berlin123 hat geschrieben: Sa 29 Aug, 2026 17:56
Die allgemeine Auffassung ist ja, dass nicht D-Log 2 für die hohe DR verantwortlich ist. Sondern dass D-Log 2 die notwendige Voraussetzung dafür ist, das Maximum des aufgezeichneten Materials des neuen Sony LOFIC Sensors nutzen zu können.
Dann bringt D-Log 2 in DJI Kameras ohne diesen Sensor natürlich keinen Mehrwert.
Noch schlimmer: Wenn man die Telekamera mit ihrem geringeren Dynamikumfang D-Log2 aufzeichnen lassen würde, blieben die oberen Bits des Codecs ungenutzt, und die Bittiefe der Aufzeichnung würde von 10bit auf wahrscheinlich effektive 8bit oder weniger sinken.
Das Problem kann DJI nicht wirklich lösen. Eine Hilfe wäre es aber, wenn z.B. Resolve möglichst bald eine komplette D-Log 2-Unterstützung in seinem Color Management bzw. in CST erhielte, so dass man das Material beider Kameras in der Post unkompliziert in ein gemeinsames Arbeits-Gamma und einen gemeinsamen Arbeitsfarbraum wie Davinci Intermediate/WideGamut bringen könnte.
EDIT: Mit den von CineD gemessenenen 16 Blenden DR (SNR=2) der Hauptkamera ist die 10bit-Quantisierung des Kameracodecs sehr, wenn nicht sogar zu knapp. Wenn man da stärker gradet und den vollen DR nutzt, muss es eigentlich zu Tonwertabrissen kommen. Normalerweise gilt die Gleichung, dass 10bit Log ungefähr 14 Blenden DR (bzw. 14bit linear) adäquat speichert.
Eine richtig saubere Lösung wäre wohl ein 12bit-Codec, der es dann ermöglichen würde, dass sowohl die Weitwinkel-, als auch die Telekamera D-Log2 aufzeichnen, wobei die Telekamera dann nur 10 der 12bits nutzen könnte. Dann wäre das Interoperabilitätsproblem kameraseitig gelöst.
Ist aber nicht mit der jetzigen Kamerageneration machbar - da bräuchte es einen komplett neuen Kamerachip. Und die NLEs/GPUs würde das Material auch nicht hardwarebeschleunigt abspielen. Es wäre also eine Groundhog Day-Wiederholung des alten Workflow-Dramas, das es schon bei den ersten 10bit-h264/h265-Hybridkameras gab...