vaio hat geschrieben: Mi 10 Jun, 2026 06:41
Deshalb sind diese bei mir nur über den Gastzugang im WLAN.
Auch Geräte wie z.B. Saugroboter, Unterhaltungselektronik und Kaffeeautomat sind nur im Gastsystem. Oft werden Sicherheitslücken solcher Geräte nur gemächlich mit Updates versorgt - wenn überhaupt.
Für den eigenen PC und das Smartphone könnte man das auch so handhaben.
Kann man so machen, aber ich bezweifle, dass nur 1% der Leute, die Altsysteme im eigenen Netz laufen lassen, entweder das Knowhow für solch eine Routerkonfiguration haben oder es auch nur anwenden. Denn die Bequemlichkeit fängt ja schon damit an, dass man das Altsystem weiter laufen lässt (anstatt z.B. Linux zu installieren, was heute im Handumdrehen erledigt und für das Anwendungsszenario Internet-Recherche-Rechner auch die naheliegende und sinnvolle Lösung wäre).
vaio hat geschrieben: Mi 10 Jun, 2026 06:41
Der Browser sollte allerdings immer auf dem aktuellsten Stand sein. Ebenfalls so weit wie möglich die übrige SW.
Wenn das OS veraltet ist und bekannte Sicherheitslücken/Exploits aufweist, nützt allerdings der beste Browser nichts. Ein Angreifer kann den Browser umgehen oder eine Schwachstelle im OS ausnutzen, die tiefer im System liegt, z. B. im Netzwerkstack oder den Grafiktreibern. Heutige Browser bauen auf Sicherheitsfeatures des Betriebssystems auf wie z. B. Sandboxing. Wenn das OS diese Features nicht mehr unterstützt oder sie fehlerhaft sind, verpufft dann der Schutz des Browsers.
Der Gastzugang verhindert zwar, dass Geräte im Netz miteinander kommunizieren, schneidet aber das ungepatchte System nicht vom Internet ab.
Wenn das ungepatchte Betriebssystem bekannte Lücken in seinen Netzwerkprotokollen hat, reicht es oft schon aus, dass das Gerät einfach nur online ist, um infiziert zu werden, z.B. in Drive-by-Exploits: Surft man mit diesem Gerät im Internet, können Webseiten Schadcode ausführen, der Sicherheitslücken im veralteten Betriebssystem ausnutzt. Der Gastzugang filtert diesen Datenverkehr normalerweise nicht.
Selbst wenn die Daten auf dem alten PC völlig egal sind, kann das Gerät durch die Sicherheitslücken Teil eines Botnetzes werden, wie ich weiter oben schon schrieb.
Ich sehe da schon einen prinzipiellen Unterschied eines solchen ungepatchten Rechners, der dauerhaft im Netz steht, zu wirklichen Gastgeräten, die ja tatsächlich nur ein paar Stunden oder Tage im Netz sind, oder IoT-Geräten, die in der Regel zu wenig Rechenleistung und zu eingeschränkte Betriebssysteme für Botnetze, Kryptominer etc. haben.
Und: Im Normalfall wandern aber doch Daten von dem Altrechner auf andere Rechner, die man nutzt, z.B. per USB-Stick. Steckt man den Stick mit infizierten Dateien an den "sicheren" Haupt-PC, hat man die Schadsoftware am Gastzugang vorbei direkt ins sichere Netz getragen...