Tonaufnahme und -gestaltung Forum



Microtech Gefell M310



Fragen zur Tonaufzeichnung, Ausrüstung (Mikros etc.), aber auch zu gestalterischen Aspekten.
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iasi
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Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von iasi » Do 14 Mär, 2019 13:28

rush hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 13:10

Für Mics gilt dasselbe - jemand der Ahnung von der Materie hat wird i.d.R. auch mit günstigen Mics besser und sauberer arbeiten können als jemand der bspw. ein 416 aus zwei Metern angelt oder z.b. das "falsche" Mic in lauter Umgebung wählt weil er meint ein Rictrohr sei immer das ideale Werkzeug.
Nur holt der Könner mit einem guten Mikrofon eben doch auch nochmal einen besseren Ton heraus.
In meinen Händen wäre ein teures Spitzen-Mikro wohl auch Perlen vor die ***, aber von guten Tonleuten bekommt man damit dann eben doch noch das Quentchen mehr an Qualität.




Darth Schneider
Beiträge: 3168

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Darth Schneider » Do 14 Mär, 2019 13:45

Ich denke von einem wirklich guten Tönler kriegst du auch anständigen Sound mit einem Rode Videomicro, einer 50€ Angel, einem 40€ Kopfhörer und einem Zoom H1.
Genau so wie ein Spitzenfotograf mit 100€ Kamera auch super Fotos machen kann, wenn er möchte.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




iasi
Beiträge: 12726

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von iasi » Do 14 Mär, 2019 14:01

Darth Schneider hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 13:45
Ich denke von einem wirklich guten Tönler kriegst du auch anständigen Sound mit einem Rode Videomicro, einer 50€ Angel, einem 40€ Kopfhörer und einem Zoom H1.
Genau so wie ein Spitzenfotograf mit 100€ Kamera auch super Fotos machen kann, wenn er möchte.
Gruss Boris
na - das ist dann aber doch etwas überspitzt formuliert. ;) :)




Darth Schneider
Beiträge: 3168

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Darth Schneider » Do 14 Mär, 2019 14:05

Natürlich war das überspitzt,
aber wieviele hier brauchen denn jetzt wirklich 1000€ Mikrofone ?
Dazu kommt das ja eins ganz bestimmt nicht reicht.
Manche Tonquellen tönen besser mit einem Stereo MIC, manchmal braucht man eine Superniere, manchmal ein Richtmikrofon, dann ein Gesangsmik, manchmal ein kleines Lavalier....
Also wenn dann jedes sooo hochwertig und High Fidelty sein soll, dann kostet das dann mit Kabeln, Deatcats, Spinnen und so weiter, schnell mal 10 000 €.
Gruss Boris
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Douglas Adams

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Do 14 Mär, 2019 14:16, insgesamt 1-mal geändert.




rush
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Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von rush » Do 14 Mär, 2019 14:13

Eben - viele hören ja nicht einmal den Unterschied zwischen einem ME2 und ME102 Lav - ich finde ersteres dagegen eher schwach. Aber eben auch nur weil entsprechende Lavs selbst im Einsatz/Vergleich hatte und mir da ein subjektives Urteil bilden kann.

Es gibt da in der Tat Nuancen und auch mal größere Unterschiede - aber ich würde es eben weniger an der Marke festmachen wie es weiter vorn hier im Thread der Fall war. Denn auch die Chinesen oder Australier können gutes Zeug produzieren das sich teils nicht vor den "Etablierten" verstecken muss.
keep ya head up




pillepalle
Beiträge: 773

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von pillepalle » Do 14 Mär, 2019 14:31

@ Darth Schneider

Bei nicht wenigen Profis kostet der Recorder alleine schon 4000-6000 ,- €. Da kommt für das gesammte Kit doch einiges mehr zusammen.

Das bedeutet jetzt nicht das man als Laie soviel dafür ausgeben soll, nur muss man die Dinge etwas ins Verhältnis setzen. Rechne einfach mal aus was Du für Deine Kamera mit Optiken und Zubehör so ausgegeben hast. Und dann addiere mal was Du für Ton ausgegeben hast. Ist vermutlich nicht genauso viel. Aber der Ton ist am Ende genau so wichtig wie das Bild... Nur mal so als Debkanstoß.

VG




Skeptiker
Beiträge: 4940

Re: , liege ich vermutlich auch nicht ganz daneben!

Beitrag von Skeptiker » Do 14 Mär, 2019 14:42

Frank Glencairn hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 13:10
Skeptiker hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 12:20

Und ich erinnere mich an Deine Statements, wenn's ums Bewegt-Bild geht: (Sinngemäss) Keine Qualität bei der Bild-Akquisition verschenken, indem man super-komprimiert mit H.264 oder gar H.265 aufnimmt, sondern entweder RAW verwenden oder gering-komprimierende Codecs wie ProRes & Co.
Das entspricht bei Audio in WAV/PCM aufzunehmen statt in MP3 und hat nix mit der Hardware zu tun.
Stimmt - da lag ich leicht daneben (das Schluss-Statement war aber passend)!

Der bessere Vergleich zu
Frank Glencairn hat geschrieben:Merkst du was?

Wenn ich einen "guten" Kopfhörer brauche, um irgendwelche Unterschiede überhaupt erst festzustellen, sind diese Unterschiede nicht der Rede wert.
wäre gewesen:

"Wenn ein 1024 x 768 Rec. 709 Bildschirm nicht genügt, um irgendwelche Bildunterschiede sichtbar zu machen, sind diese Unterschiede nicht der Rede wert - wozu also RAW oder HQ-ProRes statt 4:2:0 H.264 oder H.265 ??"


Egal, ich weiss, wie Du es gemeint hast (nicht übertreiben und das Gras wachsen hören wollen), und ich wollte mit meiner Kopfhörer-Bemerkung darauf hinweisen, dass die Unterschiede im Audiobereich subtil sind.

Themawechsel:
Ich habe zuvor ein paarmal auf Sennheiser verlinkt, hier ist nun ein interessanter Link zu einem Interview, in dem der durchaus streitbare Peter Freedman auch schwierige Zeiten nicht ausklammert:
The Name behind the Name - Peter Freedman, Rode Microphones
http://www.audiotechnology.com/PDF/REGU ... eedman.pdf

Der englischsprache Wiki-Artikel über Rode bietet eine interessante Herleitung des Namens für den Mikrofon-Erstling Rode NT-1:
Vermutlich nicht ganz ernst gemeint: Rodent-1 (Nagetier 1).
https://en.wikipedia.org/wiki/R%C3%B8de_Microphones

Was beide Artikel nicht enthüllen (und ich auch sonst nirgends finden konnte):

Den beruflichen Werdegang/Hintergrund von Peter Freedman.

Ist das in erster Linie ein Businessman oder kommt er eher von der Ingenieurs-Seite (wie sein Vater und Freedman Electronics-Gründer Henry Freedman - das spätere "ø" in Røde ist übrigens eine Erinnerung an Peters schwedische Mutter).
Oder vielleicht einfach ein tüchtiger Selfmademan ??




Darth Schneider
Beiträge: 3168

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Darth Schneider » Do 14 Mär, 2019 14:51

An pillepalle
Bedeutet das, wenn beim Film mit 100 000 € teuren Kameras gedreht wird, das für die Tonaufnahme genau so teures Equipment am Drehort ist ?
Oder ist Audio auch bei den voll Profis eher günstiger als das Kamera Equipment?
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




pillepalle
Beiträge: 773

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von pillepalle » Do 14 Mär, 2019 15:08

Etwas weniger als das Equipment vom Camera-Department ist das schon, aber auch nicht wirklich wenig. Da wird bei großen Produktionen auch viel dazu gemietet, denn die meisten Tonleute haben nur ein Grundequipment.
Da kostet z.B. eine Funkstrecke 3500,-€ (ohne Mikro) und wenn Du mal eben 6 oder 8 Stück am Set brauchst, mietet man die. Sowas legt sich niemand zuhause hin.

Es ging aber auch eher so ein wenig darum, das 1000,-€ für ein gutes Mikrofon als zu viel angesehen werden, wo man für ein gutes Objektiv in der Regel deutlich mehr ausgibt. Dabei ist der Nutzen eines guten Mikros nicht wirklich geringer.

VG




Frank Glencairn
Beiträge: 8973

Re: , liege ich vermutlich auch nicht ganz daneben!

Beitrag von Frank Glencairn » Do 14 Mär, 2019 16:39

Skeptiker hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 14:42

Den beruflichen Werdegang/Hintergrund von Peter Freedman.

Ist das in erster Linie ein Businessman oder kommt er eher von der Ingenieurs-Seite ..
Oder vielleicht einfach ein tüchtiger Selfmademan ??
Ich hab Peter mal bei nem Dreh kennen gelernt, und war danach mit ihm und seiner Frau beim Essen.
Beide ausgesprochen nett und angenehm.
Ich hab ihn zwar nicht nach seinem Werdegang ausgequetscht, aber er hat ein enormes technisches Verständnis und Wissen was Audio (vor allem Micros natürlich) betrifft. Ich hatte schon den Eindruck, daß er mal was in der Richtung studiert/gelernt hat.




mikroguenni
Beiträge: 160

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von mikroguenni » Do 14 Mär, 2019 18:52

Darth Schneider hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 13:12
Mal ne Frage:
Was taugt eigentlich dieses Teil, kennt jemand dieses MIC ?
B5AD1211-F9D8-40F3-B134-70A30B59B6D5.png
Gruss Boris
Eine billige China-Kopie des MKE600 ohne auch nur annähernd die Qualität zu erreichen. Aber es sieht immerhin von weitem so aus.
Der Hersteller hat offensichtlich nicht die geringste Ahnung wie man ein Richtrohr baut. Das Mikrofon ist aus jeder Richtung gleich empfindlich (also keine Richtwirkung!), lediglich der Klang ändert sich mit der Richtung, aber nicht die Lautstärke.

Einfach mal das Video anschauen.




TomStg
Beiträge: 1943

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von TomStg » Fr 15 Mär, 2019 07:35

pillepalle hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 15:08
Es ging aber auch eher so ein wenig darum, das 1000,-€ für ein gutes Mikrofon als zu viel angesehen werden, wo man für ein gutes Objektiv in der Regel deutlich mehr ausgibt. Dabei ist der Nutzen eines guten Mikros nicht wirklich geringer.
Dies ist mE der Kern, den es zu verstehen gilt. Gilt auch nicht nur für das Mikro, sondern für die gesamte Tonstrecke. Ein MKH 8060 nützt nichts, wenn es an einen Rauschgenerator wie zB den H1n-4n angeschlossen wird.




Onkel Danny
Beiträge: 304

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Onkel Danny » Fr 15 Mär, 2019 17:39

Der Grundtenor ist klar, aus billigen Mics bekommt man kein Spitzensound.

Aber gerade Rode und co. bieten gute Mics zu einem fairen Preis an.
Der Unterschied zu den ganz teuren ist vorhanden, aber je nach dem, sind es wirklich
nur noch Nuancen. Und diese lassen sich alle Hersteller sehr gut bezahlen.
Es muss ja nicht immer Schoeps sein.

Die kleinen Manufakturen können bei den sehr geringen Stückzahlen, natürlich auch
beim Preis nicht mithalten.
Aber neben dem guten Klang, ist der Rest wie Service, Haltbarkeit usw. grundlegend.
Und muss nun mal auch bezahlt werden.

Ich habe sowohl Rode aber auch Sennheiser und finde beide gut, wobei es verschiedene
Anwendungszwecke sind. Und so sollte man auch dem entsprechend unterscheiden und aussuchen.
So wie es die entsprechenden Objektive gibt, nimmt man auch die entsprechenden Mics.

Und ja, leider wird der Ton immer wieder sehr stiefmütterlich behandelt.
Ach die Kamera kostet 2 Mille aber das Mic darf nicht mehr als 100€ kosten und
der Recorder, falls überhaupt vorhanden, nicht mehr als 200€....

Ein gutes Mic sollte einen recht linearen und homogenen Frequenzgang haben, damit man
es gut angleichen kann.
Klar gibt es genug Mics mit einem Peak an gewissen Bereichen, das hat auch einen Sinn.
Sollte aber nicht immer, bei jeder Situation, genutzt werden.

Bei der Aufnahme sollte natürlich unkomprimiert/losless aufgenommen werden.

Und doch, bei einem Recorder spielen die Preamps eine große Rolle.
Die A-D/D-A Wandler sind schon lange kein Problem mehr, genau wie die Verstärkerleistung.

Aber die Verstärkerleistung in Verbindung mit einem geringen Eigenrauschen.
Bekommt man leider eben nicht bei jedem Recorder oder gar In-Cam .

Die ganzen kleinen Recorder bis 200€ sind alle tauglich, aber auch nicht das gelbe vom Ei.
So ab Zoom F4/Sound Devices Mixpre-3 Klasse gibt es keine Klangabstriche mehr.

Leider brechen einige hier bei mehr als 2-3Kg sofort zusammen. Also wird es schwer mit dem guten Ton ;)


Allerdings wundert es mich ein wenig, wie man hier auf die Idee kommt, das Surround am Set aufgenommen wird? Da ist Stereo eigentlich das Höste der Gefühle, vom Atmo mal ganz zu schweigen.

Denn Sounddesign ist ein Posten der Postproduction und entsteht nicht direkt am Set.


@pillepalle
Danke für den kleinen Bericht, immer wieder nett zu sehen, was Equipment Erfahrungen angeht.
Da hast Du dr was feines gegönnt, richtig so.

greetz




mikroguenni
Beiträge: 160

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von mikroguenni » Fr 15 Mär, 2019 17:44

pillepalle hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 14:31

...
Das bedeutet jetzt nicht das man als Laie soviel dafür ausgeben soll, nur muss man die Dinge etwas ins Verhältnis setzen. Rechne einfach mal aus was Du für Deine Kamera mit Optiken und Zubehör so ausgegeben hast. Und dann addiere mal was Du für Ton ausgegeben hast. Ist vermutlich nicht genauso viel. Aber der Ton ist am Ende genau so wichtig wie das Bild... Nur mal so als Debkanstoß.
...
Jetzt setze ich die Dinge mal ins Verhältnis:

https://www.amazon.de/B-I-G-Holga-Objek ... way&sr=8-4
für 22,56€
(ich hab aus Versehen die Nikon Version erwischt, gibt es aber auch als Canon)
oder

https://www.amazon.de/Canon-Objektiv-EF ... to&sr=1-16

für 2150€

Wer würde von dem ersten Teil wirklich ein vernünftiges Bild erwarten? Hier wohl niemand, aber offensichtlich gibt es Käufer denen das genügt, 69% der Kunden geben 5 Sterne.
Bei Optik weiß man das Qualität Geld kostet, bei Akustik ist es genauso auch wenn es nicht so bekannt ist.




TomStg
Beiträge: 1943

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von TomStg » Fr 15 Mär, 2019 19:19

mikroguenni hat geschrieben:
Fr 15 Mär, 2019 17:44
Bei Optik weiß man das Qualität Geld kostet, bei Akustik ist es genauso auch wenn es nicht so bekannt ist.
Ich hoffe sehr, dass dieser Thread dazu beiträgt, dass manche Fans von Billigmüll beim Tonequipment zumindest zum Nachdenken, wenn nicht gar zum Umdenken angeregt werden - und dabei ohne dumme Beleidigungen auskommen.




FASN
Beiträge: 41

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von FASN » Fr 15 Mär, 2019 21:26

Dies ist mE der Kern, den es zu verstehen gilt. Gilt auch nicht nur für das Mikro, sondern für die gesamte Tonstrecke. Ein MKH 8060 nützt nichts, wenn es an einen Rauschgenerator wie zB den H1n-4n angeschlossen wird.
Das ist mal ein wahres Wort. Vom Mikro über Ausgangsstufe über MicPre über HP-Amp bis zum Kopfhörer sollte alles in der Kette beurteilt werden. Gerade HP-Amps in Kameras oder mobilen Recordern verleiten gerne mal zu Fehleinschätzungen der Kette. Genauso wie interne/externe soundcards/interfaces am PC und erst recht die Kopfhörerausgänge von Laptops oder mobile devices.
Wer ernsthaft seinen Set-Ton verbessern möchte, der sollte seine Ergebnisse unbedingt auch mal auf einer Referenz-Abhöre, unter kontrollierten akustischen Bedingungen von einem Profi gegenchecken lassen. Dialog-EditorInnen sind da besonders kritisch und deswegen gute AnsprechpartnerInnen.

@pillepalle
Kannst Du schon was sagen zu handlingnoise und Windempfindlichkeit des M310 an der Angel ? Welche Mic-Halterung verwendest Du ? Bin gespannt auf weitere Berichte und Danke für die bisherigen.

VG fasn




Frank B.
Beiträge: 8694

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Frank B. » Fr 15 Mär, 2019 21:48

Es ist ja eine Binsenweisheit, davon auszugehen, dass in einer Signalverarbeitung immer die Kette der einzelnen Komponenten im Blick behalten werden muss. Hier ist halt die Frage, ob man auch mit etwas "minderwertigeren" Komponenten überhaupt zu einem Ergebnis kommen kann, das zufriedenstellend ist. Zufriedenstellend impliziert ja schon eine gewisse subjektive Einschätzung einer Sache. Ich glaube halt, dass ein Amateur auch mit dem heutigen Material aus dem Amateur- und Semiprobereich zu guten und für ihn zufriedenstellenden Ergebnissen kommen kann und zwar so, dass die breite Masse von Konsumenten ebenfalls die Qualität als gut betrachtet.
Ein Sennheiser MKE 600 oder Bayerdynamic MCE 85 sind sicher keine schlechten Mikros, obwohl sie unter 300 Euro kosten. Irgendwann kippt immer der Kosten - Nutzen - Faktor.




pillepalle
Beiträge: 773

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von pillepalle » Fr 15 Mär, 2019 22:16

@ FASN

Bezüglich des Handling Noise macht es einen guten Eindruck. Hatte früher mal die AKG ULS Serie (C480b mit diversen Kapseln) und die waren wesentlich härter aufgehängt. Also deutlich empfindlicher gegen Körperschall/Hantiergeräusche. Momentan nutze ich es an der Angel mit dem Rode PG2-R Pistolengriff ( https://www.thomann.de/de/rode_pg2_r.htm ) und der dazugehörigen Connbox ( https://www.thomann.de/de/rode_pg2_r_pro_cable.htm ). Habe auch ein Rycote invision 7 System von früher, aber ehrlich gesagt gefallen mir die Klammern die es zum Rode Set gibt besser, weil die weiche Gummierung ganz um das Mikro geht. Die Rycote Klammer kratzt immer etwas an der Oberfläche.

Durch die Richtcharakteristik ist es naturgemäß recht windempfindlich (je gerichteter das Mikro desto empfindlicher gegen Windgeräusche). Hab' mir deshalb für Indoor Aufnahmen ein Rycote Baseball geholt ( https://www.thomann.de/de/rycote_baseball_21_22.htm ), um bei schnellen Boombewegungen keine Störungen durch Wind zu haben. Und wenn ich es mal Outdoor einsetzen möchte noch den Rycote Baby Ball Gag mit Fell ( https://www.thomann.de/de/rycote_baby_b ... _21_mm.htm ). Ist auch interessant wenn man auch mal Atmos mit mehreren Mikros aufnehmen möchte, da die Mikros dann weiter auseinander sind.

Nehme zwar nächstes Wochenende etwas auf, aber eher im ENG Stil bei dem ich ein Sennheiser MD 42 einsetze (Handgehaltenes Reporter Mikro). Käme mir vielleicht etwas albern vor, wenn ich da noch zusätzlich eine Angel drüber halten würde :) Aber ich hoffe das ich es bald mal im Praxiseinsatz haben werde.

VG




FASN
Beiträge: 41

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von FASN » Fr 15 Mär, 2019 22:47

Bezüglich des Handling Noise macht es einen guten Eindruck. Hatte früher mal die AKG ULS Serie (C480b mit diversen Kapseln) und die waren wesentlich härter aufgehängt. Also deutlich empfindlicher gegen Körperschall/Hantiergeräusche. Momentan nutze ich es an der Angel mit dem Rode PG2-R Pistolengriff ( https://www.thomann.de/de/rode_pg2_r.htm ) und der dazugehörigen Connbox ( https://www.thomann.de/de/rode_pg2_r_pro_cable.htm ). Habe auch ein Rycote invision 7 System von früher, aber ehrlich gesagt gefallen mir die Klammern die es zum Rode Set gibt besser, weil die weiche Gummierung ganz um das Mikro geht. Die Rycote Klammer kratzt immer etwas an der Oberfläche.

Durch die Richtcharakteristik ist es naturgemäß recht windempfindlich (je gerichteter das Mikro desto empfindlicher gegen Windgeräusche). Hab' mir deshalb für Indoor Aufnahmen ein Rycote Baseball geholt ( https://www.thomann.de/de/rycote_baseball_21_22.htm ), um bei schnellen Boombewegungen keine Störungen durch Wind zu haben. Und wenn ich es mal Outdoor einsetzen möchte noch den Rycote Baby Ball Gag mit Fell ( https://www.thomann.de/de/rycote_baby_b ... _21_mm.htm ). Ist auch interessant wenn man auch mal Atmos mit mehreren Mikros aufnehmen möchte, da die Mikros dann weiter auseinander sind.
Danke Dir für das schnelle feedback und welcome to jw




pillepalle
Beiträge: 773

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von pillepalle » Fr 15 Mär, 2019 23:03

@ FASN

Haha... ja, früher oder später brauche ich auch noch eine zweite längere Angel. Aber die Infos waren echt nützlich. Werde wohl eine kabellose mit externem Kabel nehmen :)

VH




Onkel Danny
Beiträge: 304

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Onkel Danny » Fr 15 Mär, 2019 23:35

Frank B. hat geschrieben:
Fr 15 Mär, 2019 21:48
Es ist ja eine Binsenweisheit, davon auszugehen, dass in einer Signalverarbeitung immer die Kette der einzelnen Komponenten im Blick behalten werden muss. Hier ist halt die Frage, ob man auch mit etwas "minderwertigeren" Komponenten überhaupt zu einem Ergebnis kommen kann, das zufriedenstellend ist. Zufriedenstellend impliziert ja schon eine gewisse subjektive Einschätzung einer Sache. Ich glaube halt, dass ein Amateur auch mit dem heutigen Material aus dem Amateur- und Semiprobereich zu guten und für ihn zufriedenstellenden Ergebnissen kommen kann und zwar so, dass die breite Masse von Konsumenten ebenfalls die Qualität als gut betrachtet.
Ein Sennheiser MKE 600 oder Bayerdynamic MCE 85 sind sicher keine schlechten Mikros, obwohl sie unter 300 Euro kosten. Irgendwann kippt immer der Kosten - Nutzen - Faktor.
Also Semipro ist sicher ausreichend für das Meiste. Und gerade das MKE 600 kann sicher genug.

Aber genau das ist es, ein gewisses Mindestmaß muss man schon anlegen.
Ab da an gibt es keine Bösen Überraschungen mehr.

Beispiel: Ein Lavelier für 10€ Brutto. Damit kann man leider keinen Blumentopf gewinnen.
Klar funktioniert es, aber der Ton...

Es gibt Gründe warum ein gutes Mic einen Mindestpreis hat.
Leider ignorieren das zu viele Leute.

greetz




FASN
Beiträge: 41

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von FASN » Fr 15 Mär, 2019 23:59

@ pillepalle

bzgl. Deiner Angelfrage bei JW, würde ich Dir zu einem System raten, welches die nachträgliche Ausstattung mit einem innenliegendem Kabel zulässt ( VdB, Ambient etc.). Das Beste aus zwei Welten !

VG




pillepalle
Beiträge: 773

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von pillepalle » Sa 16 Mär, 2019 00:23

@ FASN

Ja, sind beides super Hersteller. VdB gefällt mir etwas besser, weil die in den Längen die mich interessieren (um die 550 cm) in zusammengeschobenen Zustand etwas kürzer und handlicher sind. Finde auch noch die K-Tek Klassic Angeln ganz interessant. Meine Recorder Tasche ist von K-Tek (Stingray Junior) und die finde ich ziemlich genial. Super praktisch und wirklich durchdacht.

VG




cantsin
Beiträge: 5878

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von cantsin » Sa 16 Mär, 2019 00:51

pillepalle hat geschrieben:
Do 14 Mär, 2019 15:08
Es ging aber auch eher so ein wenig darum, das 1000,-€ für ein gutes Mikrofon als zu viel angesehen werden, wo man für ein gutes Objektiv in der Regel deutlich mehr ausgibt.
Stimmt zwar, aber es gibt z.T. auch Spitzen-Objektive für 500,- (z.B. aus der Sigma Art-Serie) und selbst sehr anständige Objektive für 100-200 Euro (wie z.B. Canons und Nikons 50mm/1.8-Objektive bzw. 24mm/35mm APS-C-Objektive). Die Frage ist, ob es vergleichbare Preis-/Leistungsempfehlungen auch bei Mikrofonen gibt. Das Rode NTG-3 scheint in die Kategorie zu fallen, und ruessels binauraler Ohrwurm.




rush
Beiträge: 9160

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von rush » Sa 16 Mär, 2019 02:19

Man kann es nur immer wieder Mal aufs Neue Wiederholen... Es kommt drauf an was man aufnehmen/erreichen möchte.

Tonkopf-Stereofonie aka Ohruwm war für mich bis auf eine experimentelle Produktion nie ein Thema.
Grund: Faktisch niemand hört das Endprodukt entsprechend ab um die Nuancen und bewusst inszeniert akustische Akzente auch nur annähernd wahrzunehmen.

Fazit: vergleichbar mit 3d... Im Prinzip geil - in der Praxis bis heute nicht massentauglich.
keep ya head up




pillepalle
Beiträge: 773

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von pillepalle » Sa 16 Mär, 2019 09:33

rush hat geschrieben:
Sa 16 Mär, 2019 02:19
Fazit: vergleichbar mit 3d... Im Prinzip geil - in der Praxis bis heute nicht massentauglich.
Das stimmt wohl. Schon 5.1 verwenden die wenigsten. Klar wird bei großen Produktionen in Surround aufgenommen, aber das ist eben auch entsprechend aufwendig. Für's Kino wird noch viel aus Stereo Atmos in der Mischung realisiert. Florian Camerer vom ORF hatte in seinem Vortrag zu dem Thema auch ein paar ganz lustige Bilder von seinen Rigs gezeigt. Da muss man schon deutlich mehr Aufwand betreiben als in Stereo :)



Ein paar gängie Setups für Stereo und 5.1 Setups findet man auch in der PDF der Seite von Helmut Wittek (hauptmikrofon.de):

https://www.hauptmikrofon.de/HW/Wittek_Atmo_TMT2012.pdf

VG




Pianist
Beiträge: 5838

Re: Microtech Gefell M310

Beitrag von Pianist » Sa 16 Mär, 2019 21:31

Zum Thema Gefell muss ich wirklich sagen, dass ich denen jeden Erfolg gönne, weil die wirklich hervorragende Mikrofone bauen. Ich habe vor einigen Jahren im Sprecherraum das Neumann TLM 103 gegen ein Gefell M 930 ersetzt, weil es definitiv noch besser klingt bzw. meiner Stimme noch mehr entgegenkommt. Dafür habe ich mit mehreren sachkundigen Leuten Blindverkostungen gemacht, und das Ergebnis war vollkommen eindeutig. Mit im Rennen war auch noch ein 30 Jahre altes U87 und ein aktuelles TLM 193. Aber das Gefell hat gewonnen.

Übrigens: Die bauen ein ganz herausragendes Mikrofon mit einem sehr interessanten Wirkprinzip, nämlich das Ebenenmikrofon KEM. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften wird es inzwischen sehr häufig als Rednermikrofon in Parlamenten eingesetzt. Angefangen hat es im Deutschen Bundestag, und inzwischen steht es in Plenarsälen rund um den Globus.

Jetzt noch was zu den Richtrohren von Sennheiser, die ich zum Angeln von O-Tönen nehme: Mein erstes war ein ME80/K3U vor 25 Jahren. Das habe ich lange genutzt, bis es hinüber war. Dann kam ein ME66/K6, welches mich aber klanglich nie so richtig überzeugt hat. Ich hätte dann gerne ein MKH 416 gekauft, aber das gab es plötzlich nicht mehr. Produktion eingestellt, zu Gunsten der zweistelligen Typen. Also wurde es ein MKH 60, welches ich später als Kameramikrofon auf die Ikegami gesetzt habe. Dann kam vor einigen Jahren ein MKH 8060, welches zwar noch mehr Richtwirkung bietet, aber in der Praxis auch mal einige Probleme verursachen kann, weil es weder Abschwächer noch Low-Cut bietet. Einige Geräte haben damit Schwierigkeiten, wenn man in lauter Umgebung ist und zudem auch noch tieffrequente Schallquellen wie Straßenbahnen im Spiel sind.

Irgendwann habe ich mitbekommen, dass Sennheiser das MKH 416 wieder ins Programm genommen hat, weil es offenbar von vielen Leuten arg vermisst wurde. Und siehe da: Für mich das perfekte Mikrofon. Ich habe es also tatsächlich fertig gebracht, erst nach fast 25 Jahren ein Mikrofon zu kaufen, welches ich auch schon zu Beginn meiner Laufbahn hätte kaufen können. Besonders gerne setze ich es in Verbindung mit der Schwinghalterung MZS 415 ein, die man heute nur noch gebraucht bekommt.

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.




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