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Großformat Problematik



Besonderheiten, Pro und Contra sowie Fragen zu digitalen (Spiegelreflex-)Kameras mit Videofunktion sowie Cine-Camcordern mit großem Sensor
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j.t.jefferson
Beiträge: 728

Großformat Problematik

Beitrag von j.t.jefferson » Mo 19 Mär, 2018 13:16

Anlässig zu den ständigen neuen Release zu Großformat Cams wollte ich mal meinen Senf dazu beitragen und vielleicht eine kleine Diskussion in gang setzen.

Wir haben jetzt seit 1-2 Monaten die Monstro und das Ding ist echt ein Segen und gleichzeitig ne mittlere Katastrophe.
Das Bild und die Dynamik sind einfach geil. Dagegen steht der Mehraufwand an Licht.
Damit überhaupt was scharf ist, müssen wir so weit die Blende schließen, dass es direkt mal min. doppelt soviel Licht braucht.
Zum Glück hat man ja noch die Möglichkeit den Sensor auf 6K oder 5K runterzucroppen.

Auch wenn Arri jetzt eine Vollformat Kamera rausgebracht hat, denke ich, das nicht viele auf das Ding umsteigen werden. Warum wurde da keine echte 4K S35 Kamera rausgebracht?
Wahrscheinlich werden die nächsten Tatort Folgen dann in ner Bokeh Orgie enden wie z.B. Altered Carbon. Die Serie hatte auf mich wirklich den Eindruck gemacht als wenn man nicht genug Licht gehabt hätte und deswegen alles in Unschärfe absäuft.

Würde mich interessieren wie ihr das seht.


Gruß




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » Mo 19 Mär, 2018 13:48

Ich muss sagen, ich verstehe deny Zusammenhang nicht, bzw. die Differenzierung zwischen „Schärfe“ und „Fokus“ denn je weiter man die Blende schließt, desto „ünschärfer“ wird das Bild, aber die Tiefenschärfe nimmt natürlich zu.
Du beklagst also den Mangel an Tiefenschärfe, wenn ich das richtig deute.
Mehr Licht führt aber nur in dem Fall zum Ziel, wenn die Pixelgrösse ausreichend ist und Beugung vermieden wird denn nur dann bleibt die Auflösung erhalten.
Genau das ist ja der Grund, warum der Pixelwahn dazu führt, dass immer stärker „nachgerechnet“ werden muss, weil die einzelnen Parameter sich z.Tl. gegenläufig verhalten. Wobei größere Pixel dann wieder für höhere Empfindlichkeit und damit geringere Lichtanforderung führen. Nicht umsonst tendieren Firmen, wie ARRI bei ihren Formaten zu möglichst großen Pixels.
Nur die ständige Fordeung nach mehr Pixels, bei gleichbleibenden Sensorgrössen führt letztlich zu solchen Effekten, dass abgeblendet werden muss, um überhaupt noch eine verwertbare Tiefenschärfe nutzen zu können und weil die winzigen Pixels dann kaum mehr Photonen sammeln, müssen eben die kWatts her. Aber sowas ist ja schon zum Zeitpunkt der Kameraauswahl bekannt und man wird sich die Kamera ja entlang des Einsatzes aussuchen und damit den Überraschungseffekt gering halten.
Gute Grüße, Wolfgang

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dosaris
Beiträge: 488

Re: Großformat Problematik

Beitrag von dosaris » Mo 19 Mär, 2018 14:54

WoWu hat geschrieben:
Mo 19 Mär, 2018 13:48
Wobei größere Pixel dann wieder für höhere Empfindlichkeit und damit geringere Lichtanforderung führen. Nicht umsonst tendieren Firmen, wie ARRI bei ihren Formaten zu möglichst großen Pixels.
Nur die ständige Fordeung nach mehr Pixels, bei gleichbleibenden Sensorgrössen führt letztlich zu solchen Effekten, dass abgeblendet werden muss, um überhaupt noch eine verwertbare Tiefenschärfe nutzen zu können und weil die winzigen Pixels dann kaum mehr Photonen sammeln,
deswegen wundere ich mich schon 'ne ganze Weile,
wieso es eigentlich keine 4k-Cams in 3Chip-Ausführung gibt
(zu geben scheint?)
Da wäre dies Problem viel entspannter zu handhaben.




Jott
Beiträge: 14607

Re: Großformat Problematik

Beitrag von Jott » Mo 19 Mär, 2018 15:04

Gibt es. Nur will außer Live-Broadcastern niemand den 2/3"-Look der Sony HDC-4300 oder Ikegami UHK-430.
Zuletzt geändert von Jott am Mo 19 Mär, 2018 15:14, insgesamt 1-mal geändert.




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » Mo 19 Mär, 2018 15:14

Da hätten wir dann den nächsten Parameter, der in dem Spiel mitspielt .... bei großen Sensoren wird das Prisma zum riesigen Klotz und damit fast nicht mehr machbar.
Ikegami hat Kameras, die ( allerdings für 2/3) mit 3 bzw. 4 Sensoren arbeiten. (2 für grün, um die Auflösung darzustellen).
Gute Grüße, Wolfgang

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Jott
Beiträge: 14607

Re: Großformat Problematik

Beitrag von Jott » Mo 19 Mär, 2018 15:16

Geht auch noch fetter, den Platz für den Prismenklotz haben sie offensichtlich gefunden:

https://www.teltec.de/sony-uhc-8300.html




Peppermintpost
Beiträge: 2408

Re: Großformat Problematik

Beitrag von Peppermintpost » Mo 19 Mär, 2018 15:23

für mich ist die Sensor Grösse ein Gestaltungsmittel, aus der technischen Diskussion möchte ich mich da weitestgehend raus halten weil für meinen Geschmack heute alle Kameras scharf genug abbilden. Ob eine GH5 oder eine Red, die sind alle schärfer als es für die Filme gut ist.

Unsere Sehgewohnheit ist natürlich auf APS-C ausgelegt, das bekommen wir zum aller grössten Teil seit Jahrzehnten vorgesetzt, da wissen wir wie es ausschaut, das finden wir gut. Wie grössere Sensoren/Filmnegative aussehen das haben wir ja erst vor ein paar Jahren mit dem Einzug der DSLR kennengelernt, sonst war es ein Spezialformat was sowieso nur ein paar Menschen gesehen haben also z.B. im IMAX. Und IMAX hatte doch eher Rummelplatz Karakter.

Für viele ist seit Einführung brauchbarer DSLR Full Frame das allein glücklichmachende. Ich gebe zu das ich einer von denen bin. Aber, dogmatisch zu filmen ist mMn immer ein Fehler, weil dann das wesendliche am Film verlohren geht und man alles um sein Dogma strickt.
Es gibt Bereiche wo FF absolut Sinn macht und zu tollen Ergebnissen führt. Bei jeder Art von Produkt Aufnahmen, bei jeder Art von Closeups, bei relativ statischen Aufnahmen und was für mich ein mega Argument ist, im Low Budget Bereich, wo ich einfach nicht die Mittel/Möglichkeiten habe mein Set so zu gestalten wie ich es möchte und wo ich unliebsame Details im Hintergrund einfach im Blur verschwinden lassen kann.

Aber, es gibt nunmal auch richtig viele Anwendungen wo FF zur ober Katastrophe mutiert. Bei fast jeder Art von Doku ist FF total kontraproduktiv weil ich halt nix mehr richtig focussiert bekomme und selbst wenn verschleiere ich immer den Kontext in den es eingebunden ist, also genau das Gegenteil von dem was ich eigendlich bei einer Doku erreichen möchte. Dann habe ich das riesige Feld von Nutzanwendungen, also 2 Personen unterhalten sich auf einer Bühne, oder ein Unboxing/Tutorial/Kochshow all so ein Zeugs, da hilft FF null komma null. Es gibt bestimmt noch ein Haufen mehr Beispiele.

Das Problem ist, das die meisten hier in Schubladen wie besser/schlechter denken und nicht in Kategorien wie "Das richtige Werkzeug für den Job". Der Vorteil den ich mir auf der einen Seite erkaufe der wirkt sich nachteilig in einem anderen Bereich aus. Das wird von den meisten einfach verleugnet. Da wird aber mMn verwechselt Produkte zweckentfremdet zu benutzen und spezialisierte Produkte zu nutzen.

Es gibt ja inzwischen einige Produkte sie sowohl als auch können. Die Red ist ein Beispiel, aber das gibts ja auch im DSLR Bereich, das man einfach wählen kann ob die Aufnahme im FF oder APS-C Modus stattfinden soll.
Bei den Produkten verstehe ich das Problem nicht. Ihr könnt doch locker die ganze Zeit mit Crop drehen und nur für die Shots wo es Sinn macht FF benutzen. Klar verändert sich dann im Original das Grain ein wenig, aber die Kameras sind doch sowieso schon so viel hochauflösender, das am Ende beim Conform wo alles auf HD runter gedampft wird kein Unterschied mehr festzustellen ist, zumindest kann ich nicht den Unterschied sehen ob etwas von 8k auf HD gebracht wird oder 6k zu HD oder 4k zu HD, das sieht von Grain und der Schärfe für mich alles gleich aus.

Also wer dogmatisch FF dreht weil er es nunmal kann, tja der hat es mMn nicht begriffen worum es beim Film geht. Selber schuld.
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leave the gun take the cannoli
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mash_gh4
Beiträge: 2703

Re: Großformat Problematik

Beitrag von mash_gh4 » Mo 19 Mär, 2018 15:43

ich finde, dass es diese trennung in zwei durchaus brauchbare parallel schienen auch schon zw. s16 und s35 produktionen früher gab. beides hat in bestimmten bereichen seine vorzüge und eignung gehabt, und war nur dort wirklich unbefriedigend, wo aus irgendwelchen äußeren gegebenheiten heraus um jeden preis das jeweils ungeeignetere verwendet werden musst. aber dort, wo es gepasst hat, ist sicher mit beiden wirklich tolles geschaffen worden. ich denke, dass sich das auch heute nicht wesentlich geändert hat. wobei du ja bei gott nicht der einzige bist, der über die entsprechenden allgemeinen vorurteile bzw. völlig von den praktischen konequenzen in der bildgestaltung losgelösten orientierungen, nur mehr den kopf zu schütteln vermag.




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » Mo 19 Mär, 2018 15:48

@pepper

Das hatte ich mit meiner Anmerkung...

„Aber sowas ist ja schon zum Zeitpunkt der Kameraauswahl bekannt und man wird sich die Kamera ja entlang des Einsatzes aussuchen und damit den Überraschungseffekt gering halten.“

gemeint.
Problem ist eben, dass, wie Du sagst, alles mit einem Gerät gemacht wird ...
Das ging beim Film, weil man innerhalb der Kameraformate noch im Filmmaterial variieren konnte.
Das scheint man im Videozeitalter völlig vergessen zu haben.
Gute Grüße, Wolfgang

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dosaris
Beiträge: 488

Re: Großformat Problematik

Beitrag von dosaris » Mo 19 Mär, 2018 16:20

WoWu hat geschrieben:
Mo 19 Mär, 2018 15:14
... bei großen Sensoren wird das Prisma zum riesigen Klotz und damit fast nicht mehr machbar.
das ist ja gerade der Charme der 3Chip-Lösung:
man kann mit den Chips relativ (zu 1Chip gleicher Größe) größere Sensel realisieren
bzw der Chip kann bei gleichgroßen Sensel kleiner sein.

Bei zB 3Chip 1/3" habe ich dann etwa dieselbe Senselgröße wie bei 1Chip 2/3".
Das Prisma (und Objektiv) kann daher ebenfalls proportional kleiner werden.

Dadurch hätte ich bei kleineren Chips auch wieder größere Tiefenschärfe
und bei gleicher Linsengröße eine rel größere Blende/Empfindlichkeit.

(ich gehe davon aus, dass der Verlust in dichroitischen Prismen etwa
gleich ist wie bei den Farbfiltern auf 1Chip-Konstruktionen)
Zuletzt geändert von dosaris am Mo 19 Mär, 2018 16:24, insgesamt 1-mal geändert.




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » Mo 19 Mär, 2018 16:23

Das ist der Grund, warum die Broadcaster in ihren Zulassungsbestimmungen für Tier1 fast komplett 3-Chip stehen haben, dann aber bestens mit 2/3“ auskommen.
Gute Grüße, Wolfgang

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pillepalle
Beiträge: 265

Re: Großformat Problematik

Beitrag von pillepalle » Mi 05 Sep, 2018 07:50

Klar braucht man mehr Licht wenn man mit immer höheren Auflösungen filmt. Auch das arbeiten wird immer schwieriger und aufwendiger. Man muss präziser fokussieren, weiter abblenden und verwackelt schneller. Gerade im Makrobereich sind kleinere Sensoren und geringere Auflösungen eher von Vorteil, denn wenn man z.B. mal versucht so etwas banales wie eine Kugel Eis formatfüllend scharf zu bekommen wird man schnell an seine Grenzen stoßen. Zu Filmzeiten in der Fotografie hat man das noch durch die Verlagerung der Schärfeebene bei Großformat Kameras halbwegs kompensieren können.

Die immer höheren Qualitätsansprüche führen jedenfalls dazu das alles immer aufwendiger wird. Wenn der Kunde den Mehraufwand bezahlt ist das wunderbar, aber ob es sich rechnet alles mit einer 8K Kamera zu drehen wage ich zu bezweifeln.

VG




j.t.jefferson
Beiträge: 728

Re: Großformat Problematik

Beitrag von j.t.jefferson » So 16 Sep, 2018 12:45

Haben jetzt auch mehrere Drehs mit der Helium und monstro nebeneinander gemacht und muss sagen, dass die Helium...wesentlich...einfacher zu handlen ist. Dafür ist das Bild halt bei der monstro schöner. Mussten vor kurzem auch ne Werbespot drehen wo der prota an ner spüle steht und dort rummemgt....Blende 10 war immer noch entweder der Wasserhahn/Spüle scharf (um die es ging) und der prota unscharf oder umgekehrt.

Die Helium parallel dazu im Topshot vom Kran mit dem red pro Zoom hatte dagegen weniger Probleme.

Mittlerweile croppe ich auch gern, abhängig vom projekt auf 6K. Bei der Helium kann man auf 4K auch die s16 Linsen benutzen.

8K nur noch wo es wirklich Sinn macht




klusterdegenerierung
Beiträge: 11180

Re: Großformat Problematik

Beitrag von klusterdegenerierung » So 16 Sep, 2018 13:06

j.t.jefferson hat geschrieben:
Mo 19 Mär, 2018 13:16
Anlässig zu den ständigen neuen Release zu Großformat Cams wollte ich mal meinen Senf dazu beitragen und vielleicht eine kleine Diskussion in gang setzen.

Wir haben jetzt seit 1-2 Monaten die Monstro und das Ding ist echt ein Segen und gleichzeitig ne mittlere Katastrophe.
Das Bild und die Dynamik sind einfach geil. Dagegen steht der Mehraufwand an Licht.
Damit überhaupt was scharf ist, müssen wir so weit die Blende schließen, dass es direkt mal min. doppelt soviel Licht braucht.
Zum Glück hat man ja noch die Möglichkeit den Sensor auf 6K oder 5K runterzucroppen.

Auch wenn Arri jetzt eine Vollformat Kamera rausgebracht hat, denke ich, das nicht viele auf das Ding umsteigen werden. Warum wurde da keine echte 4K S35 Kamera rausgebracht?
Wahrscheinlich werden die nächsten Tatort Folgen dann in ner Bokeh Orgie enden wie z.B. Altered Carbon. Die Serie hatte auf mich wirklich den Eindruck gemacht als wenn man nicht genug Licht gehabt hätte und deswegen alles in Unschärfe absäuft.

Würde mich interessieren wie ihr das seht.


Gruß
Das ist nur dem Umstand geschuldet, das ihr jetzt andere Brennweiten im Gegensatz zur S35 RED einsetzt.
Wenn ihr die selbe Optik wie vorher nutzen würdet bliebe es gleich, klar der Crop ist anders. ;-)

Wenn Ihr mehr Tiefenschärfe wollt, müßt ihr die Standpunktentfernung ändern, damit sich die Schärfe insgesamt ändert.
"disliken und nicht abonnieren vergessen"




pillepalle
Beiträge: 265

Re: Großformat Problematik

Beitrag von pillepalle » So 16 Sep, 2018 13:58

klusterdegenerierung hat geschrieben:
So 16 Sep, 2018 13:06

Das ist nur dem Umstand geschuldet, das ihr jetzt andere Brennweiten im Gegensatz zur S35 RED einsetzt.
Wenn ihr die selbe Optik wie vorher nutzen würdet bliebe es gleich, klar der Crop ist anders. ;-)

Wenn Ihr mehr Tiefenschärfe wollt, müßt ihr die Standpunktentfernung ändern, damit sich die Schärfe insgesamt ändert.
Sicher nicht ;) Das ist dem Umstand geschuldet das sie in einer höheren Auflösung filmen.

VG




klusterdegenerierung
Beiträge: 11180

Re: Großformat Problematik

Beitrag von klusterdegenerierung » So 16 Sep, 2018 15:23

Das ist ein weiterer Faktor, aber nicht der Ausschließliche.
"disliken und nicht abonnieren vergessen"




7nic
Beiträge: 1548

Re: Großformat Problematik

Beitrag von 7nic » So 16 Sep, 2018 20:48

Panavision hat zur Promotion der DXL mal einen schönen Brennweiten/Blende/Bokeh-Vergleich zwischen s35 und VV gemacht.

Wenn die 4 zur gefühlten 1.4 wird, rennt man (oder der AC) leider schneller in Probleme, als man hätte denken können.
Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum. - Demokrit

neuzeit.tv ll nicolas-geissler.de




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » So 16 Sep, 2018 21:25

Du hast nicht zufällig noch den Link ?
Würde ich gern mal anschauen.
Gute Grüße, Wolfgang

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iasi
Beiträge: 11570

Re: Großformat Problematik

Beitrag von iasi » So 16 Sep, 2018 22:32

Großer Sensor und Notwendigkeit des Abblendens.

Das ist eben nun mal der Punkt.

Für denselben Bildwinkel braucht es eben bei größerem Sensor eine längere Brennweite.
Da der Bildausschnitt gleich bleiben soll, ändert sich am Abstand zum Objekt nichts.

Egal wieviele Pixel der Sensor nun hat, für dieselbe Schärfentiefe muss stärker abgeblendet werden.

Man benötigt also mehr Licht oder muss die vielgepriesene höhere Empfindlichkeit von größeren Sensoren opfern.

Crop kann ja wohl nicht die Lösung sein, denn dazu braucht man dann nicht den Großformat-Aufpreis bezahlen.

Wie auch schon von anderen hier erwähnt, ist es eben auch mit der besseren Bildqualität der großen Sensoren nicht mehr weit her, wenn man das Objektiv stark abblenden muss, um die benötigte Schärfentiefe zu erreichen.

Eigentlich sollte man viel stärker auch ein Augenmerk auf die Abbildungsleistung von Objektiven bei f8, f11 etc. haben - vor allem, wenn man mit großen Sensoren arbeitet.

Stellt man ein 50mm bei f5.6 auf 2m scharf, hat man eben gerade mal 0,5m Schärfentiefe. FF
Bei 25mm, f4 und 2m sind es dann schon 0,8m. MFT
Das macht dann eben doch auch einen Unterschied.

Bei f1.4 wären es bei MFT immerhin noch 27cm Schärfebereich.
Dagegen wären es beim FF nur noch sehr enge 13cm Schärfentiefe.

Selbst wenn man beim FF auf f11 geht und sogar die Schärfe auf 4m verlagert, erhält man keine Schärfe bis zum Horizont.
Bei MFT könnte man den Schärfentiefenbereich von 1,9m bis unendlich ausweiten, wenn man auf 3,7m scharf stellt und ebenfalls f11 wählt - dies wäre dann aber eher grenzwertig.
Um einen Schärfentiefenbereich von 1,9m bis unendlich zu erhalten, müsste bei FF auf f22 abgeblendet werden - nicht gerade förderlich für die Bildqualität.




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » So 16 Sep, 2018 23:58

Das ist nun mal das Problem .... großer Sensor bei gleichzeitig höherer Auflösung und gleichbleibenden, bzw. kleineren Pixels.

Tja und das ist genau der Grund, warum ARRI zu deutlich größeren Bildformaten greift, um die Pixelgrösse möglichst groß genug zu halten, um überhaupt noch abblenden zu können denn kleinere Pixel vertragen nicht besonders viel Abblendung, weil es die Zerstreuungskreise der Optik nicht die Bohne interessiert, was für ein Sensor dahinter sitzt und ein S35 macht bei Blende 8 -für 4k- dann (für 530 nm) dicht -bzw. Du hast dann nur noch HD auf dem Sensor.
Und das ist dann auch völlig egal, wohin man den Fokuspunkt legt, denn die Unschärfe betrifft den schärfsten Bildanteil.
Gute Grüße, Wolfgang

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domain
Beiträge: 10650

Re: Großformat Problematik

Beitrag von domain » Mo 17 Sep, 2018 04:42

Wobei allerdings festzuhalten ist, dass Unschärfe durch Beugungseffekte nicht durch die relative Blendenöffnung, also z.B. Bl. 8 hervorgerufen wird, sondern durch den absoluten Blendendurchmesser in Millimeter innerhalb des Objektives. Daher können große lichtstarke Linsen mit längerer Brennweite ohne auffällige Schärfeverluste viel stärker als Kurzbrennweitige abgeblendet werden, weil der reale Blendendurchmesser nicht so schnell in den kritischen Bereich kommt.




WoWu
Beiträge: 14785

Re: Großformat Problematik

Beitrag von WoWu » Mo 17 Sep, 2018 05:35

Die Blenden der jeweiligen Objektove sind ja immer eine Verhältniszahl zur individuellen wirksamen Objektivöffnung und schon deshalb ungenau, weil die Offenblenden häufig mit den Blendenangaben nicht korellieren.
Insofern ist ohnehin eine Ungenauigkeit in der Abbe‘schen Formel.
Für aktuelle, lichtstarke Objektive liegt die Variation im Bereich von 1,2-2%.
Theoretisch also richtig, praktisch aber von wenig Relevanz.
Gute Grüße, Wolfgang

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klusterdegenerierung
Beiträge: 11180

Re: Großformat Problematik

Beitrag von klusterdegenerierung » Mo 17 Sep, 2018 09:49

iasi hat geschrieben:
So 16 Sep, 2018 22:32
Großer Sensor und Notwendigkeit des Abblendens.

Das ist eben nun mal der Punkt.

Für denselben Bildwinkel braucht es eben bei größerem Sensor eine längere Brennweite.
Da der Bildausschnitt gleich bleiben soll, ändert sich am Abstand zum Objekt nichts.
Ja das stimmt,
aber manche nehmen durchaus ihre Beine in die Hand und laufen ein Stück vor! ;-)
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domain
Beiträge: 10650

Re: Großformat Problematik

Beitrag von domain » Mo 17 Sep, 2018 10:31

Ich weiß gar nicht, warum es um das sgn. Großformat (FF) so viele Diskussionen gibt. Millionen von Fotografen haben schon bisher analog mit diesem Format und Normalbrennweiten fotografiert und bei ASA 100 und Blende 8 ausreichende Tiefenschärfe erzielt. Heute sind ASA 1600 normal und das Problem sind bei der Filmerei eher fehlende Graufilter. Bei meiner D750 muss ich nur aufpassen, dass ich mit ISO-Automatik nicht unter 100 komme und daher blende ich im Freien öfters auf 8 oder 16 ab.
Das stört aber bei KB-Objektiven nicht und mit Kodachrome gab es auch schon bisher mit diesen Blenden extrem scharfe Bilder und Blende 22 im Mittelformat geht auch noch locker.




klusterdegenerierung
Beiträge: 11180

Re: Großformat Problematik

Beitrag von klusterdegenerierung » Mo 17 Sep, 2018 11:27

Ja so war das eben früher!
Früher habe ich auch noch einen Gasthof mit 6 Studioblitzen bei Blende 16 im Mittelformat tot geblitzt, damit der E6 Film auch ja keinen Farbstich durch die anderen Farbtemperaturen bekommt.

Heute blende ich höchstens bis 5.6 ab,
aber eher 4 oder drunter um gewisse Bereiche hervor zu heben und geblitzt wird höchstens für aktzente ansonsten vorhandenes Licht und lange Belichtung wenn überhaupt nötig und am besten zur blauen Stunde.

Wenn ich mir meine Dias von damals ansehe, da könnte ich quasi unter jeden Stuhl einen Krümel entdecken, so scharf war alles, das finde ich aber nicht mehr erstrebenswert und das ganze hat dann auch überhaupt nichts mehr mit Vollformat etc- zu tun.

Ich shoote Interior eh lieber in APS-C, weil ich da durch meine Optiken weitwinkliger bin.
Ich sehe eh kaum noch Unterschiede in der Anmutung,
denn meine 6300 mit Speedbooster und 35mm sieht noch fullframiger aus als meine A7III mit 35er, weil ich da noch eine Blende geschenkt bekomme.
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domain
Beiträge: 10650

Re: Großformat Problematik

Beitrag von domain » Mo 17 Sep, 2018 11:46

Die Diskussionen orientieren sich offenbar an gewissen Modeströmungen. Es ist noch nicht lange her, als sich etliche User ultralichtstarke Monsterobjektive zulegten, damit man bei offener Blende besser freistellen kann.
Mir scheint, derzeit geht es eher um das Gegenteil, nämlich um das zu geringe DOF bei FF.
Tempora mutantur.




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