m_bauer588
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Verwirrung mit Logarist

Beitrag von m_bauer588 » Mi 24 Okt, 2018 03:25

Hallo,

ich hab bis dato nur mit den Einstellungen in der Kamera (WB, Sättigung, etc.) die Farben meiner Videos beeinflusst. Langsam fange ich an immer mehr mit sehr flachen Profilen zu filmen und selbst den Farblook zu erstellen.

Ich bin jetzt auf Logarist gestoßen und das sieht für mich nach einem guten Möglichkeit aus mit wenigen Klicks eine sehr natürliche Farbwiedergabe und einen ticken mehr Details aus den Videos rauzuholen. Allerdings verwirren mich die ganzen mitgelieferten Profile.

Laut einem Tutorial nehme ich "BT.709 video levels to logarist.cube" als Input-LUT und als Output nehme ich "Logarist to BT.709 LumaComp 0.66.cube" als Output-LUT. Wozu dienen die ganzen anderen Profile für Canon, Sony, etc.? Sind das Input- oder Output-LUTs? Und was ist der Unterschied zwischen Luma- und HighComp und wozu die ganzen Stufen von 0.33 bis 1.33?

Dachte mal bevor ich sinnlos drauf los probiere und dann versuche die Ergebnisse zu deuten hie kann sicher jemand Licht ins Dunkel bringen - eventuell kann mir auch jemand YT-Videos oder Webseiten empfehlen auf denen man sich in diese Materie etwas einarbeiten kann.




wolfgang
Beiträge: 5723

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von wolfgang » Mi 24 Okt, 2018 09:17

Eine Teilantwort: das ist ein Farbmanagementsystem, und du musst immer die Input-LUTs deiner Kamera nutzen. Eine Sony ist eben keine Canon etc.

Die Output LUTs sind dann in den Zielfarbraum/Zielgamma. Also etwa zu rec709.
Lieben Gruß,
Wolfgang




m_bauer588
Beiträge: 10

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von m_bauer588 » Mi 24 Okt, 2018 09:29

wolfgang hat geschrieben:
Mi 24 Okt, 2018 09:17
und du musst immer die Input-LUTs deiner Kamera nutzen. Eine Sony ist eben keine Canon etc. Die Output LUTs sind dann in den Zielfarbraum/Zielgamma. Also etwa zu rec709.
Danke. Das wäre für mich auch die logischste Erklärung gewesen für die mitgelieferten Profile... Ich finde es genial wie ich mit 2 LUTs einfach mal so eben nebenbei aus den Lichtern und vor allem den Schatten noch ganz nebenbei ein paar mehr Details raushole.

Dann würde mich brennend noch interessieren was es mit den vielen Luma- und HighComp Stufen auf sich hat.

Und wie kann ich über die Farb- und Kontrastkorrektur mit einem weiteren LUT nochmal einen Farblook darüber legen?




wolfgang
Beiträge: 5723

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von wolfgang » Mi 24 Okt, 2018 16:58

Die Korrekturen macht man wie gewohnt mit den üblichen Filtern in der timeline der jeweiligen NLE selbst.

Denn die Sache funktioniert bei den Farbmanagementsystemen so:
- Konversion des Ausgangsmaterials (meist log von einer gehobeneren Kamera) in den Logarist Farbraum (das ist bei jedem Farbmanagementsystem so, etwa auch bei ACES)
- In der timeline die Korrekturen vornehmen - was der eigentliche Grading Schritt ist. Kann auch ein weiterer Lut sein, kann auch händisch oder eine Kombination sein weil man will das Material ja meist gezielt entwickeln...
- und dann eben die Konversion in den Zielfarbraum und Rausrendern. Er nennt das Display Color Space - aber es sind Zielgamma und Zielgamut für die Darstellung am späteren Sichtgerät gemeint.

https://www.logarist.com/
Lieben Gruß,
Wolfgang




m_bauer588
Beiträge: 10

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von m_bauer588 » Do 25 Okt, 2018 00:01

https://www.logarist.com/img/Logarist_r ... arison.jpg

Ok wenn ich mir das Bild so ansehe dann scheint HighComp schon etwas die Sättigung zu reduzieren und das überall und nicht nur in den Highlights...




Paralkar
Beiträge: 1464

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von Paralkar » Do 25 Okt, 2018 00:55

warum nutzt du nicht ACES, is doch viel sinnvoller die IDTs der Hersteller zu nehmen, als irgendwelche zusammengebauten LUTs von jemandem, den keiner kennt?

Cool das es sowas gibt, aber wieso nicht Branchenstandard?
DIT/ digital Colorist/ Photographer




m_bauer588
Beiträge: 10

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von m_bauer588 » Do 25 Okt, 2018 01:22

Paralkar hat geschrieben:
Do 25 Okt, 2018 00:55
Cool das es sowas gibt, aber wieso nicht Branchenstandard?
Da stellen sich mir 2 Fragen:

1) Gibt es IDTs für 200D und 80D (meine Arbeitspferde für Video) und die RX100 IV sowie RX0 (mein Slow Motion Setup)?
2) Kann ich ACES in PRE verwenden?

Ich finde Logarist garnicht schlecht - hab heute erst 3 Testvideos gemacht und da kommt schon einiges raus. Für die 1-3 Videos im Monat ist mir das CC Abo zu teuer daher verwende ich PRE. Ich kann zur Not auf DaVinci zurückgreifen aber (warum auch immer) auf meinem Mac Pro rennt PRE besser und flüssiger aber vor allem bevorzuge ich die Bedienung von PRE.

Wenn es sein muss arbeite ich auch mit DaVinci - kam bis jetzt 2 oder 3 mal vor im letzten Jahr, dass ich bei zu starkem Mischlicht das bessere Colorgrading von DaVinci bemühen musste. Für 85-90% der Clips reicht mir was PRE bietet - meist brauche ich ohnehin nur leichte Korrekturen von Weißabgleich, Dynamik, Sättigung, Kontrast und das Schärfen. Wenn ich mit bestimmten Farben Spielen will kommt auch mal der HSL Tuner zum Einsatz aber das war es dann für so gut wie alles.




JayKay
Beiträge: 11

Re: Verwirrung mit Logarist

Beitrag von JayKay » So 04 Nov, 2018 18:52

Die Logarist to BT.709 LUT macht das was der Name schon sagt, es transformiert den Logarist Farbraum zu Rec709.
Rec709 hat nen recht begrenzten Dynamikumfang und standartmäßig kein roll off in den Highlights.
Deswegen gibt es die luma- und highcomp LUTs. Dort werden die Highlights komprimiert bzw. es findet ein smootheres roll-off ins clipping statt.
Die Zahlen 0.33, 0.66, 1 und 1.33 stehen dafür, wie stark die Highlights komprimiert werden.
Z.B. bedeutet 0.33, dass eine drittel Blende mehr in die Highlights gequetscht wird gegenüber standard Rec709.
Bei 1.33 hast du dann ein und ein drittel Blende mehr Informationen in den Highlights, dafür sind die dann stärker komprimiert.

Bei lumacomp wird nur die Luma-Kurve komprimiert und dadurch bleibt die Sättigung in den Highlights erhalten.
Bei highcomp werden die Highlights mehr und mehr entsättigt, desto näher sie an die Clipping-Grenze kommen.
Letzteres soll ein wenig das Verhalten von Film emulieren.

btw, steht auch alles so auf der Webiste:
https://www.logarist.com




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