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Blendensteuerung am Gimbal



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Pianist
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Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Mo 27 Dez, 2021 18:52

Schönen guten Tag!

Ich gehe gerade in Gedanken alle möglichen Einsatzfälle durch, um zu schauen, wo ich noch irgendwelche Lücken habe. Und da ist mir etwas eingefallen, wo ich noch keine perfekte Lösung habe: Stellt Euch vor, Ihr müsst eine Führerstandsmitfahrt in der U-Bahn drehen. Man fährt durch einen dunklen Tunnel, und zwischendurch hat man Bahnhöfe, die natürlich hell erleuchtet sind. Da würde ich gerne ein vollmanuelles Objektiv nutzen, wo ich zum richtigen Zeitpunkt am Blendenring drehe. Im Tunnel offene Blende, und bei der Einfahrt in Bahnhöfe passend abblenden. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es für ein ruhiges Bild am besten ist, wenn man den Einhandgimbal auf ein Einbeinstativ setzt, und in Gleisbögen ganz leicht mit dem Joystick gegensteuert. Vermutlich kann man am Ronin-S auch einfach den Knopf drücken, so dass die Ausrichtung in Fahrtrichtung bleibt, aber da bin ich mir gerade nicht ganz sicher, ob das mal funktioniert oder nicht funktioniert hat.

Wie würde da das perfekte Setup aussehen? Gehen wir mal davon aus, dass ich eine a7s iii auf den Ronin-S setze. Vorne könnte ich mein Xeen 16mm ransetzen, und die Kamera in den APS-C-Modus schalten, um nicht ganz so viel Weitwinkel zu haben. Eigentlich wäre 24 oder 25 mm ideal. Gibt es ein Motörchen, was man an das Objektiv bauen könnte, ggf. an 15-mm-Rohren, mit dem man dann die Blende über das Drehrädchen am Ronin-S steuern könnte? Wenn man nämlich direkt den Blendenring anfässt, ärgert man ja den Gimbal, und da der Blendenring nicht superleicht läuft, kann man sogar eine leichte horizontale Bildbewegung sehen. Eine Kamera samt Objektiv auf einem Gimbal möchte ich am liebsten gar nicht während der Aufnahme anfassen.

Oder denke ich mal wieder viel zu kompliziert und stelle einfach auf Auto-ISO und lasse die Helligkeitsunterschiede durch die Kamera ausgleichen? Ich regele sowas ja am liebsten selbst...

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.




lensoperator
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von lensoperator » Mo 27 Dez, 2021 19:05

Ich hab nen Vari ND mit "Stäbchen".
Das geht so smooth da kannst du auch wärend des laufens die Belichtung ändern ohne das es beim Gimbal wackelt.




roki100
Beiträge: 10563

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von roki100 » Mo 27 Dez, 2021 19:09

Jesus und das (zweite) Gebot: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!’
SlashCam-User und das (erste) Gebot über alles: "Du sollst deine Kamera lieben wie dich selbst!"




Axel
Beiträge: 14886

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Axel » Mo 27 Dez, 2021 19:15

Pianist hat geschrieben:
Mo 27 Dez, 2021 18:52
Gehen wir mal davon aus, dass ich eine a7s iii auf den Ronin-S setze.
(...)
Hab für den SC einen Follow-Focus-Motor, den gibt's natürlich für den S auch. Dem Motor ist egal, wo der Zahnring drum ist. Ist nur etwas fummelig, einen Zahnriemen über einen schmalen Vari-ND zu spannen. Aber lensoperator hat Recht: das Stäbchen (improvisiert überstehendes Ende eines Kabelbinders) ist fast besser.
Pianist hat geschrieben:
Mo 27 Dez, 2021 18:52
Oder denke ich mal wieder viel zu kompliziert und stelle einfach auf Auto-ISO und lasse die Helligkeitsunterschiede durch die Kamera ausgleichen?
Auto ISO ist doof (mit A7Siii nur 640 oder 12800). Im Hellen, d.h. ohne Kunstlicht, würde ich jederzeit Auto-Shutter nehmen. Auto Blende macht dagegen Sprünge. Manuell auf mittlere Belichtung einstellen ist das Beste.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




Pianist
Beiträge: 7187

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Mo 27 Dez, 2021 19:17

Also würdet Ihr den Weg über einen stufenlosen Graufilter gehen, ok. Der klaut mir aber auch im hellsten Zustand eine ganze Blende Licht, oder? Und dann wäre noch zu prüfen, wie man das Bedienrad an den Gimbal bekommt. Gab es nicht mal eine motorische Focussteuerung von DJI, die man dann wohl stattdessen auch für die Blende nehmen könnte?
Filme über Menschen, Politik und Technik.




Axel
Beiträge: 14886

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Axel » Mo 27 Dez, 2021 20:03

Wie gesagt,
> die Motoren gibt‘s,
> die Steuerung über die linke Hand muss geübt werden,
> aber bei genügend starken Motoren ist auch das Drehen am Ring nicht problematisch.

Ich würde das Ganze mal testen.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




Pianist
Beiträge: 7187

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Mo 27 Dez, 2021 20:47

Du redest jetzt von dem Motörchen für den Ronin-S, richtig? Da sehe ich folgenden Schwachpunkt: Der Motor wird nur an einem einzigen Rohr befestigt. Kann man die Klemme da so stark anziehen, dass es einen dauerhaft stabilen Kraftschluss zwischen den Zahnrädern gibt? Ich könnte mir vorstellen, dass der Motor sich vom Objektivkranz wegbewegen möchte, außer wenn der Ring total leichtgängig ist.

Hat da jemand Erfahrung mit?

Matthias
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rush
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von rush » Mo 27 Dez, 2021 21:08

Wieso überhaupt ein Gimbal für eine Führerstandsfahrt?

Wäre hier nicht eine feste Montage am Stativ oder Sauger gar sinnvoller? Auch in Hinblick auf den konstanten Blickwinkel?

Oder musst du beweglich sein?
keep ya head up




Pianist
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Mo 27 Dez, 2021 21:17

Schienenfahrzeuge (vor allem U-Bahnzüge) machen ziemlich harte Bewegungen. Alles, was irgendwie mit fester Montage (reicht schon auf einem Stativ) zu tun hat, führt zu sehr unschönen Bildern. Bei reiner Geradeausfahrt geht es ja noch, aber wenn man über Weichen fährt, kann es schon ganz schon rumpeln. Daher ist die Lösung mit dem Gimbal auf Einbein schon die beste Lösung.

Ich probiere das mal mit dem DJI-Motörchen.

Matthias
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srone
Beiträge: 10435

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von srone » Mo 27 Dez, 2021 22:33

eigentlich wäre ja diese neue dji gimbalcam auf stativ die ideale kamera für diesen zweck, da eben auch noch z-achse.

lg

srone
ten thousand posts later...




Axel
Beiträge: 14886

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Axel » Di 28 Dez, 2021 08:23

Pianist hat geschrieben:
Mo 27 Dez, 2021 21:17
Schienenfahrzeuge (vor allem U-Bahnzüge) machen ziemlich harte Bewegungen. Alles, was irgendwie mit fester Montage (reicht schon auf einem Stativ) zu tun hat, führt zu sehr unschönen Bildern. Bei reiner Geradeausfahrt geht es ja noch, aber wenn man über Weichen fährt, kann es schon ganz schon rumpeln. Daher ist die Lösung mit dem Gimbal auf Einbein schon die beste Lösung.
Tests sind, wie gesagt, angebracht. Aus dem Stegreif vermute ich, dass es nicht nur um „harte Bewegungen“, sondern hier vor allem um Vibrationen geht und dass das Einbeinstativ den Wagenboden mit dem Gimbal und der Kamera koppelt und dass Gimbals keine Vibrationen ausgleichen und dass der menschliche Körper ein besserer Absorptionskörper ist als eine Metall-Kunststoffstruktur und dass ich jetzt einen zu langen Satz gebildet habe …
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




Darth Schneider
Beiträge: 11112

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Darth Schneider » Di 28 Dez, 2021 08:39

Es kommt auch durchaus auf den Zug und die Stecke darauf an.
Die verschiedensten Züge und Wagons rollen nicht zwangsläufig auf ebensolchen Eisenbahnschienen auch gleich ruhig….
Und ich denke auch, ein Stativ das auf dem Boden des Zuges steht ist sehr wahrscheinlich eher nicht optimal.

Für sowas wäre doch die Kamera mal vielleicht zum mieten angesagt…?;))

https://www.bhphotovideo.com/c/product/ ... inema.html

Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Di 28 Dez, 2021 08:49, insgesamt 1-mal geändert.




Pianist
Beiträge: 7187

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Di 28 Dez, 2021 08:45

Aus meinen bisherigen Erfahrungen (die reichen noch nicht so weit zurück, höchstens 25 Jahre) kann ich sagen, dass unter dem Strich die Lösung "Gimbal auf Einbein" die besten Ergebnisse bringt. Da gleitet das Bild dann butterweich über die Weichenstraße. Auf einem ICE ist das alles nicht nötig, da kann man ein festes Stativ hinstellen und sogar etwas langbrennweitiger werden, der ist gut gefedert. Aber ein U-Bahnzug eben nicht. Wobei es in solchen Situationen dann wirklich auf die Qualität des Statives und der Verbindung zwischen Stativ und Kamera ankommt. Ich hatte mal ein Sachtler Ace, da hat das Gesamtsystem schnell zu Schwingen begonnen, wenn es ruckelt. Am robustesten ist es immer noch, wenn man eine Sachtler-Keilplatte direkt unter die Kamera schraubt, und diese dann auf einem Video 18 plus (oder dergleichen) einklinkt. So drehe ich auch langbrennweitige Schwenks von Flugzeugen beim Starten und Landen, da wackelt auch bei Seitenwind nichts. Aber jetzt sind wir schon weit ab vom Thema...

Ich werde mal probieren, ob ich eine Kombination aus a7s iii (im APS-C-Modus) und Fujinon MK 18-55 auf einem Ronin S ausbalanciert bekomme, sobald das Motörchen eingetroffen ist. Kann auch sein, dass das zu lang ist und nicht passt. Wenn es aber passt, wäre das eine interessante Lösung, weil man dann schnell mal die Brennweite ändern kann, ohne dass sich die Balance merklich ändert. Das gilt dann natürlich auch für andere Situationen, wo man den Gimbal einsetzt. Mir liegt ja immer daran, schnelle Workflows zu haben, damit niemand auf mich warten muss.

Matthias
Filme über Menschen, Politik und Technik.

Zuletzt geändert von Pianist am Di 28 Dez, 2021 08:49, insgesamt 1-mal geändert.




rush
Beiträge: 12424

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von rush » Di 28 Dez, 2021 08:47

Du beschränkst Dich dann aber bewusst auf HD Auflösung, das ist Dir bewusst?

Bei 4k hätte man ggfs noch etwas Luft für Post-Stabilisierung wenn nötig.
keep ya head up




Darth Schneider
Beiträge: 11112

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Darth Schneider » Di 28 Dez, 2021 08:55

@Pianist
Naive Frage ?
Was macht das 1Bein für einen Unterschied zu einem 3Bein im Zug ?
Das du seitlich, vor und zurück noch etwas ausgleichen kannst ?
Weniger (nur ein Punkt anstatt 3) Kontakt mit den Rädern auf den Schienen ?

Was wäre wenn man die Kamera mit dem Gimbal nicht am Boden sondern an der Wand ( z.B. Halte Stange für Passagiere ) fixieren würde ?
Hätte man so nicht weniger Bewegungen von den Schienen ?

Wie auch immer, das ist interessant und gar keine leichte Aufgabe.;)
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Di 28 Dez, 2021 08:58, insgesamt 1-mal geändert.




Pianist
Beiträge: 7187

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Di 28 Dez, 2021 08:58

rush hat geschrieben:
Di 28 Dez, 2021 08:47
Du beschränkst Dich dann aber bewusst auf HD Auflösung, das ist Dir bewusst?

Bei 4k hätte man ggfs noch etwas Luft für Post-Stabilisierung wenn nötig.
Ha - jetzt hast Du mich echt zum Grübeln gebracht... Ich hatte im Hinterkopf, dass ich mit der a7s iii schon im APS-C-Modus in 4K gefilmt habe, aber ich bin eben mal ins Menü gegangen und muss feststellen, dass das gar nicht sein kann. Um diese Option zu haben, muss ich vorher auf HD umschalten. Schau mal an. Dann ging mein Griff zur a7 iii - und siehe da: Bei der geht das. Ich habe das also tatsächlich schon gemacht, nur mit der anderen Kamera. Das bedeutet also: Ich muss in solchen Fällen mit der a7 iii drehen. Allerdings muss ich da dann wieder an die 29-Minuten-Begrenzung denken, was in den meisten Fällen kein Problem ist.

Alternativ werde ich mal schauen, ob das Motörchen dann auch mit den etwas schwergängigeren Blendenringen der Xeen-Objektive klarkommt. Die habe ich ja noch, wollte bisher niemand kaufen. 16 mm wird bei FF zu weitwinkelig sein, aber durch 4K kann man ja dann einiges vom Rand weglassen.
Darth Schneider hat geschrieben:
Di 28 Dez, 2021 08:55
Was macht das 1Bein für einen Unterschied zu einem 3Bein im Zug ?
Das du seitlich, vor und zurück noch etwas ausgleichen kannst ?

Was wäre wenn man die Kamera mit dem Gimbal nicht am Boden sondern an der Wand ( z.B. Halte Stange für Passagiere ) fixieren würde ?
Hätte man so nicht weniger Bewegungen von den Schienen ?

Wie auch immer, das ist interessant und gar keine leichte Aufgabe.;)
Der Hauptgrund für diese Lösung sind die Platzverhältnisse auf dem Führerstand. Ich brauche für mich und das Einbein viel weniger Stellfläche und kann mich daher günstiger positionieren. Ich möchte ja möglichst nahe an die Frontscheibe. Für solche Aufnahmen nehmen wir bewusst die ältesten Züge, weil das Fahrpersonal dort rechts sitzt, und ich dann in der Mitte stehen kann. Außerdem gibt es Situationen, wo ich sehr oft den Führerstand wechseln muss, weil wir ständig die Fahrtrichtung wechseln, und da bin ich mit der Einbein-Lösung noch schneller.

Matthias
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Jott
Beiträge: 20169

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Jott » Di 28 Dez, 2021 09:22

Hol dir mal für ein paar Euro das Sony 16-50 (APS-C). Perfektes Gimbalobjektiv für enge Verhältnisse. Klein, sehr leicht, fährt kaum aus, Autofocus, Stabilizer integriert, sogar mit Motorzoom (eigene Wippe, aber auch extern, z.B. mit FS5). Wem das zu billig ist (wegen Massenfertigung als Kit-Zoom), der ist selber schuld! :-)


„Man fährt durch einen dunklen Tunnel, und zwischendurch hat man Bahnhöfe, die natürlich hell erleuchtet sind. Da würde ich gerne ein vollmanuelles Objektiv nutzen, wo ich zum richtigen Zeitpunkt am Blendenring drehe.“

Auf einem Gimbal? Dazu kann man nun wirklich das Berufsethos mal wegstecken, die Blende in Ruhe lassen und das mit ISO-Automatik machen. Muss man ja nicht weiter erzählen! :-)
Zuletzt geändert von Jott am Di 28 Dez, 2021 09:33, insgesamt 1-mal geändert.




Pianist
Beiträge: 7187

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Di 28 Dez, 2021 09:28

Da kann ich dann aber die Blende nicht manuell steuern...
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Jott
Beiträge: 20169

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Jott » Di 28 Dez, 2021 09:34

Siehe Ergänzung oben.




TomStg
Beiträge: 2724

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von TomStg » Di 28 Dez, 2021 09:52

srone hat geschrieben:
Mo 27 Dez, 2021 22:33
eigentlich wäre ja diese neue dji gimbalcam auf stativ die ideale kamera für diesen zweck, da eben auch noch z-achse.
Ganz genau. Bei einem einfachen Gimbal werden alle vertikalen Stöße und Vibrationen vom Einbein direkt in die Kamera geleitet.

Etwas helfen könnte es, wenn man das Einbein mit dem Gimbal nicht direkt auf den Boden, sondern auf die Fußspitze stellt. Dafür darf das Gesamtgewicht aber nicht zu hoch sein, weil sonst der Fuß schnell schmerzt. Bei mir funktioniert diese „biologische“ Z-Achsendämpfung bei Schiffen mit rauen Dieselmotoren ganz gut.




Jott
Beiträge: 20169

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Jott » Di 28 Dez, 2021 10:19

Mit dem Gimbal das tun, wofür er erfunden wurde: einfach halten? Dann rumpelt gar nichts. Oder geht es um laaaange Aufnahmen?

Neben dem Monopod-Fußtrick wäre noch der Monopod-Gürteltrick zu erwähnen (wenn dann nicht die Hose auf Talfahrt geht).




Pianist
Beiträge: 7187

Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Di 28 Dez, 2021 10:48

Naja, wenn man längere Teilstrecken abfährt, können das schon mal 20 Minuten sein. Und die müssen komplett sauber durchlaufen, wenn es um Streckenkundefilme geht. Aber wie schon mehrfach geschrieben: Mit der Bewegung bin ich ja zufrieden, Gimbal auf Einbein ist da eine gute Lösung. Geht wirklich nur um die Blendensteuerung. Meiner Meinung nach habe ich allerdings irgendwann schon mal mit Auto-ISO gearbeitet, und das sah auch total in Ordnung aus. Da kann man doch die maximale Verstärkung begrenzen.

Matthias
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rush
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von rush » Di 28 Dez, 2021 11:29

Axel schrieb es ja bereits - zumindest bei der A7sIII ist Auto ISO bei Video nicht ganz unproblematisch - schon aufgrund des Dual Gain Designs spricht einiges dagegen und ich meine auch im Videofeed entsprechende Übergänge gesehen zu haben wenn Auto ISO arbeitet. Zugegebenermaßen habe ich das aber noch nicht bewusst ausprobiert.
keep ya head up




Jott
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Jott » Di 28 Dez, 2021 12:31

Bedenkenträger in diesem Punkt können das ja testen und alternativ auch die Blende automatisch laufen lassen.

Und wer Kunden gegenüber die Eier hat, kann für das besprochene Szenario gleich ein iPhone 13 mit FilmicPro nehmen. Das hat durch die hervorragende Stabilisierung einen Gimbal quasi schon eingebaut.

Viele Wege führen nach Rom! :-)




Axel
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Axel » Di 28 Dez, 2021 12:40

Mit der A7iii (die ich auch flüchtig kenne) wäre Auto ISO okay. Bei der A7Siii gibt es halt zwischendurch dann ziemlich doofes Rauschen, was übrigens dann in HD gar nicht mehr akzeptabel ist. Einige GM und ART Objektive bieten auch einen stufenlosen manuellen Blendenring. Nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Die saubersten Belichtungsänderungen macht Time variable. Man nimmt am besten Average als Messmethode und wählt die Blende so, dass die Belichtungszeit beim dunkleren Szenario bei 1/50 liegt. Ich würde mal testen, ob es in Bahnhöfen dann flackert. Muss nämlich nicht.
Jott hat geschrieben:
Di 28 Dez, 2021 12:31
Und wer Kunden gegenüber die Eier hat, kann für das besprochene Szenario gleich ein iPhone 13 mit FilmicPro nehmen. Das hat durch die hervorragende Stabilisierung einen Gimbal quasi schon eingebaut.
Nicht so abwegig. Erst mal testen. Zumal, da Matthias FCP benutzt und afaik kein großer Gradingfreund ist.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




Pianist
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » So 09 Jan, 2022 17:51

Inzwischen habe ich das Motörchen von DJI erhalten und muss nun nach Probeaufbau sagen: Leider hat sich meine Vermutung bestätigt. Das Zahnrad des Motors möchte einfach nicht am Zahnkranz des Objektives bleiben, es kommt keine zuverlässige kraftschlüssige Verbindung zustande. Hätte mich auch echt gewundert, wenn das funktioniert hätte. Schade ums Geld.

Also werde ich für solche Einsätze künftig die a7 iii nutzen und das Auto-ISO entsprechend definieren.

Matthias
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Pianist
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Sa 05 Feb, 2022 13:58

Jetzt muss ich noch mal kurz nachfragen: Jemand sagte hier, dass die Auto-ISO-Funktion der a7 iii besser für meine Tunnel-Zwecke geeignet sei als die Auto-ISO-Funktion der a7s iii. Was genau ist denn da der Unterschied?

Matthias
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srone
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von srone » Sa 05 Feb, 2022 14:06

kurz gesagt: die a7siii hat dual iso, da bekommst du einen qualtätssprung rein, wenn es von einem base iso zum nächsten switcht.

lg

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Pianist
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Re: Blendensteuerung am Gimbal

Beitrag von Pianist » Sa 05 Feb, 2022 14:19

Ok, verstehe. Das ist ja eine plausible Begründung. Gut, dass wir über sowas reden. Wenn man das nicht weiß, sitzt man irgendwann vor dem Monitor und wundert sich, warum man da irgendwelche Sprünge sieht.

Bei der FX6 wäre es das gleiche Problem, oder?

Dann werde ich tatsächlich die a7 iii dafür nehmen. Hat ja bisher auch funktioniert. Oder fällt jemandem ein manuelles E-Mount-Objektiv ein, bei dem man den Blendenring so leicht und stufenlos drehen kann, dass man dabei nicht den Gimbal ärgert? Die Lösung mit dem Motörchen funktioniert nicht, das hatte ich ja schon geschrieben. Oder aber sie wird dann funktionieren, wenn man einen extrem leichtgängigen Blendenring hat.

Käme da das Samyang VDSLR 24 mm in Betracht? Die sollen ja angeblich optisch identisch mit den Xeen sein...

Matthias
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