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Premium-Mikro für Tierfilm



Fragen zur Tonaufzeichnung, Ausrüstung (Mikros etc.), aber auch zu gestalterischen Aspekten.
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Manfred Pfefferle
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Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Manfred Pfefferle » So 19 Aug, 2018 19:52

welches der folgenden Mic`s für Tierfilm Tierstimmen und Atmo soll ich kaufen? MKH 8060 DPA 4017B CMIT K
Auf der Kamera und vom Tarnzelt aus einzusetzen; soll auch Extremsituationen standhalten Kälte, Hitze und Sturm.
Welches Blimb Cinela oder Rycote? Habe zu wenig Erfahrung
M.f.G.M.Pfefferle




Frank Glencairn
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Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Frank Glencairn » So 19 Aug, 2018 20:42

Das einzige was extremen Wetterbedingungen garantiert standhält ist das Rhode NTG3




rush
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Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von rush » So 19 Aug, 2018 22:12

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 20:42
Das einzige was extremen Wetterbedingungen garantiert standhält ist das Rhode NTG3
Die Firma heißt übrigens noch immer Rode und nicht RHODE... ;-) Aber davon mal abgesehen... warum sollte das NTG3 bspw. das "einzige" sein welches extremen Wetterbedingungen standhält?
Ich kenne Leute die Jahrzehnte mit ihren MKH416 unterwegs sind und die Mics spielen noch immer... bei Wind und Regen kommt man um Körbe, Fell und Co eh nicht herum die zusätzlich schützen... Wenn was abraucht, sind es häufig viel eher entsprechende Rekorder.
keep ya head up




Frank Glencairn
Beiträge: 7629

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Frank Glencairn » So 19 Aug, 2018 22:54

rush hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 22:12
.. warum sollte das NTG3 bspw. das "einzige" sein welches extremen Wetterbedingungen standhält?
weil:
Als Flaggschiff von RØDEs Richtrohrserie bietet das NTG3 eine durch und durch edle Audioqualität mit einem warmen und vollen Sound. Dank einer speziellen Technologie ist es so gut wie immun gegen Feuchtigkeit und daher oftmals erste Wahl an Einsatzorten, wo es zu Kondensbildung kommen kann.




TomStg
Beiträge: 1781

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von TomStg » So 19 Aug, 2018 22:59

Frank Glencairn hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 20:42
Das einzige was extremen Wetterbedingungen garantiert standhält ist das Rhode NTG3
Der Themenstarter will sinnvollerweise Premiummics benutzen, keinen Mikrofonschrott von Rode. Außerdem darf man „warmen und vollen Sound“ nicht mit muffigen dumpfen Klang verwechseln.

Die drei oben genannten Alternativen nehmen sich wenig. Das MKH 8060 ist sicher der Allrounder, für den es die größte Auswahl an Zubehör gibt. Das Schoeps ist das teuerste, aber nicht das robusteste.




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » So 19 Aug, 2018 23:32

TomStg hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 22:59
Frank Glencairn hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 20:42
Das einzige was extremen Wetterbedingungen garantiert standhält ist das Rhode NTG3
Der Themenstarter will sinnvollerweise Premiummics benutzen, keinen Mikrofonschrott von Rode.
Schlechten Tag gehabt ??
Schon mal ein NTG3 ausprobiert ??

Der Threadstarter schrieb was von Resistenz bei extremen Wetterbedingungen, nicht von Premium-Mics. Edit: Doch - im Ttiel steht's!
Das schliesst sich zwar nicht aus, ist aber auch nicht zwingend dasselbe!




Blackbox
Beiträge: 62

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Blackbox » Mo 20 Aug, 2018 00:59

Die diversen MKH's sind wegen der HF Technik ja im Grunde schon 'Legenden' der Wetter- und Kimafestigkeit.
Außerdem: klarer neutraler Sound, Superniere, Niere, Richtrohre bei Bedarf gut untereinander kompatibel, sehr geringes Eigenrauschen, das sich zudem bei Feuchtigkeit nicht verstärkt, ...
Es kommt aber auch drauf an wieviel Isolation Du brauchst:
Ist mit störenden Geräuschen aus dem Seitenraum/von hinten zu rechnen?
Ggf. bei vielen zuerwartenden Reflexionsanteilen (Buchenwald, Höhlen, ..) und vollem Konto Super CMIT in die Auswahl einbeziehen?
https://schoeps.de/en/products/shotgun- ... rcmit.html
Evtl. ist das mkh70 bzw. 8070 wegen höherer Richtwirkung besser geeignet als das vonDir genannte (80-)60er.
Evtl. auch überlegen, ob nicht ergänzend Funklösungen in Frage kommen?
Wenn das Tier nicht zum Mikro kommt, dann kommt das Mikro zum Tier ;-)
Das beste 'Premium'-Mirkofon nutzt ja nichts, wenn es am falschen Ort agiert.




TonBild
Beiträge: 1810

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von TonBild » Mo 20 Aug, 2018 18:42

Manfred Pfefferle hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 19:52
welches der folgenden Mic`s für Tierfilm Tierstimmen und Atmo soll ich kaufen? MKH 8060 DPA 4017B CMIT K
Auf der Kamera und vom Tarnzelt aus einzusetzen; soll auch Extremsituationen standhalten Kälte, Hitze und Sturm.
Welches Blimb Cinela oder Rycote? Habe zu wenig Erfahrung
M.f.G.M.Pfefferle
Kann Dir aus eigener Erfahrung das MKH 8070 empfehlen. Einziger Nachteil: Es ist sehr gross. Deshalb möchte ich es auch wieder verkaufen da ich doch nicht so oft Tiere aufnehme wie beim Kauf gedacht. So liegt es nur noch ungenutzt herum.

Das MKH 8060 ist schön klein, aber ist insbesondere für sehr leise weiter entfernte Tierstimmen nicht so geeignet. Mit dem MKH 8070 kann man dagegen auch sehr leise Tonquellen fast rauschfrei aufnehmen und es liefert ein gutes starkes Signal. Ich hatte beide schon im Einsatz.

Bei beiden empfielt sich der passende Windschutz von Rycote oder Sennheiser.

Für Atmo würde ich eher ein Stereomikrofon einsetzen da die Richtmikros natürlich nur ein Monosignal liefern. Und Stereo ist bei Atmo einfach viel schöner.
;-)




TomStg
Beiträge: 1781

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von TomStg » Mo 20 Aug, 2018 19:24

Skeptiker hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 23:32
TomStg hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 22:59

Der Themenstarter will sinnvollerweise Premiummics benutzen, keinen Mikrofonschrott von Rode.
Schlechten Tag gehabt ??
Schon mal ein NTG3 ausprobiert ??
Du vermittelst den Eindruck, dass Du Dich mit Premiummics nicht auskennst.

Es gibt kein Rode-Mic, das im direkten Vergleich mit Sennheiser, Schoeps, Neumann, DPA usw auch nur einen kleinen Stich macht. Ich weiß, dass man sich hier mit Rode-Kritik unbeliebt macht. Allerdings ändert dies nichts an dem unteren Qualitätsniveau der Liga, in der der Rode-Schrott im Vergleich zu wertigem Tonmaterial spielt.

Es ist eh bemerkenswert, dass hier immer wieder für gutes Bild mehrere tausend Euros keine Rolle spielen, aber dass für Ton kaum mehr als ein Taschengeld ausgegeben wird. Das ist besonders unverständlich, weil eine Investition in guten Ton eine Investition nahezu fürs Leben bedeutet, gegenüber einer Beständigkeit von 2-3 Jahren, bis die jeweils aktuelle Kameratechnik überholt und veraltet ist.




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Mo 20 Aug, 2018 20:14

TomStg hat geschrieben:
Mo 20 Aug, 2018 19:24
Skeptiker hat geschrieben:
So 19 Aug, 2018 23:32

Schlechten Tag gehabt ??
Schon mal ein NTG3 ausprobiert ??
Du vermittelst den Eindruck, dass Du Dich mit Premiummics nicht auskennst.
Der Eindruck täuscht nicht.
Ich schreibe hier als Finanz-limitierter Privatanwender und Du als technisch nicht limitierter Profi (wofür?), nehme ich an.
TomStg hat geschrieben:
Mo 20 Aug, 2018 19:24
Es gibt kein Rode-Mic, das im direkten Vergleich mit Sennheiser, Schoeps, Neumann, DPA usw auch nur einen kleinen Stich macht.
1. Hast Du meine Frage nicht beantwortet: "Schon mal ein NTG3 ausprobiert ??" und 2. hätte ich für eine solch pauschale Behauptung gerne Belege Deinerseits.

Ganz abgesehen davon, dass jeder Hinweis fehlt, wer da nun gegen wen antreten soll quer durch alle Hersteller und Mikrofonsparten.
TomStg hat geschrieben:
Mo 20 Aug, 2018 19:24
Ich weiß, dass man sich hier mit Rode-Kritik unbeliebt macht.
Darum geht es nicht. Es geht um ein objektives und belegbares Urteil - mehr nicht.
Kann auch eigene schlechte Erfahrung sein - das ist immer legitim, am besten mit nachvollziehbarem Vergleichs-Tonbeispiel.

Das schreibt jemand, der hier schon mehrfach ein Sennheiser MKE 600 (ich weiss: "unterste Qualitätsstufe" bei Sennheiser) gegenüber einem Rode NTG-2 empfohlen hat, das ich selbst besitze und das bei genuügend rauscharmem Gain und mit Phantomspeisung(!) statt Batterie durchaus vernünftig klingt und nicht primär als Rauschgenerator (ich zitiere Dich aus anderen Postings) auffällt. ob Du's nun glaubst oder nicht. Trotzdem würde ich heute auf jeden Fall eher zum MKE 600 greifen, doch das liegt auch (aber nicht in erster Linie) am vergleichsweise bezahlbaren Preis.
TomStg hat geschrieben:
Mo 20 Aug, 2018 19:24
Allerdings ändert dies nichts an dem unteren Qualitätsniveau der Liga, in der der Rode-Schrott im Vergleich zu wertigem Tonmaterial spielt.
"Rode-Schrott" ist ein harter Vorworf, der für mich jemanden, der hier ausser besonders zugespitzten Sprüchen weder je ein eigenes Tonbeispiel seiner Kunst gepostet hat (bzw. der Kunst des Ausnahmemikrofons aus deutscher Qualitätsproduktion im Vergleich zum Rode-Schrott des hemdsärmeligen, australischen Möchtegerngross') noch je einen eigenen Videoclip hier unters staunende Publikum gebracht hat, ins Zwilicht an der Grenze zur Fragwürdigkeit setzt.

Und ich gebe zu bedenken, dass man statt vom reinen Equipment-Fetischismus auszugehen und dort gleich zu Beginn schon in Schwarzweiss-Manier Disqualifikationen zu verteilen, auch vom Endprodukt an die Sache herangehen kann. Und da gibt es z. B. Denoiser, Equalizer und sogar Enthaller oder selbst Mikrofon-Simulatoren (die per Preset aus "Rode-Schrott" einen kristallklaren Neumann-Sound herbeizaubern - Rettungsring für an Komplexen leidende Rode-User der Art: "Verdammt, jetzt habe ich die Neumann-Etikette doch längst drauf und es klingt immer noch wie ein Rode!") und was weiss ich sonst noch alles in der Nachbearbeitung, die ein nicht ganz so perfektes Aufnahme-Ergebnis (ob aufgrund nicht ganz so perfekten Equipments oder nicht ganz so perfekten Könnens oder gleich beider Mängel zusammen) durchaus noch etwas zurechtbiegen können.
Für Puristen vielleicht inakzeptabel, für Praktiker durchaus praktikabel.
TomStg hat geschrieben:
Mo 20 Aug, 2018 19:24
Es ist eh bemerkenswert, dass hier immer wieder für gutes Bild mehrere tausend Euros keine Rolle spielen, aber dass für Ton kaum mehr als ein Taschengeld ausgegeben wird. Das ist besonders unverständlich, weil eine Investition in guten Ton eine Investition nahezu fürs Leben bedeutet, gegenüber einer Beständigkeit von 2-3 Jahren, bis die jeweils aktuelle Kameratechnik überholt und veraltet ist.
Da hast Du absolut recht! ;-)




Jott
Beiträge: 14324

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Jott » Mo 20 Aug, 2018 21:23

Liegt wohl im Auge - äh - Ohr des Betrachters. Wir hatten mal, sonst Sennheiser-verseucht, in einem Sparanfall ein Richtmikro von Rode gekauft, NTG irgendwas. Ging ja „nur“ um Stimmen. Urks. Man darf nie den Direktvergleich haben.

Man kann dem toten Rode-Sound schon nachträglich Leben mit Tricks Leben einhauchen, aber das kann‘s ja nicht sein. Wie schon gesagt, im Gegensatz zu Kameras, die im Jahresrhythmus out sind, bleibt ein gutes Mikro für‘s ganze Berufsleben am Start.

Weise entscheiden beim Kauf. Sonst kauft man zwei Mal, und das ist immer die teuerste Option.




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Mo 20 Aug, 2018 21:38

Das sind mir alles alles zu pauschale Behauptungen um nicht zu sagen, Vorurteile, die kaum je wirklich verifiziert wurden (wir hatten mal ... irgendein NTG... toter Rode Sound ...).

Was nicht heisst, dass der Vergleich nicht zugunsten der Premium-Mikrofone aus deutscher (und dänischer) Traditions-Fertigung ausfällt, wenn er denn gemacht wird.

Die teureren Platzhirsche rauschen oft etwas mehr und haben dafür bessere Höhen als die eher gedämpften Rodes mit minimal ca. 5 dB Eigenrauschen (NT1-A).

Dass die edlen Teuren trotz froher Botschaft "Anschaffung fürs Leben" (in guten wie in schlechten Zeiten) seitens der glücklichen Premium Besitzer in weiten Normalo-Kreisen zugunsten angeblichen "Rode-Schrotts" keine grössere Verbreitung finden, liegt vielleicht auch daran, dass ein 5x so teures Neumann, Schoeps, Sennheiser, DPA etc. nicht unbedingt 5x besser klingt als der aufdringliche (und auch noch erfolgreiche), aber angeblich unfähige Underdog aus dem Südkontinent.

In der dünnen Luft des oberen Premium-Bereichs zahlt man dann eben für marginale Optimierungen ein Vielfaches dazu, was keinesfalls bedeutet, dass diese aufnahmetechnische Tonelite dann nicht doch noch die entscheidenden 5, 4, 3 oder 2% besser klingt für die spitzen Spezialisten-Ohren (die sich das hoffentlich nicht nur wegen der fürs ganz eigene, aussergewöhnliche Klangerlebnis in Kauf genommenen Leere im Geld'beutel' schönreden) als der durchschnittliche "Schrott" des Pöbels.

Sorry für die vielen Korrekturen - ich bin halt kein Premium-Schreiber! :-(
Zuletzt geändert von Skeptiker am Mo 20 Aug, 2018 22:03, insgesamt 6-mal geändert.




rush
Beiträge: 8296

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von rush » Mo 20 Aug, 2018 21:45

Dennoch sind solch allgemeinen "Rode Schrott"-Floskeln eben auch nicht unbedingt immer angebracht und bringen keinen weiter.

Denn auch bei Sennheiser gibt es eher durchwachsenes Zeug... Beispiel: Das von vielen gern genutzte Sennheiser ME2 (immerhin >100€ Neupreis bei thomann) empfinde ich akustisch eher schwach... ist aber 'nen Sennheiser-Label drauf und entsprechend "gut" muss es ja sein.
Die Latenz beim AVX-System etwa ist auch nicht sonderlich "sexy" - und "AGC" mag da zwar gut funktionieren, mir wäre die Möglichkeit zur vollständigen Abschaltung beim Mixer-Einsatz dennoch lieber...
"Markentreue" ist eben auch nicht immer per se und automatisch zielführend.


Wie sich die Shotgun-NTG's so schlagen mag ich nicht abschließend beurteilen - das NTG1 jedenfalls ist per 48V eigentlich recht okay aus meiner Erinnerung (nutze es selten) - allerdings sind die Dinger wohl etwas wählerischer in Hinblick auf die PreAmps und brauchen mehr Vorverstärkung... wenn der PreAmp dann bspw. in der Kamera sitzt und nicht ganz so hochwertig ist, wird das Rauschen natürlich umso deutlicher verstärkt... Das sich beim NTG2 jenes "Problem" im Batteriebetrieb exponiert kann man an vielen Ecken nachlesen und ist unschön, dafür haben viele andere Mics diese Batterie-Option erst gar nicht mehr.

Nochmal zur Robustheit... mir ist in den letzten 15 Jahren (von -25° mit Schneetreiben bishin zu +40° im Schatten) noch kein Shotgun verreckt... da machen alle Sennheiser eine absolut tadellose Figur.. egal ob ME66, MKH416 oder MKH60... beim ME66 gab es zwar mal Kontaktprobleme am K6P mit der Batterie...aber die benötigt man ja nicht zwingend wenn Mixer/Kamera P48 liefern...

Das NTG1 ist eher Backup und wurde irgendwann mal günstig als Atmo-On-Camera Mic dazugeholt und liegt eher rum - spielen tut es aber auch noch problemlos.
keep ya head up




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Mo 20 Aug, 2018 23:03

Hier bin ich auf einen ganz interessanten Vergleich gerstossen, allerdings Indoor, in einem hallenden Raum.

Der Tester sagt, dass die Mikrofone "2 feet away" sind (es sieht aufgrund des weitwinkligen Bildes aus, als wären sie weiter weg.

Verglichen werden das Rode NTG3 und das Audio-Technica AT4053b, die Preise sind vergleichbar (obwohl es hier im ganzen Thread eigentlich nicht ums Geld geht und ich selbst bereits viel zu viel darüber gesprochen habe).

Warum das Rode Mikro für den Vergleich in einem Blimp steckt ("Zeppelin"), ist mir nicht klar.

Ziel des Tests: Herauszufinden, wie die Mikrofone mit dem Raumhall umgehen.

Mein Fazit: Ich würde in diesem Fall zum Audio-Technica greifen.

Rode NTG3 and AT4053b compared indoors



Und dann gibt's da natürlich auch Vergleiche mit z.B. einem Sennheiser MKH 416.




Roland Schulz
Beiträge: 3221

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Roland Schulz » Mo 20 Aug, 2018 23:18

So schaut’s aus, zwar ne ganz andere Sparte, aber nen „leeres“ ME2 schmiert in meinen Ohren gegen ein Rode Lavalier komplett ab!

Bin allerdings auch mittlerweile ziemlich kontra Sennheiser.
Die Sennerklamotten die ich zum „Musikhören“ hatte und die (zumindest zum Erscheinen) alle nicht ganz billig waren (HD650, IE8, IE80...) haben mich am Ende alle nicht überzeugt.
Vielleicht ist das bei den teureren Mics aber anders, da bin ich nicht aufgestellt.




Frank Glencairn
Beiträge: 7629

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Frank Glencairn » Mo 20 Aug, 2018 23:35

rush hat geschrieben:
Mo 20 Aug, 2018 21:45
Dennoch sind solch allgemeinen "Rode Schrott"-Floskeln eben auch nicht unbedingt immer angebracht und bringen keinen weiter.


Wie sich die Shotgun-NTG's so schlagen mag ich nicht abschließend beurteilen - das NTG1 jedenfalls ist per 48V eigentlich recht okay aus meiner Erinnerung (nutze es selten) - allerdings sind die Dinger wohl etwas wählerischer in Hinblick auf die PreAmps und brauchen mehr Vorverstärkung... wenn der PreAmp dann bspw. in der Kamera sitzt und nicht ganz so hochwertig ist, wird das Rauschen natürlich umso deutlicher verstärkt... Das sich beim NTG2 jenes "Problem" im Batteriebetrieb exponiert kann man an vielen Ecken nachlesen und ist unschön, dafür haben viele andere Mics diese Batterie-Option erst gar nicht mehr.
NTG1 und 2 kannste nicht mit einem NTG3 vergleichen, völlig andere Liga.

Ich hab seit Jahren da NTG3 für Outdoor an nem guten Fieldmixer, und wer damit keinen guten Sound angeln kann, macht definitiv irgendwas was falsch.

Und was die outdoor-Festigkeit betrifft, wir hatten mal bei nem Dreh in Eis und Schnee ein NTG3 und das Sennheiser dabei, und nach ein paar Stunden immer wieder rein ins warme Auto - raus in die Kälte, hatte das Senheiser ein Kondensationsproblem, das NTG3 nicht - deshalb hab ichs empfohlen.




mediadesign
Beiträge: 854

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von mediadesign » Di 21 Aug, 2018 08:43

Inwieweit unterscheidet sich denn das MKH60 und das MKH8060 voneinander? Ersteres ist neuer, aber welches ist besser?




Largo
Beiträge: 115

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Largo » Di 21 Aug, 2018 18:58

Ich setze auf DPA, find ich klanglich nochmal nen Tick angenehmer als Sennheiser. Das DPA ist auch super leicht, was auf Dauer auch praktisch ist. Natürlich eine ganz andere Liga wie die Rode Sachen, Rode ist da schon eher als (gutes) Einsteigerequipment zu betrachten.

Zu einem guten Mikro gehört aber auch ein guter Rekorder/Mischer. Ich mag da ja Sounddevices, top Qualität, langlebig....




rush
Beiträge: 8296

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von rush » Di 21 Aug, 2018 19:34

Largo hat geschrieben:
Di 21 Aug, 2018 18:58
Zu einem guten Mikro gehört aber auch ein guter Rekorder/Mischer. Ich mag da ja Sounddevices, top Qualität, langlebig....
Bei mir wäre das eher SQN... selbst die alte 3M Möhre tut es noch immer tadellos :D Leider haben die aktuell ein wenig die Entwicklung verpennt...

Aber so ist das eben mit den eigenen Vorlieben... wäre ja auch langweilig wenn alle ausschließlich dasselbe Equipment nutzen würden.

Bei Mischern kann ich zumindest den aktuelleren SD's nicht uneingeschränkte Qualität attestieren - habe da (konkret: SD633) aus eigener Erfahrung leider schon einige wenige Komplettabstürze erlitten - inklusive nervigem und unerwünschten kompletten Werks-Reset... womöglich nur ein Software-Problem, in jedem Fall aber mega ärgerlich on location!
Es handelt sich auch leider nicht um das Problem eines einzelnen Geräts - mir sind aus mehreren Ecken Deutschlands Fälle bekannt.
In einer womöglichen Live-Situation wäre so ein Mixer-Absturz leider der Super-GAU.
keep ya head up




Pianist
Beiträge: 5469

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Pianist » Di 21 Aug, 2018 20:27

Kurzmeldung von mir, zunächst zum Thema "Rode-Schrott": Ich hatte für meine beiden gebraucht gekauften C300 jeweils ein Rode Videomic Pro angeschafft und beide waren nach wenigen Monaten hinüber. Bei einem brach die Kappe des Ein-/Aus-Schalter ab, so dass ich dieses Mikrofon jetzt immer mit einem kleinen Schraubendreher ein- und ausschalten müsste. Mache ich aber nicht, sondern löse das durch Rein- und Rausmachen der 9V-Batterie. Und das Zweite hatte plötzlich einen Totalausfall. Es kommt kein Signal mehr raus, obwohl die LED grün leuchtet. Also ich denke, die Bezeichnung "Schrott" trifft es schon ganz gut.

Zurück zur eigentlichen Frage: Ob man nun ein MKH 416, MKH 60 oder MKH 8060 nimmt, spielt eigentlich keine große Rolle, die verrichten alle zuverlässig ihren Dienst. Wichtig ist ein guter Vorverstärker, so wie er im bereits erwähnten SQN vorhanden ist. Auf die Mikrofoneingänge der Kameras würde ich mich da nicht immer verlassen, außer wenn da sehr gute Tonteile verbaut sind. Allerdings darf man da keine Wunder erwarten: Leise Tiere, die weit entfernt sind, bleiben eine Herausforderung. Falls die Tiere sich nicht komplett in freier Wildbahn bewegen, sondern irgendwo einen festen Anlaufpunkt haben, zum Beispiel am Futtertrog oder im Nest, würde ich versuchen, ein kabelgebundenes Mikrofon näher heranzubringen.

Matthias
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Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Di 21 Aug, 2018 21:40

Pianist hat geschrieben:
Di 21 Aug, 2018 20:27
... Tiere, die weit entfernt sind, bleiben eine Herausforderung.
Falls die Tiere sich nicht komplett in freier Wildbahn bewegen, ... , würde ich versuchen, ein kabelgebundenes Mikrofon näher heranzubringen.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, einen Parabolspiegel zu verwenden.
Pianist hat geschrieben:
Di 21 Aug, 2018 20:27
... Thema "Rode-Schrott" ... Rode Videomic Pro ...
Das riecht tatsächlich nach (Plastik-)Schrott und ist es in diesem Fall ja auch - kein Einwand.

Aber Tom "Rode-Schrott" Stg's Statement bezog sich zunächst auf ein NTG3 und dann auf Rode generell.
Wenn ich mich hier mit vergleichbarer Pauschal-Aussage beliebt machen wollte, dann etwa so:
Wer mit einem Rode NTG3, NT1-A (rauscharm - ich habe eines), NT2-A (umschaltbare Richtcharakteristika - ich habe 2) keinen brauchbaren Ton aufnehmen kann, der hat offensichtlich keine Ahnung, wie, und sucht am besten Trost im nächstgreifbaren Highend-Mikro aus deutscher Qualitätsfertigung, dessen Nimbus (nicht zuletzt dem beruhigend-gehobenen, wertigen Preis verdankt) und primäre Tonqualität ihm zunächst mal übers eigene Unvermögen hinweghelfen, wenn auch den nächsten Aufnahmeversuch nicht retten.

Wie gesagt: Wenn ich mich mit gleicher Pauschal-Aussage hier beliebt machen wollte (wonach mir der Sinn gar nicht steht) ... ...


Noch ein kleiner Nachschlag:
Obwohl ich mit den oben erwähnten Rode-Mics durchaus zu guten Aufnahmen komme, gibt es noch einen anderen Studio-Grossmembraner, der für die Hälfte des Rode-Preises (!) mein geheimer Favorit ist: Rauscht etwas mehr als das NT1-A (aber immer noch sehr wenig, also quasi unhörbar), ist etwas schlanker im Bass (was mir gefällt) und etwas weniger scharf in den Zisch-Höhen (was mir ebenfalls gefällt) - kurz: Klingt natürlich und präsent, ist aber etwas dezenter als das Rode NT1-A.

Nun möchte ich mich in diesem Premium-Highend-Thread natürlich nicht mit noch mehr Low-Tech vollends lächerlich machen und verkneife mir deshalb weitere Details.
Aber wer sucht, der findet ... vielleicht - es ist ein Geheimtipp! ;-)




TomWI
Beiträge: 211

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von TomWI » Mi 22 Aug, 2018 07:38

Pianist hat geschrieben:
Di 21 Aug, 2018 20:27
...Falls die Tiere sich nicht komplett in freier Wildbahn bewegen, sondern irgendwo einen festen Anlaufpunkt haben, zum Beispiel am Futtertrog oder im Nest, würde ich versuchen, ein kabelgebundenes Mikrofon näher heranzubringen...
Genau so! Und bitte nicht vergessen, das Kabel sicher zu verlegen!

Kleine Anekdote dazu: Ich hab vor zwei Jahren für einen Kunden der Lockmittel für die Jagd herstellt, Aufnahmen in einem Wildschweingatter gemacht. Es kam dem Kunden sehr auf den Ton an, besonders das "Schubbern" der Sauen an einem Malbaum sollte gut hörbar aufgenommen werden. Gesagt, getan: Mikro im Windkorb mit Spanngurt und Superclamp in ca. 2 m Höhe am Baum befestigt, Lockmittel am Stamm verteilt, 10 + 20 Meter XLR-Kabel zur Kamera und auf die Sauen gewartet. Die kamen dann auch, leider nicht nur zum besagten Baum, sondern auch an eine Stelle, an der das Kabel lag. Ein Keiler schleppte das Kabel beim Wühlen im Boden mit und ich konnte nur in letzter Sekunden den Stecker an der Kamera ziehen, sonst wär sie samt Stativ im Schlamm gelandet. Die gewünschte Aufnahme hatte ich glücklicherweise schon im Kasten. Heute würde ich eine Funkstrecke nehmen ;-)




Blackbox
Beiträge: 62

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Blackbox » Mi 22 Aug, 2018 18:40

Pianist hat geschrieben:
Di 21 Aug, 2018 20:27
Falls die Tiere sich nicht komplett in freier Wildbahn bewegen, sondern irgendwo einen festen Anlaufpunkt haben, zum Beispiel am Futtertrog oder im Nest, würde ich versuchen, ein kabelgebundenes Mikrofon näher heranzubringen.
Kabel sind im Normalfall deutlich betriebssicherer, störungsärmer, und verfälschen den Klang nicht. Keine Frage. Aber je nach Setting kann Funk oft eine bessere Lösung als Kabel sein, wenns um Tiere in freier Wildbahn geht. Kabel können zertreten werden und sind potentielle Stolperfallen. Ggf. wird gar das Mikro runtergerissen.
Auch wenns nicht so Aggress-Tiere wie Wildsauen sind kann da schnell was schiefgehen.
Die Klangeinbußen sind i.d.R. ja relativ gering und das Regenproblem wird auch nicht komplizierter, weil das Mikro ja eh geschützt werden muss. Der Sender passt da meist mit rein wenn keine Miniaturmikros verwendet werden (Ameisensounds, Vogelnester, etc.).
Funklösungen lassen sich zudem viel spontaner versetzen, und es ist leichter mehrere potentielle Stellen abzudecken an denen die Viecher auftauchen können (genügend Funkstrecken vorausgesetzt).
Und auch das nervige Problem "wohin mit den verdreckten Kabeln" fällt weg.

Ansonsten würde ich eher das 70/8070 in Erwägung ziehen als das 60/8060.

Zum NTG3: Zwischen neueren MKH (50/60/70 und Nachfolger) und günstigen Mikros wie NTG3 liegen - was den Rauschabstand angeht - satte 8dB, abgesehen davon, dass die 'Premium' Anforderung des TE von der Soundanmutung nicht eingelöst wird, was allerdings bei Tierstimmen nicht so wirklich relevant mag wie bei gut bekannten Signalen (Stimme, Mainstream-Instumente wie Klavier/Violine).
Wenn der TE wirklich eine Entscheidungshilfe haben will, müsste er allerdings die Anforderungen etwas präzisieren.
Sind geringe Pegel bei wenig Störgeräuschen und relativ großer Distanz zu erwarten: eher die MKH's (konkurrenzlos guter Rauschabstand, außer 416); ist das Nutzsignal etwas lauter und wird beste Seitenauslöschung gebraucht, dann eher Super-Cmit (präziser Spot, Sporterprobt, aber höheres Rauschen als MKH's), evtl auch ein 82er Neumann, das aber dann nicht feuchtigkeitsresistent ist. ...




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Mi 22 Aug, 2018 19:42

Habe mir mal die Sennheiser 8000er-Broschüre heruntergeladen und einen Blick in die technischen Daten geworfen.
Dito mit Rode NTG3 (hier quasi "ausser Konkurrenz").

Vergleiche sind mit Vorsicht zu geniessen, falls unklar, wie genau gemessen wurde.

Sennheiser MKH 8070:
Eigenrauschen eq: 8 dB, A-gewichtet
Länge: 465mm inkl. XLR-Modul
Gewicht: 332g inkl. XLR-Modul
Schalldruck max. 124 dB
Sensitivity: -19 dB V/Pa
Charakteristik: Keule
Preis: 1260 EUR inkl. XLR-Modul (Thomann)

Rode NTG3:
Eigenrauschen eq: 13 dB, A-gewichtet
Länge 255mm
Gewicht: 163g
Schalldruck max. 130 dB
Sensitivity: -30 dB V/Pa
Charakteristik: Superniere
Preis: 440 EUR (Thomann)

Fazit:
Das Sennheiser beeindruckt mit nur 8 dB Eigenrauschen(!), während Rode 13 dB angibt.

Ich kenne mich mit solchen Riesen-Richtrohren nicht aus (465mm Länge inkl. XLR).
Mit ist noch der Satz in Erinnerung "Richtrohre sind keine 'Audio-Zooms', sie holen keinen entfernten Ton heran, sondern sie dämpfen seitliche Toneinflüsse".

In diesem Fall (MKH 8070) wirbt Sennheiser aber explizit damit, entfernte Tonquellen durch ausgeprägte Richtcharakteristik in bester Qualität einfangen zu können, und das auch unter klimatisch schwierigen Bedingungen.

Also, falls das auch meine Prämisse wäre, würde ich wohl zum Sennheiser greifen!

Jetzt müsste ich mich aber noch mit "Super-Cmit" und "82er Neumann" (Zitate Blackbox) beschäftigen (theoretisch), um einigermassen im Gesamt-Bild zu sein! :-)
Man lernt dazu ...

Damit zurück an die Experten!




Pianist
Beiträge: 5469

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Pianist » Mi 22 Aug, 2018 19:54

Skeptiker hat geschrieben:
Mi 22 Aug, 2018 19:42
Jetzt müsste ich mich aber noch mit "Super-Cmit" und "82er Neumann" (Zitate Blackbox) beschäftigen (theoretisch), um einigermassen im Gesamt-Bild zu sein! :-)
Man lernt dazu ...
Beim Ton kann man sogar noch mehr lernen als beim Bild... :-)

Das Neumann KMR 82 gilt allerdings wirklich als nicht so feuchtigkeitsresistent. Und das blaue Schoeps liegt preislich noch mal in einem ganz anderen Bereich. Von daher: Schau mal nach einem MKH 70, natürlich mit passendem Korbwindschutz und Fell.

Schau mal bei filmtontechnik.de (extrem gute Firma in Berlin) in die Fundgrube, da bietet Filmtonmeister Walter Steffenhagen sein MKH 70 samt Korb und Fell für 1.200 EUR an. Das kommt doch wie für Dich gerufen.

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Mi 22 Aug, 2018 20:02

Pianist hat geschrieben:
Mi 22 Aug, 2018 19:54
... Das kommt doch wie für Dich gerufen.
Hallo Matthias,

Vielen Dank für den Hinweis!

Aber der Ruf ist noch nicht laut genug.
Bzw. meine beiden Kopfmikrofone (genannt: Ohren) noch nicht empfindlich genug.

Seitliche Störsignale überlagern das klare Richtsignal aus der Ferne, als da wären: Kleiner Copter, aktueller Computer, Atomos Rekorder, Speed Booster (bloss mit welchem Anschluss ??), Hightech-Blitzgeräte ... und was man sonst noch so braucht, um in der der Welt der Technik mitzuhalten!

Aber ich komme vielleicht darauf zurück, die Anlaufstelle kenne ich jetzt! ;-)

Gruss
Skeptiker




Blackbox
Beiträge: 62

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Blackbox » Do 23 Aug, 2018 15:35

Skeptiker hat geschrieben:
Mi 22 Aug, 2018 19:42
Fazit:
Das Sennheiser beeindruckt mit nur 8 dB Eigenrauschen(!), während Rode 13 dB angibt.
Das MKH70 ist da noch etwas besser und hat nur 5dB Eigenrauschen (A-bewertet). Muss aber nicht viel heissen, da für Tieraufnahmen auch die Frequenzabhängigkeit in der Richtcharakteristik eine starke Rolle spielt (grob im Polardiagramm abzuschätzen).
MKH70 hat m.E. keinen relevant verstärkten Spot bei höheren Frequenzen. Das soll beim 8070 etwas anders sein, was für Aufnahmen von hochfrequentem Tiergedöns (Vögel und so) natürlich vorteilhaft ist und die 3dB Rauschabstandsvorteil wohl überkompensieren dürfte.
Das 8070 ist außerdem (neu) um einiges günstiger als das 70er.

Allerdings ist das 70er gutmütiger für Angelanfänger, weil der Sound etwas abseits der Achse nicht direkt durch veränderten Frequenzgang unbrauchbar wird.
Hab das Teil schon unter schwierigen Bedingeungen indoor bei Theateraufzeichnungen eingesetzt, erst als zusätzliches Testmikro, mittlerweile auch regulär quasi als schmalere Supernierenvariante. Beim 416 ist das problematisch bis unmöglich, beim 70er gehts.
Die Sprachverständlichkeit wiederum ist beim vernünftig eingesetzten 416 deutlich besser.

Es kommt halt immer auf die Situation an: wenn das Mikro bewegt wird und gleichzeitig höhere Reflektionsanteile da sind (Räume, Buchenwald, etc.), dann ist gleichässiger Frequenzgang On und Off Axis im Vorteil, wenn Objekt und Mikro stationär bleiben oder Freifeldakustik da ist, dann ist die erhöhte Richtwirkung in den höheren Frequenzen vorteilhaft wegen besserer Isolation und präsenterem Sound (sofern sauber geangelt wird!).




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Do 23 Aug, 2018 17:30

@blackbox:

Danke für die Hinweise!

Ich habe nicht alles begriffen, aber es liefert genügend interessanten Stoff zum Nachdenken und Erkunden!

Unterdessen habe ich auch einen Blick auf Schoeps' (oder sagt man besser "Schoepsens" ? ;-)) azur-blaues SuperCMIT Hightech-Richtmikro geworfen (leider nur in der PDF-Broschüre), das ja zusätzlich eine rückwärts gerichtete Kapsel enthält, deren Aufnahme dann vor allem bei tieferen Frequenzen gegen die nach vorne gerichtete Kapsel intern verrechnet wird und somit überlagernde Störungen herausfiltern und die Richtwirkung elektronisch verbessern kann (was vielleicht das etwas stärkere Eigenrauschen - 14dBA / 16dBA - der beiden Kapseln ausgleicht). Stimmt das so in etwa?

Schick sieht es jedenfalls aus, das SuperCMIT so ganz in blau (erinnert ans Novoflex-Blau), obwohl man für Tieraufnahmen vielleicht ein schlichtes Schwarz bevorzugt hätte (-> evtl. als Extra-Anfertigung?).

Wäre interessant, mal einen Vergleich zu einem MKH 1070 zu hören, habe aber noch nicht danach gegoogelt.
Zuletzt geändert von Skeptiker am Do 23 Aug, 2018 17:39, insgesamt 1-mal geändert.




Frank Glencairn
Beiträge: 7629

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Frank Glencairn » Do 23 Aug, 2018 17:37

Skeptiker hat geschrieben:
Mi 22 Aug, 2018 19:42

Fazit:
Das Sennheiser beeindruckt mit nur 8 dB Eigenrauschen(!), während Rode 13 dB angibt.

In der Realität spielen die 5dB Unterschied aber keine Rolle. Da macht der Unterschied zwischen einem guten Fieldmixer (oder einem schlechten) und Camera Pre-Amps deutlich mehr aus - den kann man in der Realität nämlich tatsächlich hören.

Die 5dB aber so gut wie nicht, vor allem wenn das ganze dann am Ende sowieso wieder mal zu Tode komprimiert aus dem Handy Lautsprecher kommt, wo der Großteil des Contents - wie ich mir habe sagen lassen - heute konsumiert wird.

Noch mehr Unterschied als alle On-Paper-Specs, machen allerdings die Skills und die Erfahrung des Anglers (bzw. die Platzierung)
Hatte erst kürzlich wieder ne Produktion mit absolut miserablem Audio (trotz Senheiser) in der Timeline, weil der Typ nicht wußte was er tut.




Skeptiker
Beiträge: 4313

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Skeptiker » Do 23 Aug, 2018 17:42

@Frank Glencairn:

Vermutlich ist das NTG3 eher auch ein Allrounder, während das MKH 8070 allein schon durch seine Länge und Keulen-Charakteristik auf besonders enge Winkel und weit entferne Schallquellen spezialisiert ist.




Frank Glencairn
Beiträge: 7629

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Frank Glencairn » Do 23 Aug, 2018 17:49

Ja, durch das Lobar Pattern ist es etwas "Spotinger" - aber der TO hatte nach "Tierstimmen und Atmo" gefragt.




Blackbox
Beiträge: 62

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Blackbox » Do 23 Aug, 2018 18:23

Skeptiker hat geschrieben:
Do 23 Aug, 2018 17:30
@blackbox:

Schick sieht es jedenfalls aus, das SuperCMIT so ganz in blau (erinnert ans Novoflex-Blau), obwohl man für Tieraufnahmen vielleicht ein schlichtes Schwarz bevorzugt hätte (-> evtl. als Extra-Anfertigung?).
Wäre interessant, mal einen Vergleich zu einem MKH 1070 zu hören, habe aber noch nicht danach gegoogelt.
Mit relevanten cmit/SuperCmit Erfahrungen kann ich leider nicht dienen.
Ob's die in schwarz gibt weiss ich nicht, aber für greenbox Einsätze gibt es auf Kundenwunsch wohl eine entsprechend grüne Ausführung mit norrmgerechter Farbe.
'Blackbox' ist ja eher selten ;-)




pixelschubser2006
Beiträge: 1510

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von pixelschubser2006 » Do 23 Aug, 2018 22:31

Ich habe sowohl Rode als auch Sennheiser Mics im Einsatz und finde die abwertenden Sprüche über Rode nicht gerechtfertigt. Ganz im Gegenteil. Wir brauchen nicht darüber reden, daß ein Großmebran-Mic wie das NT1 einem Neumann nicht das Wasser reichen kann, aber dort geht es auch erst 5x so teuer los. In seiner Preisklasse ist das Rode aber eine verlässliche Größe!

Und das NTG3 wird von manchem Experten hochgelobt und als preiswertere aber ebenbürtige Alternative zum 416 gehandelt. Das ist natürlich eine Ansage, denn das 416 ist bei den mittleren Richtrohren die Eminenz. Wobei dessen Robustheit im Ausseneinsatz punktet. Im Studio dagegen ist Schoeps tatsächlich weitverbreitet. Und Sanken gibt es auch noch. Aber die sind ja absurd teuer.

Was ich aber viel eher glaube: Der Könner wird zwar die Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen locker raushören, aber aber aus dem Billigen dank Erfahrung mehr zaubern, als der Anfänger aus dem Edelrohr. Ein Mic, was zumindest einen brauchbaren und reproduzierbaren Klang hat, gewinnt durch optimale Anwendung am allermeisten. Das ist ähnlich wie bei dem Fotografen mit billigen Objektiven. Nur viel krasser, weil billige Spiegelreflexen schon im Automatikbetrieb scharfe und gut belichtete Bilder. Beim Mikro-Einsatz kann man aber richtig viel verkehrt machen.

Ich nutze übrigens ein Sony ECM-VG1 auf meiner Cam und ein ME66 als Interview-Mic. Noch nie hat irgendeiner gefragt, womit ich aufzeichne. Wenn ich mehr wollte, würde ich auch zum neuen 416 greifen. Die Rode, die ich bereits besitze, sind aber jeden Euro wert!




Blackbox
Beiträge: 62

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von Blackbox » Do 23 Aug, 2018 23:48

Ja auf jeden Fall.
Es hängt viel an der richtigen Anwendung, und es geht nichts über einen souveränen Boom operator:




mediadesign
Beiträge: 854

Re: Premium-Mikro für Tierfilm

Beitrag von mediadesign » Fr 24 Aug, 2018 08:03

Blackbox hat geschrieben:
Do 23 Aug, 2018 23:48
Ja auf jeden Fall.
Es hängt viel an der richtigen Anwendung, und es geht nichts über einen souveränen Boom operator:
Hammer, das kannte ich noch garnicht. Ist das wirklich passiert?




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