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Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?



Filmen als Beruf: Hier geht´s um Themen wie: Tarifliches, Kundenkommunikation, Abnahmen und wieviel man für bestimmte Aufträge verlangen kann
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Jalue
Beiträge: 938

Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jalue » Sa 12 Okt, 2019 11:28

Moin Community,

mein Eindruck: Die Akquise wird für Einzelunternehmer im Bereich News/Corporate schwieriger. Zwar steigt der Bedarf an Bewegtbild, aber gesucht werden überwiegend Festangestellte, oft zu Gehältern auf Raumpflegerniveau. Empirische Daten dazu gibt es nicht, wohl weil die Berufsgruppe zu klein und damit für Arbeitsmarktforscher uninteressant ist.

Mögliche Gründe, die mir einfallen:

- Durch Absolventenschwemme und immer billigere Technik ist es auch für kleine Mittelständler/Produktionsfirmen mittlerweile günstiger, einen eigenen Videoproducer einzustellen, als Freelancer zu buchen.

- Die AÜG-Reform macht das Buchen von „Freien“ riskanter. Zumindest im IT-Bereich findet man dafür (z.B. im Leserforum von Heise) Hinweise. Auch dass verstärkt Zeitarbeitsfirmen am Markt agieren, spricht für die These.

- Veränderte Produktions- und Distributionsmodelle: Eigenproduktion ist teuer. Wenn möglich kauft man Material günstig bei Agenturen ein, vieles bekommt man auch ganz umsonst.

- Vergabeplattformen wie twago. Die meisten Ausschreibungen fallen dort in die „< 800 Euro“- Kategorie. Für Profis uninteressant, aber offenbar gibt es genug Leute, die für ein besseres Taschengeld produzieren.

Teilt ihr diese Eindrücke oder nicht? Falls ja: Was sind eure Erklärungsansätze? Wie reagiert ihr auf diese Entwicklung?




iasi
Beiträge: 15176

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » Sa 12 Okt, 2019 11:42

Angebot und Nachfrage

Ich denke auch, dass es an der steigenden Zahl von Anbietern liegt.
Inflation an Studiengängen im Medienbereich.
Selbst die Technik stellt heute keine Hürde mehr dar.

Gut für die Kunden, denn die haben nun die Wahl unter vielen Konkurrenten und können die Preise für Auftragsproduktionen drücken.
Gut, wer Stammkunden hat. Aber selbst die sind keine sichere Nummer, falls die Kundschaft plötzlich in Sparzwang gerät.




Jalue
Beiträge: 938

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jalue » Sa 12 Okt, 2019 12:00

iasi hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 11:42
Gut, wer Stammkunden hat. Aber selbst die sind keine sichere Nummer, falls die Kundschaft plötzlich in Sparzwang gerät.
Guter Punkt. Ich habe den Eindruck, dass die „Halbwertzeit“ der Kunden allgemein sinkt, vielleicht weil der Markt so in Bewegung ist. Da wechseln manche halt ihre Videostrategie wie Unterhemden - und die Auftragsproduzenten gleich mit.




iasi
Beiträge: 15176

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » Sa 12 Okt, 2019 12:10

Vor allem sollte man sich nicht zu sehr auf Stammkunden verlassen, denn auch große Firmen machen über Nacht mal eben eine 180° Wende. Da baut Daimler z.B. ein 2.Werk in Ungarn und kurz bevor die Gebäude stehen, wird mal eben kurzfristig entschieden, dass diese dann für nicht absehbare Zeit leer stehen werden.




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » Sa 12 Okt, 2019 12:39

Jalue hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 12:00
iasi hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 11:42
Gut, wer Stammkunden hat. Aber selbst die sind keine sichere Nummer, falls die Kundschaft plötzlich in Sparzwang gerät.
Guter Punkt. Ich habe den Eindruck, dass die „Halbwertzeit“ der Kunden allgemein sinkt, vielleicht weil der Markt so in Bewegung ist. Da wechseln manche halt ihre Videostrategie wie Unterhemden - und die Auftragsproduzenten gleich mit.
Kann ich nicht sagen, ich denke es wird eher übers content ansich ausgemacht, so zumindest erlebe ich das. Eins ist ja klar, ein Angestellter Marketingleiter hat nichts davon wenn er einen billigen Studenten wählt, denn auf der einen Seite schrumpft dadurch der Etat fürs nächste Jahr und auf der anderen kann ein preiswerter Anfänger den Job gerne mal vergeigen, oder ist im bestenfall einfach nur Unzuverlässig, was für viele noch schlimmer ist und das erkläre mal dem CEO.

Zudem ist es ja nicht die Kohle des Leiters und rühmen mit gelungenen Projekten will er sich auch.
Ich stelle eher fest das manche Dinge ganz einfach gestrichen werden und stattdessen was anderes gemacht wird , oder die Schwerpunkte so abwandern das wir vielleicht nicht mehr den Stellenwert haben und ins hintertreffen geraten.

Deswegen ist man gut beraten soviel Akquise wie möglich zubetreiben.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




iasi
Beiträge: 15176

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » Sa 12 Okt, 2019 12:45

Gute Jahre lassen die Erträge steigen, dann kommt das schöne Wachstum ins Stocken und ein Kostensparprogramm wird aufgelegt.
Der angestellte Marketingleiter wird sein Gehalt wohl eher nicht kürzen und auch seine Kollegen nicht mal eben feuern, wenn seine Kostenstelle Einsparungen verordnet bekommt.




Jalue
Beiträge: 938

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jalue » Sa 12 Okt, 2019 13:58

Ich nehme mal mit, dass ihr beide meine Einschätzung (siehe Ausgangsfrage) im Wesentlichen teilt.

Andere auch?

Gedacht ist das hier als eine Art kleiner "Forschungsthread" ... von wissenschaftlicher Seite gibt's ja wie gesagt kaum Analysen, die uns "Kleinproduzenten" (und dazu zähle ich auch freie Kameraleute mit eigener Ausrüstung, etc., die Grenzen sind ja fließend) bei der Einschätzung der Marktsituation helfen.

Interessant wäre auch zu wissen, wie ihr konkret reagiert.




rainermann
Beiträge: 1680

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von rainermann » Sa 12 Okt, 2019 14:32

Bei mir ist seit Jahren immer das gleiche zu beobachten:
Bei gestreuten Anfragen bekomme ich fast nie den Zuschlag. Da laufen die Anfragen auch fast immer nur über email. Läutet hingegen das Telefon, sind die Chancen groß, daß es "was wird". Im direkten Kontakt wurde ich mit diesen Kunden fast immer einig. Ohne große Preisdrückerei und -Verhandlungen. Wurde im Lauf der Jahre nicht mehr, aber auch nicht weniger. Halt immer stark schwankend. Und es scheint, alle potentiellen Kunden sprechen sich telepathisch ab: da ist wochenlang nichts und sobald was richtig Großes reinkommt, ist der AB voll mit zeitgleichen Anfragen, die ich dann an Kollegen/Konkurrenten, die man aber gut kennt, abgeben muss.




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » Sa 12 Okt, 2019 14:56

Bei mir auch so, entweder weiß ich nicht was ich zu erst oder letzt machen soll, oder ich frage mich ob ich bald bei LIDL Regale einräume. ;-))))
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




rainermann
Beiträge: 1680

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von rainermann » Sa 12 Okt, 2019 15:35

Vorher dreh ich Hochzeitsfilme.

... wobei,… was zahlt nochmal Lidl? ;)




iasi
Beiträge: 15176

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » Sa 12 Okt, 2019 15:40

rainermann hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 15:35
Vorher dreh ich Hochzeitsfilme.

... wobei,… was zahlt nochmal Lidl? ;)
besser




rainermann
Beiträge: 1680

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von rainermann » Sa 12 Okt, 2019 15:51

iasi hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 15:40
rainermann hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 15:35
Vorher dreh ich Hochzeitsfilme.

... wobei,… was zahlt nochmal Lidl? ;)
besser
Mal überlegen: man wird von Kunden angerempelt, mit doofen Fragen belagert, von oben herab angesehen...
jo, gibt sich wohl nix.




Jott
Beiträge: 18077

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jott » Sa 12 Okt, 2019 17:31

Was ist ein „Kleinprozent“?

Gejammert wird seit Jahrzehnten, nichts Neues.

Eines oben stimmt auch schon immer: Ausschreibungen, Massenanfragen und Dumpingportale suchen den Billigsten. Interessant allenfalls für Einsteiger ohne Fixkosten. Ruft aber jemand an, wird der Kompetenteste gesucht. Oder noch besser: es war eine konkrete Empfehlung. So muss es sein.

Von aktiver Akquise halte ich gar nichts, so ist man lediglich ein trauriger bettelnder Quälgeist unter Hunderten. Albern. Marktpräsenz geht anders.

Bei uns gibt‘s keine Einbrüche, im Gegenteil. Da läuft wohl irgend was richtig.

Ernsthafte Auftraggeber checken vorab Firmenhistorie, Umsatz und Bonität über Dun and Bradstreet oder Creditreform, bevor sie Aufträge vergeben. Schon da muss alles passen, sonst springt nicht mal ein Kaffee raus.




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » Sa 12 Okt, 2019 18:01

Jott hat geschrieben:
Sa 12 Okt, 2019 17:31
Von aktiver Akquise halte ich gar nichts, so ist man lediglich ein trauriger bettelnder Quälgeist unter Hunderten. Albern. Marktpräsenz geht anders.
So ein dummes Zeug habe ich schon lange nicht mehr gehört!
Größere Produktioner und auch Agenturen haben einen extra Akqusitör der den ganzen Tag nix anderes macht als Kunden kontaktieren und es ist keine Besonderheit das so ein Prozess über Jahre gehen kann bis er anbeisst.

Dies bei hunderten über längere Zeit garantiert einen neuen und gesunden Kundenstamm, denn wie hier schon erwähnt, auf Stammkunden kann man nicht immer setzen.
Ich selbst hatte so einen für 14 Jahre, hatte mehr als die hälfte meines Umsatzes damit generiert und plötzlich war es vorbei und da ich es zu der Zeit genauso gehandhabt hatte wie Du, stand ich ziemlich dumm da.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




Jott
Beiträge: 18077

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jott » So 13 Okt, 2019 01:35

“So ein dummes Zeug habe ich schon lange nicht mehr gehört!
Größere Produktioner und auch Agenturen haben einen extra Akqusitör der den ganzen Tag nix anderes macht als Kunden kontaktieren“

Genau. Und der genervte Kunde schaltet auf Durchzug, weil jeden Tag zehn von der Sorte anrufen und alle den gleichen Scheiß erzählen.

Dummes Zeug? Wenn du meinst, kein Problem!

Die Hälfte des Umsatzes oder mehr über nur einen Kunden zu generieren ist extrem gefährlich. Das darf nie der Fall sein.




Darth Schneider
Beiträge: 5352

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Darth Schneider » So 13 Okt, 2019 08:01

An Jott
Extrem gefährlich?
Klar schon, aber kennst du jemanden der sich die berufliche Situation extra so aussucht ?
Ich kenne einen Grafiker, der war Freelancer und hat seine gesamtes Einkommen nur von einem einzigen sehr guten Kunden bekommen, das 30 Jahre lang.
Dann war Schluss, einfach so, ganz ohne Vorwarnung, der Kunde hat noch nicht mal den Grafiker gewechselt, sondern den Bereich einfach eingestampft.
Heute gestaltet der Grafiker Freund Chinaschrott Handbücher....

Geniess es und seie froh wenn s bei euch gut läuft, das ist nicht selbstverständlich und kann sich von heute auf morgen ändern.
Manchmal genügt schon ein dummer Zufall, oder ein grösseres Problemchen an der Börse.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




Jott
Beiträge: 18077

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jott » So 13 Okt, 2019 08:42

Deswegen nie von nur einem Kunden abhängig machen. Ist in Deutschland übrigens auch gar nicht legal. Als Freelancer mit nur einem Kunden liegt Scheinselbständigkeit vor, das knallt bei einer Prüfung mal richtig.




ruessel
Beiträge: 6283

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von ruessel » So 13 Okt, 2019 09:01

Ich selbst hatte so einen für 14 Jahre, hatte mehr als die hälfte meines Umsatzes damit generiert und plötzlich war es vorbei und da ich es zu der Zeit genauso gehandhabt hatte wie Du, stand ich ziemlich dumm da.
Ich habe noch eine andere Variante erlebt. Ein Großunternehmen belieferte mich regelmäßig mit Filmaufträgen im Jahr, groß was anderes zu akquirieren war zeitlich kaum machbar - und auch überhaupt nicht nötig (waren immer 2.000,- bis 60.000,- Aufträge).
Dann eines morgens beim Schuhe zubinden, knack, Rückenschmerzen die bis in das Bein strahlten. Arzt meinte "in 7 Wochen bin ich o.k." - rechtzeitig zur nächsten Messefilmbesprechung.
Nach 7 Wochen spritzte der Arzt immer noch regelmäßig Zeugs in die Wirbelsäule und das rechte Bein war inzwischen komplett gelähmt. Arztwechsel, sofortige Notoperation, 6 Wochen Reha, 12 Wochen Krankschreibung.
Als ich wieder Fit war, war der MesseAuftrag schon längst an jemand anderen vergeben und ich hatte meinen letzten Auftrag: Alles Filmmaterial der letzten 13 Jahre auf Festplatten übertragen und der Firma zuzuschicken. Dann nie wieder was von der Firma gehört.

Man fängt dann eigentlich von Null an und glaubt mir, das tut unheimlich weh.
Gruss vom Ruessel

Mein Video-BLOG: www.fxsupport.de
Etwas für die Ohren: www.ohrwurmaudio.eu




Darth Schneider
Beiträge: 5352

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Darth Schneider » So 13 Okt, 2019 09:03

Und ausserdem, kein Equipment kaufen wenn man sich dieses nicht leisten und bar bezahlen kann. Keine Schulden machen, das Konto muss immer voll genug sein.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




ruessel
Beiträge: 6283

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von ruessel » So 13 Okt, 2019 09:06

Deswegen nie von nur einem Kunden abhängig machen. Ist in Deutschland übrigens auch gar nicht legal. Als Freelancer mit nur einem Kunden liegt Scheinselbständigkeit vor, das knallt bei einer Prüfung mal richtig.
Ich bin zweimal geprüft worden (Künstlerkrankenkasse), nix passiert.
Gruss vom Ruessel

Mein Video-BLOG: www.fxsupport.de
Etwas für die Ohren: www.ohrwurmaudio.eu




iasi
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Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » So 13 Okt, 2019 09:19

Als Kleinproduzent unterwegs zu sein hat Vor- und Nachteile.

Eine Alternative wäre sich mit anderen zusammen zu tun und z.B. eine GmbH zu gründen.
Es würde auch die Möglichkeit von Eigenproduktionen eröffnen.




klusterdegenerierung
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Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » So 13 Okt, 2019 10:01

ruessel hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 09:01
Man fängt dann eigentlich von Null an und glaubt mir, das tut unheimlich weh.
Was für ein Apunkt, sowas macht man nicht, im Gegenteil.
Ist mir mit den 14 Jahren ähnlich gegangen, wir mußten uns entscheiden ob Studio oder Doppelhaushälfte weil beides ging nicht mehr.

Und nach 14 Jahren den selben Keks fotografieren ist man auf dem freien Markt auch nicht gerade die erste Adresse, da muß man sich wieder zurückkämpfen.
Ich kann Dich sehr gut verstehen, vor allendingen die menschliche Enttäuschung bei dem ganzen.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » So 13 Okt, 2019 10:10

iasi hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 09:19
Als Kleinproduzent unterwegs zu sein hat Vor- und Nachteile.

Eine Alternative wäre sich mit anderen zusammen zu tun und z.B. eine GmbH zu gründen.
Es würde auch die Möglichkeit von Eigenproduktionen eröffnen.
Hab ich auch hinter mir, die Gefahr ist groß das es immer ein ungleichgewicht auf allen Ebenen gibt was das ganze zu einem ewigen Eiertanz werden lässt.
Habe über viele Jahre diese und ähnlich Konzepte bei befreundeten Kollegen kommen und gehen sehen und immer entpuppte sich irgendwer als Apunkt und das ganz fuhr voll gegen die Wand.

Und nicht immer ging es dabei harmlos aus, denn darunter waren auch große Produktionen von großen Diskountern die dann sogar in Konventionalstrafen endeten.
Ich kann mir nicht vorstellen das dies gut funktioniert, ausser man lässt sich irgendwo ganz regulär anstellen.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » So 13 Okt, 2019 10:12

ruessel hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 09:06
Deswegen nie von nur einem Kunden abhängig machen. Ist in Deutschland übrigens auch gar nicht legal. Als Freelancer mit nur einem Kunden liegt Scheinselbständigkeit vor, das knallt bei einer Prüfung mal richtig.
Ich bin zweimal geprüft worden (Künstlerkrankenkasse), nix passiert.
Da ist aber wohl auch eher das Finanzamt für zuständig.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




ruessel
Beiträge: 6283

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von ruessel » So 13 Okt, 2019 10:41

Eine Prüfung der Scheinselbstständigkeit kann vom Deutschen Rentenversicherung Bund, einem Arbeitsgericht, dem Finanzamt oder Sozialversicherungen durchgeführt werden.
https://www.fuer-gruender.de/wissen/unt ... endigkeit/
Gruss vom Ruessel

Mein Video-BLOG: www.fxsupport.de
Etwas für die Ohren: www.ohrwurmaudio.eu




Jott
Beiträge: 18077

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jott » So 13 Okt, 2019 11:10

ruessel hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 09:06
Deswegen nie von nur einem Kunden abhängig machen. Ist in Deutschland übrigens auch gar nicht legal. Als Freelancer mit nur einem Kunden liegt Scheinselbständigkeit vor, das knallt bei einer Prüfung mal richtig.
Ich bin zweimal geprüft worden (Künstlerkrankenkasse), nix passiert.
Das hat nichts mit der KSK zu tun, denen ist das egal. Hinterziehung von Sozialabgaben - denn das ist Scheinselbstständigkeit - ruft ganz andere Leute auf den Plan, das kann locker den Ruin bedeuten. Nicht in Foren bilden, sondern beim Steuerberater.

Es gibt so viele Selbständige, die sich aus Unwissenheit ihr Bein selber stellen.




iasi
Beiträge: 15176

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » So 13 Okt, 2019 11:15

Jott hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 11:10
ruessel hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 09:06


Ich bin zweimal geprüft worden (Künstlerkrankenkasse), nix passiert.
Das hat nichts mit der KSK zu tun, denen ist das egal. Hinterziehung von Sozialabgaben - denn das ist Scheinselbstständigkeit - ruft ganz andere Leute auf den Plan, das kann locker den Ruin bedeuten. Nicht in Foren bilden, sondern beim Steuerberater.
Wobei Die Behörden in der Beweispflicht sind und eben doch auch zahlreiche Bedingungen erfüllt sein müssen, um Scheinselbstständigkeit nachzuweisen.
Der Steuerberater dürfte hier der falsche Ansprechpartner sein - das ist eher eine Sache für einen Anwalt.




Jott
Beiträge: 18077

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jott » So 13 Okt, 2019 11:20

Wenn der Steuerberater eine Vollpfeife ist, ja.




rainermann
Beiträge: 1680

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von rainermann » So 13 Okt, 2019 11:39

Ach aus solchen Gründen habe ich einen Steuerberater, seit ich selbstständig bin. Und kann es auch jedem nur empfehlen. Ein guter macht halt doch noch etwas mehr, als nur Elster online auszufüllen.




iasi
Beiträge: 15176

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von iasi » So 13 Okt, 2019 13:54

Jott hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 11:20
Wenn der Steuerberater eine Vollpfeife ist, ja.
Nun ja - wie der Name schon sagt: Steuer-berater.

Es geht bei Scheinselbstständigkeit eher um eine Rechtsfrage, die eben nicht primär zur Ausbildung eines Steuerberaters gehört.




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » So 13 Okt, 2019 14:30

Nicht alle Steuerberater tun sich leicht in unseren Gefilden, so mußte meiner früher auch erst einmal lernen, das für einen Freelancer eine Steuernummer statt eines Gewerbes reicht, aber bei diesem besonderen Fall sind fasst alle überfordert.

Damals als ich noch kein Gewerbe hatte und als Freelancer überall war wo Hilfe benötigt war, meinte man über lange Zeit ich müße ein Gewerbe anmelden, was aber unfug ist.
Insofern ist das mit dem Steuerberater immer so eine Sache. Mein allererster war ein alter Herr der jedes mal meinte ich solle alte Windmühlen fotografieren, das sei das was die Leute wollen, ne is klar! ;-)
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




Jott
Beiträge: 18077

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von Jott » So 13 Okt, 2019 14:36

Der Steuerberater sieht ja, wenn du nur Rechnungen an einen einzigen Kunden schreibst.

Einen Steuerberater auswählen ist wie einen „Kleinproduzenten“ auswählen: wehe, man entscheidet sich für billige Dilettanten.

Seltsam, was?




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » So 13 Okt, 2019 14:41

Jott hat geschrieben:
So 13 Okt, 2019 14:36
Der Steuerberater sieht ja, wenn du nur Rechnungen an einen einzigen Kunden schreibst.

Einen Steuerberater auswählen ist wie einen „Kleinproduzenten“ auswählen: wehe, man entscheidet sich für billige Dilettanten.

Seltsam, was?
Sprichst Du damit gezielt jemanden an, oder nur so?
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




rainermann
Beiträge: 1680

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von rainermann » So 13 Okt, 2019 15:02

Da hatte ich zum Beispiel mit meiner Steuerberaterin richtig Glück: Sie wurde mir von einem Grafiker Kollegen empfohlen und betreut ausschließlich Leute im künstlerischen und Medienbereich. Sachen wie Gewerbe oder nicht wurden zum Beispiel bereits im ersten Gespräch angesprochen und geklärt und mir auch der Unterschied erklärt. Würde da jetzt nicht unbedingt nur zwischen gut oder schlecht unterscheiden, sondern denke, wie bei uns, gibt’s halt auch dort Spezialisten für bestimmte Gebiete.




klusterdegenerierung
Beiträge: 16917

Re: Markt für Kleinproduzenten - ein „totes Pferd“?

Beitrag von klusterdegenerierung » So 13 Okt, 2019 15:12

Finde auch das jott da immer ganz schön fett aufträgt, so heiß wird nun doch nicht alles gegessen. ;-)
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




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