TomMarvolo
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Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von TomMarvolo » So 20 Aug, 2017 18:33

Hallo Forum,

Vor fast 10 Jahren haben wir unsere alten Video8-Bänder und einige VHS-Bänder zu einer professionellen Digitalisierungsfirma gebracht, um diese Kindheitsschätze für die Zukunft aufbewahren zu können.
Selbst haben wir aufgrund fehlender Video-8-Kamera keine Möglichkeit, die Bänder zu digitalisieren, oder auch nur zu spulen, und selbst wenn, würde das nicht viel nützen, da die Kamera, mit der die Bänder aufgezeichnet wurden, dejustiert war und somit die Bänder mit einer normalen, richtig justierten Kamera gar nicht abgespielt werden könnten. Musste also eine Fachfirma ran, die dann ihr Abspielgerät extra so dejustiert hat, damit die Bänder abspielbar wurden.

Nun wurde das damals vor 10 Jahren so gemacht, dass man davon ausginge, die digitalisierten Filme würden dann ohnehin irgendwann auf DVD landen, deswegen wurde das Material damals alles im DV-AVI-Format digitalisiert. Also dasselbe, wie auf den MiniDV-Bändern, interlaced.

Heute, 10 Jahre später, ist die Technik ja schon weiter und ich frage mich, ob es nicht schlauer und sinnvoller gewesen wäre, die Bänder völlig unkomprimiert / verlustfrei digitalisieren zu lassen, sodass sie vielfältiger einsatzbar wären. Gerade im Hinblick auf Smart-TV-Media-Server, auf denen dann solche Filme als Dateien lagern würden und man sie dann per Abruf auf dem Smart-TV abspielen könnte, da wäre doch ein unkomprimiertes Format besser gewesen, oder nicht?

Ist das DV-AVI-Format, interlaced, so wie das Material nun ist, noch zukunftsgerecht, oder sollte man eventuell in Erwägung ziehen, eine erneute, diesmal verlustfreie / unkomprimierte Digitalisierung vornehmen zu lassen? (vorausgesetzt die Bänder haben sich nun in den weiteren 10 Jahren Lagerung ohne Spulen nicht noch mehr verschlechtert)




Peppermintpost
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Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von Peppermintpost » So 20 Aug, 2017 19:21

das folgt natürlich so ein bissel dem gedanken "bigger is better" was in fast allen bereichen selbstverständlich totaler unsinn ist. natürlich hat unkompremiertes material vorteile gegenüber kompremierten, diese vorteile liegen aber alle nicht darin das das material beim ansehen besser aussieht, sondern fast ausschliesslich in der weiteren bearbeitung.
bei deinen familienaufnahmen auf Hi8 oder VHS gehe ich mal davon aus, das du es dir ansehen möchtest, aber sonst auch nichts. das es interlaced ist ist kein problem, das ist dein original material ja ebenfalls. selbst wenn dein original footage progressiv ist (was ich sehr bezweifele) dann kannst du es problemlos auf interlaced umkopieren, anders herum geht es nicht aber von p zu i ist kein problem.
miniDV war um die 1:5 kompremiert würde also heute in der file basierten welt einer kompression von prores entsprechen. klar ist prores nicht die krone der schöpfung, aber es ist gut genug das es heute immer noch von profis benutzt wird. es ist qualitativ das hochwertigste delivery format was firmen oder tv sender noch annehmen. also ich würde mal sagen da bist du auf der sicheren seite.

das einzige wo unkompremiert natürlich sinn machen kann ist beim sicherheitsaspekt, unkompremiertes material kannst du natürlich zu jeder zeit in ein anderes unkompremiertes material wandeln ohne qualität zu verlieren. das geht selbstverständlich bei kompremierten formaten nicht. also du könntest aus sicherheitsgründen deine files mal in ein unkompremiertes format wandeln, aber es neu zu digitalisieren, da würde ich sagen das ist einfach geld verbrennen.
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WoWu
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Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von WoWu » So 20 Aug, 2017 19:26

Ich denke, dass Du von einer Neuüberspieling nicht besonders viel haben wirst, weil die SD Bandbreite sowieso ziemlich gering war (von analogen Bändern) und die DVD Bandbreite das allemal abgedeckt hat.
Sofern die Kamera nicht ohnehin interlaces aufgezeichnet hat, wäre zu klären, ob bei der Überspielung nicht in „segmented frames“ überspielt worden ist.

Ansonsten würde ich zu einem guten Enhance-programm raten, wenn es darum geht, das Material aufzufrischen.
Sehr viel kommt derzeit allerdings nicht dabei heraus.
Ich würde es also bei dem vorhandenen MPEG-2 Material belassen.
Gute Grüße, Wolfgang

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Peppermintpost
Beiträge: 2282

Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von Peppermintpost » So 20 Aug, 2017 19:35

ah wowu, wo du es gerade ansprichst, hier mal eine kurze OT frage.

ist der unterschied zwischen PsF und i auf computer monitoren nicht sowieso bedeutungslos? der unterschied die halbbilder nicht zeitverzögert zu übertragen wie es bei PsF der fall ist ist ja bei computern sowieso nicht gegeben. oder?
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WoWu
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Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von WoWu » So 20 Aug, 2017 19:49

Nee, leider nicht .... zu i schon gar nicht, weil i ja noch zwei halbe Zeilen enthält und dann natürlich jeweils über jede 2.zeile hinweg interpoliert werden muss.
Aber selbst psf ist nicht genormt ... manche NLEs fangen bei Zeile 0 an und andere bei zeile 1.
Man mag jetzt meinen, das sei doch egal, ist es aber nicht, weil spätestens an den Szenenübergängen Kämme entstehen.
Gar nicht zu reden davon, wenn vollbilder (over i) z.B. über HDMI übertragen werden, was ja auch so etwas wie psf ist. Da hast Du einen regelmäßigen Versatz, also jeweils ein Field im falschen Frame (2:2).
sowas muss auch erst bereinigt werden, obwohl es auch nur halbe Vollbilder sind.

Du siehst, es geht nichts über eine gesunde Normierung, die es für psf leider nicht gab.
Gute Grüße, Wolfgang

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TomMarvolo
Beiträge: 75

Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von TomMarvolo » So 20 Aug, 2017 19:57

WoWu hat geschrieben:
So 20 Aug, 2017 19:26

Sofern die Kamera nicht ohnehin interlaces aufgezeichnet hat, wäre zu klären, ob bei der Überspielung nicht in „segmented frames“ überspielt worden ist.
Ich denke, die Kamera hat interlaced aufgezeichnet, sicher bin ich mir aber nicht. War bei Video8 und VHS denn überhaupt progressiv schon möglich?

Zu der anderen Frage: wie kann ich herausfinden, ob das digitalisierte Material in segmented frames überspielt wurde oder nicht?




Jott
Beiträge: 12727

Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von Jott » So 20 Aug, 2017 20:09

DV ist völlig okay für deinen Zweck. Interlaced wie das Original, alles gut.

Brenn mal eine DVD davon, auch dort interlaced belassen. 25 Euro für einen Hardware-DVD-Player ausgeben, der wie alle heutzutage verblüffend gutes Upscaling/De-Interlacing zu 1080p beherrscht. Via HDMI am Fernseher genießen. Du wirst erfreut sein.




Peppermintpost
Beiträge: 2282

Re: Digitalisierung von analogem Material - falsch gemacht?

Beitrag von Peppermintpost » So 20 Aug, 2017 20:26

TomMarvolo hat geschrieben:
So 20 Aug, 2017 19:57
WoWu hat geschrieben:
So 20 Aug, 2017 19:26

Sofern die Kamera nicht ohnehin interlaces aufgezeichnet hat, wäre zu klären, ob bei der Überspielung nicht in „segmented frames“ überspielt worden ist.
Ich denke, die Kamera hat interlaced aufgezeichnet, sicher bin ich mir aber nicht. War bei Video8 und VHS denn überhaupt progressiv schon möglich?

Zu der anderen Frage: wie kann ich herausfinden, ob das digitalisierte Material in segmented frames überspielt wurde oder nicht?
nein, grundsätzlich sind beide video systeme immer interlaced, es gab aber kameras (sehr sehr wenige) die vollbilder aufzeichen konnten die dann aber interlaced gespeichert haben. wie oben geschrieben p zu i kein problem - i zu p geht nicht.
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