slashCAM
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Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von slashCAM » Di 07 Dez, 2021 09:48


Wer das Gefühl hat, die Dialoge in Hollywood-Filmen in immer schlechter zu verstehen - akustisch, nicht inhaltlich -, ist damit nicht allein. Christopher Nolans Filme etw...
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Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind




cantsin
Beiträge: 10216

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von cantsin » Di 07 Dez, 2021 09:53

MIt "Mumblecore" gibt's ja ein ganzes (amerikanisches) Filmgenre, das auf schlecht verständlichen Dialogen basiert. Vielleicht hat das einfach Schule gemacht.




ruessel
Beiträge: 8109

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von ruessel » Di 07 Dez, 2021 10:00

Ich denke, mein Gehör wird über die Jahrzehnte einfach schlechter...... inzwischen kann ich sogar Dinge überhören, die meinen Blutdruck nicht förderlich sind.
Gruss vom Ruessel




Bluboy
Beiträge: 2444

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Bluboy » Di 07 Dez, 2021 10:05

Es ist eine neue Generation Filmermacher am Werk




Darth Schneider
Beiträge: 9908

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Darth Schneider » Di 07 Dez, 2021 10:10

Genau, die Generation H.
Und die hören eh nur das was sie hören wollen.
Das macht vieles im Leben einfacher..;)
Gruss Boris
Ich werde der dunklen Seite widerstehen und mir die Pocket Pro heute nicht kaufen !




Sammy D
Beiträge: 2194

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Sammy D » Di 07 Dez, 2021 10:18

Ich kann darin keinen Trend erkennen. Es gibt ein paar Filme, deren Dialoge zu leise sind, aber das sind nur eine Handvoll. Ich hielt diese einfach für schlecht abgemischt.
Der einzige Schauspieler, der chronisch nuschelt und schwer zu verstehen ist, ist Matthew McConaughey.




-paleface-
Beiträge: 3568

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von -paleface- » Di 07 Dez, 2021 10:33

Ich gucke 98% der Filme Nachsynchronisiert.....hab daher kein Problem :-D


Ja ich weiß Blasphemie... aber inzwischen ist eh alles Schrott da reißt der O-Ton auch nix mehr raus.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




pillepalle
Beiträge: 4917

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von pillepalle » Di 07 Dez, 2021 10:40

Hat sicher mehrere Ursachen, aber generell ist das Verhältnis von Effekten und Dialog suboptimal. Was im Kino ganz nett sein mag, ist zuhause meist störend.

Wenn man also die Dialogpassagen so laut macht, dass man sie gut versteht, dann sind die Effekte viel zu laut und die ganze Nachbarschaft bekommt mit, wenn eine Schießerei, Explosion, oder Verfolgungsjagd, stattfindet. So realistisch muss es nun wirklich nicht sein. Und wenn die Effekte eine vertretbare Lautstärke haben, versteht man die Dialoge nicht mehr. Das führt, in meinen Augen, einfach zu einem eher anstrengenden Filmerlebnis. Das wesentliche der Handlung erfährt man durch die Dialoge, nicht durch die Effekte, Atmo, Foleys oder das Bild.

VG
Ich bin mit der Z6II zufrieden. Ich bin mit der Z6II zufrieden. Ich bin mit der Z6II zufrieden... :)




Pianist
Beiträge: 6988

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Pianist » Di 07 Dez, 2021 10:54

Kann es sein, dass es oftmals Probleme gibt, wenn aus einer 5.1-Kinomischung eine Stereomischung gemacht wird? Ist das überhaupt ein eigenständiger Arbeitsschritt, oder überlässt man das irgendeiner Matrix? Wenn da aus vier Richtungen fette Effekte summiert werden, geht der Mittenkanal vielleicht wirklich unter...

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.




cantsin
Beiträge: 10216

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von cantsin » Di 07 Dez, 2021 11:00

IMHO hängt das auch damit zusammen, dass Filmschauspieler heute nicht mehr wie Bühnenschauspieler reden, sondern in Umgangssprache, was erst mit der Nouvelle Vague in Frankreich aufkam....


(Belmondo in "Außer Atem")

...und dann von New Hollywood übernommen wurde:



...auch im deutschen 70er/80er Jahre-Film:



...und mittlerweile Mainstream geworden ist.

So haben Filmschauspieler früher gesprochen:





Es gibt ein gefilmtes Interview mit Dominik Graf, in dem er beschreibt, wie er in den 70er/80er Jahren zwangsläufig mit einer neuen Generation Schauspieler (Heinz Hoenig etc.) arbeitete, weil der alten Garde die Bühnendiktion nicht auszutreiben war.




Darth Schneider
Beiträge: 9908

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Darth Schneider » Di 07 Dez, 2021 11:02

Nun gut früher hat auch alles gerattert beim abspielen…;)))
Darum versteht man die Schauspieler in der Schweiz bei den immer Serien so gut.
Sehr alte Schule.
Gruss Boris
Ich werde der dunklen Seite widerstehen und mir die Pocket Pro heute nicht kaufen !




7River
Beiträge: 2240

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von 7River » Di 07 Dez, 2021 12:22

Bluboy hat geschrieben:
Di 07 Dez, 2021 10:05
Es ist eine neue Generation Filmermacher am Werk
Und die Zuschauer werden immer älter. Da braucht man schon was besseres, als diese billigen Krankenkassen-Hörgeräte ;-)
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




klusterdegenerierung
Beiträge: 22014

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 07 Dez, 2021 12:35

Ich hatte das Thema glaube ich schon vor ein paar Jahren angesprochen, was hä? .-)
"Video ohne Ton ist auch nur Licht!"




carstenkurz
Beiträge: 5034

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von carstenkurz » Di 07 Dez, 2021 13:41

Der Artikel ist aus den USA. Dort wird grundsätzlich Locationsound im Mix verwendet. Hierzulande sieht man den Großteil der Kinofilme synchronisiert, daher sind die im Studio aufgenommenen Dialoge immer besser verständlich. Bei deutschen Filmen ohne Nachsynchronisation findet man dieses Problem aus nachvollziehbaren Gründen auch, da soll nur der notorisch nuschelnde Til Schweiger erwähnt sein.

Ansonsten beleuchtet der Originalartikel aber etliche zutreffende Aspekte für schlechte Dialogverständlichkeit im Kino. Wie so oft gibt es mehrere Gründe, und wenn man Pech hat, kommen in einem Film mehrere davon zusammen.
and now for something completely different...




Huitzilopochtli
Beiträge: 364

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Huitzilopochtli » Di 07 Dez, 2021 14:59

AirPods rein und spatial sound an, da versteht man jedes Wort bestens.




teichomad
Beiträge: 258

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von teichomad » Di 07 Dez, 2021 16:00

Verstehe nicht, warum nicht einfach eine auf Stereo gerenderte Tonspur mit angeboten wird a la 5.1 oder 2.0.
Gibt fast nichts was mehr nervt als ständig lauter und leiser zu machen. Der Mehrwert von 5.1 war mir noch nie klar.




kling
Beiträge: 334

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von kling » Di 07 Dez, 2021 18:09

Es gibt da ein Grundproblem: Die Gimmick-anfälligen Tontechniker wollen einfach nicht verstehen, dass ihr Job lediglich eine dienende Funktion hat. Sobald ein Soundeffekt als solcher wahrgenommen wird, haben sie im Prinzip schon versagt, weil das Publikum nämlich aus der Fim-Story gefallen ist. Ordentlich transparentes 2.0-Stereo ohne extrabreite Basis - und gut isses.




Frank Glencairn
Beiträge: 15297

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Frank Glencairn » Di 07 Dez, 2021 19:02

Pianist hat geschrieben:
Di 07 Dez, 2021 10:54
Kann es sein, dass es oftmals Probleme gibt, wenn aus einer 5.1-Kinomischung eine Stereomischung gemacht wird? Ist das überhaupt ein eigenständiger Arbeitsschritt, oder überlässt man das irgendeiner Matrix? Wenn da aus vier Richtungen fette Effekte summiert werden, geht der Mittenkanal vielleicht wirklich unter...

Matthias
Leider ist das tatsächlich oft so, daß es irgendeinem billigen Chip in deinem TV oder Player überlassen wird, Stereo aus der 5.1 Spur zu extrahieren.
Bei besseren Produktionen gibt's ne extra abgemischte Stereospur, wenn man jedoch Pech hat, wurde auch die nur durch irgendein Plugin gejagt.




srone
Beiträge: 10205

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von srone » Di 07 Dez, 2021 19:10

ganz im zweifel sogar eine failback monospur...;-)

aber im ernst, wenn ich 5.1 mache, gibts immer einen seperaten stereomix, das sind zwei welten welche adäquat bedient sein wollen, hier zu pfuschen wäre ein desaster, dann lieber nur ne red statt einer arri, es würde den film weniger zerstören...;-)

lg

srone
ten thousand posts later...




MK
Beiträge: 1636

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von MK » Di 07 Dez, 2021 21:30

srone hat geschrieben:
Di 07 Dez, 2021 19:10
ganz im zweifel sogar eine failback monospur...;-)
Für Omas Hornyphon Röhrenfernseher? :D

Bei Amazon Prime gibt es nur 2 Extreme beim Downmix... erst versteht man kein Wort weil die Sprache viel zu leise ist und dann fliegen einem die Löcher aus dem Käse weil Musik und Effekte im Verhältnis viel zu laut sind.




chackl
Beiträge: 495

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von chackl » Mi 08 Dez, 2021 11:07

-paleface- hat geschrieben:
Di 07 Dez, 2021 10:33
Ich gucke 98% der Filme Nachsynchronisiert.....hab daher kein Problem :-D


Ja ich weiß Blasphemie... aber inzwischen ist eh alles Schrott da reißt der O-Ton auch nix mehr raus.
Ja genau, alles Schrott, wie z. B. Der Mauretanier. Action Kino ohne Sinn und Verstand....




7River
Beiträge: 2240

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von 7River » Mi 08 Dez, 2021 12:12

-paleface- hat geschrieben:
Di 07 Dez, 2021 10:33
Ich gucke 98% der Filme Nachsynchronisiert.....hab daher kein Problem :-D


Ja ich weiß Blasphemie... aber inzwischen ist eh alles Schrott da reißt der O-Ton auch nix mehr raus.
Also irgendwie kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Wenn man Ausschau hält, findet man auch heute noch gute Filme. „Der Rausch“, „Helden der Wahrscheinlichkeit“ oder wie mein Vorredner anmerkte.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




Frank Glencairn
Beiträge: 15297

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 08 Dez, 2021 12:44

7River hat geschrieben:
Mi 08 Dez, 2021 12:12
Wenn man Ausschau hält, findet man auch heute noch gute Filme.

JA, hab gestern Army of Thieves (Prequel zu Army of the Dead) gesehen.

Bissl klamaukig (okay - is ne Commedy), aber erstaunlich unterhaltsam - Licht und Kamera IMHO sogar überdurchschnittlich gut.
Dialoge waren auch prima zu verstehen - geht also.

Für Pixelpeeper und Linsenfetischisten: Nikkor(!) Foto-Optiken auf Alexa LF.





7River
Beiträge: 2240

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von 7River » Mi 08 Dez, 2021 13:09

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mi 08 Dez, 2021 12:44
JA, hab gestern Army of Thieves (Prequel zu Army of the Dead) gesehen.

Bissl klamaukig (okay - is ne Commedy), aber erstaunlich unterhaltsam - Licht und Kamera IMHO sogar überdurchschnittlich gut.
Dialoge waren auch prima zu verstehen - geht also.

Für Pixelpeeper und Linsenfetischisten: Nikkor(!) Foto-Optiken auf Alexa LF.

Technisch bist Du der Fachmann. Optiken?! Würde ich nicht unterscheiden können. Ja, er war unterhaltsam. Offen gestanden fand ich aber Filme wie „Der letzte Mieter“ und „Kidnapping Stella“ viel besser.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




TheBubble
Beiträge: 1676

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von TheBubble » Mi 08 Dez, 2021 14:19

Pianist hat geschrieben:
Di 07 Dez, 2021 10:54
Kann es sein, dass es oftmals Probleme gibt, wenn aus einer 5.1-Kinomischung eine Stereomischung gemacht wird?
Das kann passieren. Hier geht es aber darum, dass man inzwischen auch im Kino Dialoge viel schlechter versteht, als es früher der Fall war.

Und es ist zumindest teilweise Absicht.

Die Synchronfassungen sind diesbezüglich oft besser, da prinzipbedingt alles neu eingesprochen werden muss und Verständlichkeit dabei offenbar einen höheren Stellenwert genießt.




MK
Beiträge: 1636

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von MK » Mi 08 Dez, 2021 15:04

Im Kino sind die Rear-Lautsprecher -3dB leiser eingemessen als die Frontkanäle, deswegen sind die zugespielten Kinomischungen auf den Rears 3dB lauter gepegelt.

Für Auswertung im Heimkino muss/müsste man daher die Rears 3dB absenken (auch für 2.0 Downmixe).




carstenkurz
Beiträge: 5034

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von carstenkurz » Do 09 Dez, 2021 12:07

Das ist nicht ganz richtig - ursprünglich wurden Mono-Surrounds (4.1) ebenso auf 85dB(C) eingemessen wie die Frontsysteme. Heutzutage sind das aber Stereo (5.1) oder in 7.1 4-kanalige Surrounds.
Daher misst man im Kino jede Seite der Surrounds separat auf 82dB(C) ein, damit sie ZUSAMMEN wieder 85dB(C) ergeben ('guter' Surroundeinsatz verzichtet auf ausgeprägte Links/Rechts Gimmicks). Das ist auch ein typischer Check bei der Einmessung - Links 82dB(C), Rechts 82dB(C), dann PinkNoise auf beide, und es sollten etwa 85dB(C) rauskommen.
Eine grundsätzliche 'Anhebung' der Surroundpegel bei der Wiedergabe findet aber nicht statt. Das Programm wird auf den Surrounds so gepegelt, wie laut sie eben nach Meinung der Mischtonmeister sein sollen.

Beim LFE ist das anders, der hat in der Tat in der Wiedergabekette 10dB 'Inband Gain'.


Außerdem muss man hier schon explizit unterscheiden zwischen Fernseher und Kino. Selbst die billigsten Glotzen haben heutzutage irgendwelche Pseudo-Surround DSP-Programme, die mit wilden Phasensauereien den Ton interessanter machen sollen. Aber dabei leidet nunmal oft auch die Sprachverständlichkeit. Sowohl bei Stereosound als auch diskretem AC3 könnte man sehr leicht die Sprachverständlichkeit verbessern, indem man dem Center wahlweise etwas mehr Verstärkung, ggfs. mit etwas mehr Präsenz gibt (auch bei typischen Stereomischungen kann man relativ leicht einen Center extrahieren, der maßgeblich den Dialog enthält).

Ideal wäre eine mehr oder weniger standardisierte Taste auf der Fernbedienung 'Sprache'. Aber dazu kriegt man diese vollkommen diverse Industrie natürlich nicht. Einige Geräte haben aber sowas.

Optimal wäre natürlich auch in allen Fernsehern ein expliziter Mittenlautsprecher für die Dialogwiedergabe. Auch hier wieder, einige Hersteller treiben diesen Aufwand, andere nicht.

- Carsten
and now for something completely different...

Zuletzt geändert von carstenkurz am Fr 10 Dez, 2021 03:26, insgesamt 3-mal geändert.




FocusPIT
Beiträge: 41

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von FocusPIT » Do 09 Dez, 2021 13:27

Hallo Alle,
ich bin Komponist. Als Teilnehmer eines internationalen Festivals kam ich mit einem Teilnehmer - ebenfalls Komponist - ins Gespräch, der als Brot-Job für Rundfunk- TV-Anstalten die Postproduktion Ton ausführt. Wir sprachen genau über dieses Problem, insbesondere in Bezug auf die Öffentlich-Rechtlichen-TV-Sender. Wir kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Viele Schauspieler sprechen nicht deutlich, für die Postproduktion wird zu wenig Geld ausgegeben. Mein Gesprächspartner sagte sinngemäß: Ich bekomme viel zuwenig Honorar, als das ich den Ton hochwertig bearbeiten könnte. Dafür ist einfach keine Zeit vorgesehen. Ein Beispiel von mir: Bei Aufnahmen mit zwei SchauspielerInnen für ein Museum, zeigte sich bei einer Aufnahme ein Art Klick-Geräusch durch einen Zugenschnalzer des Schauspielers. Hörte man den Schauspieler live, war alles ok, doch in der Aufnahme eben nicht mehr. Das waren hunderte von "Klicks" die ich entfernen mußte, einen halben Tag Arbeit. Bei einem festen Betrag für die Tonarbeit senkt sich dann natürlich der Betrag/Std. den ich erhalte.
Fazit: Nuschelnde Schauspieler, wenig Geld für den Ton = Sprechen wird nicht verstanden. Schaut Euch als ein Beispiel daraufhin mal den "Tatort" an.




Frank Glencairn
Beiträge: 15297

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Frank Glencairn » Do 09 Dez, 2021 14:06

FocusPIT hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 13:27
..Das waren hunderte von "Klicks" die ich entfernen mußte, einen halben Tag Arbeit.
Also bei mir funktionieren die entsprechenden Plugins für sowas eigentlich gut genug, daß ich nicht nen halben Tag damit verbraten muß,
sowas von Hand zu machen.




Darth Schneider
Beiträge: 9908

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Darth Schneider » Do 09 Dez, 2021 14:21

Also Schauspieler die Klick Geräusche mit der Zunge beim reden machen, haben doch aber irgend ein grosses Problem….
Oder ist das normal ?
Das ist ja fast wie der Woddy Allen Film wo er als Film Schauspieler immer blöderweise ganz unscharf vor der Kamera ist….;)))
Gruss Boris
Ich werde der dunklen Seite widerstehen und mir die Pocket Pro heute nicht kaufen !




MK
Beiträge: 1636

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von MK » Do 09 Dez, 2021 15:31

carstenkurz hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 12:07
Das ist nicht ganz richtig
Dann wird es Zeit dass Du DOLBY auf den Fehler hinweist...

The Surround Channel 3 dB Attenuation function is useful for applying a 3 dB
attenuation to the Surround channels of a multichannel soundtrack created in a room
with film style calibration, when encoding it for consumer home theater playback.
Cinema soundtrack Surround channels are mixed +3 dB relative to the front channels
in order to account for cinema calibration standards. Home theater Surround channel
gains are calibrated differently, and so a -3 dB adjustment to the Surround tracks is
necessary.
The Surround 3 dB Attenuation parameter determines whether the Surround
channel(s) are attenuated 3 dB before encoding. The attenuation actually takes place
inside the Dolby Digital encoder. It balances the signal levels between theatrical
mixing rooms (dubbing stages) and consumer mixing rooms (DVD or TV studios).
Consumer mixing rooms are calibrated so that all five main channels are at the same
sound pressure level (SPL). To maintain compatibility with older film formats,
theatrical mixing rooms calibrate the SPL of the Surround channels 3 dB lower than
the front channels. The consequence is that signal levels on tape are 3 dB louder.
Therefore, to convert from a theatrical calibration to a consumer mix, it is necessary
to reduce the Surround levels by 3 dB by enabling this parameter.




MK
Beiträge: 1636

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von MK » Do 09 Dez, 2021 15:38

carstenkurz hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 12:07
Das Programm wird auf den Surrounds so gepegelt, wie laut sie eben nach Meinung der Mischtonmeister sein sollen.
Was bedeutet wenn die Abhöre fürs Kino beim Mischen hinten 3dB niedriger gepegelt ist als vorne, dass die Rear-Kanäle auf einer Consumer Abhöre die auf allen Kanälen gleich laut gepegelt ist hinten 3dB abgesenkt werden müssen, weil sonst die Surrounds zu laut sind.




Blackbox
Beiträge: 211

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von Blackbox » Do 09 Dez, 2021 21:02

Frank Glencairn hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 14:06
Also bei mir funktionieren die entsprechenden Plugins für sowas eigentlich gut genug, daß ich nicht nen halben Tag damit verbraten muß,
sowas von Hand zu machen.
Was nimmst Du denn da? Bei mir gehts von Hand bislang sehr viel besser als per PlugIn, dauert natürlich recht lang.
Da ich bei PlugIn Einsatz aber auch alles kontrollhören und ggf. nachbessern muss ist die Differenz nicht allzu groß, so dass ich bis auf weiteres beim manuellen Bearbeiten geblieben bin.
Sind ja auch öfter mal ästhetische Entscheidungen was ganz weg muss, was reduziert werden muss und was besser drin bleiben soll.




srone
Beiträge: 10205

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von srone » Fr 10 Dez, 2021 01:04

Blackbox hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 21:02
Was nimmst Du denn da? Bei mir gehts von Hand bislang sehr viel besser als per PlugIn, dauert natürlich recht lang.
Da ich bei PlugIn Einsatz aber auch alles kontrollhören und ggf. nachbessern muss ist die Differenz nicht allzu groß, so dass ich bis auf weiteres beim manuellen Bearbeiten geblieben bin.
Sind ja auch öfter mal ästhetische Entscheidungen was ganz weg muss, was reduziert werden muss und was besser drin bleiben soll.
50% lässt sich über plugins abdecken, der rest ist und bleibt handarbeit, sonst könnte ich ja auch ein plugin permanent die schärfe ziehen lassen...;-)

lg

srone
ten thousand posts later...




carstenkurz
Beiträge: 5034

Re: Wie bitte? Warum Filmdialoge immer schlechter zu verstehen sind

Beitrag von carstenkurz » Fr 10 Dez, 2021 02:45

MK hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 15:31


Dann wird es Zeit dass Du DOLBY auf den Fehler hinweist...

Alles ist relativ. Du sprachst ja von Kinosurrounds. Und die sind nunmal nicht -3dB leise gepegelt, sondern nur in den Einzelkomponenten so angepasst, dass der Summen-Surroundlevel von Mono-Surrounds über Stereosurrounds bis hin zu 4-Kanal Surrounds konstant ist. Das ist im Übrigen keine Dolby-Festlegung, sondern steht so in der SMPTE RP-200. Surrounds als einheitliche Gruppe werden darin nunmal auf 85dB(C) eingemessen. Ne interessante Frage wäre, warum man im Konsumerbereich eine leicht abweichende Kalibrierungsmethode gewählt hat.

Im Kino sind die Surrounds ja ohnehin keine 'Rears', die gibts nur bei 7.1. 'Rears' werden es nur aus pragmatischen Gründen üblicherweise im 5.1 Heimkino. Im Kino sind die Surrounds gleichmäßig seitlich und hinten angebracht. Und idealerweise möglichst viele.

Und die Kinomischung ist nunmal in der Regel 'die erste'. Wenn die Konsumerkalibrierung davon abweicht, muss die Korrektur konsequenterweise halt dort stattfinden.
MK hat geschrieben:
Do 09 Dez, 2021 15:38
Was bedeutet wenn die Abhöre fürs Kino beim Mischen hinten 3dB niedriger gepegelt ist als vorne, dass die Rear-Kanäle auf einer Consumer Abhöre die auf allen Kanälen gleich laut gepegelt ist hinten 3dB abgesenkt werden müssen, weil sonst die Surrounds zu laut sind.
Die sind nicht 'hinten' niedriger 3dB gepegelt. Die sind jeweils Links und Rechts 3dB niedriger gepegelt, damit die Summe der Surrounds wieder auf 85dB kommt. Das Argument müsste sonst bei Mono-Surround/4.1 ja auch ziehen. Der wird aber ebenfalls auf 85dB gepegelt, nicht auf 82dB. Das hat mehr mit der Arbeitsweise bei den Surroundsignalen zu tun. Der größte Teil der Surroundsignale ist nicht ausgeprägt links oder rechts gepant, sondern als Ambience auf beide Surroundkanäle gelegt. Da kommt es eben auf die 85dB in der Summe beider Surrounds an.

Tut mir ja leid, aber 'Kino' war nunmal zuerst da - und dort hatte der zuerst existierende Mono-Surround nunmal mit 85dB den gleichen Kalibrierungsbezug wie die Frontsysteme, und so ist das bei der Aufteilung in Stereosurrounds eben geblieben.





- Carsten
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Die olympischen Spiele als großes bewegtes Puzzle, bei dem man sich die Teilchen passend zuschneiden kann -- genug Geduld vorausgesetzt...