Tonaufnahme und -gestaltung Forum



Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )  



Fragen zur Tonaufzeichnung, Ausrüstung (Mikros etc.), aber auch zu gestalterischen Aspekten.
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DenK

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von DenK » Sa 22 Jul, 2017 08:11

wolfgang hat geschrieben:
Fr 21 Jul, 2017 20:06
Peppermintpost hat geschrieben:
Fr 21 Jul, 2017 19:01
ok wolfgang, also wenn ich dich richtig verstehe sagst du zusammengefasst, wenn man sich eine bessere kamera nicht leisten kann dann nutzt es auch nichts wenn man profi ist und natürlich auch anders herum wenn man als hobbyist nicht weis wohin mit seiner kohle dann kann man sich auch eine neue kamera kaufen. hab ich das so richtig verstanden? falls ja, dann hast du natürlich 100% recht, ich frage mich nur wohin diese einschätzung führen soll?

wenn ich darüber spreche ob es sinn macht eine neue kamera zu kaufen oder nicht, dann sollte ja sowieso klar sein das eine neuanschaffung die zum direkten konkurs führt nicht besonders sinnvoll ist. also zu unterstellen das man sich das neue gear auch leisten kann sollte doch die basis der diskussion sein, sonst macht das alles keinen sinn.

vorausgesetzt man kann es sich leisten, dann ist es doch nicht dumm darauf hin zu weisen, das ein profi der mit dem zeugs sein geld verdient und seine anschaffungen auch von der steuer absetzen kann andere bedürfnisse hat als ein hobbyist der das zeugs kauft weil er es halt gerne hätte.

ich verstehe das problem das du damit hast gerade nicht.
Ich habe damit kein Problem - absolut keines. Nur wurde ich persönlich nach einer Definition gefragt, obwohl ich explizit der Meinung bin dass uns Definitionen nicht weiter helfen werden.

Und das ist ja gerade mein Punkt: uns führt diese Einschätzung "Profi" oder "Amateur" eben nirgendwo hin. Einerseits ist das gar nicht die relevante Betrachtungsdimension - sondern eher ob ich in dem Geschäft drinnen sein will oder nicht. Will ich drinnen sein, dann muss sich eine Investition in eine Kamera natürlich irgendwann rechnen. Nur ob ich mich dann als Amateur oder Profi selbst sehe oder auch gesehen werde ist recht egal. Entweder fliegt das Geschäft oder es fliegt eben nicht.

Will ich nicht im Geschäft sein will und kaufe mir eine neue Kamera, sollte ich mir das halt auch leisten können - klar. Aber dann unterliege ich nicht den Überlegungen das das Gerät einen return on investment haben muss - wenn ich will stelle ich es in den Glaskasten und bewundere es lediglich. Es ist dann auch eine persönliche Konsumentscheidung.

Ob er es sich leisten kann oder nicht, ist aber bei so einem Video schon eine relevante Frage. Im Video oben wird ja die Ablehnung eines neuen Kamerakaufs auch damit argumentiert, dass man eben über einen Vergleich der Kamerakosten zu den gesamten Produktionskosten ca. 0,5% haben sollte. Mal abgesehen davon dass die unreflektierte Übernahme von so einem Benchmark auch problematisch ist (denn er ist offenbar Einzelunternehmer und vergleicht sich mit einer größeren Produktion) und man die Frage stellen kann ob diese 0,5% für sein Geschäftsmodell überhaupt erreichbar wären, ist schon die Frage zu stellen wie den sein kommerzieller Hintergrund ausschaut. Denn wenn der so traurig sein sollte, dass er sich ein neues Gerät gar nicht leisten kann ist das eine andere Situation als wenn er es sich tatsächlich nicht leisten will. Aber natürlich kann man trefflich über Hintergründe spekulieren die man nicht kennt.
Wenn die Frage lautet "Was bringt mir 4K", dann ist es wichtig wer diese Frage stellt, Profi oder Amateur. Dem Profi könnte man sagen dass er natürlich bessere Qualität erzielen kann, sich von der Konkurrenz abheben oder zumindest State of the art produzieren kann, und zur Not demKunden 4K sogar nur als Schlagwort verkaufen kann. Dem Amateur hingegen würde man sagen dass es ausschließlich seine persönliche Entscheidung bleibt, da er technisch und qualitativ nur sich selbst genügen muss. Das ist der Unterschied wegen dem hier eine Definition her muss. Wie kommst du darauf dass das nirgendwo hin führt?

Du kannst Profi auch gerne mit "jemand der seinen Lebensunterhalt damit verdient" ersetzen wenn du möchtest. Das ändert am Rest aber nichts.




wolfgang
Beiträge: 5714

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von wolfgang » Sa 22 Jul, 2017 09:56

Du gehst unverändert in die gleiche schwarz oder weiß Denkfalle.

Beispiel: Es kann genauso gut sein dass jemand, der nicht von der Sache lebt, den Anspruch hat dass sein Material nicht nur ihm sondern auch anderen gefallen muss. Dazu braucht es nicht unbedingt einen zahlenden Auftraggeber sondern nur der entsprechenden Zielsetzung.

Und weil Ziele eben sehr unterschiedlich sein können und auch sind, führt eine schwarz-weiß Definition eben nirgendst hin. Einfach weil sie dafür zu eindimensional ist.
Lieben Gruß,
Wolfgang




DenK

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von DenK » Sa 22 Jul, 2017 11:22

wolfgang hat geschrieben:
Sa 22 Jul, 2017 09:56
Du gehst unverändert in die gleiche schwarz oder weiß Denkfalle.

Beispiel: Es kann genauso gut sein dass jemand, der nicht von der Sache lebt, den Anspruch hat dass sein Material nicht nur ihm sondern auch anderen gefallen muss. Dazu braucht es nicht unbedingt einen zahlenden Auftraggeber sondern nur der entsprechenden Zielsetzung.

Und weil Ziele eben sehr unterschiedlich sein können und auch sind, führt eine schwarz-weiß Definition eben nirgendst hin. Einfach weil sie dafür zu eindimensional ist.
Ich habe genau das geschrieben. In deinem Beispiel ist es der Anspruch des Amateurs, dass es auch anderen gefallen muss (was ja eigentlich losgisch ist). Beim "Profi" ist es aber zwingend notwendig, sonst liegt nichts zu essen auf dem Tisch. Ich nehme an du siehst den Unterschied.




mash_gh4
Beiträge: 2661

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von mash_gh4 » Sa 22 Jul, 2017 13:51

DenK hat geschrieben:
Sa 22 Jul, 2017 11:22
Ich habe genau das geschrieben. In deinem Beispiel ist es der Anspruch des Amateurs, dass es auch anderen gefallen muss (was ja eigentlich losgisch ist). Beim "Profi" ist es aber zwingend notwendig, sonst liegt nichts zu essen auf dem Tisch. Ich nehme an du siehst den Unterschied.
der liebevolle umgang miteinander legt wohl nahe, dass hier gleich zwei dilletanten heftig am diskutieren sind.




Peppermintpost
Beiträge: 2408

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von Peppermintpost » Sa 22 Jul, 2017 16:34

ein profi setzt das geraschel was er kauft von der steuer ab, dazu muss er eine firma gründen und diese muss auch gewinn machen. ist keine gewinnabsicht zu erkennen wird das finanzamt die firma schliessen. das sind keine graustufen, so ist das gesetz und daraus ergibt sich auch eine klare abgrenzung vom profi zum hobbyisten.

wie schon oft geschrieben hat das weder mit qualität, qualifikation, zuschauerzahlen oder techspecs zu tuen.

ein profi und ein hobbyist sind einfach nicht das gleiche.

wenn sich bill gates einen 30 tonnen truck voller red und arris kauft ist er immer noch kein profi. wenn walter klabovski aus wanne-eickel eine filmproduktion gründet und mit dem iphone filmt ist er profi.

wenn du es nicht glaubst, ruf doch mal schnell beim finanzamt an.
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pixelschubser2006
Beiträge: 1513

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von pixelschubser2006 » Sa 22 Jul, 2017 19:45

Das ist schlicht und ergreifend falsch. Die Gewinnerzielungsabsicht war schon früher nur für den Vorsteuerabzug relevant. Nun gilt komplett die Einnahmeerzielungsabsicht. Das bedeutet, daß Hobby-Musiker mit gelegentlichen Gigs problemlos ihre ganzen laufenden Kosten in ihrer Steuererklärung geltend machen können. Sollten wir uns zu eigen machen, denn für viele Filmer sieht die Leidenschaft betriebswirtschaftlich ähnlich aus.
Peppermintpost hat geschrieben:
Sa 22 Jul, 2017 16:34
ein profi setzt das geraschel was er kauft von der steuer ab, dazu muss er eine firma gründen und diese muss auch gewinn machen. ist keine gewinnabsicht zu erkennen wird das finanzamt die firma schliessen. das sind keine graustufen, so ist das gesetz und daraus ergibt sich auch eine klare abgrenzung vom profi zum hobbyisten.

wenn du es nicht glaubst, ruf doch mal schnell beim finanzamt an.




TomStg
Beiträge: 1800

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von TomStg » Sa 22 Jul, 2017 20:23

pixelschubser2006 hat geschrieben:
Sa 22 Jul, 2017 19:45
Das ist schlicht und ergreifend falsch. Die Gewinnerzielungsabsicht war schon früher nur für den Vorsteuerabzug relevant. Nun gilt komplett die Einnahmeerzielungsabsicht.
Leider auch falsch.

Die Einnahmeerzielungsabsicht ist relevant für das Umsatzsteuergesetz, die Gewinnerzielungsabsicht gehört ins Einkommens- und Gewerbesteuerrecht.
Dh gibt es über mehrere Jahre keine Gewinne, können die Verluste steuerlich nicht mehr berücksichtigt werden. Die Unternehmereigenschaft bleibt jedoch erhalten, so lange eine erkennbare Einnahmerzielungsabsicht besteht.




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » Sa 22 Jul, 2017 20:55

Peppermintpost. Bitte nicht solche Halbwahrheiten verbreiten.
Zitat:"dazu muss er eine firma gründen und diese muss auch gewinn machen".
Das ist nicht richtig. Die tatsächliche Gewinnerzielung ist irrelevant.




Peppermintpost
Beiträge: 2408

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von Peppermintpost » Sa 22 Jul, 2017 21:13

ist wohl wieder nicht explizit genug ausgedrückt. in dem von dir zitierten satz sage ich direkt danach:
"ist keine gewinnabsicht zu erkennen wird das finanzamt die firma schliessen." gewinnabsicht und gewinn sind zwei verschiedene dinge. wenn du keinen gewinn machst, da hast du natürlich recht, entzieht dir das finanzamt nicht sofort die gewerbe zulassung. machst du aber wiederholt keinen gewinn wird es natürlich irgendwann schwierig eine gewinnabsicht darzustellen. das bedeutet auch wenn die beiden begriffe gewinn und gewinnabsicht nicht unmittelbar zusammen gehören ist es mittelfristig schwierig diese zu trennen.

ich bin selbst kein steuerberater und das hier ist auch keine steuerberatung meinerseits, das ist nur was ich mir immer wieder über die jahre sagen lassen musste. evtl bin ich da falsch beraten worden, da ich das aber auch von finanzbeamten so gehört und schriftlich bekommen habe bezweifele ich das ich da grundlegend falsch liege auch wenn ich gerne zugestehe das es im detail evtl noch ein klein wenig anders ist, die richtung stimmt jedenfalls.
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ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » Sa 22 Jul, 2017 21:37

Peppermintpost. Es geht um die "Absicht", das sollte nur klargestellt werden. Danke.




Funless
Beiträge: 2221

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von Funless » Sa 22 Jul, 2017 21:48

TomStg hat geschrieben:
Sa 22 Jul, 2017 20:23
... Einnahmerzielungsabsicht ...
Einnahmeerzielungsabsicht. Was für ein geiles Wort, das lasse ich mir gerade langsam auf der Zunge zergehen. Das wird mein Lieblingswort des Monats.

Einnahmeerzielungsabsicht.
MfG
Funless

"LOW LIGHT DOESN'T MEAN NO LIGHT, Get you gear out! PRACTICE WILL make you better, debates on forums will not!"




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » Sa 22 Jul, 2017 22:02

Wenn Gewinnstreben den Profi vom Amateur scheidet, dann wäre u.a. Alejandro Jodorovsky ein Amateurfilmer: http://nofilmschool.com/2017/07/alejand ... ess-poetry




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » Sa 22 Jul, 2017 22:20

Man kann alles umdefinieren, wenn man möchte. Und dann kann man sich an der Kommunikation erfreuen.




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » Sa 22 Jul, 2017 23:07

Rebooten wir doch mal die Diskussion.

In vielen Berufsfeldern gibt es harte Trennlinien zwischen Profi und Amateur, weil die Berufstätigkeit zwingend an ein Diplom (wie z.B. bei Ärzten und Juristen) bzw. eine Lizenz (wie z.B. bei Taxifahrern) geknüpft ist.

In künstlerischen und gestalterischen Berufen ist das, mit wenigen Ausnahmen (wie z.B. Architekten), nicht so. Gerade im Bereich von künstlerischen Filmproduktionen wird größtenteils unter nicht-professionellen Bedingungen (d.h. ohne professionelle Entlohnung, oft auf der Basis von eigenem oder kostenlos geliehenem Equipment) produziert. Nach diesem Maßstab wäre selbst ein Festival wie Oberhausen oder die Forum-Sektion der Berlinale zu erheblichen Teilen ein "Amateurfilmfestival". Hinzu kommen Filmemacher, die von ihrer Arbeit nicht leben können und mithilfe anderer Jobs überleben. In der Videokunst- und Experimentalfilmszene, aber auch bei vielen Kurzfilm- und Dokumentarfilmmachern ist das die Regel - und gilt selbst für Autorenfilm-Größen wie z.B. Chris Marker.

Bei keinem der o.g. Filmemacher ist das Filmen allerdings ein Hobby, sondern es ist un- oder unterbezahlter Beruf. Sie sind sowenig Amateurfilmer wie z.B. unbezahlte Privatdozenten an Universitäten Amateurwissenschaftler sind.

Gerade im Kunstbereich verschwimmt oft die Grenze zwischen Hobby un- und unterbezahltem Beruf. (Selbst zwei der größten literarischen Meisterwerke des letzten Jahrhunderts, Joyces Ulysses und Nabokovs Lolita, wurden auf Kosten der Autoren im Selbst- oder Kleinverlag publiziert.) Umgekehrt gibt es im YouTube-Zeitalter auch den klassischen Amateurfilm - wie z.B. Urlaubs- und Familienfilme - kaum noch.

Pragmatischer Vorschlag daher: mit Amateurfilm ist es wie mit ***, von dem ein Richter mal meinte, "I know it when I see it". Heute ist Amateurfilm vor allem Forenten-Kameratests auf Vimeo. Simon Wyndham schrieb dazu alles nötige schon vor 7 Jahren: https://web.archive.org/web/20100424034 ... -porn.html




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » Sa 22 Jul, 2017 23:29

Es bleibt dabei. Ohne klare Definition der Begriffe artet eine Diskussion aus. Man redet bedauerlicherweise aneinander vorbei.




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » Sa 22 Jul, 2017 23:47

ffm hat geschrieben:
Sa 22 Jul, 2017 23:29
Es bleibt dabei. Ohne klare Definition der Begriffe artet eine Diskussion aus. Man redet bedauerlicherweise aneinander vorbei.
Na, um es zu simplifizieren:
[1] Amateurfilmer = Freizeitfilmer
[2] Profi = Berufsfilmer

Nur gibt es da ein Problem: Wer im Jahr 2017 Arbeit und Freizeit noch klar voneinander trennen kann, dazu noch in einem kreativen Beruf, lebt in einer Spießer-Nische, die keine Zukunft hat (in den meisten Ländern dieser Welt eigentlich auch keine Gegenwart mehr).




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » So 23 Jul, 2017 00:11

Den Gedankensprung von allgemeinen Definitionen zum Spießertum kann ich nicht nachvollziehen




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » So 23 Jul, 2017 00:18

ffm hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 00:11
Den Gedankensprung von allgemeinen Definitionen zum Spießertum kann ich nicht nachvollziehen
Dann kann ich Dir nicht helfen. Oder höchstens mit einer weiteren Vereinfachung: Die Gleichung "Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps" war schon immer eine Spießer-Gleichung. Wer mit so einer Haltung im kreativen Bereich unterwegs ist, mag sich glücklich schätzen, dass er/sie damit überleben kann - aber ich würde dann schon mal zu einem vorausschauenden Berufswechsel raten.




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » So 23 Jul, 2017 00:26

Kommunikation, es bleibt schwierig




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » So 23 Jul, 2017 00:30

ffm hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 00:26
Kommunikation, es bleibt schwierig
Stimmt.




Peppermintpost
Beiträge: 2408

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von Peppermintpost » So 23 Jul, 2017 00:34

ffm gibts auf.

profi=amateur
schwarz=weiss
oben=unten
2+3=19
am ende zählt sowieso nur die story

damit ist ja jetzt für immer alles gesagt und man kann das forum herunter fahren.

ich glaube man muss einen ganzen haufen leute hier mal auf ignore setzen damit eine sinnvolle unterhaltung über ein thema wieder möglich wird. was hier passiert ist nicht mehr kontrovers sondern nur noch rumgelulle. egal was man schreibt, es findet sich IMMER irgend einer der das gegenteil behauptet.

aber ist ja auch egal,

weil am ende zählt sowieso nur die story ;-)
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ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » So 23 Jul, 2017 00:44

Ich setze hier niemanden auf "ignore". Ich schätze sowohl deine Meinung als auch die von "canstin". Man darf mir auch gerne belehrend entgegentreten. Ich mag die Kommunikation auf angenehmen Niveau.




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » So 23 Jul, 2017 01:14

Peppermintpost hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 00:34
ffm gibts auf.

profi=amateur
schwarz=weiss
oben=unten
2+3=19
Ist ja schön, wenn Leute noch wie früher im 20. Jahrhundert arbeiten können, als man schwarz und weiss (wie: Amateur / Profi, bezahlte / unbezahlte Arbeit) noch so einfach trennen konnte. Vielleicht geht das auch noch so gut in D, das ja als einziges Land von der Krise 2008 profitiert hat. Ich hab als Exilant in den Niederlanden eine andere Perspektive, weil 2008-2010 der große Einschnitt war, der zur teilweisen Deprofessionalisierung des Kreativsektors geführt hat. Wer heute unter 35 und im Kreativbereich unterwegs ist, hat größtenteils keine geregelte Anstellungen und stabilen Auftragslagen.

Das hiesige Finanzamt zieht als einzige Messlatte für bei der Handelskammer eingeschriebene Freiberufler, dass sie pro Jahr mindestens drei verschiedene Auftraggeber haben müssen. Theoretisch können die 330 Tage im Jahr bei McDonald's jobben und an drei Tagen im Jahr bezahlte Filmaufträge haben. Und fast niemand mehr kann von einer kreativen Spezialisierung leben. (Das behaupte ich übrigens nicht aus der freien Luft, sondern Kollegen von mir haben das empirisch untersucht und belegt: http://www.bamart.be/files/eindrapporthybridisering.pdf)

Wenn Deutschland jetzt noch die Insel der Seligen sein sollte, würde ich nicht darauf wetten, dass das noch lange so bleibt.




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » So 23 Jul, 2017 01:30

Zitat: Das hiesige Finanzamt zieht als einzige Messlatte für bei der Handelskammer eingeschriebene Freiberufler, dass sie pro Jahr mindestens drei verschiedene Auftraggeber haben müssen.

Das ist nur ein Kriterium, nicht das einzige.




cantsin
Beiträge: 4647

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von cantsin » So 23 Jul, 2017 01:44

ffm hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 01:30
Zitat: Das hiesige Finanzamt zieht als einzige Messlatte für bei der Handelskammer eingeschriebene Freiberufler, dass sie pro Jahr mindestens drei verschiedene Auftraggeber haben müssen.

Das ist nur ein Kriterium, nicht das einzige.
Ich weiss ja nicht, ob Du auch in NL lebst. Aber Du musst Dich hier, um als Freiberufler tätig zu sein, in die Handelskammer als Einmann-Betrieb einschreiben und bekommst dann eine Registrierungsnummer, die auf allen Deinen Rechnungen stehen muss, neben der Steuernummer. Auftraggeber dürfen Dich nur anheuern, wenn Sie von Dir eine Kopie Deiner Handelskammer-Einschreibung erhalten haben. Bei der Einschreibung musst Du Deine Tätigkeit angeben, also z.B. Filmemacher oder Mediengestalter - und die hängt in der Tat nur an dem Kriterium der mindestens drei Aufträge pro Jahr. Einzige Ausnahmen sind Berufe wie z.B. Architekt, die aus Gründen wie Bausicherheit bestimmte Diplome (hier: Master, mit abgelegten Bauprüfungen) zwingend voraussetzen. Auf Basis dieser Einschreibungsdaten werden auch nationale Berufsstatistiken generiert. (Darunter z.B. die, dass das Durchschnitts-Nettoeinkommen von Berufsfotografen nach 2010 auf unter 1500 Euro gesunken ist.)

Wie gesagt, dieses System gibt keinen Aufschluss mehr darüber, ob jemand von seiner Arbeit lebt oder nicht und mit welchem Mix von Einkünften man sich über Wasser hält.

Es gibt zu dem ganzen Komplex ja auch einschlägige politische Theorie über das sogenannte "Prekariat". Was der Wikipedia-Artikel zum Thema "prekäre Arbeit" schreibt, beschreibt eben genau diese Grauzone der Erwerbsarbeit: "Beschäftigungsverhältnisse werden beim Statistischen Bundesamt als prekär bezeichnet, wenn sie nicht geeignet sind, auf Dauer den Lebensunterhalt einer Person sicherzustellen oder deren soziale Sicherung zu gewährleisten". So, ist nun ein Kreativer, der prekäre (und darunter auch oft unbezahlte) Arbeit leistet, Profi, Semi-Profi oder Amateur?

Ich finde es ja richtig niedlich, wenn Leute von diesen Realitäten noch nie gehört haben.




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » So 23 Jul, 2017 01:46

Findest du das niedlich?




ffm
Beiträge: 116

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ffm » So 23 Jul, 2017 01:48

Dein Interesse ist persönlich?




mash_gh4
Beiträge: 2661

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von mash_gh4 » So 23 Jul, 2017 02:20

ffm hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 01:46
Findest du das niedlich?
ich muss zugeben, dass vieles von dem, was cantsin hier beschreibt, deutlich mehr einsicht und realistisches bewusstsein im bezug auf die ganz realen überlebensnöte kreativ schaffender erkennen lässt als man es sonst hier ständig vorgegaukelt bekommt. jedenfalls decken sich seine einschätzungen und beobachtungen im wesentlichen auch mit meiner wahrnehmung der betreffenden realität.




ZacFilm
Beiträge: 186

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von ZacFilm » So 23 Jul, 2017 02:34

Ich finde es schön, das auch mal jemand die Umstände außerhalb Deutschlands beschreibt. Manche hier scheinen zu denken, sie müssten mindestens 5000 Netto im Monat verdienen, weil sie ja sooooo hart filmen...




wolfgang
Beiträge: 5714

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von wolfgang » So 23 Jul, 2017 07:30

Peppermintpost hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 00:34
ich glaube man muss einen ganzen haufen leute hier mal auf ignore setzen damit eine sinnvolle unterhaltung über ein thema wieder möglich wird. was hier passiert ist nicht mehr kontrovers sondern nur noch rumgelulle. egal was man schreibt, es findet sich IMMER irgend einer der das gegenteil behauptet.
Was erwartest dir bei einem Wald- und Wiesenthema wie dem hier? Was soll denn dabei raus kommen, wenn man die sinnleere Frage stellt ob man eine neue Kamera braucht?

Zu unterschiedlich sind die Hintergründe, zu verschieden die Sichtweisen, zu kurz greifend die glauben mit Definitionen alles erschlagen zu können.

Ist halt ein heißer Sommer heuer.
Lieben Gruß,
Wolfgang




TomStg
Beiträge: 1800

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von TomStg » So 23 Jul, 2017 10:06

wolfgang hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 07:30
Was erwartest dir bei einem Wald- und Wiesenthema wie dem hier? Was soll denn dabei raus kommen, wenn man die sinnleere Frage stellt ob man eine neue Kamera braucht?
+1!
Solche Themenstellungen sind hier immer öfters das Problem. Gilt genauso für die philosophischen Ergüsse und vermeintlichen Weisheiten selbsternannter Experten. Dabei erst mitzumachen und sich dann darüber zu beschweren, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, ist ziemlich selbstgefällig - entspricht damit aber auch voll und ganz dem Selbstverständnis diverser Foristen hier.




Darth Schneider
Beiträge: 1824

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von Darth Schneider » So 23 Jul, 2017 11:45

An Wolfgang und andere.
Zuerst mal, ich bin kein selbst ernannter Experte.
Meiner Meinung nach gibt es fast keine blöden Fragen, nür blöde Antworten.
Also Sinnlehr finde ich das Thema zudem nicht. Zumal war die ganze Frage die lautete: Warum braucht man eine neue Kamera ( oder nicht ? )
Es geht doch nur darum das der eine oder andere Vieleicht nochmal über den ehrlichen persönlichen Nutzen nachdenkt, bevor er gleich eine neue teure Kamera kauft, die er Vieleicht ja gar nicht wirklich braucht ?! Kaufen denn nicht die meisten Leute die es sich leisten können manchmal unnötiges Zeug ?
Der junge Mann im Video hat einfach seine Meinung ins Internet gestellt. Sehr wahrscheinlich nicht in der Erwartung das alle seiner Meinung sein werden. Ich mag jetzt halt seine Meinung, respektiere aber auch andere Meinungen und lerne daraus. Sinnlehr finde ich höchstens wenn man andere Meinungen verurteilt.
Diese Diskussion über Amateure und Profis ist für mich auch nicht gerade Sinnvoll. Da es so viele Meinungen darüber wie Leute gibt. Recht haben doch eigentlich alle, nur die Standpunkte der Leute sind halt verschieden.
Der Anzahl an Kommentaren und die relativ lange Dauer der, nicht uninteressanten Diskussion, beweist doch irgendwo auch das viele Leute meine etwas naive, Vieleicht dumme Frage scheinbar doch desto Trotz schon in irgend einer Form beschäftigt, oder Vieleicht sogar interessant finden.
Gruss Boris




wolfgang
Beiträge: 5714

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von wolfgang » So 23 Jul, 2017 13:41

Darth Schneider hat geschrieben:
So 23 Jul, 2017 11:45
Der Anzahl an Kommentaren und die relativ lange Dauer der, nicht uninteressanten Diskussion, beweist doch irgendwo auch das viele Leute meine etwas naive, Vieleicht dumme Frage scheinbar doch desto Trotz schon in irgend einer Form beschäftigt, oder Vieleicht sogar interessant finden.
Gruss Boris
Oder es beweist das der Sommer heiß ist und man die Zeit auch so todschlagen kann?

Du solltest dich auf jeden Fall nicht persönlich angegriffen fühlen, bei so einem Wald- und Wiesenthema. Das bringt es einfach nicht.
Lieben Gruß,
Wolfgang




Jan
Beiträge: 9142

Re: Warum braucht man einen neue Kamera ( oder nicht )

Beitrag von Jan » Mo 24 Jul, 2017 16:22

@ Darth - das Problem ist doch immer, ob man Anspruch hat oder nicht. Ich kenne sehr viele User, die meinen, Handybilder haben eine gute Qualität. Für mich sind das nur Notfallbilder, der starke Detailverlust (Matsch, überschärft, Holz sieht von der Oberfläche gleich aus wie Watte) und das Rauschen bei höheren ISO Zahlen ist für jeden halbwegs professionellen User sofort sichtbar. Wenn ich natürlich keine bessere Kamera, ich meine Modelle ab einem Zoll kenne, sehe ich das natürlich auch nicht. Wenn ich meine, dass ein 1,4 Liter Auto mit 100 PS schnell ist und noch nie mit einem 3.0er gefahren bin, liegt es halt leider an zu wenig Erfahrung meinerseits. Diese Vergleiche Billig gegen Teuer sind meist Quark, weil man sehr wohl deutliche Unterschiede sehen kann, wenn man Niveau kennt. Klar kann man auch mit schlechtem Material je nach Situation etwas Gutes rausholen, es gibt aber leider Situationen, wo selbst der beste Profi keine Chance hat, gute Bilder zu erstellen, wenn die jeweilige Kamera dort massive Schwächen hat.

VG
Jan
Der Westen gewann die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen, Werte oder Religion, sondern eher durch die Anwendung organisierter Gewalt. Westliche Menschen vergessen das oft - die Anderen nicht.

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