medienonkel hat geschrieben: Fr 28 Aug, 2026 11:59
Spannende Idee. Nur, was sollte das bringen? Dem Glattgebügelten entrauschten h265 wieder das echte Sensorrauschen (wie auch immer das gespeichert werden soll, wenn nicht deterministisch als code) und Objektivabschattung usw. wieder drübergerechnet wird? Welchen "Originalzustand" möchtest du herstellen, den man nicht mit einem gewöhnlichen Preset in nem Effekt eh hinterlegen könnte?
Mit dem Preset gestaltest Du halt eine Annahme, wie das Material vor seiner Glättung aussah, die aber intuitiv ist und keine empirische Grundlage hat. Mit den Metadaten könntest Du Informationen mitliefern wie: "so genau [in Prozent + in verschiedenen Bildzonen] sah die Original-Vignettierung des Objektivs aus" und "so stark [in RMS] rauschte das Material vor seiner Rauschfilterung".
So etwas wäre schon dann sinnvoll, wenn man mit ein und derselben Kamera sowohl Raw, also auch hochkomprimiertes h265 Log dreht, und in der Post selber bestimmen will, wie und welche Parameter man korrigiert. Und es wird nur ein paar Header-Bytes pro Kameradatei kosten und wäre technisch trivial implementierbar [sprich: einfach die momentanen Grundparameter des Kamera-Processings in den Dateiheader schreiben.]
Viele Leute lassen z.B. die originale Vignettierung des Objektivs drin (auch in Foto-Rawkonvertern, wo man deren Korrektur ein- und abschalten kann), weil das ein weniger klinisches/künstlich wirkendes Bild gibt. Mit den Metadaten wäre das auch mit stark prozessiertem h265 möglich. Und es wäre die qualitativ bessere Lösung als der umgekehrte Weg - also die Vignettierung im h265-Aufnahmematerial zu belassen - weil deren nachträgliche Korrektur bei hochkomprimierten Material 'teurer' bzw. bildqualitativ schlechter wäre.
Der unmittelbare Vorteil wäre bei Kameras, die sowohl Raw, als auch h265-Log aufnehmen. Mit den Korrektur-Metadaten im h265-Log könnte man deren Material einfacher aneinander angleichen, übrigens auch auf dem umgekehrten Weg - also die Entvignettierungs-, Entrauschungs-, Entzerrungs- und Schärfungsparameter aus dem h265-Material nehmen und auf das Raw-Material anwenden.
Wir reden auch nicht von einem Delivery-Format, bei dem noch ein gefälliges "Korn" im Player drübergelegt wird. Sondern von Daten, die noch verarbeitet werden sollen... nur so ein Gedanke.
Ja, schon klar. Meine Anregung für diese Idee war das o.g. Making-of-Videos des Cowboy-Influencers, der da in wirklich herzzerreißender Kleinarbeit die Processing-Glättungen seines Osmo 4P-Materials in Resolve wieder rückgängig zu machen versucht (übrigens absolut kompetent - der Mann veranstaltet da in Resolve, im Gegensatz zu anderen YouTubern, keinen Workflow-Blödsinn).
Es ist halt so, dass mit dem heutigen Kameraprocessing in hochkomprimierten Codecs auch bestimmte ästhetische Normen bzw. Qualitätsannahmen ins Material eingebacken werden - also dass man ein rauscharmes, kantenscharfes, verzerrungs- und abschattungsfreies Videobild will -, die sicher für 95-99% aller Anwender/Anwendungen hinhauen, aber für andere (z.B.: Grunge Rock-Musikvideo, Horrorfilm, Cowboy-Influencer Video im Western-/Wüsten-/Americana-Style...) eben nicht.