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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Mo 08 Mär, 2021 16:48

DSC_2488.jpg
Erste Aussenaufnahmen gemacht. Wetter schlägt von gut auf schlecht um = Wind.
Hatte erste Aufnahmen mit Mikrofonstativ gemacht, dann erster Versuch am Bahndamm, ICE, da hat der Sog die Kugel mit Dreibein-Stativ umgehauen. Zum Glück hatte ich im Auto noch die Rode-latte dabei....dann klappte es auch noch von Hand mit dem Zug. Feierabend, Aufnahmen höre ich mir morgen an.....
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Di 09 Mär, 2021 09:20

Bei einem Senseo werte ich gerade die Aufnahmen von gestern aus. Auf der Speicherkarte war noch der Klang vom sterbenen MEMS drauf. Im original ist der Peak der Aufnahme bei ca. 60-80 kHz, ich habe die Aufnahme auf MP3 runtergedrückt (war 32Bit, 192 kHz), so dass nur der hörbare Bereich noch vorhanden ist. Für mich klingt das sogar ein wenig digital statt analog. Sollte das MEMS intern etwa eine digitale Verarbeitung haben?

MP3 im Anhang.
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Di 09 Mär, 2021 11:27

DSC_2486.jpg
Nun ein paar Demos (erste Eindrücke) direkt von der Speicherkarte, also gar nicht bearbeitet, weder Lautstärke oder sonst was.
Es sind die rohen 4 Kanal Aufnahmen, d.h. Kanal 1 ist MEMS Links, Kanal 2 ist MEMS Rechts, Kanal 3 ist Ohrwurmkapsel Links, Kanal 4 Ohrwurmkapsel Rechts.

Link: http://www.ohrwurmaudio.eu/temp/Elektred_MEMS.zip (687 MB)

Bei der Aufnahme am ICE ca. 50 cm von der Schiene entfernt, setzt die Ohrwurmkapsel kurz komplett aus, der Luftdruck scheint in diesem Moment zu hoch zu sein, das MEMS arbeitet einfach weiter. Leider kippt dann am Schluss das Mikrofonstativ um, es war ein gewaltiger Sog. Zum Glück war das Stativ nicht hoch ausgezogen, dem Mikro hat es außer Kratzer nix ausgemacht.
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von dosaris » Di 09 Mär, 2021 12:18

ruessel hat geschrieben:
Di 09 Mär, 2021 11:27

Bei der Aufnahme am ICE ca. 50 cm von der Schiene entfernt, setzt die Ohrwurmkapsel kurz komplett aus, der Luftdruck scheint in diesem Moment zu hoch zu sein, das MEMS arbeitet einfach weiter.
was ist denn für deine MEMSe als max zul. Schalldruck genannt?
130dB? (geraten)

die Membranen sind ja wohl nur wenige Moleküllagen dick, die könnte man also evtl durchaus zerschießen !?!




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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Di 09 Mär, 2021 12:45

was ist denn für deine MEMSe als max zul. Schalldruck genannt?
Lt. neusten Unterlagen 126 dB SPL Acoustic Overload Point - bei 1,2V Betriebsspannung. Ich steuere es mit 3,00V an, 3,62V ist das Maximum. Ist mir mit diesen Wert nach einigen Stunden defekt gegangen, deshalb lieber 20% niedriger und damit etwas mehr Sicherheit.
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Fr 02 Apr, 2021 10:53

elektisches Ohr.gif
Habe eine neue Software um Druckdaten aufzubereiten, endlich kann ich automatisch hohle Modelle auf Knopfdruck erzeugen - das spart teure Harze. Hier nun ein abstraktes Ohr. Es gibt auf der Welt ca. 16 Grundformen von Ohren, jedes Ohr hört ein wenig anders, da bestimmte Frequenzen für Links und Rechts, oben oder unten - immer ein wenig anders von den Ohrknorpeln beeinflusst wird. Für einen Kunstkopf sollten daher möglichst viele Ohren in die Konstruktion einfließen. Ich habe 3D Unterlagen von mehreren Ohren übereinander gelegt und gegenseitig abgezogen. Aus dieser Vorlage dann ein geometrisch Abstraktes Modell gemacht. Keine Ahnung ob das eine richtige Alternative ist, um ein möglichst breites Spektrum von Ohren zu erzeugen. Ich denke, einfach mal machen.....
Auf der Rückseite des "elektrischen Ohres" ist eine Aufnahme für meine MEMS-Platine. So wäre es ein zukünftiger Kunstkopf für 20Hz - 160 kHz - Wahnsinn.

Ich finde aber schon, dass die Ohren dem 15.000,- EUR Kopf von Head Acoustic ganz leicht ähnelt. Die werden von der Idee her nix anderes gemacht haben....

Bild
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Fr 02 Apr, 2021 16:23

DSC_2494.jpg
Nach 4 Stunden Druckzeit ein Ergebnis das frustriert. Neue Software, neue Probleme.......
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Fr 02 Apr, 2021 18:25

eo_01.gif
Fehler gefunden, es war der Slicer - er haute da Strukturen rein, die da nicht hingehören. Mit einem anderen Algorithmus scheint es nun in der Vorschau zu klappen. Er scxhlug mir auch vor, beide Ohren gleichzeitig zu drucken - Druckzeit mit dem harten Zeugs ca. 6 Stunden....na denn.
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Sa 03 Apr, 2021 09:19

DSC_2495.jpg
Heute morgen waren nun diese beide Ohren fertig. Immer noch nicht wirklich so wie von mir konstruiert - aber sehr nahe dran.
Wir leben anscheinend in Zeiten, wo ich nicht mehr selber Herr über mein Werkzeug bin. Ich darf wünsche äußern, der Algorithmus wird letztendlich entscheiden was ich bekomme, soll das Demokratie sein, wie sich das der Programmierer der Tools vorstellt? Ich kann mich nicht daran gewöhnen - ich will es auch gar nicht erst, es greift aber in dieser Welt um sich und keiner protestiert. "Menschen, steht auf gegen die Maschinen unserer Zeit." Sarah Conner wird uns nicht immer retten. Hört meine Osternbotschaft.....

Die Ohren kommen nun in den UV-Ofen um durchgehärtet zu werden, danach werde ich sie mal mit der Elektronik bestücken und.....hören.
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von dosaris » Sa 03 Apr, 2021 09:43

ruessel hat geschrieben:
Sa 03 Apr, 2021 09:19

Wir leben anscheinend in Zeiten, wo ich nicht mehr selber Herr über mein Werkzeug bin. Ich darf wünsche äußern, der Algorithmus wird letztendlich entscheiden was ich bekomme,
vorige Woche fand ich in meinem intelligenten Kühlschrank (mit WLAN-Anschluss) 10 ltr Milch vor.
Er macht Bestellungen selber, wenn der Vorrat alt od zu gering ist. Eigentlich kann er sowas.
Hab ihn dann zur Rede gestellt: was soll das ? ich will keine 10 ltr Milch auf Vorrat!
Mein Kühlschrnak: ja, aber ich will Milch auf Vorrat.


ok, stammt nicht von mir,
trifft's aber gut




Jörg
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von Jörg » Sa 03 Apr, 2021 10:04

ach, da hab ich mich dran gewöhnt...
bei mir im Kühlschrank ist auch öfter etwas enthalten, das ich nie gekauft hätte, dafür fehlen mir wichtige Dinge.

Nur ist mein Kühlschrank nicht dafür verantwortlich, die intelligente Rolle ist hier meiner Frau zugefallen... ;-)




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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Mo 24 Mai, 2021 06:26

DSC_2518.jpg
Zum Abschluss ein neues MEMS Modell (Prototypstatus). Geht morgen auf die Reise zu einem Konzerthaus und wird dort ausgiebig in den nächsten Wochen von zwei Tonmeister mit diversen Instrumenten getestet. Die Elektronik wurde nochmal nach Klanggründen in den letzten Wochen überarbeitet, Überschall (naja, hier max. 160 kHz) hat da seine eigene Gesetze. Alleine die Befestigung an der Kugeloberfläche beeinflusst einige wichtige Soundparameter, erst meine 8te Schraubenlose Version war zufriedenstellend (und sehr filigran).
Meine eigenen tests hörten sich zum Schluss großartig an, besonders was die Stereobasis betrifft. Selten so eine saubere gestaffelte Stereobasis gehört, keine Löcher/Stauchung in der Mitte oder kompression an den äußeren Ecken, alles sehr sauber linear über die max. Soundbreite (ca. 160 Grad) verteilt. In meinem Sony Kopfhörer wird auch die maximale Bühnenbreite ausgenutzt - was der Kopfhörer so hergibt.

Nochmal würde ich die Kugel so nicht mehr bauen. Alles was irgendwie schief gehen kann, ging schief. Wie schon geschrieben, musste ich manche Teile 8mal anfertigen bis es klanglich passte. Aber man lernt dazu, die nächste rohe Kugel liegt hier schon, diesmal aus Edelstahl mit einem galvanischen polierten Kupferüberzug. Außerdem erahne ich im Klangbild die dicken XLR Stecker, sie scheinen hohe Frequenzen aus einigen Richtungen leicht zu verändern.

dies sollte nun der Abschluss hier sein. Die Dinge haben sich anders Entwickelt, leider darf ich kein Soundmaterial hochladen oder die Kugel von Innen zeigen (in den nächsten 3 Jahren). Ich könnte mir vorstellen, dass man in Zukunft im Klassikbereich oder Jazz von diesem Teil noch hören wird. So wie man mir sagte, soll diese Kugel demnächst der Presse vorgestellt werden. Für mich selber, werde ich mir zwei Kugeln anfertigen, dabei eine Größere für Naturaufnahmen, damit verlegt sich die Sound-Bühne auf hunderte Meter Entfernung, auch sehr spannend im Klang.
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atomic
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von atomic » Mo 31 Mai, 2021 19:18

ruessel hat geschrieben:
Sa 03 Apr, 2021 09:19

Heute morgen waren nun diese beide Ohren fertig.
Apropos Ohren:
Hier gibt es welche zu kaufen.
Sind zwar für einen anderen Zweck gedacht (Akupunktur), vielleicht lassen sie sich aber auch anders einsetzen.
Gab's auch mal bei Amazon (habe jetzt aktuell nicht geschaut), direkt hier waren die aber halb so teuer.

https://www.praxismaterial-leonidov.de/ ... ducts/AMO1




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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Di 01 Jun, 2021 08:24

Es gibt ungefähr 16 ganz verschiedene Ohrtypen. Für Kunstkopf sind viele nicht untereinander "kompatibel". Ich hatte dazu vor Jahren eine interessante Unterhaltung mit einem Entwickler, der Kunstkopfaufnahmen für das amerikanische Militär entwickelte (realistische Gefechtssituationen VR). Sie haben herausgefunden, das es ein Ohrtyp 1 gibt, das zu 90% zu allen anderen 15 Ohren recht gut passt, mal mehr - mal etwas weniger. Diese optimale Ohrmuschel sollte schon es sein und nicht irgendeine Ohrmuschel, zumindest wenn es gut und für eine breite Anwendergruppe werden soll.

Bild
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Blackbox
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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von Blackbox » So 06 Jun, 2021 20:45

ruessel hat geschrieben:
Di 01 Jun, 2021 08:24
Sie haben herausgefunden, das es ein Ohrtyp 1 gibt, das zu 90% zu allen anderen 15 Ohren recht gut passt, mal mehr - mal etwas weniger.
Du hast nicht zufällig nen Link mit einem passenden HRTF-file von diesem 'Standardohr'?
Wär ja u.U. ganz interessant für die Nuendo11 User zum Atmos Mischen ohne zusätzliche onlinepflichtige HRTF-software.




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Re: DIY - Rüssel MEMS Mikrofon(e)

Beitrag von ruessel » Mo 07 Jun, 2021 17:04

Nein, habe ich nicht.
Ich habe was besseres, einen programmierten DSP (noch mit Filzstift von Hand beschrieben) mit 16 Ohrtypen. Die US Entwicklerfirma wurde in den 90er Jahren an Sennheiser verkauft, daraus wurden ein paar wenige Geräte gebaut (Aus Guß, kannste Nägel mit in der Wand einschlagen). War ein Riesenflop.....und wurden nach meinen Infos zu einem Spitzenkopfhörer als SpecialEdition verschenkt. im Gerät ist ein Rauschgenerator eingebaut, damit kann man dann seinen Ohrtyp schnell ermitteln.
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