Nicht das ich schon genug Bastelsachen mache (das Mandelbrotprojekt kostet mich mehr Zeit als geplant) aber durch Zufall bekam ich eine Herz EKG Platine in die Hand gedrückt. Eine simple Analogplatine für drei Elektroden mit einem relativ guten Verstärker für die MikroVolt EKG Ströme. Ich habe im Netz einen Umbau zum EEG gesehen: https://www.instructables.com/Mind-Cont ... G-Monitor/ (Vorsicht Lebensgefahr: Niemals (USB) Masse direkt am Körper befestigen! Immer nur galvanisch getrennt.)Der Film spielt fast ausschließlich rund um den Alten Botanischen Garten der Universitätsstadt Marburg, kurze Szenen spielen in Paris und Hongkong. Im Zentrum dreier Geschichten, die sich über ein Jahrhundert erstrecken, steht ein Ginkgo, der über diesen Zeitraum hinweg die leisen Rhythmen der Transformation in drei Menschenleben beobachtet hat.
Im Jahr 2020 stellt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der in Marburg eine Gastprofessur hat und das Gehirn von Babys erforscht, ein Experiment mit dem alten Baum an. Im Jahr 1972 erfährt der Student Hannes durch den einfachen Akt des Beobachtens und der Verbindung mit einer Geranie eine tiefgreifende Veränderung. Im Jahr 1908 entdeckt Grete, die erste Biologiestudentin der Universität, ihre Leidenschaft für die Fotografie. Insbesondere Pflanzen nimmt sie mit ihrer Linse genauer unter die Lupe und entdeckt dabei Erstaunliches, nämlich „heilige Muster des Universums“, verborgen in der bescheidensten aller Pflanzen.
Der AD8232 ist das Herzstück auf meiner kleinen Platine (14,- EUR) ist eigentlich NICHT für EEG gedacht. Der AD8232 Heart Rate Monitor AD8232 wurde entwickelt für:
- Herzsignale
- relativ langsame Biosignale
- größere Signalpegel als EEG
Das EEG ist nochmals schwieriger:
- deutlich kleinere Spannungen
- empfindlicher gegen Störungen (Handy, WLAN, Netzbrummen etc.)
- kritischere Tiefbassbereiche
Darum muss das Modul modifiziert werden. EEG ist analogtechnisch wirklich brutal empfindlich und mein Entwicklungsboard ist elektrisch eine Katastrophe - was Störungen von solch kleinen Strömen im Millionstel Volt betrifft. Es gibt schon seit Jahren Forschungen dazu (Pflanzen und Elektrik) und nennt sich im Oberbegriff: Plant Electrophysiology
Pflanzen erzeugen wirklich elektrische Signale.
Pflanzen haben zwar:
keine Nervenzellen
kein Gehirn
Aber:
Ionenströme
Membranpotentiale
elektrische Reaktionen
Und diese kann man messen.
Was misst man da? Typische Signale entstehen durch:
Lichtänderungen
Berührung
Temperatur
Wasserstress
Verletzung
chemische Reize
Also:
Die Pflanze „reagiert“ elektrisch auf ihre Umwelt.
Warum der AD8232 für Pflanzen gut passt? Der AD8232 bringt bereits mit:
- Instrumentenverstärker
- hohe Eingangsimpedanz
- Filter
- Gleichtaktunterdrückung
- virtuelle Masse
- 3.3-V-kompatiblen Ausgang
Das spart enorm viel eigenen Analogaufwand. Es gibt noch bessere (teure) 24 Bit Biowandler so ab 40,- bis Mehrkanalentwicklerplatinen für mehrere hundert Euronen. Aber es liegt nun hier ein Billig EKG aus China auf meinen Schreibtisch, warum nicht mal damit kurz schauen was geht oder nicht geht. Im Netz gibt es auch Anwendungen wo die Pflanze am Synthesizer angeschlossen wird und Musik macht. Das halte ich für großen Irrtum, Pflanzen reagieren eher über Minuten und nicht mit 120 Beat pro Sekunde. Was dort gemessen wird sind vermutlich Störungen aus der Luft wie Netzbrummen. Die Ströme sind wirklich extrem schwach und wenn jemand dann mit 1m Draht, ungeschirmt, eine Verbindung zur Pflanze aufbaut, dann misst er alles - nur die Pflanze nicht.
Sobald ich Zeit finde, werde ich mal eine Zimmertomate verkabeln - versprochen. Vielleicht wird der Film Silent Friend und ich doch noch freunde.


