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h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mo 29 Jun, 2026 17:09
von HerrWeissensteiner
Da meine 20 TB Platte dabei ist, den Geist aufzugeben und neuer Speicherplatz teuer ist, habe ich begonnen, alte Projekte zu transkodieren: Alles mögliche zu h.265 um Platz zu sparen und eine low quality Version des Materials für alle Fälle zu haben.

Da Adobe Media Encoder keine mehrfachen GPU's unterstützt und DaVinci zu umständlich ist zum reinen Decodieren, bin ich auf Shutter Encoder gestoßen, der super ist.

Jetzt sehe ich, dass ja h.266 eine Möglichkeit ist und das soll noch einmal 50 % Platz sparen im Vergleich zu h.265.

Wer hat von euch damit Erfahrungen – einerseits als platzsparende Archivdatei, aber auch im Schnitt, falls es hart auf hart kommt?

Lg Daniel

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mo 29 Jun, 2026 17:29
von hexeric
h266 ist aber nur emuliert, also CPU nicht GPU. weit weg von serienmäßiger unterstützung und standard. das dauert lange und ist nicht wirklich effizient. alle großen streamer verwenden AV1 (das geht teilweise via hardware schon) oder VP9 (youtube)

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mo 29 Jun, 2026 17:46
von dienstag_01
hexeric hat geschrieben: Mo 29 Jun, 2026 17:29 h266 ist aber nur emuliert, also CPU nicht GPU. weit weg von serienmäßiger unterstützung und standard. das dauert lange und ist nicht wirklich effizient. alle großen streamer verwenden AV1 (das geht teilweise via hardware schon) oder VP9 (youtube)
Meines Wissens wird h266 bei von den neueren Intelprozessoren hardwaremäßig beim Decoding unterstützt. Im Gegensatz zu AV1 ist er aber lizenzpflichtig.

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mo 29 Jun, 2026 20:26
von HerrWeissensteiner
Danke für die Antworten.

AV1 hatte ich noch niccht a6f dem Radar, aber das scheint eine bessere Løsung zu sein 🙂

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mo 29 Jun, 2026 21:16
von cantsin
AV1 wird von aller guten Medienspieler-Software (inkl. VLC) und in allen aktuellen Webbrowsern nativ abgespielt.

Allerdings: Wie auch bei h264/h265 erzielt man wesentlich bessere Qualität bzw. kleinere Dateigrößen bei gleicher Qualität, wenn man CPU-/Software-basierte Encoder (wie x264, x265 und SVT-AV1) statt die GPU-Hardware-Encoder z.B. von Nvidia verwendet. Die sind zwar rasend schnell, aber auch einfacher gestrickt.

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mo 29 Jun, 2026 21:31
von Bluboy

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 11:42
von blueplanet
cantsin hat geschrieben: Mo 29 Jun, 2026 21:16 Allerdings: Wie auch bei h264/h265 erzielt man wesentlich bessere Qualität bzw. kleinere Dateigrößen bei gleicher Qualität, wenn man CPU-/Software-basierte Encoder (wie x264, x265 und SVT-AV1) statt die GPU-Hardware-Encoder z.B. von Nvidia verwendet. Die sind zwar rasend schnell, aber auch einfacher gestrickt.
...den Zusammenhang verstehe ich nicht ;) Was meinst Du damit? Gibt es eine Wahl, bzw. an welcher Steller wäre ein "Schalter", um das Projekt per CPU-Hardware (x264, x265) oder mit GPU-Hardware (x264, x265) heraus zu rendern?!
Wie könnte ich wählen, zwischen CPU und GPU...ohne jedesmal die KraKa auszubauen? ;) Premiere erkennt ja automatisch die "Unterstützung".

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 11:55
von Bluboy
blueplanet hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 11:42
cantsin hat geschrieben: Mo 29 Jun, 2026 21:16 Allerdings: Wie auch bei h264/h265 erzielt man wesentlich bessere Qualität bzw. kleinere Dateigrößen bei gleicher Qualität, wenn man CPU-/Software-basierte Encoder (wie x264, x265 und SVT-AV1) statt die GPU-Hardware-Encoder z.B. von Nvidia verwendet. Die sind zwar rasend schnell, aber auch einfacher gestrickt.
...den Zusammenhang verstehe ich nicht ;) Was meinst Du damit? Gibt es eine Wahl, bzw. an welcher Steller wäre ein "Schalter", um das Projekt per CPU-Hardware (x264, x265) oder mit GPU-Hardware (x264, x265) heraus zu rendern?!
Wie könnte ich wählen, zwischen CPU und GPU...ohne jedesmal die KraKa auszubauen? ;) Premiere erkennt ja automatisch die "Unterstützung".
Früher war das - Projecteinstellungen - Mercury Engine . Nur Software

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 12:34
von blueplanet
Ja, ist immer noch so...aber wenn Premiere meint "Software", meint das Programm tatsächlich die Hardware (CPU)?
Denke ich eher nicht, aber wer weiß...und praktiziert jemand diese Methode? Die teure NVIDIA "abzuschalten" ;)

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 12:47
von dienstag_01
Software Encoding wird bei den Encoding Settings eingestellt, nicht mit der Mercury Engine.

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 13:30
von cantsin
blueplanet hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 11:42
cantsin hat geschrieben: Mo 29 Jun, 2026 21:16 Allerdings: Wie auch bei h264/h265 erzielt man wesentlich bessere Qualität bzw. kleinere Dateigrößen bei gleicher Qualität, wenn man CPU-/Software-basierte Encoder (wie x264, x265 und SVT-AV1) statt die GPU-Hardware-Encoder z.B. von Nvidia verwendet. Die sind zwar rasend schnell, aber auch einfacher gestrickt.
...den Zusammenhang verstehe ich nicht ;) Was meinst Du damit? Gibt es eine Wahl, bzw. an welcher Steller wäre ein "Schalter", um das Projekt per CPU-Hardware (x264, x265) oder mit GPU-Hardware (x264, x265) heraus zu rendern?!
Wie könnte ich wählen, zwischen CPU und GPU...ohne jedesmal die KraKa auszubauen? ;) Premiere erkennt ja automatisch die "Unterstützung".
Erstmal eine Klarstellung der Namen:

- x264 und x265 sind die Namen von Open Source-Encodern, die h264/XAVC- bzw. h265/HEVC-standardkonform sind. Sie unterstützen so ziemlich alle Optionen des h264- bzw. h265-Standards, auch esoterische (wie z.B. spezielle Filter- und Quantisierungsparameter, B-Frame-Frequenz etc.), sind daher auf höchste Bildqualität ausgelegt und laufen nur auf der CPU, nicht der GPU. Diese Codecs stecken in ffmpeg und sind da die Standard-Option für h264-/h265-Encoding. ffmpeg bzw. seine Codec-Bibliothek libavcodec ist wiederum die Grundlage von Handbrake, Shutter Encoder und wird auch intern u.a. von Resolve verwendet.

- Bei GPUs wie denen von Nvidia gibt es fest in die Chiphardware gegossene h264- und h265- (bei neueren Karten auch AV1-) Codecs bzw. -Encoder. Bei Nvidia heissen die "NVENC". Sie sind superschnell, unterstützen aber nur eine kleine Teilmenge der h264, h265 und AV1-Standards und sind daher weniger hochqualitativ. Über den Daumen gepeilt braucht man für NVENC ungefähr die doppelte Bitrate, um bei h264-, h265-und AV1- Encoding die gleiche Bildqualität zu erzielen wie mit x264, x265 und SVT-AV1 - was aber für schnelle Turnaround-Projekte (z.B. zeitnahes Schneiden, Rausrendern und Hochladen von Videos für YouTube und social media) völlig okay ist.

Bei NVENC fehlen z.T. auch grundlegende Features wie z.B. das Grain-Modelling für AV1, ein Feature, das ich häufig brauche, weshalb der NVENC AV1-Encoder für die meisten meiner Anwendungen (leider) keine Option ist.

Bei Encoder-Software wie Handbrake und ShutterEncoder, aber auch auf der Kommandozeile bei ffmpeg, kann man vor dem Encodieren wählen, ob man mit x264/x265/SVT-AV1 oder, bei installierter Nvidia-Karte, mit NVENC encodieren will.

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 14:08
von blueplanet
...ah mein Fehler.
Ich habe mich zu sehr auf CPU und GPU konzentriert und h und x übersehen. Ja klar, dass war schon "Früher" so, dass man tatsächlich optisch sichbar bessere Qualitäten (Bewegungsdarstellung oder Lowlight) bei gleicher Datenrate mit x erreichen konnte als mit h und das zudem mit kleineren Dateienmengen. Aber Handbrake&Co sind im Grunde ausserhalb des kompletten Adobe-workflows und inzwischen für Otto-Normalanwender overdressed.
Bin mir nicht sicher: vor Jahren gab es sogar ein Plugin für Premiere?! Eine direkte Weiterleitung zum installierten Handbrake?! Irgendwann hat Adobe den Codec jedoch unterbunden...sodass ich es nicht mehr nutzen konnte.
Wie gesagt, für spezielle Arbeiten hat es sicher weiterhin seine Daseinsberechtigung. Inzwischen ist jedoch alles "Regelkonforme" so flott und qualitativ ausreichend gut...

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 15:11
von cantsin
blueplanet hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 14:08 Ich habe mich zu sehr auf CPU und GPU konzentriert und h und x übersehen. Ja klar, dass war schon "Früher" so, dass man tatsächlich optisch sichbar bessere Qualitäten (Bewegungsdarstellung oder Lowlight) bei gleicher Datenrate mit x erreichen konnte als mit h und das zudem mit kleineren Dateienmengen.


Das Thema bzw. die Namengebungen sind verwirrend, daher nochmal eine versuchte Klarstellung:

- h264/h265 sind keine Codecs, sondern Standards, auf deren Basis Codecs entwickelt werden können. Das ist dasselbe Prinzip wie bei einer Programmiersprache (wie z.B. C++) und einem Compiler für diese Sprache (wie der GNU GCC compiler oder Microsofts Visual C++). h264 wäre die Sprache, x264 einer - von vielen - Compilern für diese Sprache.
- Bzw.: x264, x265 sind hochqualitative h264- bzw. h265-standardkonforme Codecs aus der Open Source-Welt, die aber auch in diversen kommerziellen Anwendungen (Resolve, Plex...) genutzt werden.
- Adobe verwendet, in Premiere und Media Encoder, h264- und h265-konforme Software-Encoder, die ursprünglich von MainConcept lizenziert wurden.
- NVENC ist Nvidias Hardware-Encoder für h264-, h265- und AV1-konformes Video. AMDs Äquivalent heisst wohl (nachgeschlagen) VCN/AMF, Intels Äquivalent Quicksync.

Laut diesem Shootout ist x264 qualitativ klar besser als Adobes MainConcept-Encoder, allerdings ist der von 2012... Laut einem Reddit-Thread scheint das aber im Großen und Ganzen immer noch so zu sein. Für wen das eine wichtige Frage ist, der kann ja relativ einfach eigene Vergleichstests machen.

Aber Handbrake&Co sind im Grunde ausserhalb des kompletten Adobe-workflows und inzwischen für Otto-Normalanwender overdressed.
In der Open Source-Welt, und technisch gesehen, ist Handbrake ja nur eine GUI-Abstraktionsschicht oberhalb von x264, x265, SVT-AV1 und vielen anderen Open Source-Codecs, und zwar bereits eine Abstraktionsschicht zweiter Ordnung:

- Unterste Ebene: die "bare bones"-Codecs x264, x265, SVT-AV1. Im Prinzip kann man die auch als selbstständige Kommandozeilen-Programme nutzen. Man braucht dann unkomprimierte YUV-Videostreams als Ausgangsmaterial und encodiert direkt, "bare metal", mit dem originalen Codec-Computerprogramm und seinen jeweils eigenen (und z.T. extrem komplexen) Einstellungsparametern.

- Mittlere Ebene: ffmpeg. ffmpeg hat seine eigene Bibliothek "libavcodec", die von allen diesen Codecs - x264, x265, SVT-AV1 - abstrahiert und für sie eine einheitliche API bzw. ein einheitliches Interface zur Verfügung stellt.

Man kann sich das etwa so vorstellen wie jeden Codec als einen Auto-Motor mit eigener Technik und eigenen Einsatzgebieten (Diesel, Otto, Elektro, 2 Zylinder, 12 Zylinder, Kreiskolben etc.) und libavcodec als eine einheitliche Karrosserie für alle diese verschiedenen Motoren. Das ffmpeg-Kommandozeilenprogramm ist dann das Cockpit für diese Karrosserie.

- Obere Ebene: Handbrake, Shutter Encoder & Co. Im Prinzip nichts anderes als grafische Benutzeroberflächen bzw. alternative Cockpits für libavcodec, die auch nur einen kleinen Teil von deren Funktion zur Verfügung stellen, das aber sehr komfortabel und benutzerfreundlich. Wo das ffmpeg-Kommandozeilenprogramm eher dem Cockpit einer Boeing 747 enstpricht, entspricht Handbrake dem Cockpit eines VW Golf.

Handbrake ist damit eine direkte (Open Source-) Alternative zum Adobe Media Encoder, so, wie z.B. VLC eine direkte (Open Source-) Alternative zum Quicktime Player ist.
Bin mir nicht sicher: vor Jahren gab es sogar ein Plugin für Premiere?! Eine direkte Weiterleitung zum installierten Handbrake?!
Das ist Voukoder, das es auch für Resolve gibt. Das klinkt sich in Premiere bzw. Media Encoder ein und verwendet dann ffmpeg's libavcodec (und die darunterliegenden Open Source-Codecs wie x264 und x265) statt der Codecs, die Adobes eigene Engine anbietet.

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 21:06
von blueplanet
...herzlichen Dank, für die -wie-immer- fundierte Vermittlung der Fakten!!
Ich hatte mir zu DV-Zeiten ehemals die "Profi-Variante" des MainConcept gekauft. Kostete wohl um die 70DM und konnte das in Premiere dann direkt auch auswählen.

Ferner hatte ich später auch den original Cineform erstanden (um die 600€), damit auf die Jahrzehnte gesehen jedoch Schiffbruch erlitten.
Der support lief aus, damit gab es keine Möglichkeit mehr, es auf neuen Systmen zu lizensieren, zu aktivieren.

Ergo musste ich alle Dateien umkopieren nach (Adobe's) GoPro cineform...danach habe ich den Rechner verschrottet...

Jetzt nutze ich zum archivieren ProRes :))
Ist schon alles ein bisschen irre ;)

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 21:46
von vaio
cantsin hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 15:11
blueplanet hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 14:08 Ich habe mich zu sehr auf CPU und GPU konzentriert und h und x übersehen. Ja klar, dass war schon "Früher" so, dass man tatsächlich optisch sichbar bessere Qualitäten (Bewegungsdarstellung oder Lowlight) bei gleicher Datenrate mit x erreichen konnte als mit h und das zudem mit kleineren Dateienmengen.


Das Thema bzw. die Namengebungen sind verwirrend, daher nochmal eine versuchte Klarstellung:

- h264/h265 sind keine Codecs, sondern Standards, auf deren Basis Codecs entwickelt werden können. Das ist dasselbe Prinzip wie bei einer Programmiersprache (wie z.B. C++) und einem Compiler für diese Sprache (wie der GNU GCC compiler oder Microsofts Visual C++). h264 wäre die Sprache, x264 einer - von vielen - Compilern für diese Sprache.
- Bzw.: x264, x265 sind hochqualitative h264- bzw. h265-standardkonforme Codecs aus der Open Source-Welt, die aber auch in diversen kommerziellen Anwendungen (Resolve, Plex...) genutzt werden.
- Adobe verwendet, in Premiere und Media Encoder, h264- und h265-konforme Software-Encoder, die ursprünglich von MainConcept lizenziert wurden.
- NVENC ist Nvidias Hardware-Encoder für h264-, h265- und AV1-konformes Video. AMDs Äquivalent heisst wohl (nachgeschlagen) VCN/AMF, Intels Äquivalent Quicksync.

Laut diesem Shootout ist x264 qualitativ klar besser als Adobes MainConcept-Encoder, allerdings ist der von 2012... Laut einem Reddit-Thread scheint das aber im Großen und Ganzen immer noch so zu sein. Für wen das eine wichtige Frage ist, der kann ja relativ einfach eigene Vergleichstests machen.

Aber Handbrake&Co sind im Grunde ausserhalb des kompletten Adobe-workflows und inzwischen für Otto-Normalanwender overdressed.
In der Open Source-Welt, und technisch gesehen, ist Handbrake ja nur eine GUI-Abstraktionsschicht oberhalb von x264, x265, SVT-AV1 und vielen anderen Open Source-Codecs, und zwar bereits eine Abstraktionsschicht zweiter Ordnung:

- Unterste Ebene: die "bare bones"-Codecs x264, x265, SVT-AV1. Im Prinzip kann man die auch als selbstständige Kommandozeilen-Programme nutzen. Man braucht dann unkomprimierte YUV-Videostreams als Ausgangsmaterial und encodiert direkt, "bare metal", mit dem originalen Codec-Computerprogramm und seinen jeweils eigenen (und z.T. extrem komplexen) Einstellungsparametern.

- Mittlere Ebene: ffmpeg. ffmpeg hat seine eigene Bibliothek "libavcodec", die von allen diesen Codecs - x264, x265, SVT-AV1 - abstrahiert und für sie eine einheitliche API bzw. ein einheitliches Interface zur Verfügung stellt.

Man kann sich das etwa so vorstellen wie jeden Codec als einen Auto-Motor mit eigener Technik und eigenen Einsatzgebieten (Diesel, Otto, Elektro, 2 Zylinder, 12 Zylinder, Kreiskolben etc.) und libavcodec als eine einheitliche Karrosserie für alle diese verschiedenen Motoren. Das ffmpeg-Kommandozeilenprogramm ist dann das Cockpit für diese Karrosserie.

- Obere Ebene: Handbrake, Shutter Encoder & Co. Im Prinzip nichts anderes als grafische Benutzeroberflächen bzw. alternative Cockpits für libavcodec, die auch nur einen kleinen Teil von deren Funktion zur Verfügung stellen, das aber sehr komfortabel und benutzerfreundlich. Wo das ffmpeg-Kommandozeilenprogramm eher dem Cockpit einer Boeing 747 enstpricht, entspricht Handbrake dem Cockpit eines VW Golf.

Handbrake ist damit eine direkte (Open Source-) Alternative zum Adobe Media Encoder, so, wie z.B. VLC eine direkte (Open Source-) Alternative zum Quicktime Player ist.
Bin mir nicht sicher: vor Jahren gab es sogar ein Plugin für Premiere?! Eine direkte Weiterleitung zum installierten Handbrake?!
Das ist Voukoder, das es auch für Resolve gibt. Das klinkt sich in Premiere bzw. Media Encoder ein und verwendet dann ffmpeg's libavcodec (und die darunterliegenden Open Source-Codecs wie x264 und x265) statt der Codecs, die Adobes eigene Engine anbietet.


Oft sind deine Erklärungen richtig gut. Allerdings wenn es ins Detail geht, verzettelst du dich einmal mehr (Motorenvergleich, Ebenen… Puuh, bitte nicht nochmal).
Das Unternehmen „MainConcept“ ist 2026 ein anderes, als es z.B. 2012 war - um einmal deine Verlinkung mit dem Vergleich von 2012 aufzugreifen. Seit ein paar Jahren gibt es z.B. offizielle Plugins für FFmpeg, allerdings nicht seit 2012. 😉

https://www.mainconcept.com/ffmpeg#try-free

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Mi 01 Jul, 2026 21:53
von vaio
blueplanet hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 21:06 ...herzlichen Dank, für die -wie-immer- fundierte Vermittlung der Fakten!!
Ich hatte mir zu DV-Zeiten ehemals die "Profi-Variante" des MainConcept gekauft. Kostete wohl um die 70DM und konnte das in Premiere dann direkt auch auswählen.

Ferner hatte ich später auch den original Cineform erstanden (um die 600€), damit auf die Jahrzehnte gesehen jedoch Schiffbruch erlitten.
Der support lief aus, damit gab es keine Möglichkeit mehr, es auf neuen Systmen zu lizensieren, zu aktivieren.

Ergo musste ich alle Dateien umkopieren nach (Adobe's) GoPro cineform...danach habe ich den Rechner verschrottet...

Jetzt nutze ich zum archivieren ProRes :))
Ist schon alles ein bisschen irre ;)

Ich bin mir sicher, dass das einige andere Foristen ebenfalls bekannt war. Ohne sich zu verzetteln. :-)
(alternativ einmal mindestens 10 Jahre, bzw. eher 20 zurück ins Forum)

Re: h.266 Erfahrungen?

Verfasst: Do 02 Jul, 2026 15:54
von cantsin
vaio hat geschrieben: Mi 01 Jul, 2026 21:46 Oft sind deine Erklärungen richtig gut. Allerdings wenn es ins Detail geht, verzettelst du dich einmal mehr (Motorenvergleich, Ebenen… Puuh, bitte nicht nochmal).
Vielleicht hätte ich lieber gleich ein Diagramm posten sollen, statt das ganze umständlich in Worte zu fassen. Hier mal in Claude gepromptet:

codec_diagramm_deutsch_weisser_hintergrund.png