Bildlauf hat geschrieben: So 07 Jun, 2026 13:05
iasi hat geschrieben: So 07 Jun, 2026 12:15
"Man konnte früher schon" ... tja ... was man früher nicht alles schon konnte. Fliegen konnte man schon vor 1000 Jahren, wenn man sich von einem steilen Felsen hinabfallen ließ.
Heute wird über die Speicherpreise gejammert - früher musste man das Negativmaterial, die Entwicklung, die Kopien etc. finanzieren.
Früher gab´s auch keine Gimbals, also konnte man früher eben doch nicht schon ...
Und:
Man konnte auch für die ersten digitalen Arri- und Red-Cams Licht setzen. Die hatten gerade mal so viel DR wie die heutige ZR.
Man muss nicht an den Produktionsweisen festhalten, die frühere Kameras einem vorgaben.
Ich sehe nicht, dass kleiner, kompaktere Kameras schlechtere Bildqualität liefern.
Zudem: Wenn da jemandem eine Kamera beim Hautton zu sehr ins Grün tendiert, ist das doch in der Post schnell korrigiert.
Ich dachte bei einer Aufnahme mit der Z8 und einem Telezoom, das bei maximaler Brennweite, als eher schwach auflösend gilt: Oh je - Moire!
Ein paar Einstellungen später, war das scheinbare Problem, keines mehr.
Für mich steht das nicht zur Frage mit kompakt und smart auftreten, was Kameras betrifft, ich bin großer Fan von sowas.
Aber ich habe für die Produktionen argumentiert, wo Alexa eben doch Sinn machen könnte, auch was die Workflows/Pipelines etc. betrifft und schon genannte Vorteile, die vielen dann wichtig sind.
Ich denke schon, daß zum jetzigen Zeitpunkt eine ARRI Alexa 35 insgesamt eine bessere Kamera ist als ZR und bei bestimmten Produktionen sollte es man nicht drauf ankommen lassen mit ZR und ISO 6400.
Für Deine geplante Produktion hast Du ja alles an Stuff, nun auch scheinbar eine Z8.
Gehe diesen Weg, wenn Du dann bald eine gute Story/Drehbuch hast und guten Cast findest, und Du das kompakt aufziehst, gute Setatmosphäre und Sachen wie guten Sound/Musik, vielleicht gibt des dann eine Chance auf gute Verwertung. Ist halt etwas Roulette spielen, meißtens gewinnt die Bank, aber selten auch mal der Spieler.
Bei bestimmten Produktionen, da ist es nunmal so, daß mit großen Equipment gefilmt wird.
Das kann man hinterfragen rein interessehalber bei Produktionen, die es sich erlauben können und die solche Ansätze wie mit ZR filmen schlichtweg nicht interessiert.
Und man kann es kritisieren bei Produktionen, die es sich eher nicht erlauben können (ÖR zb.) bzw. es könnte effizienter gestaltet werden oder auch mal einen Arbeitsmethodenwechsel hervorrufen, der vielleicht zu interessanteren Ergebnissen führt.
Arri hatte damals die Alexa Mini als B-Cam eingeführt und war dann überrascht, dass sie oft als A-Cam genutzt wurde.
Die Alexa 35 hat ihre Stärken - wie auch andere Kameras.
Es handelt sich dabei immer um Systeme, welches dann Betriebskosten erzeugt.
Beim Dreh von "The Creator" konnten durch den Einsatz der FX3 die Kosten erheblich gesenkt werden - nicht weil die Kamera weniger kostet, als eine Alexa, sondern weil bei der Produktion sehr viel eingespart werden konnte.
Die reinen Kamerakosten sind dabei gar nicht so wichtig.
Ich wollte eigentlich eine GoPro Mission 1 Pro kaufen und lief an einem Glaskasten vorbei, in dem die Z8 als Abverkauf für 2000€ angeboten wurde. Die Mission 1 hatten sie sowieso nicht da und mit der Z8 hatte ich schon lange geliebäugelt.
Und ja - ich will mit kleiner Crew drehen und dabei die technischen Möglichkeiten voll ausnutzen. Ich will auch mit mehreren Kameras gleichzeitig drehen, was kein Widerspruch ist.
Auch eine Dialogszene kann man mit mehreren Kameras aufnehmen und bekommt Schuß- und Gegenschuß von den Schauspielern in organischer Weise.
Ton ist für mich immer unabhängig von der Kamera, denn die Tonleute sollen unabhängig von den Kameraleuten agieren können.
Gerade diejenigen, die von früher reden, meinen immer, eine Kamera müsste Monitor- und Tonanschlüsse haben.
Eine Filmkamera hatte dies jedoch früher auch nicht.
Tarantino sitzt noch, wie die Regisseure früher, am Set und nicht vor Monitoren.
Und bei vielen DoPs, die ständig auf den Vorschaumonitor starren, frage ich mich oft, ob sie´s eigentlich auch ohne könnten - wie früher. :)