freezer
Beiträge: 3823

Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von freezer »

https://www.gearnews.de/native-instruments-insolvenz/
https://www.delamar.de/musikbusiness/na ... -v1-85844/
https://www.heise.de/news/Native-Instru ... 56491.html

Zu NI-Gruppe gehören auch iZotope, Plugin Alliance, Brainworx. Soweit ich das sehe, betrifft die vorläufige Insolvenz erstmal Native Instruments in Deutschland, die US Instanzen scheinen davon nicht betroffen zu sein.
LAUFBILDkommission
Robert Niessner - Graz - Austria
Blackmagic Cinema Blog
www.laufbildkommission.wordpress.com



Blackbox
Beiträge: 943

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von Blackbox »

Ich bin mal gespannt wie die div. Software Schmieden der Musikindustrie in Zukunft ihre Geschäftsmodelle anpassen werden.
Nüchtern betrachtet ist doch für die meisten bei der Audioproduktion anfallenden Dinge ein weitgehend ausentwickeltes Angebot vorhanden, das zunehmend sogar von freeware und/oder günstigen Alternativen (Reaper, ...) angeboten wird.
Das 5-tausendste Kompressor-PlugIn? Der 10-tausendste EQ?
Audioengines sind ausentwickelt, Spuranzahl ist ausentwickelt, Sampling ist weitgehend ausentwickelt, div. Synthesearten sind in zig Spielarten verfügbar, Soundbibliotheken bzw. Sampling-librarys sind im Überfluss vorhanden, so dass zunehmend schon irgendwas komplett Abgelegenes als Kauffutter angeboten werden muss und Vieles sehr früh in starke Rabattierung geht.
Das Marketing greift denn auch immer öfter auf Hohlphrasen zurück wie 'bringt dich auf das nächste Level' etc.
Ich merke jedenfalls für 'normale' Audiobearbeitung kaum einen Unterschied zwischen neuerem recht aktuellen System und Altrechner mit Vor-Versionen oder auch Vor-Vor-Vor-Versionen.
Auch bei Komposition/Produktion ist kaum rauszuhören, ob das mit 2010er oder mit 2025er Technologie entstanden ist (von einigen Genres der Popularmusik, die stets die saisonal 'angesagtem' Sounds brauchen mal abgesehen).
Ein Ausweg kann natürlich darin bestehen als Kartell vorzugehen und geschlossen auf Abo-Modelle umzustellen, so dass auch ohne Innovationskrempel die Renditen bzw. das Überleben gesichert werden kann. Aber ob das funktioniert? Das macht doch dann für breite Anwenderschichten die verbliebenen Kauf-Alternativen umso attraktiver?
Wäre höchstens möglich, dass 'Ki' eine - vermutlich vorübergehende - Möglichkeit darstellt mit neuen Funktionen/Vereinfachungen zu locken, die dann nur mit Abo's angeboten werden?



MaxSchreck
Beiträge: 286

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von MaxSchreck »

300 Million US Dollar an Schulden, soll Native Instruments haben, wohlgemerkt, sie haben die letzten zwei Jahre 25 Millionen Umsatz gemacht, gehören allerdings (und da sehe ich den wahren Grund für die "Schulden") seit so 4 Jahren einer Private Equity Heuschrecke. Vermutlich haben die einfach einen enormen Kredit auf die Firma aufgenommen um Kasse mit dem Namen zu machen...

Aber diese Summe sehe ich erstmal nur als Gerücht...



toniwan
Beiträge: 244

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von toniwan »

Blackbox hat geschrieben: Mi 28 Jan, 2026 19:33 Audioengines sind ausentwickelt, Spuranzahl ist ausentwickelt, Sampling ist weitgehend ausentwickelt, div. Synthesearten sind in zig Spielarten verfügbar, Soundbibliotheken bzw. Sampling-librarys sind im Überfluss vorhanden, so dass zunehmend schon irgendwas komplett Abgelegenes als Kauffutter angeboten werden muss und Vieles sehr früh in starke Rabattierung geht.
Sehe ich auch so. Vor zehn Jahren waren die Stock-Plugins der DAWs noch recht schwach, da hat sich das Zukaufen von dezidierten Plugins im Klang bemerkbar gemacht. Dann gab's (und gibt's noch immer) den Hype um die noch realistischere Vintage-Emulation von Geräten, die 99,9% der Anwender im Original eh nie gehört haben und die im Blindtest auch seit Jahren kaum mehr jemand von der original Hardware unterscheiden kann.

Und jetzt sind längst die Stock-Plugins so gut und umfangreich, dass man eigentlich kaum mehr etwas zusätzlich braucht. Und schon garnicht das x-te Abomodell.

Restauration a la iZotope verschiebt sich in kürzester Zeit in günstige KI-Anwendungen, teilweise längst in die DAW oder NLE integriert.



Jott
Beiträge: 23695

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von Jott »

So isses.



rush
Beiträge: 15247

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von rush »

toniwan hat geschrieben: Sa 31 Jan, 2026 10:38
Und jetzt sind längst die Stock-Plugins so gut und umfangreich, dass man eigentlich kaum mehr etwas zusätzlich braucht.
Ich würde ganz klar sagen: Es kommt darauf an!

Wer tatsächlich in der Audio Produktion unterwegs ist, findet in externen Plugins oft sehr kreative Werkzeuge die weit über die Stock Funktionen einer DAW hinausgehen.

Das man nicht den fünften Kompressor und 10.en EQ benötigt steht gewiss außer Frage - da ist vieles tatsächlich doppelt gemoppelt und mittlerweile sind auch die Boardmittel quasi überall sehr brauchbar.

Aber im Bereich der Klangerzeugung gibt es wirklich richtig "gutes Zeug" was du intern teilweise weder bei Cubase, Logic oder Reaper bekommst. Es geht manchmal auch um Zugänglichkeit und Worklfows.
Auch solch Konzepte wie die Console 1 bei der man Hard & Software via Plugin kombiniert zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht.

Und selbst in banalen EQ Plugins kann man heute teilweise über eine Instanz hinweg die anderen Spuren mit beeinflussen - das sind schon auch Time Saver dabei wenn man mit vielen Einzelspuren/Gruppen arbeitet.

Um es herunterzubrechen:

Für den Vocal/Sprachbereich hat eine moderne DAW oder gar modernes NLE heute in der Tat fast alles an Board inkl so mancher KI Helferlein.

Aber für den Bereich der Musikproduktion empfinde ich den Einsatz von externen Plugins als enormen Mehrwert. Es gibt da auch hervorragende Freeware - es muss ja nicht immer gleich Payware sein.

Die NI Sachen sind gewiss nicht durchweg gut - aber vieles ist schon sehr brauchbar und macht durchaus großen Spaß in der Nutzung.

Zudem bin ich aus Lokalpatriotismus-Gründen etwas traurig wenn es da wirklich weiter bergab gehen sollte.

Und: das ganze ist eben sehr individuell zu betrachten... So wie manch einer sein externes RTW Meter für das gute Gefühl benötigt - wird ein Großteil auch mit den Stock Metern von Resolve klarkommen.
keep ya head up



toniwan
Beiträge: 244

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von toniwan »

rush hat geschrieben: Sa 31 Jan, 2026 13:23
toniwan hat geschrieben: Sa 31 Jan, 2026 10:38
Und jetzt sind längst die Stock-Plugins so gut und umfangreich, dass man eigentlich kaum mehr etwas zusätzlich braucht.
Ich würde ganz klar sagen: Es kommt darauf an!

Wer tatsächlich in der Audio Produktion unterwegs ist, findet in externen Plugins oft sehr kreative Werkzeuge die weit über die Stock Funktionen einer DAW hinausgehen.

Das man nicht den fünften Kompressor und 10.en EQ benötigt steht gewiss außer Frage - da ist vieles tatsächlich doppelt gemoppelt und mittlerweile sind auch die Boardmittel quasi überall sehr brauchbar.

Aber im Bereich der Klangerzeugung gibt es wirklich richtig "gutes Zeug" was du intern teilweise weder bei Cubase, Logic oder Reaper bekommst. Es geht manchmal auch um Zugänglichkeit und Worklfows.
Auch solch Konzepte wie die Console 1 bei der man Hard & Software via Plugin kombiniert zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht.

Und selbst in banalen EQ Plugins kann man heute teilweise über eine Instanz hinweg die anderen Spuren mit beeinflussen - das sind schon auch Time Saver dabei wenn man mit vielen Einzelspuren/Gruppen arbeitet.

Um es herunterzubrechen:

Für den Vocal/Sprachbereich hat eine moderne DAW oder gar modernes NLE heute in der Tat fast alles an Board inkl so mancher KI Helferlein.

Aber für den Bereich der Musikproduktion empfinde ich den Einsatz von externen Plugins als enormen Mehrwert. Es gibt da auch hervorragende Freeware - es muss ja nicht immer gleich Payware sein.

Die NI Sachen sind gewiss nicht durchweg gut - aber vieles ist schon sehr brauchbar und macht durchaus großen Spaß in der Nutzung.

Zudem bin ich aus Lokalpatriotismus-Gründen etwas traurig wenn es da wirklich weiter bergab gehen sollte.

Und: das ganze ist eben sehr individuell zu betrachten... So wie manch einer sein externes RTW Meter für das gute Gefühl benötigt - wird ein Großteil auch mit den Stock Metern von Resolve klarkommen.
Bei "es kommt drauf an" bin ich bei dir :-) Ich nehmen Musik auf und mische in Logic. Habe auch einen Sack voll Third Party Plugins, weil sie Spaß machen, vielleicht manche besonderen Klangeigenschaften haben. Aber es ist nicht existenziell notwendig, um einen professionellen, komplexen Mix zu machen, würde ich sagen.



rush
Beiträge: 15247

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von rush »

toniwan hat geschrieben: Sa 31 Jan, 2026 16:44 Aber es ist nicht existenziell notwendig, um einen professionellen, komplexen Mix zu machen, würde ich sagen.
Da bin ich d'accord.
Eine amtliche Mischung bekommt man heute gewiss mit jeder DAW hin.

Allerdings denke ich bei NI ehrlich gesagt nicht zuerst ans "Mixing" - das Profil und die Stärken der Hard,- und Software liegen für mich eher im Bereich der Musik-Produktion - weniger im Mischen (auch wenn sie dafür natürlich ebenfalls Plugins haben).
keep ya head up



berlin123
Beiträge: 1482

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von berlin123 »

Der Kontakt Sampler ist Industriestandard für Komponisten. Von NI selbst gibt es viele Libraries, dazu die ganzen 3rd Party Sachen, gerade bei Orchester Libraries oder exotischen Instrumenten im Kontakt Format. Das ist schon auf einem anderen Level als was Logic von Haus aus an Sample Klangmaterial liefert.

Außerdem ist NI mit Traktor im DJing populär, und mit Maschine bei EDM und hiphop Produzenten.

Dazu kommen aber auch Izotope und Plugin Alliance hab selber über die Jahre sowohl RX Standard gekauft als auch diverse Brainworx/Plugin Alliance Plugins. Da sind schon geile Sachen bei. Das könnte man zu einem großen Teil auch mit Logic Plugins ersetzen.

Allerdings isst das Auge bei Plugins mit, und darum machen bestimmte Sachen von PA einfach mehr Spaß als Logic. Für mich zum Beispiel die Neve und SSL Konsolen.



rush
Beiträge: 15247

Re: Native Instruments meldet vorläufige Insolvenz an

Beitrag von rush »

Hier gibt es noch einen aktuellen Artikel zur Thematik in der u.a. auch die Zahl der Mitarbeiter genannt wird, in der Summe wohl bis zu 340 (fest&frei) was ja schon eine gewisse Hausnummer ist.

https://taz.de/Insolvenz-von-Native-Ins ... /!6150836/
keep ya head up



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