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So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren



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Frank Glencairn
Beiträge: 8973

So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Frank Glencairn » Di 26 Feb, 2019 17:39

So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren
Angemessene und faire Honorare für freie Fernsehkameraleute sind ein aktuelles Thema, besonders seit es eine bundesweite Initiative freier EB-Kameraleute gibt. Der BVFK hat Musterberechnungen zu den Tageshonoraren für Fernsehkameraleute herausgebracht. Julian Reischl fasst die Überlegungen des Verbands zu den Honoraren der selbstständigen Kameraleute – der Rechnungsteller – zusammen.
https://www.kameramann.de/branche/so-mu ... dium=email




PowerMac
Beiträge: 7463

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von PowerMac » Di 26 Feb, 2019 20:29

Danke.




freezer
Beiträge: 1545

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von freezer » Di 26 Feb, 2019 20:50

Und der letzte Kommentar ganz unten nach dem Artikel ist wieder von einem Merkbefreiten abgegeben worden...
LAUFBILDkommission
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ruessel
Beiträge: 5589

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von ruessel » Mi 27 Feb, 2019 09:19

Ganz ehrlich?
Mein Tagessatz war ab 2002 genau 600,- netto (10 Stunden). Meist 2 Kameras = 1200,- am Tag, im Industriebereich war das damals gar keine Diskussion wert. Ab ca. 2010 wurde die Situation langsam unangenehm, fing mit hohen Rabatten bei längeren Drehs an und hörte mit Fragen auf: Warum so teuer, hier bietet ein selbstbewußter junger Mann den Tag für 200,- an. Die einzigen die noch kräftig gut verdienten (+ jedes Jahr teurer) war der Messebauer und die Werbeagentur an der Alster....... ich bewundere jeden, der im Jahr 2019 von Filmaufträgen noch weit über Hartz 4 liegt und seine spätere Rente davon bestreiten kann.
Gruss vom Ruessel

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Cinealta 81
Beiträge: 101

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Cinealta 81 » Mi 27 Feb, 2019 09:56

freezer hat geschrieben:
Di 26 Feb, 2019 20:50
... ich bewundere jeden, der im Jahr 2019 von Filmaufträgen noch weit über Hartz 4 liegt und seine spätere Rente davon bestreiten kann.
Wir sind hier eine kleine Agentur mit acht Festangestellten. Betrieben wird der Laden seit fünf Jahren: Text + Bild + Bewegtbild. Angefangen haben wir mit ca. 200.000 Eigenkapital (keine Schulden!) und ziemlich Null Verbindungen in der Branche - aber einen starken und weltoffenen Mann an der Spitze.
Mittlerweile: ca. 1 Mio. Umsatz, schnelle Umsetzung, geringe Kosten. Ganz wenig Stress...

Das Problem: Positioniert man sich als Kameramann / Fotograf allein, ist man in den Augen vieler potentieller Kunden - ökonomisch betrachtet - Abschaum. Das Geschäft machen die AGENTUREN, oder die, die sich als solches positionieren. Bullshit-Bingo (Analyse, Konzeptionierung, Performance Measuring,, BlaBlaBla, etc.) bringt das Geld. Für die richtige Arbeit möchten viele Kunden nichts bezahlen. Sie bezahlen für den Zauber.

Tut Euch zusammen und verkauft denen den gewünschten Zauber - werthaltige Arbeit ist vielerorts nichts mehr wert. Ihr müsst Eure Dienstleistung anders verpacken und verkaufen - und vor allem aufhören, in diesem Zusammenhang von Kunst zu sprechen. Es ist ein Geschäft, wobei das Geldverdienen und nicht die eigentliche Arbeit eine Kunst ist... ;-)




ruessel
Beiträge: 5589

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von ruessel » Mi 27 Feb, 2019 10:19

Positioniert man sich als Kameramann / Fotograf allein, ist man in den Augen vieler potentieller Kunden - ökonomisch betrachtet - Abschaum.
War nicht immer so, aber ja, in den letzten 10 Jahren auch verstärkt mein Eindruck!

Aber Schwamm drüber, ich möchte die Zeit mit Hochs und Tiefs nicht missen.....viele interessante Menschen kennengelernt....und ein paar wenige Arschlöcher (wie in jeden Job).
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Pianist
Beiträge: 5838

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Pianist » Mi 27 Feb, 2019 10:20

Cinealta 81 hat geschrieben:
Mi 27 Feb, 2019 09:56
Das Problem: Positioniert man sich als Kameramann / Fotograf allein, ist man in den Augen vieler potentieller Kunden - ökonomisch betrachtet - Abschaum.
Deshalb sollte man sich als Filmemacher positionieren. Meine Kunden bezahlen mich nicht dafür, dass ich eine Kamera bedienen kann. Sondern die wissen, dass ich ihre Themen durchblicke und aufbereiten kann. Das ist das Entscheidende.

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.




Jott
Beiträge: 15761

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Jott » Mi 27 Feb, 2019 13:41

Korrekt.

Die Qualifikation "Kamera und Premiere bedienen können" hat allein so gut wie keinen Wert. Zusätzliche Qualifikationen und besondere Kompetenzen wie die Fähigkeit des überzeugenden Storytellings dagegen durchaus. Angefangen von der Themenkompetenz über souveräne Mehrsprachigkeit bis hin zu Umgangsformen und absolute Zuverlässigkeit. Passt das alles, zuckt zum Beispiel in der Industrie niemand bei vierstelligen Tagessätzen - ganz einfach, weil man für voll genommen wird.

Völlig irrelevant für beruflichen Erfolg sind die Themen, mit denen die Leute sich hier die Köpfe heiß reden: Kameraspecs, Rigs, externe Recorder bla bla - Thema komplett verfehlt, wenn's um Geld verdienen geht.

EB-Kameramann - was oben angerissen wurde - ist leider ein völlig austauschbarer Job. Weil es nicht um Inhalte geht, sondern "nur" um die Fähigkeit, unter Zeitdruck irgend etwas Sendefähiges abzuliefern, bei ständig sinkenden Ansprüchen. Das können viel zu viele, daher die niedrigen Honorare, das ist nichts für eine funktionierende Selbständigkeit.




Cinealta 81
Beiträge: 101

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Cinealta 81 » Mi 27 Feb, 2019 14:31

Jott hat geschrieben:
Mi 27 Feb, 2019 13:41
Angefangen von der Themenkompetenz über souveräne Mehrsprachigkeit bis hin zu Umgangsformen und absolute Zuverlässigkeit. Passt das alles, zuckt zum Beispiel in der Industrie niemand bei vierstelligen Tagessätzen - ganz einfach, weil man für voll genommen wird.
Besser kann man es nicht ausdrücken.

Ich habe mal nachgesehen: Von einigen Clips mit über einer Mio. Views im deutschsprachigen Raum, die wir konzipiert, gedreht und im Kundenauftrag veröffentlicht haben, sind über 90% mit Nasenrumpf-8bit gedreht. Es hat KEINEN interessiert - allerdings waren diese erfolgreichen Clips maßgeschneidert auf Kundenbedürfnisse UND Zielgruppe...Und die Locations waren Klasse...Schauspieler auch...Und die damit einhergehende "Story" hat sich erheblich vom Mainstream abgehoben - ohne gewisse Grenzen zu überschreiten.




DV_Chris
Beiträge: 3091

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von DV_Chris » Mi 27 Feb, 2019 18:10

freezer hat geschrieben:
Di 26 Feb, 2019 20:50
Und der letzte Kommentar ganz unten nach dem Artikel ist wieder von einem Merkbefreiten abgegeben worden...
Welchen meinst Du?




freezer
Beiträge: 1545

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von freezer » Do 28 Feb, 2019 11:51

DV_Chris hat geschrieben:
Mi 27 Feb, 2019 18:10
freezer hat geschrieben:
Di 26 Feb, 2019 20:50
Und der letzte Kommentar ganz unten nach dem Artikel ist wieder von einem Merkbefreiten abgegeben worden...
Welchen meinst Du?
Den hier:
Ich Selbst 3. September 2018, 23:09
Lustig. Die Berechnungsgrundlagen beziehen sich auf 11 Tage Arbeit pro Monat. Den Rest der freien Zeit im Monat muss über die Gage pro Tag reinfinaziert werden. Weil?
Ein Kameramann durchschnittlich keine 21 Tage im Monat arbeiten kann? Weil? Das bei freien eben so ist? Oder weil der Freie das so will? Also muss der Auftraggeber die freien Zeiten des Kameramannes mitfinanzieren oder wie?
1.500 Euro für eine Wohnung plus 300 Euro Nebenkosten – das muss man mögen. Sehr großzügig in der Berechnung.
Irgendwie verstehe ich die Filmschaffenden dahingehend nicht. Man argumentiert damit, nicht ausreichend Aufträge zu haben und sich deshalb die auftragsfreien Zeiten dadurch zu finanzieren, das auftragsstarke Zeiten entsprechend honoriert werden.
Was geht den Auftraggeber an, was der Auftragnehmer in seiner übrigen Zeit tut und selbige wie auch immer finanziert? Seht zu, dass ihr immer Aufträge habt. Punkt.
Und lasst euch SV-Pflichtig anstellen. Dann habt ihr einen Anspruch auf ALG, schafft was für Eure Rente und seid krankenversichert. Ja, für den Moment kommt weniger am Ende des Monats raus, aber die Vorteile liegen dennoch auf der Hand.

Hier liegt in meinen Augen das größte Problem: Alle wollen immer möglichst viel und NETTO auf dem Konto und finden die Zahl geil, sehen aber nicht, was davon – rechnet man es genau – unterm Strich wirklich übrig bleibt.
LAUFBILDkommission
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Drushba
Beiträge: 1497

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Drushba » Fr 01 Mär, 2019 21:27

Honorare aus der Welt des Glamours:

Fotografieren / Video
Unternehmerakademie Franken - Nürnberg
Freie Mitarbeit

Du hast Erfahrung im Bereich Fotografie / Videoaufnahmen und bist in der Lage, dein Ergebnis entsprechend zu bearbeiten? Dann freuen wir uns über deine Unterstützung!

Am 22.2.2019 führen wir in Nürnberg eine Veranstaltung unter dem Namen "Tag der Führung 2019" durch. Dein Job ist es, die Veranstaltung zu dokumentieren.

Beginn deines Einsatzes ist um 9 Uhr, Ende ca. 16 Uhr.

Bitte unterbreite uns eine kleine Kalkulation über deinen Zeitaufwand in inklusive Nachbearbeitung.

Die Übertragung der Bild- und Tonrechte ist bitte im Preis inbegriffen.

Wir freuen uns über deine Antwort!

Art der Stelle: Freie Mitarbeit

Gehalt: €15,00 /Stunde

Berufserfahrung:

Fotografie: 1 Jahr (Bevorzugt)


https://de.indeed.com/Video-Jobs?vjk=e5c8ccdc741337a9
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274




Jott
Beiträge: 15761

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Jott » Fr 01 Mär, 2019 22:04

Für 12 die Stunde würden sie auch einen finden, der die Kamera richtig rum halten und auf Record drücken kann (und sich ungefragt duzen lässt). Wie oben schon gesagt, das ist heutzutage eine wertlose Fähigkeit, die Zeiten ändern sich nun mal.




nic
Beiträge: 1824

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von nic » Fr 01 Mär, 2019 23:18

Man bekommt das wofür man zahlt. Und es wird durchaus auch gut bezahlt für eine Person, die einfach nur zuverlässig gute (oder besser adäquate) Bilder macht. Ab einem gewissen Qualitätsanspruch der Produktion ist das unerlässlich.
Nicolas C. Geissler
Instagram ll neuzeit.tv ll nicolas-geissler.de




Darth Schneider
Beiträge: 3168

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Darth Schneider » Sa 02 Mär, 2019 06:28

Ich würde mich so schlecht fühlen wenn ich jemandem so ein mieses Job Angebot anbieten würde, das ich es einfach nicht könnte.
Einem Kameramann und Fotografen in die Augen schauen und sagen : Ich bezahle dir 15€ die Stunde.
Ich fnde für ein Hifsarbeiter ohne Ausbildung ist 15 € schon zu wenig.
Was sind das nur für Menschen ?
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




Jott
Beiträge: 15761

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Jott » Sa 02 Mär, 2019 06:36

Wenigstens noch einen Tick bessere Menschen als diejenigen, die leider, leider gar kein Budget haben, aber trotzdem gaaaanz tolle Arbeit erwarten. Für die Rolle und so. Ist auch gern genommen! :-)

Verrückt auch, was Fotografen mit sich machen lassen: 20 Euro für ein Zeitungsfoto mit Rechten, inclusiv teurer Ausrüstung und Anfahrt bis 80km. Dagegen sind die 15 Euro pro Stunde geradezu fürstlich!

https://www.flurfunk-dresden.de/2014/02 ... liebhaber/

Schon schwer zu fassen. Der wahllos gegoogelte Artikel ist von 2014, vielleicht sind‘s heute nur noch 10 Euro ...




Alf_300
Beiträge: 8011

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Alf_300 » Sa 02 Mär, 2019 07:46

Es steht sber auch da ...

Fast 50 Prozent der sächsischen Freiberufler schätzen die berufliche Situation mit gut (42,8 %) bzw. sehr gut ein, nur 22,45 Prozent finden sie miserabel." Das ist eines der Ergebnisse einer Befragung unter freien Journalisten, die der DJV-Sachsen jetzt in seinem Blog veröffentlicht hat.

Also wirds inzwischen so sein, Wer seine Bilder in der Tagerspresse sehen will muß zahlen.




ruessel
Beiträge: 5589

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von ruessel » Sa 02 Mär, 2019 09:58

Was bekommen wohl die Fotografen die immer Stoff für die schönen GEO Kalender schießen?

Bild
Gruss vom Ruessel

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handiro
Beiträge: 3086

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von handiro » Sa 02 Mär, 2019 12:07

Nicht unter 400.- pro Tag +Spesen ( war jedenfalls bei mir vor 6 Jahren so) und für ne Titelseite gabs extra)
Good-Cheap-Fast....Pick Any 2




Steelfox
Beiträge: 307

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Steelfox » Sa 02 Mär, 2019 17:03

Alf_300 hat geschrieben:
Sa 02 Mär, 2019 07:46
Also wirds inzwischen so sein, Wer seine Bilder in der Tagerspresse sehen will muß zahlen.
Ich sollte das tatsächlich mal.
Allerdings hier bezogen auf ein kurzen Videobeitrag den ich mal spontan über eine kleine regionale Festlichkeit drehen wollte. Hab diesbezüglich spontan bei unsererm Regional/Dorfsender angefragt, weil das, was die senden, qualitativ unterste Schublade ist, also inhaltlich. Natürlich hätte ich den sendefertigen Beitrag zuschicken können. Sie müssten mir dafür aber eine Rechnung stellen.
Begründung:
Erhöhter Aufwand für das "Unterbringen" in der jeweils eine Woche lang laufenden Programmschleife.
Habs dann natürlich gelassen.

Den Einen oder Anderen freien, hier in der Region tätigen, Fotografen treff ich öfter bei diversen Veranstaltungen. Die Jungs sehen arg gestresst aus. Da ich dann jedesmal auch mit ner Videokamera Vorort bin um Beiträge zumachen, wurde ich schon oft doof angesehen. Man kennt und ignoriert sich. Blöd nur, das Einige es echt drauf haben, sich direkt vor meine Linse zu stellen des besseren/exklusiveren Bildes wegen. Vor allem wenns am Ort eng zugeht.
Bei manchen Beiträgen (nicht allen) die ich dann in der Regionalpresse lese, muss ich aber auch sagen, dass selbst 20€ für das Bild schon zuviel waren (z.B. schiefer Horizont uä.)




martin2
Beiträge: 571

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von martin2 » So 03 Mär, 2019 15:39

Was für die armen Rundfunkanstalten gilt, setzt sich auf dem Privatmarkt, bzw. Vereinskladderadatsch fort: Vor einigen Tagen traf ich mich mit einem Ehepaar, das im Tierschutz unterwegs ist und die jetzt ihr 30-jähriges Bestehen feiern und von mir auf Video verewigt haben wollen.
Mache schon lange keine Angebote mehr im privaten/halbprivaten Bereich (reine Zeitverschwendung!), sondern ich frage, was sie investieren können/wollen. Die Beiden legten mir ein Vierfarbdruck Prospekt zur Veranstaltung mit den einzelnen Programmpunkten vor, wo auch ein Magier auftreten soll. Gleichzeitig offenbarten sie mir ihre Preisvorstellung: maximal 250 Euro (für einen Tag Dreh und einen Tag Fertigstellung). Ich sagte ihnen, dass ich davon ausgehe, dass ihr bestellter Magier wahrscheinlich doppelt so viel bekäme (500 Euro + extra Fahrtkosten natürlich) und er sich nach 20 Minuten Abrakadabra wieder zum Sektschlürfen und Häppchenessen unter das Publikum gesellte. Sie stimmten mir - sichtlich geplättet von meiner Einschätzung - zu. Soviel zum Thema : Wertschätzung 2019. Ich habe ihnen jetzt ein Angebot für ca. 900 Euro gemacht. Meine Einschätzung: Sie werden es nicht machen lassen, zumindest nicht von mir .... auch in Ordnung!

Martin

PS: Ich verlange für jedes Beratungsgespräch mittlerweile 50 Euro (Quittung), die ich anrechne, wenn es zum Auftrag kommt. Daran kann man gut erkennen, wie ernst es den Auftraggebern ist.




Steelfox
Beiträge: 307

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von Steelfox » So 03 Mär, 2019 16:42

In einem Tierschutzforum würde man sich wahrscheinlich fragen, was daran 900€ kostet, ein paar bewegte Bilder zusammenzuschieben :-D
Ist halt so, wenn die eine Abteilung keine Ahnung von der Arbeit einer anderen hat. Manche Kunden sind halt echte "unwissende" und naiv diesbezüglich. Manche lassen sich dann auch erleuchten, was da so an Arbeit drin steckt. Andere Kunden sind durchaus bewusst frech in ihren Preisvorstellungen. Aber man hat ja immer die Wahl Aufträge auch abzulehnen.
Die Beratungspauschale ist eine gute Idee... ;-) Muss ich auch mal probieren.

Bezogen auf den "flurfunk-Artikel" muss man sich nur mal die Antworten der Chefredakteure auf die im Artikel gestellten Fragen durchlesen.




domain
Beiträge: 10878

Re: So müsste ich eigentlich mein Honorar kalkulieren

Beitrag von domain » So 03 Mär, 2019 19:51

Auf Achse hatte ja auf der SuperKarpata schon vor Jahren bemerkt, dass man nicht alles selber filmen muss
https://www.superkarpata.com/de/bewerb/film-und-foto-0

"Nehmt Filmkameras und Fotoapparat mit, filmt, fotografiert und schickt uns nach der Trophy das Material. Nach der Trophy gibt es einen Upload-Link auf einen sehr schnellen Server, wo Ihr all Euer Material bequem uploaden könnt."

Damit rückt das Filmen über spezielle Kameraleute immer mehr in den Hintergrund, man wird mehr der Organisator von Material, das dann noch ausgewählt und geschnitten werden muss.
Vielleicht kann er uns ja etwas über seine Erfahrungen mit dieser Methode berichten, besonders auch, weil ja immer mehr mit dem Handy von Privaten mitgefilmt wird.
Zeitaufwand für den Organisator bis zur Finalisierung würde mich mal interessieren.




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