MaxSchreck hat geschrieben: ↑Mo 01 Jun, 2026 11:02
Und der Gegenwind folgt direkt:
Via der Financial Times argumentiert mit Wolf Osthaus der Senior Global Affairs Director von Netflix Deutschland:
"Wenn Regulierungsmaßnahmen letztendlich Investitionen in ambitionierte Projekte erschweren und infolgedessen insgesamt weniger Titel produziert werden, nützt das weder dem Publikum noch dem Produktionsstandort.
Es besteht die Gefahr, dass große, ambitionierte Projekte wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind, da sich derart hohe Budgets oft nicht durch Co-Finanzierung aufbringen lassen."
Hab mal reingeschaut...ist der Gesetzesentwurf nicht im grunde völlig Banane? Da steht drin, daß die Produktionen
in der EU passieren sollen: "Statuierung einer gesetzlichen Investitionsverpflichtung in Höhe von acht Prozent des jährlichen Nettoumsatzes in europäische audiovisuelle Werke." Slashcam schreibt im Artikel aber: "Damit soll verhindert werden, dass durch Streaming-Abos zwar viel Geld in Deutschland eingenommen wird, die gezeigten Filme aber in anderen, günstigeren Ländern produziert werden und die deutsche Filmbranche dabei leer ausgeht." WTF? "Im Westen nichts neues" z.B. wurde in einem günstigeren Land gdreht, in Tschechien, also in der EU. Was soll sich mit so einem Quatschgesetz dann ändern?
Ich moechte nicht Bruellen aber da Ich gerade mitten in genau diesen Karren sitze...
Das Wichtigste, was die da oben wirklich nachholen müssen, sind attraktive lokalgebundene buerokratisch einfache Steueranreize. Aktuell ist es einfach deutlich lukrativer, einen Film beispielsweise hier in Spanien, insbesondere auf den Kanaren, zu produzieren.
https://canaryislandsfilm.com/en/incentivos/ oder Südtirol…
https://mycivis.civis.bz.it/de/Services ... l/?id=1909
Die Serie Oderbruch wurde mit öffentlich-rechtlichen Geldern (also deutschen Rundfunkgebühren & Steuergeldern) finanziert und dennoch hier in Spanien bzw. auf den Kanaren gedreht, weil die finanziellen Rahmenbedingungen deutlich attraktiver waren.
https://the-spot-mediafilm.com/tv/erfol ... d3d98992f0
In DE wäre die gar nicht erst umgesetzt worden… da hat Herr Osthaus halt recht.
Es ist leider beispielsweise wirtschaftlicher Selbstmord oder mindest totaler Haarausfall, heute noch auf die Idee zu kommen, aktuell einen ganzen Film in Berlin oder Hamburg zu drehen (Hatte selbst 2023/24 zuletzt in Berlin gedreht und bin mit Schimpfwoerter, langen Genehmigungsprozessen & Eiern beworfen worden...) Die Genehmigungskosten und der damit verbundene Aufwand sind inzwischen so absurd hoch, (Von Locationmieten im 5 stelligen Tagesberreich… verkakeimert durch die gentrifizierung einer Erbengeneration und weil Werbeproduktionen einst soviel zahlten, also genau die Gruppe die jetzt auf KI setzen…) dass allein diese Hürden es extrem schwierig machen, einen Film auf demselben Niveau wie eine spanische, italienische, griechische oder rumänische Produktion umzusetzen.
Selbst Österreich ist da lukrativer… gern wird zZ auch Südtirol angepeilt… Der Bozen-Krimi u.s.w… deutsche Fernsehproduktionen… aber ja… Filmpersonal was deutschsprachig ist und was nicht Förderstandort relevant ist wurde deshalb auch u.a.in diese gegenden "gelockt bzw an & abgeworben"…
Das betrifft alles aber nicht nur die Filmwirtschaft… Deutschlands Industrie wandert ja in grossen Teilen schon aus selben Gründen gerade ab… und leider tun sich viele Wohlstandsverwahrloste ziemlich schwer damit sich entweder Kostenseitig wieder etwas nach unten oder Qualitaetsmaessig nach oben zu korrigieren… aber Qualität & Preis/Leistung sind in Deutschland leider & das ist wichtig zu erkennen etwas aus den Ankern gerutscht…
Ich meine Ich hab hier pünktlichere & saubere Züge und weniger beschmierte Bahnhöfe in Sevilla & Madrid als Ich das von DE kenne… und freundlicher sind die Menschen oft auch noch… komisch… DE bzw die deutschen muessen da jetzt dringend mal "anpacken" und man tut da leider zusehr auf die verwöhnten Kleingarten Rentner im Wahlkreis hören… die ja selbst auch zunehmend auswandern um ihren Lebensabend auf Malle zu leben wärend der Nachwuchs mit Zukunftsängsten konfrontriert wird.
Wenn die jetzt auch auf den deutschen Bildschirmen nur noch DolceVita, glückliche Gesichter unter Palmen, Strände & das leider doch gut funktionierende Ausland sehen wirds kompliziert… Ich meine frueher hat man da bewusst wilde Leute mit Businessplan Currywurstbude ohne Sprachkenntnisse, Gastroerfahrung und Ruecklagen rausgesucht und im TV beim scheitern vorgefuehrt um die arbeitswilligen Leute davon abzuhalten.
Alleine in diesem Sinne muss man da was machen von Regierungsseite her… sonst wollen auch die Wehrfähigen noch weg… und ganz ehrlich KI & Zukunftsstandort etc…… ob einer in Berlin, Talin, Stockholm, NewYork, Madrid oder sonst wo sein KI krams promptet ändert auch nur wenig am Endergebnis…da entscheiden die Lebenshaltungskosten den Marktpreis & Selbstständigkeit in Deutschland ist mitlerweile der bürokratische Wahnsinn bzw. für viele Kreativ & Medienschaffende ohne KSK eigentlich sogar wirtschaftlicher Selbstmord da wuerde selbst die Currywurstbude auf Malle wahrscheinlich stabiler stehen.
Tschechien ist mittlerweile gar nicht mehr so viel günstiger zumindest nicht mehr in Prag. Tatsächlich arbeiten wir sogar hier in Spanien immer öfters mit Teams aus Prag zusammen, die aus genau diesen finanziellen anreiz Gründen lieber hier in Spanien drehen. Und dieser Anreiz ist nunmal das "Steuermodell"… und der mögliche Spielraum in der EU. Estland, Lettland, Littauen sind auch gerne genommen, insb Vilnius aber da spielt die Wetterplanbarkeit leider nicht immer so gut mit und die etwas gedämpfte geopolitische Stimmung seit 2022…
Anyway Ich will nur sagen… Deutschland muss da leider wirklich noch einiges "mehr" bieten und machen und auch generell auch steuerlich zumindest die Anreize bringen die es auch im (für die Manager & Hosentaschenpoltiker so bös links regierten Spanien) EU Ausland mitlerweile gibt. Wo Oekostrom und mehr Lobbykontrolle fuer guenstige Energie sorgt... Dann darf es halt nicht sein das es in Deutschland teurer ist und dafür auch noch weniger bietet… stellt man sich dann noch vor was mit der Branche passiert wenn die Afd die Rundfunkgebuehren ganz abschafft... dann Gute Nacht.
Aber bitte wer geht denn freiwillig gerne Filterkaffe für 3€+ von ner genervten Berlinerin kaufen wenn es nebenan ne belebte tapas Bar mit Siebträger Espresso für 70cent gibt…? (Was es tut sorry!) Also noch viel zu tun es gibt… momentan performen leider nur Münchens & Erlangens Wirtschafts & Lebensqualitätsmodelle noch etwas konkurrenzfähig…