cantsin hat geschrieben:Ausser "Goodbye Lenin" kein einziger Film dabei, der international zeigbar ist. Die Hälfte der Filme, darunter auch die Top 3, sind TV-Komödien-Spinoffs.
Das ist nunmal Filmgeschmack in Deutschland. "Das Boot" kommt gerade mal auf Platz 40, "Lola rennt" auf Platz 100, und vom Rest, der da noch auf der Liste steht, ist 90% Dorfdeppen- und Spießerschrott.
Genau so ist es!
Warum sehen deutsche Filme aus wie deutsche Filme?
Lässt sich sogar mit einem einzigen Satz beantworten:
Weil es hier keine eigene Popkultur gibt! Hier wird alles bis zum Erbrechen zerredet, analysiert, auseinander genommen und schön akkurat und strukturiert aufgereiht seziert und das alles auf jeden Fall schön politisch korrekt, bis nur noch schnöde Einzelteile ohne ein konkretes Gesamtbild übrig bleibt!
Schaut Euch doch mal allein diesen Thread an ... Mittlerweile bei über 160 Beiträgen gekommen und begonnen, bzw. gestartet hat er mit einer banalen Frage. Aber auch hier zeigt sich die (nahezu) pervertierte Affinität, basierend der heimischen Mentalität, des Zerredens und Sezierens.
Witziger Weise besteht hier eigentlich sogar ein enormer Bedarf nach Popkultur, aber bedingt durch die Tatsache, dass hier keine eigene vorhanden ist, wird eben die aus dem Ausland konsumiert. Und aus dem selben Grund (Mangel an eigener Popkultur) sehen deutsche Filme aus wie deutsche Filme.
Das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Denn es besteht ja auch nicht mal den Hauch eines Ansatzes der Möglichkeit dass eine eigene Popkultur entwickelt und gefördert wird. Talente und Kandidaten hierzulande, die in der Lage wären eine eigene Popkultur zu entwickeln, haben keine Chance dafür weil sie nicht gefördert werden.
Ein paar Beiträge weiter oben hatte ich geschrieben, dass mich ein Film mitnehmen/mitreißen muss. War eigentlich etwas unverständlich formuliert von mir, doch jetzt fällt mir der passende Terminus ein. Ein Film muss mich
berühren. Tut er das ist er auch in der Lage mir jedwede Message zu vermitteln, sei's
Junge leg' mal jetzt Deinen Cortex schlafen und lass' dich mal von der visuellen sowie akustischen Flut berauschen bis hin zu (bspw.)
Scheiße, nichts auf der Welt kann einen Krieg rechtfertigen und egal was passiert, ich werde alles daran setzen, dass meine Kinder so etwas nie erleben müssen (diese Message blieb bei mir hängen, nachdem ich damals "Saving Private Ryan" gesehen habe).
Die selbe Analogie der fehlenden Popkultur findet sich z.B. auch beim Thema Comics. Ein enormer Konsum Bedarf vorhanden, aber wenn ein talentierter Mensch den Wunsch verspüren sollte sich damit beruflich zu verwirklichen, ist es hierzulande am besten diesen Wunsch gleich wieder zu begraben oder sich nach US of A, Japan, Frankreich, Belgien, etc. zu begeben, denn dort herrscht die Popkultur Basis, die dafür sorgt dass Talente nicht nur gefördert werden, sondern sogar die Chance haben einen bleibenden Eindruck in der erwähnten Popkultur zu hinterlassen.
Bestes Beispiel hierfür Todd McFarlane mit seiner Vita (und ich gehe jede Wette ein, dass
absolut keiner hier weiß wer Todd McFarlane ist ohne vorher Google zu Rate gezogen zu haben). Und McFarlane ist nur ein Beispiel, diese Liste ließe sich mal locker um sehr viele weitere Beispiele erweitern.
Bittesehr, darum sehen deutsche Filme aus wie deutsche Filme. Und das bleibt vorerst auch so. Die einzige Hoffnung, die man haben
könnte, ist dass vielleicht irgendwann ein Generationswechsel und daraus resultierend ein Mentalitätswechsel vonstatten gehen wird. Und zwar nicht nur bei den Filmemachern (denn dort vollzieht er sich lt. meinen bescheidenen Informationen bereits in kleinen fast kaum merklichen Schritten), sondern bei den Entscheidern die für die Produktionen verantwortlich sind.
Dann sehen deutsche Filme
vielleicht nicht mehr aus wie deutsche Filme.