slashCAM
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Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von slashCAM »



Der Objektiv-Markt befindet sich in einer vielleicht fundamentalen Neuordnung. Die Ära der vermeintlichen Offenheit scheint jedenfalls vorbei, die Patente werden wieder scharfgestellt, und die großen Player sichern sich ihre Zulieferer.



Hier geht es zu Artikel auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Aktuelles: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?



Magnetic
Beiträge: 166

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Magnetic »

Auch Du, mein Sohn Brutus?



Jott
Beiträge: 24470

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Jott »

Gibt es eigentlich auch Zweithersteller?



pillepalle
Beiträge: 11592

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von pillepalle »

Jott hat geschrieben: Fr 21 Aug, 2026 11:22 Gibt es eigentlich auch Zweithersteller?
Natürlich. Aber nur wenn sie auch etwas für Zweite herstellen und nicht für Dritte 🙃

VG
Es geht doch nichts über ein solides Halbwissen.



cantsin
Beiträge: 17909

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von cantsin »

pillepalle hat geschrieben: Fr 21 Aug, 2026 11:28
Jott hat geschrieben: Fr 21 Aug, 2026 11:22 Gibt es eigentlich auch Zweithersteller?
Natürlich. Aber nur wenn sie auch etwas für Zweite herstellen und nicht für Dritte 🙃
"Dritthersteller" ist wohl eine Eindeutschung von "third-party manufacturer". Im Englischen gibt's tatsächlich auch die Bezeichnung "second-party manufacturer", die synonym ist mit OEM - also ein Hersteller, der für einen anderen (i.d.R. bekannteren) Hersteller Produkte baut, und letzterer sie dann unter eigenem Namen verkauft.

Konkretes Beispiel dafür ist Nikon. Eine ganze Reihe von Nikons Budget-Nikkoren werden von Tamron hergestellt und sind z.T. sogar umgelabelte Tamrons (wie das Nikkor Z 28-75mm/2.8 und Nikkor Z 70-180mm/2.8).

Weswegen Nikon von Sonys Tamron-Übernahme nicht begeistert sein dürfte. Zur Abhängigkeit bei den Sensoren käme dann noch eine Teilabhängigkeit bei den Objektiven, wenn nicht sogar der Verlust von Tamron als OEM/Zweithersteller. (Mal ganz abgesehen davon, dass laut gerade veröffentlichten Zahlen Sony knapp dreimal soviel Kameras verkauft wie Nikon, Canon sogar fünfmal soviel, und selbst Fuji ein knappes Drittel mehr.)
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



Blackbox
Beiträge: 970

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Blackbox »

Tja,
in 'unserem' Wirtschaftssystem tendieren Schlüsselbranchen verstärkt dazu Monopole oder in Kartellen organisierte Oligopole zu bilden.
Hat den Vorteil, dass Herstellungskosten und Verkaufspreise weitgehend entkoppelt sind.
Die Grenze findet das dann bei lästiger Konkurrenz von Firmen, die in Staaten außerhalb der Kartellreichweite sitzen. Zur Zeit vor allem China.
Sehr ärgerlich!

Was kann getan werden?

-> Zölle
-> 'Sanktionen'



cantsin
Beiträge: 17909

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von cantsin »

Eine "Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller" würde ja nur nachholen, was bei Sensoren schon länger der Fall ist.

Ich finde da immer noch diese Zahlen vielsagend:
Bild

Canon und Sony haben als Kamerahersteller zusammen 70% Marktanteil, alle anderen - auch Nikon - sind im Prinzip nur noch Klein- und Nischenhersteller.

Zugleich sind Canon und Sony die einzigen Kamerahersteller, die ihre Sensor selber herstellen und nicht von Drittherstellern einkaufen. Wobei Sony praktisch noch den gesamten Rest der Industrie (Nikon, Fuji, Panasonic, Ricoh, OM, Leica, Hasselblad) mit seinen Sensoren beliefert.


Ihre De facto-Duopolstellung konnten Canon und Sony auch deshalb ausbauen, weil sie als Sensorhersteller ihre eigenen Kameras maßgeschneidert mit jeweils passenden Sensoren beliefern können. Hab' mir das mal von Gemini aufschlüsseln lassen und noch händisch so korrigiert, das nur die aktuellen Modelle berücksichtigt werden - nicht ältere, die nach wie vor verkauft werden (wie z.B. die Sony A6400); dann wäre die Zahl der verschiedenen Sensoren noch höher:
In den aktuellen Mirrorless-Lineups (Canon RF / Sony E) kommen derzeit 11 verschiedene Sensortypen bei Canon und 8 verschiedene Sensortypen bei Sony zum Einsatz.

Canon (EOS R-System)

APS-C Format (3 verschiedene Sensoren)

* 24,2 Megapixel CMOS (Standard Sensor)
Modelle: EOS R50, EOS R10
* 24,2 Megapixel CMOS (Einsteiger Sensor mit reduzierter Auslesegeschwindigkeit)
Modell: EOS R100
* 32,5 Megapixel CMOS (High-Res APS-C)
Modell: EOS R7

Vollformat (7 verschiedene Sensoren)

* 24,1 Megapixel Stacked BSI CMOS
Modell: EOS R3
* 24,2 Megapixel Stacked BSI CMOS (mit Dual-Pixel Accelerator Auslesung)
Modell: EOS R1
* 24,2 Megapixel CMOS
Modelle: EOS R8
* 32,5 Megapixel CMOS
Modelle: EOS R6iii
* 45,0 Megapixel Stacked BSI CMOS
Modell: EOS R5 Mark II
* 60,0 Megapixel Super35 / Vollformat Cinema CMOS
Modelle: EOS C400, EOS C80
* 8,8 Megapixel Super35 / 4K Cinema CMOS
Modelle: EOS C70, EOS C50

Sony (Alpha / Cinema / ZV E-Mount)

APS-C Format (1 Sensor)

* 26,0 Megapixel Exmor R BSI CMOS
Modelle: Alpha 6700, ZV-E10 II, FX30

Vollformat (7 verschiedene Sensoren)

* 12,1 Megapixel Exmor R BSI CMOS (Video & Low-Light)
Modelle: Alpha 7S III, ZV-E12, ZV-E1, FX3
* 24,6 Megapixel Global Shutter Stacked CMOS
Modell: Alpha 9 III
* 33,0 Megapixel Exmor R BSI CMOS
Modelle: Alpha 7C II
* 33,0 Megapixel Exmor BSI Semi-Stacked CMOS
Modelle: Alpha 7v
* 50,1 Megapixel Exmor RS Stacked CMOS
Modelle: Alpha 1, Alpha 1 II
* 61,0 Megapixel Exmor R BSI CMOS
Modelle: Alpha 7R IV, Alpha 7R IVA, Alpha 7R V, Alpha 7CR
* 19,0 Megapixel 6K Full-Frame CMOS (Cinema Line)
Modelle: FX6, FX9

Fuji verwendet dagegen praktisch nur einen Sensor in seinen APS-C-Kameras (aktuell mit 40 MP, in den Vorgänger- sowie aktuellen preiswerteren Modellen mit 26MP), sowie einen stacked Sensor in der X-H2s + einen Sensor in den Mittelformatkameras, insgesamt also nur 3-4 verschiedene Sensoren. Wahrscheinlich sind sie unter anderem auch deshalb erfolgreich und profitabel: sie verkaufen größtenteils die gleiche Basiskamera - i.e. mit demselben Sensor und der derselben Kameraelektronik - in verschiedenen Gehäusevarianten, die sich vor allem durch die User Experience unterscheiden. Mit dieser Strategie können sie bei Sony sicher größere Sensor-Stückzahlen einkaufen, Produktionskosten senken und Margen erhöhen.

Gleiches bei Nikon: in allen APS-C-Z-Mount-Sensoren steckt derselbe 20MP-Sensor, in allen Mittelklassen-FF-Kameras (Z6iii, ZR) derselbe 24 MP Semi-Stacked-Sensor, in allen Oberklassen-FF-Kameras derselbe 45 MP Stacked Sensor, und im Budgetmodell Z5ii noch der ältere Sensor der Vorläufermodelle (Z6ii). Insgesamt also dieselbe Zahl verschiedenener Sensoren wie bei Fuji (3 aktuelle + 1 Alt-Sensor).

Ditto bei Panasonic: Mittlerweile steckt in allen aktuellen MFT-Kameras (GH7, G9ii, L10) derselbe Sensor, bei den FF-Modellen drei verschiedene [im Prinzip dieselben wie bei Nikon], also auch 4 verschiedene Sensoren.


Um diese etwas längliche Analyse zusammenzufassen: Die kleineren Hersteller bieten im Schnitt nur die Hälfte der Sensorauswahl an, die es bei Sony und Canon gibt. Was auch bedeutet, dass z.B. Nikon und Panasonic bestimmte Kamerasegmente nicht mehr bedienen. Nikon hat z.B. keine hochauflösende Studio-/Landschaftsfotografiekamera mehr, die mit den 60 MP-FF-Modellen von Sony und Leica konkurriert, Panasonic keine ultraschnelle Kamera für Sport- und Eventfotografie, die u.a. mit der Sony A1/A9 und Canon R1/R3 konkurrieren würde.

Hieran sieht man konkret, wie die Verengung des Sensormarkts die Grundlagen für das Canon/Sony-Duopol geschaffen hat.

Hersteller wie Nikon und Panasonic haben zudem noch das Problem, dass ihre Modelle mit niedrigeren Preisen direkt mit Sony und Canon konkurrieren, gleichzeitig aber wahrscheinlich höhere Produktionskosten haben, da in kleineren Stückzahlen hergestellt und mit eingekauften Sensoren bestückt.

An Nikons schlechten Geschäftszahlen (der einzige Kamerasteller, der 2025 Umsatz- und Verkaufszahlenrückgang verbuchte) kann man dann sehen, was passiert, wenn ein ehemals großer Hersteller probiert, mit immer noch relativ breitem Sortiment (trotz der o.g. Lücke) mit den Marktführern zu konkurrieren, ohne sich auf eine Nische zu spezialisieren (wie Fuji: Retro-/Lifestylekameras, Panasonic: videolastige Kameras, OM: Outdoorkameras, Ricoh: street photography-Kameras).

Da kann man beinahe Wetten abschließen, wie lange es dauern wird, dass nicht nur Objektivhersteller wie Tamron von größeren Kameraherstellern geschluckt werden, sondern auch die noch verbliebenen Hersteller unterhalb von Sony, Canon und Fuji.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



Bildlauf
Beiträge: 3270

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Bildlauf »

cantsin hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 02:10
Hersteller wie Nikon und Panasonic haben zudem noch das Problem, dass ihre Modelle mit niedrigeren Preisen direkt mit Sony und Canon konkurrieren, gleichzeitig aber wahrscheinlich höhere Produktionskosten haben, da in kleineren Stückzahlen hergestellt und mit eingekauften Sensoren bestückt.
Panasonic bzw. L Mount Allianz sollten mal eigene Sensoren entwickeln, die finanziellen Ressourcen und Kompetenzen wären wohl da, aber wahrscheinlich besteht insgesamt "zu wenig Interesse" aus diversen Gründen.
Dabei wäre man dann unabhängiger.



cantsin
Beiträge: 17909

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von cantsin »

Bildlauf hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 13:05 Panasonic bzw. L Mount Allianz sollten mal eigene Sensoren entwickeln, die finanziellen Ressourcen und Kompetenzen wären wohl da, aber wahrscheinlich besteht insgesamt "zu wenig Interesse" aus diversen Gründen.
Dabei wäre man dann unabhängiger.
Der monopolistische bzw. duopolistische Teufelskreis verhindert das: Für eine eigene Sensorproduktion, die Panasonic bis einschließlich zur GH4 noch hatte, reicht der Marktanteil nicht mehr. Denn Du brauchst ja hohe Kamera-Stückzahlen, um die hohen Investitionskosten für die Sensorentwicklung und -produktion wieder 'reinzuholen.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



Bildlauf
Beiträge: 3270

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Bildlauf »

cantsin hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 13:23
Bildlauf hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 13:05 Panasonic bzw. L Mount Allianz sollten mal eigene Sensoren entwickeln, die finanziellen Ressourcen und Kompetenzen wären wohl da, aber wahrscheinlich besteht insgesamt "zu wenig Interesse" aus diversen Gründen.
Dabei wäre man dann unabhängiger.
Der monopolistische bzw. duopolistische Teufelskreis verhindert das: Für eine eigene Sensorproduktion, die Panasonic bis einschließlich zur GH4 noch hatte, reicht der Marktanteil nicht mehr. Denn Du brauchst ja hohe Kamera-Stückzahlen, um die hohen Investitionskosten für die Sensorentwicklung und -produktion wieder 'reinzuholen.
Es wäre natürlich eine Risikoabwägung, ein Investment in eine Sache, wo man nicht weiß ob die zündet, aber eben auch zünden kann, um sich Marktanteile zurückzuholen oder stärker zu wachsen.
Aber wahrscheinlich hast Du recht, L-Mount/Panasonic werden so einen Gedanken bestimmt schon gehabt haben, haben auch schon Erfahrung gemacht damit, und dann verworfen aus bestimmten Gründen.
Wiederum wenn sich alle immer gehackt legen, weil es da starke Gegner gibt, füttert das natürlich Monopolismus/Duopolismus etc. und macht diese nur noch stärker.



Blackbox
Beiträge: 970

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Blackbox »

Ich kenn mich in dem Segment nicht gut genug aus, daher mal ne Frage:
gibt es keinerlei Konkurrenz aus dem anderen geostrategischen 'Block'?
Gibt es da ne eigenständige Entwicklung oder besteht, incl. der militärischen Aufklärung eine Abhängigkeit von leistungsfähigen Sensoren aus Ländern der NATO und ihrer 'Allies' (Japan / Südkorea)?
Huawei? Gpixel?
Auch wenn chinesische Produkte im 'Westen' zunehmend sanktioniert werden oder Maximalzölle gesetzt werden, besteht ja, neben China selbst, auch in Teilen Asiens sowie in Afrika ein vermutlich ausreichend großer Markt.
Könnte evtl. die Preise im Zaum halten.



toniwan
Beiträge: 335

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von toniwan »

cantsin hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 02:10 Eine "Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller" würde ja nur nachholen, was bei Sensoren schon länger der Fall ist.

Ich finde da immer noch diese Zahlen vielsagend:
Bild

Canon und Sony haben als Kamerahersteller zusammen 70% Marktanteil, alle anderen - auch Nikon - sind im Prinzip nur noch Klein- und Nischenhersteller.

Zugleich sind Canon und Sony die einzigen Kamerahersteller, die ihre Sensor selber herstellen und nicht von Drittherstellern einkaufen. Wobei Sony praktisch noch den gesamten Rest der Industrie (Nikon, Fuji, Panasonic, Ricoh, OM, Leica, Hasselblad) mit seinen Sensoren beliefert.


Ihre De facto-Duopolstellung konnten Canon und Sony auch deshalb ausbauen, weil sie als Sensorhersteller ihre eigenen Kameras maßgeschneidert mit jeweils passenden Sensoren beliefern können. Hab' mir das mal von Gemini aufschlüsseln lassen und noch händisch so korrigiert, das nur die aktuellen Modelle berücksichtigt werden - nicht ältere, die nach wie vor verkauft werden (wie z.B. die Sony A6400); dann wäre die Zahl der verschiedenen Sensoren noch höher:
In den aktuellen Mirrorless-Lineups (Canon RF / Sony E) kommen derzeit 11 verschiedene Sensortypen bei Canon und 8 verschiedene Sensortypen bei Sony zum Einsatz.

Canon (EOS R-System)

APS-C Format (3 verschiedene Sensoren)

* 24,2 Megapixel CMOS (Standard Sensor)
Modelle: EOS R50, EOS R10
* 24,2 Megapixel CMOS (Einsteiger Sensor mit reduzierter Auslesegeschwindigkeit)
Modell: EOS R100
* 32,5 Megapixel CMOS (High-Res APS-C)
Modell: EOS R7

Vollformat (7 verschiedene Sensoren)

* 24,1 Megapixel Stacked BSI CMOS
Modell: EOS R3
* 24,2 Megapixel Stacked BSI CMOS (mit Dual-Pixel Accelerator Auslesung)
Modell: EOS R1
* 24,2 Megapixel CMOS
Modelle: EOS R8
* 32,5 Megapixel CMOS
Modelle: EOS R6iii
* 45,0 Megapixel Stacked BSI CMOS
Modell: EOS R5 Mark II
* 60,0 Megapixel Super35 / Vollformat Cinema CMOS
Modelle: EOS C400, EOS C80
* 8,8 Megapixel Super35 / 4K Cinema CMOS
Modelle: EOS C70, EOS C50

Sony (Alpha / Cinema / ZV E-Mount)

APS-C Format (1 Sensor)

* 26,0 Megapixel Exmor R BSI CMOS
Modelle: Alpha 6700, ZV-E10 II, FX30

Vollformat (7 verschiedene Sensoren)

* 12,1 Megapixel Exmor R BSI CMOS (Video & Low-Light)
Modelle: Alpha 7S III, ZV-E12, ZV-E1, FX3
* 24,6 Megapixel Global Shutter Stacked CMOS
Modell: Alpha 9 III
* 33,0 Megapixel Exmor R BSI CMOS
Modelle: Alpha 7C II
* 33,0 Megapixel Exmor BSI Semi-Stacked CMOS
Modelle: Alpha 7v
* 50,1 Megapixel Exmor RS Stacked CMOS
Modelle: Alpha 1, Alpha 1 II
* 61,0 Megapixel Exmor R BSI CMOS
Modelle: Alpha 7R IV, Alpha 7R IVA, Alpha 7R V, Alpha 7CR
* 19,0 Megapixel 6K Full-Frame CMOS (Cinema Line)
Modelle: FX6, FX9
Also nur auf die Schnelle sehe ich Fehler bei der Zuordnung der Canon Sensoren. Klassisches KI-Mashup. Der R3 Sensor ist der Gleiche wie in C80 und C400. C50 ist der Sensor wie bei R6III... Ich gehe mal von weiteren Fehlern aus. Anyway, dein Punkt bleibt bestehen.



cantsin
Beiträge: 17909

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von cantsin »

toniwan hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 19:40 Also nur auf die Schnelle sehe ich Fehler bei der Zuordnung der Canon Sensoren. Klassisches KI-Mashup. Der R3 Sensor ist der Gleiche wie in C80 und C400.
Hmm, Canon behauptet oder suggeriert da etwas anderes: laut Canons Datenblatt ist der C80/C400-Sensor ein normaler BSI, während der R3-Sensor als Stacked Sensor spezifiziert wird...

Im Zweifelsfall reduziert sich dann die Zahl der aktuellen verschiedenen Canon-Sensoren auf 8. Wie Du auch schreibst, bliebe dann immer noch die Gleichung bestehen, dass die Marktführer Canon und Sony in ihren Kameras jeweils doppelt soviele verschiedene Sensoren anbieten wie die kleineren Hersteller Fuji, Nikon und Panasonic. (Was noch hinzukommt: dass Nikon und Panasonic in ihren Budgetmodellen Sensoren einbauen, deren Äquivalente bei Sony und Canon bereits ausgelaufen sind, wie z.B. der Sony A7iii/A7C-Sensor in der S5ii/x, S9 und Z5ii).


Um wieder on-topic zu werden: Nikon und Canon haben z.B. Sigma vom Full Frame-Z- und -RF-Mount ausgesperrt. Und weil Sigma als heutiger Oberklassen-Hersteller kein reverse engineering mehr macht (wie noch zu früheren SLR-Zeiten als damalige Billigmarke), gibt es deshalb auch die Sigma Contemporary- und Art-Spiegellosobjektive nicht für Nikon Z oder Canon RF. Viele der aktuellen Nikon-Objektive (inkl. der S-Oberklassenmodelle der 35mm- und 85mm-Festbrennweiten) sind allerdings bereits etwas angestaubt und werden aktuell von ihren [unlizenzierten, reverse-engineerten] Viltrox-Evo-Konkurrenzmodellen sowohl preislich, als auch qualitativ ziemlich klar abgehängt.

Wenn die japanischen Kamerahersteller ihre Mounts lizenzrechtlich so einbetonieren und aktiv gegen die reverse engineerer vorgehen (was sie zu SLR-Zeiten gegen Sigma, Tamron, Tokina, Cosina... noch nicht taten), trocknen wir bei den Objektiven womöglich ähnlich aus wie bei den Sensoren. Hersteller wie Nikon hätten dann weniger dringende Gründe bzw. kein akutes Feuer unter dem Hintern mehr, z.B. die o.g. Festbrennweitenserie zu erneuern. Und in der japanischen Kameraindustrie könnte sich allgemein ein Trend durchsetzen, bei sinkenden Kamera-Margen bestehende Objektivserien möglichst lange und möglichst teuer als Gelddruckmaschinen im Angebot zu belassen. Canon macht's ja schon vor.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



moowy_mäkka
Beiträge: 72

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von moowy_mäkka »

Sollen doch Sony-Nikon-Canon ihre Objektivanschlusssysteme für die Dritthersteller
oder zumindest für die chinesischen Objektivhersteller sperren. Es gibt ja noch das
offene L-Mount. Und falls die chinesischen Fotofirmen weiterhin erstarken, dann wird
es vielleicht ein eigenes chinesisches Objektivanschlusssystem geben und evtl. werden
dann die japanischen Firmen ausgesperrt. Offenbar haben die Kapitalisten immer noch nicht
verstanden, dass es sich (langfristig betrachtet) finanziell lohnt, wenn man Konkurrenz hat.



cantsin
Beiträge: 17909

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von cantsin »

moowy_mäkka hat geschrieben: So 23 Aug, 2026 14:23 Sollen doch Sony-Nikon-Canon ihre Objektivanschlusssysteme für die Dritthersteller
oder zumindest für die chinesischen Objektivhersteller sperren. Es gibt ja noch das
offene L-Mount. Und falls die chinesischen Fotofirmen weiterhin erstarken, dann wird
es vielleicht ein eigenes chinesisches Objektivanschlusssystem geben und evtl. werden
dann die japanischen Firmen ausgesperrt. Offenbar haben die Kapitalisten immer noch nicht
verstanden, dass es sich (langfristig betrachtet) finanziell lohnt, wenn man Konkurrenz hat.
Der L-Mount ist nicht wirklich offen - die Situation ist da eigentlich so wie beim E-Mount (Lizenzierung von Leica/L-Mount Alliance mit unbekannten Vertragsklauseln), u.U. sogar ungünstiger, z.B. falls man als lizenziertes Mitglied der Alliance Gebühren zahlen muss.

Ich denke aber auch, dass die chinesischen Hersteller früher oder später mit eigenen APS C- und Fullframe-Spiegelloskameras auf den Markt kommen, so, wie das ja auch mit anderen Produkten (Smartphones, Elektroautos....) passiert ist. China ist heute der größte Kameramarkt, und dass der langfristig den (sowieso nicht mehr sonderlich innovativen) japanischen Herstellern überlassen wird, wäre wohl naiv zu glauben....

Und wahrscheinlich antizipieren das auch die japanischen Hersteller. Dass bisher nicht alle von ihnen aktiv gegen die chinesischen reverse engineering-Objektivhersteller vorgehen, könnte genau mit deren Sorge zusammenhängen, sich damit mittel- oder langfristig eine noch viel weniger vorteilhafte Systemkonkurrenz einzuhandeln.

Man stelle sich vor, DJI, Insta360, Viltrox, Meike und Yongnuo kämen alle ungefähr gleichzeitig mit eigenen Spiegelloskameras auf den Markt, mit einem geteilten Mount, der auch von allen übrigen chinesischen Objektivherstellern (7Artisans, TTArtisan, Sirui, Laowa, AstrHori, Thypoch...) bedient würde; sie würden auf die Chiptechnik chinesischer Großhersteller wie Huawei zurückgreifen und japanische Hersteller - wie auch bei den Objektiven - aggressiv im Preis unterbieten.

Bei den chinesischen AF-Spiegellosobjektiven der o.g. Hersteller war es ja ähnlich. Sie kamen fast gleichzeitig und scheinbar aus dem Nichts auf den Markt, nachdem die Hersteller jahrelang nur vollmanuelle Objektive produziert hatten...
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



GaToR-BN
Beiträge: 690

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von GaToR-BN »

cantsin hat geschrieben: So 23 Aug, 2026 15:16 Man stelle sich vor, DJI, Insta360, Viltrox, Meike und Yongnuo kämen alle ungefähr gleichzeitig mit eigenen Spiegelloskameras auf den Markt, mit einem geteilten Mount, der auch von allen übrigen chinesischen Objektivherstellern (7Artisans, TTArtisan, Sirui, Laowa, AstrHori, Thypoch...) bedient würde; sie würden auf die Chiptechnik chinesischer Großhersteller wie Huawei zurückgreifen und japanische Hersteller - wie auch bei den Objektiven - aggressiv im Preis unterbieten.
Die Stagegie von Sony die Kontrolle zu halten ist nachvollziehbar.
Falls China hier was Eigenes macht, wäre ein großer Schritt und würde den Markt massiv verändert.

Trotzdem hoffe ich das Viltrox mal im L-Mount-Bereich aktiver wird. Nach der Ankündigung ist bisher nicht viel gekommen.
Zitat: Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre. – Robert Bresson –
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rudi
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Beiträge: 1582

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von rudi »

cantsin hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 13:23
Bildlauf hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 13:05 Panasonic bzw. L Mount Allianz sollten mal eigene Sensoren entwickeln, die finanziellen Ressourcen und Kompetenzen wären wohl da, aber wahrscheinlich besteht insgesamt "zu wenig Interesse" aus diversen Gründen.
Dabei wäre man dann unabhängiger.
Der monopolistische bzw. duopolistische Teufelskreis verhindert das: Für eine eigene Sensorproduktion, die Panasonic bis einschließlich zur GH4 noch hatte, reicht der Marktanteil nicht mehr. Denn Du brauchst ja hohe Kamera-Stückzahlen, um die hohen Investitionskosten für die Sensorentwicklung und -produktion wieder 'reinzuholen.
Und selbst wenn sie die Stückzahlen hätten, müssen die Investitionen dann auch dafür genutzt werden, einen Sensor zu entwickeln, der entweder signifikant besser oder signifikant günstiger ist. Beides dürfte "aus dem Stand" für Dritte kaum möglich sein. Ist ja auch nicht so, dass nicht schon andere Sensorhersteller genau das immer wieder versucht haben und letztlich daran gescheitert sind.



Bildlauf
Beiträge: 3270

Re: Zeitenwende im Objektiv-Markt für Dritthersteller?

Beitrag von Bildlauf »

rudi hat geschrieben: Mo 24 Aug, 2026 13:34
cantsin hat geschrieben: Sa 22 Aug, 2026 13:23

Der monopolistische bzw. duopolistische Teufelskreis verhindert das: Für eine eigene Sensorproduktion, die Panasonic bis einschließlich zur GH4 noch hatte, reicht der Marktanteil nicht mehr. Denn Du brauchst ja hohe Kamera-Stückzahlen, um die hohen Investitionskosten für die Sensorentwicklung und -produktion wieder 'reinzuholen.
Und selbst wenn sie die Stückzahlen hätten, müssen die Investitionen dann auch dafür genutzt werden, einen Sensor zu entwickeln, der entweder signifikant besser oder signifikant günstiger ist. Beides dürfte "aus dem Stand" für Dritte kaum möglich sein. Ist ja auch nicht so, dass nicht schon andere Sensorhersteller genau das immer wieder versucht haben und letztlich daran gescheitert sind.
Sagt ja auch keiner, daß es einfach ist.
Man kann entweder was riskieren oder sich ins Sterbebett legen. Macintosh war auch fast Tot, und Steve Jobs hat dem Laden wieder Schwung verliehen, so als Paradebeispiel. Ist natürlich alles nicht immer vergleichbar, aber letztendlich ist alles eine Frage des Wollens. Zumal bei potenten Unternehmen wie Panasonic.
Abhängigkeiten (hier Sensoren) sind immer schwierig.
Ich denke daß Panasonic bei allen fünf japanischen Konzernen am unabhängigsten ist von der Kamerasparte. Deshalb ist das Interesse für Panasonic respektive L Mount zu gering für irgendwelche Experimente, um mit nur einer gewissen Wahrscheinlichkeit Marktanteile zu holen oder wie eine Rakete emporzusteigen.
Nikon muss da schon wesentlich mehr aufpassen, da Kameras/Objektive hohe Anteile im Konzern haben und Abhängigkeit von Sensoren.



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