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9:16 statt 16:9 -- Vertical Video kam und blieb



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Newsmeldung von slashCAM:


Hochkantvideos sorgten anfangs noch für Belustigung oder sogar Häme unter ambitionierten Filmern, doch nachdem immer mehr Videos am Smartphone angesehen werden laut Googl...

Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
9:16 statt 16:9 -- Vertical Video kam und blieb




Antwort von K.-D. Schmidt:

Na dann will ich mal hoffen, dass es demnächst auch Hochkant-Cinemascope gibt. So richtig schön ist ein Film doch erst, wenn er als (senkrechter) Strich in der Landschaft erscheint.



Antwort von r.p.television:

Auch wenn ich selbst schon mal ne Produktion in "vertikal" hatte (eine Modenschau) die dann auf vertikal ausgerichteten Screens gezeigt wurde so ist 90% des vertikalen Filmens eher darauf zurückzuführen weil die User keinen Plan von dem haben was sie da machen.
Ich bekomme immer noch Kopfschmerzen davon. Auch von dem schmalen Horizont der User, denn irgendwann will man den Content vielleicht nicht nur am Blödphone kucken sondern auf einem anderen Medium. Aber nachdem Idiotenschutz gross geschrieben wird wette ich darauf dass es in absehbarer Zeit einen in der Horizontachse drehbaren Monitorfuss gibt der dann sogar automatisch in die Vertikale switcht. Vermutlich sogar ein Gimmick welches Standard wird und den die Allgemeinheit mitbezahlen muss.





Antwort von cantsin:

Im Experimentalfilmbereich gibt es durchaus Leute, die ernsthaft mit Vertikalbild arbeiten und da z.T. auch Filme machen, die die Besonderheit des Formats für neue Formen des visuellen Erzählens nutzen:
http://verticalcinema.org

EDIT: Sollte noch hinzufügen, dass die bisherigen zwei "Vertical Cinema"-Festivals hier in den Niederlanden echte Publikumshits waren und ein extrem positives Medienecho hatten.



Antwort von Whazabi:

Vor gut einem Jahr hatte beispielsweise auch das norwegische Fernsehen ein Experiment gewagt und eine Reportage im Hochkantformat gedreht -- mit einer um 90 Grad gekippten C300. In diesem längeren Blogbeitrag schildern sie ihre Erfahrungen. Wenig überraschend ließen sich Personen und Bäume gut einfangen, die Landschaft dagegen nicht so...
... wer hätts gedacht. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass sich die Evolution beeilt, sodass unsere Kindeskinder vielleicht schon mit vertikal angeordneten Augenpaaren geboren werden, damit sie endlich richtig von dem grandiosen Charme des Vertical Video profitieren können.
Hat man jemals daran gedacht, dass man auch mal das Objektiv hätte tauschen können?
Geben wir also der Dummheit noch eine Chance - sie hatte ja bislang viel zu wenige - und erkennen wir, dass obwohl es keinen Sinn macht, vertikale Filme eventuell die Zukunft sein könnten, um uns alte Perspektiven zu verschließen.



Antwort von wp:


Hat man jemals daran gedacht, dass man auch mal das Objektiv hätte tauschen können?

Da kann ich Dir gerade nicht folgen?



Antwort von GrauerHund:

Aber nachdem Idiotenschutz gross geschrieben wird wette ich darauf dass es in absehbarer Zeit einen in der Horizontachse drehbaren Monitorfuss gibt der dann sogar automatisch in die Vertikale switcht. Vermutlich sogar ein Gimmick welches Standard wird und den die Allgemeinheit mitbezahlen muss.

Das geht bei ziemlich jedem Monitor schon jetzt:
http://www.chip.de/artikel/Monitor-dreh ... 85395.html

Aber ja, die Konsumenten sollen sich an die Produzenten anpassen. Was immer so war, muss immer so bleiben.

Edit: Nur zur Sicherheit, falls es jemand nicht verstanden hat: Der letzte Satz war Sarkasmus.



Antwort von wp:

Also bin ich jetzt geschützter Idiot weil meine Monitore für Textverabeitung seit zig Jahren (Jahrzehnten) gern im Hochformat stehen? :-)



Antwort von Bergspetzl:

die Konsumenten sollen sich an die Produzenten anpassen

Die goldene Regel mit der man lange Jahre im Film und Werbe - Geschäft überleben kann und wird :D



Antwort von Jott:

Kicher. Wer den Markt für Content abseits der "normalen" Formate nicht sieht, trägt Scheuklappen. Gut so! :-)



Antwort von Ab-gedreht:

Form follows function...



Antwort von r.p.television:

Also bin ich jetzt geschützter Idiot weil meine Monitore für Textverabeitung seit zig Jahren (Jahrzehnten) gern im Hochformat stehen? :-)

Warum fühlst Du Dich jetzt angesprochen?
Bei Deiner Anwendung hat diese Anordnung natürlich seinen Sinn.

Ich spreche hier von den neuen Möchtegern-Vloggern die dummquakend mangels Gehirnmasse immer wieder hochkant in ihre Volksempfänger quasseln und sich hinterher wundern warum es dieses FormatFormat im Glossar erklärt immer noch nicht bei Youtube gibt (oder hab ich da was versäumt)?
Oder Mütter die ihre Kinder in Hochkant filmen (was ja nun aus Familiensicht schon wichtiges Material ist) und damit den Ehemann der das ganze mit anderem Material schneiden will zum Wahnsinn treibt.
Ich mein das ganz ernst: Normalerweise sollte die Videofunktion per Default im Hochkantmodus gesperrt sein. Wer sich auskennt kann diese Funktion dann für sinnvolle Zwecke entsperren, aber jeder andere soll halt bitte einfach so filmen wie es für die momentanen Wiedergabegeräte jenseits vom Smartphone gedacht ist. Das wird weniger Verwirrung und Ärgernisse hervorrufen als diese hochkant gefilmten Contents die man nicht vernünftig verwenden kann wenn es um den Schnitt geht.



Antwort von GrauerHund:

Dieser Hochkant-Content wird dann meist am Smartphone oder Tablet angeschaut und eventuell noch am Handy geschnitten. (Und ich hab auch schon Frauen erlebt, die Video schneiden können. Teilweise trotz der Kinder!!!) Falls die 60% Mobile-User auf Youtube stimmen (und ich halte das schon für realistisch), dann wäre es höchst an der Zeit, dass wir alle unsere Kameras hochkant aufstellen - sofern wir für den Online-Markt produzieren.
Ich behaupte einmal, dass es mehr Hochformat-Benutzer als 4K-Benutzer gibt.



Wobei die neuesten Smartphones eher 4K können als Fernseher. ;-)



Antwort von K.-D. Schmidt:

Im Grunde ist es doch so, dass man dem Massentrend folgt, weil keine Grenzen mehr gesetzt werden.

Wenn immer mehr Radfahrer gegen die Einbahnstraße fahren, wird es halt erlaubt. Wenn immer mehr Leute falsch schreiben, gibt es halt eine sog. Rechtschreibreform.

Man sagt nicht: "bis hierher und nicht weiter", sondern: "na gut, wenn"s eben alle so wollen".



Antwort von GrauerHund:

http://www.stummfilm.info/tonfilm_ist_kitsch.html



Antwort von MLJ:

@GrauerHund
Danke für den Link ;) Aber das mit dem Ton damals war ja auch nicht so ausgereift wie in den heutigen Kinos :) Trotzdem, der Stummfilm mit Live Musik hatte was besonderes ist aber heute kaum noch zu finden, leider.

@All
Ich finde dieses Hochkant-Filmen grauenhaft und werde bestimmt nicht damit anfangen, egal wie viele das praktizieren oder "Normal" finden. Alles andere an wesentlichem wurde hier bereits gesagt. Massentrend hin oder her, nur aufgrund der Unwissenheit anderer muss man da nicht mitmachen und es als neuen Standard betrachten, oder ?

Cheers

Mickey



Antwort von r.p.television:

Im Grunde ist es doch so, dass man dem Massentrend folgt, weil keine Grenzen mehr gesetzt werden.

Wenn immer mehr Radfahrer gegen die Einbahnstraße fahren, wird es halt erlaubt. Wenn immer mehr Leute falsch schreiben, gibt es halt eine sog. Rechtschreibreform.

Man sagt nicht: "bis hierher und nicht weiter", sondern: "na gut, wenn"s eben alle so wollen".

"Und wenn die anderen von der Brücke springen......?"

Ich behaupte mal 98% des Hochkantfilmens ist rein zufälliger Natur. Ich benutze das Wort "zufällig" ganz bewusst stellvertretend dafür weil die Nutzer solcher Smartphones sich darüber schlicht und einfach keine Gedanken gemacht haben. Vermutlich auch deswegen weil man ein Smartphone hochkant besser nur mit einer Hand halten kann. Aber es ist eine absolute Unsitte und widerspricht auch unserem natürlichen Blickfeld. Von daher ist es wenn es Leute trotz mehrfachem Hinweis grundlos weiterhin betreiben einfach nur dumm. Das ist meine Meinung.



Antwort von K.-D. Schmidt:

"Und wenn die anderen von der Brücke springen......?"
Schlechtes Beispiel, denn das passiert ja nicht massenhaft (von den Lemmingen einmal abgesehen. Da sind es aber Klippen.)

Mein Beitrag bezog sich auch nicht auf die Dummen, sondern auf diejenigen, die Hochkantfilmen jetzt zu einem neuen Stil erheben wollen.
Von daher ist es wenn es Leute trotz mehrfachem Hinweis grundlos weiterhin betreiben einfach nur dumm. Das ist meine Meinung.
Das ist auch meine Meinung.



Antwort von GrauerHund:



Ich behaupte mal 98% des Hochkantfilmens ist rein zufälliger Natur. ...


Meiner Meinung nach geht es nicht um die Entstehung des Filmes, sondern wieder Konsument das Gerät, mit dem man den Film anschaut, hält.
Und das ist nun einmal hochkant - natürlich können wir jetzt alle schimpfen, dass Film quer sein muss, dem Zuschauer ist das aber trotzdem egal, der wird das Telefon trotzdem hochkant halten.
Und den Smartphoneherstellern kratzt das wahrscheinlich auch nicht, was ein paar Filmproduzenten wollen.

Sollten Kinofilmproduzenten oder Fernsehfilmhersteller unter uns sein: Da wird wohl in nächster Zeit wenig Bedarf an einer Änderung der Sichtweise sein. Für die Zielgruppe der Onlinefilmer gibt es aber wenig Hoffnung, das sich der Trend Smartphone doch nicht durchsetzt.



Antwort von cantsin:





Antwort von phili2p:

Nur 1,33 ist echt. Der Rest ist des Teufels!



Antwort von Olaf Kringel:

...Hochformat im Kino?

Da wäre ja eine StarWars Neuverfilmung nötig, wenn es so dermaßen arg viele Fans wünschten.

Die Raumschiffe bekämen dann neue Lichtwaffen, welche nur noch nach oben und unten ausgerichtet werden könnten und Lichtschwerter gäbe es natürlich auch nicht mehr.

Warum?... tzzz... natürlich weil diese wegen ihrer Länge gegen Lichtdolche getauscht werden müssten ;)

Gruß,

Olaf

PS: ...ist schon der erste April?



Antwort von kling:

Natürlich gibt es Hochkant-Videos. Genauso wie es unterbelichtete Knalltüten gibt, von denen diese Machwerke allesamt stammen...



Antwort von cantsin:

Die "unterbelichteten Knalltüten" haben vielleicht einfach nur die richtige Intuition, wahrend Film- und Videomacher mental so in ihren Konventionen und Automatismen festsitzen, dass sie die nicht mehr hinterfragen können.

In Malerei und Fotografie gab es schon immer Hoch- und Querformat. Stammen alle Hochformat-Porträtfotos von "unterbelichteten Knalltüten"?

Der einzige Grund, weshalb man Filme nur im Querformat gedreht hat, waren die architektonischen bzw. Design-Vorgaben der Wiedergabemedien, Kinoleinwand und Fernseher. Die wiederum gehen davon aus, dass mehrere Leute vor dem Wiedergabemedium sitzen.

Mit Smartphones und Tablets hat sich diese Vorgabe erledigt. Gut für die, die in diese Marktlücke stoßen und neue visuelle Ideen und Erzählweisen entwickeln.

Wetten, dass Hochformatvideo langfristig bedeutender wird als z.B. 3D?



Antwort von Frank Glencairn:

Aus dem Fenster lehn Modus an:

Ich glaub das ist ein psychologisches Phänomen, das mit der Handhaltung während des Filmens zu tun hat - Handrücken nach vorne beim hochkant filmen vs. Handfläche nach vorne beim normalen Filmen.

Ich hab mir noch nicht so richtig Gedanken darüber gemacht, ist nur so ein erstes Bauchgefühl.

Man müßte das mal statisch auswerten, aber so aus dem Bauch raus würde ich fast wetten, daß Hochkant/Handrücken nach vorne eher offensiver Content ist, das Handy also metaphorisch als "Waffe" benutz wird, währen bei Handfläche nach vorne eher defensiver (empfangender/creativer) Content ist.

Wobei es sicher auch einen Prozentsatz gibt, der einfach zu doof ist.

...nur so ein Gedanke

Aus dem Fenster lehn Modus aus.



Antwort von Jott:

Ich wäre mal vorsichtig damit, alle Aus-dem-Bauch-Heraus-Handyfilmer als doof zu bezeichnen, weil sie das Gerät ergonomisch optimal halten. Was wird denn meistens aufgenommen? Personen. Und dafür ist das Hochkant-Framing absolut naheliegend, wenn das Resultat auch wieder auf Handies geguckt wird. Die Hochkant-Handyfilmer machen's bei genauer Betrachtung für ihren Zweck intuitiv absolut richtig.

Und für ernsthafte Projekte muss sich halt mal von Kino, TV und Heim-PC als starre Vorgabe lösen. Wieso keine Vertikal-Werbespots? Funktioniert aus verschiedenen Gründen hervorragend in Schaufenstern und im Verkaufsraum, auf City-Displays bis hin zu Medienfassaden an Hochhäusern. Für all das ist horizontales 16:9 Unfug wegen der Platzverhältnisse. Der Rest ist Grips.



Antwort von r.p.television:

Ich wäre mal vorsichtig damit, alle Aus-dem-Bauch-Heraus-Handyfilmer als doof zu bezeichnen, weil sie das Gerät ergonomisch optimal halten. Was wird denn meistens aufgenommen? Personen. Und dafür ist das Hochkant-Framing absolut naheliegend, wenn das Resultat auch wieder auf Handies geguckt wird. Die Hochkant-Handyfilmer machen's bei genauer Betrachtung für ihren Zweck intuitiv absolut richtig.

Intuitiv richtig mag sein wenn es wirkich nur irgendein Socialmedia-Quark ist der dann sowieso im Instagram-Framing auf Facebook landet.
Aber oft ist es eben nicht intuitiv richtig sondern schlicht und einfach ein Versehen weil man das Hochformat und die Haltung des Handys eben noch vom Fotografieren kennt. Viele sind mit dem Filmen vor der Handyära nicht vertraut.
Wenn man diese Leute dann fragt (und das mache ich ganz gerne): "Willst Du Dir das Video nur auf dem Handy anschauen?" dann verneinen das die meisten und meinen irgendwann soll das ganze dann ja auf dem heimischen PC und auf dem Fernseher landen und spätestens dann erscheint ihnen mein Hinweis auf das unübliche Seitenformat mehr als einleuchtend.
Ich habe auch meine Frau mal dabei ertappt und meinte nur dass ich sowas nicht in unsere Familienfilme reinschneide und sie hat sich darauf ziemlich geärgert. Sie hat einfach null darüber nachgedacht und ich behaupte mal das tun 95% nicht. Man kann sagen zu doof aber das wäre nun auch übertrieben überheblich aus der Sicht eines Filmemachers. Viele befassen sich einfach nicht damit. Und wie schon mal von mir geschrieben: Hier würde wunderbar eine Hochkant-Sperre bei Video greifen die per Default eingestellt ist und die man nur per mehrmaliger Bestätigung in einem Menü dauerhaft abstellen kann wenn jemand wirklich gezielt Hochkant-Content produzieren will. Ich bin mir ziemlich sicher dass die meisten erst durch diese Sperre überhaupt auf die Problematik stossen würden und daraufhin im Querformat filmen würden.
Denn jedes Filmen im Hochformat ohne einen gezielten Sinn ist in Bezug auf die Nachhaltigkeit extrem kurzsichtig.

EDIT: Mir fällt dazu gerade der Cutter-Slang eines Kollegen ein der öfters vor der Problematik steht Hochkant-Handyvideos in normale Projekte einbinden zu müssen. Der benutzt nicht ganz untreffend den Begriff "Deppenbalken" für diese unscharfen, vergrösserten Maskierungen seitlich im Bild um das Bild vollflächig zu füllen.



Antwort von mash_gh4:

Ich finde dieses Hochkant-Filmen grauenhaft...

so geht's mir auch schon mit 16:9 und anderen schrecklich in die breite gezogenen proportionen. und damit bin ich nicht ganz alleine -- die entsprechende sarkastische kritik von fritz lang in j.l.godards "le mepris"* kennt ohnehin jeder. ;)

*) = für schlangen und begräbnisse ist cinemascope durchaus brauchbar.



Antwort von Jott:

Hochkant-Werke auf einem normal stehenden Fernseher/Monitor angucken zu wollen ist natürlich seltsam. Vor allem wenn beim Versuch der Groschen nicht sofort fällt: wie kriege ich es hin, dass das ganze Bildschirm gefüllt ist? Die Frage wird oft gestellt, und da fragt man sich natürlich schon ...

Ich weise aber mal sanft darauf hin, dass auch viele Leute intellektuell an der Frage scheitern, wieso es schwarze Balken gibt, wenn man von 16:9 zu 4:3 geht und umgekehrt. Und das nicht als "doofe Handyfilmer".



Antwort von mash_gh4:

...Hochformat im Kino?

das wird's wohle eher nichts spielen, schleißlich wurde ja auch cinemascope nicht deshalb eingeführt, weil es so wunderhübsch aussieht (auch wenn das manche hier heute sicher so sehen), sonder weil man damit große kinos viel billiger bauen konnte!



Antwort von Jalue:

Selbst wenn es schwer fällt: man kann das Ganze in der Tat auch ohne Schaum vor dem Mund zur Kenntnis nehmen und zeitweilig anwenden – wohl wissend, dass es meistens nach dem Ewig-grüßt-das Murmeltier-Prinzip abläuft:

Ein paar Amateure brechen Gestaltregeln – aus purer Gedankenlosigkeit, wie hier schon ausgeführt oder weil es bezogen auf ihre spezifische Anwendung tatsächlich Sinn macht.

Irgendwelche "Szene-Gurus" (es gibt immer welche, ist ein eigenes Geschäftsmodell) identifizieren das als "Style" oder "Trend" und propagieren ihn auf Fachkonferenzen, garniert mit Triggern wie; "Future is vertical! Wer das nicht sieht, verliert bis zu 50 Prozent des Umsatzes!"

Herr Chefredakteur nimmt an einer solchen Konferenz teil und verspürt einen Anflug von Panik. Anweisung an die Fußtruppen: ab jetzt und ganz massiv Hochkantvideo!

In schönster operativer Hektik werden Piloten gedreht, neue Grafik-Templates entworfen, Workflows getestet, auch wenn die Praktiker wenig Sinn darin sehen. Der Abteilungsleiter meldet Vollzug.

Es kommt zu einer Handvoll Produktionen, wobei sich herausstellt, dass das Verfahren nur in Ausnahmefällen Sinn macht. Außer hämischen User-Kommentaren stellt sich auch keinerlei Effekt ein. Stillschweigend wird das Projekt beerdigt, derweil die "Szene-Gurus" schon den nächsten Trend verkünden, z.B: "Future is 360-degree-drone-video!" ...



Antwort von mash_gh4:

Ein paar Amateure brechen Gestaltregeln – aus purer Gedankenlosigkeit, wie hier schon ausgeführt oder weil es bezogen auf ihre spezifische Anwendung tatsächlich Sinn macht.

nein, die geschichte ist viel komplizierter und hat z.t. wesentlich reflektiertere gründe.
am bekanntesten sind hier wohl s.eisensteins theoretische überlegungen zu proportionen im film (1930).

http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.ph ... et&id=5496.
https://monoskop.org/images/9/93/Eisens ... 922-34.pdf



Antwort von Frank Glencairn:

Scheiß auf Eisenstein und sein "dynamisches Quadrat".

IMHO war das nur ein krampfhafter Versuch, mit Gewalt das Rad neu zu erfinden, und er ist, wie die meisten solcher Versuche beim Film kläglich (und zu recht) gescheitert.

Solche Gimmicks sind in den letzten 100 Jahren immer wieder mal aufgepoppt. Die immer gleiche Sorte von Leuten hat immer wieder geschrien, daß DAS "Die Zukunft (TM)" sei, und immer wieder sind sie allesamt in der Versenkung verschwunden.

Manche Räder kann man einfach nicht noch runder als rund erfinden.



Antwort von Jott:

"Als eigenes Verfahren wurde der Hochkantfilm von dem bulgarischen Techniker und Tüftler Stefan Lovinescu zwischen 1919 und 1921 in Bukarest in einem eigens dafür errichteten Kino vorgestellt; die Leinwand war zum Zuschauerraum hin schräggestellt, die Sitze deutlich nach hinten in eine Art Liegeposition gekippt. Nach einem Kinobrand wurde das Verfahren eingestellt, weil es nur äußerst wenige Filme gab, die eigens für das Lovinescu-Verfahren hergestellt werden mussten (die Filme gelten bis auf ein Vampirfilm-Fragment – Domnul Draculescu, 1921 – als verloren)."

Der Mann wäre sicherlich entzückt, wenn er erfahren könnte, dass sich seine Idee heute via Smartphones durchgesetzt hat! :-)



Antwort von Jalue:

Ein paar Amateure brechen Gestaltregeln – aus purer Gedankenlosigkeit, wie hier schon ausgeführt oder weil es bezogen auf ihre spezifische Anwendung tatsächlich Sinn macht.

nein, die geschichte ist viel komplizierter und hat z.t. wesentlich reflektiertere gründe.
am bekanntesten sind hier wohl s.eisensteins theoretische überlegungen zu proportionen im film (1930).

http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.ph ... et&id=5496.
https://monoskop.org/images/9/93/Eisens ... 922-34.pdf

Mag sein, dass der eine oder andere Konzeptkünstler solche Experimente bewusst aufgreift. Soviel Reflexionstiefe Mandy Cheyenne zuzutrauen, die sich für ihren Nageldesign-Blog hochkant im Badezimmer filmt, ist aber vermutlich doch etwas over the top.



Antwort von GrauerHund:

Glaubt ihr wirklich, den Konsumenten interessieren irgendwelche Gestaltungsregeln?
Die halten ihr Handy hochkant, weil es einfach praktisch ist. Denen ist der Herr Eisenstein aus dem Jahr 1930 komplett egal.

Aber es geht hier nicht um ein neues FormatFormat im Glossar erklärt für das Kino, sondern um die spezielle Anwendung "Filme, die am Handy angeschaut werden".
Das wird wohl in nächster Zeit wichtiger werden, aber ich behaupte einmal, dass dafür keine Kinos umgebaut werden. Ob Fernseher in Zukunft auch hochkant gedreht werden können?
Warum nicht? Wir haben schon sinnlosere Dinge miterlebt.



Antwort von mash_gh4:

Glaubt ihr wirklich, den Konsumenten interessieren irgendwelche Gestaltungsregeln?
Die halten ihr Handy hochkant, weil es einfach praktisch ist. Denen ist der Herr Eisenstein aus dem Jahr 1930 komplett egal.

naja-- ich finde ja auch eher die frage interessant, waum die leute sich ständig immer noch unmöglicher proportionierte bildschirme kaufen, obwohl sie für die meisten zwecke denkbar "unpraktisch" sind?

nicht viel mehr als das ist dem herrn eisenstein damals auch schon ziemlich fragwürdig vorgekommen, obwohl er ja nicht unbedingt den gestalterischen idealem gotischer kathetralen nacheifern wollte, sondern wohl eher die sehr einfachen formalen antworten der moderne (malewitsch etc) vor augen gehabt haben dürfte.

es macht ja auch im sinne proportionsbedinger zusätzlichen fehler der objektive u.ä. bis heute keinen sinn, wenn man die abbildung auf einen schmalen horizontalen sehschlitz reduziert.



Antwort von GrauerHund:

@mash_gh4: Viele hier gehen von einer falschen Voraussetzung aus: Die Smartphones werden nicht zum Video schauen gekauft, sondern als alleskönnende Universalmaschinen, mit denen noch dazu telefoniert werden kann.
Ach ja, Video kann darauf auch abgespielt werden.

An sich würden die Proportionen schon passen, blöderweise ist eben die menschliche Hand eher dafür ausgelegt, das eckige Ding hochkant zu halten, weil es so bequemer ist, um Kontakte auszuwählen, um whatsapp zu tippen, um zu scrollen. Hochkant geht mit einer Hand, quer braucht man für die Bedienung beide Hände.



Antwort von Auf Achse:

Bei einer jährlichen Veranstaltung schneide ich viel Teilnehmermaterial. Zunehmend auch vom Handy, was mich prinzipiell nicht stört, ist ja eh für den Film der Teilnehmer. Aber das Hochkantfilmen hab ich ihnen defintiv "verboten". Was hochkant ist, fliegt raus. Und es funktioniert :-))

Auf Achse



Antwort von GrauerHund:

Jetzt musst das nur mehr weltweit auf Facebook, youtube und sonst wo durchsetzen.



Antwort von mash_gh4:

ich würde es für viel begrüßenswerter halten, wenn sich mehr derartige lösungen durchsetzten würden:

http://www.itmagazine.ch/Artikel/60213/ ... h_gut.html
http://www.chip.de/news/EIZO-Quadratisc ... 76102.html

damit erübrigt sich die aufregung um entsprechende regelverstöße und persönliche präferenzen.



Antwort von AlterSkeptiker:

Verrückter gehts nicht mehr - wie wäre es damit?

In einer Studie wurde festgestellt, dass 40% der YouTube-Videos verwackelt und leicht unscharf sind. Namhafte Camcorderhersteller arbeiten daher an einem Gegenstück zum Bildstabilisator. Der Destabilisator soll selbst vom Stativ gedrehte Videos perfekt verwackeln. Ebenfalls in Entwicklung ist der ADF - der Autodefokussierer, der die Schärfeebene automatisch um einige Prozent verschiebt. :-)



Antwort von Frank Glencairn:

Bwahaha! :D



Antwort von kling:

Bei einer jährlichen Veranstaltung schneide ich viel Teilnehmermaterial. Zunehmend auch vom Handy, was mich prinzipiell nicht stört, ist ja eh für den Film der Teilnehmer. Aber das Hochkantfilmen hab ich ihnen defintiv "verboten". Was hochkant ist, fliegt raus. Und es funktioniert :-))

Auf Achse

Absolut richtig! Ist ja ohnehin nur unnützes Idioten-Material.



Antwort von Jott:

Verrückter gehts nicht mehr - wie wäre es damit?

In einer Studie wurde festgestellt, dass 40% der YouTube-Videos verwackelt und leicht unscharf sind. Namhafte Camcorderhersteller arbeiten daher an einem Gegenstück zum Bildstabilisator. Der Destabilisator soll selbst vom Stativ gedrehte Videos perfekt verwackeln. Ebenfalls in Entwicklung ist der ADF - der Autodefokussierer, der die Schärfeebene automatisch um einige Prozent verschiebt. :-)

Nix Entwicklung, gibt's schon längst als Plug In. Für alte Säcke, die den modernen Look nicht selbst gebacken kriegen.



Antwort von kling:

Verrückter gehts nicht mehr - wie wäre es damit?

In einer Studie wurde festgestellt, dass 40% der YouTube-Videos verwackelt und leicht unscharf sind. Namhafte Camcorderhersteller arbeiten daher an einem Gegenstück zum Bildstabilisator. Der Destabilisator soll selbst vom Stativ gedrehte Videos perfekt verwackeln. Ebenfalls in Entwicklung ist der ADF - der Autodefokussierer, der die Schärfeebene automatisch um einige Prozent verschiebt. :-)

Nix Entwicklung, gibt's schon längst als Plug In. Für alte Säcke, die den modernen Look nicht selbst gebacken kriegen.

Bedeutet "modern" einfach "besch...eiden"?



Antwort von AlterSkeptiker:

Verrückter gehts nicht mehr - wie wäre es damit?

In einer Studie wurde festgestellt, dass 40% der YouTube-Videos verwackelt und leicht unscharf sind. Namhafte Camcorderhersteller arbeiten daher an einem Gegenstück zum Bildstabilisator. Der Destabilisator soll selbst vom Stativ gedrehte Videos perfekt verwackeln. Ebenfalls in Entwicklung ist der ADF - der Autodefokussierer, der die Schärfeebene automatisch um einige Prozent verschiebt. :-)

Nix Entwicklung, gibt's schon längst als Plug In. Für alte Säcke, die den modernen Look nicht selbst gebacken kriegen.

Missverständnis – wir alten Säcke benötigen für diesen modernen Look keine speziellen Camcorderfunktionen und auch kein Plug-in. Gute Aufnahmen verhunzen wir in Sekundenschnelle mit jedem gängigen Schnittprogramm.



Antwort von Jalue:

Ihr macht Witze darüber! Zum Teil wird man regelrecht dazu vergattert, Smartphones zu nutzen, obwohl mehr als genug Profimühlen verschiedenen Kalibers im Schrank stehen. Der spezifische Look, bis hin zu Geschmacksverirrungen wie "Zweier-mit-Selfiestick", wird von Entscheidern mit "jugendlich" assoziiert. Und "jugendlich" ist ein Totschlagargument, weil per se so rein, unschuldig und innovativ, dass dich jeder Einwand als übelst-rückständigen alten weißen Mann entlarvt.



Antwort von r.p.television:

Bei einer jährlichen Veranstaltung schneide ich viel Teilnehmermaterial. Zunehmend auch vom Handy, was mich prinzipiell nicht stört, ist ja eh für den Film der Teilnehmer. Aber das Hochkantfilmen hab ich ihnen defintiv "verboten". Was hochkant ist, fliegt raus. Und es funktioniert :-))

Auf Achse

Wir haben einmal im Jahr ein ähnliches Programm und haben davor den Teilnehmern ebenfalls verboten hochkant zu filmen. Leider sind dann trotzdem jedes Jahr einige Ausreisser dabei wo scheinbar das Handgelenk über dem Gehirn steht. So von 40 Beiträgen sind dann immer 3 bis 4 Unbelehrbare dabei.
Dummerweise haben wir dann nicht mal Rückendeckung vom CEO der beauftragenden Firma sondern müssen dann in Windeseile diesen Müll wegen des Contents verwerten. Dabei ist bei meinem Cutter-Kollegen der Name "Idiotenbalken" entstanden.
Wäre so ein PluginPlugin im Glossar erklärt nicht grundsätzlich so nützlich indem man 4:3 Material in 16:9 Projekte einbindet so sollte man ein PluginPlugin im Glossar erklärt dass ohne Workaround selbigen Effekt erzielt wirklich genau so nennen. Idiotenbalken.



Antwort von Jott:

Wenn das vorkommt (Kunden liefern hochkant, selbst wenn man's in meterhohen Lettern untersagt), blasen wir einfach massiv auf. Aus hoch mach quer. Über die eingebrochene Auflösung beschwert sich keiner, Content rules! Und von 4K-Smartphones ist es sogar akzeptabel.



Antwort von r.p.television:

Wenn das vorkommt (Kunden liefern hochkant, selbst wenn man's in meterhohen Lettern untersagt), blasen wir einfach massiv auf. Aus hoch mach quer. Über die eingebrochene Auflösung beschwert sich keiner, Content rules! Und von 4K-Smartphones ist es sogar akzeptabel.

Das begann leider vor der 4k-Ära und erschwerend kommt hinzu dass die "Selfie"-Kamera an der Display-Seite meist schlechter ist als die Hauptkamera. Das gepaart mit schlechten Lichtverhältnissen und man hat nur noch Banding und Mosaik.
Die Deppenbalken empfanden wir immer noch als eleganteste Lösung zumal wir gar nicht erst kaschieren wollten dass Leute aus der Reihe getanzt sind. Wir hofften auf einen Lerneffekt fürs nächste Jahr.




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