Geschäftliche Aspekte der Filmproduktion Forum



Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?



Filmen als Beruf: Hier geht´s um Themen wie: Tarifliches, Kundenkommunikation, Abnahmen und wieviel man für bestimmte Aufträge verlangen kann
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tehaix
Beiträge: 346

Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von tehaix » Do 29 Jun, 2017 18:44

Liebe Community,

ich habe eine Anfrage für einen mehrtägigen Auslandseinsatz (naja: Dänemark) als Kameramann bekommen. Da ist man am Abend logischerweise nicht im heimatlichen Bett, sondern eben vor Ort im Hotel. Ich würde nun gerne die Kosten bzw. mein Tageshonorar vorkalkulieren. Allerdings habe ich bisher meist entweder nur Jobs in meiner Heimatregion ausgeübt, oder - bspw. für mehrtägige Jobs in einer anderen Stadt in Deutschland - Pauschalpreise für fünf Tage am Stück ausgehandelt. Die Frage, wie viel ich konkret am Tag mehr verlangen kann, kam daher bislang nicht auf.

Was schlagt ihr denn für einen Auslandseinsatz in etwa drauf? Mein Gefühl sagt so 20-25 Prozent, aber bevor ich mich unter (oder über) Wert verkaufe, dachte ich mir ich frage mal das Schwarmwissen um Rat. An- und Abreise sowie Unterbringung samt Frühstück werden vom Auftraggeber übernommen, den Rest muss ich als Spesen also einkalkulieren.

Ich richte mich mit der Anfrage daher vor allem an Leute, die entweder selbst auch als Freiberufler bzw. selbstständig arbeiten, oder Freelancer für Jobs engagieren.

Würde mich über Hilfe freuen!

Beste Grüße




7nic
Beiträge: 996

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von 7nic » Do 29 Jun, 2017 18:55

Also wir verlangen da nichts extra. Aber durch Anreisezeit und Fahrtkosten wirds für den Kunden sowieso teurer.
Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum. - Demokrit

neuzeit.tv ll nicolas-geissler.de




d79
Beiträge: 26

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von d79 » Do 29 Jun, 2017 19:52




nahmo
Beiträge: 296

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von nahmo » Do 29 Jun, 2017 20:11

Ich würde meinen üblichen Tagessatz angemessen anheben. Kein Extraposten. Aber auswärts zu arbeiten bedeutet doch eigentlich immer einen höheren Aufwand und ist im Paket anstrengender. Zumindest bei mir.




Jott
Beiträge: 12850

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von Jott » Do 29 Jun, 2017 21:29

Mit einem Auslandszuschlag macht man sich ja lächerlich. Gibt's auch einen Bayernzuschlag, wenn du in Hamburg wohnst?

Nur die Reisezeiten sollte man halt in irgend einer Höhe berechnen - wie im Inland auch.




pixelschubser2006
Beiträge: 1402

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von pixelschubser2006 » Do 29 Jun, 2017 21:33

Warum macht man sich lächerlich? Es kommen zwei Aspekte zum Tragen:

1) Man ist abends nicht bei seiner Familie oder kann Bürokram machen
2) Das Ausland ist teurer, gerade Dänemark ist ein teures Pflaster

Spesen / Auslöse sind absolut üblich, mit dem Hinweis auf die Reisekosten ist mir jemand zuvorgekommen.

Ob Ausland oder Inland spielt vom Prinzip her keine Rolle. Wenn ich nach Südbayern fahre oder 30 km weiter nach Österreich, macht sicherlich keinen Unterschied. Aber das kann sich je nach Reiseziel schnell ändern!




d79
Beiträge: 26

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von d79 » Do 29 Jun, 2017 21:45

ich find 60 euro pro tag mehr als angemessen als entschädigung ,
wenn man bei seiner familie bleiben möchte muss man den job ja nicht annehmen




wolfgang
Beiträge: 5393

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von wolfgang » Do 29 Jun, 2017 23:08

Abrechnung der Reisekosten nach tatsächlichem Aufwand (Flug, Mietauto oder km-Geld, Hotelkosten, amtliche Diäten).

Ist auszuverhandeln und unter Vorlage der Belege ohne weiteren Aufschlag extra zu verrechnen.

Alternativ ist eine Pauschalierung möglich, da legt man die Kosten auf eine Pauschale grob um.
Lieben Gruß,
Wolfgang




Jalue
Beiträge: 637

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von Jalue » Do 29 Jun, 2017 23:12

Kommt drauf an:
Wenn du nur als Kameramann auf Honorarbasis eingekauft wirst und die wirklich alle Produktionskosten decken, würde ich mit der Produktionsfirma oder dem Sender einen Spesensatz aushandeln - Letztere sehen das i.d.R. auch schon vor. Wir reden hier von ca. 20-30 Euro pro Tag.

Wenn du als AUFTRAGSPRODUZENT agierst, sieht die Sache anders aus. Ok, der Kunde zahlt dir Halbpension und Anreise, aber sonstige Kosten, die du hast, sind kalkulationsabhängig. Wenn dir also Zusatzkosten durch den Dänemarkeinsatz entstehen (könnten neben der Verpflegung z.B. Drehgenehmigungen sein), kalkulierst du das, schreibst es in das Angebot und lässt es vom Kunden absegnen, fertig.

Ich würde mich auch nicht von Kommentaren hier a la "da mache ich mich ja lächerlich" beirren lassen. Dass du bei Kunden mit "Lohnzurückhaltung" punkten kannst, habe ich noch nie erlebt. Die schließen aus vorauseilender Bescheidenheit eher auf deine Professionalität - und das nicht in positiver Hinsicht.




didah
Beiträge: 807

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von didah » Fr 30 Jun, 2017 09:01

tehaix hat geschrieben:
Do 29 Jun, 2017 18:44
Liebe Community,

ich habe eine Anfrage für einen mehrtägigen Auslandseinsatz (naja: Dänemark) als Kameramann bekommen. Da ist man am Abend logischerweise nicht im heimatlichen Bett, sondern eben vor Ort im Hotel. Ich würde nun gerne die Kosten bzw. mein Tageshonorar vorkalkulieren. Allerdings habe ich bisher meist entweder nur Jobs in meiner Heimatregion ausgeübt, oder - bspw. für mehrtägige Jobs in einer anderen Stadt in Deutschland - Pauschalpreise für fünf Tage am Stück ausgehandelt. Die Frage, wie viel ich konkret am Tag mehr verlangen kann, kam daher bislang nicht auf.

Was schlagt ihr denn für einen Auslandseinsatz in etwa drauf? Mein Gefühl sagt so 20-25 Prozent, aber bevor ich mich unter (oder über) Wert verkaufe, dachte ich mir ich frage mal das Schwarmwissen um Rat. An- und Abreise sowie Unterbringung samt Frühstück werden vom Auftraggeber übernommen, den Rest muss ich als Spesen also einkalkulieren.

Ich richte mich mit der Anfrage daher vor allem an Leute, die entweder selbst auch als Freiberufler bzw. selbstständig arbeiten, oder Freelancer für Jobs engagieren.

Würde mich über Hilfe freuen!

Beste Grüße
oh mann, extra, extra, extra.. das ist das, was ich in dem forum in gefühlt jedem zweiten hier post lese... seid ihr alle so pleite oder gierig? was ist dann bitte die extra leistung, die eine extra zahlung rechtfertigen würde? ich sags mal so.... wäre ich auftraggeber und du würdest mir mit "so am schas" daherkommen, dann hättest das joboffer die längste zeit gehabt. andere freun sich über nen tapetenwechsel... ich flieg nächste woche nach odessa, dann gehts weiter nach moskau - heimkommen werd ich anfang august. aber ändert sich mein tagessatz? natürlich nicht... runter vom hohen ross bitte!

edit: natürlich sind aber diäten fällig, bzw wie bei mir, dass ich einfach jede rechnung, egal ob hotel, bier, essen oder tschick, an meinen auftraggeber weitergeb.

LG
mean people suck




pixelschubser2006
Beiträge: 1402

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von pixelschubser2006 » Fr 30 Jun, 2017 09:13

Das hat nichts mit hohem Ross zutun. Der Tapetenwechsel ist eine Belohnung für den Reisestress. Nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn es dem Reisenden Spaß macht, vor allem dem Junggesellen, ist eine Auswärtstätigkeit eine Belastung in jeder Hinsicht. Das erfordert Vorbereitung und Nachbereitung. Im Extremfall sogar Impfungen. Das muss einfach bezahlt werden. Außerdem muss man immer vom Angestellen ausgehen: Den muss man entsprechend bezahlen. Warum soll man sich als Unternehmer schlechter stellen?

Zweifelsfrei ist das natürlich auch immer eine Frage der Marktsituation. Wenn der Kunde Anbieter vor Ort hat, muss man als Auswärtiger schon etwas Besonderes leisten können, um seine Reisekosten zu rechtfertigen. Ansonsten sagt der Kunde "den Job kannste haben, Reisekosten sind aber Dein Problem." Ganz genauso läuft das auch z.b. im Bauhandwerk. Anders sind die Kollonen von Bautrupps nicht zu erklären, die Sonntags nachts und Freitags mittags quer durchs Land juckeln. Finde ich persönlich nicht richtig und würde ich auch nicht unterstützen. Aber vermutlich sind sie trotz der heftigen Reisekosten immer noch billiger. Jedenfalls werden sie den Job i.d.R. nicht wegen außerordentlicher fachlicher Fähigkeiten bekommen haben...




rush
Beiträge: 7694

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von rush » Fr 30 Jun, 2017 09:36

didah hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 09:01

edit: natürlich sind aber diäten fällig, bzw wie bei mir, dass ich einfach jede rechnung, egal ob hotel, bier, essen oder tschick, an meinen auftraggeber weitergeb.

LG
Das ist doch dann aber im Prinzip dasselbe - wobei ich diese Variante eher noch perverser empfinde wenn jedes Getränk weitergereicht wird :-) Und weiter: Will man wirklich immer das der AG weiß wie man den Abend so verbringt?

Mit einer fixen Auslandspauschale aka Tagegeld fährt der Auftrgageber doch viel planbarer - denn wenn du in den nordischen Ländern mal 3 Bier getrunken und was gegessen hast - landet man schnell bei 50-60Euronen.
Da würde ich sowas als Auftraggeber schon im Vorfeld mit ausverhandeln um eine Deckelung zu haben.

Das die Unterkunft plus Frühstück vom AG bezhalt werden sehe ich dagegen als selbstverständlich an - denn man ist ja nicht zum Spaß im Ausland. Abendbrot und alkoholische Getränke dagegen sehe sehr individuell an und würde es eher als Kulanz betrachten wenn der AG da auch noch Kosten für übernimmt. Der eine geht ins 4Sterne Restaurant, dem anderen reicht die lokale Günstig-Kneipe mit Bratkartoffeln und Kötbullar :-)
keep ya head up




didah
Beiträge: 807

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von didah » Fr 30 Jun, 2017 10:23

@rush
gut, zugegeben, das hab ich jetzt recht überspitzt ausgedrückt...
der TO schreibt, dass hotel, an und abreise bezahlt sind. bleibt maximal der mittagssnack und das abendessen, das man mit reinrechnen kann/muss.. AAAABER - das rechnest eben auch rein, wennst von hamburg aus 3 tage nach berlin fährst. drum - warum sollt ich anders rechnen, wenns ins ausland geht? weil so wie ich den post les will der TO einen aufschlag zusätzlich zu den diäten

LG
mean people suck




tommyb
Beiträge: 4915

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von tommyb » Fr 30 Jun, 2017 10:56

Ich rechne auch nur anfallende Extrakosten ab wie Anreise oder Hotel. Für Essen gibt's Spesen. Ob ich meine Kamera in Hamburg oder in Copenhagen aufbaue ist doch egal. Und nur weil ich am Abend nicht bei Familie bin oder Abendarbeit erledigen kann, muss ich das doch nicht als Mimimi-Aufschlag abrechnen.




tehaix
Beiträge: 346

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von tehaix » Fr 30 Jun, 2017 12:10

Vielen Dank für die rege Beteiligung!

Ich habe meine Kalkulation jetzt abgeschlossen und habe mich für rund 20% Mehrwert entschieden. Euer Input war fast komplett hilfreich.

"lächerlich", "gierig", "mimimi" sind meines Erachtens allerdings merkwürdige Beschreibungen für betriebswirtschaftliche Kalkulationen. Es ist ja schön, wenn ihr euren Auftraggebern das Leben so einfach macht. Wenn ich am Ende des Tages aber nicht zuhause bin, bleiben Vor- und Nachbearbeitungsarbeiten für andere Auftraggeber (die ich meist noch nach dem Ende eines Drehtages erledige und auch mal ein oder zwei Stunden in Anspruch nehmen können) schlicht auf der Strecke liegen. Denn nicht alles kann ich von unterwegs erledigen. Das muss ich dann nach einer Geschäftsreise nachholen und nimmt potenziell auch mal einen extra Tag in Anspruch. Ein Tag, der mir fehlt, da ich für einen Auftraggeber unterwegs war. Und das sollte er dann auch bezahlen. Anders herum gesagt habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei Geschäftsreisen davon ausgegangen wird, dass ich im Zweifelsfall 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen kann. Denn ich bin ja für den Auftraggeber an das jeweilige Ziel gereist. Und auch das sollte er bezahlen, und dazu ist der AG auch bereit, denn er weiß ja, was er dafür kriegt. Ob das nun im Inland oder im Ausland ist, macht aber in der Tat nur in Sachen Spesenhöhe einen Unterschied. Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ist für Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands natürlich auch gültig.

Mir ist klar, dass wir wohl unterschiedliche Auftraggeber haben. Daher macht es bei mir auch keinen Sinn, Rechnungen von meinem Abendessen oder der Ubahnfahrt an meine AGs weiterzugeben. Die würden sich an den Kopf fassen, die freuen sich über so wenig Papierkram wie möglich. Sie beschäftigen mich ja, damit ich mich selbst um meinen Kram kümmere und keine zu ausufernde buchhalterische Mehrarbeit verursache. Aber klar, da ist jeder Auftraggeber anders.

Vielen Dank jedenfalls an Alle! Und ich ermutige auch andere Filmschaffende, sich Gedanken darüber zu machen, ob eine Geschäftsreise nicht anders vergütet werden sollte als "Heimarbeit". In den (sehr anderen) Berufszweigen meiner Freunde die geschäftlich viel Reisen ist dies Standard, keine Ausnahme.

Viele Grüße!




tommyb
Beiträge: 4915

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von tommyb » Fr 30 Jun, 2017 14:21

tehaix hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 12:10
Wenn ich am Ende des Tages aber nicht zuhause bin, bleiben Vor- und Nachbearbeitungsarbeiten für andere Auftraggeber (die ich meist noch nach dem Ende eines Drehtages erledige und auch mal ein oder zwei Stunden in Anspruch nehmen können) schlicht auf der Strecke liegen.
Entschuldige, aber dann stimmt etwas mit deiner Kalkulation nicht. Nachbearbeitung von anderen AG berechnet man auch anderen AG. Oder wer zahlt Dir sonst deine Nachbearbeitungskosten, wenn Du nicht zufällig einen Auslandseinsatz hast?




tehaix
Beiträge: 346

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von tehaix » Fr 30 Jun, 2017 14:45

Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt?

Natürlich stelle ich dem einem Auftraggeber keine Arbeiten in Rechnung, die ich für den anderen Auftraggeber erledige. Wenn ich aber auf der Geschäftsreise schlicht keine Zeit oder Möglichkeit habe, nach einem abgeschlossenen Arbeitstag (8-10 Stunden) diese Arbeiten zu erledigen, dann kostet dies einen kleinen Aufschlag.

Ebenso berechne ich bspw. auch einen Anreisetag. Es geht letztlich darum, für welche Zeit ich in Anspruch genommen werde. Wenn ich nur die Zeit berechnen würde, zu der das Stativ aufgeklappt ist, käme ich in Teufels Küche.




tommyb
Beiträge: 4915

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von tommyb » Fr 30 Jun, 2017 17:17

Wenn der AG am Ende des Drehtages noch Nachbearbeitung im Hotel erwartet oder verlangt, dann wird das gesondert als normale Überstunden abgerechnet. So kenne ich das. Bei 20% Aufschlag darf die abendliche Bearbeitungssession auch nicht länger als 2 Stunden dauern.




didah
Beiträge: 807

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von didah » Fr 30 Jun, 2017 19:06

tehaix hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 12:10


Vielen Dank jedenfalls an Alle! Und ich ermutige auch andere Filmschaffende, sich Gedanken darüber zu machen, ob eine Geschäftsreise nicht anders vergütet werden sollte als "Heimarbeit". In den (sehr anderen) Berufszweigen meiner Freunde die geschäftlich viel Reisen ist dies Standard, keine Ausnahme.

Viele Grüße!
nein, soll sie nicht. und erklärs ned mit anderen berufen. ist bei denen ein 14 stunden tag drin? nachtarbeit? wochenendarbeit? filmen passiert nun mal in der regel nicht 100m von der haustüre entfernt, ist kein 9 to 5 job - das ist doch einer der gründe, warum wir das machen! oder machst es wegen dem grossen geld, das nimmer da ist? und zu guter letzt: was hat der AG zu den +20% gesagt?

LG
mean people suck




rush
Beiträge: 7694

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von rush » Sa 01 Jul, 2017 10:32

didah hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 19:06
und zu guter letzt: was hat der AG zu den +20% gesagt?

LG
Was soll ein AG dazu sagen?

Wenn man das im Vorfeld kalkuliert und in die Gesamtrechnung mit einfließen lässt, steht am Ende doch ein Komplettpreis bzw. Preis pro Tag... Und entweder bucht einen der AG dann, weil er weiß das er an einem hat und zahlt ein paar Taler mehr - oder eben nicht.

Aber besonders im Ausland will man doch oft mit Leuten zusammen arbeiten, bei denen man weiß das und wie sie funktionieren... die soziale Komponente ist da oftmals ausschlaggebend, besonders bei mehrtägigen Trips und wenn man lange aufeinander hockt. Da machen die paar % Mehr am Ende den Braten i.d. Regel nicht fett...
keep ya head up




wolfgang
Beiträge: 5393

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von wolfgang » Sa 01 Jul, 2017 12:33

Also die Kosten für Reise, Hotel und Verpflegung fallen einfach an, und warum soll sie ein Auftragsgeber die nicht bezahlen wenn er einem haben will? Wenn das ein Showstopper ist muss er halt wem Anderen nehmen.

Sind da Flüge und Hotelkosten dabei reduziert das die Profitabilität enorm, das hat nichts mit Gier zu tun sondern dass man eben seinen Stundensatz braucht um überhaupt ökonomisch überleben zu können.

Also ist eine Abrechnung gegen tatsächlichen Aufwand am fairsten, wohlgemerkt nicht jeder Drink aber Hotel, Bahn- oder Flugkosten, amtliches km-Geld und amtliche Diätensätze. Das ist halt vorher zu vereinbaren.
Lieben Gruß,
Wolfgang




peterzon
Beiträge: 3

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von peterzon » Mo 18 Sep, 2017 15:30

Was für unfassbare Aussagen hier zu lesen sind, Wahnsinn.
Selbstverständlich sollte man für Auslandseinsätze einen Aufschlag nehmen, auch wenn Unterkunft, Fahrt und Essen bezahlt wird. Unglaublich, dass hier Leute meinen, das wäre unverschämt oder so. Wer so etwas ernsthaft sagt, hat offensichtlich noch nie sich irgendwelche Gedanken über Kalkulation aus Sicht des Unternehmers gemacht.

Es gibt unerwartet viele Dinge, die den Dreh im Ausland (viel) teurer machen können als einen Dreh zuhause. Erstmal ist mehr Planung und Vorbereitung nötig - mobile Backup Lösung, evtl. Internet was zu langsam ist vor Ort für Backups... welches Equipment nimmt man mit, welches passt ins Flugzeug, was DARF man überhaupt mitnehmen? Wusstet ihr, dass man ALLES was man an Kamerakram mitnehmen will in die Schweiz, vorher beim "nächsten" zollamt vorführen muss! Dafür dürft ihr erstmal einen Tag Zeitverschwendung einplanen. Und wer meint, dass das alles kein Problem ist, ist sicher noch nie in die USA eingereist. Erklärt da mal spontan, dass ihr da nicht zum arbeiten seid und dass das nur euer privates Kameraequipment ist - ja ne ist klar. So eine Einreise muss da geplant werden.
In Dänemark ist das sicher noch einfach, aber trotzdem kommt extra Aufwand dazu. Je nachdem wo es hingeht muss man auch über Impfen nachdenken. Und vor allem auch die Versicherung checken - zahlt die, wenn euer Kamerakoffer gestohlen wird in Timbuktu? Und wo kriegt ihr da Ersatz (Personal und Equipment) her, wenn mal alles schief geht? Achja, Reiseadapter für 10 Teile schon gekauft? Extra Akku dabei, weil in dem kalten Klima die Akkus nur halb so lange durchhalten? etc. etc. etc.
Außerdem, wie der Poster richtig sagte, hat man abends (außerhalb der Drehzeit) oft keine Möglichkeit vernünftig mit anderen Kunden zu arbeiten (mit laptop im Hotel-wlan, ja ne, ist klar) - man arbeitet also fast exklusiv für den einen Auftraggeber, und Exklusivität kostet immer extra.

Ein Aufschlag von 20% ist völlig richtig und sollte bei keiner richtigen Firma irgendwelche Fragen aufwerfen, auch wenn man diesen Aufschlag offen beziffert.
Eher im Gegenteil - wenn ich einen Dienstleister buche und der plötzlich allerhand Extraleistungen kostenlos macht (zum Beispiel ins Ausland reist und dort praktisch exklusiv für mich arbeitet) - dann denke ich mir doch 2 Sachen: 1. entweder der hat zu viel Gewinn im Standardangebot eingeplant, oder 2. der verzettelt sich weil er auf den Auftrag heiß ist. Beides wirft kein gutes Licht auf einen professionellen Dienstleister. Jeder Unternehmer weiß, dass extra Zeit und Aufwand auch extra Geld kostet - wer darüber erstaunt ist, den sollte man vielleicht besser nicht als Kunden haben. Denn so jemand wird auch später seltsame Erwartungen haben. Ein klares Angebot sorgt für einen reibungslosen Projektablauf.

Tehaix, alles richtig gemacht! :-)




peterzon
Beiträge: 3

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von peterzon » Mo 18 Sep, 2017 15:33

didah hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 19:06
nein, soll sie nicht. und erklärs ned mit anderen berufen. ist bei denen ein 14 stunden tag drin? nachtarbeit? wochenendarbeit? filmen passiert nun mal in der regel nicht 100m von der haustüre entfernt, ist kein 9 to 5 job - das ist doch einer der gründe, warum wir das machen! oder machst es wegen dem grossen geld, das nimmer da ist? und zu guter letzt: was hat der AG zu den +20% gesagt?
Was ein Schwachsinn, da sträuben sich einem die Nackenhaare. Boah, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll aarrrrrggh.
Schlechte oder besonders anstrengende und aufwendige Arbeit ist also gut und sollte bloß nicht besser bezahlt werden als 9-5 Arbeit am Schreibtisch? Was ist mit dir verkehrt? Gott, mir fehlen die Worte.
Wenn einer wie du um die Ecke kommt und sagt "Ausland? Extra lange drehen? Exrta lange anfahrt? Kein Problem, ich mache meine Arbeit aus Liebe, DAS ist meine Bezahlung!" dann sollte sich jeder gesund denkende Unternehmen an den Kopf fassen.




peterzon
Beiträge: 3

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von peterzon » Mo 18 Sep, 2017 15:35

tommyb hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 14:21
Entschuldige, aber dann stimmt etwas mit deiner Kalkulation nicht. Nachbearbeitung von anderen AG berechnet man auch anderen AG. Oder wer zahlt Dir sonst deine Nachbearbeitungskosten, wenn Du nicht zufällig einen Auslandseinsatz hast?
Wenn ich (und meine Zeit) durch ein Projekt ungewöhnlich beansprucht werden (zum Beispiel weil ich eben im Hotel abends nicht vernünftig arbeiten kann), dann berechne ich dafür einen höheren Satz.




Jott
Beiträge: 12850

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von Jott » Di 19 Sep, 2017 08:58

Lustig, wie verschieden die Leute ticken. Ob ich in Hamburg, Moskau oder Rio drehe, kostet selbstverständlich immer das gleiche. Tagessatz plus ggf. Überstunden halt. Flug, Mietwagen, Hotel, Essen, Transfers werden ja sowieso vom Auftraggeber übernommen, wie im "Inland" auch. Bleibt nur die Berechnung der Reisezeiten. Da wird man zwischen vollem Tagessatz oder einem Teil davon variieren, je nach Kundenverhältnis.

Für Sachen wie Visa- und Carnet ATA-Besorgungen haben wir Pauschalen.

Zuschlag, nur weil man nicht im eigenen Bettchen schläft, sondern im Hotel im fernen und exotischen Dänemark? Da würde ich mir als Auftraggeber an den Kopf fassen! Aber das soll jeder so machen, wie er's für angemessen hält.




d79
Beiträge: 26

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von d79 » Di 19 Sep, 2017 11:35

spielt doch keine rolle ob man nun in buxtehude dreht oder in nepal,
nach deiner festgelegten arbeitszeit gibts überstunden,
zusätzlich die spesenabrechnung,
die hotelkosten werden vom ag übernommen sowie alles andere auch , was nicht mit deiner eigentlichen aufgabe zu tun hat,
wenn sie dich jetzt nach myanmar oder andere krisengebiete wie syrien, irak, vorpommern... schicken kannst du schon auf einen höheren stundensatz hinweisen,
nimmste halt 200 prozent aufschlag , ob man da bock zu hat steht auf nen anderen blatt..

aber nur mehr verlangen weil man nich bei muddi schläft...
viel erfolg




Rick SSon
Beiträge: 604

Re: Mehrtägiger Auslandseinsatz - Honoraraufschlag?

Beitrag von Rick SSon » Di 19 Sep, 2017 14:17

didah hat geschrieben:
Fr 30 Jun, 2017 09:01
tehaix hat geschrieben:
Do 29 Jun, 2017 18:44
Liebe Community,

ich habe eine Anfrage für einen mehrtägigen Auslandseinsatz (naja: Dänemark) als Kameramann bekommen. Da ist man am Abend logischerweise nicht im heimatlichen Bett, sondern eben vor Ort im Hotel. Ich würde nun gerne die Kosten bzw. mein Tageshonorar vorkalkulieren. Allerdings habe ich bisher meist entweder nur Jobs in meiner Heimatregion ausgeübt, oder - bspw. für mehrtägige Jobs in einer anderen Stadt in Deutschland - Pauschalpreise für fünf Tage am Stück ausgehandelt. Die Frage, wie viel ich konkret am Tag mehr verlangen kann, kam daher bislang nicht auf.

Was schlagt ihr denn für einen Auslandseinsatz in etwa drauf? Mein Gefühl sagt so 20-25 Prozent, aber bevor ich mich unter (oder über) Wert verkaufe, dachte ich mir ich frage mal das Schwarmwissen um Rat. An- und Abreise sowie Unterbringung samt Frühstück werden vom Auftraggeber übernommen, den Rest muss ich als Spesen also einkalkulieren.

Ich richte mich mit der Anfrage daher vor allem an Leute, die entweder selbst auch als Freiberufler bzw. selbstständig arbeiten, oder Freelancer für Jobs engagieren.

Würde mich über Hilfe freuen!

Beste Grüße
oh mann, extra, extra, extra.. das ist das, was ich in dem forum in gefühlt jedem zweiten hier post lese... seid ihr alle so pleite oder gierig? was ist dann bitte die extra leistung, die eine extra zahlung rechtfertigen würde? ich sags mal so.... wäre ich auftraggeber und du würdest mir mit "so am schas" daherkommen, dann hättest das joboffer die längste zeit gehabt. andere freun sich über nen tapetenwechsel... ich flieg nächste woche nach odessa, dann gehts weiter nach moskau - heimkommen werd ich anfang august. aber ändert sich mein tagessatz? natürlich nicht... runter vom hohen ross bitte!

edit: natürlich sind aber diäten fällig, bzw wie bei mir, dass ich einfach jede rechnung, egal ob hotel, bier, essen oder tschick, an meinen auftraggeber weitergeb.

LG
Interessante Einstellung. Ich kenne Leute die gehen vor 14 Uhr nicht mal ans Telefon und der Kunde wartet nach 2 vereinbarten Wochen noch 6 weitere auf sein Design :D ... Trotzdem ruft er immer wieder an. Man muss einfach gut genug sein.




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