rck hat geschrieben: ↑Mi 04 Mär, 2026 22:56
Hallo zusammen, insbesondere hallo beiti,
jetzt habe ich noch einmal viel rumprobiert und im Menü vom Sony-Camcorder herumgespielt:
Neuer Befund 1: Wenn ich die TBC
deaktiviere habe ich nicht mehr durchweg ein stabiles Bild, sondern eine Art "Flackern" in verschiedenen Bildbereichen.
Die Bilder sind aber noch zu erkennen und nicht komplett entstellt. Was mich jetzt aber erstaunt hat: Selbst mit deaktivierter TBC tritt nach den 20s der Bluescreen für ca. 2s auf.
--> Weiß jemand, ob es noch ein anderes - nicht deaktivierbares - Korrekturverfahren in solchen Camcordern gibt? Zum Beispiel ein wiederholtes "Neujustieren", wenn bestimmte
Abweichungen, welcher Art auch immer, festgestellt werden?
Neuer Befund 2: Wenn ich mit FF ein bisschen vorspule, kommt das Bild nicht sofort, sondern erst mit einer Verzögerung von den ca. 2s in denen ich einen Bluescreen habe.
Das ähnelt irgendwie sehr den 2s-Aussetzern nach jew. 20s.
Neuer Befund 3: Wenn ich i) rückwärts abspiele, ii) mit doppelter Geschwindigkeit abspiele, iii) mit reduzierter Geschwindigkeit abspiele,
kommt gar kein vernünftiges Bild zustande, unabhängig ob TBC aktiviert ist oder nicht. Schalte ich wieder auf die normale Wiedergabegeschwindigkeit, gibt es erstmal den 2s-Aussetzer
und danach wieder das "ordentliche" Bild. --> Hat hierzu vielleicht noch jemand eine Idee?
Parallel probiere ich, mit einem Python-Skript zwei zeitversetzt gestartete Aufnahmen automatisiert zusammenzubasteln. Das funktioniert aber leider noch nicht gut.
Da verwende ich aktuell das moviePy-Package und bin nur bedingt zufrieden. Kennt hier vielleicht sogar jemand eine gute Alternative?
Viele Grüße Robin
Danke slashcam.... 20 Minuten nicht weiter geschrieben, schon wird man abgemeldet und der ganze Beitrag ist weg.
Dann gibt´s halt jetzt die Sparvariante ohne Grundkurs Videotechnik zur Schrägspuraufzeichnung. Nett zusammengefasst hier:
https://www.elektroniktutor.de/geraetet ... raufz.html
Was du beschreibst ist ganz normal, wenn die Bänder mit einer verstellten Kamera aufgezeichnet wurden.
Der TBC ist ein modernes, digitales Goodie, das ziemlich am Ende der Signalkette steht und dank digitaler Ausführung nur Bild oder Blau kennt.
Der Sony Camcorder kommt mit der Spurnachstellung an seine Grenzen. Der TBC bzw. die Signalverarbeitung kann mit dem unstabilen analogen Signal nichts mehr anfangen.
Die digitale Komponente wird außen vor gelassen, wenn systembedingt eh mit Bildstörungen zu rechnen ist, daher funktioniert das Spulen und rückwärts Abspielen. Woran das liegt erkläre ich jetzt nicht nochmal ;-)
In deinem Fall hilft entweder der Zufall, nämlich ein Zuspielgerät, das größere Schwankungen bei der Spur tolerieren kann oder genauso verstellt ist, wie der Bauer Camcorder. Oder ein Bastelgerät, bei dem du mit Schraubendreher und Referenztape (in deinem Fall ein atypisch bespieltes Band) die Spur manuell nachstellst. Das kann man nach Auge machen. Fachgerecht würde man mit Referenztape und Oszi einstellen, hilft aber in deinem Fall natürlich nichts. Die Norm wird ja von den Bändern sehr wahrscheinlich nicht erfüllt.
Rein Theoretisch kann es sein, dass der Bauer Camcorder einen Sturz hatte, sich das Chassis ein wenig verzogen hat und die Spurwinkel minimal verändert wurden. Es ist eine lustige Kette aus Feinmechanik, Analogsignal und digitaler Verwurstung.
Vermutlich hast du den Sony Camcorder von ebay. Hier zirkulieren viele Geräte von Digitalisierer zu Digitalisierer, weil man das Gerät nach dem Einspielen nicht mehr braucht. Da kommt auch eine Reinigung der Videoköpfe in Frage, da man mit eh nur temporär genutzten Geräten auch nicht besonders pfleglich umgeht. Da wird auch viel rumgespult, was den Laufwerken auch viel abverlangt.
Wenn man sich so eine Kopftrommel mal genauer ansieht, versteht man auch, wie die Reinigung durchzuführen ist. Kann man mit Alcohol Preps und ruhiger Hand easy selbst machen. Nur nicht mit Zähneputzen verwechseln ;-)
Die 2 Sekunden Verzögerung von Bandstart bis zum Bild sind bei Analoggeräten mit Digitalverarbeitung normal. Das Band muss auch immer erst noch an die Kopftrommel herangeführt werden, da das Band nicht permanent an der rotierenden Kopftrommel anliegen soll. Verschleiß und so.
Wie digitalisierst du? Grabbst du in 50i, deinterlaced 50p/25p oder gar interlaced 25p. Die meisten "Grabber" können nur 25p und das Deinterlacing findet dann in Software statt. Aber PAL ist immer 50 Hz, also eigentlich 50p.
Ich deinterlace in Hardware schon beim einspielen, skaliere in Hardware auf 1080p50 hoch und capture das auch so. Durch das Hochskalieren verspielt sich das nicht ganz perfekte Deinterlacing beim späteren Runterskalieren auf 576p50 vollständig.
Diese SD Clips sind für mich dann quasi 1:1 Kopien der Bänder und die Grundlage für die weitere Verarbeitung mit Topaz Video. Wo ich in verschiedenen Schritten vor allem Rauschen und Flackern reduziere. In einem Zwischenschritt werden Details sanft rekonstruiert.
Daraus werden dann wieder 576p50 Masterfiles generiert. Die für mich dann eine Art direktes Signal vom Kamerakopf darstellen und die Grundlage für eventuelles Skalieren auf maximal HD bilden. Dann reden wir aber schon von echter Restaurationsarbeit, wo man dann auch mal Bildfehler manuell raus malt.
Durch die aufeinander aufbauenden Skalierungsschritte, generative Skalierung und durchgehende 10bit Prozessierung erhält man dann sogar eine erstaunlich saubere Farbabtastung, die ziemlich nah am Originalsignal vor der Aufzeichnung heran kommt. Zumindest technisch gesehen.
Dropouts und noch vorhandenes Flackern im Signal (oft durch Übersprechen der einzelnen Spuren/Zeilen) kann man in Resolve automatisiert ganz gut rausrechnen.