Video DSLR & Großsensor Kameras Allgemein Forum



Welche Videokamera für Theateraufführung



Besonderheiten, Pro und Contra sowie Fragen zu digitalen (Spiegelreflex-)Kameras mit Videofunktion sowie Cine-Camcordern mit großem Sensor
Antworten
smka
Beiträge: 4

Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von smka »

Hallo Community,

ich habe eine Frage zur Auswahl einer Kamera und vielleicht kann mir da jemand einen Tipp geben. Ich möchte eine Theater-Aufführung an der Schule meines Kindes filmen. Die Aufführung ist in der Aula und es wird am Abend sein. Auf der Bühne sind einige Scheinwerfer. Insgesamt wird es aber eher dunkler sein.

Der Abstand von der Bühne zur Kamera ist etwa 20m, ich könnte aber auch bis auf 10m rangehen. Nun ist meine Frage, welche Art von Kamera ihr hier empfehlen würdet (Camcorder oder DSLR). Ich habe aktuell einen Canon R6 Mark II mit einigen Festbrennweiten. Allerdings habe ich bei meinen bisherigen Aufnahmen folgende Probleme:

- Ich hätte gerne die ganze Bühne scharf, so dass man nicht zwischendurch den Autofokus nachregeln muss. Das habe ich mit der Canon aber irgendwie noch nicht richtig hinbekommen. Ich habe eine 50mm Festbrennweite und ein 70-200mm Zoom, sowie das 24-105mm Objektiv.
- Das Licht ist schwierig. Durch die Scheinwerfer sind die Gesichter sehr hell. Ich habe es öfters schon gehabt, dass die Gesichter total überbelichtet sind.

Hat jemand schon mal etwas ähnliches gemacht und welches Equipment habt ihr verwendet? Kommt ein Camcorder (z.B. der AG-CX20) damit besser zurecht? Der wird ja z.B. für Veranstaltungen beworben.



Jott
Beiträge: 23517

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Jott »

Camcorder, der manuelle Belichtung erlaubt. Keine Schärfeprobleme wegen kleinem Sensor und daraus folgend großer Schärfentiefe. Auch manuell fokussieren - da auf jeden Fall die ganze Bühne scharf ist.

Die zu hellen Gesichter sind die Folge von Belichtungsautomatik. Damit versaut man sich grundsätzlich jede Bühnenaufnahme. Egal mit welcher Kamera. Manuell so belichten, so dass die Gesichter nicht überbelichtet sind.

Ton: schon Gedanken gemacht? Aus 10-20 Meter Entfernung versteht man mit internem Mikro exakt nichts.


So, und jetzt kriegst du gleich noch eine Tonne anderer Kameratipps (von GoPro bis Cine-Cam) und wirst nicht grundsätzlich schlauer sein! :-)



TomStg
Beiträge: 3897

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von TomStg »

Bühnen- und Theateraufnahmen sind einer der klassischen Einsatzbereiche von Camcordern - natürlich mit manueller Belichtung.

Nachdem die Kamera-Frage sich einfach klären ließ, stellt die Aufnahme des Tons ein etwas größeres Problem dar. Denn der Ton der Kamera aus dieser Entfernung ist nahezu unbrauchbar, und die alternativen Aufnahme-Varianten des Tons reichen von simpel bis sehr aufwendig.

Einfach und ohne großen Aufwand wäre zB ein Handy in der ruhigen Hand einer weiteren Person so nah wie möglich an der Bühne. Aber nicht als Video-Aufnahme, sondern nur als Audio-Aufnahme. Der Ton der Videoaufnahme würde bei der Nachbearbeitung nicht funktionieren, weil das Handy mit variable Bildrate aufnimmt. Bei der Nachbearbeitung gäbe es damit Synchronisationsprobleme mit der Aufnahme des Camcorders. Falls das Handy aber nur eine Audioaufnahme macht, gibt es kein Sychronisationsproblem. Natürlich ist so eine Handy-Tonaufnahme keine Lösung für anspruchsvolle Qualität, aber ist deutlich besser als mit dem Camcorder und sollte für diese Aufnahme-Situation ausreichen.



beiti
Beiträge: 5230

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von beiti »

Grundsätzlich ist der Camcorder hier erst mal die naheliegende Wahl, weil er lange Aufnahmen ohne Hitzeprobleme erlaubt, von Haus aus einen brauchbaren Motorzoom hat und mit dem kleinen Sensor viel Schärfentiefe bietet.

In Bezug auf das Helle-Gesichter-Problem könnte der Camcorder aber eher nachteilig sein. Natürlich kann man mit ihm so belichten, dass die Gesichter nicht überstrahlen, aber für ein späteres Aufhellen der dunklen Bildbereiche sind Aufnahmen aus kleinen Sensoren meist nicht so gut geeignet wie solche aus großen Sensoren. Die R6 II hätte für solche Hoch-Kontrast-Aufnahmen sogar noch das Log-3-Profil. Ob du dich mit der passenden Log-Nachbearbeitung auseinandersetzen willst, weiß ich natürlich nicht.

Große Schärfentiefe kann man auch mit großem Sensor hinkriegen, indem man einfach weit genug abblendet. Natürlich muss dann im Gegenzug der ISO-Wert steigen und das Rauschen steigt an, aber mit einem kleineren Sensor hätte man unter demselben Licht letztlich dieselben Nachteile (abgeblendet auf identische Schärfentiefe liefert ein kleiner Sensor bei niedrigem ISO-Wert ähnliche Qualität wie ein größerer Sensor bei höherem ISO-Wert).

Ich würde es also hier mit der vorhandenen R6 II probieren und nicht eigens noch einen Camcorder anschaffen. Eventuell zur R6 noch ein universelleres Zoom dazukaufen, falls das 70-200 am unteren Ende zu lang und/oder das 24-105 am oberen Ende zu kurz sein sollte. (Objektivwechsel während der Aufführung dauert zu lang.) Wenn ohnehin manuell fokussiert werden soll, kann es ja auch ruhig ein älteres/adaptiertes Objektiv sein. Aber darauf achten, dass es ein Modell ist, das beim Zoomen nicht den Fokus verliert. Perfekt wäre natürlich eines mit sanftem Motorzoom/Powerzoom.

Im Übrigen schließe ich mich meinen Vorschreibern dahingehend an, dass der Ton hier die größere Herausforderung ist als das Bild. Ich würde, wenn der Aufwand dafür sich in Grenzen halten soll, vielleicht einen kleinen Recorder mit 32-Bit-Float (sowas wie Tascam DR-05 XP) am Bühnenrand platzieren und mitlaufen lassen. Aber ob das wirklich so geht, kann man nur entscheiden, wenn man die Gegebenheiten vor Ort kennt.
Interessantes rund um die Foto- und Videotechnik - fotovideotec.de
Der FotoVideoTec-Blog - fotovideotec-blog.de
Alles über Satellitenempfang - satellitenempfang.info



Jott
Beiträge: 23517

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Jott »

Ton: wenn nicht Smartphone (hat ja jeder) im Audionotiz-Modus, dann einen billigen Audiorecorder mit automatischer Aussteuerung vorne an die Bühne stellen, wie den hier:

https://www.thomann.de/de/zoom_h1essential.htm

Egal was, auf jeden Fall auf ein Stativ damit. Niemand wird dir ein Smartphone die ganze Zeit korrekt hin halten ohne Geraschel, Krampf, Niesen, Husten oder Harndrang …



Jott
Beiträge: 23517

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Jott »

„ Ich würde es also hier mit der vorhandenen R6 II probieren und nicht eigens noch einen Camcorder anschaffen.“


Nur zu, wenn über Nacht die korrekte/manuelle Bedienung gelernt wird. War ja bisher offensichtlich nicht der Fall, aber man wächst mit seinen Aufgaben.

Abgesehen davon: Camcorder kann man auch für ein paar Euro mieten.

Wie auch immer: auch die Generalprobe aufnehmen, wenn es eine gibt und sie das gleiche Licht hat.



K.-D. Schmidt
Beiträge: 798

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von K.-D. Schmidt »

Wie auch immer: auch die Generalprobe aufnehmen, wenn es eine gibt und sie das gleiche Licht hat.
Am besten auch schon Proben vorher, um das Stück kennenzulernen und die Bedienung der Kamera einzuüben.
Ich habe schon zig Theater-, Musical- und Opern- und Konzertaufnahmen gemacht, natürlich mit einem Camcorder und dabei Blende und Fokus manuell bedient. Der Ton wurde mittels Stereomikro auf einem Stativ von der Bühne mittels XLR-Kabel in den Camcorder geleitet (zum Schluss auch kabellos über Funk). Manchmal bekam ich den Ton auch fertig abgemischt vom WDR in die Kamera geliefert, das war natürlich besonders vorteilhaft. Mit dem fertigen Film waren alle stets zufrieden.



smka
Beiträge: 4

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von smka »

Danke für euer Feedback. Über das Thema Ton habe ich mir schon Gedanken gemacht. Ich werde vorne rechts und links Mikrofone haben und in der Mitte auch nochmal ein Stereopaar im Zuschauerbereich. Aufgenommen wird mit einem Zoom H6 studio Recorder (32 bit).

Ich habe bei meinen bisherigen Versuchen die Belichtung der R6 am Anfang schon manuell eingestellt, aber auf dem kleinen Display dann auch während der Veranstaltung nicht wirklich gesehen, dass es teils zu hell wurde (ok, da muss ich mich mit den Hilfsmitteln der Kamera noch genauer beschäftigen, vielleicht hat die R6 ja eine Warnung bei zu hoher Helligkeit). Es gab halt bisher immer nur 1 Aufführung und da hätte ich mir etwas gewünscht, was halt komplett automatisch funktioniert ;-)

Dieses Mal gibt es eine Probe und die werde ich dann nutzen, um das mal genauer auszuprobieren. Vielleicht werde ich mir einen Camcorder ausleihen und beides parallel testen.

@K.-D. Schmidt: Welches Camcorder Modell hast du denn für deine Aufführungen verwendet.



dienstag_01
Beiträge: 14826

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von dienstag_01 »

Bei der R6m2 gibt es Zebra und Falschfarbenanzeige zur Belichtungseinstellung. Und Histogramm, allerdings nicht während des Filmens.



K.-D. Schmidt
Beiträge: 798

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von K.-D. Schmidt »

@K.-D. Schmidt: Welches Camcorder Modell hast du denn für deine Aufführungen verwendet.
Das begann mit einerJVC SVHS Kamera über eine Sony DVCAM Kamera und Sony XDCAM PMW 150 bis zum Schluss einer Sony XDCAM PXW X160.



TomStg
Beiträge: 3897

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von TomStg »

Bewährte Camcorder für solche Aufnahmen sind ua. Sony PXW-Z90 oder der Vorgänger PXW-X70 oder Sony PXW-Z150.
Aktuell Sony PXW-Z200, HXR-NX800.



pillepalle
Beiträge: 11519

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von pillepalle »

Du hast ja bereits ein paar gute Tips bekommen. Eigentlich geht das mit deiner jetzigen Kamera schon prima, aber es haptert da wohl eher am nötigen Know-How.

Egal mit welcher Kamera du filmst solltest du alles manuell einstellen, also Belichtung, Weißabgleich und Fokus. Mit der Belichtung richtest du dich dabei nach der hellsten Situation (falls du Gelegenheit hast das vorher mal zu testen), alles andere was dunkler ist, darf auch im Video dunkler sein. Wenig oder schlechtes Licht ist auf kleineren Bühnen öfter mal das Problem, aber die Canon bietet dir eigentlich genug Reserven, daß du die ISO auch etwas höher einstellen kannst. Prinzipiell die ISO immer so niedrig wie möglich bzw. nur so hoch wie nötig. Die Farbtemperatur stellst du so ein, daß das Bild halbwegs neutral aussieht. Im Zweifel lieber etwas wärmer als zu kühl.

Solange du die Bühne formatfüllend im Bild hast spielt der Abstand auch keine so große Rolle für die Schärdfentiefe. Das was sich dadurch eher ändert ist die Sicht, wieviel Einsicht und Tiefe du hast usw... 10m bis 20m sind schon recht viel Abstand und je nach Position wählst du dann die entsprechende Brennweite deines 24-105er Zooms. Wenn es jetzt keine besonders tiefe Bühne ist, solltest du die auch im Vollformat mit f5,6 scharf bekommen. Fokus nicht zu weit nach hinten legen, sondern ins vordere Drittel der Bühne.

Das Tonproblem haben meine Vorredner ja bereits angesprochen. Ein kleiner Recorder am Bühnenrand scheint da noch die praktikabelste Lösung zu sein. Viel Erfolg :)

VG
Es geht doch nichts über ein solides Halbwissen.



Darth Schneider
Beiträge: 27198

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Darth Schneider »

Der Tipp mit den Camcorder ist ein altbackener alter Hut.
Finde ich zumindest.

Jede anständige aktuelle Kamera eignet sich bestens für die Bühne.
(Wer die ganze Bühne scharf will blendet mit der FF Cam einfach ab. 😂)

Völlig egal, ob mit 1 Zoll/Apsc oder FF Sensor. Egal ob ein Camcorder, eine Dslm oder eine Cinema Camera.
Wobei ein Smartphone finde ich dafür gänzlich ungeeignet, weil viel zu einschränkend.

Anzumerken ist das Camcorder hinsichtlich was sie kosten und was sie können, mittlerweile sehr stark der Dslm/Cine Camera Konkurrenz hinterherhinken.
Darum sehe ich eher davon ab klassische Camcorder heute überhaupt noch zu empfehlen.
(Ausser du hast nur sehr wenig Budget und brauchst zwingend einen Zoomhebel.)

Welche Camera die richtige für dich ist hängt nur davon ab wie du damit arbeiten willst und was dir persönlich wichtig ist.

Am besten du mietest vor dem Kauf zwei, drei völlig verschiedene Kameras von verschiedenen Herstellern, mit verschieden grossen Sensoren. Und testest diese selber aus.



Rick SSon
Beiträge: 1688

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Rick SSon »

Dein Problem ist, dass du etwas für die Kunst (kaum Geld) machst, aber das Bühnenlicht nicht für Film geleuchtet ist und wsl. eine hohe dynamik erfordert.

Wir haben die R6 II selbst und Sie glänzt weder bei der Dynamik, noch beim Rauschverhalten.

Ich würde dir tatsächlich eine gebrauchte Ursa Mini Pro G2 EF (wegen BRAW) anraten, oder wenn das Budget nicht reicht eine G1. Ich hätte wahrscheinlich auch jemanden mit einem gebrauchten G1 Komplettset, wenn du Interesse hast.

G2 : https://www.mpb.com/de-de/produkt/black ... icQAvD_BwE

Die ist wie fürs Stativ gemacht, hat auch nen ordentliches Netzteil für Feststrom, ND intern falls nötig und einen sehr cinematisch / natürlichen look.

PS: Die BMD luts für die Cam sind shit, ich schicke dir aber gerne unsere als Startpunkt, wenn du willst.

PS: Du könntest auch eine Alexa Plus hinstellen! 😄

https://www.ebay.de/itm/168117515145?mk ... t5CiZO-uwU



Darth Schneider
Beiträge: 27198

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Darth Schneider »

Ich denke für Schulaufführungen ist eine Ursa völlig übertrieben….



dienstag_01
Beiträge: 14826

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von dienstag_01 »

Nein, nein, das sind wohlüberlegte Ratschläge ;)



TomStg
Beiträge: 3897

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von TomStg »

Hat echt lange gedauert, bis wir bei der Alexa angekommen sind. Wo bleiben die Vorschläge für die Reds und GoPros?



pillepalle
Beiträge: 11519

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von pillepalle »

Der Technocrane ist bei Schulaufführungen auch immer ein Hingucker 🙃

VG
Es geht doch nichts über ein solides Halbwissen.



Darth Schneider
Beiträge: 27198

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Darth Schneider »

Eigentlich braucht er gar keine neue Kamera.



Bildlauf
Beiträge: 2707

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Bildlauf »

Wenn tlw. ein Camcorder empfohlen wird für die Aufführung, was macht einen Camcorder denn einfacherer bedienbarer als eine R6II/DSLM, wenn eh alles manuell eingestellt werden soll?
Er hat ein R6II und eine Batterie an Objektiven, mit dem er nahezu alle relevanten Brennweiten abdecken kann, warum extra für eine Aufführung neu investieren?



Jott
Beiträge: 23517

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Jott »

Niemand redet von investieren. Wenn, dann ausleihen. Bedienung lernen ohne Automatik steht so oder so an, denn daran klemmt’s ja laut Problembeschreibung.

Sachen wie Überhitzung oder andere Beschränkungen muss man halt bei langen Aufnahmen mit Non-Camcordern im Blick haben, weil die dafür nicht gebaut sind.

Aber natürlich spricht alles für eine 8K Red! :-)



Bildlauf
Beiträge: 2707

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Bildlauf »

Schafft denn die R6II keine 30 Minuten ohne Überhitzung in H264/5 Log?
Jo, wenn es um Leihen geht, kann ein camcorder vielleicht gut sein für das Vorhaben.

Oder eine S5II, da kann er auf ISO 4000 gehen (zweite native ISO), kann zusätzlich weiter abblenden (einmal wegen der hellen Köpfe und einmal wegen der höheren ISO) und dann ist auch alles scharf und durchlaufen tut die auch.
Zumal hat die S5II gute Dynamik (alter Sensor) und er hat gute Möglichkeiten in Post, zb Schattenanhebung ist sehr gut durchführbar, denn er wird durch das Abblenden wegen der Köpfe Zeichnung in den Schatten verlieren, die er aber durch Schattenaufhellung wieder gut vorbringen kann.



Roland v Strand
Beiträge: 120

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Roland v Strand »

Canon R6II mit 70-200 davor. So schauts bei mir aus. Auf meinen Bühnen ist es recht bunt und auch hell, aber auch abwechslungsreich. Wenn der interne Monitor nicht komplett verstellt ist, kann man die Gesichter während der Aufnahme eigentlich ganz gut nachregeln.
Nach 85 min/136GB wird der Akku gewechselt und weiter gehts. Ohne Hitzproblem.

Gruß vom Strand



rabe131
Beiträge: 463

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von rabe131 »

Eine zweite Kamera ausleihen, wo die vorhandenen Objektive für eine zusätzliche Totale draufpassen.



Rick SSon
Beiträge: 1688

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Rick SSon »

Darth Schneider hat geschrieben: ↑Do 26 Feb, 2026 11:55 Ich denke für Schulaufführungen ist eine Ursa völlig übertrieben….
komische denke. 1600€ kamera, selbst das nächste iphone wird teurer.

wenn das hier in der nähe wäre würde ich für die schulaufführung sogar eine kostenlos verleihen 😄



Bildlauf
Beiträge: 2707

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Bildlauf »

Rick SSon hat geschrieben: ↑Mo 02 Mär, 2026 17:12
Darth Schneider hat geschrieben: ↑Do 26 Feb, 2026 11:55 Ich denke für Schulaufführungen ist eine Ursa völlig übertrieben….
komische denke. 1600€ kamera, selbst das nächste iphone wird teurer.

wenn das hier in der nähe wäre würde ich für die schulaufführung sogar eine kostenlos verleihen 😄
Sind dann natürlich erheblichere Datenmengen, das käme drauf an was der TO für ein Verhältnis zu hohen Datenmengen hat. Aber sonst wäre das bestimmt eine nette Alternative.
Manche Menschen sind sehr schnell am Kapazitätslimit was Datenmengen betrifft, selbst bei meinen schmalen h264/5 Codecs sind manche schon am Schwitzen.
Siehe anderer Thread wo für Jemanden 500 GB DV Backup-Daten ein Thema war.

Ich frage mich auch, ob die Aufführung einmalig zu filmen ist oder generell Schulaufführungen gefilmt werden sollen. Weil bei einmalig wäre natürlich Leihen angesagt oder die schon vorhandene R6II nutzen mit dem was man hat. Alles andere wäre wild, außer man hat einen Geldbaum im Garten oder so.



Karlz
Beiträge: 4

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Karlz »

Hallo, behalte deine Canon R6 Mark II – sie ist bei schwachem Licht qualitativ besser als ein Camcorder wie die Panasonic AG-CX20.
Stelle dich etwa 10 m von der Bühne entfernt auf, nutze das 24–105 mm bei ca. 35–50 mm, blende auf f/8 ab, fokussiere manuell auf die Bühnenmitte und filme vom Stativ.
Arbeite im manuellen Modus, mit 1/50 s (bei 25p), und belichte auf die Gesichter. Unterbelichte leicht, um Überbelichtungen (ausgefressene Highlights) zu vermeiden.



smka
Beiträge: 4

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von smka »

Hallo,

vielen Dank für die vielen Tipps. Also ich will Euch hier mal kurz ein Feedback geben von meinem ersten Test. Ist ja vielleicht auch für andere noch interessant. Die Gegebenheiten vor Ort sind noch etwas schwieriger als gedacht. Die Kamera muss 3m von der Bühne entfernt stehen (dahinter kommen Säulen). Die Bühne ist aber 10m breit und 8m tief. Alles soll natürlich scharf sein. Während der Aufführung kann ich nicht an der Kamera stehen, um sie zu bedienen, weil rechts und links und dahinter Zuschauer sitzen.

Ich habe mir eine Panasonic HC X1600 ausgeliehen und mit meiner R6 II verglichen. Mit der Panasonic bekomme ich die Bühne bei maximaler Weitwinkelstufe gerade noch so komplett ins Bild. Für die Canon habe ich kein Objektiv, bei dem das funktioniert.

Ich habe also die Panasonic für die Totale genommen und auf manuellen Fokus und Gain von 9 gestellt. Die Konturenlinie als Hilfsmittel für die Fokus-Einstellung ist hier tatsächlich extrem wertvoll. Aufgenommen habe ich mit 4K 50p mit Shutter 1/50.

Die Canon habe ich etwas seitlich platziert und nur auf einen Teil der Bühne fokussiert. Die Blende habe ich auf 9 gestellt. Hier habe ich auch mit Shutter auf 1/50 aufgenommen, ebenfalls in 4K.

Ergebnis:

Die Schärfe der Panasonic hat mich echt beeindruckt. Egal ob die Darsteller am Rand der Bühne praktisch direkt vor der Kamera stehen oder im hinteren Bereich, das Bild ist immer scharf. Und das bei manuellem Fokus mit einer Einstellung über die gesamten 2 Stunden. Die Helligkeit ist gut, aber wenn ich später beim Schneiden herein zoome, merkt man schon, dass es körniger wird.

Bei der Canon kann ich problemlos bis auf Faktor 2 zoomen und das Bild sieht immer noch sehr gut aus. Allerdings merkt man hier, dass die Schärfe nicht über die ganze Bühne konstant ist.

Mein bisheriges Fazit: Sollte es eine Kamera geben, die, wenn sie so dicht dran steht, ein genauso scharfes Bild wie die Panasonic erzeugt, aber noch lichtstärker ist, wäre das perfekt für mich. Falls da jemand was empfehlen kann, gerne. Ansonsten muss ich wohl mit 2 Kameras arbeiten. Die Panasonic für die Totale und die R6 dann für einen ausgewählten Ausschnitt der Bühne, wo sich die meiste Zeit das Geschehen abspielt.

P.S.: Ton musste ich direkt aus der Mitte aufnehmen. Die Zuschauer sitzen praktisch direkt am Bühnenrand. Da kann kein Mikro mehr links und rechts stehen. Das Klappte mit dem H5 Studio und dem MKE 600 aber erstaunlich gut.



Jan
Beiträge: 10137

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von Jan »

Die 1600er Panasonic hat nur einen kleinen 1/2,5" Sensor, da ist auch so fast immer alles scharf bis Timbuktu. Da musst du sehr nahe an ein Objekt rangehen, oder sehr viel zoomen und näher an das Objekt ran, dass da überhaupt etwas unscharf wird, auch bei Offenblende. Der Tiefenschärfebereich so einer Kamera mit so kleinem Sensor ist riesig. Wenn die Ausleutung halbwegs gut ist beim Theater, kann man damit auch arbeiten. Ich habe länger mit solch kleinen Sensoren Konzerte gefilmt, erst mit Panasonic GS 500, später mit Sony DSR PD 170, ähnlich kleinen Sensoren wie bei der 1600er.

Das kannst du mit Großsensorenkameras wie einer Canon R 6II gar nicht vergleichen. Die Probleme der X1600 kommen dann schnell, wenn es eben nicht so gut ausgeleuchtet ist in deiner Drehlocation und du nicht für externes Licht sorgen kannst.



smka
Beiträge: 4

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von smka »

Ja, das ist halt leider das Problem mit X1600. Ich habe überlegt, es jetzt auch mal mit einem 1" Sensor Gerät zu probieren. Die Preisunterschiede sind aber schon extrem und ich befürchte, dass ich dann etwas an Schärfentiefe verliere, wenn ich so nah dran bin.



pillepalle
Beiträge: 11519

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von pillepalle »

Es war ja schon mal gut, daß du dir vorher mal die Situation anschauen konntest. Der Abstand ist doch deutlich geringer als gedacht und die Bühne recht tief.

Zwischen der Canon und der X1600 hast du einen Crop Faktor von 6. Die offene Blende im Weitwinkelbereich bei der X1600 (f1.8) entspricht vom Schärfentiefeeindruck ja schon ca. f11 bei der Canon. Wenn du dann noch abgeblendet hast (weiß ja nicht ob das beim Camcorder geht), müsstest du die Canon eher auf f16, f22, oder f32 abblenden, um einen ähnlichen Schärfentiefeeindruck zu bekommen.

Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, warum man bei zunehmender Qualität, aka größerem Sensor, auch immer mehr Licht braucht. Deine Canon sieht gecroppt noch gut aus, die X1600 nicht mehr. Der X1600 fehlen eben auch die nachträglichen Bildverbesserungen die du, z.B. aus Smartphones, gewohnt bist und die Aufnahmen dort für gewöhnlich noch verbessern. Wenn du anfängst zu croppen, brauchst du auch wieder entsprechend mehr Blende für den gleichen Schärfentiefeeindruck. Einen nachträglichen Crop würde ich also so oder so eher vermeiden. Je kleiner alles im Format ist, desto eher wird es auch scharf wirken.

Und das ist auch ein gutes Beispiel, wo ein kleineres Format praktische Vorteile hat, denn für ein großes Format wirst du vermutlich nicht genügend Licht vor Ort haben.

VG
Es geht doch nichts über ein solides Halbwissen.



cantsin
Beiträge: 17391

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von cantsin »

pillepalle hat geschrieben: ↑Di 10 Mär, 2026 04:21 Wenn du anfängst zu croppen, brauchst du auch wieder entsprechend mehr Blende für den gleichen Schärfentiefeeindruck.
Was meinst Du damit konkret? (Und was meinst Du genau mit "mehr Blende"? Abblenden?)
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



pillepalle
Beiträge: 11519

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von pillepalle »

@ cantsin

Na wenn du nachträglich croppst veränderst du künstlich den Abbildungsmaßstab. Die Dinge sind dann größer im Format und der Schärfeverlauf wird eher sichtbar.

Wenn du also z.B. um den Faktor 1,5 nachträglich reincroppst (weil 4k deine Zielauflösung ist und du mit 6k filmst), dann wird das Bild auch eine Blende unschärfer wirken, als wenn du nicht croppst. Du schaust einfach genauer hin und der Schärfeverlauf wird dir folglich auch eher auffallen. Die Schärfentiefe hängt auch von den jeweiligen Betrachtungsbedingungen ab. Wenn die Betrachtungsbedingungen gleich sind, dann sind Faktoren wie Blende, oder eben der Abbilungsmaßstab (Brennweite und Entfernung) ausschlaggebend.

VG
Es geht doch nichts über ein solides Halbwissen.



cantsin
Beiträge: 17391

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von cantsin »

pillepalle hat geschrieben: ↑Di 10 Mär, 2026 09:54 @ cantsin

Na wenn du nachträglich croppst veränderst du künstlich den Abbildungsmaßstab. Die Dinge sind dann größer im Format und der Schärfeverlauf wird eher sichtbar.

Wenn du also z.B. um den Faktor 1,5 nachträglich reincroppst (weil 4k deine Zielauflösung ist und du mit 6k filmst), dann wird das Bild auch eine Blende unschärfer wirken, als wenn du nicht croppst.
Das ist schon klar, und das sagt ja sowohl die Praxis, als auch jeder DoF-Rechner. Ich hatte nicht verstanden, was Du genau mit "mehr Blende" meintest.
"Wieso eigentlich überhaupt was drehen? Warum nicht jahrelang nur darüber philosophieren?" -stip



pillepalle
Beiträge: 11519

Re: Welche Videokamera für Theateraufführung

Beitrag von pillepalle »

@ cantsin

Mit mehr Blende meinte ich abblenden, also die Blende schließen. Um in deinem Crop den gleichen Schärfentiefe-Eindruck zu bekommen wie in deinem ungecroppten Bild.

VG
Es geht doch nichts über ein solides Halbwissen.



 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» Sony Camera Verify - Online Echtheitsnachweis von Videos per C2PA
von slashCAM - Fr 17:18
» Godox Alink - kompaktes und billiges Funkmikrosystem mit Blitzschuh-Support
von cantsin - Fr 13:45
» Was schaust Du gerade?
von berlin123 - Fr 12:26
» TCL 32X3A stellt neuen 31,5" 4K-OLED-Monitor mit 99% P3 und 1.300 Nits vor
von MeisterAlterKlassen - Fr 11:44
» MacBook Pro mit M5 Max im Performancetest mit ARRI, Sony, Canon, Blackmagic, Nikon Â…
von berlin123 - Fr 11:23
» Yashica Journey - dieser Pocket-Camcorder ist kein Smartphone
von cantsin - Fr 10:26
» VirtualDub neuer Videobearbeitung (Remastering)
von Jens65 - Fr 7:32
» Sachtler DV8 Counterbalance zu stark: Justierbar?
von Fader8 - Do 13:33
» Apple setzt auf neue "Ultra" Topmodelle: MacBook mit OLED, faltbare iPhones und mehr
von ChrisDiCesare - Do 11:07
» Ohne KI wäre ich aufgeschmissen...
von Jörg - Do 10:53
» DIY Heltec LoRa32 V3 Spielereien
von ruessel - Do 9:41
» Rabattaktionen im Frühling von DJI, Canon, Sony und Nikon
von slashCAM - Mi 13:00
» Neue RØDECaster Video Core Produktionskonsole für Video und Audio vorgestellt
von slashCAM - Mi 10:27
» [V] Canon EOS C70 - neuwertig, nur für einen Auftrag benutzt - 2.100€ VB
von montagsascha - Di 19:09
» DJIs neue Panorama-Drohne Avata 360 kommt am 26. März
von medienonkel - Di 18:11
» Adobe Creative Cloud Pro 1-Jahres-Abo gerade 45% günstiger
von R S K - Di 16:58
» IBIS, Digital IS und Objektiv-IS
von toniwan - Di 16:41
» Klatschen und Pfeifen aus einer mp3 entfernen
von Drushba - Di 13:57
» Welche Videokamera für Theateraufführung
von pillepalle - Di 11:17
» Leica Leitzphone - Smartphone mit Kamera-Attitüde jetzt auch hier
von slashCAM - Mo 19:33
» Günstige Alternative zum Studio Display - BenQ MA270S 5K-Monitor mit Thunderbolt 4
von Bildlauf - Mo 19:15
» Was hast Du zuletzt gekauft?
von Jott - Mo 18:48
» Was passiert VOR dem Filmdreh? WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT
von Nigma1313 - Mo 17:27
» SwitchX: Video-to-Video-Tool für präzise KI-Bildmanipulation
von balkanesel - Mo 13:17
» Akustikmatten?
von Karlz - Mo 12:33
» Shotcut jetzt mit 10bit, erweiterten Farbräumen & GPU-Beschleunigung
von Karlz - Mo 12:23
» Sigma AF Cine Line 28-105mm T3 FF, 35MM F1.4 DG II ART und 15MM F1.4 DC vorgestellt
von Pianist - Mo 9:10
» Import in FCP nur über Umweg
von Pianist - Mo 9:00
» Nikon Z9 nicht gut genug für den Mond - Nikon D5 fliegt mit
von ruessel - Mo 8:53
» Nikon verklagt Hersteller von Z-Mount Objektiven - in Zukunft weniger und teurer?
von pillepalle - So 21:17
» Wie gut schlägt sich die Nikon ZR bei drei Pro-Lesertestern?
von newz6user - So 15:47
» Könige der Stadt
von Heinrich123 - So 14:11
» XLR-Audiointerface neu aufgelegt: Shure MVX2U Gen 2
von slashCAM - So 10:09
» Sängerin für No-Budget-Spielfilmprojekt gesucht (Raum Köln / Hennef Sieg)
von joerg-emil - So 9:59
» Aufnehmen mit der Sony a6400 :)
von dienstag_01 - So 1:05