Gemischt Forum



82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage



Der Joker unter den Foren -- für alles, was mehrere Kategorien gleichzeitig betrifft, oder in keine paßt
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Pianist
Beiträge: 8132

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Pianist »

Guttenberg hätte Kanzler werden können... (wie lange er es geblieben wäre, weiß man natürlich nicht)

Einer der größten Hetzer in der AfD-Bundestagsfraktion wurde übrigens in Physik promoviert und habilitiert und hat außerdem ein abgeschlossenes Musikstudium absolviert. Aber das nützt eben alles nichts, wenn aus dem Mund nur Grütze kommt.

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



wolfgang
Beiträge: 6582

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von wolfgang »

Die allgemeine Wirtschaftsentwicklung einerseits, und die Auswirkungen auf die Branche andererseits sind nicht gerade lustig. Die Branche war im Schnitt doch nie mit übermäßigen Gewinnen gesegnet. War man geschickt, konnte man sein Auslangen finden. Mir ging es halt so, dass ich mit meinen anderen Tätigkeiten leicht deutlich besser verdient habe. Und ich aus zeitlichen Gründen nicht beides haben konnte. Daher wurde es halt bisher eher ein Hobby, mit der Möglichkeit zwar jederzeit mehr zu machen. Aber immer nur als Zusatz. Vielleicht kommt das ja in nächster Zeit, hier ein wenig Zubrot zu verdienen. Wer weiß.
Lieben Gruß,
Wolfgang



Jott
Beiträge: 21688

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Jott »

TheGadgetFilms hat geschrieben: Fr 17 Nov, 2023 13:14 Bei der ganzen Inkompetenz ist das auch verständlich.
In schlechteren Zeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. Da geht's uns immer gut, weil's anderen nicht gut geht.

Was ist der Trick?

Zunächst mal Finger weg von TV/Broadcast. Das war immer schon der "Geheimtipp" und ist somit gar keiner. Geld gibt's von der Wirtschaft.

Und dann: Fachkompetenz, klar. Ein abgeschlossenes Studium on top ist prima. Und so viel Produktionserfahrung wie möglich. Zehn Jahre und mehr ist gut. Immer die Erwartungen der Auftraggeber übertreffen. Sehr schnell liefern, schnelle Workflows. Nie etwas annehmen, was man nicht umsetzen kann. Neukunden kommen in der Regel über Empfehlungen.

Auch sehr wichtig: Sprachen, mindestens Englisch fließend. Zwingend für alle im Team. Finanzstarke Wirtschaftsunternehmen sind international, Geschäftssprache ist oft Englisch, auch hier. Weitere Sprachen, auch nur Grundkenntnisse für Small Talk, sind massive Türöffner.

Und zum Schluß das Wichtigste: Sozialkompetenz. Daran klemmt's bei den meisten.

Ist alles erfüllt, kann's einem eigentlich nicht schlecht gehen. Video im weitesten Sinn - vom aufwendigen Corporate Movie bis hin zu Werbeclips für Social Media - boomt wie Sau. Wer macht das ganze Zeug? Die Heinzelmännchen? Siehste.



Pianist
Beiträge: 8132

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Pianist »

Kann ich alles total unterstreichen, entspricht genau meinen Erfahrungen.

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



klusterdegenerierung
Beiträge: 26675

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von klusterdegenerierung »

Sehr richtig Jott!

Problem nur, wirst du mal krank, oder jemand in der Familie, hat man weniger Zeit für den Job, weniger Zeit für Invest und das Alter kommt noch ontop, wir sind keine 20 mehr. Natürlich ist das oft unser großes Gut, die Erfahrung, die Experstise, aber das ist nicht alles und das mit der Empfehlung ist auch so eine Sache, wer denkt schon noch groß an einen wenn die Rechnung bezahlt ist, selbst wenn das Produkt topp geworden ist?

Gerade in SM, Gestern gemacht, Heute geliefert, Morgen vergessen, Übermorgen jemand anderes, ist doch oft so!
Ich finde es auch immer schwerer, denn ich habe keine Lust auf Social Medai mein Leben zu prostituieren um daraus Kontakte zu ziehen die mich toll finden obwohl sie mich nicht mal kennen, nicht meine Welt, selbst wenn es Arm macht.
"...please check it on the map!"



iasi
Beiträge: 23150

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von iasi »

Jott hat geschrieben: Sa 18 Nov, 2023 15:53
Und zum Schluß das Wichtigste: Sozialkompetenz. Daran klemmt's bei den meisten.

Letztlich geht´s darum sich verkaufen zu können.
Man muss das Spiel der Entscheider mitspielen, die ihre Position auch vor allem dadurch erreicht haben, dass sie sich gut präsentieren und verkauften. Das kann man natürlich Sozialkompetenz nennen. Rollenerwartungen muss man erfüllen.
Und dann sitzt man eben im VIP-Bereich des Fußballstadions und schwenkt den Schlüssel seines SUVs, der Erfolg ausstrahlt. :)
Netzwerken ist natürlich die Voraussetzung.



berlin123
Beiträge: 526

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von berlin123 »

Frank Glencairn hat geschrieben: Fr 17 Nov, 2023 21:43
TheBubble hat geschrieben: Fr 17 Nov, 2023 21:27
Wenn ein Dienstleister mit neuem SUV vorfährt, dann macht das nicht unbedingt einen guten (ersten) Eindruck. Als Kunde denke ich sofort: "Ach so, dafür werden die Preise aufgerufen...".
Schön wärs, aber ich fürchte das menschliche Gehirn funktioniert leider nicht so rational - das ist relativ einfach mit Bling zu beeindrucken. Dicker Neuwagen signalisiert Erfolg und wird deshalb unterbewußt mit Kompetenz gleich gesetzt.
Man sagt die erfolgreichste Verkaufsorganisation im B2B in Deutschland wäre die Würth Gruppe aus Künzelsau. Reinhold Würth hat die Firma von 3 Leuten auf 85.000 hochskaliert. Davon die Mehrheit Verkäufer im Aussendienst. Würth verkauft Schrauben und anderes an Handwerker und Industriebetriebe.

Die Verkäufer besuchen ihre Kunden in der Werkstatt oder auf der Baustelle, wo man idR Blaumann oder Sicherheitskleidung trägt. Preisfrage: wie kleiden sich die Verkäufer? Würth hat den Effekt auf den Umsatz mal gemessen und macht seinen Leuten auch klare Vorgaben.


p.s. man kann das nicht auf die TV- und Filmbranche übertragen. Aber das Ergebnis sagt generell einiges über den Auftritt beim Verkauf aus,



berlin123
Beiträge: 526

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von berlin123 »

iasi hat geschrieben: Sa 18 Nov, 2023 16:35
Jott hat geschrieben: Sa 18 Nov, 2023 15:53
Und zum Schluß das Wichtigste: Sozialkompetenz. Daran klemmt's bei den meisten.

Letztlich geht´s darum sich verkaufen zu können.
Würde ich auch sagen. Ich hab jahrelang in der IT Branche in einer Firma mit 100 Leuten gearbeitet. Wir haben gute Qualität geliefert, waren umgänglich und verlässlich für den Kunden soweit ich das vergleichen kann. Trotzdem standen die Kunden nie Schlange.

Viele Projekte sind nach ein paar Monaten abgeschlossen und dann übernimmt der Kunden die Maintenance, es gibt oft keine unmittelbaren Nachfolgeprojekte. Man ist also auf Neukundengeschäft angewiesen, v.a. wenn man wachsen will.

Damals hab ich mich mit dem Thema Vertrieb nicht viel beschäftigt. Heute würde ich sagen unser Problem war die fehlende Verkaufsmentalität. Die GF haben es nicht fertig gebracht Werbung zu machen. „Die Leute müssen von selber zu uns kommen. Über Empfehlungen oder gelegentliche Vorträge auf Messen. Wir drängen uns nicht auf. Sonst denken die noch wir hätten es nötig“. Das klingt nett, vielleicht sympathisch. Aber klar hätten wir es ab und zu nötig gehabt.

Heute halte ich diese Einstellung für Bullshit. Natürlich sollte man Werbung machen, solange die Auftragsbücher nicht im Voraus gut gefüllt sind. Und wenn sie es sind, ist man wahrscheinlich zu billig.



Jott
Beiträge: 21688

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Jott »

„ Letztlich geht´s darum sich verkaufen zu können.“

In gewisser Weise schon. Aber nicht so wie du denkst.

Du musst neben Empfehlungen passiv gefunden werden können (Website, YouTube, LinkedIn). Und dort ohne Gelaber und Getue.

Und - ganz heißer Tipp - man muss damit punkten, teurer andere zu sein. Nie bei Ausschreibungen mitmachen, die den Billigsten suchen. Wer den Mut nicht hat, bleibt auf Dauer Billigheimer ohne Standing und in garantiert prekärer Situation.

Das Ziel muss sein: es spricht sich rum, dass du zwar teuer bist, dafür aber den Job schnell und perfekt wuppst.

Aber jetzt ist gut, jeder muss seinen Weg finden. So kompliziert ist die Branche gar nicht, nur geht‘s da exakt NICHT um das, womit sich dieses Forum so gern beschäftigt. Das muss man erst mal verinnerlichen.



iasi
Beiträge: 23150

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von iasi »

Jott hat geschrieben: Sa 18 Nov, 2023 20:51 „ Letztlich geht´s darum sich verkaufen zu können.“

In gewisser Weise schon. Aber nicht so wie du denkst.

Du musst neben Empfehlungen passiv gefunden werden können (Website, YouTube, LinkedIn). Und dort ohne Gelaber und Getue.

Und - ganz heißer Tipp - man muss damit punkten, teurer andere zu sein. Nie bei Ausschreibungen mitmachen, die den Billigsten suchen. Wer den Mut nicht hat, bleibt auf Dauer Billigheimer ohne Standing und in garantiert prekärer Situation.

Das Ziel muss sein: es spricht sich rum, dass du zwar teuer bist, dafür aber den Job schnell und perfekt wuppst.

Aber jetzt ist gut, jeder muss seinen Weg finden. So kompliziert ist die Branche gar nicht, nur geht‘s da exakt NICHT um das, womit sich dieses Forum so gern beschäftigt. Das muss man erst mal verinnerlichen.
Es geht darum vernetzt zu sein. "Empfehlungen" meint Vitamin B.
Man muss das gleiche Lied trällern, wie die "Entscheider".
Diese "Entscheider" lieben die großen Summen, denn das macht sie wichtig. Mit "Billigheimern" geben sie sich nicht gerne ab.
Schwierig wird´s jedoch dann, wenn mal wieder ein Kostensparprogramm ausgerufen wird.



Jott
Beiträge: 21688

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Jott »

Du bist ganz sicher der falsche Diskussionspartner für diese Dinge. Dein Tellerrand ist ganz woanders.

Passt schon.

Wir hatten schon oft Aufträge bekommen, weil wir „den Entscheidern“ gesagt hatten, dass das eben nicht so geht, wie sie sich das denken. Natürlich auch welche verloren. Aber was übrig bleibt, ist immer das was Spaß macht UND Geld bringt.



Pianist
Beiträge: 8132

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Pianist »

So isses. Mir wurde nach einer Vergabe schon öfter mal gesagt, dass ich der Einzige war, der sich überhaupt inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Und auch ich sage gelegentlich ganz offen, dass ich die eine oder andere Idee für nicht optimal halte, und mache dann Alternativvorschläge. Und diesen wird dann in der Regel auch gefolgt.

Allerdings reden wir hier jetzt über was anderes als in der Überschrift. Also bei besagter Umfrage ging es ja wohl um die "Dienstleister" innerhalb der Branche, also um "Zulieferer", die Teilleistungen erbringen, wie Bereitstellung von Technik bis hin zu Absperrungen. Die Branche ist eben so vielfältig, dass man sie gar nicht so pauschal definieren kann. In meinem Segment ist immer gut zu tun, allerdings bekommen die Leute von mir ja immer komplette Filme, die das jeweilige Thema gut rüberbringen. Hat also von der Machart her nichts mit dem zu tun, was üblicherweise größere Buden machen, die dann wieder auf die besagten Dienstleister zurückgreifen.

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



iasi
Beiträge: 23150

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von iasi »

Jott hat geschrieben: So 19 Nov, 2023 07:10 Du bist ganz sicher der falsche Diskussionspartner für diese Dinge. Dein Tellerrand ist ganz woanders.

Passt schon.

Wir hatten schon oft Aufträge bekommen, weil wir „den Entscheidern“ gesagt hatten, dass das eben nicht so geht, wie sie sich das denken. Natürlich auch welche verloren. Aber was übrig bleibt, ist immer das was Spaß macht UND Geld bringt.
Mein Tellerrand reicht über das "ich sag dem Entscheider was geht" hinaus. :)
Das war noch nie das Problem.

Man muss doch nur mal in den VIP-Bereich einkaufen, um zu erleben, wie erfolgreich die große Mehrheit der Entscheider sich dort gibt. Da sind nur einige Wenige, die nicht zur Schau stellen, wieviel Geld sie doch zur Verfügung haben und wieviel Spaß es ihnen macht, dadurch wichtig zu sein.
Oft stellt sich dann auch noch heraus, dass gerade die, die nicht über Geld reden, auch wirklich Geld haben.



iasi
Beiträge: 23150

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von iasi »

Pianist hat geschrieben: So 19 Nov, 2023 09:32 So isses. Mir wurde nach einer Vergabe schon öfter mal gesagt, dass ich der Einzige war, der sich überhaupt inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Und auch ich sage gelegentlich ganz offen, dass ich die eine oder andere Idee für nicht optimal halte, und mache dann Alternativvorschläge. Und diesen wird dann in der Regel auch gefolgt.

Allerdings reden wir hier jetzt über was anderes als in der Überschrift. Also bei besagter Umfrage ging es ja wohl um die "Dienstleister" innerhalb der Branche, also um "Zulieferer", die Teilleistungen erbringen, wie Bereitstellung von Technik bis hin zu Absperrungen. Die Branche ist eben so vielfältig, dass man sie gar nicht so pauschal definieren kann. In meinem Segment ist immer gut zu tun, allerdings bekommen die Leute von mir ja immer komplette Filme, die das jeweilige Thema gut rüberbringen. Hat also von der Machart her nichts mit dem zu tun, was üblicherweise größere Buden machen, die dann wieder auf die besagten Dienstleister zurückgreifen.

Matthias
Es ist nun mal der bequemste Weg, mit Kosteneinsparungen bei den "Zulieferen" zu beginnen. Das geht aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Und dann geht´s ans Eingemachte.
Wenn es an die Zahl der Projekte geht, trifft es auch diejenigen, die "Zulieferer" beauftragen.
Da kommt dann bei den "Kunden" von oberster Stelle die Anweisung, die Kosten um soundsoviel Prozent in dem Sektor zu senken - was nur geht, wenn man Projekte streicht.



MK
Beiträge: 3739

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von MK »

Das Credo der erfolgreichen slashCAM-Eliten: Selbstbeweihräucherung = beste Beweihräucherung



Pianist
Beiträge: 8132

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Pianist »

Eher nicht. Hier werden kaum potenzielle Auftraggeber mitlesen...

Allerdings habe ich hier immer mal wieder Leute für Teilleistungen beauftragt, wenn ich keine Zeit hatte, mich in die jeweilige Region zu bewegen. Hat immer gut geklappt.

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



iasi
Beiträge: 23150

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von iasi »

MK hat geschrieben: So 19 Nov, 2023 09:55 Das Credo der erfolgreichen slashCAM-Eliten: Selbstbeweihräucherung = beste Beweihräucherung
Es geht nun einmal vor allem darum, sich selbst zu verkaufen - an Leute, die sich ebenfalls selbst verkauft haben.

Leider wird der Kuchen, den diese Leute zu verteilen haben, z.Z. kleiner.
Dabei müsste er eigentlich größer werden, um die Inflation auszugleichen.

Letztlich gilt leider: Wer die aktuelle Phase überstehen, ist in der nächsten der Gewinner.



Drushba
Beiträge: 2486

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Drushba »

Das Beste ist es IMHO, sich ein zweites Standbein aufzubauen, was aktivierbar und kombinierbar ist. Aber im Grunde erleben wir ähnliche Phänomene wie immer in den letzten 150 Jahren: Leute bieten ihre Arbeitskraft auf einem Markt an, der nur Dumping kennt. Früher wurden halt Gewerkschaften (oder davor Zünfte) gegründet, heute bleibt sich jeder selbst überlassen. Ist ja nicht so, dass es weniger Bewegtbildbedarf gäbe... Aber wo vor 10 Jahren noch der 18-jährige Neffe des leitenden Ingenieurs bevorzugt wurde, weil er einen Imagefilm für 500 Euro neben der Schule her machte, da filmt der Neffe von damals nun deshalb wieder nebenher, weil er mittlerweile in der entsprechenden Position in der Firma ist. Hatte ich neulich mal, da hat mich ein großes Unternehmen aus der Region angerufen, ob ich mir die Arbeit ihres jungen Angestellten mal unter professionellen Gesichtspunkten anschauen will, sie würden den Clip dann auf Youtube stellen. Als Belohnung war ein Pizzaessen gedacht. Zuvor hatte ich um Sponsoring für einen Dokfilm geworben, das war denen im Nachhinein dann aber auch nicht genehm.)) Andere Firmen stellen einen der 10.000+X Mediengestalter ein, die sich auf dem Markt tummeln und lassen das zu einem allround-Bürojob verkommen. Das rät den Firmen fieserweise sogar die IHK! Und wenn die IHK-Fuzzis tagein, tagaus Firmen davon zu überzeugen versuchen, es nicht mit einem Freelancer zu machen, sondern nur GmbHs zu beauftragen oder besser gleich jemanden einzustellen, dann machen die Firmen das irgendwann auch. Als Gründer einer Fullscale-Werbeagentur gibt es evtl. noch Chancen, da diese wirklich gut gebucht bis ausgebucht sind (und nebenbei gefühlt jeder der dort Beschäftigten selbst die Kamera in die Hand nimmt), aber als filmender Freelancer im Bereich Imagefilm wird es eben härter und härter. Auf der anderen Seite ist die Filmerei sicher ein gefragter Softskill, der einem aus der Masse der Bewerber für einen Orga-Job etc. herausstechen lässt.))
Lieber glaub ich Wissenschaftlern, die sich mal irren, als Irren, die glauben, sie seien Wissenschaftler.



Pianist
Beiträge: 8132

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Pianist »

Ist doch super, wenn die Auftraggeber für die banalen Sachen Mediengestalter einstellen. Dann muss man sich wenigstens nicht ständig mit Kleinkram beschäftigen. Mich schicken die Leute immer dann los, wenn sie wissen, dass es nicht darum geht, dass jemand eine Kamera bedienen kann. Und dadurch habe ich immer gut zu tun.

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



Bluboy
Beiträge: 4145

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Bluboy »

Ob das so bleibt ?

Die Industrie wandert ab

und lt Google gibts in Oradea/Rumänien auch Filmemacher

https://www.google.com/search?client=fi ... ort+oradea



Pianist
Beiträge: 8132

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Pianist »

Meine Themen laufen immer. Und das mit der Abwanderung ist auch so eine Märchenerzählung aus der neurechten Ecke. Also in Teilen stimmt das, aber die Tendenz geht eher in die andere Richtung, weil wir in Deutschland eben eine bessere Basis an Facharbeitern haben als überall sonst auf der Welt.

Matthias
Filmemacher für besondere Aufgaben



Bluboy
Beiträge: 4145

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Bluboy »

@Pianist

Da lass Dich mal überraschen, ob das Märchen sind, und was die Fachkräfte betrifft, so gehen bei uns 20 von 150 mit



Drushba
Beiträge: 2486

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Drushba »

Pianist hat geschrieben: So 19 Nov, 2023 12:19 Ist doch super, wenn die Auftraggeber für die banalen Sachen Mediengestalter einstellen. Dann muss man sich wenigstens nicht ständig mit Kleinkram beschäftigen. Mich schicken die Leute immer dann los, wenn sie wissen, dass es nicht darum geht, dass jemand eine Kamera bedienen kann. Und dadurch habe ich immer gut zu tun.

Matthias
Naja, als "Kleinkram" würde ich die 25-30K+X € teuren Standard-Imagefilme der mittelständischen Firmen von vor 10 Jahren, gedreht mit Team und professionellem Postprostudio, nicht betrachten. Ich kenne Dokfilm-Produktionsfirmen, die mindestens zur Hälfte davon gelebt haben. Diese Aufträge gibts immer noch, aber eben mehr für Fullscale-Agenturen (und dort machens dann vermutlich die angestellten Mediengestalter)). Diese Fullscale-Agenturen bieten IMHO eher weniger Qualität und berechnen mehr für den Film, aber sie machen zusätzlich halt noch den Socialmedia-Kram, Corporate, Print etc. Vielleicht ist es in Deinem Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe noch gut, davon gehe ich sogar aus. Wenn man es schafft, gute Qualität zu liefern und unter der 10K Schwelle für Ausschreibungen zu bleiben, kann das sicher noch etliche Jahre so weiterlaufen. Das Problem ist wohl eher, da reinzukommen.))
Lieber glaub ich Wissenschaftlern, die sich mal irren, als Irren, die glauben, sie seien Wissenschaftler.



DKPost
Beiträge: 690

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von DKPost »

Bluboy hat geschrieben: So 19 Nov, 2023 13:05 @Pianist

Da lass Dich mal überraschen, ob das Märchen sind, und was die Fachkräfte betrifft, so gehen bei uns 20 von 150 mit
Es ist das gleiche Märchen das die Wirtschaft schon seit Jahrzehnten erzählt.
Wenn es eine realistische und auch noch wirtschaftlich attraktivere Option für viele hier wäre, dann wären sie schon längst weg.
Der Grund warum sie noch da sind, sind die ganzen Vorteile und Rahmenbedingungen die Deutschland bietet. Aber damit bekommt man als Abteilungsleiter im Mittelstand natürlich nicht seine 5 Minuten fame in der Bild, deswegen wird immer nur das altbekannte Lied geträllert.



Frank Glencairn
Beiträge: 21006

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Frank Glencairn »

Pianist hat geschrieben: So 19 Nov, 2023 12:54 Und das mit der Abwanderung ist auch so eine Märchenerzählung aus der neurechten Ecke. Also in Teilen stimmt das, aber die Tendenz geht eher in die andere Richtung, weil wir in Deutschland eben eine bessere Basis an Facharbeitern haben als überall sonst auf der Welt.

Matthias
Wow - ist das eigentlich schon Denial Modus, was du dir da selbst erzählst?
Was glaubst du eigentlich warum das Reichsflucht Steuergesetz von 1931 wieder neu aufgelegt wurde?

Ich hab den Eindruck daß du in letzter Zeit alles was dir Angst macht, und du deshalb nicht wahrhaben willst mit "rechts" bezeichnest, nur um nicht noch weiter verunsichert zu werden.
De omnibus dubitandum



andieymi
Beiträge: 1563

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von andieymi »

DKPost hat geschrieben: Mo 20 Nov, 2023 09:23 Da lass Dich mal überraschen, ob das Märchen sind, und was die Fachkräfte betrifft, so gehen bei uns 20 von 150 mit
Es ist das gleiche Märchen das die Wirtschaft schon seit Jahrzehnten erzählt.
Wenn es eine realistische und auch noch wirtschaftlich attraktivere Option für viele hier wäre, dann wären sie schon längst weg.
Der Grund warum sie noch da sind, sind die ganzen Vorteile und Rahmenbedingungen die Deutschland bietet. Aber damit bekommt man als Abteilungsleiter im Mittelstand natürlich nicht seine 5 Minuten fame in der Bild, deswegen wird immer nur das altbekannte Lied geträllert.
[/quote]

Ja, wer zu oft droht, der zeigt im Endeffekt nur, wie leer die Drohung wirklich ist.

Im Endeffekt schätzen dann doch - gerade Unternehmer - Faktoren wie politische Stabilität, relative Sicherheit, das Fehlen von Korruption die ihnen schadet (wozu das Verhältnis Lobby - Politik nicht zählt), etc. - und da stehen die Dinge in Mitteleuropa immer noch recht gut für sie.



andieymi
Beiträge: 1563

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von andieymi »

andieymi hat geschrieben: Mo 20 Nov, 2023 11:09
DKPost hat geschrieben: Mo 20 Nov, 2023 09:23 Da lass Dich mal überraschen, ob das Märchen sind, und was die Fachkräfte betrifft, so gehen bei uns 20 von 150 mit
Es ist das gleiche Märchen das die Wirtschaft schon seit Jahrzehnten erzählt.
Wenn es eine realistische und auch noch wirtschaftlich attraktivere Option für viele hier wäre, dann wären sie schon längst weg.
Der Grund warum sie noch da sind, sind die ganzen Vorteile und Rahmenbedingungen die Deutschland bietet. Aber damit bekommt man als Abteilungsleiter im Mittelstand natürlich nicht seine 5 Minuten fame in der Bild, deswegen wird immer nur das altbekannte Lied geträllert.
Ja, wer zu oft droht, der zeigt im Endeffekt nur, wie leer die Drohung wirklich ist.

Im Endeffekt schätzen dann doch - gerade Unternehmer - Faktoren wie politische Stabilität, relative Sicherheit, das Fehlen von Korruption die ihnen schadet (wozu das Verhältnis Lobby - Politik nicht zählt), etc. - und da stehen die Dinge in Mitteleuropa immer noch recht gut für sie.



Bluboy
Beiträge: 4145

Re: 82 Prozent der Dienstleister der Film- und Fernsehwirtschaft in prekärer Lage

Beitrag von Bluboy »

andieymi hat geschrieben: Mo 20 Nov, 2023 11:09
DKPost hat geschrieben: Mo 20 Nov, 2023 09:23 Da lass Dich mal überraschen, ob das Märchen sind, und was die Fachkräfte betrifft, so gehen bei uns 20 von 150 mit
Das hat nicht DKpost geschrieben sondern Bluboy und ich kann Dir versichern - es ist kein Märchen

Film und Foto über den Werdegang ging an die Rumänen ;-((

Link, wer alles nach Oradea abgewandert ist , ist ja dabei Bildmaterial über das dortige neue Industriegebiet gibts bei Google zu Hauff

Ergänzend wäre zu sagen, nachdem ich selber noch nicht vor Ort war, war ich etwas überrascht was Google so ausspuckt.



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