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P3-Workflow mit Resolve auf Macbook

Verfasst: Sa 21 Mär, 2026 17:05
von cantsin
Um mal einen regulären Thread aufzumachen (und den Parallelthread "Was hast Du zuletzt gekauft?" nicht off-topic werden zu lassen):

Die Frage ist, wie man mit einem aktuellen Macbook [hier: Air M4 15"], dessen Display und Betriebssystem den P3-Farbraum nativ unterstützt, unter Resolve einen korrekten P3-Grading-Workflow hinkriegt:
pillepalle hat geschrieben: Sa 21 Mär, 2026 16:05
cantsin hat geschrieben: Sa 21 Mär, 2026 14:40 Was mir auch noch nicht ganz klar ist, ist der Grading-Workflow für P3 in Resolve, mit der eigentlich nativen Unterstützung von Display-P3 und P3-DCI in Apples Displayansteuerung. Trotzdem komme ich hier mit den enstprechenden Einstellungen des Displays und des Color-Managements von Resolve zu Ergebnissen, die auf dem Bildschirm nicht richtig aussehen. Dazu öffne ich ggfs. mal einen eigenen Fragethread...
Apple nutzt bei seinen Screens ja kein DCI-P3, sondern macht seine eigene Mokkamischung. Der Farbraum ist P3, der Weißpunkt D65 und das Gamma 2.2, wenn ich mich recht erinnere. Mit den Einstellungen sollte das Monitoring in Resolve dann eigentlich auch richtig aussehen.
Apple bietet zwei P3-Displayeinstellungen ein: Einmal das von Dir genannte Display-P3, und einmal das Profil "SMPTE RP 431-2-2007 DCI (P3)", was DCI-P3 zu sein scheint und deshalb wohl das Profil der Wahl.

Wenn ich dieses Profil aktiviere und in Resolve importiertes RED RAW NE-Material wie folgt bearbeite:

- Projekteinstellungen/Color Management:
Timeline Color Space: DaVinci WG/Intermediate
Output Color Space: P3-DCI
- Erste Node:
Color Space Transform: REDWideGamutRGB + RED Log3G10 -> DaVinci Wide Gamut + DaVinci Intermediate
- Zweite Node:
leer/grading
- Dritte Node:
Color Space Transform: DaVinci Wide Gamut + DaVinci Intermediate -> P3-DCI + Gamma 2.6

...dann ist das Bild entschieden zu hell. Bei Gamma 2.2 sieht es normal aus, entspricht dann aber nicht mehr dem DCI-Standard. Bleibt also Apple auch bei seinem vermeintlichen DCI-P3-Displayprofil bei Gamma 2.2? Und welche Auswirkungen hat es auf die exportierte Datei, wenn der Gammawert nicht DCI-standardkonform gesetzt ist?

Re: P3-Workflow mit Resolve auf Macbook

Verfasst: Sa 21 Mär, 2026 17:15
von cantsin
Hier zur Illustration drei Screenshots:

Screenshot 2026-03-21 at 17.14.25.png
DCI-P3 Gamma 2.2

Screenshot 2026-03-21 at 17.14.34.png
DCI-P3 Gamma 2.6

Screenshot 2026-03-21 at 17.35.21.png
Rec709 + Rec709A Gamma

Re: P3-Workflow mit Resolve auf Macbook

Verfasst: Sa 21 Mär, 2026 17:19
von pillepalle
@ cantsin

Ich kann gerade auch nur eine Vermutung in den Raum blasen, weil ich selber am PC grade, aber vermutlich gradest du dann mit deinen jetzigen Einstellungen in Resolve in DCI-P3 (da sieht es dann gut aus) und außerhalb von Resolve ist es zu hell, weil du dann wieder im Display-P3 bist. Oder wie soll ich das verstehen?

Ehrlich gesagt würde ich die Finger von DCI-P3 lassen. Das brauchst du außerhalb des Kinos eigentlich nie. Das Display-P3 ist in Sachen Gamma und Weißpunkt identisch mit sRGB, nur der größere P3 Farbraum unterschiedet es von allerwelts PC-Kalibrierungen.

Ich selber grade ja immer in REC709 und checke das natürlich auch in sRGB, weil die meisten Nutzer das später in sRGB sehen werden und ich weiß dass dort vor allem die Schatten etwas heller wirken als in REC709. In der Regel bekommt man es so hin, daß es in beiden Formaten (REC709 und sRGB) gut aussieht. Und dann sieht es auch immer in Display-P3 gut aus, wenn ich das auf meinem iPad gegen checke. Ist auch nicht verwunderlich, denn sRGB und Display P3 unterschieden sich im wensentlichen nur in der Farbdarstellung. Das sind keine großen Unterschiede.

Du kannst natürlich auch in DCI-P3 graden (als Arbeitsfarbraum) wenn dein Display das unterstützt, solltest bei der zweiten CST aber dann lieber auf REC709, sRGB oder eben Display P3 gehen. Sonst hast du DCI-P3 als Output und das sieht außerhalb von Kinoprojektionen auch nicht gut aus.

VG

Re: P3-Workflow mit Resolve auf Macbook

Verfasst: Sa 21 Mär, 2026 17:37
von cantsin
pillepalle hat geschrieben: Sa 21 Mär, 2026 17:19 Ich kann gerade auch nur eine Vermutung in den Raum blasen, weil ich selber am PC grade, aber vermutlich gradest du dann mit deinen jetzigen Einstellungen in Resolve in DCI-P3 (da sieht es dann gut aus) und außerhalb von Resolve ist es zu hell, weil du dann wieder im Display-P3 bist. Oder wie soll ich das verstehen?
Nee, es sieht innerhalb Resolve verschieden aus, obwohl es das - bei den entsprechend abgestimmten Einstellungen in Resolves Color Management sowie von Apples Display-Profil - eigentlich nicht sollte.

Oder meine Erwartungen an Apples Display-Ansteuerung sind einfach zu hoch. (Bei anderen Systemen geht das ja gar nicht ohne Decklink-Karte und Referenzmonitor.)
Ehrlich gesagt würde ich die Finger von DCI-P3 lassen. Das brauchst du außerhalb des Kinos eigentlich nie.

Tja, das ist der Punkt. Ich zeige ab und zu experimentelle Kurzfilme in einem lokalen Kino, daher sitzt mir die Frage schon länger unter den Fingernägeln.

Re: P3-Workflow mit Resolve auf Macbook

Verfasst: Sa 21 Mär, 2026 17:46
von pillepalle
cantsin hat geschrieben: Sa 21 Mär, 2026 17:37 Tja, das ist der Punkt. Ich zeige ab und zu experimentelle Kurzfilme in einem lokalen Kino, daher sitzt mir die Frage schon länger unter den Fingernägeln.

Du kannst trotzdem in Display P3/REC709 graden, musst es für's Kino dann nur anders exportieren. Idealerweise machst du für jedes Medium einen eigenen Export. In DCI-P3 zu graden ist ja auch nicht wirklich sinnvoll, denn da graded man normalerweise nicht mit 120cd/m2, sondern mit 48 cd/m2. Hat also insgesamt ein viel dunkleres Bild. Es hat bei der Arbeit nicht wirklich Vorteile.

Ich habe ja selber schon einen recht guten Monitor, der auch den DCI-P3 Standart unterstützt, aber grade selber nie darin, denn die Wirkung einer Projektion ist dann doch nochmal eine andere (immer weicher und diffuser als ein Display). Wenn du wirklich gut für's Kino graden möchtest, müsstest du dich prinzipiell in's Kino setzen und da graden. Macht natürlich kaum einer, sondern normalerweise macht man Test-Screenings und korrigiert dann ggf. nochmal.

Freezer ist doch unser Kino-Mann und hat bestimmt noch gute Tips zu dem Thema.

VG