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Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH



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Nigma1313
Beiträge: 342

Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Nigma1313 »

Liebes Forum,

spannende, klassische Frage: Wie gut ist der deutsche Film? Ist er eventuell sogar etwas unterschätzt? Spannender Impuls von Kultregisseur Roland Emmerich:



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

Schlöndorff spricht vom "europäischen Film". Oder auch davon, dass es im Zeitalter von Streaming den Zuschauern letztlich egal ist, woher ein Film kommt, sie wollen einfach einen guten Film sehen. https://www.ndr.de/kultur/film/regie-le ... f-102.html



iasi
Beiträge: 31362

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von iasi »

Drushba hat geschrieben: Mo 25 Mai, 2026 23:39 Schlöndorff spricht vom "europäischen Film". Oder auch davon, dass es im Zeitalter von Streaming den Zuschauern letztlich egal ist, woher ein Film kommt, sie wollen einfach einen guten Film sehen. https://www.ndr.de/kultur/film/regie-le ... f-102.html
Sie wollen auch einen interessanten Film sehen, die Zuschauer.

Thomas Mann und seine Tochter Erika reisen durch das Nachkriegsdeutschland.
Das ist die "Handlung" eines aktuellen deutschen Filmes. Wird er damit wohl mehr als 300.000 Zuschauer ansprechen und ins Kino locken?



Bluboy
Beiträge: 5779

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Bluboy »

iasi hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 00:19 Thomas Mann und seine Tochter Erika reisen durch das Nachkriegsdeutschland.
Das ist die "Handlung" eines aktuellen deutschen Filmes. Wird er damit wohl mehr als 300.000 Zuschauer ansprechen und ins Kino locken?
Paweł Pawlikowski wird dem deutschen Film bestimmt auf die Beine helfen ;)



7River
Beiträge: 5080

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 7River »

Bluboy hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 07:12
…dem deutschen Film bestimmt auf die Beine helfen…
Dem ist nicht mehr auf die Beine zu helfen ;-)

„Jedes Land hat seine eigenen Filme.“ Deutschland hat seine Problem-Filme, Filme über gesellschaftliche Probleme. Das ist schön und gut und solche Filme muss es auch geben, aber vor allem soll ein Film doch den Zuschauer in eine andere Welt entführen, wo er die Realität für eine gewisse Zeit entfliehen kann. Ein Film soll in erster Linie unterhalten.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



MaxSchreck
Beiträge: 547

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von MaxSchreck »

Bluboy hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 07:12
iasi hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 00:19 Thomas Mann und seine Tochter Erika reisen durch das Nachkriegsdeutschland.
Das ist die "Handlung" eines aktuellen deutschen Filmes. Wird er damit wohl mehr als 300.000 Zuschauer ansprechen und ins Kino locken?
Paweł Pawlikowski wird dem deutschen Film bestimmt auf die Beine helfen ;)
Ein Pole, der seit fast 50 Jahren in England lebt und DAS momentane deutsche Gesicht, die olle Sandra Hüller (wo sind wir seit Marlene Dietrich bloß hingesunken...) bei der ich davon ausgehe, daß sie mit ihrem Hamstergesicht bald sicher die Merkel spielen wird...Prost Mahlzeit, so sieht deutscher Film 2026 aus...



iasi
Beiträge: 31362

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von iasi »

7River hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 07:43
Bluboy hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 07:12
…dem deutschen Film bestimmt auf die Beine helfen…
Dem ist nicht mehr auf die Beine zu helfen ;-)

„Jedes Land hat seine eigenen Filme.“ Deutschland hat seine Problem-Filme, Filme über gesellschaftliche Probleme. Das ist schön und gut und solche Filme muss es auch geben, aber vor allem soll ein Film doch den Zuschauer in eine andere Welt entführen, wo er die Realität für eine gewisse Zeit entfliehen kann. Ein Film soll in erster Linie unterhalten.
Es sind ja nicht einmal gesellschaftliche Probleme, die der deutsche Film thematisiert.
Es sind persönliche Probleme, die man mir als bedeutend verkaufen möchte.

Da kommt dann z.B. eine Frau in mittlerem Alter in eine Lebenskrise und da sie von einer Schauspielerin sehr intensiv gespielt wird, muss das doch Millionen ins Kino locken.

Oder wie wäre es mit einem Jugendlichen, der bemerkt, dass er doch eigentlich ein Mädchen ist. Dramatisch und sicherlich ein Publikumsmagnet. Zumal der Jugendliche einen jüdischen Großvater hat.

Und ganz besonders kulturell: Ein bekannter Autor reist durch Deutschland.

Im 30jährigen Krieg gibt sich eine Frau als Mann aus. Natürlich in Schwarz-Weiß, denn es spielt ja in der Vergangenheit, als es noch keine Farbe gab.
...



Bildlauf
Beiträge: 3209

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Bildlauf »

7River hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 07:43
„Jedes Land hat seine eigenen Filme.“
Das ist mir auch hängen geblieben.
So etwas kann eine Chance oder aber auch ein Problem sein. Je nachdem was man draus macht aus dieser Erkenntnis.

Es gibt ja die Fragestellungen, welches Thema wird gewählt/Drehbuch und dann die Produktionsmethoden.



Jott
Beiträge: 24367

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Jott »

Interessant auch das deutsche Road-Movie „Mit 300 und ner GoPro“. Es muss nicht immer ein Problemfilm sein.



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

iasi hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 10:11
Es sind ja nicht einmal gesellschaftliche Probleme, die der deutsche Film thematisiert.
Es sind persönliche Probleme, die man mir als bedeutend verkaufen möchte.
Das ist für mich das tatsächliche Problem des deutschen Films: belanglose, bürgerliche Kacke. Es ist die abgehobene Empathielosigkeit der Bürgerkinder, die sich für das Politische zu fein sind. Wir leben in einer Welt, die auseinanderfliegt. Da möchte man als Arthouse-Begeisterter doch wenigstens eine gute Verhandlung der Gegenwart auf der Leinwand sehen. Stattdessen dieser unsägliche, unempathische Beziehungs-Mist aus dem Elfenbeiturm, mit dem uns die bürgerliche Klasse aus München, Düsseldorf, Spaichingen und Bad Bergzabern immer wieder langweilt.

Berthold Brecht hätte im übertragenen Sinne gesagt, es ist rechts, in einer Zeit des drohenden Faschismus Beziehungsdramen auf die Leinwand zu bringen, weil man mit all den dafür notwendigen Mitteln, die man fürs Nichtige in den Sand setzt, auch noch verschweigt und davon ablenkt, was zu diskutieren notwendig ist.

Film kann so viel mehr sein als Unterhaltung, aber in Deutschland zugleich auch so viel weniger...



72cu
Beiträge: 83

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 72cu »

Leider habe ich weder Einblick in die Branche noch in die Finanzierung durch Förderung und Koproduktion mit dem Öffentlich Rechtlichen Rundfunk. In Bezug auf den Deutschen Film habe ich daher nur eine Vermutung: Ich glaube, dass Filmförderung und Öffentlich Rechtliche nur so etwas fördern und produzieren, das der Staat gerne sieht. Der Bürger soll glauben, dass es ihm im Vergleich zu anderen doch so gut geht, und dass der (Rechts-)Staat alles in Ordnung hält. Das ist durchaus ein Stück Gehirnwäsche. Man schaue doch nur einmal, wie viele Kriminalfilme produziert werden, und was zeigen die... die Täter werden eigentlich immer erwischt. Ich glaube nicht, dass die Filmförderung oder der Öffentlich Rechtliche Rundfunk einen Film wie Dirty Harry fördern bzw. produzieren würde - derartige Stoffe gäbe es viele.



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

72cu hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 17:56 Leider habe ich weder Einblick in die Branche noch in die Finanzierung durch Förderung und Koproduktion mit dem Öffentlich Rechtlichen Rundfunk. In Bezug auf den Deutschen Film habe ich daher nur eine Vermutung: Ich glaube, dass Filmförderung und Öffentlich Rechtliche nur so etwas fördern und produzieren, das der Staat gerne sieht. Der Bürger soll glauben, dass es ihm im Vergleich zu anderen doch so gut geht, und dass der (Rechts-)Staat alles in Ordnung hält. Das ist durchaus ein Stück Gehirnwäsche. Man schaue doch nur einmal, wie viele Kriminalfilme produziert werden, und was zeigen die... die Täter werden eigentlich immer erwischt. Ich glaube nicht, dass die Filmförderung oder der Öffentlich Rechtliche Rundfunk einen Film wie Dirty Harry fördern bzw. produzieren würde - derartige Stoffe gäbe es viele.
So gehen Verschwörungstheorien, die immer dem Muster folgen, dass eine dunkle, böse Macht alles steuert. Das steht für den Bullshit der Faschisten. Und nein, genau das ist es IMHO nicht.



7River
Beiträge: 5080

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 7River »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 17:28
Das ist für mich das tatsächliche Problem des deutschen Films: belanglose, bürgerliche Kacke.
Und die besseren deutschen Filme werden nicht gesehen, weil die Meinung vorherrscht, der deutsche Film würde schlecht sein.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“



iasi
Beiträge: 31362

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von iasi »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 17:28
iasi hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 10:11
Es sind ja nicht einmal gesellschaftliche Probleme, die der deutsche Film thematisiert.
Es sind persönliche Probleme, die man mir als bedeutend verkaufen möchte.
Das ist für mich das tatsächliche Problem des deutschen Films: belanglose, bürgerliche Kacke. Es ist die abgehobene Empathielosigkeit der Bürgerkinder, die sich für das Politische zu fein sind. Wir leben in einer Welt, die auseinanderfliegt. Da möchte man als Arthouse-Begeisterter doch wenigstens eine gute Verhandlung der Gegenwart auf der Leinwand sehen. Stattdessen dieser unsägliche, unempathische Beziehungs-Mist aus dem Elfenbeiturm, mit dem uns die bürgerliche Klasse aus München, Düsseldorf, Spaichingen und Bad Bergzabern immer wieder langweilt.

Berthold Brecht hätte im übertragenen Sinne gesagt, es ist rechts, in einer Zeit des drohenden Faschismus Beziehungsdramen auf die Leinwand zu bringen, weil man mit all den dafür notwendigen Mitteln, die man fürs Nichtige in den Sand setzt, auch noch verschweigt und davon ablenkt, was zu diskutieren notwendig ist.

Film kann so viel mehr sein als Unterhaltung, aber in Deutschland zugleich auch so viel weniger...
Wenn du das Problem in die bürgerliche Ecke drängst, erfasst du aber nicht das ganze Bild.

Es scheint mir eher so, dass man den Zuschauer aus den Augen verloren hat. Ich vermisse meist die Mühe, Zuschauer zu gewinnen und zu fesseln. Entweder man redet sich mit "Filmkunst" heraus und entspannt sich im Förderungsnetz oder man versucht den leichten Weg und möchte sich vom Erfolg der Vorlage tragen lassen - sei es Buch-Bestseller oder TV-Erfolgsshow.



72cu
Beiträge: 83

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 72cu »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 18:06 So gehen Verschwörungstheorien, die immer dem Muster folgen, dass eine dunkle, böse Macht alles steuert. Das steht für den Bullshit der Faschisten. Und nein, genau das ist es IMHO nicht.
Was Du schreibst, hat nichts mit dem von mir geschriebenen zu tun.
Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Und das allermeiste, was man als Verschwörungstheorie sehen kann, ist eine solche, und Unsinn.
Glaubst Du wirklich, dass nur Diktaturen die Medien nutzen, um die Bevölkerung zu manipulieren? - "Manipulation" soll hier nicht nur für negatives gelten. Es gibt auch Manipulation die irgendwie gut ist, für manche, viele oder alle angesprochenen. Aber sie weicht eben von der Realität ab.



MaxSchreck
Beiträge: 547

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von MaxSchreck »

7River hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 18:16
Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 17:28
Das ist für mich das tatsächliche Problem des deutschen Films: belanglose, bürgerliche Kacke.
Und die besseren deutschen Filme werden nicht gesehen, weil die Meinung vorherrscht, der deutsche Film würde schlecht sein.
Welche wären das? Ich meine heute?



MaxSchreck
Beiträge: 547

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von MaxSchreck »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 18:06 So gehen Verschwörungstheorien, die immer dem Muster folgen, dass eine dunkle, böse Macht alles steuert. Das steht für den Bullshit der Faschisten. Und nein, genau das ist es IMHO nicht.
...alter Schalter... LOL



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

72cu hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 19:00
Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 18:06 So gehen Verschwörungstheorien, die immer dem Muster folgen, dass eine dunkle, böse Macht alles steuert. Das steht für den Bullshit der Faschisten. Und nein, genau das ist es IMHO nicht.
Was Du schreibst, hat nichts mit dem von mir geschriebenen zu tun.
Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Und das allermeiste, was man als Verschwörungstheorie sehen kann, ist eine solche, und Unsinn.
Glaubst Du wirklich, dass nur Diktaturen die Medien nutzen, um die Bevölkerung zu manipulieren? - "Manipulation" soll hier nicht nur für negatives gelten. Es gibt auch Manipulation die irgendwie gut ist, für manche, viele oder alle angesprochenen. Aber sie weicht eben von der Realität ab.
Ich glaube nicht, dass jemand gezielt und flächendeckend den öffentlichen Rundfunk nutzt, um die Bevölkerung zu „manipulieren”. Das wäre auch gar nicht möglich. Der ÖR ist unabhängig und wird deshalb auch unabhängig vom Zugriff der Politik durch eine von der Politik weitgehend unantastbare Abgabe finanziert. Das System eines kritischen, unabhängig finanzierten Rundfunks wurde nach dem Krieg ja eben gerade deshalb eingeführt, um Manipulationsmechanismen durch die Politik die Grundlage zu entziehen (das weiß auch die AfD und giftet dagegen aus allen Rohren, weil sie den ÖR als Ganzes eben nicht in ihre Richtung drehen können wird). Allerdings sind auch ÖR-Angestellte den Parteien zugetan oder zugehörig und teilen deren Haltungen, was sich dann auch in verschieden gelagerten Sendungen widerspiegelt. Radio Bremen ist eher links, weil Bremen eine Arbeiterstadt ist, der BR eher rechts, weil Bayern eher -ähm- bäuerlich-konservativ (?) ist ("das Sein bestimmt das Bewusstein" - hier kommts hin.))

Die Ausrichtung erfolgt also mehr oder weniger auf der Grundlage der Vorbildung der Mitarbeitenden. Meine Erfahrung: So gut wie alle haben Abitur und somit ein ähnliches Basiswissen, das in der Schule vermittelt wurde. Im politischen Bereich ist es das Wissen um die Gewaltenteilung, die Funktionsweise des bundesdeutschen Staates, den Gegensatz von Rechts- und Sozialstaat, die Unabhängigkeit der Justiz – eben alles, was in der Oberstufe diskutiert wurde. Dazu gehört auch das Wissen um die deutsche Geschichte sowie der soziale und ökologische Grundkonsens. Das ist die Entscheidungsbasis der ÖR-Angestellten, sofern sie nicht noch ein weiterführendes Studium absolviert haben und dieses Wissen einbringen.

Zu behaupten, diese Menschen wollten manipulieren, nur weil sie entlang eines Konsenswissens agieren, ist IMHO so, als würde man behaupten, "alle Mathelehrer" würden "unter einer Decke stecken", nur weil sie uns alle die gleiche Algebra „propagieren”. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Sie bringen uns das gleiche bei, weil es faktisch nachprüfbares Wissen ist. Das ist auch der Kultur- und Bildungsauftrag des ÖR: Fakten statt Demagogie... und genau deshalb wird er von den Populisten angegriffen (meist mit dem Vorwurf einer "Manipulation"), weil er sich diesen Typen schon durch pure Wissensvermittlung in den Weg stellt. Klar, niemand ist heilig, vieles kann von vielen Seiten betrachtet werden, aber dennoch gibt es einen bundesdeutschen Konsens in der Allgemeinbildung, der sich auch im ganzen Spektrum des ÖR abbildet.



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

iasi hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 18:52
Wenn du das Problem in die bürgerliche Ecke drängst, erfasst du aber nicht das ganze Bild.
Ich befürchte, das ist schon der ganze Grund. Wenn im Leben der Mittelschicht bis Upperclass alles in gesicherten Bahnen verläuft, dann macht man sich mit Politik nicht die Hände schmutzig, eckt nicht an. Diese Lebenshaltung haben die bundesdeutschen Wirtschaftswachstumsspießer ja in den 50ern entwickelt, in den 60ern vorgelebt und seither anerzogen: Mund halten, arbeiten, nach Capri fahren (heute: Mund halten, arbeiten, MediaMarkt, Thailand/social-media Erlebnistour mit Gopro(?)). Das prägt sicher auch die Themenfindung.

Wenn alle Macherinnen und Macher aus der gleichen ökonomischen Schicht stammen, in der sich Katastrophen eher in Beziehungen widerspiegeln oder in Räuberpistolen projiziert werden, dann kommt auch nichts anderes dabei heraus. Das Sein bestimmt das Bewusstsein... bzw. "sollen sie doch Kuchen essen, ich mach e-Kultur" als bürgerliche Grundhaltung.

Da fand ich den Osten und Ostfilme/Literatur früher besser, wacher, bis er dann gekentert ist, aber das ist ein anderes Thema. ;-)



MaxSchreck
Beiträge: 547

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von MaxSchreck »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:36 Da fand ich den Osten und Ostfilme/Literatur früher besser, wacher, bis er dann gekentert ist, aber das ist ein anderes Thema. ;-)
... und Zack! Da kommt er endlich raus mit seinem eigenen Bullshit . Die großartige DDR also... so ein Schwachsinn.



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

MaxSchreck hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:43
Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:36 Da fand ich den Osten und Ostfilme/Literatur früher besser, wacher, bis er dann gekentert ist, aber das ist ein anderes Thema. ;-)
... und Zack! Da kommt er endlich raus mit seinem eigenen Bullshit . Die großartige DDR also... so ein Schwachsinn.
Nö, ich glaube eher, Du hast eine blaune Weltsicht. Die DDR ist seit 36 Jahre Geschichte. Ostfilme, die genau das aufarbeiten oder die Wendesituation reflektieren, gibt es erst seither. Zumal viele Film- und Literaturschaffende aus dem Osten, die in den Neunzigern und Nullerjahren drehten und schrieben, zu Ostzeiten kritisch bis oppositionell waren und sich gerade in jüngerer Zeit gegen die Stasi-AfD gewendet haben.



72cu
Beiträge: 83

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 72cu »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 20:45 Ich glaube nicht, dass jemand gezielt und flächendeckend den öffentlichen Rundfunk nutzt, um die Bevölkerung zu „manipulieren”. [...]
Was Du schreibst, ist die halbe Wahrheit. Nämlich der Teil, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Die andere Hälfte ist, dass dann und wann ein Fräulein vom Geheimdienst bei den Entscheidungsträgern vorbei schaut.



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

72cu hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 22:09
Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 20:45 Ich glaube nicht, dass jemand gezielt und flächendeckend den öffentlichen Rundfunk nutzt, um die Bevölkerung zu „manipulieren”. [...]
Was Du schreibst, ist die halbe Wahrheit. Nämlich der Teil, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Die andere Hälfte ist, dass dann und wann ein Fräulein vom Geheimdienst bei den Entscheidungsträgern vorbei schaut.
Meine Güte, was für ein niveauloser Quark... wahr ist, dass irgendwo irgendjemand Geld damit verdient, so einen Blödsinn in die Welt zu setzen, der dann fleissig geklickt und geteilt wird...

Bin raus für heute.
Zuletzt geändert von Drushba am Di 26 Mai, 2026 22:23, insgesamt 1-mal geändert.



72cu
Beiträge: 83

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 72cu »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 22:20
72cu hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 22:09
Was Du schreibst, ist die halbe Wahrheit. Nämlich der Teil, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Die andere Hälfte ist, dass dann und wann ein Fräulein vom Geheimdienst bei den Entscheidungsträgern vorbei schaut.
Meine Güte, was für ein niveauloser Quark... wahr ist, fass irgendwo irgendjemand Geld damit verdient, so einen Blödsinn in die Welt zu setzen, der dann fleissig geklickt und geteilt wird...

Bin raus für heute.
Wenn Du meinst...



MaxSchreck
Beiträge: 547

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von MaxSchreck »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:45
MaxSchreck hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:43

... und Zack! Da kommt er endlich raus mit seinem eigenen Bullshit . Die großartige DDR also... so ein Schwachsinn.
Nö, ich glaube eher, Du hast eine blaune Weltsicht. Die DDR ist seit 36 Jahre Geschichte. Ostfilme, die genau das aufarbeiten oder die Wendesituation reflektieren, gibt es erst seither. Zumal viele Film- und Literaturschaffende aus dem Osten, die in den Neunzigern und Nullerjahren drehten und schrieben, zu Ostzeiten kritisch bis oppositionell waren und sich gerade in jüngerer Zeit gegen die Stasi-AfD gewendet haben.
Die AfD kann mich wie alle Parteien kräftig am Du-weisst-schon lecken Du DDR Fan, 36 Jahre später und noch immer treu auf Linie :-D



7River
Beiträge: 5080

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von 7River »

MaxSchreck hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 20:17
Welche wären das? Ich meine heute?
„Kriegerin“,“Girl you know it‘s true“,“Brick“,“Der Fuchs“,“Blood and Gold“,“Blood Red Sky“,“Bark – Nichts bleibt verborgen“,…

Man hört und liest ja immer wieder: Deutsche Filme sind einfach schlecht. Ich schaue aus Prinzip keine deutschen Filme.

Ich bin halt der Meinung, dass das bei diesen Filmen nicht zutrifft – und sie durch die vorherrschende Meinung nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen müssten. Sie gehen quasi unter. Zumal sie viel, viel besser als „MantaManta 2“ oder das „Kanu des Manitus“ sind.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“
Zuletzt geändert von 7River am Di 26 Mai, 2026 23:34, insgesamt 2-mal geändert.



iasi
Beiträge: 31362

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von iasi »

Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:36
iasi hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 18:52
Wenn du das Problem in die bürgerliche Ecke drängst, erfasst du aber nicht das ganze Bild.
Ich befürchte, das ist schon der ganze Grund. Wenn im Leben der Mittelschicht bis Upperclass alles in gesicherten Bahnen verläuft, dann macht man sich mit Politik nicht die Hände schmutzig, eckt nicht an. Diese Lebenshaltung haben die bundesdeutschen Wirtschaftswachstumsspießer ja in den 50ern entwickelt, in den 60ern vorgelebt und seither anerzogen: Mund halten, arbeiten, nach Capri fahren (heute: Mund halten, arbeiten, MediaMarkt, Thailand/social-media Erlebnistour mit Gopro(?)). Das prägt sicher auch die Themenfindung.

Wenn alle Macherinnen und Macher aus der gleichen ökonomischen Schicht stammen, in der sich Katastrophen eher in Beziehungen widerspiegeln oder in Räuberpistolen projiziert werden, dann kommt auch nichts anderes dabei heraus. Das Sein bestimmt das Bewusstsein... bzw. "sollen sie doch Kuchen essen, ich mach e-Kultur" als bürgerliche Grundhaltung.

Da fand ich den Osten und Ostfilme/Literatur früher besser, wacher, bis er dann gekentert ist, aber das ist ein anderes Thema. ;-)
Ja und nein.
Filme, die mehr versuchen, als nur zu unterhalten, finden doch auch in D Zuschauer, wenn sie ordentlich vermarktet werden.
Aber solche Filme sollten dann auch den Zuschauer abholen und packen wollen, denn nicht viele würden sich gerne 2 Stunden lang eine Person in einem Sessel ansehen, die ein Buch liest.



MaxSchreck
Beiträge: 547

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von MaxSchreck »

Der deutsche Film ist eine Skurrilität. Auf der ganzen übrigen Welt wollen die Filmproduzenten die Zuschauer unterhalten, mit Neuem überraschen oder schlichtweg ihre Kunst mehr oder minder radikal auf die Leinwand bringen (Herzog, Fassbinder, Wenders etc.). Bis vor einigen Jahrzehnten hat man das auch hier gewollt und gekonnt. Aber dann haben sich TV(ÖR) und Film Stück für Stück unisono in eine völlige Traumwelt verabschiedet und produzieren in der Mehrheit Schwachsinn, den die Entscheider und ihr Gefolge noch nicht einmal selbst sehen möchten. Ziel ist nicht mehr Unterhaltung, sondern Belehren und der Welt zeigen, daß man zu den Guten gehört - während hier immer mehr blau gewählt wird! Denn es ist doch komisch: Das Feuilleton rezensiert und lobt selbst den letzten Quatsch - Tom Tykwer`s "Das Licht" ist die teuerste Krönung in jüngster Zeit, aber offenbar gehen sie dafür selbst NICHT ins Kino. Komisch, daß so ein Film ein Totalflop wurde - wo waren denn die ganzen Linientreuen, die stets " Das Richtige™ " tun und denken? Am Ende läuft es darauf hinaus, daß sich Nieten und Politiker (oh, eigentlich doppelt gemoppelt...) zusammengefunden haben wo die Kohle sitzt und teilen es sich in aller Seelenruhe unter sich auf, ganz egal wie beschissen die Zuschauerzahlen auch sein mögen. Nebenbei ziehen sie sich den Nachwuchs heran, der (natürlich) sorgfältig kuratiert, ins System eingelassen wird - ich spreche aus Erfahrung, habe mit einigen Studentenfilmen zu tun gehabt, die immer nur dieselben Filme von kaputten Familien und geschiedenen Ehefrauen u. dgl. erzählen wollen...



Drushba
Beiträge: 2724

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von Drushba »

MaxSchreck hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 22:30
Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 21:45

Nö, ich glaube eher, Du hast eine blaune Weltsicht. Die DDR ist seit 36 Jahre Geschichte. Ostfilme, die genau das aufarbeiten oder die Wendesituation reflektieren, gibt es erst seither. Zumal viele Film- und Literaturschaffende aus dem Osten, die in den Neunzigern und Nullerjahren drehten und schrieben, zu Ostzeiten kritisch bis oppositionell waren und sich gerade in jüngerer Zeit gegen die Stasi-AfD gewendet haben.
Die AfD kann mich wie alle Parteien kräftig am Du-weisst-schon lecken Du DDR Fan, 36 Jahre später und noch immer treu auf Linie :-D
Lustig, wenn ich vom Osten spreche, meine ich Berlin, Brandenburg, Sachsen usw., während du scheinbar nur die DDR und möglicherweise noch Ostpreußen meinst. Zudem: Wenn ich von früher spreche, meine ich wie oben dargestellt die 90er und Nullerjahre bis eventuell 2020. Du scheinst die Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg verstanden zu haben und in dieser Zeit stehengeblieben zu sein? Mit Kentern des Ostens meine ich das Abdriften in Richtung AfD. Du denkst bei Deinem Triggerwort "Osten" wieder an die DDR - aua. Komm mal in der Gegenwart an.))

Krasserweise bedienst du mit deiner Kritik dann auch exakt den blaunen Quatsch von den angeblichen „Gutmenschen”, die „belehren” wollen, um der Welt zu zeigen, dass sie irgendwie richtig liegen. Ist halt nicht so. Deutsche treten allgemein lehrmeisterhaft auf, ist bekannt, ganz besonders die Rechten oder die rechtsallierten Leerdenker mit ihren Verschwörungstheorien. Wenn man diese Volkskrankheit mal außer Acht lässt, dann sieht man eher, dass die hiesigen Filme meist keine Empathie und damit keine Relevanz haben. Spanische, französische, britische, skandinavische Filme – name it – behandeln die gleichen Themen, nur eben besser und empathischer. Sie reden gefühlt nicht nur über Menschen, sondern mit ihnen. Darum kommen gleich gelagerte Themen dort meist auch beim Publikum an.



medienonkel
Beiträge: 1507

Re: Wie GUT ist der deutsche Film? ROLAND EMMERICH

Beitrag von medienonkel »

72cu hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 22:09
Drushba hat geschrieben: Di 26 Mai, 2026 20:45 Ich glaube nicht, dass jemand gezielt und flächendeckend den öffentlichen Rundfunk nutzt, um die Bevölkerung zu „manipulieren”. [...]
Was Du schreibst, ist die halbe Wahrheit. Nämlich der Teil, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Die andere Hälfte ist, dass dann und wann ein Fräulein vom Geheimdienst bei den Entscheidungsträgern vorbei schaut.
Oh, das Fräulein vom Geheimdienst.
Das schaut höchstens mal bei dir vorbei.

Was auch immer eigentlich ein Fräulein sein soll...



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