geführt.
Beginn der ersten Drehphase: Ende 1980
Dauer mit Robards/Jagger/Adorf: Jason Robards wurde sechs Wochen nach Drehbeginn krank, und 40 Prozent des Films wurden mit diesen drei Schauspielern gedreht
iasi hat geschrieben:
Herzog ist nicht objektiv in seiner Darstellung von Kinski und seiner Selbstdarstellung.
Zu viele seiner Geschichten, die er erzählt, stellen sich als Halbwahrheiten oder gar Lügen heraus.
Ich fordere Dich ein weiteres Mal auf, vorzulegen wo Herzog übertreibt oder gar lügt. Mit Zitat und Gegenbeweis.
iasi hat geschrieben:
Und man muss sich doch auch fragen, weshalb er Fitzcarraldo nicht mit den ursprünglichen Darstellern zustande gebracht hatte und dann doch wieder Kinski benötigte.
Hab ich doch schon weiter oben zitiert und es ist öffentlich bekannt warum: Weil der eine schwer erkrankte und nicht in den Jungle zurück durfte und der andere keine Zeit mehr hatte.
Adorf war bei der ersten Drehphase dabei. Er hat also miterlebt, wie Herzog arbeitet.
Und wenn du dir mal Herzogs Kinski-"Doku" etwas kritischer ansehen würdest, könntest du auch durchaus erkennen, dass Herzog beim Dreh Risiken eingeht.
Du zitierst hier ständig nur Herzog.
Lies dir mal Adorfs Schilderung durch, dann bekommst du auch mal ein erweitertes Bild.
Fitzcarraldo ist doch letztlich vor allem aufgrund der Geschichten über die Dreharbeiten und dann vielleicht noch wegen der Kinski-"Doku" bekannt.
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Die Kamera will Herzog aus dem Filmmuseum München gestohlen haben – in Wirklichkeit hatte er sie wohl von Alexander Kluge ausgeliehen.'
Ich habe Dir vorhin ein DIREKTES ZITAT von Herzog aus SEINEM BUCH gepostet - die Kamera hatte er von der Münchner Filmhochschule gestohlen.
iasi hat geschrieben:
Ansonsten halte ich Herzog für einen Selbstdarsteller, dessen Aussagen ich nicht auf die Goldwaage lege.
Ich glaube, Du projizierst wieder mal heftig von Dir selbst auf Herzog.
Gottchen - nun willst du also eine Lüge durch ein Direktes ZITAT dieser Lüge wahr machen.
Du bist ganz offensichtlich ein großer Fan von Herzog, der nichts auf sein Idol kommen lässt.
Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
Adorf war bei der ersten Drehphase dabei. Er hat also miterlebt, wie Herzog arbeitet.
Niemand bestreitet, dass Adorf bei der ersten Drehphase dabei war. Die fand aber noch nicht am Fluss statt. Und nur dort gab es den Einsatz eines Speedbootes. Das war der Dreh später mit Kinski.
Ist Dir das nicht peinlich, dass Du diese Zusammenhänge nicht schaffst?
iasi hat geschrieben:
Lies dir mal Adorfs Schilderung durch, dann bekommst du auch mal ein erweitertes Bild.
Ja, zitiere uns doch mal Adorf hier im Wortlaut.
Antwort von Darth Schneider:
Hatte er die Kamera aus der Hochschule gestohlen oder nicht ?
Finde ich viel spannender..:)
Antwort von MaxSchreck:
Und allen sollte klar sein, daß diese "Skandale" (ob echt oder nicht) genau der Stoff sind, die jeder Filmemacher braucht, damit er und sein Film im Gespräch bleiben...sieht man doch hier: Da schreiben irgendwelche Leute in einem Forum noch immer über Filme und vor allem an ihnen Beteiligte von vor über 40 bis 50 Jahren...wenn das nicht tolle P.R. ist...
Und nebenbei: Herzog lebt doch noch und hat nach den beiden o.g. Filmen noch einige mehr gemacht - aber wo sind die anderen Skandale? Für gewöhnlich drehen übergriffige Regisseure so heftig ab, daß sie irgendwann mal beruflich/privat so richtig danebenlangen (vgl. Bryan Singer, David O. Russell, John McTiernan...) oder vielleicht sogar jemanden für ihren Film fahrlässig umbringen (vgl. Landis).
Herzog aber hat offenbar nach Fitzcarraldo der Sünde abgeschworen und ist nun nur noch ein schräger Vogel mit einem ulkigen Akzent...
Antwort von Jan:
Wird es etwas für die 30.000 Beiträge geben von Iasi? Sponsert da Slashcam etwas oder gar Nikon?
Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
freezer hat geschrieben:
Ich habe Dir vorhin ein DIREKTES ZITAT von Herzog aus SEINEM BUCH gepostet - die Kamera hatte er von der Münchner Filmhochschule gestohlen.
Ich glaube, Du projizierst wieder mal heftig von Dir selbst auf Herzog.
Gottchen - nun willst du also eine Lüge durch ein Direktes ZITAT dieser Lüge wahr machen.
Du bist ganz offensichtlich ein großer Fan von Herzog, der nichts auf sein Idol kommen lässt.
Mir könnte Herzog nicht egaler sein. Was mich anwidert, sind Leute die den Ruf anderer runtermachen mit falschen Behauptungen.
Und jetzt zerlege ich Dein Märchen von der geliehen Kamera für jeden hier nachvollziehbar:
Deine Behauptung: Herzog habe die Kamera gar nicht von der Filmhochschule gestohlen, sondern sie wurde ihm von Alexander Kluge geliehen.
Dann untersuchen wir mal die Ausgangslage.
Werner Herzog im Wortlaut aus einem Interview in der Zeit Online:
32 Is it true that you made your first film with a stolen camera?
At the German Institute for Film and Television, they had equipment but, bizarrely, they never gave me a camera. I was never on a list of students they thought had a future. So we seized the cameras.
Quelle
"Herzog returned to Germany in 1965 in possession of a camera that was rumored to be stolen from the film school in Munich. By the following year, he was finally able to raise enough capital to make a feature film."
Quelle
Filmographie Werner Herzog:
1962: Herzog macht "Herakles" (erster Film, 19 Jahre alt)
1963: Kluge gründet Kairos-Film und das Institut für Filmgestaltung in Ulm
1965: Herzog kehrt mit der angeblich gestohlenen Kamera nach Deutschland zurück
1968: "Lebenszeichen" (erster Langspielfilm)
1972: "Aguirre"
Herzog über seinen ersten Film "Herakles":
"For my first film Herakles I needed a good amount of cash, relatively speaking, because I wanted to start shooting in 35 mm and not 16 mm. For me filmmaking was only 35 mm; everything else seemed amateurish. 35 mm had the capacity to demonstrate, more than anything else, whether or not I had anything to offer, and when I started out I thought to myself, 'If I fail, I will fail so hard that I will never recover.'"
Quelle
FIlmographie Alexander Kluge:
1961: Brutalität in Stein (Kurzfilm, mit Peter Schamoni)
Rennen (Kurzfilm, mit Paul Kruntorad)
1963: Lehrer im Wandel (Kurzfilm, mit Karen Kluge)
1964: Porträt einer Bewährung (Kurzfilm)
1966: Abschied von gestern
Pokerspiel (Kurzfilm)
1967: Frau Blackburn, geb. 5. Jan. 1872, wird gefilmt (Kurzfilm)
1968: Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos
Feuerlöscher e. a. Winterstein (Kurzfilm)
1969: Die unbezähmbare Leni Peickert
Willi Tobler und der Untergang der 6. Flotte, 1977 neu ediert unter dem Titel Zu böser Schlacht schleich ich heut nacht so bang
1970: Der große Verhau
Ein Arzt aus Halberstadt (Kurzfilm)
1971: Wir verbauen 3 × 27 Milliarden Dollar in einen Angriffsschlachter (Kurzfilm)
1973: Besitzbürgerin, Jahrgang 1908 (Kurzfilm)
Gelegenheitsarbeit einer Sklavin
1974: Richtlinien und Märchen (Kurzfilm)
In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod (mit Edgar Reitz)
Bis 1974 hatte Kluge nur Kurzfilme gedreht - wer schafft sich eine 35mm Kamera dafür an, anstatt sie zu mieten?
Und Herzog war mit der Kamera von 1962 bis 1965 unterwegs - wie genau hätte dann Kluge mit der Kamera arbeiten können - der hat sich in seinen Anfängen ganz sicher nicht 2 Stück 35mm Kameras geleistet.
Dann gibt es einen Artikel zu Alexander Kluge der weitere Widersprüche aufbringt:
Im Tagesspiegel-Artikel über Kluges "Pluriversum"-Ausstellung 2019 steht:
"Schon muss er weiter, seine alte Arriflex Tagesspiegel-Kamera zeigen. Mit der filme er immer noch, seine ersten Filme seien mit ihr entstanden. Und nicht nur die: 'Edgar Reitz hat mit dieser Kamera ebenfalls seine ersten fünf Filme gedreht'".
Quelle
Kluge behauptet, Reitz habe seine ersten 5 Filme mit "derselben Kamera" gedreht
Das wäre zeitgleich mit Herzog gewesen - unmöglich, wenn Herzog die Kamera hatte
Reitz' erste Filme: 1963-1970er - genau die Zeit, als Herzog die Kamera hatte
Filmographie Edgar Reitz:
Yucatan, poetischer Dokumentarfilm 1960, 11 Min.
Baumwolle, Industrie-Dokumentarfilm 1960, 31 Min.
Kommunikation – Technik der Verständigung, Experimentalfilm 1961, 11 Min.
Geschwindigkeit, Kurzfilm, 1962, 12 Min.
Binnenschiffahrt, Industriefilm, 1964, 20 Min.
Unendliche Fahrt – aber begrenzt, Experimentalfilm 1965, 200 Min.
VariaVision, ein filmisches Perpetuum Mobile, 1964/65, 580 Min.
Die Kinder, Kurzfilm 1967, 11 Min.
Mahlzeiten, Spielfilm 1966/67, 91 Min.
Fußnoten, experimenteller Spielfilm 1967, 100 Min.
Filmstunde, Dokumentarfilm 1968, 45 Min.
Cardillac, Spielfilm 1968/69, 94 Min.
Uxmal, Dokumentar-Spielfilm 1970, 80 Min.
Geschichten vom Kübelkind, 25 Episoden, mit Ula Stöckl, 1969/70, ca. 220 Min.
Das goldene Ding, Spielfilm, gemeinsam mit Ula Stöckl und Alf Brustellin, 1971, 114 Min.
Kino Zwei, Fernsehfilm 1972, 45 Min.
Die Reise nach Wien, Spielfilm 1973, 101 Min.
In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod, Dokumentarfilm 1974, Buch und Regie gemeinsam mit Alexander Kluge, 90 Min.
Quelle
Die einzige "Quelle" dafür, dass die Kluge seine Kamera an Herzog geliehen haben soll, stammt aus dritter Hand:
Von denjenigen, die dennoch mit Holfelder sprachen, liefern insbesondere sein ehemaliger Studienkollege und Freund Wolfgang von Ungern-Sternberg sowie der Regisseur Alexander Kluge interessante Informationen, die zu einer gewissen Entmythisierung beitragen. So stellt Kluge beispielsweise fest, dass die Kamera, mit der Herzog seine ersten Filme drehte, von ihm ausgeliehen war und sich auch heute noch in Kluges Besitz befindet. Herzog dagegen hat behauptet, er hätte seine erste Kamera gestohlen.
Quelle
Lustigerweise widerspricht sich die englische Version des selben Artikels völlig:
Interesting material ultimately came from the people who Holfelder was able to speak with, in particular his former classmate and friend Wolfgang von Ungern-Sternberg and director Alexander Kluge, who helped to demystify the confusion of the past. For example, Kluge told Holfelder that he had loaned Herzog the camera he used in his first films and has still never gotten it back. Herzog, for his part, has claimed on multiple occasions that he stole his first camera.
https://www.goethe.de/ins/ca/en/kul/flm/24117254.html
Fassen wir mal zusammen:
Werner Herzog widerspricht sich über Jahrzehnte niemals bei den Details um die Herkunft der Kamera. Weder in Zeitungsinterviews, noch in TV-Interviews, noch Gestehung-Dokus, noch im Regiekommentar.
Vom zeitlichen Ablauf her, geht sich das ebenfalls gar nicht aus. Die beiden (Herzog & Kluges) lernten sich 1962 beim Internationalen Kurzfilmfestival Oberhausen kennen, da war "Herakles" bereits fertiggestellt.
Danach war Herzog mit der Kamera im Gepäck jahrelang im Ausland weiter unterwegs, das wäre wohl kaum akzeptabel für Kluges gewesen.
Im Tagespiegel Artikel über Kluge erwähnt er mit keinem Wort, dass Herzog seine ersten Filme auch mit dieser Kamera gedreht haben soll. Und dann der Widerspruch im englischen Artikel von Goethe.de - wenn er die Kamera nie zurückbekommen hat - wie konnte er dann mit dieser Kamera all die Jahre arbeiten?
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Gottchen - nun willst du also eine Lüge durch ein Direktes ZITAT dieser Lüge wahr machen.
Du bist ganz offensichtlich ein großer Fan von Herzog, der nichts auf sein Idol kommen lässt.
Mir könnte Herzog nicht egaler sein. Was mich anwidert, sind Leute die den Ruf anderer runtermachen mit falschen Behauptungen.
Und jetzt zerlege ich Dein Märchen von der geliehen Kamera für jeden hier nachvollziehbar:
Deine Behauptung: Herzog habe die Kamera gar nicht von der Filmhochschule gestohlen, sondern sie wurde ihm von Alexander Kluge geliehen.
Dann untersuchen wir mal die Ausgangslage.
Und?
Nun hast du also einen Wikipedia-Eintrag "widerlegt".
Willst du nun ebenso lange Texte kopieren, um das zu "widerlegen", was Mario Adorf über den Dreh, an dem er beteiligt war, geschrieben hat?
Herzog wiederum darf dir gerne Kinski als Wüterrich präsentieren und du fragst dich nicht mal, warum Herzog auf Kinski zurückgegriffen hatte, als andere Schauspieler "ausgefallen" waren - und dies, obwohl er zunächst Kinski nicht für die richtige Besetzung hielt.
Was mich anwidert, sind Leute, die sich daran ergözen, wenn jemand einen verstorbenen Schauspieler, der ihn aus dem Dreck gezogen hatte, derart negativ darstellt und sich selbst auch noch in bestem Lichte erscheinen lässt. Genau das beherrscht Herzog. Und genau das hat er mit Kinski gemacht, der Herzogs Fitzcarraldo gerettet hatte.
Herzog stellt sich immer als das Opfer dar, das aber gegen alle Widerstände besteht.
Man sollte auch bedenken:
Jason Robards hatte auch nach seinem Schwächeanfall beim Dreh mit Herzog noch in Filmen mitgespielt. ;)
Mal ein Zitat aus Adorfs Buch:
Herzog, Adorf und Jagger warteten auf Infos dazu, ob Robards weitermachen könne.
"Als er (Herzog) dann sagte, dass es vielleicht ganz gut wäre, wenn Jason den Film nicht machte, wurde Mick richtig böse, nannte das zynisch und unglaublich, Jason als Fehlbesetzung hinzustellen und so sein eigenes Versagen als Glücksfall, einem Erfolg für sich ummünzen zu wollen."
Antwort von freezer:
Also nur um das hier klarzustellen:
Ich habe Deine Behauptung widerlegt, dass Herzog nur aus Marketinggründen behauptet habe die Kamera gestohlen zu haben.
Ich habe Deine bzw. Adorfs Behauptung widerlegt, dass Herzog mit dem Speedboot einen Indio überfahren und dies dann vertuscht habe.
Und Du willst nun ernsthaft weiterhin den Geschichten von Adorf Glauben schenken, nachdem der in seinem Buch einfach ohne Belege Werner Herzog die Vertuschung von Totschlag unterstellt hatte?
Geht’s noch? Für mich hat Adorf jede Glaubwürdigkeit verspielt.
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
Also nur um das hier klarzustellen:
Ich habe Deine Behauptung widerlegt, dass Herzog nur aus Marketinggründen behauptet habe die Kamera gestohlen zu haben.
Es war und ist ein Wikipedia-Eintrag und nicht meine Behauptung.
freezer hat geschrieben:
Ich habe Deine bzw. Adorfs Behauptung widerlegt, dass Herzog mit dem Speedboot einen Indio überfahren und dies dann vertuscht habe.
Und Du willst nun ernsthaft weiterhin den Geschichten von Adorf Glauben schenken, nachdem der in seinem Buch einfach ohne Belege Werner Herzog die Vertuschung von Totschlag unterstellt hatte?
Geht’s noch? Für mich hat Adorf jede Glaubwürdigkeit verspielt.
Ich weiß, dass du alles was Herzog so von sich gibt, für bare Münze nimmst.
Ich hatte schon betont, dass Adorfs Schilderungen nicht vollkommen objektiv, sondern durchaus parteiisch klingen.
Aber ich habe genügend Interviews und Aussagen/Geschichten von Herzog gehört, dass ich das, was Mick Jagger ihm vorgeworfen hatte, durchaus nachvollziehen kann:
Herzog dreht alles gerne so hin, dass es wie sein Erfolg gegen alle Widrigkeiten wirkt.
Jason Robards hatte sich jedenfalls geweigert das zu tun, was Herzog dem Schauspieler abverlangen konnte, der ihm zu seinen größten Erfolgen verhalf - Kinski. Und dies dankte Herzog Kinski dann mit einer "Doku" nach dessen Tod, die Kinski so darstellt, wie es hier im Forum nachzulesen ist.
Kinski hatte in weit mehr Produktionen mitgewirkt, als in Herzogs Filmen. Bezeichnend, dass er scheinbar nur unter der Regie von Herzog zu solch einem irren Wüterich wurde. ;)
Und weil du Zitate ja so liebst:
Wie kam es, dass Kinski mit starken Regisseuren wie Sergio Leone, David Lean oder Fritz Kortner so gut klarkam und ihm Kollegen von Clint Eastwood bis Bruno Ganz durchweg hohe Professionalität bescheinigten? Wer war was im kreativen Hass-Liebe-Verhältnis von Kinski und Regisseur Werner Herzog, mit dem Kinski die Meisterwerke "Nosferatu" und "Fitzcaraldo" drehte, der nach Kinskis Tod auf keinen grünen Zweig mehr kam und sich in seiner Kinski-Dokumentation "Geliebter Feind" dreist ins rechte Licht rückte?
https://www.welt.de/kultur/article16011 ... eusal.html
Antwort von freezer:
Du weißt schon, dass man in der Doku die Ausraster von Kinski sehen und hören kann, also nicht auf Behauptungen von Herzog angewiesen ist?
Und es gibt auch etliche Aufnahmen von Kinski-Ausrastern ganz ohne einem Werner Herzog Dreh.
Aber Du scheinst Deine Meinung wie ein Fähnchen nach dem was Du irgendwo als Häppchen aufschnappst zu drehen - wie Dein Zitat aus der Welt zeigt.
Woher der Autor sein Wissen über die Meinung von Eastwood über Kinski her hat, entzieht sich mir - ich konnte jedenfalls keine Aussagen finden.
Nur von Eastwood aus dritter Hand:
From what I've heard,Clint wasn't one for mixing much with the cast and crew on the spaghetti western trilogy.Not that he disliked anyone,but apparently on set he would do what he had to do and then sit down and have a nap until he was needed again.Leone said it was that type of behaviour that helped him form the character.Clint didn,t like the way the italians worked with all the hustle and bustle,he said it was distracting.Been a non smoker,he said that the cheroots would put him in a foul mood.He got on with Sergio in the early part of their relationship,and he had a good relationship with Lee Van Cleef,but basically I don't think Clint would have been communicating with Klaus Kinski. I could be wrong.But he only had a few scenes with him,and in none of them did he actually converse with him.But obviously that doesn't mean that Kinski couldn't still have caused some difficulty or tension.But Van Cleef might have had to put up with some weird behaviour from him in his two scenes with him.
https://moviechat.org/tt0059578/Per-qua ... aus-Kinski
Und was Sergio Leone betrifft:
Neben Eastwood wurde Kinski zu einem beliebten Gesicht auf der Leinwand. Auf die Frage, warum er Klaus Kinski engagiert habe, antwortete Sergio Leone:
»Es war schon lange her, dass ich ihn in den deutschen Filmen bemerkt hatte. Vor Per qualche dollaro in più wollte ich ihn für ein Remake von Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931). Er hätte die Rolle von Peter Lorre übernommen. Als er meinen ersten Western gesehen hat, war er sofort einverstanden, mit mir zu arbeiten. Alle wollten mich vor ihm schützen. Er hatte den Ruf, sehr schwierig zu lenken zu sein, unendliche Streitigkeiten zu provozieren... Mit mir war er ein Engel. Die Folgsamkeit eines Babys! ... Pünktlich, sachlich, höflich und geduldig.«
https://www.dhm.de/archiv/kino/filme2004_08.html
Allerdings hatte Kinski auch nur eine kleine Rolle.
Herzog jedenfalls hat nicht über Kinski schlecht geredet, nicht in Talkshows, nicht im Buch Herzog on Herzog.
So hier auch bei Letterman, im Oktober 1982:
https://www.youtube.com/watch?v=ruY1FrVW9KE
Antwort von ffm:
Und wieder lässt sich low-level-iq-iasi am Nasenring durch die Arena ziehen. Herrlich.
Antwort von freezer:
In dem Artikel wird lang und breit geschildert wie Kinski überall aneckte und sich unprofessionell verhielt:
Allerdings sollte die Zusammenarbeit mit dem renommierten Intendanten des Schlosspark-Theaters Boleslaw Barlog mit einem Eklat enden. Kinski ließ aus Wut darüber, dass man ihm nur Nebenrollen zugeteilt hatte, die Fenster zu Bruch gehen. Die "mangelnde Ensemblefähigkeit", die dem Talent daraufhin bescheinigt wurde, sollte sich auch später als Problem erweisen. Beispielsweise 1950, als Kinski die Proben zu Schillers "Don Carlos" am Berliner Hebbel-Theater unter Leitung von Fritz Kortner schon nach zwei Wochen platzen ließ, oder 1956, als Kinskis Engagement am Wiener Burgtheater aufgekündigt wurde, weil der Mime das Ende von Goethes "Tasso" nach eigenem Gusto verändert hatte.
Denn Kinski, der 1930 mit seiner Familie nach Berlin-Schöneberg umgezogen war, nahm es mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau. Zumindest dann nicht, wenn kleine Lügen der eigenen Legendenbildung hilfreich sein konnten. Der von ihm konstruierte Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen schien besser zu einer Künstlerbiografie zu passen als ein von seinen Geschwistern bestätigtes, großbürgerliches Vorleben als wohlbehütetes Kind eines Apothekers. Mag sein, dass er sich während der Schulzeit mit einfachen Tätigkeiten etwas Taschengeld verdient hatte. Aber laut Kinski habe er mit Diebstählen die Familie ernähren müssen, habe als Leichenwäscher gearbeitet und sei sogar kurzzeitig in einem Kinderheim gelandet.
https://www.magazin-forum.de/de/news/wi ... rren-blick
Antwort von Hayos:
iasi hat geschrieben:
Kinski hatte in weit mehr Produktionen mitgewirkt, als in Herzogs Filmen. Bezeichnend, dass er scheinbar nur unter der Regie von Herzog zu solch einem irren Wüterich wurde. ;)
Und weil du Zitate ja so liebst:
Wie kam es, dass Kinski mit starken Regisseuren wie Sergio Leone, David Lean oder Fritz Kortner so gut klarkam und ihm Kollegen von Clint Eastwood bis Bruno Ganz durchweg hohe Professionalität bescheinigten?
https://www.welt.de/kultur/article16011 ... eusal.html
(Hervorhebung von mir) Verteidigst du hier wirklich Kinski...?? :D
Ähm Iasi, wo warst du denn die letzten Jahre, das Internet ist voll von seinen legendären Wutausbrüchen, da braucht es nun wirklich keinen Herzog^^
https://www.youtube.com/watch?v=c0Efhz8jxNI
https://www.youtube.com/watch?v=DesT1Jxp0xs
Ansonsten findet man durchaus Infos, wo Kinski mit anderen Regisseuren oder Crewmitgliedern aneinander geraten ist. Hier mal Beispielhaft:
"Schmoeller äußerte, er habe nichts von Kinskis Ruf gewusst, exzentrisch und schwierig in der Zusammenarbeit zu sein. Vor den Dreharbeiten soll der Schauspieler einen Wutanfall wegen der für ihn ausgesuchten Garderobe bekommen haben, woraufhin er sich seine eigene Kleidung kaufte (die er für den Film bezahlte und danach selbst behielt). Am Set geriet Kinski mit anderen Schauspielern und Crew-Mitgliedern heftig aneinander. In seinem Kurzfilm über diese Erfahrung behauptet Schmoeller, dass Kinski am dritten Drehtag sechs Schlägereien angezettelt hatte und der Film dadurch erheblich in Verzug geriet.
Geht noch länger der Abschnitt...
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Killerhau ... amsten_Art
Antwort von Darth Schneider:
@iasi
Kinski galt ja nicht einfach so schon als junger Schauspieler in der Szene als Enfant terrible.
Das war ein exzentrischer, unberechenbarer weil unter heftigen Gefühlsschwankungen leidender Narzisst.
Das merkt man ja auch ganz genau in allen Interviews, beziehungsweise TV Auftritten.
Und lies mal wie seine beiden Töchter über in reden…Privat war er sogar gewalttätig und übergriffig.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/na ... -1.1571568
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
Du weißt schon, dass man in der Doku die Ausraster von Kinski sehen und hören kann, also nicht auf Behauptungen von Herzog angewiesen ist?
Und es gibt auch etliche Aufnahmen von Kinski-Ausrastern ganz ohne einem Werner Herzog Dreh.
Aber Du scheinst Deine Meinung wie ein Fähnchen nach dem was Du irgendwo als Häppchen aufschnappst zu drehen - wie Dein Zitat aus der Welt zeigt.
Woher der Autor sein Wissen über die Meinung von Eastwood über Kinski her hat, entzieht sich mir - ich konnte jedenfalls keine Aussagen finden.
Nur von Eastwood aus dritter Hand:
From what I've heard,Clint wasn't one for mixing much with the cast and crew on the spaghetti western trilogy.Not that he disliked anyone,but apparently on set he would do what he had to do and then sit down and have a nap until he was needed again.Leone said it was that type of behaviour that helped him form the character.Clint didn,t like the way the italians worked with all the hustle and bustle,he said it was distracting.Been a non smoker,he said that the cheroots would put him in a foul mood.He got on with Sergio in the early part of their relationship,and he had a good relationship with Lee Van Cleef,but basically I don't think Clint would have been communicating with Klaus Kinski. I could be wrong.But he only had a few scenes with him,and in none of them did he actually converse with him.But obviously that doesn't mean that Kinski couldn't still have caused some difficulty or tension.But Van Cleef might have had to put up with some weird behaviour from him in his two scenes with him.
https://moviechat.org/tt0059578/Per-qua ... aus-Kinski
Und was Sergio Leone betrifft:
Neben Eastwood wurde Kinski zu einem beliebten Gesicht auf der Leinwand. Auf die Frage, warum er Klaus Kinski engagiert habe, antwortete Sergio Leone:
»Es war schon lange her, dass ich ihn in den deutschen Filmen bemerkt hatte. Vor Per qualche dollaro in più wollte ich ihn für ein Remake von Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931). Er hätte die Rolle von Peter Lorre übernommen. Als er meinen ersten Western gesehen hat, war er sofort einverstanden, mit mir zu arbeiten. Alle wollten mich vor ihm schützen. Er hatte den Ruf, sehr schwierig zu lenken zu sein, unendliche Streitigkeiten zu provozieren... Mit mir war er ein Engel. Die Folgsamkeit eines Babys! ... Pünktlich, sachlich, höflich und geduldig.«
https://www.dhm.de/archiv/kino/filme2004_08.html
Allerdings hatte Kinski auch nur eine kleine Rolle.
Herzog jedenfalls hat nicht über Kinski schlecht geredet, nicht in Talkshows, nicht im Buch Herzog on Herzog.
So hier auch bei Letterman, im Oktober 1982:
https://www.youtube.com/watch?v=ruY1FrVW9KE
Sehr viel Konjunktiv was Eastwood betrifft, der keinen Kontakt suchte, und Lob für Kinski von Leone.
Aber immerhin.
Du hingegen zitierst ständig den Geschichtenerzähler Herzog.
Mario Adorf glaubst du hingegen nicht.
Laut Adorf waren auch Robarts und Jagger gegenüber Herzog "ausgerastet". Und der hatte dies miterlebt.
Herzog hat - was du scheinbar nicht wahrnimmst - die manipulativen Möglichkeiten des Films auch bei seiner Kinski-"Doku" genutzt.
Schaut man sich Herzogs Werk an, stellt man fest, das neben den Dokus aus Filmen besteht, die herausragen, wenn Kinski mitspielt.
In seiner Kinski-Doku setzt Herzog jedoch Kinski in ein schlechtes und sich selbst in ein gutes Licht.
Und wieder mal, wird dieses Herzog-Werk durch Kinski zum Erfolg. ;)
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Antwort von cantsin:
Es gibt da noch Aussagen in einem Interview mit "Splatting Image" in den 90er Jahren des (in der Trashfilm-Fanszene legendären) Schweizer B-/C-/Trash-Filmproduzenten Erwin C. Dietrich, der Kinski jahrzehntelang vielfach engagiert hat, u.a. als Jack the Ripper in einem als London fungierenden Zürich, unter der Regie des nicht minder legendären Jess Franco.
Dietrich zufolge war Kinski ein absoluter Profi, zuverlässig, brachte auch bei Minibudgets spektakuläre Performances, murrte nie über lange Drehtage und war deshalb bei Produzenten beliebt. Dietrich sagt in dem Interview, er habe Kinskis Memoiren gelesen, und die darin geschilderten Exzesse seien zumindest für Kinskis Drehzeiten bei Dietrich (sinngemäß) nur in der Quantenphysik möglich gewesen und daher im Reich der Fiktion anzusiedeln.
Antwort von MaxSchreck:
Naja. Also was Schauspieler angeht, haben mich die letzten Jahre leider vor allem gelehrt, daß man Realität und Fiktion über diese Leute gut auseinanderhalten sollte. Diese Typen stehen vielen durchgeknallten Regisseuren, Produzenten, Musikern usw. in nichts nach.
Das schockierendste Beispiel war für mich Bill Cosby, aber die Liste ist ja schier endlos lang. Komiker wie Chevy Chase oder Bill Murray, auf der Leinwand geliebt aber ekelhafte Typen in der echten Welt. Ultra Erfolgreiche Typen wie Johnny Depp, Brad Pitt oder Clooney, die dem Suff nicht abgeneigt sind... Wen allerdings wundert es. Das sind Leute, die vorgeben müssen andere Figuren zu sein und überschreiten dabei regelmäßig Grenzen - und sie sind sehr gut darin. Tu dann noch Erfolg dazu und Ja-sager und fertig ist der Nährboden für einen potentiellen Größenwahn.
Antwort von Darth Schneider:
Ja aber zumindest, Megastars wie Clooney, Reeves, Cruise und Pitt brüllen nicht dauernd am Set herum und missbrauchen privat keine Frauen.
Das ist ein himmelweiter Unterschied zu einem Kinski oder Cosby…
Aber klar so viel Geld und Ruhm verändert jeden Menschen.
Antwort von iasi:
cantsin hat geschrieben:
Es gibt da noch Aussagen in einem Interview mit "Splatting Image" in den 90er Jahren des (in der Trashfilm-Fanszene legendären) Schweizer B-/C-/Trash-Filmproduzenten Erwin C. Dietrich, der Kinski jahrzehntelang vielfach engagiert hat, u.a. als Jack the Ripper in einem als London fungierenden Zürich, unter der Regie des nicht minder legendären Jess Franco.
Dietrich zufolge war Kinski ein absoluter Profi, zuverlässig, brachte auch bei Minibudgets spektakuläre Performances, murrte nie über lange Drehtage und war deshalb bei Produzenten beliebt. Dietrich sagt in dem Interview, er habe Kinskis Memoiren gelesen, und die darin geschilderten Exzesse seien zumindest für Kinskis Drehzeiten bei Dietrich (sinngemäß) nur in der Quantenphysik möglich gewesen und daher im Reich der Fiktion anzusiedeln.
Bedenkt man die Leinwandpräsenz von Kinski, konnte sich doch jeder Filmemacher glücklich schätzen, ihn für eine Rolle zu gewinnen.
Kinski machte zudem das bei einem Dreh, was sich andere Darsteller nicht gewagt bzw. wogegen sie sich geweigert hatten/hätten.
Die Übertreibungen in den Medien sollte man auch nicht für bare Münze nehmen - auch nicht wenn sie als Dokumentation daherkommen, wie bei Herzog.
Denn Herzog ist einer dieser Dokumentarfilmer, die inszenieren.
Antwort von Darth Schneider:
Stars arbeiten doch immer bevorzugt mit Stars.
Darum geht’s.
Und ich bin mir sicher es gab/gibt in Deutschland zig unbekannte Schauspieler die mehr Leinwand Präsenz hatten/haben wie der Kinski.
Und mal ehrlich, ein herausragender Schauspieler war Kinski nicht.
Antwort von MaxSchreck:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Ja aber zumindest, Megastars wie Clooney, Reeves, Cruise und Pitt brüllen nicht dauernd am Set herum und missbrauchen privat keine Frauen.
Das ist ein himmelweiter Unterschied zu einem Kinski oder Cosby…
Aber klar so viel Geld und Ruhm verändert jeden Menschen.
Ich wollte nur sagen: Wir wissen nicht, wer diese Leute sind. Aber durch die ständige Präsenz von ihnen bekommt man das Gefühl sie seien einem vertraut. Bei manchen Fans geht"s dann schon Richtung Idolisierung (zeigt sich ja hier bei einem Diskutanten mit Kinski...) und weit darüber hinaus. Einfach mal ein paar Schritte zurückgehen und sie als das sehen, was sie sind: Schauspieler und fehlbare Menschen.
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Stars arbeiten doch immer bevorzugt mit Stars.
Darum geht’s.
Und ich bin mir sicher es gab/gibt in Deutschland zig unbekannte Schauspieler die mehr Leinwand Präsenz hatten/haben wie der Kinski.
Und mal ehrlich, ein herausragender Schauspieler war Kinski nicht.
Und doch ragte er als Schauspieler oft heraus.
https://www.filmdienst.de/person/detail ... s-kinski/2
Hätten die zig unbekannten Schauspieler mehr Leinwandpräsenz gehabt, wären sie nicht unbekannt geblieben.
Kinski war nun einmal ein guter Schauspieler - sonst hätte er wohl kaum Rollen erhalten.
So etwas müssen deine "zig unbekannten Schauspieler" erstmal können:
https://www.youtube.com/watch?v=EY1cXAeHwGo
Aber mancher ergözt sich lieber an dem Klatschpressen-Wüterich und Unhold. Wer in deren Augen die schauspielerischen Leistungen betrachtet, ist dann gleich ein Fan.
Antwort von Darth Schneider:
Kinski war sicher ein guter Schauspieler, aber der hat schlussendlich fast immer die selbe Rolle gespielt..
Ein Pitt oder De Caprio spielen dir zig völlig verschiedene Typen/Charaktere.
Nicht zu vergleichen. Ganz andere Liga.
Gut, es ist auch unfair, die Amis haben die viel besseren Filmschauspielschulen…;))
Antwort von Bildlauf:
Würde Kinski noch leben, ich würde zb. niemals eine Outdoortour alleine mit Kinski irgendwo in der Pampa unternehmen.
Da wird dann ausgerastet, weil die Gaskartusche leer ist oder der Schlafsack zu kalt. Oder man hat irgendwas falsches gesagt.
Wankelmütige oder schlecht gelaunte Menschen oder Menschen die etwas "crazy" sind, alle kein Ding, kann man handeln, aber manche andere Leute kann man einfach nicht beruhigen, selbst mit gutem pädagogischen/psychologischen Einfühlungsvermögen.
Gottschalk war glaube ich eine der wenigen, der ein einigermaßen moderates Interview mit Kinski hinbekommen hat, man merkt aber auch wie sensibel und speziell Gottschalk agieren musste.
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Kinski war sicher ein guter Schauspieler, aber der hat schlussendlich fast immer die selbe Rolle gespielt..
Ein Pitt oder De Caprio spielen dir zig völlig verschiedene Typen/Charaktere.
Nicht zu vergleichen. Ganz andere Liga.
Gut, es ist auch unfair, die Amis haben die viel besseren Filmschauspielschulen…;))
Bei Lean hat er eine andere Rolle gespielt, als bei Damiani und wieder eine andere bei Corbucci.
Und auch bei Herzog waren es sehr verschiedene Rollen.
Klar war er nicht "normal", aber er war - vielleicht gerade deshalb - auf der Leinwand herausragend.
Übrigens hat Adorf auch etwas über Kinski zu erzählen:
https://www.youtube.com/watch?v=BpxemTZdfUY
Antwort von Alex:
iasi hat geschrieben:
Denn Herzog ist einer dieser Dokumentarfilmer, die inszenieren.
zum Bild
Antwort von iasi:
Alex hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Denn Herzog ist einer dieser Dokumentarfilmer, die inszenieren.
zum Bild
Ich hatte noch überlegt ...
Aber dann dachte ich mir: Der Alex list hir doch sowiso nicht mit. :)
Antwort von Hayos:
iasi hat geschrieben:
Denn Herzog ist einer dieser Dokumentarfilmer, die inszenieren.
Exakt. Und daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Im Gegentum: Er vertritt die Meinung, dass jede Dokumentation subjektiv ist und Objektivität nur geheuchelt ist. Da man bei einer Doku nie den menschlichen Faktor ausschließen kann, ist jede Doku also immer subjektiv. Von daher sollte man ehrlich sein und von vorherein inszenatorisch einplanen, dass die Doku die Sichtweise des Dokufilmers durchzieht.
Dass das in in Deutschland nicht so gut ankommt, wo man sich immer gerne was vormacht (total objektiv, Faktencheck,...) ist klar. Aber international hat Herzog gerade wegen seiner markanten Dokus mit Herzog-Stempel eine hohe Reputation.
Antwort von MaxSchreck:
Hayos hat geschrieben:
Exakt. Und daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Im Gegentum: Er vertritt die Meinung, dass jede Dokumentation subjektiv ist und Objektivität nur geheuchelt ist. Da man bei einer Doku nie den menschlichen Faktor ausschließen kann, ist jede Doku also immer subjektiv. Von daher sollte man ehrlich sein und von vorherein inszenatorisch einplanen, dass die Doku die Sichtweise des Dokufilmers durchzieht.
Dass das in in Deutschland nicht so gut ankommt, wo man sich immer gerne was vormacht (total objektiv, Faktencheck,...) ist klar. Aber international hat Herzog gerade wegen seiner markanten Dokus mit Herzog-Stempel eine hohe Reputation.
Ich würde sagen, der einzige, nicht inszenierte, aber dennoch wunderschön kadrierte Dokumentarfilm den ich bisher gesehen hab ist "Unter Kontrolle" von Volker Sattel (2011) über Atomkraft. Ohne Musik, ohne Narration, nur Bilder.
Antwort von iasi:
Hayos hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Denn Herzog ist einer dieser Dokumentarfilmer, die inszenieren.
Exakt. Und daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Im Gegentum: Er vertritt die Meinung, dass jede Dokumentation subjektiv ist und Objektivität nur geheuchelt ist. Da man bei einer Doku nie den menschlichen Faktor ausschließen kann, ist jede Doku also immer subjektiv. Von daher sollte man ehrlich sein und von vorherein inszenatorisch einplanen, dass die Doku die Sichtweise des Dokufilmers durchzieht.
Dass das in in Deutschland nicht so gut ankommt, wo man sich immer gerne was vormacht (total objektiv, Faktencheck,...) ist klar. Aber international hat Herzog gerade wegen seiner markanten Dokus mit Herzog-Stempel eine hohe Reputation.
Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden.
Aber Herzog neigt dazu, was Mick Jagger ihm schon im Zusammenhang mit Robards vorgeworfen hatte: Er stellt Kinski als Verrückten dar, um sich selbst als den Erfogreichen hinzustellen, der trotz dieses Verrückten große Filme geschaffen hat.
Dabei sind doch fast nur Herzogs Filme mit Kinski erfolgreich gewesen.
Antwort von Hayos:
iasi hat geschrieben:
Dabei sind doch fast nur Herzogs Filme mit Kinski erfolgreich gewesen.
Was heißt erfolgreich? Seine Dokus sind kontinuierlich gut aufgenommen worden und dass über Jahrzehnte. Das ist natürlich kein Blockbusterumfeld. Aber schau dich mal um: Die aktuelle (internationale) Generation verbindet Herzog wenig mit seinen Kinskifilmen, sondern mit seinen Dokus, die er ja auf unnachahmliche Weise inszeniert und vorallem: spricht. Daher auch kein Wunder, dass es "gefeiert" wurde (wie man heute sagt), als er seine Auftritte in der Mandalorian-Serie hatte. Die meisten kannten ihn bereits.
Aktuell passend dazu geht gerade mal wieder seine berühmte Pinguinszene viral. Und bei Instagram gehen seine kleinen Geschichten (ohne Kinski bisher..) steil, obwohl er den Account erst seit August füttert.
https://www.br.de/nachrichten/kultur/wa ... rt,V9haMUb
"Eine 19 Jahre alter Werner Herzog Doku geht derzeit viral – und ein Pinguin ist Hauptgesprächsthema im Internet. Warum der Pinguin für viele der Ausdruck des Zeitgeists ist und Werner Herzog zum Lieblings-Opa der Generation Z avanciert." 29.01.2026
Wie gesagt, schau über den Tellerrand, Herzog ist ein internationales Phänomenen, in Deutschland leider nicht gewürdigt bzw. quasi vergessen.
Antwort von Hayos:
MaxSchreck hat geschrieben:
Ich würde sagen, der einzige, nicht inszenierte, aber dennoch wunderschön kadrierte Dokumentarfilm den ich bisher gesehen hab ist "Unter Kontrolle" von Volker Sattel (2011) über Atomkraft. Ohne Musik, ohne Narration, nur Bilder.
Auch das ist nur scheinbar nicht inszeniert. Wie lange steht eine Einstellung? Welchen Ausschnitt wähle ich? Welchen Kamerawinkel? Was nehme ins Motiv rein, was lasse ich weg? Filme ich am Morgen oder am Abend? Ist es bewölkt (düster?) oder heller Sonnenschein (fröhlich?). Die Entscheidungen müssen ja getroffen werden. Und all das hat Einfluss darauf, wie du die Dinge wahrnimmst, empfindest.
Beim Studium hatten wir diese Übung: Jeder bekam das selbe Material. Ergebnis: Es entstanden lauter komplett unterschiedliche Filme.
Antwort von dienstag_01:
Hayos hat geschrieben:
MaxSchreck hat geschrieben:
Ich würde sagen, der einzige, nicht inszenierte, aber dennoch wunderschön kadrierte Dokumentarfilm den ich bisher gesehen hab ist "Unter Kontrolle" von Volker Sattel (2011) über Atomkraft. Ohne Musik, ohne Narration, nur Bilder.
Auch das ist nur scheinbar nicht inszeniert. Wie lange steht eine Einstellung? Welchen Ausschnitt wähle ich? Welchen Kamerawinkel? Was nehme ins Motiv rein, was lasse ich weg? Filme ich am Morgen oder am Abend? Ist es bewölkt (düster?) oder heller Sonnenschein (fröhlich?). Die Entscheidungen müssen ja getroffen werden. Und all das hat Einfluss darauf, wie du die Dinge wahrnimmst, empfindest.
Beim Studium hatten wir diese Übung: Jeder bekam das selbe Material. Ergebnis: Es entstanden lauter komplett unterschiedliche Filme.
Das unterschiedliche Menschen unterschiedlich Filme machen, sollte allen klar sein. Das hat aber nichts mit Inszenierung zu tun. Die Montage von fremden Material gleich mal gar nicht. Inszenierung im Dokumentarbereich meint meiner Meinung nach das Filmen von Szenen, die nur für die Kamera stattfinden, also dafür inszeniert sind.
Antwort von Hayos:
dienstag_01 hat geschrieben:
Das unterschiedliche Menschen unterschiedlich Filme machen, sollte allen klar sein. Das hat aber nichts mit Inszenierung zu tun. Die Montage von fremden Material gleich mal gar nicht. Inszenierung im Dokumentarbereich meint meiner Meinung nach das Filmen von Szenen, die nur für die Kamera stattfinden, also dafür inszeniert sind.
Aber ist dann nicht schon ein vom Dokufilmer initiiertes Interview Inszenierung? Da scheint mir die Begrifflichkeit fließend zu sein. Und m.M.n. ist Schnitt und Kadrage wie bereits ausgeführt auch Inszenierung. Man muss da einfach schon zu viele Entscheidungen treffen sobald man den Aufnahmeknopf betätigt, was eben den Blick des Zuschauers lenkt und die dessen Wahnehmung beeinflusst.
Antwort von dienstag_01:
Hayos hat geschrieben:
dienstag_01 hat geschrieben:
Das unterschiedliche Menschen unterschiedlich Filme machen, sollte allen klar sein. Das hat aber nichts mit Inszenierung zu tun. Die Montage von fremden Material gleich mal gar nicht. Inszenierung im Dokumentarbereich meint meiner Meinung nach das Filmen von Szenen, die nur für die Kamera stattfinden, also dafür inszeniert sind.
Aber ist dann nicht schon ein vom Dokufilmer initiiertes Interview Inszenierung? Da scheint mir die Begrifflichkeit fließend zu sein. Und m.M.n. ist Schnitt und Kadrage wie bereits ausgeführt auch Inszenierung. Man muss da einfach schon zu viele Entscheidungen treffen sobald man den Aufnahmeknopf betätigt, was eben den Blick des Zuschauers lenkt und die dessen Wahnehmung beeinflusst.
Dann würde es nach deiner Meinung nichts Nicht-Inszeniertes geben. Hilft das weiter? Wie unterscheiden wir dann eine Kamera, die nur draufhält - auch wenn sie kadriert, auch wenn das Material geshnitten wird - von einer Kamera, für die Szenen nachgestellt wurden? (Ich denke, wir sollten das zu unterscheiden versuchen.)
Aber klar, die Grenzen sind fliessend und Interviews sind inszeniert ;)
Edit: Beim Interview ist die Inszenierung aber auch klar sichtbar, da kann eigentlich kein anderer Eindruck entstehen.
Antwort von Hayos:
dienstag_01 hat geschrieben:
Wie unterscheiden wir dann eine Kamera, die nur draufhält - auch wenn sie kadriert, auch wenn das Material geshnitten wird - von einer Kamera, für die Szenen nachgestellt wurden? (Ich denke, wir sollten das zu unterscheiden versuchen.)
Gute Frage. Aber ich glaube, das Missverständnis ist weiterhin, dass Dokus grundsätzlich nicht inszeniert sind (Sorry für die Wiederholung ;). Es ist einfach ein himmelweiter Unterschied, ob Werner Herzog den berühmten, ins-Nichts-laufen-Pinguin gefilmt und in seinen Schnitt genommen hat oder eben nicht. Auch wenn er eigentlich "nur draufgehalten" hat und zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
Gerade Naturdokus allgemein: Natürlich hat der Löwe ohne Regieanweisung das Gnu angefallen. Aber der Filmer hat 2 Wochen im Gebüsch gehockt, weil er genau DIESE Szene im Film haben wollte. Und da bin ich noch nicht bei den knisternden Geräuschen, die gerne bei Makroaufnahmen von krabbelnden Käfern hinzugefügt werden, wenn sie an Blättern knuspern (BBC hat das perfektioniert :D )
Das erinnert mich auch an die gewöhnliche Praxis von Straßenumfragen. Man hat vorher eine Liste von Antworten die man für den Beitrag braucht und wenn man alle abgehakt hat, gehts in den Schnitt. Der Redakteur meinte zu mir, das geht gar nicht anders, weil der Betrag ja für die Nachrichten rechtzeitig fertig sein muss..
Antwort von dienstag_01:
Hayos hat geschrieben:
dienstag_01 hat geschrieben:
Wie unterscheiden wir dann eine Kamera, die nur draufhält - auch wenn sie kadriert, auch wenn das Material geshnitten wird - von einer Kamera, für die Szenen nachgestellt wurden? (Ich denke, wir sollten das zu unterscheiden versuchen.)
Gute Frage. Aber ich glaube, das Missverständnis ist weiterhin, dass Dokus grundsätzlich nicht inszeniert sind (Sorry für die Wiederholung ;). Es ist einfach ein himmelweiter Unterschied, ob Werner Herzog den berühmten, ins-Nichts-laufen-Pinguin gefilmt und in seinen Schnitt genommen hat oder eben nicht. Auch wenn er eigentlich "nur draufgehalten" hat und zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
Gerade Naturdokus allgemein: Natürlich hat der Löwe ohne Regieanweisung das Gnu angefallen. Aber der Filmer hat 2 Wochen im Gebüsch gehockt, weil er genau DIESE Szene im Film haben wollte. Und da bin ich noch nicht bei den knisternden Geräuschen, die gerne bei Makroaufnahmen von krabbelnden Käfern hinzugefügt werden, wenn sie an Blättern knuspern (BBC hat das perfektioniert :D )
Das erinnert mich auch an die gewöhnliche Praxis von Straßenumfragen. Man hat vorher eine Liste von Antworten die man für den Beitrag braucht und wenn man alle abgehakt hat, gehts in den Schnitt. Der Redakteur meinte zu mir, das geht gar nicht anders, weil der Betrag ja für die Nachrichten rechtzeitig fertig sein muss..
Dokumentationen als Teil der Medien inszenieren die Wirklickeit. In diesen Bereich gehört dann auch die Wahl der gestalterischen Mittel. Und die Auswahl des Materials.
Da ist man sozusagen Teil eines Größeren (eben der Medien), was man gar nicht beeinflussen kann. Ich verstehe deine Argumentation in diese Richtung.
Es gibt aber auch die Arbeitsebene. Und da macht es sehr wohl einen Unterschied, ob ich einem Tier mit viel Geduld in freier Wildbahn begegne oder das Gnu womöglich anbinde, damit es in attraktiver Naheinstellung vom Löwenrudel kaltgemacht werden kann.
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Antwort von Hayos:
dienstag_01 hat geschrieben:
Es gibt aber auch die Arbeitsebene. Und da macht es sehr wohl einen Unterschied, ob ich einem Tier mit viel Geduld in freier Wildbahn begegne oder das Gnu womöglich anbinde, damit es in attraktiver Naheinstellung vom Löwenrudel kaltgemacht werden kann.
Oh nein, jetzt habe ich Bilder im Kopf :D
Wie gesagt ich versteh dich ja. Umgekehrt gibt es auch Filmemacher, die nur grob einen Rahmen vorgeben, die Schauspieler machen lassen, mit der Kamera draufhalten, massig Material sammeln und dann ähnlich wie bei einer Doku, wirklich erst im Schnitt den Film entstehen lassen. Takashi Miike hat auf die Art viele Filme gedreht.
Antwort von iasi:
Hayos hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Dabei sind doch fast nur Herzogs Filme mit Kinski erfolgreich gewesen.
Was heißt erfolgreich? Seine Dokus sind kontinuierlich gut aufgenommen worden und dass über Jahrzehnte. Das ist natürlich kein Blockbusterumfeld. Aber schau dich mal um: Die aktuelle (internationale) Generation verbindet Herzog wenig mit seinen Kinskifilmen, sondern mit seinen Dokus, die er ja auf unnachahmliche Weise inszeniert und vorallem: spricht. Daher auch kein Wunder, dass es "gefeiert" wurde (wie man heute sagt), als er seine Auftritte in der Mandalorian-Serie hatte. Die meisten kannten ihn bereits.
Aktuell passend dazu geht gerade mal wieder seine berühmte Pinguinszene viral. Und bei Instagram gehen seine kleinen Geschichten (ohne Kinski bisher..) steil, obwohl er den Account erst seit August füttert.
https://www.br.de/nachrichten/kultur/wa ... rt,V9haMUb
"Eine 19 Jahre alter Werner Herzog Doku geht derzeit viral – und ein Pinguin ist Hauptgesprächsthema im Internet. Warum der Pinguin für viele der Ausdruck des Zeitgeists ist und Werner Herzog zum Lieblings-Opa der Generation Z avanciert." 29.01.2026
Wie gesagt, schau über den Tellerrand, Herzog ist ein internationales Phänomenen, in Deutschland leider nicht gewürdigt bzw. quasi vergessen.
Nun geht es in diesem Thread aber um Filmsets und die Zusammenarbeit von Schauspielern und Regisseur.
Bei seinen Dokus inszeniert sich Herzog vor allem selbst.
Dabei ist er so erfolgreich, dass er selbst bei den Simpsons mitspielen darf - bzw. sich selbst spielen darf.
Adorf erzählt auch von einem Dreh, bei dem das Schiff plötzlich in Richtung von Felswänden treibt und Herzog seine Schauspieler stehen lässt: „Ich muss muss ein Unglück inszenieren!“
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Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
Adorf erzählt auch von einem Dreh, bei dem das Schiff plötzlich in Richtung von Felswänden treibt und Herzog seine Schauspieler stehen lässt: „Ich muss muss ein Unglück inszenieren!“
Echt spannend wie Adorf die ganze Zeit von Ereignissen berichtet, bei denen er gar nicht mehr dabei gewesen sein kann.
Besagte Sache war am Ende, als der Dampfer durch die gefährlichen Stromschnellen steuert - da waren genau 6 Leute inklusive Herzog und Kameramann an Bord, aber keiner der Schauspieler - und es war der Neudreh mit Kinski. Es gab nur einen Versuch mit dem Dampfer daher war das eine der letzten Szenen ganz am Ende der Dreharbeiten.
Da war Adorf schon viele Monate davor abgereist.
Dass Du weiter dem Adorf auf den Leim gehst, der da so offensichtlich eine persönliche Rechnung mit Herzog zu begleichen versucht...
Antwort von freezer:
Und um Adorf endgültig festzunageln, dass seine Gschichtln nicht stimmen...
In einem Artikel des American Cinematographer berichtet der Kameramann:
Photographing Fitzcarraldo
Cinematographer Thomas Mauch relives the difficult journey of filming Werner Herzog’s iconic drama on location in Peru.
https://theasc.com/articles/photographing-fitzcarraldo
The project itself was well known to American and German film companies. 20th Century-Fox was originally interested, but later dropped out. Lloyds was not willing to insure the shoot. Finally, a group of smaller British companies formed a pool to insure us. They, unfortunately, had to cover a loss which later amounted to a total of $1.5 million. The film was finally financed as a co-production of Gaumont in France, and Filmverleih der Autoren in Germany. Additional support came from the Bavarian Film Development Council, German Television, and a host of smaller organizations. Our total scheduled budget, as far as I know, came to about $5.5 million dollars, relatively low on the scale of American budgets.
Originally the film was to star Jack Nicholson, but as he insisted on a $3.5 million dollar salary, Herzog had to develop his concept with someone else in mind. Jason Robards was later hired for the title role. I recall when he landed in Iquitos he was quite shocked. Unfortunately, he became seriously ill from fever and other health problems, which necessitated his return to the States.
It was at this time that our insurance companies began to get restless, and the press began to relay back stories of this “crazy” film shooting in the South American jungles. Meanwhile, Herzog brought in Klaus Kinski for the title role. Kinski had worked with Herzog before, and they had lived through many good and bad times together. We felt that now at least we had a more predictable situation regarding talent. Still, we had to reshoot five weeks of material with him to replace the Robards footage.
The production team was absolutely international: Herzog, as producer and director, and I, as director of photography, were both German. Our production manager Walter Saxer was Swiss, as were my two camera assistants. The sound recording crew came from Brazil, the special effects team from Mexico, and most assistants, from production assistants to 2nd and 3rd camera assistants, were Peruvians. There was another mix of Brazilian technicians that we recruited in the port of Lima. You could hear every language from Portuguese, German and English, to Spanish and Indian. The last of the changes occurred with the arrival of Kinski. Mick Jagger left the production at the same time as Jason Robards, but Claudia Cardinale, who played the role of a bordello owner and friend of Fitzcarraldo, remained. She had her own Italian assistants, including makeup.
We packed in all our own camera equipment. We brought Herzog’s own Arri 35BL-2, with a set of normal Zeiss lenses. We didn’t bring highspeeds , because they give a harsh, hard look that I didn’t feel was appropriate for this film. We had an additional Arri BL, several Arri II-Cs, and a variety of prime lenses. We rented two zooms in Lima, but later they proved to be terribly defective. We also brought most of our lighting equipment. I had a variety of tungsten 4Ks, and two each 2.5Ks, and 575W lamps. We also had a selection of small lamps and spots. Actually, we didn’t need much more than we had planned on. The sun there is so very harsh that I ended up bouncing light much of the time, and using all sorts of secondary reflection to light interiors. Frequently, we used only fire light or light from large oil lamps.
Also ganz eindeutig ging es in den Dschungel erst, als Adorf schon weg war.
Interessant auch wie der Verlag von Adorf sein Buch bewirbt:
Der römische Schneeball
Erzählungen
Dieses Buch werden Sie lieben... Der römische Schneeball als Taschenbuch Es hat sich herumgesprochen, dass Mario Adorf, Deutschlands bekanntester und beliebtester Schauspieler, auch ein meisterhafter Erzähler ist. Der römische Schneeball ist ein Band voller Überraschungen, voller hinreißender Geschichten, in denen er seine Leser in den tiefen Süden Italiens und nach Rom, Paris, Aix-en-Provence, Hongkong und Südamerika entführt.
Manchmal berichtet Mario Adorf über wahre Ereignisse aus seinem Leben oder über Kollegen und Freunde, die man ganz anders kennt, manchmal sind die Geschichten die reinste Erfindung – und manchmal weiß man es nicht so genau.
So erfährt man in diesem Buch auf höchst unterhaltsame Weise auch viel Neues und Unerwartetes über ein ganz unvergleichliches Schauspielerleben.
https://www.kiwi-verlag.de/buch/mario-a ... 3462030365
Aber für iasi sind Adorfs Schilderungen natürlich Gospel.
Herzog über Adorf:
In seinem neuen Buch „Eroberung des Nutzlosen“ (Hanser, 21.50 Euro) bezeichnet Filmemacher Werner Herzog TV-Star Mario Adorf als „feige und brülldumm“. Grund des Zornausbruchs: Bei den Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“ (mit Klaus Kinski und Claudia Cardinale) im Amazonas-Dschungel stritten sich Herzog und Adorf bis aufs Messer. Herzog notierte: „Adorf entwickelt sich immer mehr zum Stänkerer mit dummen Starallüren, weil er nicht ertragen kann, daß manchmal indianische Statisten wichtiger sind als er.“ Als Adorf nach Stuntmen schrie, brüllte Herzog zurück: „Die Zone meines Steißes darf ich getrost ab jetzt immer Adorf nennen.“
https://www.bz-berlin.de/artikel-archiv ... ario-adorf
Und wer nachlesen will, wie damals konzertiert gegen Herzog in den Medien und von einzelnen Gruppierungen gehetzt wurde, kann auf ResearchGate in diese aufschlussreiche wissenschaftliche Arbeit reinschmökern:
https://www.researchgate.net/publicatio ... eutschland
Mick Jagger im Rolling Stones Magazin (Paywall) über Herzog:
Mick photographed at his reading time at the Holiday in Iquitos, Peru, February 1981. This beautiful photo of Mick is in the book “Stones En Perú” by Cucho Peñaloza, who also photographed this moment of Micky in February 1981. Fun fact: At the time this photo was taken, Mick was filming his part for the West German epic adventure-drama film “Fitzcarraldo” by Werner Herzog, as the role of Fitzcarraldo’s loony sidekick assistant, Wilbur. But sadly, Mick’s role as Wilbur was replaced after he filmed several scenes for the film in the Peruvian Amazon due to some delays, which caused his filming schedule to expire, since Mick reunited with the Rolling Stones again and departed with the boys for The Rolling Stones’ American Tour 1981 in September of that same year. The film writer and director Werner Herzog dropped Mick’s character from the script altogether as he refilmed “Fitzcarraldo” from the beginning without Mick until it was officially released the following year, in March 1982. Even with Mick in just the first original footage of “Fitzcarraldo,” he once said, “I still don’t know how I cope with the things I do and still feel fit. It was a ridiculous, hilarious, dangerous experience. But I still intend to make more films. I wouldn’t have missed it for anything. There was a nice moment when I came out. After waiting three days for transportation at this logging camp in the middle of the jungle, sleeping twelve in a room in hammocks with these loggers - and my Spanish is really rudimentary - well, this seaplane arrived. I had done myself up: best suit of clothes; I’d cleaned up, even shaved. And I stood up on the float of the seaplane, and just as I was about to open the door, I lost my balance and fell into the Amazon.”
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Antwort von MaxSchreck:
freezer hat geschrieben:
Echt spannend wie Adorf die ganze Zeit von Ereignissen berichtet, bei denen er gar nicht mehr dabei gewesen sein kann.
Vielleicht hat sich Adorf als Baum verkleidet um dabei sein zu können :-D
Antwort von freezer:
MaxSchreck hat geschrieben:
freezer hat geschrieben:
Echt spannend wie Adorf die ganze Zeit von Ereignissen berichtet, bei denen er gar nicht mehr dabei gewesen sein kann.
Vielleicht hat sich Adorf als Baum verkleidet um dabei sein zu können :-D
Du meinst quasi als Method-Actor wie der römische Legionär bei Asterix "Kampf der Häuptlinge"?
Antwort von MaxSchreck:
freezer hat geschrieben:
MaxSchreck hat geschrieben:
Vielleicht hat sich Adorf als Baum verkleidet um dabei sein zu können :-D
Du meinst quasi als Method-Actor wie der römische Legionär bei Asterix "Kampf der Häuptlinge"?
Genau :-D
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Adorf erzählt auch von einem Dreh, bei dem das Schiff plötzlich in Richtung von Felswänden treibt und Herzog seine Schauspieler stehen lässt: „Ich muss muss ein Unglück inszenieren!“
Echt spannend wie Adorf die ganze Zeit von Ereignissen berichtet, bei denen er gar nicht mehr dabei gewesen sein kann.
Besagte Sache war am Ende, als der Dampfer durch die gefährlichen Stromschnellen steuert - da waren genau 6 Leute inklusive Herzog und Kameramann an Bord, aber keiner der Schauspieler - und es war der Neudreh mit Kinski. Es gab nur einen Versuch mit dem Dampfer daher war das eine der letzten Szenen ganz am Ende der Dreharbeiten.
Da war Adorf schon viele Monate davor abgereist.
Dass Du weiter dem Adorf auf den Leim gehst, der da so offensichtlich eine persönliche Rechnung mit Herzog zu begleichen versucht...
Du biegst es dir hin, wie es dir gerade passt.
Da muss Adorf also ein Lügner sein, denn auf deinen Herzog lässt du nichts kommen.
Dass sich so ein Vorfall wiederholen kann, kommt dir nicht in den Sinn.
Zumal es beim Dreh mit Kinski nicht mal spontan inszeniert war, sondern geplant.
Du reagierst derart empfindlich auf Kritik an Herzog, dass man dich für einen Fan-Boy halten könnte.
Das zeigt sich auch daran, dass du ständig nur Herzog zitierst und keine kritischen Quellen zulassen willst.
Ich hab nicht generell etwas gegen Herzog, störe mich aber an seiner manipulativen Darstellung von Kinski, mit welchem du scheinbar eine persönliche Rechnung zu begleichen versuchst.
Gegenüber Herzog hatten auch Jagger und Robarts einen "Wutanfall". Beide sind ja nun nicht als Wüterich verschrien wie Kinski. :)
Aber du gehst offensichtlich dem Selbstdarsteller Herzog ziemlich auf den Leim, dem Jagger vorgehalten hatte, er würde auf Kosten anderer sein eigenes Versagen zu seinem Erfolg umzudeuten versuchen.
Dir fällt auch nicht auf, wie Herzog seine Kinski-"Doku" so inszeniert, dass er selbst besonders gut dasteht.
Antwort von freezer:
iasi hat geschrieben:
Du biegst es dir hin, wie es dir gerade passt.
Da muss Adorf also ein Lügner sein, denn auf deinen Herzog lässt du nichts kommen.
Dass sich so ein Vorfall wiederholen kann, kommt dir nicht in den Sinn.
Zumal es beim Dreh mit Kinski nicht mal spontan inszeniert war, sondern geplant.
Nochmals: Es gibt im ganzen Film keine Stromschnellen, außer am Ende. Und dieses Ende wurde nur einmal gedreht - nämlich mit Kinski.
Das wüsstest Du, wenn Du den Film gesehen und wenn Du die von mir verlinkten Artikel gelesen hättest.
Und ich habe mehrere schlüssige Beweise vorgelegt, dass Adorf nicht bei den geschilderten Ereignissen dabei gewesen sein kann.
Kann man einfach ignorieren, sollte man aber nicht.
iasi hat geschrieben:
Du reagierst derart empfindlich auf Kritik an Herzog, dass man dich für einen Fan-Boy halten könnte.
Das zeigt sich auch daran, dass du ständig nur Herzog zitierst und keine kritischen Quellen zulassen willst.
Ich reagiere nur auf den unbelegten Schmarrn, den Du hier von Dir gibst und sämtliche Quellen ignorierst - die nicht nur von Herzog sind. Sein Kameramann, Jagger selbst zb.
Deine einzige Quelle ist ein Buch von Adorf welches vom Verlag mit folgenden Worten präsentiert wird:
"Manchmal berichtet Mario Adorf über wahre Ereignisse aus seinem Leben oder über Kollegen und Freunde, die man ganz anders kennt, manchmal sind die Geschichten die reinste Erfindung – und manchmal weiß man es nicht so genau."
Und das ist Deine gesamte, traurige Beweisführung. Ich frage mich schon, wer von uns beiden wohl ein Fanboy ist.
iasi hat geschrieben:
Gegenüber Herzog hatten auch Jagger und Robarts einen "Wutanfall". Beide sind ja nun nicht als Wüterich verschrien wie Kinski. :)
Aber du gehst offensichtlich dem Selbstdarsteller Herzog ziemlich auf den Leim, dem Jagger vorgehalten hatte, er würde auf Kosten anderer sein eigenes Versagen zu seinem Erfolg umzudeuten versuchen.
Dir fällt auch nicht auf, wie Herzog seine Kinski-"Doku" so inszeniert, dass er selbst besonders gut dasteht.
Dir liegt offenbar sehr viel daran, Herzog runterzumachen und ihn als Lügner, Mörder und Tunichtgut darzustellen. Und Du hast nicht ein Fizzelchen an Beweisen, nur ein trauriges Büchlein von Adorf, wo selbst sein Verlag schreibt, dass nicht alles darin stattgefunden bzw. völlig erfunden sein kann.
Antwort von Darth Schneider:
Spannend und sehr auch sehr schön gedacht, zum Herzog Kinski Beziehungs Thema
Antwort von iasi:
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Du biegst es dir hin, wie es dir gerade passt.
Da muss Adorf also ein Lügner sein, denn auf deinen Herzog lässt du nichts kommen.
Dass sich so ein Vorfall wiederholen kann, kommt dir nicht in den Sinn.
Zumal es beim Dreh mit Kinski nicht mal spontan inszeniert war, sondern geplant.
Nochmals: Es gibt im ganzen Film keine Stromschnellen, außer am Ende. Und dieses Ende wurde nur einmal gedreht - nämlich mit Kinski.
Das wüsstest Du, wenn Du den Film gesehen und wenn Du die von mir verlinkten Artikel gelesen hättest.
Richtig. Und im Film sieht man auch in keiner Einstellung einen Kinski-Wüterich.
Also kann das Material, das man in Herzogs Kinski-Doku zu sehen ist, natürlich auch nicht echt sein.
Aber sicherlich kennst du ja die nichtvollende Filmfassung mit Adorf, Jagger und Robards. ;)
freezer hat geschrieben:
Und ich habe mehrere schlüssige Beweise vorgelegt, dass Adorf nicht bei den geschilderten Ereignissen dabei gewesen sein kann.
Kann man einfach ignorieren, sollte man aber nicht.
Schlüssige Beweise, wie der, dass man im fertigen Film Adorf gar nicht sieht. :)
Ich nehme mal an, du hast Adorfs Bücklein gar nicht mal gelesen.
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Du reagierst derart empfindlich auf Kritik an Herzog, dass man dich für einen Fan-Boy halten könnte.
Das zeigt sich auch daran, dass du ständig nur Herzog zitierst und keine kritischen Quellen zulassen willst.
Ich reagiere nur auf den unbelegten Schmarrn, den Du hier von Dir gibst und sämtliche Quellen ignorierst - die nicht nur von Herzog sind. Sein Kameramann, Jagger selbst zb.
Deine einzige Quelle ist ein Buch von Adorf welches vom Verlag mit folgenden Worten präsentiert wird:
"Manchmal berichtet Mario Adorf über wahre Ereignisse aus seinem Leben oder über Kollegen und Freunde, die man ganz anders kennt, manchmal sind die Geschichten die reinste Erfindung – und manchmal weiß man es nicht so genau."
Und das ist Deine gesamte, traurige Beweisführung. Ich frage mich schon, wer von uns beiden wohl ein Fanboy ist.
Du glaubst das, was du glauben willst.
Daher muss Adorf ein Lügner sein.
Auch fragst du dich natürlich nicht, weshalb die 3 anerkannten Darsteller letztlich nicht mehr im Film zu sehen waren und warum Herzog auf Kinski und Laiendarsteller zurückgegriffen hatte.
freezer hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Gegenüber Herzog hatten auch Jagger und Robarts einen "Wutanfall". Beide sind ja nun nicht als Wüterich verschrien wie Kinski. :)
Aber du gehst offensichtlich dem Selbstdarsteller Herzog ziemlich auf den Leim, dem Jagger vorgehalten hatte, er würde auf Kosten anderer sein eigenes Versagen zu seinem Erfolg umzudeuten versuchen.
Dir fällt auch nicht auf, wie Herzog seine Kinski-"Doku" so inszeniert, dass er selbst besonders gut dasteht.
Dir liegt offenbar sehr viel daran, Herzog runterzumachen und ihn als Lügner, Mörder und Tunichtgut darzustellen. Und Du hast nicht ein Fizzelchen an Beweisen, nur ein trauriges Büchlein von Adorf, wo selbst sein Verlag schreibt, dass nicht alles darin stattgefunden bzw. völlig erfunden sein kann.
Du bist es doch, der von "Lügner, Mörder und Tunichtgut" angefangen hat - ich frage mich sowieso, wie du darauf gekommen bist.
Ich habe reichlich Interviews mit Herzogs, seine Kinski-"Doku" und seine Filme gesehen.
Daher sehe ich es wie der Welt-Autor
Wie kam es, dass Kinski mit starken Regisseuren wie Sergio Leone, David Lean oder Fritz Kortner so gut klarkam und ihm Kollegen von Clint Eastwood bis Bruno Ganz durchweg hohe Professionalität bescheinigten? Wer war was im kreativen Hass-Liebe-Verhältnis von Kinski und Regisseur Werner Herzog, mit dem Kinski die Meisterwerke "Nosferatu" und "Fitzcaraldo" drehte, der nach Kinskis Tod auf keinen grünen Zweig mehr kam und sich in seiner Kinski-Dokumentation "Geliebter Feind" dreist ins rechte Licht rückte?
Und das Mick Jagger Zitat, das bei Adorf nachzulesen ist, erscheint mir durchaus glaubhaft:
... wurde Mick richtig böse, nannte das zynisch und unglaublich, Jason als Fehlbesetzung hinzustellen und so sein eigenes Versagen zu einem Glücksfall, einem Erfolg für sich ummünzen zu wollen.
Hier ist ja auch so ein schönes Beispiel des Selbstdarstellers Herzog:
https://youtu.be/HQj3XuRkx-s?t=1410
Solche Infos passen natürlich nicht zu zur Dramaturgie seiner Geschichte, daher unterschlägt er sie auch einfach mal:
The film was produced in part by West German television station Hessischer Rundfunk, which televised the film on the same day it opened in theatres. Herzog has blamed this for the relatively poor commercial reception of the film in Germany. However, outside Germany the film became an "enormous cult favorite" in "such places as Mexico, Venezuela, and Algiers". The film had a theatrical run of fifteen months in Paris.