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Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche



Kreativität, Drehbuch schreiben, Filmideen, Regie, und ähnliches
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Alf302
Beiträge: 195

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Alf302 » Di 03 Sep, 2019 08:29

Klar kann auch jemand der nicht studiert hat Filme machen und das ist auch Gut so,
denn dann sieht man zumindest ab und zu den Unterschied.
Und was heißt Filme machen,
da geht es doch um Geschichten erzählen über Regie bis zum Kabelleger.




Darth Schneider
Beiträge: 3359

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Darth Schneider » Di 03 Sep, 2019 08:36

Da hast du auch wieder recht.
Dann gibt’s noch solche die gleich das Buch schreiben, Regie führen und die Hauptrolle spielen....So wie Woody Allan.
Es ist sicher besser wenn man bei so viel Arbeit irgendwas studiert hat.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




pillepalle
Beiträge: 1014

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von pillepalle » Di 03 Sep, 2019 08:42

Hat Woody Allen Film- oder Regie studiert? ;) Ich meine er hatte erstmal als Komiker und Musiker gearbeitet bevor er zum Film kam...

VG




klusterdegenerierung
Beiträge: 13562

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 03 Sep, 2019 08:52

Alf302 hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 08:29
Klar kann auch jemand der nicht studiert hat Filme machen und das ist auch Gut so, denn dann sieht man zumindest ab und zu den Unterschied.
Und hast Du studiert, oder kannst Du auch nix?
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




Alf302
Beiträge: 195

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Alf302 » Di 03 Sep, 2019 08:54

Ich bin als Filmer mangels Können und Mitstreiter gescheitert ;-((




nic
Beiträge: 1912

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von nic » Di 03 Sep, 2019 10:11

Es geht doch gar nicht darum, ob jetzt ein Quereinsteiger, Filmhochschulabgänger oder ehemaliger Kunst- oder Philosophiestudent bessere Filme macht. Es geht darum, welchen Weg man Neueinsteigern empfiehlt... ich bin sehr froh, dass ich selbst neben einem Film- und Medienkunststudium auch Industrie- und Werbefilme gedreht habe und so nie das Gefühl hatte in einer Blase zu leben. Auf keine der Erfahrungen wollte ich verzichten - und ich merke, dass jetzt langsam beides zusammenfindet und sich neue Möglichkeiten ergeben.




Drushba
Beiträge: 1582

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Drushba » Di 03 Sep, 2019 11:42

pillepalle hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 08:24
Na eben relativ Praxisfern. Neue Entwicklungen und Techniken kommen nicht von den Hochschulen, sondern von Praktikern die neue Wege gehen und Dinge ausprobieren. Das sind Künstler, oder Freaks im positiven Sinne. Und selbst bei den von Akademikern so gerne belächelten rein kommerziellen und Handwerklich sauberen Arbeiten, bei denen es nicht um intellektuelle Klimmzüge geht, lernt man Dinge die an keiner Hochschule der Welt gelehrt werden. Hochschüler besitzen ein paar allgemeine Kenntnisse in X Y, oder Z und haben nur eine grobe Vorstellung davon, wie Dinge tatsächlich umgesetzt werden. Und schon gar nicht unter welchen Bedingungen. Oft kennen sie auch nicht die neuesten Produktionstechniken, weil das Hochschulsystem dazu viel zu träge ist. Um nur mal ein paar Dinge zu nennen.
Mich würde mal interessieren, worauf Du diese Aussagen baust. Wer zum Hochschulstudium zugelassen wird, hat in aller Regel schon eine ganze Menge "Praxislernphase" hinter sich, die auch abgeprüft wird. An meiner Hochschule wurden im Bereich Kamera sogar sechs Monate Kamerassistenz zur Zulassung verlangt und weitere Assistenzen sind Teil des Studiums. Im Studium wird das Wissen solide vertieft und praktisch geübt, Innovation findet ständig statt. Du musstest ja auch für die Diplomarbeit etwas Neues ausprobieren und hattest dafür das Erfahrungswissen der Profs, finanzielle Mittel und den Technikpark der Hochschule zur Verfügung. Umgekehrt wäre es mir eher ein Rätsel, wie an einem kommerziellen Set unter Zeitdruck und Mittelknappheit konsequent Innovation stattfinden sollte. Gerade dort wird doch meist nur solides Handwerk auf Zeit gedreht.
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274

Zuletzt geändert von Drushba am Di 03 Sep, 2019 11:59, insgesamt 1-mal geändert.




rainermann
Beiträge: 1407

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von rainermann » Di 03 Sep, 2019 11:59

Beim ZDF-Film "Eine unheilige Liebe" war ich einer der ganz wenigen Praktikanten von Dr.Michael Verhoeven. Die Warteliste bei seiner Sentana Film war ellenlang und ich musste fast 2 Jahre warten und immer wieder mal bei seiner Sekretärin vorbeischauen, wenn ich in München war, um dann endlich "auserwählt" zu werden.
Beim Dreh war ich ihm persönlich recht nahe, einmal meinte er vor der Crew in ganz engem Zimmer, "Rainer, komm nach vorne, damit was lernst!" Und trotzdem hatte er natürlich (!) besseres zu tun, als sich ausschließlich um meine Ausbildung zu kümmern! Ebenso der Kameramann Axel Roche und all die anderen. Alle waren extrem nett und offen bei Fragen, aber es war nunmal ein Dreh und keine Filmschule.
Kein Vergleich zum Studium an der Filmaka: tatsächlich war er wohl auch zu dieser Zeit herum da mal Dozent. Dort standen diese Leute mit ihrer enormen Erfahrung uns Studenten zu 100% zur Verfügung - und wir ihnen.
Sie lehrten uns, gaben Feedback und halfen uns weiter, wenn wir Fragen hatten. Keine Ahnung, wie man da überhaupt annehmen kann, das alles könne man sich sparen. Das ist doch für jeden Filminteressierten Luxus pur?! Soll jeder machen, wie er will. Und wenn das jemand mit alleine mit seiner Kamera kleine Filmchen drehen und dann bei youtube das Feedback von irgendwelchen Usern analysieren vergleichen möchte, soll er gerne damit glücklich werden.
PS Für die Aufnahmeprüfung war auch bei uns genügend Praxiserfahrung Grundvoraussetzung. Sonst wäre man gar nicht erst zur Prüfung zugelassen worden (die ca. 1 Woche dauerte, wie hier schon erläutert)




mash_gh4
Beiträge: 2942

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von mash_gh4 » Di 03 Sep, 2019 12:21

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mo 02 Sep, 2019 18:26
Es ist 2019 nicht 1980.
Alles was an einer Filmschule unterrichtet wird, kann ich auch im Internet finden (und mehr).
auch in den 80er und 9oer jahren konnte man vieles gedruckten büchern und einer damals noch viel lebendigeren landschaft von filmzeitschriften -- hier vor ort z.b. die legendäre zeitschrift "blimp"[!] -- entnehmen!

da hat sich m.e. gar nicht so viel getan, weil man auch in zeiten des internets noch immer auf relativ wenige wertvolle quellen angewiesen ist, die es tatsächlich wert sind, sie näher zu studieren... in künstlerisch-theoretischen fragen noch viel mehr als in trivialen technischen zusammenhängen auf bedienungsanleitungsniveau,

es ist aber vielmehr die begegnung und der dialog mit erfahreneren kollegen und künstlern, die in es solchen ausbildungszusammenhang tatsächlich zu suchen gilt. und in dieser hinsicht gibt's natürlich schon große unterschiede, wer den ton angibt und sich durchsetzt bzw. wer als potentieller nachahmer von den betreffenden strukturen und auslesekriterien tatsächlich profitiert.

ich würde auch die frage der realen verortung bzw. den zentralismus der filmausbildung nicht unterschätzen!

dieses bemühen um die aufwertung der regionale filmproduktion war nicht nur im erwähnten beispiel des CMCC eine augesprochen bedeutsamer punkt. bis heute bildet die daran geknüpften konsequenzen in der praxis ein riesiges problem.

die guten leute kommen in der regel einfach nicht mehr zurück, wenn sie einmal irgendwo in der ferne die luft in den höheren lagen geschnuppert haben -- und die anderen... schweigen wir lieber darüber...
Zuletzt geändert von mash_gh4 am Di 03 Sep, 2019 12:47, insgesamt 1-mal geändert.




cantsin
Beiträge: 6080

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von cantsin » Di 03 Sep, 2019 12:42

pillepalle hat geschrieben:
Mo 02 Sep, 2019 20:42

Neue Entwicklungen und Techniken kommen nicht von den Hochschulen, sondern von Praktikern die neue Wege gehen und Dinge ausprobieren. Das sind Künstler, oder Freaks im positiven Sinne.
Was ich eher sehe, ist, dass Künstler und Freaks, die nicht von klassischen Filmhochschulen kommen, sondern an Kunst- und Designhochschulen Grafik, Animation, audiovisuelle Gestaltung oder sogar freie Kunst studiert haben, erfolgreich als Filmemacher arbeiten. Bestes Beispiel ist Steve McQueen (nicht der Schauspieler, sondern der Regisseur von u.a. "Hunger", "Shame" und "12 Years a Slave"), der vor seiner Filmregie-Karriere ein bekannter Videokünstler war; aber auch Grafikdesignstudios wie Metahaven, die erfolgreich Musikvideos machen.

Ich sehe davon aber beinahe nichts als Wissensvermittlung und Filmhochschul-Alternative auf YouTube & Co. Die bekannten Videoblogger sind doch eher kleine Mittelständler, die als Eventfilmer mit geringem künstlerischem Anspruch arbeiten. Was man sich auf YouTube & Co. holen kann, ist das Know-how, das man sonst in einer klassischen (Handwerks-) Berufsausbildung als Foto- oder Videograph beigebracht bekommen würde.

Hab daher meine Zweifel, ob das geballte Wissen, das in einem Buch wie z.B. Daniel Arijon's "Grammar of the Film Language" steckt, auch in den sozialen Medien zu finden ist - zumindest nicht in dieser kompletten und konzentrierten Form. Und dann ist das Buch für ca. 20 Euro doch letztlich schneller und preiswerter als das äquivalente Wissen durch unendliches YouTube-Zappen aufzusammeln....




pillepalle
Beiträge: 1014

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von pillepalle » Di 03 Sep, 2019 12:48

@ rainermann

Deine Praktikantenerfahrungwar war doch recht positiv, auch wenn es so scheint als ob Dich alle wie ein Küken am Set behandelt haben und Du keine richtige Aufgabe hattest. Meinst Du nicht wenn Du längere Zeit mit denen, oder gar mehreren verschiedenen Filmemachern verbracht hättest, mindestens genau so viel hättest lernen können wie während des Studiums?

Mir geht es weder darum Hochschulen zu verteufeln, oder zu behaupten das die Leute dort nichts vernünftiges lernen würden. Mir geht es darum das in kreativen Berufen (und dazu gehört auch das Filmemachen) ein Studium nicht nötig ist und einen auch nicht irgendwie qualifizierter macht. Eben weil man die wirklich wichtigen Dinge selber mitbringen und sich erarbeiten muss. Egal ob als Quereinsteiger, wie die meisten großen Filmemacher, oder als Diplomierter.

Heutzutage suggeriert man den jungen Leuten das man ohne Studium nichts mehr werden kann. Bald hat selbst der Focuspuller, oder Kabelträger, noch einen eigenen Studiengang... um es mal etwas überspitzt zu formulieren :)

VG




klusterdegenerierung
Beiträge: 13562

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 03 Sep, 2019 12:49

rainermann hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 11:59
Beim ZDF-Film "Eine unheilige Liebe" war ich einer der ganz wenigen Praktikanten von Dr.Michael Verhoeven. Die Warteliste bei seiner Sentana Film war ellenlang und ich musste fast 2 Jahre warten und immer wieder mal bei seiner Sekretärin vorbeischauen, wenn ich in München war, um dann endlich "auserwählt" zu werden.
Beim Dreh war ich ihm persönlich recht nahe, einmal meinte er vor der Crew in ganz engem Zimmer, "Rainer, komm nach vorne, damit was lernst!" Und trotzdem hatte er natürlich (!) besseres zu tun, als sich ausschließlich um meine Ausbildung zu kümmern! Ebenso der Kameramann Axel Roche und all die anderen. Alle waren extrem nett und offen bei Fragen, aber es war nunmal ein Dreh und keine Filmschule.
Kein Vergleich zum Studium an der Filmaka: tatsächlich war er wohl auch zu dieser Zeit herum da mal Dozent. Dort standen diese Leute mit ihrer enormen Erfahrung uns Studenten zu 100% zur Verfügung - und wir ihnen.
Sie lehrten uns, gaben Feedback und halfen uns weiter, wenn wir Fragen hatten. Keine Ahnung, wie man da überhaupt annehmen kann, das alles könne man sich sparen. Das ist doch für jeden Filminteressierten Luxus pur?! Soll jeder machen, wie er will. Und wenn das jemand mit alleine mit seiner Kamera kleine Filmchen drehen und dann bei youtube das Feedback von irgendwelchen Usern analysieren vergleichen möchte, soll er gerne damit glücklich werden.
PS Für die Aufnahmeprüfung war auch bei uns genügend Praxiserfahrung Grundvoraussetzung. Sonst wäre man gar nicht erst zur Prüfung zugelassen worden (die ca. 1 Woche dauerte, wie hier schon erläutert)
Mein ehemaliger Assi hat es auch durch, war lange Zeit beim WDR in Münster und hat viel privat gelernt und getan.
Die Bewerbungszeit war nicht ohne und wir haben ständig zusammen an seinen Arbeiten getüfftelt und eingereicht und immer kam eine Schüppe mehr drauf.

Die Bedingungen waren schon nicht von Pappe und so mancher ist durch geressalt. Er ist zwar nicht dort hingekommen wo er hin wollte, aber Stuttgart soll ja auch ganz schön sein wie er sagt. Mir hat die Zeit der Aufnahmeprüfungen viel Spaß gemacht und als Quereinsteiger einen guten Einblick gegeb was ich hätte alles können und wissen müßen.

Ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut davor, denn das ist schon ne Ecke mehr als nur ein bisschen filmen so wie ich, er hat nun das ganze Fachwissen und ihm stehen viele Möglichkeiten offen. Dennoch möchte ich erwähnen, das Wissen nicht vor Kreativität schützt, denn auch ein großer Fachmann muß nicht zwangsläufig "den Blick" haben oder im Zweifel verlernt man ihn sogar.

Ich kann zum Beispiel nicht nach Noten Klavier spielen, spiele aber gerne und viel und ein Profi meinte beim Zuhören mal, das ich mir das Noten lernen ersparen solle, denn das könne dazu führen das ich nie wieder so aus dem Gefühl spielen kann, weil man immer Noten und "Richtigkeit" im Kopf hat.

Ich denke das ist vielleicht der Kern der Diskussion und so denke ich wird es immer beides geben, einer braucht die Ausbildung um gut zu werden, für den anderen ist es der Tot der eigene künsterlischen Freiheit & Kreativität.
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




klusterdegenerierung
Beiträge: 13562

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 03 Sep, 2019 13:02

pillepalle hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 12:48
@ rainermann

Deine Praktikantenerfahrungwar war doch recht positiv, auch wenn es so scheint als ob Dich alle wie ein Küken am Set behandelt haben und Du keine richtige Aufgabe hattest. Meinst Du nicht wenn Du längere Zeit mit denen, oder gar mehreren verschiedenen Filmemachern verbracht hättest, mindestens genau so viel hättest lernen können wie während des Studiums?

Mir geht es weder darum Hochschulen zu verteufeln, oder zu behaupten das die Leute dort nichts vernünftiges lernen würden. Mir geht es darum das in kreativen Berufen (und dazu gehört auch das Filmemachen) ein Studium nicht nötig ist und einen auch nicht irgendwie qualifizierter macht. Eben weil man die wirklich wichtigen Dinge selber mitbringen und sich erarbeiten muss. Egal ob als Quereinsteiger, wie die meisten großen Filmemacher, oder als Diplomierter.

Heutzutage suggeriert man den jungen Leuten das man ohne Studium nichts mehr werden kann. Bald hat selbst der Focuspuller, oder Kabelträger, noch einen eigenen Studiengang... um es mal etwas überspitzt zu formulieren :)

VG
Das kann ich auch bestätigen und denke das kann auch so und so kommen. Eine Kollegin von mir mit der ich in einem Fotostudio arbeitete war dort Lehrling und stand kurz vor der Prüfung. Sie hat mir nur schlechtes über die Lehrer erzählt und immer wenn sie kreativ arbeitete überforderte dies jene und sie bekam schlechtere Noten.

Ich ging dann mit ihr zur Abschlußprüfung und alle Arbeiten wurden ausgestellt und was soll ich sagen, es war ein Kabinet an Grausamkeiten, das hatte mit professioneller Fotografie oder gar Kunst überhaupt nix zu tun und das schöne, die die am besten abgeschnitten hatten, hatten in unseren Augen die schlimmsten Werke abgeliefert, alles nach Schema F.
So kann es natürlich auch laufen.
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




Drushba
Beiträge: 1582

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Drushba » Di 03 Sep, 2019 13:22

pillepalle hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 12:48

Heutzutage suggeriert man den jungen Leuten das man ohne Studium nichts mehr werden kann. Bald hat selbst der Focuspuller, oder Kabelträger, noch einen eigenen Studiengang... um es mal etwas überspitzt zu formulieren :)

VG
Nö. Im Studium werden Offiziere ausgebildet, nicht die Mannschaften - um es mal etwas überspitzt zu formulieren :) Allerdings muss jeder zukünftige Offizier zuvor auch die Mannschaftsgrade durchlaufen haben.)


Aber es wurde oben von Cantsin und pillepalle etwas Entscheidendes gesagt, was ich auch teile. Abgänger von Kunststudiengängen wie Malerei bringen oft wirklich neue Impulse. Im Kunstakademiestudium wird Sehen und Assoziation geübt, querdenkerische Vorstellungskraft, der Raum erforscht. Dieser Blick von Seiten der Malerei oder Plastik kann sehr befruchtend sein und fehlt oft auf Filmhochschulen. Ich kenne zwei Maler aus dem Umfeld der neuen Leipziger Schule und bin von deren Videoarbeiten regelmässig sehr inspiriert. Es ist ein völlig neuer Zugang, auch im Entstehen, bei dem ich einmal helfen durfte. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das "Sehen lernen" auf der Kunstakademie besser funktioniert...
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274




domain
Beiträge: 10917

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von domain » Di 03 Sep, 2019 14:56

80% Transpiration, 20% Inspiration ist so das landläufige Erfolgsgeheimnis, wobei die Inspiration auch zumindest aus 80% Nachahmung und deren Weiterentwicklung besteht, denn was kompett Neues zu erfinden ist schwierig.
Neben handwerklichen Fähigkeiten dürfte aber das Entwickeln von nützlichen Netzwerken das Entscheidende sein und das besonders in zunächst geschützten Räumen, wie bei einem Studium.
Alerdings habe ich selbst den autodidaktischen Werdegang eines befreundeten Fotografen mitverfolgen können, der eindeutig engagierter, fleißiger und kreativer als ich selbst war und auch an Arnold Schwarzenegger ein Bild aus einer Serie verkaufen konnte, allerdings nicht dieses.
Manchmal kommt mir vor, dass ein einziges Bild mehr aussagen kann als ein ganzes Video.

Bild




mash_gh4
Beiträge: 2942

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von mash_gh4 » Di 03 Sep, 2019 15:16

domain hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 14:56
80% Transpiration, 20% Inspiration ist so das landläufige Erfolgsgeheimnis, wobei die Inspiration auch zumindest aus 80% Nachahmung und deren Weiterentwicklung besteht, denn was kompett Neues zu erfinden ist schwierig.
ich glaub das wirklich spannende besteht oft auch darin, wie diese individuellen beiträge mit größeren gegenwärtigen diskursen korrespondieren bzw. wie sie dieses umgebende soziale geschehen deuten und sich darin positionieren.

ich fürchte, dass sehr viel weniger als die angesprochnen 20% tatsächlich dem einzelnen und der damit verbundenen größendiffernz auf den schulter der riesen zugerechnet werden können!

trotzdem muss natürlich jeder von uns dieses fundament darunter und den anschluss an die umgebenden auseinandersetzungen zw. gleichgesinnten auch erst finden.

genau dort sehr ich auch die wirklich bedeutsame rolle von lehrern und vorbildern. und dabei spielt so vieles eine rolle, das man nie in büchern od. den fertigen werken explizit ausgesprochen vorfinden wird, sondern einfach nur miterleben kann, wenn man ein stück weit ganz praktisch den gemeinsamen weg mit anderen menschen teilt...
Zuletzt geändert von mash_gh4 am Di 03 Sep, 2019 16:34, insgesamt 1-mal geändert.




dosaris
Beiträge: 845

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von dosaris » Di 03 Sep, 2019 15:50

rainermann hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 11:59
... Keine Ahnung, wie man da überhaupt annehmen kann, das alles könne man sich sparen. Das ist doch für jeden Filminteressierten Luxus pur?!
die Antwort liegt wahrscheinlich in der Erkenntnis-Theorie:

solange ich nicht weiß, was ich nicht weiß, glaube ich hinreichend wissend zu sein.

Man benötigt zunächst einen soliden Fundus von Ausbildung/Qualifikation, um - darauf basieren -
den Rest der Welt überhaupt erst mal erkennen zu können.
Das ist wie bei Blinden, die über Farbgebung diskutieren wollen.

Gilt für nahezu jeden Bereich, ist nicht Film-spezifisch.




pillepalle
Beiträge: 1014

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von pillepalle » Di 03 Sep, 2019 17:00

Drushba hat geschrieben:
Di 03 Sep, 2019 13:22
Nö. Im Studium werden Offiziere ausgebildet, nicht die Mannschaften - um es mal etwas überspitzt zu formulieren :) Allerdings muss jeder zukünftige Offizier zuvor auch die Mannschaftsgrade durchlaufen haben.)
Oder - es werden Offiziere ausgebildet die aber nie als Offiziere arbeiten, weil sie sich auf dem Schlachtfeld als Nieten erweisen... auch etwas überspitzt ;)

Ich denke mal es ist eigentlich alles gesagt worden und das es ein gewisses Grundwissen braucht, darüber sind sich ja auch alle einig. Ob nun berufliche Erfahrung oder theoretisches Hintergrundwissen eine größere Bedeutung hat, sei mal dahin gestellt. Beides ist sicher nützlich, aber kann man sich auch auf ganz unterschiedliche Arten aneignen. So oder so ist es aber nicht mehr als ein Mittel zum Zweck um die eigenen Ideen, oder die Anderer, dann auch zu verwirklichen.

VG




Jalue
Beiträge: 854

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Jalue » Mi 11 Sep, 2019 12:15

Als Nachtrag zum Thema, hier ein aktueller Fund. Eine gediegene Agentur sucht -zum wiederholten Mal- einen Videoproducer, Zitat: „Es handelt sich hierbei um eine Vollzeitstelle für einen erfahrenen, talentierten Produzenten/Regisseur“

https://dasauge.de/jobs/stellenangebote/fest/e578008

Die Anforderungen (auszugsweise):
Erfahrung im Shooting dokumentarischer Inhalte
Erfahrung als Kameramann/frau und im Editieren
Gesamtmanagement von Projekten, von Pre- bis Post-Production;
solide Researchfähigkeiten
Deutsch auf muttersprachler Niveau und verhandlungsfähiges Englisch ist Voraussetzung
Vollzeitgehalt: EUR 30.000,00/Jahr

Entspricht dem Durchschnittsgehalt eines Monteurs oder Maurers. So geht Fachkräftemangel ;-)




Alf302
Beiträge: 195

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Alf302 » Mi 11 Sep, 2019 12:20

Drum heißt es auch Hungerkünstler

Ein Monteur oder Maurer pfeift dir für 30ts was




Jan
Beiträge: 9418

Re: Fachkräftemangel in der Filmproduktionsbranche

Beitrag von Jan » Mi 11 Sep, 2019 19:35

Da bekomme ich ja mehr im Verkauf und der ist schon unterbezahlt. Dann noch verhandlungssicheres Englisch, ich lache mit tot, was die Firmen für Wünsche haben und wie wenig sie zahlen wollen. Gesucht wird ein richtiger erfahrener Profi und bezahlt soll der werden wie ein einfacher Angestellter, der irgendwo anfängt ohne oder mit kleinen Vorkenntnissen.
Der Westen gewann die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen, Werte oder Religion, sondern eher durch die Anwendung organisierter Gewalt. Westliche Menschen vergessen das oft - die Anderen nicht.

Oliver Stone - Regisseur, Produzent und Autor




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