Postproduktion allgemein Forum



Postproduktion - Profiworkflow?



Fragen rund um die Nachbearbeitung, Videoschnitt, Export, etc. (div. Software)
Antworten
-paleface-
Beiträge: 3019

Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 08:40

Tag,

ich bin gerade in den letzten Zügen von einem sehr großen Kurzfilm Projekt. Der Film geht knapp 30min,wurde mit 3 verschiedenen Kameras gedreht und hat sehr viele VFX.
Geschnitten in Resolve, VFX in Fusion, AfterFX, C4D und finales Mastering in Premiere und Audition.

Jedenfalls kam da ganz schön viel an unterschiedliche Software, Footage, VFX Renderings und natürlich auch Audio zusammen.

Ich hab nun irgendwann gemerkt das in meinem Projekt Ordner (3,86 TB an Daten) ein gewisses Chaos herrscht.
Ich hab selber zwar irgendwie noch alles gefunden, aber mehr weil ich wusste wo ich suchen könnte. Es fehlt das aber nach wie vor eine klare Struktur wie man die Daten anzulegen hat. Macht man es z.B. Szenen weise oder doch nach Footageformat. Als Beispiel:

Szene 1 (Footage Kamera A, Footage Kamera B, VFX, Audio...)
Szene 2 (Footage Kamera A, Footage Kamera B, VFX, Audio...)

ODER

Kamera A (Szene 1, Szene2....)
Kamera B (Szene 1, Szene2....)
VFX (Szene 1, Szene2....)
....
....

Auch hab ich das Problem von vielen unsinnigen Zwischen Renderings und exporten damit z.B. Software A die Files von Kamera XY überhaupt lesen kann. Und auch da die Frage wieviel exportiert man eigentlich. (Z.B. um compressed CDNG in AfterFX zu öffnen)

BEISPIEL:
Ich hab einen Shot der 20sek geht, in 5sek davon soll ein VFX eingebaut werden. Exportiere ich dennoch die 20sek oder nur die 5sek. Was ist wenn auf einmal dann doch 6sek VFX gemacht werden müssen?


Gibt es irgendwo eine art Roadmap wie man ein großes Projekt aufbaut? Also Ordner Strukturen, exportformate usw.?

Irgendwie was damit ich beim nächsten mal eine klarere Struktur habe.

Danke
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Frank Glencairn
Beiträge: 11366

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 01 Jul, 2020 08:51

Ich mach das immer nach dem "Szene 1 (Footage Kamera A, Footage Kamera B, VFX, Audio...)" Schema - das ist IMHO am überschaubarsten und man findet was man braucht am schnellsten.

Was intermediate Render betrifft, mach ich alles unkomprimiert, weil du ja sonst mit jedem Schritt einen Generationenverlust hast.

Was mich interessiert ist, warum du in Premiere mastern willst.




-paleface-
Beiträge: 3019

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 09:56

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 08:51
Was intermediate Render betrifft, mach ich alles unkomprimiert, weil du ja sonst mit jedem Schritt einen Generationenverlust hast.
Was ist bei dir unkomprimiert? Ich mach immer ne Tiff-Sequenz. Aber das bringt meine Timeline ganz schön ins stocken.

Ich mag die Schlankheit von Premiere. Bei Resolve fühlen sich die Projekte immer so "dick" an. Premiere lädt schneller und das scrollen geht bei mir besser. Auch hab ich nie ein stocken. Bei Resolve ist immer etwas der Wurm drinnen.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Frank Glencairn
Beiträge: 11366

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 01 Jul, 2020 10:04

Unkomprimiertes AVI oder MOV, alternativ Cineform in bester Qualität, wenn dir das zu viele Daten sind.
Deine Erfahrung mit Resolve hab ich hier nicht, im Gegenteil - im Vergleich mit Premiere läuft Resolve wie warme Butter, selbst auf älteren Workstations.




dosaris
Beiträge: 1240

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Mi 01 Jul, 2020 10:06

-paleface- hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 08:40
... sehr großen Kurzfilm Projekt. Der Film geht knapp 30min,wurde mit 3 verschiedenen Kameras gedreht und hat sehr viele VFX.
Geschnitten in Resolve, VFX in Fusion, AfterFX, C4D und finales Mastering in Premiere und Audition.

Jedenfalls kam da ganz schön viel an unterschiedliche Software, Footage, VFX Renderings und natürlich auch Audio zusammen.

Ich hab nun irgendwann gemerkt das in meinem Projekt Ordner (3,86 TB an Daten) ein gewisses Chaos herrscht.
Ich hab selber zwar irgendwie noch alles gefunden, aber mehr weil ich wusste wo ich suchen könnte. ...
es geht also um Spielfilm/szenisches Arbeiten?!

Dann wirst Du das doch mit dem Drehbuch korrelieren wollen?

Was spricht dann gegen Verschlagwortung rel zu Szene/shot-Nr?

Wir machen vorwiegend Reportagen und wissen demzufolge zuvor oft nicht, was uns am "Set" erwartet.
Drehbuch ist also nicht, aber Unbedingt Dreh-Log führen, besonders wenn die shots zeitl auseinander liegen!
Demzufolge ist zeitl Korrelation wichtig, da wir typisch mit 2... 4 cams arbeiten (späterer Umschnitt).

Nach mehrjähriger Optimierung habe ich eine Notation ausgeknobelt, die das im Dateinamen umsetzt:
timestamp (absteigend), cam-Chip-Nr, original-camshot-Nr (Rückwärts-Referenz), shot-Art, Schlagworte.
Eine Dateisortierung nach Namen ergibt so automatisch, dass zeitgleiche shots direkt hintereinader stehen,
egal wann die zusätzlich bearbeitet (denoiser, Stabi, Respeeder,etc) wurden.




pillepalle
Beiträge: 2251

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von pillepalle » Mi 01 Jul, 2020 10:40

Interessantes Thema. Ich glaube ja auch das es keine Methode gibt die immer gut funktioniert. Hängt ja neben der Art des Drehs (Szenisch, Dokumentarisch ect) auch von der Art des Postworkflows ab.

Bisher habe ich auch immer alles thematisch zusammengefasst, also Szene (Kamera A, Kamera B, Aduio A, Audio B usw). Das hatte für mich den Vorteil, dass ich z.B. zu einer Videofile auch immer gleich wusste, was ich z.B. an Audiofiles dazu hatte und die nicht irgendwo anders suchen musste. Habe aber auch immer alles alleine gemacht. Wenn man aber z.B. bei einem größeren Projekt für Schnitt und Audio unterschiedliche Leute hat, dann funktioniert das vielleicht nicht mehr so gut, weil man dann im Schnitt mit Scratchsound arbeitet und der Ton erst später dazu kommt.

VG
Hagel und Granaten! Schwarzfüße! Hatschi-Bratschis! Söldnerseelen! Vegetarier! Duckmäuser! Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde! - Archibald Haddock




dienstag_01
Beiträge: 10559

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dienstag_01 » Mi 01 Jul, 2020 10:55

Die wirklichen Profis lassen das andere machen ;)

Ein Freund hat mal Musik für einen Hollywood Film gemacht, da wurde alles über Avid und die dazugehörigen Tools verwaltet. Er hatte sich am Anfang dafür entscheiden, bei seiner Software zu bleiben (und nicht auf Protools umzusteigen), das Ergebnis war, dass er die letzten Wochen nur noch mit der Umkennzeichnung von Files beschäftigt war. Bzw. der Assistent ;)




dosaris
Beiträge: 1240

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Mi 01 Jul, 2020 11:03

dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 10:55
... das Ergebnis war, dass er die letzten Wochen nur noch mit der Umkennzeichnung von Files beschäftigt war.
genau!

Das ist ein typisches Problem proprietärer "Lösungen".
Bei Migration/upgrade zum nächsten System geht dann mit dem Vorrat (worst case) nix mehr,
oder nur mit sehr viel manueller Anpassung.

Deswegen hatte ich eine universelle Lösung ausgeknobelt, die unabhängig von Betriebssystem
(Linux, WIN, *) oder Anwendungspaket immer spielt.




-paleface-
Beiträge: 3019

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 14:49

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 10:04
Unkomprimiertes AVI oder MOV, alternativ Cineform in bester Qualität, wenn dir das zu viele Daten sind.
Deine Erfahrung mit Resolve hab ich hier nicht, im Gegenteil - im Vergleich mit Premiere läuft Resolve wie warme Butter, selbst auf älteren Workstations.
Geht mir nicht um zu viele Daten sondern das es noch flüssig in der Timeline läuft. Ich teste mal ob Bildsequenzen oder avis/movs besser laufen.

Bezüglich der Umbenennung von Files das Audio und Video z.B. immer gleich heißen hab ich auch schon nachgedacht. Ist aber je nach Projekt auch viel arbeit. Hab aber auch gesehen das man je nach Kamera oder Audio Device das schon im Gerät geht. Das muss ich beim nächsten Dreh auch mal testen.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Darth Schneider
Beiträge: 5264

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Darth Schneider » Mi 01 Jul, 2020 16:04

@ paleface
Dein Projekt tönt auf jeden Fall schon mal sehr interessant, ich hoffe wir dürfen das dann hier auch anschauen ;-)
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




dosaris
Beiträge: 1240

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Mi 01 Jul, 2020 16:07

-paleface- hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 14:49

Geht mir nicht um zu viele Daten sondern das es noch flüssig in der Timeline läuft.
das kann durchaus dasselbe Problem sein:

wenn das Cutter-Prog nicht mehr genügend Videoclips im RAM CACHEn kann
muss es die von der Disk holen.
Dann hängt's natürlich vom intelligenten caching-Algorithmus ab, ob das (über-)nächste clip
per read-ahead schon im cache vorliegt.




dienstag_01
Beiträge: 10559

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dienstag_01 » Mi 01 Jul, 2020 16:18

In meiner Erinnerung konnte man schon immer Premiere mit Einzelbildsequenzen aus dem Tritt bringen. Und bei großen Tiffs würde ich mal schauen, ob es nicht vielleicht sogar am Datenträger liegt.




-paleface-
Beiträge: 3019

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 17:26

Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 16:04
@ paleface
Dein Projekt tönt auf jeden Fall schon mal sehr interessant, ich hoffe wir dürfen das dann hier auch anschauen ;-)
Gruss Boris
Erstmal gibt es im August ne Kino Premiere (zumindest in einem Kino :-D )
Danach kommt der natürlich auch auf meinem Kanal.

Teaser hab ich vor einiger Zeit hier auch schon mal gezeigt:
viewtopic.php?f=33&t=143953&p=972539&hi ... el#p972539



Back to Topic:
Werde ich mal testen mit den Einzelsequenzen. Ich fand tiff nur immer so gut weil man dann mal eben was in Photoshop schieben kann wenn man dann doch mal ne Retusche machen muss. Sonst muss man den einzelframe dann doch noch mal einzeln exportieren.

Ich meine ich hätte mal Postproduktions-Charts gesehen wie große Kinofilme ihren Workflow so aufbauen.
Finde die aber nicht mehr. Vielleicht hat ja jemand nen Tip..
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Darth Schneider
Beiträge: 5264

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Darth Schneider » Mi 01 Jul, 2020 17:35

Hab den Theaser gleich nochmal geschaut, tolle Bilder, Stimmung und Musik....
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




-paleface-
Beiträge: 3019

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Do 02 Jul, 2020 09:24

Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 17:35
Hab den Theaser gleich nochmal geschaut, tolle Bilder, Stimmung und Musik....
Gruss Boris
Danke. Hat sich seither aber auch noch mal einiges getan.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Peppermintpost
Beiträge: 2515

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Peppermintpost » Do 02 Jul, 2020 16:15

Also, wärend des Schnitts ist die Ordnung deines Drehmaterials ja weitestgehend egal. Hauptsache du hast irgend eine Ordnung. Ich würde immer nach Drehtagen ordnen und dann die Kameras als Unterordner.
Solltest du wirklich mal Footage suchen weil du es aus welchem Grund auch immer nicht eingeladen hast kannst du immer noch im Drehplan nachschauen. Aber mMn ich ein gewisses Maß an Chaos im Schnitt erstmal ok.

Wenn du dir Proxies machen must weil deine Software nicht jedes native Kamera Format ließt oder weil du all dein Footage aus welchen Gründen auch immer im gleichen Format haben möchtest würde ich immer den Pfad kopieren. Also die Originale liegen in .Projekt/Footage/Drehtag/Kamera/... und die Poxies liegen in .Projekt/Proxie/Drehtag/Kamera/...
Hat den Vorteil das es weniger Hazzle ist wenn du dein Conform vom Original machen willst.

Audio behandelst du ja sowieso immer unkompremiert, da kannst du am Ende einfach ein Consolidate machen und es ans Tonstudio geben (oder deiner eigenen Audio bearbeitung zuführen). Damit ist da schon mal das Chaos beseitigt.

Jetzt kommt die Grundsatz Frage ob du die CC vor den VFX machen willst oder danach. Da gibt es kein richtig oder falsch. Beim Spielfilm kommt das Grading immer ganz am Schluss und die VFX werden auf den original Farben gemacht, auch wenn es z.B. Log ist, dann bleibt das halt so. In der Werbung kommt normaler weise erst die CC und dann die VFX, funktioniert auch. Auf Log VFX zu machen ist etwas aufwendiger aber gibt dir mehr Flexibilität, erst CC dann VFX ist so nach dem Motto: "Wir brauchen es nicht schön, wir brauchen es bis Mittwoch."

Was immer dein Weg ist, du machst dein Conform und dann deinen Export der VFX Shots. Hier stellt sich einfach die Frage wie hoch dein VFX Anteil ist. Wenn du auf 30min 50 VFX Shots hast, dann würde ich die Shots in 10er Schritten durchnummerieren und einfach exportieren. 10er Schritte einfach falls du noch einen Shot irgendwo vergessen hast kannst du ihn dazwischen schieben das der zweite shot nicht plötzlich Shot 51 heißt. (Wie vor 40 Jahren beim Basic Programmieren auf dem C64 ;-)
Wenn du aber richtig viel VFX hast, also so Hollywood viel, also bei 30min in der Region zwischen 500 und 700 Shots, dann brauchst du ein besseres System.
Sinnvoll ist es dann hier zum einen ALLE Shots als VFX Shots zu exportieren, egal ob da noch VFX drauf kommen oder nicht, weil es sowieso nur noch eine Hand voll Shots gibt die keine VFX bekommen, da geht dann Organisation vor ein paar MB Datenmüll.
Bei so großen Mengen hat es sich bewährt die Shots nach Sequenzen zu Ordnen. Also du hast eine Sequenz "Tony Stark baut ersten Iron Man Anzug" und die enthält jetzt alle Shots wie er im Keller hockt und mit Jarvis redet. Dann hast du eine zweite Sequenz "Pepper Pott auf der Expo" oder "Iron Man, War Mashine und Pepper auf dem Dach". Jede dieser Sequenzen hat mehrere Shots, das ist auch wichtig damit die VFX innerhalb der Sequenzen gleich aussehen. Iron Man in Afghanistan sieht halt einfach total anders aus als Iron Man auf der Expo im Kampf gegen Vanko.

Das Verfahren hat zum einen den Vorteil das du alles schnell findest, zum anderen wenn du mit mehreren Leuten daran arbeitest kannst du mit dem Grading anfangen wenn nur eine einzige Sequenz fertig ist und du kannst die verschiedenen Sequenzen auf verschiedene Leute aufteilen die dann oft größere Teile der Setups von Shot zu Shot kopieren können. Wenn sich 2 vor einem Greenscreen unterhalten und das wird immer hin und her geschnitten, dann muss ich z.B. den Key ja nicht jedes mal neu ziehen.

Die Exporte selbst machst du IMMER!!! in voller Shot länge PLUS!!! Handles (5-10 sollten bei VFX reichen)!
Die Auflösung und die Kompression sollte bei alles Shots die gleiche sein, es sei denn es lässt sich zwingend nicht vermeiden wenn du z.B. in einem Bild zoomen oder panen willst.
Die Welt tickt in 2k, lass dich nicht hinreißen alles in 4k zu Posten. 4k Post ist nur wichtig wenn dein Film so endlos scheisse ist das 4k das letzte Argument ist warum man es sich überhaupt noch ansehen sollte (siehe Interstellar oder Dunkirk). 2k ist irgendwo zwischen HD und 2048. Solltest du anamorph drehen, dann poste auch anamorph und wandel es nicht vor der Post in square um. Brauchst du am Ende aus irgend einem Grund noch eine 4k Version, dann mach ein Blowup und sag es keinem, dann sieht es auch keiner. Ist für Hollywood gut genug, sollte für uns dann auch langen.
Kleiner Schwank am Rande, schlechte Comper sagen oft gerne das sie die Keys lieber in 4k ziehen und dann ein Reformat machen, das ist Bullshit, die können einfach nur nicht keyen und sind um keine Ausrede verlegen.Wie auch immer...

Die letzte Frage nach der Kompression hat natürlich fast schon religiöse Züge. Es gibt unkompremiert, losless compressed, visual lossless und dann noch die Frage nach Einzelbildern oder Container Formaten. Jedes Ding hat seine eigenen Vor- und Nachteile und ich persönlich finde man sollte sein Format so wählen das es die meisten Bedürfnisse abdeckt und nicht zwingend eine Religion draus machen.
Also z.B. Prores444 finde ich super! Ist das Qualitativ das beste? Nein! Bei weitem nicht. Aber es kann total viel, sieht echt gut aus, kann von jeder Software gelesen werden, hat eine gute Iteraktivität. Warum nicht.
EXR ist natürlich qualitativ um Welten besser, die Interaktivität ist gut, jede Profi Software kann das lesen, aber es erzeugt natürlich ewigen Datenmüll. Shots über das Internet zu externen zu schicken ist eine Katastrophe, sich das mit irgend einer guffel Software anzusehen geht nicht, ihh bahh. Aber technisch wird das alles Ansprüchen gerecht.
Tif, funktioniert total gut, jede guffel Software kann das lesen, losless compressed ist technisch total gut, aber es wird dich mega abnerven weil es einmal so null interaktiv ist. Ich kenne keine einzige Software die darauf optimiert ist.
Mach dir wirklich eine Liste mit Vor- und Nachteilen und schau was für dein Projekt am besten funktioniert. Was der eine total doof findet kann für dich der beste Kompromiss sein.

Ich hoffe das gibt dir schon mal die eine oder andere nützliche Info und auch weiter hin gutes Gelingen.
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




dosaris
Beiträge: 1240

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Do 02 Jul, 2020 17:58

Peppermintpost hat geschrieben:
Do 02 Jul, 2020 16:15
... Beim Spielfilm kommt das Grading immer ganz am Schluss und die VFX werden auf den original Farben gemacht,
hatte ich früher auch so gemacht (allerdings für Reportagen).
Ich bin davon abgekommen, da zu oft Arbeit doppelt/mehrfach gemacht werden musste.

Jetzt mache ich das vor dem Feinschnitt und erreiche so, dass takes, die zerschnitten/nachträglich gekürzt werden müssen
schon in allen Teilstücken das passende grading u CC haben.
Dies spart viel "blättern", weil man sonst immer im vorigen Teilstück (desselben shots) die Einstellparameter erfassen und hinten nachziehen muss.




-paleface-
Beiträge: 3019

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Do 02 Jul, 2020 18:57

Danke Pepper schon mal für deinen Input. Auch das dies seit Januar dein erster Beitrag mal wieder ist... (ja ich hab Gestalkt) :-D

Das mit den 10ner Schritt Benennung war z. b. ein super Tipp. Hatte das Problem tatsächlich und hab dann mit A, B, C gearbeitet. Was aber doof ist.

Was genau meinst du mit:
Die Exporte selbst machst du IMMER!!! in voller Shot länge PLUS!!! Handles (5-10 sollten bei VFX reichen)!

Was sind Handles? 5-10 Frames vor und nach dem Shot? Wie sehen die Handles dann aber aus wenn ich eh schon den ganzen Shot exportieren soll?
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Peppermintpost
Beiträge: 2515

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Peppermintpost » Do 02 Jul, 2020 20:27

Hey Markus

was ich meine ist, sagen wir du hast einen langen Schwenk den hast du für 250F in deinen Film geschnitten, und am ende des Schwenks kommt erst irgend etwas ins Bild was VFX bedarf, dann könnte man ja versucht sein nur die letzten 50F die für die VFX interessant sind zu exportieren. So hatte ich deine Frage auch verstanden.
Also du würdest innerhalb eines Shots dann umschneiden von original Footage zu VFX bearbeitetem Footage. Das ist ein absolutes no-no.
Wenn der Shot für 250F rein geschnitten ist, dann exportiere 250F + 5F am Anfang und 5F am Ende. Die Handels kannst du übrigens bei Resolve oder Nuke Studio einfach so einstellen, das must du nicht händisch machen, genau wie die Namensgebung in 10er Increments oder so.

Grüße
Torsten
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




Social Media

       
 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» Wie stark trifft Euch Corona? Neuer Thread
von DWUA y - Fr 23:50
» RED Komodo: Erste Modelle sind ausgeliefert und erste Footage im Netz
von fritz1 - Fr 23:21
» Unterwassergehäsue für die DJI Osmo Pocket
von Ahnungslos3 - Fr 23:18
» Falsches WB Preset korrigieren?
von klusterdegenerierung - Fr 23:02
» Camcorder oder sonstige Lösung für Urlaubsfilme
von vobe49 - Fr 22:06
» Suche das für mich perfekte Authoring Programm
von Bluboy - Fr 21:32
» Z Cam - Bild Eigenschaften
von -paleface- - Fr 20:16
» Was schaust Du gerade?
von klusterdegenerierung - Fr 20:10
» Step up live in New York
von 3Dvideos - Fr 19:37
» Revoring, variabler Filteradapter: drei Filter für viele Objektive
von Darth Schneider - Fr 19:05
» Heißer Herbst 2020 - Neue CPUs,GPUs und Apple Silicon für die Videobearbeitung
von TheBubble - Fr 18:15
» Zoom H8 Handy Recorder vorgestellt mit bis zu 10 XLR-Mikrofon-Eingängen
von carstenkurz - Fr 17:54
» Wie haben die das gemacht?
von klusterdegenerierung - Fr 14:43
» Rode NTG5 Richtrohrmikrofon am Zoom F6 (inkl. Sennheiser MKH 416 Vergleich) - Teil 2
von pillepalle - Fr 13:39
» DIY - Mikrofonkapsel umbauen......
von srone - Fr 13:17
» Bestätigt: Sony Alpha 7S II Nachfolger kommt im Sommer
von TheGadgetFilms - Fr 11:19
» Z-RAW native support for premiere
von Jott - Fr 11:16
» Was hörst Du gerade?
von Saint.Manuel - Fr 8:18
» Canon kündigt Live-Event für eine Neuvorstellung an
von cantsin - Fr 0:04
» Neue Sony Camcorder in Sicht?
von msteini3 - Do 22:42
» "Kapitel" in Hauptfilm schneiden
von dienstag_01 - Do 22:33
» Erfahrungswerte Adjustment Clip
von srone - Do 22:07
» Postproduktion - Profiworkflow?
von Peppermintpost - Do 20:27
» Canon Canovision EX2 Video Kamera - Hi8 - Kasettenfach defekt!
von ben z. - Do 19:30
» Canon Objektiv CL 8-120mm EX-2 Video Lens - AF Macro Zoom
von ben z. - Do 19:27
» Canon CL 10-100 mm Video Objektiv (1:1.8-2.8) - Bildstabilisator!
von ben z. - Do 19:23
» Canon CL Reflex Lens / Objektiv (1:4 - 250 mm) - selten
von ben z. - Do 19:19
» Canon EOS Adapter VL - Video (für EX-1 und EX-2)
von ben z. - Do 19:16
» Canon CL Video Objektiv Lens 8x Zoom Lens CL (8,7 - 69,6 mm)
von ben z. - Do 19:12
» Z Cam: E2 bald Live-Streaming-fähig, Preissenkungen und neue E2-M4 vorgestellt
von markusG - Do 18:07
» Dish Pro: Universaler Timecode per Satellit
von Bergspetzl - Do 17:50
» Apple ersetzt Intel CPUs in Macs durch eigene ARM Prozessoren
von motiongroup - Do 15:53
» 460GB/s pro Chip: neuer Hochgeschwindigkeits-Speicher für GPUs (HBM2) in Produktion
von slashCAM - Do 13:12
» Linsenreinigung - wer's ganz genau wissen will
von klusterdegenerierung - Do 10:46
» Update für Skydio 2 Drohne bringt viele Verbesserungen
von Frank Glencairn - Do 9:57
 
neuester Artikel
 
Neue CPUs,GPUs und Apple Silicon

Diesen Herbst werden so viele Hardware-Neuerscheinungen den PC- und Mac-Markt aufrütteln wie schon lange nicht mehr - manche der kommenden Produkte werden sogar einen einen eher revolutionären Paradigmenwechsel einleiten. Wir wagen einen Ausblick... weiterlesen>>

Vergleich Videostabilisierung

Wir haben aktuelle spiegellose Wechselobjektivkameras, deren Videoperformance derzeit zu den besten am Markt zählt in einem Stabilisierungs-Vergleich gegeneinander antreten lassen. Hierbei durften sich alle mit unserer Stabilisierungs-Referenz - der Panasonic GH5 - messen. Mit überraschendem Ergebnis
weiterlesen>>

neuestes Video
 

Aktuelles Video:
concatenation 2 OLYMPIC GAME

Die olympischen Spiele als großes bewegtes Puzzle, bei dem man sich die Teilchen passend zuschneiden kann -- genug Geduld vorausgesetzt...