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Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht



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kameradennis
Beiträge: 10

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von kameradennis » Sa 13 Okt, 2018 13:37

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 13 Okt, 2018 13:34
Gibt der ganzen Sache einen gewissen Glamour.
Einmal das und dann gilt hier für mich der Spruch "Wirkung geht vor Logik" ;)
Tolle Wirkung - egal ob das Teil jetzt motiviert ist oder nicht.




dienstag_01
Beiträge: 8663

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Sa 13 Okt, 2018 13:49

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 13 Okt, 2018 13:34
Das ist so original aus der Kamera bzw. vom Anamorphoten, das weg zu bügeln würde schwierig werden. Zudem find ich es auch cool. Gibt der ganzen Sache einen gewissen Glamour.
Klar, wenn man die Betonung von Nasenlöchern mit Hilfe von Komplementärfarben glamourös findet ;)

Im Sinne einer Bildergeschichte passt dieses Bild sowieso nicht dazu. Aber ich denke, mir hätte dieser farbige Streifen auch nichts gesagt, wenn ich das Bild allein gesehen hätte. Aber wer weiss...




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » Sa 13 Okt, 2018 14:51

Vielleicht sind hier einige, ich schließe mich da auch hin und wieder ein, einfach zu starr und schematisch und auf Regeln geeicht. Ich komme gerade aus einem Italienurlaub zurück und habe mich wie so oft, wenn ich dort bin, ein wenig mit der Kunst (Malerei) alter Meister beschäftigt, von der ich mich in meinem Bildaufbau und in meinem Verständnis von Lichtwirkung auch gern inspirieren lasse. Wenn man das mal auf sich wirken lässt, was die vor vielen hundert Jahren geschaffen haben, dann merkt man, dass die damals schon in ihren Werken dermaßen Regeln (die sie auch kannten) gebrochen haben, dass es fast weh tut. Aber die haben sich dabei was gedacht und so manches Ergebnis ist einfach dadurch so verblüffend, dass man kopfschüttelnd und verblüfft davor steht. Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass über allen Regeln der Schöpfer und seine Intension steht. Wenn ich diese erkennen kann, auch wenn ich persönlich das Bild vollkommen anders, vielleicht regelkonformer, aufgebaut hätte, dann ist es richtig. Es ist des Künstlers Werk und nicht meins. Wenn ich mich animiert fühle, den Denk- und Verständnisprozess des Künstlers mitzugehen bzw. dieser mich in einen Erkenntnisprozess führt, dann ist das Werk aus meiner Sicht gelungen.




Starshine Pictures
Beiträge: 2148

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Starshine Pictures » Sa 13 Okt, 2018 16:00

dienstag_01 hat geschrieben:
Sa 13 Okt, 2018 13:49
Klar, wenn man die Betonung von Nasenlöchern mit Hilfe von Komplementärfarben glamourös findet ;)
Nun gut, wenn man sich sehr direkt auf die Nasenlöcher konzentriert, siehts tatsächlich etwas komisch aus. Aber ob das Laien auch so auffällt? Also uns ist es nicht aufgefallen dass da was nicht passt bzw. ungünstig ist.




Funless
Beiträge: 2213

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Funless » Sa 13 Okt, 2018 16:27

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 13 Okt, 2018 16:00
dienstag_01 hat geschrieben:
Sa 13 Okt, 2018 13:49
Klar, wenn man die Betonung von Nasenlöchern mit Hilfe von Komplementärfarben glamourös findet ;)
Nun gut, wenn man sich sehr direkt auf die Nasenlöcher konzentriert, siehts tatsächlich etwas komisch aus. Aber ob das Laien auch so auffällt? Also uns ist es nicht aufgefallen dass da was nicht passt bzw. ungünstig ist.
Ihr hättet mal lieber unseren slashCAM Sidekick dienstag_01 bei eurem Fotoshooting mitnehmen sollen, der hätte euch dann gezeigt wie man‘s richtig macht.

Also: Beim nächsten Mal vorher eine PN an unsere Koryphäe senden und ihr lernt was für‘s Leben.
MfG
Funless

"LOW LIGHT DOESN'T MEAN NO LIGHT, Get you gear out! PRACTICE WILL make you better, debates on forums will not!"




dienstag_01
Beiträge: 8663

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Sa 13 Okt, 2018 21:56

Das schöne an diesem Thread ist doch, dass es konkrete Beispiele gibt, an denen man sich ganz konkret abarbeiten kann. Und was der eine nicht sieht, sieht vielleicht der andere. So kann man vielleicht was lernen.
Also, umso konkreter, umso besser.




pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » Sa 13 Okt, 2018 22:56

Interessanter Thread. Richtig oder Falsch gibt es da eh nicht. Nur gut oder schlecht und selbst das ist Geschmackssache.

Ich komme ja aus dem Still Bereich und mag eigentlich hartes Licht und grafische Elemente. Indoor nutze ich oft Fresnellinsen, oder Linsenspots (wie in den beiden Beispielen), und draußen mache ich auch gerne mal Bilder in der knallen Sonne. Für Film muss ich natürlich ein paar Dinge anders machen aber das Prinzip bleibt das gleiche. Studioaufnahmen, wie Produktschüsse, oder Modeaufnahmen usw. sieht man ja hier eher selten. Von da her bin hier hier eher ein Exot :)

Bild
Bild

VG




dienstag_01
Beiträge: 8663

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Sa 13 Okt, 2018 23:18

Wäre schön, wenn du noch was zum Light Setting schreiben könntest.




pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » Sa 13 Okt, 2018 23:38

Das ist relativ einfach. Ich gehöre eher zu den Puristen die oft nur mit 1 oder 2 Leuchten arbeiten - zumindest bei Menschen.

Bei dem Close-Up ist das eine 40 cm Fresnel Linse aus 2-3 Metern Abstand und für den Hintergrund eine Softbox. Beim zweiten Foto ein Linsenspot aus ca. 5m Abstand (von schräg oben) und den Verlauf in der Hohlkehle habe ich mit einer Lichtwanne (80x120cm) von der Decke gemacht. Beim Bild mit dem Spot sind die Kontraste noch etwas verstärkt, weil man in den RAWs noch mehr sieht und die Kehle weiss gestrichen war und das Licht auch reflektiert. Aber generell alles recht simpel gehalten.

Mit Licht kann man Objekte auch schärfer und weniger Scharf wirken lassen und in hartem Licht wirkt alles meist sehr scharf und die Texturen/Strukturen werden betont. Wenn man weiches Licht hat (z.B. aus einer großen Softbox/Schirm) und die Kontraste nachträglich anhebt, hat man weniger Struktur und auch die Schatten sehen anders aus. Bei hartem Licht sind die sehr konkret.

VG




dienstag_01
Beiträge: 8663

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » So 14 Okt, 2018 00:27

Danke, diese Klarheit hat was (auch wenn es jetzt nicht so meine Phantasie ist).




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » So 14 Okt, 2018 00:48

Ich persönlich finde im Portrait diese harten Schatten nicht so gut. Das zweite Bild lebt davon. Auch hier ist es natürlich deine Sache, was du tust, und deine Arbeitsweise hat interessante Aspekte. Aber w. g. würde ich das Portrait nicht so hart ausleuchten. Jedenfalls nicht dieses Gesicht.




pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » So 14 Okt, 2018 01:13

@ Frank B

Ja, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich finde das viel besser als weiches Licht. Zum Vergleich lade ich Dir mal eins mit einem recht weichen Licht hoch (220cm Schirm aus knapp 2m Abstand, relativ frontal). Das ist viel schmeichelhalfter, aber auch langweiliger :) Die Schwierigkeiten bei hartem Licht sind, daß man viel richtungsabhängiger ist und es sehr brutal sein kann. Bei weichem Licht kann sich die Person relativ frei bewegen und es sieht immer irgendwie gut aus. Deshalb ist es auch so beliebt. Früher habe ich oft weich gearbeitet (auch aus Bequemlichkeit) heute langweilt mich das aber eher.

Bild

VG




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » So 14 Okt, 2018 01:45

Ich verstehe deinen Ansatz gut. Aber, ich weiß nicht, ich finde diese schwarzen Flecken, die die Nase und die Unterlippe des Models in Bild 1 erzeugt, nicht gut. Ich hätte diesem Schatten bzw auch dem unter dem Kinn ( da ist er nicht ganz so störend) etwas Aufhellung gegeben. Man muss ihn ja nicht gänzlich weg leuchten. Finde nur, dass dieses Gesicht mit diesem Nasenschatten ein wenig entstellt wirkt, was es nicht ist.
Ich sage das so leicht dahin. Ich habe letztendlich noch nicht so professionell gearbeitet wie du. Deine Bilder gefallen mir sehr gut.
Letztlich trifft genau zu, was ich weiter oben gesagt habe. Wenn du als Schöpfer dieser Bilder plausibel machst, was du warum tust, ist es ohne Belang, wie ich das Bild finde. Du musst ja deine Sicht umsetzen. Das ist ja der Sinn der Kunst bzw das, was sie evtl vom Handwerk unterscheidet.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:S ... brandt.jpg

Ich habe hier mal, mangels eigener Werke, einen Link zu einem Rembrandt Selbstportrait eingefügt. Er war ja Meister des Lichtes. Er hat auch mit sehr harten Schatten gearbeitet. Aber in diesem Selbstbildnis hat er sie dann doch aufgehellt, ohne sie wegzunehmen.




Darth Schneider
Beiträge: 1796

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Darth Schneider » So 14 Okt, 2018 07:38

Finde ich jetzt voll nicht. Die Schatten unter der Nase, oder unter dem Kinn, oder beim Hals, beim ersten Foto sind genau dort wo sie hingehören und entstellen gar nichts, im Gegenteil, sie schaffen Stimmung.
Ich finde das sind sehr professionelle, perfekt ausgeleieuchtete Portrait Fotos, mit wunderschönen Models. Also wer jetzt da auf kleine Fleckchen schaut und sich an den Schatten stört, setzt beim Fotos anschauen falsche Prioritäten, finde ich.
Es geht doch um die Frauen auf den Bildern, und die sehen wirklich toll aus.....also ist das Licht wohl auch toll, aber das ist nur meine Meinung.
Gruss Boris




pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » So 14 Okt, 2018 08:51

Von der Malerei kann man tatsächlich viel lernen, nicht nur was Licht, sondern auch was Komposition betrifft. Man sollte aber auch nicht zu schulbuchmäßig an die Sache heran gehen. Das ist dann eher kontraproduktiv. Ich mache zwar selber auch Fotos 'on Location' und verwende da oft wenig bis gar kein Licht, aber das was mich an der Fotografie reizt ist gerade das Arbeiten und Gestalten mit Licht. Und dazu braucht es keine Weltraumtechnik. Mit wenigen Leuchten (wenn auch zugegebenermaßen sehr unterschiedlichen in den Beispielen) und etwas Zubehör kommt man schon recht weit. Je nachdem was man macht. Das wichtigste passiert sowieso vor der Kamera und ist immer die Summe vieler einzelner Komponenten und der eigenen Erfahrung.

Hier noch ein einfaches Beispiel mit einer Leuchte (aus Augenhöhe damit man keinen Schatten von der Kappe hat) und einer spiegelnden Folie als Aufhellung von links unten (erzeugt einen starken Reflex im Auge). Vielleicht inspiriert das ja den ein oder anderen auch mal was anderes als die übliche Standartbeleuchtung auszuprobieren.

Bild

VG




Darth Schneider
Beiträge: 1796

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Darth Schneider » So 14 Okt, 2018 09:10

Cool. Mit nur einer Leuchte, und es sieht am Schluss so aus als wären mindestens 2 Lampen am Set. Die Reflektion im Auge, ist das die Reflektor Folie ?
Nicht das mich das stört, könnte durchaus auch ein Fenster sein, es bringt aufjedenfall die Augen zum leuchten, schön.
Gruss Boris




pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » So 14 Okt, 2018 09:18

@ Darth Schneider

Ja, links das ist die Folie und Rechts die Leuchte (eine Softbox). Ich will jetzt nicht den ganzen Thread mit Stills kapern ...und dann noch alles Hochformate. Die werden mir beim Film fehlen :)

VG




Darth Schneider
Beiträge: 1796

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Darth Schneider » So 14 Okt, 2018 09:46

Stört mich persönlich jetzt nicht. Wenn die Filmer ja auch von den Kunstmalern die Lichtkunst/Techniken erlernen, warum nicht auch von Fotografen ?
Das Licht bei Stills ist jetzt nicht anders als bei Film und ob Hoch oder Querformat spielt fürs Licht auch keine Rolle.
Gruss Boris




dienstag_01
Beiträge: 8663

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » So 14 Okt, 2018 09:57

Darth Schneider hat geschrieben:
So 14 Okt, 2018 09:46
Stört mich persönlich jetzt nicht. Wenn die Filmer ja auch von den Kunstmalern die Lichtkunst/Techniken erlernen, warum nicht auch von Fotografen ?
Das Licht bei Stills ist jetzt nicht anders als bei Film und ob Hoch oder Querformat spielt fürs Licht auch keine Rolle.
Gruss Boris
Bei Film ist das Licht vom Prinzip her szenisch. Bei den Fotos hier ist das Objekt beleuchtet. Das ist ein sehr großer Unterschied.
Das gilt so natürlich nicht immer und für jeden Fall und lernen lässt sich von Fotos trotzdem viel. Aber im Wesen unterscheidet es sich doch sehr.




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » So 14 Okt, 2018 10:05

Die Ausleuchtung deines letzten Beispiels gefällt mir besser als die des ersten. So in der Art meine ich das.




Darth Schneider
Beiträge: 1796

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Darth Schneider » So 14 Okt, 2018 10:13

An Dienstag.
Eine Szene für ein Foto, kann man aber doch auch szenisch ausleuchten, oder ? Also ich finde genau im Wesen unterscheidet sich das nicht, nur in den Details.
Licht bleibt Licht und Augen die das sehen bleiben Augen.
Dabei ist es ganz egal, ob nur ein Objekt, ein Model, ein ganzer Raum, oder eine ganze Strasse ausgeleuchtet wird, und ob sich jetzt das Bild, wie im Film bewegt oder nicht auch.
Gruss Boris




dienstag_01
Beiträge: 8663

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » So 14 Okt, 2018 11:03

Darth Schneider hat geschrieben:
So 14 Okt, 2018 10:13
An Dienstag.
Eine Szene für ein Foto, kann man aber doch auch szenisch ausleuchten, oder ? Also ich finde genau im Wesen unterscheidet sich das nicht, nur in den Details.
Licht bleibt Licht und Augen die das sehen bleiben Augen.
Dabei ist es ganz egal, ob nur ein Objekt, ein Model, ein ganzer Raum, oder eine ganze Strasse ausgeleuchtet wird, und ob sich jetzt das Bild, wie im Film bewegt oder nicht auch.
Gruss Boris
Mach es doch nicht so kompliziert, nimm dir ein Foto von pillepalle und beschreib die Szene.




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » So 14 Okt, 2018 12:00

pillepalle hat geschrieben:
So 14 Okt, 2018 08:51
Von der Malerei kann man tatsächlich viel lernen, nicht nur was Licht, sondern auch was Komposition betrifft. Man sollte aber auch nicht zu schulbuchmäßig an die Sache heran gehen. Das ist dann eher kontraproduktiv. Ich mache zwar selber auch Fotos 'on Location' und verwende da oft wenig bis gar kein Licht, aber das was mich an der Fotografie reizt ist gerade das Arbeiten und Gestalten mit Licht. Und dazu braucht es keine Weltraumtechnik.
Damit sprichst du mir aus dem Herzen bzw. aus dem Verstand. ;)
In der Malerei der Alten Meister stand ja auch keine Weltraumtechnik zur Verfügung. Die haben mit unterschiedlichen Lichtquellen (Fenstern, Lampen, Kerzen) und Projektionen/ Reflexionen/ Spiegelungen gearbeitet. Darüber wird ja bis heute noch geforscht. Die hatten allerdings nicht die technischen Probleme mit Kameras und deren Lichtstärke. Da galt es zu beobachten und das Beobachtete auf Leinwand oder diverse andere Unterlagen zu bringen. Wobei die technischen Gegebenheiten der Kameras m. E. heute etwas überbewertet werden, besser gesagt, zu stark im Mittelpunkt stehen. Es gibt ja schon viele Kameras mit denen man ein Lichtsetup aus Kerzenlicht umsetzen kann, was mich persönlich auch mal interessieren und reizen würde. Ich weiß, dass andere das schon gemacht haben.




Starshine Pictures
Beiträge: 2148

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Starshine Pictures » So 14 Okt, 2018 15:10

pillepalle hat geschrieben:
So 14 Okt, 2018 01:13
@ Frank B

Ja, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich finde das viel besser als weiches Licht. Zum Vergleich lade ich Dir mal eins mit einem recht weichen Licht hoch (220cm Schirm aus knapp 2m Abstand, relativ frontal). Das ist viel schmeichelhalfter, aber auch langweiliger :) Die Schwierigkeiten bei hartem Licht sind, daß man viel richtungsabhängiger ist und es sehr brutal sein kann. Bei weichem Licht kann sich die Person relativ frei bewegen und es sieht immer irgendwie gut aus. Deshalb ist es auch so beliebt. Früher habe ich oft weich gearbeitet (auch aus Bequemlichkeit) heute langweilt mich das aber eher.

Bild

VG
Ja das kann ich nachvollziehen. Dieses Bild ist tatsächlich etwas langweilig. Das Licht Setting ist eher für Portrait Beautyshots wie sie für Kosmetik etc. gemacht werden. Hier versucht das Model aber etwas dramatischer zu sein, durch Haltung, Gesichtsausdruck und unruhiger Frisur. Das passt nicht recht zusammen.
Aber dein rothaariges Model ist trotz hartem Licht bis auf den Schatten unterm Kinn und Nase auch wieder gleichmässig hell ausgeleuchtet. Sie sieht übrigens toll aus! Wie kommt man eigentlich an solche Models? Kommen die zu dir für Fotos und bezahlen dich oder buchst du dir die Mädchen und du bezahlst sie?

Die alten Meister haben es tatsächlich schon echt toll gemacht. Hab kürzlich bei einer Hochzeit auch etwas mit Schatten gespielt. Habe bei den Vorbereitungen der Braut und Blumenkindern einfach mal den dunklen Vorhang fast zu gezogen und dann ein paar Beautyshots vor diesem Lichtspalt gemacht. So simpel, aber mit grosser Wirkung.
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Grüsse, Stephan

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pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » So 14 Okt, 2018 17:03

@ dienstag_01

Die Prinzipien und das Basiswissen um Licht ist schon das Gleiche in der Fotografie und beim Film. Es unterscheidet sich in der Praxis aber in der Arbeitsweise und zum Teil im verwendeten Equipment. Natürlich hängt es auch stark davon ab in welchem Bereich man arbeitet. In der Fotografie geht es oft um Perfektion, denn auf ein Still kann man sehr lange und oft schauen. Da bemerkt man in der Regel jeden 'Fehler'. Filmbilder sind viel flüchtiger und bis auf den Filmer selber, der sich jede Szene unter Umständen auch 50 Mal anschaut, fallen dem gemeinen Zuschauer Ungenauigkeiten weniger auf.

Natürlich hat die Digitalfotografie auch noch mal einiges geändert und heute geht es eher darum zu entscheiden, was sich besser vor Ort, z.B. mit Licht lösen läßt, oder was man besser in der Postproduktion macht. Ich habe vor der Jahrtausendwende, noch zu analogen Zeiten angefangen und damals waren Retuschen sehr teuer und aufwendig. Da hat man 'Probleme' z.B. noch mit Licht gelöst. Also Makel aus Dummie-Verpackungen weggeleuchtet, Reflexe richtig gesetzt, jeden Staubfussel akribisch entfernt, Kanten mit Kreide nachgezogen u.ä. Heute macht man vieles davon mit ein paar Mausklicks in der Post. Aber das Wissen darum, welche Alternativen man zur Postproduktion hat ist sehr nützlich, denn manchmal ist es auch teuer etwas in der Post zu korrigieren und man löst es besser direkt vor Ort. Das ist eben die Erfahrung die man hat.

In der Fotografie hat man das Licht meist bis knapp an den Bildauschnitt gebaut. Beim Film braucht es oft mehr Platz für Kamerabewegungen und Schwenks. Aber Stimmungen erzeugt man in beiden Genres und es ist auch oft szenisch. Nur das man in der Fotografie die 'Geschichte' häufig mit einem Bild erzählen muss.

@ Starshine Pictures

Ja, manchmal reicht schon ein Fenster für schönes Licht, auch ein Aufheller hilft da oft, wenn die Kontraste zu hoch sind. Die Bilder hier sind alles 'freie Arbeiten' und die Modelle sind von Agenturen. In der Regel arbeitet man auf TFP Basis, also die Modelle bekommen Bilder für Ihre Mappe und dafür berechnen sie mir kein Modelhonorar. Wenn man zusammen arbeitet bucht man dann auch bei Jobs Modelle bei den Agenturen mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat. Eine Hand wäscht die andere. Mittlerweile gibt es ja Fotografen wie Sand am Meer (quasi jeder Kamerabesitzer) und da werden die Agenturen auch wählerischer. Die guten Mädchen brauchen meist nicht viel Testen, weil die schnell ein paar gute Jobs und damit auch gut Bilder haben. Die vermittlen sich einfach und die bekommen dann meist auch nur die guten Kunden der Agentur, also diejenigen die viele Modelle im Jahr buchen.

Heutzutage gibt es ja auch noch das Internet. Aber häufig sind das Laienmodelle, oder Leute die das 'nebenbei' machen. Ich habe eine Zeit für freie Arbeiten auch mal mit Mädchen aus dem Netz gearbeitet, aber das lohnt sich eigentlich kaum, weil man selten mal eine 'Perle' findet. Aber zum 'Üben' bietet sich das durchaus an :)

VG




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » So 14 Okt, 2018 17:23

Die letzten Sätze klingen übel.

Darf ich noch fragen, mit welcher Kamera du arbeitest bzw. wie du nachbearbeitest? Mir gefallen die Hauttöne sehr.




pillepalle
Beiträge: 155

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von pillepalle » So 14 Okt, 2018 17:38

Ich arbeite mit Nikon Kameras. Aktuell mit einer D800 und D850. Die haben eine tolle Dynamik und ich mag die Bedienung der Bodies. Aber ehrlich gesagt spielt die Kamera eine geringere Rolle als man wahr haben möchte. Ich habe schon mit so vielen verschiedenen Kameras gearbeitet und sie sind eigentlich nur Mittel zum Zweck. Die ganzen 'Glaubenskriege' über die Richtige oder Beste Kamera wirken auf mich eher komisch. Es gibt für jede Aufgabe ein geeignetes Werkzeug und das Problem heutzutage ist wohl eher die Qual der Wahl zu haben.

Ja, klingt vielleicht komisch, aber ab einem gewissem Niveau lohnt sich das arbeiten mit Laien einfach nicht, weil man selber und alle anderen Beteiligten Energie in die Arbeit stecken. Im Mode oder Beautybereich ist ein gutes Model die halbe Miete. Das ist wie ein guter und ein schlechter Schauspieler. Da nützt es auch wenig wenn das ganze Drumherum perfekt ist. Ich glaube darin unterscheiden sich Film und Fotografie auch wenig. Meist ist es die Summe vieler Kleinigkeiten die etwas gut macht und Licht ist nur eine davon.

VG




Frank B.
Beiträge: 7715

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Frank B. » So 14 Okt, 2018 22:59

Danke dir für die
Infos! Ich fand halt die Hauttöne in deinen Arbeiten sehr gut. Trifft meine Vorstellung von Hauttönen sehr schön. Ich selbst fotografiere mit Fujis, bin davon auch sehr angetan.




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