Tscheckoff hat geschrieben: Di 22 Sep, 2026 15:34
@cantsin: Bez. dem früheren Post -> Hmm. Fraglich ob da so viel Neu-Entwicklung in die Z5 II C geflossen ist. Wird wohl ähnlich Z6 III vs ZR gelaufen sein.
Vermutlich ist es großteils die gleiche Z5 II Basis (nur eben ohne Sucher / ein paar Features mehr Richtung Video hier und da vielleicht).
Muss also nicht zwingend sein, dass das Modell derart lange Vorlaufzeiten hatte. ^^
Was ich meinte, war nicht so sehr die Entwicklungszeit des spezifischen Modells - eine Z5IIc auf der Basis der Z5ii braucht wahrscheinlich nur zwei Jahre vom Design bis zur Fließband, aber wurde wahrscheinlich sowieso zur Z5ii parallel entwickelt -, sondern die herstellerinterne Roadmap, die schon lange zuvor die zukünftigen Modelle festlegt.
Die Planungen für Nikons aktuelle Z-Mount-Kameras dürften noch vom Anfang des Jahrzehnts stammen. Damals muss in der Chefetage beschlossen worden sein, dass die Zukunft des Kameramarkts ausschließlich in Großsensor-Spiegelloskameras liegt und darin die einzige Überlebenschance ggü. Smartphones besteht. Nikon setzte 100% auf Z-Mount-Hybridkameras und ließ praktisch alles andere - F-Mount-Spiegelreflex, Kompaktkameras, Actionkameras, das kleine Nikon 1-Spiegellossystem - auslaufen.
Das Problem: Nikon kam mit dem Z-Mount spät auf den Markt, 2018, als Sonys E-Mount schon fest etabliert war. Die (mittlerweile legendäre und immer noch viel genutzte) A7iii kam noch vor der ersten Z-Mount-Kamera (der ersten Version der Z6) heraus und war mit demselben Sensor Nikon technisch [Videofunktionen, AF-System] knapp zwei Produktgenerationen voraus, von Objektivauswahl und Peripherie ganz zu schweigen.
Nikon ist seitdem kein Marktführer mehr, sondern nur noch die globale Nummer 4 im Kameramarkt, verkauft ggü. Canon gerade mal ein Fünftel der Kameras und ggü. einem relativ abgeschlagenen und im Profifotografen-Segment nicht vertretenen Nischenhersteller wie Panasonic nur knapp doppelt soviel. Während alle anderen Hersteller unterhalb der Marktführer Sony und Canon - Fuji voran, aber auch Ricoh und Leica - sehr profitable Nischen im boomenden Kompakt- bzw. Festobjektivkamerasegment (Fuji X100-Serie, Ricoh GR, Leica Q) gefunden haben.
Wenn man also kritisch auf Nikon guckt, könnte man sagen, dass deren Chefetage vor einem Jahrzehnt die Kamerasparte beinahe in den Abgrund trieb, indem sie auf Action-Kameras setzte, und dass sich dieses Verpeilen von Markttrends jetzt, wenn auch etwas weniger dramatisch, wiederholt... (Vor allem würde mich interessieren, welche Gewinnmargen sie bei ihren Preisbrecher-Bodies noch haben, und ob die wahrscheinliche Strategie, den eigentlichen Profit mit Objektiven zu machen, nicht durch Viltrox & Co. durchkreuzt wird.)