Digitalisierung & Restauration alter Film- und Videoaufnahmen Forum



Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten



Alles zum Thema Digitalisierung von Super 8, VHS und anderen analogen Videoformaten bis zum Grabbing von DV/MiniDV und zum Deinterlacing
Antworten
rck
Beiträge: 5

Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von rck »

Guten Abend liebe Forengemeinde,

weil es mein erster Beitrag ist, eine Vorstellung in aller Kürze: Anfang 30, Ingenieur und aktuell dabei, viel altes Videomaterial von Eltern und Großeltern zu digitalisieren.
Nachdem ich mit Mini-DV und VHS durch bin, führt mich ein Problem bei manchen Video-8-Kassetten in dieses Forum:

Setting:
- Aufnahmen in den 1990er-Jahren bis frühe 2000er, alle mit einer Bauer C83.
- Die Kamera gibt es noch, sie muckst sich aber nicht.
- Beschafft wurde daher eine Sony CCD-TRV69E, mit der ich viele (>50) Kassetten digitalisieren konnte, völlig ohne Probleme.
- Bei ebenso vielen Kassetten zeigt sich folgender Fehler: Nahezu genau alle 20 Sekunden gibt es für 2 Sekunden einen Bildaussetzer, bei dem mir ein blauer Bildschirm
(sowohl auf dem Display der Kamera, als auch am Rechner) angezeigt wird. Danach geht es fehlerfrei weiter bis zum nächsten, sich periodisch wiederholenden Aussetzer.
- Der Abstand zwischen den Aussetzern ist bei allen Kassetten (unterschiedliche Fabrikate) identisch.
- Die Kassetten lassen sich trennscharf unterteilen in i) "ältere" Kassetten bis 1996, bei denen Wiedergabe/Digitalisierung problemlos funktionieren,
und ii) "jüngere" Kassetten nach 1996, bei denen besagter Fehler auftritt.

--> All das lässt mich vermuten, dass mit der Aufnahme-Kamera (Bauer C83) in 1996 etwas passiert sein muss, sodass nachfolgend der Fehler auftrat.
Die Wiedergabekamera und der Grabber usw. scheinen alle vernünftig zu funktionieren.
--> Nach meinem bisherigen Recherchestand scheint ein "Misalignment"/Fehlausrichtung eine mögliche Ursache zu sein.
Das ist nach meinem bisherigen Verständnis auf eine Lockerung von Führungsrollen zurückzuführen, infolge derer dann die Bandspannung nicht mehr normgerecht ist.
--> Bevor ich mich jetzt an meiner "neuen" Kamera zu schaffen mache und dort künstlich eine Lockerung herbeiführe, würde ich mich gerne mit folgenden Fragen absichern:

1) Hatte hier vielleicht schon einmal jemand ein ähnliches / dasselbe Problem?
2) Ist das oben beschriebene Misalignment ursächlich oder kann es noch andere Ursachen geben?

In der Hoffnung auf Infos, vielleicht weitere Quellen zum selber "aufschlauen", oder Richtigstellungen
viele Grüße
Robin



Jott
Beiträge: 23517

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von Jott »

Ich würde mal noch eine andere Kamera zum Abspielen besorgen. Ist das dann dort auch so, dann sind die Fehler bei der Aufnahme entstanden und nicht zu beheben.

Für periodische Aussetzer alle 20 Sekunden fällt mir kein technischer Grund ein. Das ist viel zu lang, um etwas mit Rollen und Bandtransport zu tun zu haben. Oder meinst du zwei Sekunden?



rck
Beiträge: 5

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von rck »

Hallo Jott,

danke für die schnelle Antwort!
Die Aussetzer treten alle 20 Sekunden, jeweils für ca. 2 Sekunden auf.

Die Wiedergabekamera hatte ich als Fehlerquelle eigentlich ausgeschlossen, weil die ja mit den älteren Kassetten (aufgenommen ursprünglich mit derselben Kamera) wunderbar klar kommt. Übersehe ich da etwas?

--> Aber Deine Anmerkung bringt mich noch auf eine andere Frage: Ich habe gar keine Vorstellung zu den "Zeitkonstanten" in der Kamera, also wie lange dauern Umdrehungsdauern der Rollen usw.?
Kann man da einfach das Verhältnis aus Bandlänge und Spieldauer hernehmen, um eine Bandgeschwindigkeit zu berechnen? (... und dann mit den Durchmessern die Drehzahlen?)

Viele Grüße Robin



Jott
Beiträge: 23517

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von Jott »

Das sind doch keine Hürden für einen Ingenieur. Lies nach. Die Bandgeschwindigkeit ist im Aufnahmestandard festgelegt.



Darth Schneider
Beiträge: 27198

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von Darth Schneider »

Achtung, man konnte damals mit manchen Kameras im SP und im LP Modus (verschiedene Bandgeschwindigkeiten) aufnehmen…

Und Blauer Bildschirm bei den Aussetzern tönt für mich ein wenig nach der Monitor hat (während der Aussetzer) kein Signal…



rck
Beiträge: 5

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von rck »

Das fehlende Signal war ein gutes Stichwort:
Ich habe jetzt noch einmal wiedergegeben, nur mit Anzeige auf dem Display des Camcorders. Wenn ich das Menü aufrufe, läuft bei der fehlerfreien Wiedergabe einfach der Film im Hintergrund.
Bei dem blauen Bildschirm gilt das nicht: Dann ist wirklich der gesamte Bildschirm blau und auch das Menü verschwindet. Hat dazu vielleicht noch jemand eine Idee?

--> Einen zweiten Camcorder kaufen werde ich - entsprechend der Empfehlung oben - wohl ohnehin, aber ich würde auch gerne verstehen, was das Problem ist.



beiti
Beiträge: 5230

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von beiti »

Ich erinnere mich noch an die alten elektronischen Bildstabilisatoren, die nur für statische Aufnahmen ausgelegt waren: Wenn man mit der Kamera in eine Richtung schwenkte, blieb das Bild zunächst unbewegt stehen. Aber wenn die Grenzen des Sensors erreicht waren, sprang das Bild ein ganzes Stück in Schwenkrichtung.
Darauf basierend hier mal eine Theorie zu den 20-Sekunden-Aussetzern beim Abspielen:
Angenommen, die aufnehmende Kamera hatte ab einer gewissen Zeit dejustierte Köpfe und somit das Video nicht mehr normgerecht aufgenommen.
Weiter angenommen, die jetzt zum Abspielen verwendete Sony TRV69E besitzt irgendeine Kompensation, um sich an die fehlerhafte Spurlage anzupassen.
Dann könnte es sein, dass immer nach etwa 20 Sekunden die Grenze des Anpassungsbereichs erreicht wird und sich die Köpfe wieder neu auf die Spurlage einjustieren müssen.

Selbst wenn die Theorie stimmt, hilft das natürlich erst mal nicht weiter.
Ich würde vielleicht auch mal ein oder zwei weitere Abspielgeräte testen. Mit etwas Glück sind die noch toleranter, gehen anders mit den Abweichungen um und/oder sind sogar ähnlich fehljustiert wie der aufnehmende Camcorder.
Denkbar wäre auch, dass eine Fachfirma (die aufs Digitalisieren alter Videos spezialisiert ist) weitere Möglichkeiten entwickelt hat, mit nicht-normgerechten alten Aufnahmen umzugehen.
rck hat geschrieben: ↑Mi 18 Feb, 2026 23:20 Bei dem blauen Bildschirm gilt das nicht: Dann ist wirklich der gesamte Bildschirm blau und auch das Menü verschwindet. Hat dazu vielleicht noch jemand eine Idee?
Ich denke, diese rein analogen Camcorder nutzen den Takt des abgespielten Videosignals als Grundlage für die ganze Bildschirmdarstellung. Wenn das Videosignal gestört ist, fehlt auch für die gleichzeitige Menüdarstellung der Takt und der Camcorder schaltet auf Blau, um das Signal-Durcheinander zu verstecken. Das ist anders als an heutigen digitalen Geräten.
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ruessel
Beiträge: 10417

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von ruessel »

Um den Fehler einzukreisen:
Kannst du auf der Kassette mit den Aussetzern einwandfrei 60 Sekunden Aufnehmen und auch abspielen? Wenn nicht, liegt es an der Kassette......
Gruss vom Ruessel



Blackbox
Beiträge: 931

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von Blackbox »

Angesichts von 'genau 20sec' würde ich in Richtung Geschwindigkeitsabweichungen und Pufferüberlauf denken.



vaio
Beiträge: 1366

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von vaio »

Nahezu genau alle 20 Sekunden gibt es für 2 Sekunden einen Bildaussetzer, bei dem mir ein blauer Bildschirm
(sowohl auf dem Display der Kamera, als auch am Rechner) angezeigt wird.
…
Der Abstand zwischen den Aussetzern ist bei allen Kassetten (unterschiedliche Fabrikate) identisch.


1. Tritt der Blue Screen immer an denselben Szenen auf?

2. Wurden die Tapes vielleicht mehrmals bespielt – eventuell auch mit unterschiedlichen Aufnahmegeschwindigkeiten (Normal / Longplay) und/oder mit einem weiteren Camcorder?

3. Auch eine nachträgliche Videobearbeitung im ursprünglichen Aufnahmegerät könnten für diese Symptome verantwortlich sein (einige Geräte konnten nachträgliche Inserts, Digitaleffekte etc.).
Ebenfalls dieser Kategorie ist das Verwenden einer Aufnahmewiederholung zuzuordnen („Replay“).

Bei den genannten Punkten zu 2. und 3. ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es keine sauberen Schnittpunkte gibt, bzw. sich diese überlagern. Auch Bruchteile von „leeren Bandstellen“ wären möglich. In Kombination der Punkte ist das sogar sehr wahrscheinlich. Das alles kann die Signalverarbeitung des Wiedergabegerätes stören und in Folge zu einem „Bluescreen“ führen.

Nur wenn das Tape vor der Verwendung komplett einmal ohne Unterbrechung bespielt (empfehlenswert ein „Schwarzbild“ mit aufgesetzter Objektivkappe ohne Ton) und die Aufzählungen zu 2. und 3. unterlassen wurden, kann man ausschließen, dass keine ursprünglichen Aufnahmefragmente die Wiedergabe stören und die Aufnahmeszenen saubere Schnittpunkte haben. Ohnehin war das immer empfehlenswert, bei Timecode basierten Aufnahmesystemen um so mehr.




Die Kassetten lassen sich trennscharf unterteilen in i) "ältere" Kassetten bis 1996, bei denen Wiedergabe/Digitalisierung problemlos funktionieren,
und ii) "jüngere" Kassetten nach 1996, bei denen besagter Fehler auftritt.

Die „älteren Kassetten bis 1996“ werden nach wie vor vom Wiedergabegerät korrekt abgespielt?
(nicht, dass dieser jetzt Alterserscheinungen zeigt…)

Die Bänder würde ich eher ausschließen, da der Fehler bei mehreren Kassetten auftritt. Wobei es doch MP- und ME-Bänder gab. Ich denke, dass das aber nur bei Hi8 eine Rolle spielte. Dennoch kann man die Tapes vergleichen. Also die vor 1996 und die Neueren.

Zuletzt bleibt noch ein Defekt beim Aufnahmegerät.




Nachdem ich mit Mini-DV und VHS durch bin…
…
Einen zweiten Camcorder kaufen werde ich - entsprechend der Empfehlung oben - wohl ohnehin

Teste es mit einen Digital 8-Camcorder. Es gab Geräte mit Firewire-Output und die Video 8-Kassetten abspielen konnten.
Erfahrung mit Mini-DV hast du ja bereits und du bekommst gleich ein (hoffentlich sauberes) Digitalsignal.

Viel Erfolg.
Zurück in die Zukunft



rck
Beiträge: 5

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von rck »

Guten Abend zusammen,

erst einmal herzlichen Dank für die zahlreichen Ideen und Anregungen!

Ich hoffe, ich gehe auf alle ein:
1. Es tritt bei sehr vielen Kassetten (ca. 20 getestet) immer derselbe Bluescreen nach 20s auf. --> Defekte einzelner Kassetten würde ich daher ausschließen,
zumal sich das Nutzverhalten bei der Aufnahme vermutlich nicht geändert hat.
2. Die älteren Kassetten lassen sich reproduzierbar ohne Fehler auf dem Abspielgerät abspielen. --> Das scheint also auch nach wie vor in Ordnung zu sein.
3. Nachträgliche Videobearbeitungen wurden nach meinem Wissen nie gemacht. Quasi einmal aufgenommen und fertig.
4. Die Ideen mit dem Pufferüberlauf bei verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten oder bei einem Korrekturvorgang beim "neueren" Abspielgerät ist ein sehr interessanter Punkt!
Und auch, dass auch die gesamte Display-Anzeige auf das Band synchronisiert wird und demnach auch das Menü verschwindet.

Punkt 4 erscheint mir aktuell am wahrscheinlichsten, nachdem ich noch folgende Sachen probiert habe:
A) Zwischenzeitlich hatte ich das Glück noch einen zum damaligen Aufnahmegerät baugleichen, aber funktionierenden Camcorder erwerben zu können.
Der hat weder eine Time Base Correction (TBC) noch eine Dynamic Noise Reduction (DNR), im Gegensatz zum Sony TRV69E, der beides hat.
Wenn ich hier die problematischen Kassetten abspiele und auf dem TV anzeige, kommt gar kein erkennbares Bild heraus. Wenn ich mit FF spule, sind Bilder zu erkennen, allerdings mit
zwei persistenten Querstreifen im Bild.
--> Die Korrekturen vom TRV69E scheinen hier also schon ganze Arbeit zu leisten. Ansonsten wäre wohl gar nichts zu erkennen.
B) Wenn ich an verschiedene Stellen auf einer problematischen Kassette spule und "ab da" das Abspielen starte, treten die Bluescreens NICHT an denselben Stellen auf dem Band auf,
sondern ab Abspielbeginn wieder nach dem festen Zeitintervall von ca. 20s.

Sind meine Schlussfolgerungen sinnvoll, oder übersehe ich etwas?
Wenn es ein Misalignment oder eine falsche Bandgeschwindigkeit damals war, kennt jemand eine Möglichkeit, wie man das jetzt künstlich bei einem Camcorder entsprechend einstellen kann?

Ansonsten fiele mir noch ein: Man könnte jede Kassette 2x abspielen mit um 10s versetzten Startzeitpunkten. Dann müsste ich eine Möglichkeit finden,
wie ich aus den beiden (dann digitalen) Videos ein Gesamtvideo mache. Wegen der Anzahl an Kassetten (>50) müsste das dann halbwegs automatisch gehen.
Hat hier vielleicht jemand einen Tipp?

Viele Grüße
Robin



beiti
Beiträge: 5230

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von beiti »

Dass der TBC nach 20 Sekunden quasi überläuft, ist eine interessante Idee und erscheint mir aufgrund der Beobachtungen auch plausibel.

Man bräuchte in dem Fall einen Abspieler, dessen Spurlage man individuell einstellen und somit auch auf fehlerhaft aufgenommene Bänder abgleichen kann (oder der das irgendwie automatisch korrigieren kann). Ich glaube aber nicht, dass irgendein Camcorder das kann. Am ehesten vorstellen könnte ich es mir bei professionellen Abspielgeräten aus dem Studiobereich. Die dürften für Video 8 aber nicht mehr leicht zu finden sein.
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Zuletzt geändert von beiti am Fr 27 Feb, 2026 09:28, insgesamt 1-mal geändert.



kameradennis
Beiträge: 27

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von kameradennis »

Ich reihe mich mal ein, weil ich zufälligerweise genau dasselbe Problem habe. Alte Hi8 / 8mm Kassetten, die teilweise nicht abgespielt werden. Beim Vorspulen ist aber eindeutig ein Bild erkennbar. Bei dem damaligen Aufnahmegerät handelt es sich ebenfalls um einen Bauer Camcorder. Die Schrift auf den Tapes lässt C81 vermuten.

Ich habe die Wiedergabe mit einer Digital8 Kamera (TRV350e) und einer Hi8 Kamera (TRV59e) getestet. Die Digital8 Kamera zeigte gar nichts an. Der Hi8 Kamera merkt man an, dass sie "mit Biegen und Brechen" versucht ein Bild darzustellen. Ihr gelang es teilweise auch. Einen Großteil der Kassetten ist aber nicht abspielbar. Viele Tapes scheinen zudem als LP aufgenommen worden zu sein, da die Anzeige der HI8 Kamera ständig zwischen SP / LP wechselt. Ein Bild wird, wie gesagt, aber nicht dargestellt. Nur beim Spulen...

Ich bin gespannt ob sich noch eine andere Lösung finden lässt, als eine Bauer zu kaufen :-)



TomStg
Beiträge: 3897

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von TomStg »

Ich würde eines der problematischen Bänder bei einem professionellen Video-Service für kleines Geld ausprobieren lassen.



rck
Beiträge: 5

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von rck »

Hallo zusammen, insbesondere hallo beiti,

jetzt habe ich noch einmal viel rumprobiert und im Menü vom Sony-Camcorder herumgespielt:

Neuer Befund 1: Wenn ich die TBC deaktiviere habe ich nicht mehr durchweg ein stabiles Bild, sondern eine Art "Flackern" in verschiedenen Bildbereichen.
Die Bilder sind aber noch zu erkennen und nicht komplett entstellt. Was mich jetzt aber erstaunt hat: Selbst mit deaktivierter TBC tritt nach den 20s der Bluescreen für ca. 2s auf.
--> Weiß jemand, ob es noch ein anderes - nicht deaktivierbares - Korrekturverfahren in solchen Camcordern gibt? Zum Beispiel ein wiederholtes "Neujustieren", wenn bestimmte
Abweichungen, welcher Art auch immer, festgestellt werden?

Neuer Befund 2: Wenn ich mit FF ein bisschen vorspule, kommt das Bild nicht sofort, sondern erst mit einer Verzögerung von den ca. 2s in denen ich einen Bluescreen habe.
Das ähnelt irgendwie sehr den 2s-Aussetzern nach jew. 20s.

Neuer Befund 3: Wenn ich i) rückwärts abspiele, ii) mit doppelter Geschwindigkeit abspiele, iii) mit reduzierter Geschwindigkeit abspiele,
kommt gar kein vernünftiges Bild zustande, unabhängig ob TBC aktiviert ist oder nicht. Schalte ich wieder auf die normale Wiedergabegeschwindigkeit, gibt es erstmal den 2s-Aussetzer
und danach wieder das "ordentliche" Bild. --> Hat hierzu vielleicht noch jemand eine Idee?

Parallel probiere ich, mit einem Python-Skript zwei zeitversetzt gestartete Aufnahmen automatisiert zusammenzubasteln. Das funktioniert aber leider noch nicht gut.
Da verwende ich aktuell das moviePy-Package und bin nur bedingt zufrieden. Kennt hier vielleicht sogar jemand eine gute Alternative?

Viele Grüße Robin



beiti
Beiträge: 5230

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von beiti »

rck hat geschrieben: ↑Mi 04 Mär, 2026 22:56 Selbst mit deaktivierter TBC tritt nach den 20s der Bluescreen für ca. 2s auf.
--> Weiß jemand, ob es noch ein anderes - nicht deaktivierbares - Korrekturverfahren in solchen Camcordern gibt? Zum Beispiel ein wiederholtes "Neujustieren", wenn bestimmte
Abweichungen, welcher Art auch immer, festgestellt werden?
Was genau der Camcorder da macht, weiß ich leider auch nicht. Irgendeine Spurregelung muss nach jeweils 20 Sekunden an ihr Ende kommen. Vielleicht stößt irgendein nachgeführtes Teil irgendwo an und muss dann erst mal zurück auf Anfang, keine Ahnung.

Die Mechanik in analogen Kassetten-Camcordern mit ihren Bandeinfädelrollen, Schrägspuren und mehrköpfigen Kopftrommeln auf kleinstem Raum ist schon ein Wunderwerk der Technik. Mich erstaunt, dass das damals überhaupt so gut funktioniert hat. Und mich wundert nicht, dass an älteren Geräten schon kleinste Justage-Abweichungen Probleme machen können.
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vaio
Beiträge: 1366

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von vaio »

Da der Bluescreen unabhängig von der Bandposition immer nach einem Zeitfenster von ca. 20 s. nach Wiedergabe reproduzierbar ist, kann man davon ausgehen, dass die Fehlerkorrektur u.o. TBC-Funktion im Abspielgerät nicht mehr zulässt.

Der hat weder eine Time Base Correction (TBC) noch eine Dynamic Noise Reduction (DNR), im Gegensatz zum Sony TRV69E, der beides hat.
Wenn ich hier die problematischen Kassetten abspiele und auf dem TV anzeige, kommt gar kein erkennbares Bild heraus.
Blöd, da ein TV bezüglich der Signalgüte eher am unempfindlichsten ist (im Gegensatz zu Recordern und PC-Karten…). Obwohl… heute sind die ja auch alle digital… Da ist unterschiedliches Verhalten durchaus denkbar - je nach Modell und Signalverarbeitung.

Dennoch gibt es wohl ein Signal und ein Test mit einem anderen Camcorder und externen („echten“) TBC wäre es wert.

Alternativ den Tipp vom User TomStg beherzigen.
Ich würde eines der problematischen Bänder bei einem professionellen Video-Service für kleines Geld ausprobieren lassen.




Weiß jemand, ob es noch ein anderes - nicht deaktivierbares - Korrekturverfahren in solchen Camcordern gibt? Zum Beispiel ein wiederholtes "Neujustieren", wenn bestimmte
Abweichungen, welcher Art auch immer, festgestellt werden?
Ich weiß das nicht. Bei mir bekannten Modellen lies sich allerdings die Spurlage („Tracking“) im gewissen Rahmen justieren (Shortcut mit „vor-/ rücklauf“ und einer weiteren Taste > siehe Bedienungsanleitung)


Wenn ich i) rückwärts abspiele, ii) mit doppelter Geschwindigkeit abspiele, iii) mit reduzierter Geschwindigkeit abspiele,
kommt gar kein vernünftiges Bild zustande, unabhängig ob TBC aktiviert ist oder nicht. Schalte ich wieder auf die normale Wiedergabegeschwindigkeit, gibt es erstmal den 2s-Aussetzer
und danach wieder das "ordentliche" Bild. --> Hat hierzu vielleicht noch jemand eine Idee?
Nein, auch nicht. Vermutlich benötigt die Fehlerkorrektur des Gerätes diese 2s.
Unter Berücksichtigung des Alters von Gerät und Tapes würde ich diese Spielereien nicht anwenden. Letztendlich sind diese auch nicht zielführend und verursachen nur unnötigen Verschleiß.
Zurück in die Zukunft



Blackbox
Beiträge: 931

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von Blackbox »

Manchmal hilft bei sowas auch stumpfer Pragmatismus,
Zeitversetzt aufnehmen und dann aus den beiden Spuren manuell eine störungsfreie Ausgabe zusammenfrickeln.
Dauert natürlich, geht aber unterm Strich vielleicht schneller als die Alternativen.



medienonkel
Beiträge: 1156

Re: Regelmäßige Bildaussetzer bei Wiedergabe von Video8-Kassetten

Beitrag von medienonkel »

rck hat geschrieben: ↑Mi 04 Mär, 2026 22:56 Hallo zusammen, insbesondere hallo beiti,

jetzt habe ich noch einmal viel rumprobiert und im Menü vom Sony-Camcorder herumgespielt:

Neuer Befund 1: Wenn ich die TBC deaktiviere habe ich nicht mehr durchweg ein stabiles Bild, sondern eine Art "Flackern" in verschiedenen Bildbereichen.
Die Bilder sind aber noch zu erkennen und nicht komplett entstellt. Was mich jetzt aber erstaunt hat: Selbst mit deaktivierter TBC tritt nach den 20s der Bluescreen für ca. 2s auf.
--> Weiß jemand, ob es noch ein anderes - nicht deaktivierbares - Korrekturverfahren in solchen Camcordern gibt? Zum Beispiel ein wiederholtes "Neujustieren", wenn bestimmte
Abweichungen, welcher Art auch immer, festgestellt werden?

Neuer Befund 2: Wenn ich mit FF ein bisschen vorspule, kommt das Bild nicht sofort, sondern erst mit einer Verzögerung von den ca. 2s in denen ich einen Bluescreen habe.
Das ähnelt irgendwie sehr den 2s-Aussetzern nach jew. 20s.

Neuer Befund 3: Wenn ich i) rückwärts abspiele, ii) mit doppelter Geschwindigkeit abspiele, iii) mit reduzierter Geschwindigkeit abspiele,
kommt gar kein vernünftiges Bild zustande, unabhängig ob TBC aktiviert ist oder nicht. Schalte ich wieder auf die normale Wiedergabegeschwindigkeit, gibt es erstmal den 2s-Aussetzer
und danach wieder das "ordentliche" Bild. --> Hat hierzu vielleicht noch jemand eine Idee?

Parallel probiere ich, mit einem Python-Skript zwei zeitversetzt gestartete Aufnahmen automatisiert zusammenzubasteln. Das funktioniert aber leider noch nicht gut.
Da verwende ich aktuell das moviePy-Package und bin nur bedingt zufrieden. Kennt hier vielleicht sogar jemand eine gute Alternative?

Viele Grüße Robin
Danke slashcam.... 20 Minuten nicht weiter geschrieben, schon wird man abgemeldet und der ganze Beitrag ist weg.

Dann gibt´s halt jetzt die Sparvariante ohne Grundkurs Videotechnik zur Schrägspuraufzeichnung. Nett zusammengefasst hier:
https://www.elektroniktutor.de/geraetet ... raufz.html

Was du beschreibst ist ganz normal, wenn die Bänder mit einer verstellten Kamera aufgezeichnet wurden.
Der TBC ist ein modernes, digitales Goodie, das ziemlich am Ende der Signalkette steht und dank digitaler Ausführung nur Bild oder Blau kennt.
Der Sony Camcorder kommt mit der Spurnachstellung an seine Grenzen. Der TBC bzw. die Signalverarbeitung kann mit dem unstabilen analogen Signal nichts mehr anfangen.
Die digitale Komponente wird außen vor gelassen, wenn systembedingt eh mit Bildstörungen zu rechnen ist, daher funktioniert das Spulen und rückwärts Abspielen. Woran das liegt erkläre ich jetzt nicht nochmal ;-)

In deinem Fall hilft entweder der Zufall, nämlich ein Zuspielgerät, das größere Schwankungen bei der Spur tolerieren kann oder genauso verstellt ist, wie der Bauer Camcorder. Oder ein Bastelgerät, bei dem du mit Schraubendreher und Referenztape (in deinem Fall ein atypisch bespieltes Band) die Spur manuell nachstellst. Das kann man nach Auge machen. Fachgerecht würde man mit Referenztape und Oszi einstellen, hilft aber in deinem Fall natürlich nichts. Die Norm wird ja von den Bändern sehr wahrscheinlich nicht erfüllt.

Rein Theoretisch kann es sein, dass der Bauer Camcorder einen Sturz hatte, sich das Chassis ein wenig verzogen hat und die Spurwinkel minimal verändert wurden. Es ist eine lustige Kette aus Feinmechanik, Analogsignal und digitaler Verwurstung.
Vermutlich hast du den Sony Camcorder von ebay. Hier zirkulieren viele Geräte von Digitalisierer zu Digitalisierer, weil man das Gerät nach dem Einspielen nicht mehr braucht. Da kommt auch eine Reinigung der Videoköpfe in Frage, da man mit eh nur temporär genutzten Geräten auch nicht besonders pfleglich umgeht. Da wird auch viel rumgespult, was den Laufwerken auch viel abverlangt.
Wenn man sich so eine Kopftrommel mal genauer ansieht, versteht man auch, wie die Reinigung durchzuführen ist. Kann man mit Alcohol Preps und ruhiger Hand easy selbst machen. Nur nicht mit Zähneputzen verwechseln ;-)

Die 2 Sekunden Verzögerung von Bandstart bis zum Bild sind bei Analoggeräten mit Digitalverarbeitung normal. Das Band muss auch immer erst noch an die Kopftrommel herangeführt werden, da das Band nicht permanent an der rotierenden Kopftrommel anliegen soll. Verschleiß und so.

Wie digitalisierst du? Grabbst du in 50i, deinterlaced 50p/25p oder gar interlaced 25p. Die meisten "Grabber" können nur 25p und das Deinterlacing findet dann in Software statt. Aber PAL ist immer 50 Hz, also eigentlich 50p.

Ich deinterlace in Hardware schon beim einspielen, skaliere in Hardware auf 1080p50 hoch und capture das auch so. Durch das Hochskalieren verspielt sich das nicht ganz perfekte Deinterlacing beim späteren Runterskalieren auf 576p50 vollständig.
Diese SD Clips sind für mich dann quasi 1:1 Kopien der Bänder und die Grundlage für die weitere Verarbeitung mit Topaz Video. Wo ich in verschiedenen Schritten vor allem Rauschen und Flackern reduziere. In einem Zwischenschritt werden Details sanft rekonstruiert.
Daraus werden dann wieder 576p50 Masterfiles generiert. Die für mich dann eine Art direktes Signal vom Kamerakopf darstellen und die Grundlage für eventuelles Skalieren auf maximal HD bilden. Dann reden wir aber schon von echter Restaurationsarbeit, wo man dann auch mal Bildfehler manuell raus malt.

Durch die aufeinander aufbauenden Skalierungsschritte, generative Skalierung und durchgehende 10bit Prozessierung erhält man dann sogar eine erstaunlich saubere Farbabtastung, die ziemlich nah am Originalsignal vor der Aufzeichnung heran kommt. Zumindest technisch gesehen.

Dropouts und noch vorhandenes Flackern im Signal (oft durch Übersprechen der einzelnen Spuren/Zeilen) kann man in Resolve automatisiert ganz gut rausrechnen.



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