slashCAM
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Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von slashCAM »



Grain ist das Sahnehäubchen eines Filmlooks. Doch diese Beigabe hat in der digitalen Distribution auch ihren Preis.



Hier geht es zu Artikel auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Wissen: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix



iasi
Beiträge: 31443

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von iasi »

Guter Ansatz, der die begrenzten Datenraten ausreizt.



TheBubble
Beiträge: 2171

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von TheBubble »

Die Idee ist nicht neu.

Sie hat sich bisher nicht durchgesetzt.

Warum sollte es dieses Mal anders sein?

Bestimmt fänden genug Nutzer sogar die entrauschte Variante beim 1. Eindruck besser und würden das Feature gerne abschalten. Puristen dürfte stören, dass es nicht mehr das "Original" ist - letztlich ist es schließlich eine in zwei zusätzlichen Schritten bearbeitete Version.

Trotz alledem ist es interessant und ich müsste mich einmal erneut mit den Techniken beschäftigen.



DeeZiD
Beiträge: 771

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von DeeZiD »

Hier sieht das Endergebnis gar besser aus, da der Encoder nicht mehr so stark belastet wird.



iasi
Beiträge: 31443

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von iasi »

TheBubble hat geschrieben: Fr 01 Aug, 2025 16:36 Die Idee ist nicht neu.

Sie hat sich bisher nicht durchgesetzt.

Warum sollte es dieses Mal anders sein?

Bestimmt fänden genug Nutzer sogar die entrauschte Variante beim 1. Eindruck besser und würden das Feature gerne abschalten. Puristen dürfte stören, dass es nicht mehr das "Original" ist - letztlich ist es schließlich eine in zwei zusätzlichen Schritten bearbeitete Version.

Trotz alledem ist es interessant und ich müsste mich einmal erneut mit den Techniken beschäftigen.
Die Puristen würden sich dann aber selbst etwas vormachen.

Die Kompession zerfledert das "Original" schließlich ziemlich und lässt weniger vom ursprünglichen Rauschen übrig, als diese Methode.



moowy_mäkka
Beiträge: 72

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von moowy_mäkka »

Das ist ja wie, wenn man Apfelsinen-Saft
trocknet und später mit Wasser versetzt:
Ein Teil der Natürlichkeit geht verloren.



Axel
Beiträge: 17185

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von Axel »

moowy_mäkka hat geschrieben: Sa 02 Aug, 2025 18:53 Das ist ja wie, wenn man Apfelsinen-Saft
trocknet und später mit Wasser versetzt:
Ein Teil der Natürlichkeit geht verloren.
Natürlichkeit? Meinst du jetzt das echte Filmkorn?
Gutes Video, das im langen Mittelteil den Entwicklungsprozess ausführlich zeigt:

Und selbst dann: wer würde da heute noch auf aufwändige Post verzichten?

Ganz provokativ gesagt gab es in der Fotografie und in der Kinematografie noch nie „Natürlichkeit“. Nicht dort, nicht in der Malerei und überhaupt nirgends, wo Menschen ihre Wichsgriffel drin hatten. Deswegen spricht man von Artefakten.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...



little-endian
Beiträge: 4

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von little-endian »

Aus dem Artikel:
Um Speicher und Datenübertragungskosten zu sparen, entrauschten Netflix und Co. darum viele Filme erst einmal (zu?) radikal. Dadurch wurden viele Filmklassiker zwar objektiv gemessen in der Qualität sogar besser [...]
Das ist falsch. Durch eine nachträgliche Rauschfilterung lässt sich ein Signal objektiv gerade nicht verbessern, sondern allenfalls subjektiv. Andernfalls ergäbe die Definition des Signal-/Rauschverhältnisses keinen Sinn mehr und läge dann immer bei "unendlich".
Im digitalen Zeitalter lassen sich bekannterweise mit aktuellen Cine-Kameras ziemlich rauschfreie, geradezu klinisch saubere Bilder erzeugen, denen es vielen Filmemachern an Charakter fehlt.
Hier beginnt dann der subjektive Schwachsinn, jedenfalls aus technischer Sicht. Eine etwaige "Digitalität" sorgt sicher weder für Rauschfreiheit (sondern erzeugt Rauschen vielmehr bei der Quantisierung) noch für "klinische" Bilder, denn was da einfach weniger rauscht, sind die immer noch analogen Videosensoren. Vor allen Ziffern kommt vom Licht ausgehend erstmal die Elektronik. Ferner wird nichts weggenommen, sondern analog zur CD vs. Schallplatten - Diskussion schlicht weniger an Störung hinzugefügt. Aber viele Leute sind ja auch mit HFR mental überfordert, obwohl beim Fernsehens seit Jahrzehnten völlig normal und bleiben stur bei ihrem Daumenkinogestottere, da ja ach so filmisch.

Man sollte generell unterscheiden zwischen Rauschen, das man nachträglich entfernt hat und Rauschen, das man durch - objektiv betrachtet - technische Mängel erst gar nicht ins System eingebracht hat.

Leider vermischt der Artikel diese Ebenen und Netflix möge sich mit ihrer Herumknauserei bei den Bitraten, die sie einem auch noch frech als Vorteil für den Kunden verkaufen, zum Henker scheren.



seifenchef2
Beiträge: 80

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von seifenchef2 »

Axel hat geschrieben: Sa 02 Aug, 2025 22:42
Ganz provokativ gesagt gab es in der Fotografie und in der Kinematografie noch nie „Natürlichkeit“.
Nicht dort, nicht in der Malerei und überhaupt nirgends, wo Menschen ihre Wichsgriffel drin hatten. Deswegen spricht man von Artefakten.
Konsens. Denn dann könnte man ja auch nicht von Kunst sprechen?
(Psychologisch: Kunst ist die Verdichtung von Archetypen auf die das Kernbewusstsein reagiert...)

Ich habe gerade Material über Topaz laufen lassen (Aufschärfung; ProRes) und war nun enttäuscht, das beim Herausrendern von DaVinci wieder Details, Hautzeichnung, Korn; wieder verlorengehen.

Also zunächst einige Tests gemacht. HEVC vs AV1; mit verschiedenen Datenraten.
4K 60 fps und so 30 bis 50 Mbit/sec. 30 war natürlich viel zu wenig, aber über 50 Mbit/s wollte ich auch nicht gehen.
Die Weichzeichnung war unerträglich.

AI sagte mir ich solle AV1 und FGS in ffmpeg nehmen.
Hab einiges durchprobiert, und muss sagen, es ist frappant.

Ein File (4K 60 fps) mit 35 Mbit/s in AV1 und FGS mit Grain=12 oder 16 sieht wesentlich besser (das ist natürlich subjektiv) aus als ein HEVC was 1,5 oder 2 mal so groß ist, aber ohne dieses Feature arbeitet ...

.... btw: klar ist die Idee nicht neu, gab es auch schon im Audio: bei HC AAC. Da wurden aucch die Höhen einfach abgeschnitten und beim Abspielen als Oberwellen einfach wieder dazugerechnet. Damals hab ich darüber geschmunzelt, weil die Dateneinsparung, zwar prozentual groß, aber praktisch eigentlich (für mich) uninteressant waren...

... bei 4K mit 50; 60 oder bald 8K mit 100 oder 120 FPS (VR) sieht die Welt m.E.n. da schon anders aus.

... ärgerlich ist natürlich, dass nun alles über die CPU läuft und die 5080 Urlaub macht ....
... das Master aus DaVinci in ProRes raus - dann ffmpeg - ich komme gerade mal so auf 8 fps :-(

gruß seifenchef
Die Filmemacher von heute sind bei ihrem Urgroßvater in die Schule gegangen.
So konditioniert stellen sie an allen Kameras das Jahr 1927 ein.
Freuds Über-Ich lässt grüßen.
Zuletzt geändert von seifenchef2 am Sa 29 Aug, 2026 21:58, insgesamt 1-mal geändert.



seifenchef2
Beiträge: 80

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von seifenchef2 »

little-endian hat geschrieben: Mo 27 Jul, 2026 21:35 ... viele Leute sind ja auch mit HFR mental überfordert, obwohl beim Fernsehens seit Jahrzehnten völlig normal und bleiben stur bei ihrem Daumenkinogestottere, da ja ach so filmisch
ja, leider ... die Moderne und der Ruckelschrott ... SCNR

gruß seifenchef
Die Filmemacher von heute sind bei ihrem Urgroßvater in die Schule gegangen.
So konditioniert stellen sie an allen Kameras das Jahr 1927 ein.
Freuds Über-Ich lässt grüßen.



MaxSchreck
Beiträge: 562

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von MaxSchreck »

seifenchef2 hat geschrieben: Sa 29 Aug, 2026 21:57
little-endian hat geschrieben: Mo 27 Jul, 2026 21:35 ... viele Leute sind ja auch mit HFR mental überfordert, obwohl beim Fernsehens seit Jahrzehnten völlig normal und bleiben stur bei ihrem Daumenkinogestottere, da ja ach so filmisch
ja, leider ... die Moderne und der Ruckelschrott ... SCNR

gruß seifenchef
In Deiner Signatur erwähnst Du (Sigmund) Freud. Angesichts Deiner krankhaften Besessenheit von der Framerate und dieser infantilen Sprache dazu: Schonmal an Therapie gedacht? ALLE Deine Kommentare drehen sich nur um ein Thema. Gruselig.



iasi
Beiträge: 31443

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von iasi »

little-endian hat geschrieben: Mo 27 Jul, 2026 21:35 Aus dem Artikel:
Um Speicher und Datenübertragungskosten zu sparen, entrauschten Netflix und Co. darum viele Filme erst einmal (zu?) radikal. Dadurch wurden viele Filmklassiker zwar objektiv gemessen in der Qualität sogar besser [...]
Das ist falsch. Durch eine nachträgliche Rauschfilterung lässt sich ein Signal objektiv gerade nicht verbessern, sondern allenfalls subjektiv. Andernfalls ergäbe die Definition des Signal-/Rauschverhältnisses keinen Sinn mehr und läge dann immer bei "unendlich".
Im digitalen Zeitalter lassen sich bekannterweise mit aktuellen Cine-Kameras ziemlich rauschfreie, geradezu klinisch saubere Bilder erzeugen, denen es vielen Filmemachern an Charakter fehlt.
Hier beginnt dann der subjektive Schwachsinn, jedenfalls aus technischer Sicht. Eine etwaige "Digitalität" sorgt sicher weder für Rauschfreiheit (sondern erzeugt Rauschen vielmehr bei der Quantisierung) noch für "klinische" Bilder, denn was da einfach weniger rauscht, sind die immer noch analogen Videosensoren. Vor allen Ziffern kommt vom Licht ausgehend erstmal die Elektronik. Ferner wird nichts weggenommen, sondern analog zur CD vs. Schallplatten - Diskussion schlicht weniger an Störung hinzugefügt. Aber viele Leute sind ja auch mit HFR mental überfordert, obwohl beim Fernsehens seit Jahrzehnten völlig normal und bleiben stur bei ihrem Daumenkinogestottere, da ja ach so filmisch.

Man sollte generell unterscheiden zwischen Rauschen, das man nachträglich entfernt hat und Rauschen, das man durch - objektiv betrachtet - technische Mängel erst gar nicht ins System eingebracht hat.

Leider vermischt der Artikel diese Ebenen und Netflix möge sich mit ihrer Herumknauserei bei den Bitraten, die sie einem auch noch frech als Vorteil für den Kunden verkaufen, zum Henker scheren.
Gerade zeigen sich alle begeistert von Nolans 70mm-IMAX-Film. Grund ist auch, dass durch das große Format die Korngröße so stark abnimmt, dass das Filmkorn nicht mehr wahrnehmbar ist.

Das Rauschen bei digitalen Kameras ist etwas ganz anderes, als das Filmkorn.
Der Ansatz, das Störsignal zu beseitigen, um dann ein Filmkorn zu simulieren, kommt dem Filmmaterial doch eher nah.
Dass sich das Störsignal schlecht komprimieren lässt und Datenballast erzeugt, ist wohl bekannt - da anzusetzen ist doch gut.



cantsin
Beiträge: 17909

Re: Einmal Denoising und zurück - Neue Filmkorn-Simulation bei Netflix

Beitrag von cantsin »

seifenchef2 hat geschrieben: Sa 29 Aug, 2026 21:45 AI sagte mir ich solle AV1 und FGS in ffmpeg nehmen.
Hab einiges durchprobiert, und muss sagen, es ist frappant.

Ein File (4K 60 fps) mit 35 Mbit/s in AV1 und FGS mit Grain=12 oder 16 sieht wesentlich besser (das ist natürlich subjektiv) aus als ein HEVC was 1,5 oder 2 mal so groß ist, aber ohne dieses Feature arbeitet ...
Kann ich bestätigen.

Siehe auch unsere früheren Diskussionen hier:
viewtopic.php?p=1274825
viewtopic.php?p=1291963#p1291963
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



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