klusterdegenerierung
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Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von klusterdegenerierung » Mo 27 Mär, 2017 10:26

Mal Blöde Frage aber hat ein CDNG Raw automatisch immer ein SubSampling von 4:4:4, oder gibt es dies auch in 4:2:2?




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 00:59

DNG ist ja kein Format sondern ein Container.
Darin liegen meistens dann TIFF-EP Files, die wiederum mit so gut wie allen Formaten gefüllt werden können, die JPEG so hergibt.
Kommt also ganz darauf an, was Deine Kamera als "RAW" da so herzaubert und anschließend in DNG verpackt.
Du kannst in DNG aber auch das OrigonalRAW Deiner Kamera transportören und zusätzlich ein Proxy einpacken. Das war immer unsere bevorzugte Vorgehensweise. Nur wird die Filegrösse dann entsprechend größer, hat aber den Vorteil, dass Adobe da keine transformationsschätzungen (aus einem nicht bekannten RAW) vornehmen muss, wenn sie die JPEGs erzeugen.
Gute Grüße, Wolfgang

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klusterdegenerierung
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 28 Mär, 2017 01:23

Moinsen, ich frage nur deswegen, weil Atomos sie mit 12Bit 4:4:4 angibt, das hatte ich so nicht auf dem Schirm.




Frank Glencairn
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von Frank Glencairn » Di 28 Mär, 2017 10:38

Raw ist immer schwarz weiß - die Farbe (und damit eventuelles Subsampling) kommt erst in im Rechner dazu
Zuletzt geändert von Frank Glencairn am Di 28 Mär, 2017 12:57, insgesamt 2-mal geändert.




mash_gh4
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Di 28 Mär, 2017 12:46

WoWu hat geschrieben:DNG ist ja kein Format sondern ein Container.
Darin liegen meistens dann TIFF-EP Files, die wiederum mit so gut wie allen Formaten gefüllt werden können, die JPEG so hergibt.
nein -- es muss nicht unbindigt JPEG verwendet werden, wenn die daten unkomprimiert vorliegen.

das man DNG gerne mit JPEG in verbindung bringt, hat damit zu tun, dass eine ganz spezielle form von mathematisch verlustfreien JPEG92-strukturen mit bis zu 16bit farbtiefe, die man sonst in freier wildbahn kaum antrifft, normalerweise innerhalb von DNGs genutzt wird, um komprimierte DNGs zu erzeugen.

aber wie gesagt, es gibt auch ein paar andere möglichkeiten, die DNG erlaubt.

siehe: http://wwwimages.adobe.com/content/dam/ ... .4.0.0.pdf




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 13:54

Genaues Lesen ist hilfreich.
Die Rede war von "meistens TIFF" und TIFF ist nun mal auf JPEG festgelegt, ebenso wie auf die 12 Bit (siehe Spezifikation).
Ansonsten kann man jedes beliebige RAW Signal in DNG einpacken... auch bereits erwähnt.
Aber DNG ist und bleibt nun mal nur der Container und ist kein RAW Format.
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mash_gh4
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Di 28 Mär, 2017 14:29

WoWu hat geschrieben:Genaues Lesen ist hilfreich.
o.k. probieren wirs:
Aber DNG ist und bleibt nun mal nur der Container und ist kein RAW Format.
diese unterscheidung mag zwar in anderen fällen sinn machen, wo es tatsächlich zw. codec und container zu unterscheiden gilt, gestaltet sich aber gerade im falle von DNG und dessen abgrenzung gegenüber TIFF, mit dem es ja bekanntlich den größten teil der strukturierenden spezifikationen teilt, nicht ganz so einfach.

ich würde es zwar in mancher hinsicht durchaus auch als container auffassen, aber sicher nicht so weit gehen, zu bestreiten, dass man es mindestens genauso gerechtfertigt auch einfach als "RAW format" verstehen kann.

sonst nimmt sich das so absurd aus, als würde man behaupten: TIFF ist nur ein container, aber kein image file format -- dabei steht dieses akronym doch vielmehr gerade für: Tagged Image File Format

https://de.wikipedia.org/wiki/Tagged_Image_File_Format
Die Rede war von "meistens TIFF" und TIFF ist nun mal auf JPEG festgelegt, ebenso wie auf die 12 Bit (siehe Spezifikation).
wie gesagt, DNG stützt sich in seiner spezifikation auf die TIFF konventionen und erweitert und modifiziert sie:

"This section describes the DNG format. As an extension of the TIFF 6.0 format, DNG should follow all the formatting rules for TIFF 6.0. For more information, refer to the TIFF 6.0 specification." (seite 13 der verlinkten spezifikation)

was die zulässige bittiefe betrifft, muss ich dich auch diesmal wieder korrigieren -- obwohl ich dich ohnehin schon mehrfach auf deinen irrtum aufmerksam gemacht habe.

DNG unterstützt grundsätzlich alle bittiefen zw. 8 und 32bit, wobei andere auflösungen als 8/16/32 bit jeweils durch unbenutzte nullstellen in entsprechend bündigen zahlendarstellungen abgebildet werden (seite 18 in der verlinkten spezifikation)

im falle von JPEG komprimierten DNGs gibt es zwei ganz grundsätzlich zu unterscheidende möglichkeiten:

a) es kann 'normales' verlustbehaftetes JPEG im baseline mode zur anwendung kommen -- dann ist die maximale bittiefe tatsächlich mit 12bit begrenzt.

b) wenn aber verlustfreies JPEG92 benutzt wird, was im falle von RAW files deutlich sinnvoller und auch eher der regelfall ist, sind dagegen auch 16bit möglich!

siehe s. 19 der spezifikation -- aber auch:

http://thndl.com/how-dng-compresses-raw ... peg92.html




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 18:14

Bitte wieder mals genau lesen.
Ich habe oben deutlich geschrieben, dass TIFF das Format ist.
DNG ist der Container, TIFF das Format uns was immer da drin ist, ist der CODEC.
Sobald wir es hier mit einem TIPP Format zu tun haben, sind 12 Bit da drin, siehe Specs.
...The TIFF implementation uses variable- length codes, with a maximum code length of 12 bits.... t
Dass man in DNG auch andere Formate transportieren kann, bestreite ich ja gar nicht und habe nun bereits zweimal darauf hingewiesen.
Und weil es ein Container ist, also auch andere Bitiefen, aber TIFF ist der Flaschenhals ... nichts Anderes habe ich geschrieben, also bitte, genau lesen.

Aber Du sagst jetzt, dass BMD JPEG92 (in der lossless version)benutzt, (was noch zu belegen wäre) denn alles Andere ist doch gar nicht bestritten und von mir nun mehrfach gesagt.
Kommt noch eine andere Frage hinzu .... wenn ADOBE das Signal interpretiert ... wie sieht es aus, wenn es aus der Kamera kommt und welchen Sinn macht es, ein ggf. vorkomprimiertes Signal dann in ein lossless umzuwandeln ?
Und wenn DNG das original RAW Format lesen kann und nicht interpretieren muss, warum dann nicht mit dem original RAW arbeiten ?
Warum dann überhaupt DNG ?
Gute Grüße, Wolfgang

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klusterdegenerierung
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 28 Mär, 2017 18:51

WoWu hat geschrieben:Und wenn DNG das original RAW Format lesen kann und nicht interpretieren muss, warum dann nicht mit dem original RAW arbeiten ?
Warum dann überhaupt DNG ?
Sony!
Rechte!
Lizenzen!
Kosten!
;-)




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 19:46

Nee nee, der Hersteller liefert ja nicht umsonst ein RAW ab und ich kenne keinen Anwender, der das nicht benutzen durfte.
Kommt noch hinzu, dass das "lossless" für DNG auch auf ein bereits De-bayertes Bild zurückgreifen muss, um dann die zusätzlichen Schätzungen vornehmen zu können.
Das macht alles keinen Sinn, wenn ich bereits aus der Kamera ein de-bayertes Bild beziehe, das ich dann nochmal durch irgend einen Interpolationsalgorithmus jage, nur um es dann mit dem DNG Container zu verknüpfen und es dann noch "lossless"zu nennen.
Gute Grüße, Wolfgang

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mash_gh4
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Di 28 Mär, 2017 20:41

WoWu hat geschrieben:Bitte wieder mals genau lesen.
Ich habe oben deutlich geschrieben, dass TIFF das Format ist.
DNG ist der Container, TIFF das Format uns was immer da drin ist, ist der CODEC.
das kann man lesen, so oft man will, es bleibt ein unhaltbarer blödsinn!

DNG steht in dieser hinsicht auf der selben stufe wie TIFF.




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 22:09

Nach Deiner eigenen Aussage ist DNG eine Erweiterung des TIFF-EP.
Und genau diese zusätzlichen, in TIFF-Ep nicht vorhandenen Daten definieren einen Continer.
Ein Containerformat (von englisch container ‚Behälter‘) legt in der Informationstechnik eine Datenstruktur fest, mit der einzelne Datenströme eventuell verschiedener Formate zu einem Datenstrom (zum Beispiel einer Containerdatei) zusammengeführt werden können (Multiplexing). Die Möglichkeiten verschiedener Containerformate unterscheiden sich stark voneinander.
Aber das alles ändert nichts daran, dass JPEG die Codoerung ist und dass selbst JPEG92 auf ein bereits de-bayertes Bild zurückgreifen muss.
Was hat das eigentlich noch mit RAW zu tun ?
Gute Grüße, Wolfgang

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klusterdegenerierung
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 28 Mär, 2017 22:11

WoWu hat geschrieben:Nee nee, der Hersteller liefert ja nicht umsonst ein RAW ab und ich kenne keinen Anwender, der das nicht benutzen durfte.
Kommt noch hinzu, dass das "lossless" für DNG auch auf ein bereits De-bayertes Bild zurückgreifen muss, um dann die zusätzlichen Schätzungen vornehmen zu können.
Das macht alles keinen Sinn, wenn ich bereits aus der Kamera ein de-bayertes Bild beziehe, das ich dann nochmal durch irgend einen Interpolationsalgorithmus jage, nur um es dann mit dem DNG Container zu verknüpfen und es dann noch "lossless"zu nennen.
Muß ja, denn nur beim Sony eigenen Recorder ist es ein 14Bit Raw Frame im eigenen Format, über dessen Codec oder Container ich leider nix sagen kann.
Aber wenn das für Sony alles kein Problem wäre, dann könnte der Shogun ja auch dieses Format daraus holen.

Was er dann genau daraus holt weiß ich nicht, aber Raw an SDI ist ja erstmal RAW. Wer weiß was der Shogun daraus macht, zumindest ist es trotzdem ein RAW, welches mir mehr Spielraum bietet als das interne mts oder das externe ProRes, das kann man direkt im ACR gegenüberstellen.

Das ist auch das was mich interessiert und ob das dann eigentlich ein Tiff ist, ist mir auch Wurst;-) Hauptsache das funzt.

Um auf meine eigentliche Frage zurück zu kommen, sagte ja Atomos, das man mit FS700 und Shogun 12Bit 4:4:4 aufzeichnen kann, weil Raw.
Und das war mir doch ein bisschen suspekt! ;-)




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 22:17

Das liegt aber nur daran, dass RAW mal wieder für ein eigentliches Videobild benutzt wird.
Buzzwords.
Und das Bild, das dabei herauskommt, kann gar nicht besser sein als das, was Sony da raustut. Es kann nur schlechter sein.
Egal, warum BMD kein Sony überträgt, es bleibt dabei, dass das Originalformat besser ist und das DNG die Krücke, damit BMD es auf seine Geräte quetschen kann.
Mag ja sein, dass Sony da nicht unentgeltlich ist.
Sie werden aber auch schon ihren Grund dafür haben.
Gute Grüße, Wolfgang

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mash_gh4
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Di 28 Mär, 2017 22:22

WoWu hat geschrieben:Nach Deiner eigenen Aussage ist DNG eine Erweiterung des TIFF-EP.
Und genau diese zusätzlichen, in TIFF-Ep nicht vorhandenen Daten definieren einen Continer.
wen sich drinnen tatsächlich wieder ein od. mehrere TIFFs finden würden, könnte man darüber vielleicht vernünftig diskutieren, aber das ist eben definitv nicht der fall. es werden nur ganz ähnliche strukturierende konventionen genutzt, wie in einem ganz normalen TIFF file.
WoWu hat geschrieben:Aber das alles ändert nichts daran, dass JPEG die Codoerung ist und dass selbst JPEG92 auf ein bereits de-bayertes Bild zurückgreifen muss.
Was hat das eigentlich noch mit RAW zu tun ?
nein -- da unterliegst du einem irrtum.
nur weil JPEG92 genutzt wird, besagt das in keiner weisem dass das bild bereits gebayert ist.
die entsprechenden kameras sind tatsächlich in der lage die rohen sensordaten in firmenspezifischer weise über die SDI verbindung zu transportieren. von den jeweiligen angeschlossen geräten werden sie dann halt entweder in DNGs gepackt oder auf andere weise weiter prozessiert.




klusterdegenerierung
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 28 Mär, 2017 22:30

WoWu hat geschrieben:Das liegt aber nur daran, dass RAW mal wieder für ein eigentliches Videobild benutzt wird.
Buzzwords.
Und das Bild, das dabei herauskommt, kann gar nicht besser sein als das, was Sony da raustut. Es kann nur schlechter sein.
Egal, warum BMD kein Sony überträgt, es bleibt dabei, dass das Originalformat besser ist und das DNG die Krücke, damit BMD es auf seine Geräte quetschen kann.
Mag ja sein, dass Sony da nicht unentgeltlich ist.
Sie werden aber auch schon ihren Grund dafür haben.
ÄÄhhh jetzt bin ich doch etwas sprachlos!!
Du meinst diese ganze Recorder Geschichte, wo User Gigabyte grosse Rawdaten statt 24Mbit h264 files auf zig SSDs schrauben, das die einfach ein an der mütze haben und selbst Sony seinen Arschteuren Rawrecorder nur gebaut und verkauft hat, weil einige von uns an chamtrails glauben?

WOLFGANG! :-))




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 22:34

Nein, mein ich nicht.
Sony wird schon seine Gründe haben, warum sie ein so aufwändiges Gerät bereit stellen.
Aber ein Format in de-bayerter Form neu zu interpretieren und es dann noch als RAW zu verkaufen ist zwar nicht verboten, aber jeder sollte sich mal überlegen, was dabei herauskommt.
Gute Grüße, Wolfgang

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klusterdegenerierung
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 28 Mär, 2017 22:38

Naja gut, Sony sagt ja selbst das am SDI ein Raw Stream anliegt, wenn ich den abgreifen kann, auch wenn er schon in einer gewissen Form verarbeitet ist, habe ich ja alles Recht der Welt dieses Format weiterhin Raw zu nennen! ;-)

Ich weiß was Du mir sagen willst, aber die Frage ist ja trotdem, wenn man mal die Theoriepfade verlässt, ob ich nicht mit diesen files trotz 2. Verarbeitung noch mehr herrausholen kann, als aus dem internen.




WoWu
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 22:47

Was willst Du denn da noch herausholen ?
Ich hoffe, wir sind uns einig darüber, dass die beste Qualität immernoch direkt am Sensor vorliegt.
Und wir sind uns sicher auch einig darüber, dass dr Hersteller sein Bayerfilter, also Farben, Überlappung usw. selbst am besten kennt und so auch für eine Farbechtheit im De-Bayering sorgen kann. Jedenfalls besser, als Fremdhersteller, die solche Parameter gar nicht kennen und sich auf eigene Farbmodelle beziehen müssen.
Gute Grüße, Wolfgang

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mash_gh4
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Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Di 28 Mär, 2017 23:10

WoWu hat geschrieben:Und wir sind uns sicher auch einig darüber, dass dr Hersteller sein Bayerfilter, also Farben, Überlappung usw. selbst am besten kennt und so auch für eine Farbechtheit im De-Bayering sorgen kann. Jedenfalls besser, als Fremdhersteller, die solche Parameter gar nicht kennen und sich auf eigene Farbmodelle beziehen müssen.
in vielen fällen decken sich hersteller der sensoren nicht mit denen der kameras, und generell kochen alle nur mit wasser.

so überragend schwer ist es nicht, mit der rechenleistung eines durchschnittlichen desktop arbeitsplatz und ohne die vorgaben der verarbeitung in echtzeit, die dinge sauberer und aufwendiger zu rechnen als das direkt in der kamera möglich ist. ganz abgesehen von den nachträglichen korrektur- und verarbeitungseinstellungen, die den noch viel größeren nutzen und reiz für den praktischen anwender ausmachen.




WoWu
Beiträge: 13658

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Di 28 Mär, 2017 23:21

Wenn Du Dich da mal nicht täuscht.
Violett liegt z.B. in einem völlig anderen Wellenlängenbereich als Rot.
Würden die für Rot, Grün und Blau empfindlichen Rezeptoren nur oder fast nur auf diese Wellenlängenbereiche reagieren, würde reines Violett höchstens von den blauempfindlichen Rezeptoren registriert und könnte nicht von Blau unterschieden werden.
Dies gelingt nur, weil einerseits die grünempfindlichen Rezeptoren einen sehr breiten Empfindlichkeitsbereich haben und andererseits die rotempfindlichen Rezeptoren noch ein kleines Nebenmaximum am entgegengesetzten Ende des Spektrums bei Violett haben.
Aus diesen kleinen Beispielen kann man schon ersehen, dass die dahinter liegenden Algorithmen sehr stark die Qualität des aufgezeichneten Signals spiegeln denn sie müssen solche Zusammenhänge abbilden.
Diese Interpolationsalgorithmen sind dem Hersteller überlassen, was dazu führt, dass trotz gleicher Sensoren Qualitätsunterschiede im
Bildergebnis verschiedener Kameras zu finden sind.
Das macht die Sache einer RAW Nachbearbeitung auch so schwierig, weil nur der Hersteller diese Eigenarten seines Sensors kennt und sie, im Fall einer RAW Nachbearbeitung, per Metadaten an die nachlaufende Software übermitteln müsste, was oft vom Hersteller gar nicht gewollt ist, weil solche Informationen zu seinem Konstruktionsgeheimnis zählen.
Alternative ist dann eben, ein Bild mehr schlecht als recht zu interpretieren.
Und solche Farbnuancen wie Violett (aber auch andere) fallen dann eben der Interpretation zum Opfer.
Gute Grüße, Wolfgang

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wp
Beiträge: 807

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von wp » Di 28 Mär, 2017 23:23

@ mash
Auf welche Kameras beziehst du dich explizit?

Vermutlich habt ihr beide irgendwo recht.




mash_gh4
Beiträge: 2004

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Di 28 Mär, 2017 23:38

WoWu hat geschrieben:Wenn Du Dich da mal nicht täuscht.
im foto-umfeld gehört es längst zum guten ton, dass bei der profilerstellung tatsächlich auch auf die spektralen charakteristiken des sensors od. div. testcharts bezug genommen wird bzw. diese in die berechnungen einfließen. im video-umfeld ist da man da leider noch ein paar jahre weiter hinten. hier wird auf derartige feinheiten normalerweise nicht besonders viel rücksicht genommen, obwohl sich die meisten techniken und messergebnisse aus dem fotografie direkt übertragen lassen. aber genau das macht eben die möglichkeiten aus, die sich mit der nachträglichen, deutlich aufwendigern RAW-entwicklung, erschließen.




wp
Beiträge: 807

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von wp » Di 28 Mär, 2017 23:56

@ mash
ein Beispielbilder wären erhellend




WoWu
Beiträge: 13658

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Mi 29 Mär, 2017 00:08

mash_gh4 hat geschrieben:
WoWu hat geschrieben:Wenn Du Dich da mal nicht täuscht.
im foto-umfeld gehört es längst zum guten ton, dass bei der profilerstellung tatsächlich auch auf die spektralen charakteristiken des sensors od. div. testcharts bezug genommen wird bzw. diese in die berechnungen einfließen. im video-umfeld ist da man da leider noch ein paar jahre weiter hinten. hier wird auf derartige feinheiten normalerweise nicht besonders viel rücksicht genommen, obwohl sich die meisten techniken und messergebnisse aus dem fotografie direkt übertragen lassen. aber genau das macht eben die möglichkeiten aus, die sich mit der nachträglichen, deutlich aufwendigern RAW-entwicklung, erschließen.
Das setzt aber eben voraus, dass der Hersteller über die Metadaten solche Feinheiten mitteilt und nicht so ein grobschlächtiges Tool das Bild schätzt und solche Metamerieeffekte erzeugt.
Dazu kommen natürlich noch die üblichen Schärfeprobleme die durch eine solche „Nachberechnungsmethode" entstehen sodass durch die Unterabtastung und Farbinterpolation Schärfeverluste und Moiré– Artefakte auftreten.
Gute Grüße, Wolfgang

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Valentino
Beiträge: 4502

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von Valentino » Mi 29 Mär, 2017 00:20

Doppelpost Sorry
Zuletzt geändert von Valentino am Mi 29 Mär, 2017 00:26, insgesamt 2-mal geändert.




mash_gh4
Beiträge: 2004

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Mi 29 Mär, 2017 00:24

WoWu hat geschrieben:Das setzt aber eben voraus, dass der Hersteller über die Metadaten solche Feinheiten mitteilt und nicht so ein grobschlächtiges Tool das Bild schätzt und solche Metamerieeffekte erzeugt.
normalerweise wird das mit ungefähr solchen testaufbauten gemessen und in einschlägigen datenbanken zugänglich gemacht:

Bild

es gibt aber auch ganz spannende alternative ansätze, die ganz brauchbare näherungswerte mit verhältnismäßig einfachen mitteln liefern:

http://www.cvl.iis.u-tokyo.ac.jp/~rei/r ... index.html
Zuletzt geändert von mash_gh4 am Mi 29 Mär, 2017 00:28, insgesamt 1-mal geändert.




Valentino
Beiträge: 4502

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von Valentino » Mi 29 Mär, 2017 00:28

Auch dieser Aufbau taugt nur zum Reengineering, da das was die Kamera da macht weiter eine Blackbox für einem bleibt. Ist ja sogar als eine solche Box in der Grafik beschrieben.
mash_gh4 hat geschrieben:...im foto-umfeld gehört es längst zum guten ton, dass bei der profilerstellung tatsächlich auch auf die spektralen charakteristiken des sensors od. div. testcharts bezug genommen wird bzw. diese in die berechnungen einfließen...
Meiner Erfahrung nach ist gerade das Gegenteil der Fall. Haben im Studium einige RAW-Programme getestet und am Ende ist nie das Selbe raus gekommen. Getestet wurde Canons 5D SR, älteren PhaseOne und Nikon D750 und die Ergebnisse lagen trotz gleiche Metadaten fast immer daneben.

Und bevor du fragst, ja wir haben vom 10bit EIZO, über Ausdrucke bis hin zum ausbelichteten Abzug alles durch gemessen.
Wenn man dann noch die normalen unkalibrierten Smarthphones und Flat-TVs dazu zieht, werden die Abweichungen sehr gut sichtbar.

Dazu habe ich schon bei diversen Foto-Shoot-Drehs den Foto-Kollegen bei der Arbeit über die Schulter geschaut und es ist immer wieder erschreckend wie wenige davon mit einem kalibrierten Monitor arbeiten. Da kommen dann so Sprüche "Was das ist doch ein MacBook, das zeigt die Farben doch immer richtig an". Mit CIELAB und LUTs muss man denen auch erst gar nicht kommen: "darum kümmer sich doch der Drucker"
Wenn ich mit der Einstellung als DIT arbeiten würde, hätte ich ein ernsthaftes Problem.




mash_gh4
Beiträge: 2004

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von mash_gh4 » Mi 29 Mär, 2017 00:45

Valentino hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach ist gerade das Gegenteil der Fall. Haben im Studium einige RAW-Programme getestet und am Ende ist nie das Selbe raus gekommen. Getestet wurde Canons 5D SR, älteren PhaseOne und Nikon D750 und die Ergebnisse lagen trotz gleiche Metadaten fast immer daneben.
das wundert mich überhaupt nicht! :)

wie gesagt, es gibt ganz grundsätzlich unterschiedliche zugänge zu diesem problem:

will man möglichst realistische farben?
farben, die ein bisserl wissenschftlichen background über die menschliche wahrnehmungspsychologie berücksichtigen?
farben, wie sie der jeweilige kamerahersteller oder lieblings-diafilm zeigen würde?
oder einfach nur die vorgaben, die adobe nutzt?

all das ist einem prinzipiell freigestellt, wenn man zugang zu den raw daten direkt vom sensor hat und den nötigen aufwand nicht scheut.

ich hab in letzter zeit ohnehin hier bereits mehrfach auf dcamprof verwiesen, das mir eines der besten werkzeuge in dieser hinsicht zu sein scheint, um sich selbst möglichst optimale profile für dir RAW-aufbereitung eigener kameras zu rechnen.




WoWu
Beiträge: 13658

Re: Frage zu CDNG Raw & SubSampling

Beitrag von WoWu » Mi 29 Mär, 2017 01:09

Zunächst einmal möchte ich alle Informationen, die der Hersteller zur Bildgestaltung und zur Farbinterpretation beitragen kann, genutzt wissen, egal, ob ich die über die Metadaten bekomme oder über eine interne Verarbeitung. In dem Fall ist mir auch wurscht, ob ich sie als RAW bekomme, oder schon ins de-bayerte Bild eingearbeitet.
Nachteil des de-bayerinnen Biödes ist eben die Bandbreite, die im Kanal zur Verfügung stehen muss.

Auf gar keinen Fall möchte ich eine Zweitverarbeitung durch Interpolation !!!
Es scheint mir auch ein ziemlich weit verbreiteter Irrtum, dass sich Bildqualitäten durch eine solche (völlig unnütze) Nachbearbeitung verbessern.

Was unter dem Strich also bleibt, sind RAW Signale, die entweder dem Folgeprogramm die Metadaten liefern, oder eben ein Videosignal, bei dem ich auf Elemente der Verarbeitung verzichten muss.
Ach ja... und dann war da noch die Frage der Farbinterpretation.
Was ist denn nun eigentlich "Blau" ?
Und welches Blau liefert die Kamera und welches liefert mein Folgeprogramm?
Gute Grüße, Wolfgang

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