In jedem Beruf ist lebenslanges Lernen erforderlich.Jalue hat geschrieben: Di 02 Dez, 2025 23:24 So will es mir jedenfalls scheinen, wenn ich die aktuellen Postings, die mir ungefragt von XING & Co kredenzt werden, querlese. Gesucht werden fast ausschließlich …
Der Content Creator. Der Senior Creative Content Creator. Oder Social Media Content Creation & Management, wahlweise Content Faces & Creator, wobei sich die Gehaltsaussichten für solch eierlegende Wollmilchsä*e mehrheitlich auf dem Level von Bäckerei-FachverkäuferInnen zu bewegen scheinen.
Zugleich nehme ich wahr, dass viele kompetente Kollegen und Kolleginnen aus meinem Umfeld keinen Bock mehr haben und sich umorientieren. Nicht zuletzt, weil Solo-Selbständige immer weniger gebucht werden (Stichwort: Scheinselbständigkeit).
Teilt ihr diese Wahrnehmung ? Und wenn ja, wie geht ihr damit um ?
ist wirklich so. Im moment ists bei mir teils schon zu viel und komme nicht mehr hinterher. Jede Woche min. 2-3 Drehs und bei min. einem mit Post. Weiss langsam nicht mehr wie ich das stemmen soll. Hab teils schon Kunden abgesagt. Ist echt verrückt was gerade abgeht obwohl es Dezember ist. Normal habe ich da so gut wie gar nichts.Sound_Effects hat geschrieben: Mi 03 Dez, 2025 09:56 Viele kreative Skills werden auch mittlerweile unter irgendwelchen Jobbezeichnungen mit "Management" im Namen versteckt.
Hinsichtlich Selbstständigkeit habe ich aber gehört, dass wieder mehr Aufträge an Freelancer rausgehen, weil man keine Kreativen fest einstellen will. Aber keine Ahnung, wieviel da dran ist.
Die üblichen schnellen Sparmaßnahmen sind meist nur ein Aufschieben von Ausgaben. So kann man kurzfristig gesenkte Kosten vorgaukeln. Die Aufträge im Dezember werden erst im nächsten Jahr abgerechnet, so dass man 2025 als die Sparmeister dastehen kann.j.t.jefferson hat geschrieben: Mi 03 Dez, 2025 10:10ist wirklich so. Im moment ists bei mir teils schon zu viel und komme nicht mehr hinterher. Jede Woche min. 2-3 Drehs und bei min. einem mit Post. Weiss langsam nicht mehr wie ich das stemmen soll. Hab teils schon Kunden abgesagt. Ist echt verrückt was gerade abgeht obwohl es Dezember ist. Normal habe ich da so gut wie gar nichts.Sound_Effects hat geschrieben: Mi 03 Dez, 2025 09:56 Viele kreative Skills werden auch mittlerweile unter irgendwelchen Jobbezeichnungen mit "Management" im Namen versteckt.
Hinsichtlich Selbstständigkeit habe ich aber gehört, dass wieder mehr Aufträge an Freelancer rausgehen, weil man keine Kreativen fest einstellen will. Aber keine Ahnung, wieviel da dran ist.
Aus dem Handbuch für Anleger. ;)ffm hat geschrieben: Mi 03 Dez, 2025 13:03 "Die üblichen schnellen Sparmaßnahmen sind meist nur ein Aufschieben von Ausgaben."
Woher stammt diese Aussage?
Gibt es dafür eine Quelle?
Das mag Teil der Erklärung sein für die neuen, blumigen Jobtitel, vielleicht ein Tribut an die Akademisierung. Jemand mit nem BA in "Creative Media Design" oder so erwartet vielleicht schon einen Managertitel, selbst wenn er letztlich das gleiche macht, wie vor ihm irgendwelche Kameramänner oder Videojournalisten.Sound_Effects hat geschrieben: Mi 03 Dez, 2025 09:56 Viele kreative Skills werden auch mittlerweile unter irgendwelchen Jobbezeichnungen mit "Management" im Namen versteckt.
Mag woanders so sein, aus meinem Bekanntenkreis hier in Berlin kann ich es nicht bestätigen.Sound_Effects hat geschrieben: Mi 03 Dez, 2025 09:56 Hinsichtlich Selbstständigkeit habe ich aber gehört, dass wieder mehr Aufträge an Freelancer rausgehen, weil man keine Kreativen fest einstellen will. Aber keine Ahnung, wieviel da dran ist.
https://www.film-tv-video.de/business/2 ... w-49-2025/Mit Abfindungen will RTL 600 der 7.500 Mitarbeiter zum Ausstieg motivieren. Wie Deutschland-CEO Stefan Schmitter der Belegschaft erklärte, sei das »zwingend notwendig«. Zwar steigerte man die Zahl der Streaming-Abos seit 2019 von 800.000 auf über 6,6 Mio. Jedoch brach die Werbung im LinearTV um über 20% ein. RTL müsse sich nun »konsequenter auf das Streaming-Geschäft« orientieren.
Würde gerne mal wissen warum du denkst der Imagefilm ist tot ?Franz86 hat geschrieben: Fr 05 Dez, 2025 09:24 Ich verstehe die Unsicherheit. Gerade auch im Hinblick auf die Entlassungen bei RTL aber auch ServusTV. Hier meine Anmerkungen als jemand, der für seine Firma regelmäßig Externe bucht, aber auch das firmeninterne Videoprojekt voranbringt:
Beispiele, die zuversichtlich stimmen können:
- Bewegtbild ist heute viel viel wichtiger im Kommunikationsmix als früher. Die ganzen (neuen) Kanäle müssen auch bespielt werden und jeder Kanal braucht fast eine eigene Strategie = eigenen Content
- Der klassische Imagefilm ist tot, was nachgefragt wird, sind Serien zu einem bestimmten Thema (= z. B. Interviewserien, usw.) => auch hier lassen sich mehr Aufträge abgreifen als nur mit einem Film
- Wir fragen mittlerweile auch unsere externen Produktionsmenschen an, um uns Schulungen im Bereich Video zu geben. Kanibalisiert sich das? Nein, weil mit dem Wissen dann Inhouse-Sachen gedreht werden, die wegen der Unwichtigkeit eh nicht an den Externen gegangen wären.
Veränderungen:
- Die Branche ist (mal wieder / wie immer) im Wandel: Der Highend Imagefilm muss weichen, die gekauften Kameras, die vielleicht früher Vorabendprogramme gedreht haben, müssen nun auf links gedreht werden.
- Man will keinen "einfachen" Kameramann mehr, sondern einen Berater, der die Kanäle kennt und Ideen einbringt/bewertet/umsetzt. Das ginge dann in Richtung Senior Content Creator Consultant 😅
- Es ist viel mehr klein-klein, aber dafür hilft mittlerweile die KI: automatische Subtitle, auto-Resizing, etc.
- Die Crossmediale Verzahnung nimmt zu - mit entsprechendem Budget für Externe, aber auch mit mehr Arbeit
Ein Beispiel: Wenn wir einen Doku-Film in Auftrag geben oder selbst produzieren, dann brauchen wir dafür:
- den Film
- die Auskopplungen der Sit-Down-Videos als relativ ungeschnittene Interviews für den Zweitkanal
- die Interviews werden weiterverwendet für den Podcast
- ein Transcript für einen Artikel auf der Webseite
- 9:16-Content für Social Media - zur Bewerbung, aber auch als alleinstehender Content (z. B. ein Aspekt des Films)
- Fotos für die Webseite, ggf. Presse und das Bildarchiv
(das muss der Senior Hyper Content Creator Consultant [oder sein Team] leisten können)
Doppelt sich das nicht alles? Nein, weil unterschiedliche Aufmachung eines Themas für unterschiedliche Kanäle. Auch Kommunikationsdruck genannt.
