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Microfon für Naturaufnahmen?



Anfänger bekommen hier Hilfe, außerdem: verlinkte Einführungen
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stoertebeker
Beiträge: 10

Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von stoertebeker » Fr 05 Jan, 2018 12:33

Servus zusammen,

nachdem ich jahrelang mit meiner Panasonic 929 zufrieden war, wird es Zeit für etwas Neues.

Im Frühjahr lege ich mir eine GH5 zu .Ich filme meist Naturaufnahmen und Reisen.

Jetzt meine Frage:

Ich bin erschlagen von dem Angebot an Aufsteckmikrofonen.

Meine 1.Wahl wären die Modelle von Rode. Doch auch hier gibt es eine große Vielfalt.

Zu welchem Mikrofon ratet Ihr mir?

Stereo oder mono

Nieren- oder Superniere/Richtmikro

Danke für eure Tipps vorab!




blueplanet
Beiträge: 1038

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von blueplanet » Fr 05 Jan, 2018 12:42

...ich kann das hier empfehlen:
https://www.thomann.de/de/rode_videomicro.htm

Hier stimmt Preis/Leistung überragend und es funktioniert auch sehr gut mit der GH5. Mehr braucht man auf Reisen -im Prinzip- nicht.




Auf Achse
Beiträge: 3357

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von Auf Achse » Fr 05 Jan, 2018 17:09

Im Vergleich Sennheiser MKE400 zu blueplanet's verlinktem Rode klingt das Rode mMn besser aufgelöst, ausgewogener, untenrum fülliger. Das Sennheiser klingt viel zarter mit wenig Bässen und weniger gut aufgelöst.

Für den Preis kannst du mit dem Rode nichts falsch machen, noch dazu wenns kompakt sein soll. Wenn du allerdings die Maßstäbe eines "Birdpeepers" anlegst solltest du in andere Regale greifen.

Grüße,
Auf Achse




cantsin
Beiträge: 5618

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von cantsin » Fr 05 Jan, 2018 17:20

Ich würde zu ruessels Ohrwurm raten, wenn es um Atmo bzw. Umgebungsgeräusche geht. (Für gerichtete Aufnahmen wie Interviews ist er nicht geeignet).

Er hat mehrere Vorteile:
- Handlich und unauffällig, weil er wie ein Mobilkopfhörer aussieht;
- Extrem hohe Empfindlichkeit, wodurch der Pegel des kamerainternen Vorstärkers aufs Minimum abgesenkt werden kann und der Rauschpegel der Aufnahme extrem niedrig ist;
- Braucht keine eigene Batterie;
- Hervorragende Stereo-Kanaltrennung durch die binaurale Konstruktion;
- Hervorragende Klangqualität auf identischem Niveau mit dem Rode Stereo VideoMic X für einen Bruchteil des Preises. (Ich habe sowohl das VideoMic X, als auch den Ohrwurm und sie beide verglichen - abgesehen von der stärkeren Kanaltrennung des Ohrwurm konnte ich keine Qualitätsunterschiede hören.)

Einziger Nachteil, abgesehen ggfs. von der fehlenden Richtcharakteristik: Extrem hohe Lautstärken, wie z.B. bei Heavy Metal-, Punk- und Noise-Konzerten, kann der Ohrwurm nicht an.

Es gibt hier auf Slashcam eine ganze Reihe Ohrwurm-Gebraucher und -Fans...




gunman
Beiträge: 1266

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von gunman » Sa 06 Jan, 2018 18:27

Ja, bin auch ein Ohrwurm Fan un damit 110 Prozent zufrieden!!!
Was mich nicht umbringt macht mich nur stärker




ruessel
Beiträge: 5464

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von ruessel » Sa 06 Jan, 2018 19:03

Extrem hohe Lautstärken, wie z.B. bei Heavy Metal-, Punk- und Noise-Konzerten, kann der Ohrwurm nicht an.
Demnächst kann er das. Neue Extra Version für Heavy Metal, 2V PlugIn Mikrofonspannung reicht dann für 135 dBA. Lief im Dezember fantastisch auf dem Yellow Konzert... würde ich aber nicht gerade bei "Naturaufnahmen" empfehlen, dazu ist die Eingangsempfindlichkeit etwas heruntergesetzt (so wie bei normalen Mikrofonen).
Gruss vom Ruessel

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Etwas für die Ohren: www.ohrwurmaudio.eu




TonBild
Beiträge: 1852

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von TonBild » Sa 06 Jan, 2018 19:40

stoertebeker hat geschrieben:
Fr 05 Jan, 2018 12:33


Stereo oder mono

Nieren- oder Superniere/Richtmikro
Was genau willst du denn aufnehmen?

Für ein Gewitter würde ich ein Stereo- und für Tieraufnahmen ein Richtmikrofon nehmen. Und draußen für beide einen guten Fellwindschutz der sehr teuer sein kann.




stoertebeker
Beiträge: 10

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von stoertebeker » Mo 08 Jan, 2018 14:10

Ich fahre im Sommer nach Frankreich und Herbst nach Schottland.

Beide Reisen werde ich in einer kleinen Doku festhalten.

Das Mikro benötige möglichst ich als "universal" Gerät.

Mir ist klar, das jedes Mikro seine Stärken/Schwächen hat aber wie hat jemand hier im Forum geschrieben:
" selbst das schlechteste Mikro ist besser als gar kein Micro"

Der Tipp mit dem hochwertigen Fellschutz ist schon einmal vorgemerkt.

Stero solte eine bessere Atmosphäre bringen.

Habt Ihr hier ein Produkt, welches Ihr empfehlen könnt?




TonBild
Beiträge: 1852

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von TonBild » Mo 08 Jan, 2018 15:52

stoertebeker hat geschrieben:
Mo 08 Jan, 2018 14:10
Stero solte eine bessere Atmosphäre bringen.

Habt Ihr hier ein Produkt, welches Ihr empfehlen könnt?
Wenn es etwas hochwertiges sein sollte:

Rode Stereo VideoMic X

543,00 €




speven stielberg
Beiträge: 61

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von speven stielberg » So 24 Mär, 2019 09:52

Moin,

zufällig bin ich auf diesen Fred gestoßen.

Ich war letztes Jahr mit dem Zoom H6 in den Alpen unterwegs. Leider bekam ich mit den Zoom-Mikrofonen keine einzige Aufnahme ohne Rauschen hin. Es handelte sich allerdings auch um vergleichsweise leise Geräusche: Summen der Bienen auf einer Almwiese, das Geplätschere eines Mini-Baches oder entfernte Kuh-Glocken. Laut Beschreibung ist der Ohrwurm super empfindlich. Würde ich mit dem Ohrwurm am H6 bessere Ergebnisse erzielen?

Und noch zum Verständnis: hab ich das richtig verstanden, man klemmt sich die Mikros in die Ohren? Wenn dann aber die Mikros am Ohr scheuern, gibt es da nicht ständig Störgeräusche?




TonBild
Beiträge: 1852

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von TonBild » So 24 Mär, 2019 11:28

speven stielberg hat geschrieben:
So 24 Mär, 2019 09:52


Ich war letztes Jahr mit dem Zoom H6 in den Alpen unterwegs. Leider bekam ich mit den Zoom-Mikrofonen keine einzige Aufnahme ohne Rauschen hin. Es handelte sich allerdings auch um vergleichsweise leise Geräusche: Summen der Bienen auf einer Almwiese, das Geplätschere eines Mini-Baches oder entfernte Kuh-Glocken. Laut Beschreibung ist der Ohrwurm super empfindlich. Würde ich mit dem Ohrwurm am H6 bessere Ergebnisse erzielen?
Kann der Zoom eine Versorgungsspannung zur Verfügung stellen? Falls ja, sollten die Ergebnisse besser sein.

Ich selbst habe auch den Ohrwurm. Aber leider ist er mit vielen Geräten nicht verwendbar.

Für die von Dir genannten Geräusche nutze ich ein Sennheiser 8070 Richtmikrofon. Das ist sowohl empfindlich als auch rauscharm. Leider groß und teuer.




speven stielberg
Beiträge: 61

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von speven stielberg » So 24 Mär, 2019 11:35

Danke für den Tipp mit dem Sennheiser. Das übersteigt aber bei Weitem mein Budget.

Zitat von audiotranscription: "Die XY-Kombination hat einen 3,5 MM-Klinkenanschluss, die über Plug-In-Power entsprechende externe Mikrofone speisen kann."

Geht das dann? Nutzt hier vielleicht zufällig jemand die Kombi H6/Ohrwurm?




Frank Glencairn
Beiträge: 8700

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von Frank Glencairn » So 24 Mär, 2019 11:49

speven stielberg hat geschrieben:
So 24 Mär, 2019 11:35
Danke für den Tipp mit dem Sennheiser. Das übersteigt aber bei Weitem mein Budget.

Zitat von audiotranscription: "Die XY-Kombination hat einen 3,5 MM-Klinkenanschluss, die über Plug-In-Power entsprechende externe Mikrofone speisen kann."

Geht das dann? Nutzt hier vielleicht zufällig jemand die Kombi H6/Ohrwurm?

Soweit ich weiß braucht der Ohrwurm Plug-in Power.

Rüssel?

Ich hab extrem gute Ergebnisse mit dem Ohrwurm und dem Zoom H2N, wobei der sogar mit den internen Micros schon recht gute Atmo liefert - Setero, Stereo/Mitte und 380 Grad/4 Kanal. Allerdings sind die Ohrwurm Stereo Aufnahmen räumlicher und weiter.




Sammy D
Beiträge: 1192

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von Sammy D » So 24 Mär, 2019 11:52

Natuerlich braucht der Ohrwurm Plug-in-Power. Bei 0V kommt auch nix raus.
Der H6 hat Plug-In-Power (laut Manual; hab ihn selbst nicht).

Es gibt den Ohrwurm in verschiedenen Flavors. Klinke finde ich an einem Rekorder zu instabil. Besser ist der Ohrwurm mit Mini-XLR-auf-XLR. Den kannst du direkt in die XLR-Buchsen des H6 stoepseln. Der Adapter reguliert P48 auf die benoetigte Spannung des Ohrwurms runter.

Aber warte doch am besten auf ruessel oder schreib ihn direkt an. Er kann dir die beste Kombo fuer deinen Rekorder empfehlen.




bArtMan
Beiträge: 474

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von bArtMan » So 24 Mär, 2019 11:56

Ich nutze das Tascam TM-2X. Funktioniert prima an der Sony-CX900. Mache auch Naturaufnahmen mit oft geringem Pegel. Es braucht Plug-In Power, liefert genug Pegel und rauscht nicht hörbar. Der Windschutz ist bei leichtem Wind ok. Für stärkeren Wind muss man sich was basteln oder einen besseren kaufen.




ruessel
Beiträge: 5464

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von ruessel » Di 26 Mär, 2019 10:04

Da bin ich.
Was soll ich noch schreiben, ist schon alles gesagt.

Die Ohrwurmtonkapsel ist ca. 16 dB lauter als man es von Rode; Sennheiser etc. gewohnt ist und das ist eine Eigenschaft die eigentlich nur gute Großmembranmikrofone beherrschen. Rauschen ist auch kein wirkliches Problem, mit über 80dB Rauschabstand hört man alles, aber kein Rauschen (eher rauschigen Vorverstärker, Kopfhörerverstärker etc.). Das liegt am eingebauten ungewöhnlichen JFET und seine interne Beschaltung, auch er wurde Mitte 2018 auf den neusten Stand gebracht und soll nun noch kleinere Anstiegszeiten (rise/fall time) besitzen..... ich muss aber sagen, ich höre es im Vergleich nicht raus. Klanglich ist die Kapsel locker auf Neumann und Co Niveau, hat sogar in zwei TonStudios (Klassikaufnahmen) ihr teuren Markenmikrofone in die Schachteln zurückgedrängt. Selbst blinde Menschen sind über die Präzision der Kapseln überrascht und hören bei Straßenszenen sogar raus, ob beim vorbeigehen das Fenster zu oder auf kipp steht.

Ich nenne diese Kapsel "rot", sie ist unheimlich präzise, klanglich korrigiert (kein massiver Höhenanstieg wegen Druckstau) und fängt früh an Schall aufzuzeichnen. Zur Zeit laufen Tests mit der neuen Ohrwurmkapsel "blau". Gleicher mechanischer Aufbau (Membrane, Gehäuse, JFET) aber elektrischer Unterbau völlig anders. Hier ist die "S-Kurve" am Ausgang ausgeprägter also wesentlich mehr Dynamik bis 150 dBA, Nachteil, nix gibt es geschenkt.....benötigt unbedingt mind. 4V und sie ist "normal laut", also eher für Konzertaufnahmen.

Jeder weiß, gerade bei leisen Aufnahmen ist ein 3,5mm Klinkenstecker nicht die erste Wahl....ich hasse sie sogar. Eine Profiverbindung gibt es nur über XLR und hier erwähne ich besonders die Neutrik Steckverbindungen, kosten etwas mehr, lohnt sich aber bei z.B. Nebel etc. immer.
Wie kommt nun der Ohrwurm an XLR?
Ich habe lange Zeit Tests gemacht mit Eisenlose und Übertrageradapter, von 10,- bis 150 Euro. Am besten klangen (mit viel Abstand zu teuren Markenprodukten) die JTS MA500 Adapter. Sie sind Eisenlos, extrem Rauschfest und haben für den Ohrwurm auch noch weitere Vorteile, wie der regelbare Innenwiderstand der PlugIn Spannung von 4,5V. Die 4,5V lassen sich mit viel Geschick für Spezialanwendungen auch auf jede andere Voltzahl erhöhen. Ich baue die erforderliche Elektronik per SMD Teile in den MA500 miniXLR Stecker ein, so bleibt der MA500 original Fabrikneutral. Übrings, der MA500 läuft sauber ab 12V Phantomspannung, wer seine Phantomspannung von 48V auf 24/12V runterregeln kann, erfreut sich meistens über etwas längere Akkulaufzeiten.

Problem beim MA500 aus meiner Sicht, er hat eine sichere aber nicht so geläufige 4 Pol MiniXLR Steckverbindung, die Stecker sind mit 5-6 Euro/Stück nicht gerade billig und für Stereo benötigt man zwei Identisch laute MA500. Die Ausgangsleistung schwankt je nach Seriennummer manchmal um 2 dB, zuviel für sauberes Stereo. Ich kaufe immer 50 Stück und selektiere sie als Pärchen. Weiterer Nachteile sind die Schiebeschalter für -10dB und die Bassabsenkung, nur mit Gefühl zu verstellen, können sich sonst verklemmen. Aber eigentlich braucht man die Schalter auch nicht, Bass absenken wenn unbedingt nötig können die meisten Aufnahmegeräte. Des weiteren löst sich manchmal die XLR Gewindebuchse. Ich klebe sie daher mit Loctite gewindekleber "Mittelfest" ein. Also alles mechanisches zeug was nicht recht super ist. Akustisch, elektrisch, Geldlich sehr lecker!

Wir haben den MA500 zerlegt, analysiert etwas optimiert und ohne Schalter nachgebaut, alleine die Teile ohne Gehäuse verschlangen 35,- EUR. Den fertigen, selektierten MA500 gibt es bei mir für 30,-/Stück. Das 4 Pol Stereokabel mit der SMD Anpassung ca. 40,- je nach Ausführung. Ich bin mit dem endgültigen Preis noch am hadern, ich löte da noch zu lange dran rum, ist alles sehr im Stecker fummelig.

habe ich was vergessen? Bin noch nicht richtig wach....brauche erstmal einen Kaffee....
Gruss vom Ruessel

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speven stielberg
Beiträge: 61

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von speven stielberg » Di 26 Mär, 2019 10:43

Hallo, "Ruessel".

wow! Danke für die ausführlichen Infos. Ich bin zwar selbst Ingenieur, nur leider kein Toningenieur und kann mit der Hälfte der Infos deshalb leider nichts anfangen ... :-)

Falls Du zwischenzeitlich wach bist, bitte noch mal für Nicht-Ton-Ingenieure:

1. Man steckt die Dinger in die Ohren. Richtig?
2. Wenn die in den Ohren stecken und an diesen reiben, gibt es dann nicht Störgeräusche?
3. Die Dinger sind deutlich empfindlicher als normale Mikros, daher sind sie für "leise" Geräusche besser geeignet. Sprich: die Aufnahmen rauschen weniger. Richtig?
4. Auf www.ohrwurmaudio.eu werden diverse Kameras erwähnt, für die die Ohrwürmer wohl zunächst gebaut wurden. Die haben alle einen Klinke-Anschluss. Jetzt heißt es aber plötzlich Klinke ist doof? Warum?
5. Klinke ist natürlich deutlich flexibler, da auch direkt in der Kamera einstöpselbar. Merkt der Laie einen Unterschied zwischen Klinke- und XLR-Anschluss?
6. Auf www.ohrwurmaudio.eu gibt es zwei Produkte: ein 3D-Mikrofon und ein Stereo-Mikrofon. Allerdings heißt es dort, dass man das 3D-Mikro mittels Zubehör einfach zum Stereo-Mikro umbauen kann. Wo ist dann der Unterschied?
7. Zurück zu meinem Ausgangs-Post: mir ging es um leise Geräusche wie kleine Plätscherbäche, entferntes Kuh-Geläut und Bienen-Gesumme auf Almwiesen in der Bergen. Ist da der Ohrwurm optimal für? Und wenn ja, welcher der beiden?

Danke im Voraus! :-)




Onkel Danny
Beiträge: 268

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von Onkel Danny » Di 26 Mär, 2019 13:44

Hat sich erledigt, verguckt ;)


greetz
Zuletzt geändert von Onkel Danny am Di 26 Mär, 2019 15:28, insgesamt 1-mal geändert.




speven stielberg
Beiträge: 61

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von speven stielberg » Di 26 Mär, 2019 13:59

HÄ?

glaubst Du ernsthaft, dass "stoertebeker" nach über einem Jahr noch eine Antwort interessiert?

Oder war Dir grad irgendwie langweilig, dass Du einfach IRGENDWAS geschrieben hast ... ?

:-(




pillepalle
Beiträge: 589

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von pillepalle » Di 26 Mär, 2019 15:19

@ speven stielberg

Entfernte Geräusche, wie Dein Beispiel mit der Kuhglocke, werden damit eher noch entfernter klingen, da die Kugelkapseln des Ohrwurms alles um Dich herum aufnehmen. Auch musst Du den Kopf sehr ruhig halten, denn der Hörer nimmt Veränderungen der Richtung bei Kopfbewegungen sehr genau wahr. Bei Youtube findet man ein binaurales Hörspiel mit einem Kunstkopf. Zieht sich etwas, aber ist recht aufschlußreich:




Auch die BBC hat lange Jahre mit Kunstkopf-Aufnahmetechniken experimentiert, ist aber scheinbar auch wieder davon abgekommen. Relativ zu Anfang des Videos (ab ca. 3 min) findest Du hier auch ein Aufnahmebeispiel mit In-Ear Mikrofonen.



VG




ruessel
Beiträge: 5464

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von ruessel » Di 26 Mär, 2019 16:54

Falls Du zwischenzeitlich wach bist, bitte noch mal für Nicht-Ton-Ingenieure:

1. Man steckt die Dinger in die Ohren. Richtig?
2. Wenn die in den Ohren stecken und an diesen reiben, gibt es dann nicht Störgeräusche?
3. Die Dinger sind deutlich empfindlicher als normale Mikros, daher sind sie für "leise" Geräusche besser geeignet. Sprich: die Aufnahmen rauschen weniger. Richtig?
4. Auf www.ohrwurmaudio.eu werden diverse Kameras erwähnt, für die die Ohrwürmer wohl zunächst gebaut wurden. Die haben alle einen Klinke-Anschluss. Jetzt heißt es aber plötzlich Klinke ist doof? Warum?
5. Klinke ist natürlich deutlich flexibler, da auch direkt in der Kamera einstöpselbar. Merkt der Laie einen Unterschied zwischen Klinke- und XLR-Anschluss?
6. Auf www.ohrwurmaudio.eu gibt es zwei Produkte: ein 3D-Mikrofon und ein Stereo-Mikrofon. Allerdings heißt es dort, dass man das 3D-Mikro mittels Zubehör einfach zum Stereo-Mikro umbauen kann. Wo ist dann der Unterschied?
7. Zurück zu meinem Ausgangs-Post: mir ging es um leise Geräusche wie kleine Plätscherbäche, entferntes Kuh-Geläut und Bienen-Gesumme auf Almwiesen in der Bergen. Ist da der Ohrwurm optimal für? Und wenn ja, welcher der beiden?
Ich glaube, heute werde ich nicht wach....regnet die ganze Zeit.

1. Nein. Klären wir erstmal was Sache ist: Ohrwurm Stereo ist ein Stereomikrofon, Ohrwurm 3D ein Kunstkopfmikrofon, das präziser als der original Sennheiser Kunstkopf aufzeichnet, besser im Sound sowieso.
Ich gehe davon aus, du möchtest Stereoaufnahmen für die Lautsprecherwiedergabe machen. Hier ist der Ohrw. Stereo vorgesehen, er hängt am Ohr (ähnl. Brillenbügel) und Dein Kopf ist das akustische Trennmittel. Dabei hast du die Hände frei um Kamera zu bedienen. Das war meine Vorgabe beim Entwickeln. Naturliebhaber benutzen den Ohrwurm aber auch ohne Kopf und befestigen die Bügel an einem Ball-Schläger mit ca. 25cm Durchmesser. Oder an einem dicken Baum etc.

2. Wenn die in den Ohren stecken und an diesen reiben, gibt es dann nicht Störgeräusche?
Nein, normalerweise reibt nix, selbst beim laufen, nur das Kabel bitte mit einer Klammer an der Jacke fixieren. Im allgemeinen wird aber im Stillstand aufgezeichnet, Du bist das Mikrofonstativ.... das wirbelt man bei Stereo eigentlich auch nicht wild rum.

3. Die Dinger sind deutlich empfindlicher als normale Mikros, daher sind sie für "leise" Geräusche besser geeignet. Sprich: die Aufnahmen rauschen weniger. Richtig?
Könnte man so sagen, deutlich empfindlicher als andere kleinmembranmikros. Wenn sie genug Spannung bekämen (5V oder mehr) geht auch lautes Zeug bis über 120 dBA.

4. Auf www.ohrwurmaudio.eu werden diverse Kameras erwähnt, für die die Ohrwürmer wohl zunächst gebaut wurden. Die haben alle einen Klinke-Anschluss. Jetzt heißt es aber plötzlich Klinke ist doof? Warum?

weil Klinke schon immer Doof war und ist. Aber hat sich nun mal im unteren Segment durchgesetzt.
Warum? weil sie nur ca. 500-1000 einwandfreie Steckzyklen garantieren. Die Buchse nur eine Punktförmige Verbindung schafft und so sehr Störempfindlich ist. wir reden hier über Millivolt am Mikrofon und nicht 1000mal mehr als am kopfhörerausgang ansteht. Sobald feuchtigkeit oder Schmutz in die Buchse kommt, ist es vorbei..... jede Kabelbewegung kratzt, rauscht oder unterbricht den Sound. Es gibt einfach einen Grund, dass im Tonprofibereich sich XLR durchgesetzt hat. Aber leider kann man oft nicht wählen und ist bei 3,5mm Klinke festgesetzt...... geht auch, man muss nur Sorgfältig sein und kontaktspray kennen.

5. Klinke ist natürlich deutlich flexibler, da auch direkt in der Kamera einstöpselbar. Merkt der Laie einen Unterschied zwischen Klinke- und XLR-Anschluss?
Nein, XLR ist flexibler weil mit hoher Spannung genormt. Der Laie freut sich über das leichtere Klinkenstereokabel, das gibt es bei XLR gar nicht.

6. Auf www.ohrwurmaudio.eu gibt es zwei Produkte: ein 3D-Mikrofon und ein Stereo-Mikrofon. Allerdings heißt es dort, dass man das 3D-Mikro mittels Zubehör einfach zum Stereo-Mikro umbauen kann. Wo ist dann der Unterschied?
Wie schon oben beschrieben sind das völlig unterschiedliche Aufnahmeverfahren, wie der Unterschied zwischen Mono+Stereo. Allerdings der Kern ist gleich, die Ohrwurmkapsel sitzt im gleichen Kerngehäuse mit einer zentralen 12/16mm Aufnahmekapsel. Nun entscheiden die Anbauteile ob es ein Kunstkopf oder ein Stereomikrofon wird. Heute ein Stereomikrofon kann später durch zukauf der Teile ein kunstkopf werden.... weil der akustische Kern so klein ist.

7. Zurück zu meinem Ausgangs-Post: mir ging es um leise Geräusche wie kleine Plätscherbäche, entferntes Kuh-Geläut und Bienen-Gesumme auf Almwiesen in der Bergen. Ist da der Ohrwurm optimal für? Und wenn ja, welcher der beiden?
Oh....das willst du nicht hören. der Ohrwurm kann das bestimmt herausragend aufnahmen aber als was? Stereoaufnahme? Kunstkopfaufnahme?
ich selber würde wahrscheinlich dabei die Ohrwurmkapsel gar nicht an das Ohr klemmen, sondern auf den Boden legen, 30-40cm auseinander und dazwischen einen akustischen Trenner legen (holzbrett mit Teppichfliese beklebt). habe ich selber schon gemacht, ergab eine Hammeraufnahme. Es sei denn, es muss alles schnell gehen, dann an das Ohr klemmen, schnellere Aufnahmen (und unauffällig) im vorübergehen geht nicht.

Noch Fragen?
Gruss vom Ruessel

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speven stielberg
Beiträge: 61

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von speven stielberg » Mi 27 Mär, 2019 10:54

Vielen Dank für Deine ausführlichen Erklärungen. Sehr schön das! :-)

Um Dich zu entlasten hab ich auf youtube gestöbert und dort auch ein Video gefunden, in dem einer den Ohrwurm an einen Zoom betreibt. Geht also.

Was ich aber immer noch nicht kapiere: auf ohrwurmaudio heißt es, dass man das 3D-Modell zum Stereo-Modell umbauen kann. Jetzt schreibst Du, dass man auch aus dem Stereo-Modell ein 3D-Modell basteln kann. Wenn also alles mit allem möglich ist, warum dann zwei Geräte? Was unterscheidet die beiden? Oder sogar drei? Auf youtube ist von einem Ohrwurm 3 die Rede ...




ruessel
Beiträge: 5464

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von ruessel » Mi 27 Mär, 2019 11:32

ist nicht so kompliziert.

Ohrwurm 3 ist ein altes Modell von 2014.

Ohrwurm "Mikrofon" + Ohrwurm 3D Anbauteile = Ohrwurm 3D (pure Kunstkopfaufnahmen für Kopfhörer)
Ohrwurm "Mikrofon" + Ohrwurm Stereo Anbauteile = Ohrwurm Stereo (saubere Steroaufnahmen für Lautsprecher)

Ja, die Preise unterscheiden sich. Beim Kunstkopfmikrofon muss das Mikrofon fest am Ohr sein, da Ohren unterschiedlich groß oder klein sind, gibt es Serienmässig 3 Bügelpaare gleich dazu, sie decken ca. 95% der menschlichen Ohrgrößen ab. weitere Bügel für Miniohren oder Elefantenohren gibt es auf Nachfrage.

Beim Stereo ist die Mikrofonhaltung nicht kritisch, hier gibt es einen Universalbügel der auf allen Ohren sitzt, er läßt sich auf dem Ohr drehen und wird so immer enger im Sitz, reicht für Saltos..... geniale Erfindung von mir !! ;-)
Gruss vom Ruessel

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Mediamind
Beiträge: 257

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von Mediamind » Mi 27 Mär, 2019 11:43

Lieber Ruessel,

wenn ich nicht vom Stativ aus arbeite, habe ich regelmäßig Gimbals am Start. Je nach Dauer des Takes und Temperaturen, komme ich schon mal ins Schnaufen. Das höre ich dann im Ton der Kamera. Bei einer Kugel sollte das noch besser aber eigentlich nicht gewünscht, rüber kommen. Wie verhält es sich denn beim Ohrwurm mit den normalen Atemgeräuschen des Kameramanns?
Gerade beim Gimbaleinsatz hat sich ein Micro an der Kamera für mich als nicht optimal dargestellt, löst Dein Ohrwurm dies besser?




ruessel
Beiträge: 5464

Re: Microfon für Naturaufnahmen?

Beitrag von ruessel » Mi 27 Mär, 2019 13:04

Normale Atemgeräusche sind normal nicht hörbar. Bei Asthma oder im Schalltoten Raum kann das anders sein. Es kommt doch immer darauf an, wie weit ich den Rekorder aufdrehe. Der Ohrwurm ist ja nicht neu, seit 2005 gibt es ihn, Atemgeräusche als Problem hatte ich dabei noch nie. Es sei denn, ich musste 100 Meter laufen, dann langt bei mir auch keine Richtkeule mehr, daß schnaufen ist sicher auf der Aufnahme.
Gruss vom Ruessel

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NAB 2019: Tschüß VR & Drohnen - Hallo Super 35 und 8K! // NAB 2019

Wir sind zwar immer noch fleissig am NAB News aufbereiten aber trotzdem oder gerade deshalb der perfekte Zeitpunkt, um ein Fazit unter die NAB 2019 zu ziehen. Welche Trends lassen sich im Bewegtbildbereich ausmachen - und nicht weniger spannend - welche Hypes sind wieder in der Versenkung verschwunden? weiterlesen>>

Hands-On Manfrotto: Mobiles, lichtstarkes Lykos 2.0 LED Panel + Nitrotech Fluidköpfe 608/6012 // NAB 2019

Wir hatten am Stand von Manfrotto Gelegenheit zu einem ersten Hands-On mit dem von Grund auf neu entwickelten und für den mobilen Einsatz entworfenen Lykos 2.0 LED-Panels. Darüber hinaus haben wir uns auch gleich die aktualisierten Stativköpfe Nitrotech 608 u. 6012 genauer angeschaut: weiterlesen>>

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YGT - Sinking Ship

Computergenerierte Visuals mit ziemlich analog anmutendem Reiz, was sicher auch an der gezeigten Welt liegt, die sehr an Fantasy-Vorstellungen mit surrealen Einschlägen erinnert -- ein paar Infos zur Entstehung hier.