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das hätte man vorher wissen müssen



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das hätte man vorher wissen müssen

Beitrag von Benutzername » Di 05 Dez, 2017 02:16

Ihr seht mich vielleicht, ´nen toten Rottweiler Gassi führen, im Park, ohne Kopf, aber mit Nietenhalsband, wie ich ihn anschreie, weil das Mistvieh nicht zu bellen aufhören will.




MLJ
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Re: das hätte man vorher wissen müssen

Beitrag von MLJ » Mi 06 Dez, 2017 20:15

Zitate: (Aus dem Interview mit Christoph Honegger)
Abschnitt: Redakteure haben das Sagen

"Weil Autoren hier egal sind und die Redakteure das Sagen haben. Die haben ganz eigene Vorstellungen, wie’s gemacht wird und quasseln den Autoren ständig rein."

und weiter...

"Es sollte so sein, dass sich derjenige, der sich mit dem Stoff über Monate auseinandergesetzt hat, mit dem Regisseur zusammensetzt, damit der teilhaben kann an der Gedankenwelt des Autors. Die Filme haben dann mehr Tiefe. Als Autor machst du dir ja sehr, sehr lange einen Kopf über jede Szene. Man kann immer sehen, ob Autor und Regisseur zusammengearbeitet haben. Ich find’s schade und unklug, sich nicht mit dem Autor zusammenzusetzen."
Zitate ende.

Das ist mittlerweile grausamer in Deutschland als ich dachte, meine Güte. Hier bei uns werden die Autoren fest eingebunden und wenn eine Änderung am Drehbuch nötig ist dann schreiben die Autoren das entsprechend um. Redakteure, Regisseure und Produzenten sowie Kamera und Ton haben da nur eine beratende Funktion da die Autoren das Drehbuch in und auswendig kennen und entsprechende Passagen optimal anpassen können, viel schneller als andere. Die Autoren sind bei jeder Konferenz sowie am Set anwesend und hat sich hier hervorragend bewährt. In dem Interview fiel auch der entscheidende Satz "Ein Film ist immer Teamarbeit", genauso wird das hier gehandhabt und nicht anders.

Zitat: (Aus dem Interview auf die Frage "Worauf kommt es an ?")
"Wenn die Zusammenarbeit von Regie und Drehbuchautor eng ist, dann ist der Film am Ende so, wie man ihn geschrieben hat. Die Ausnahme sind produktionstechnische Dinge, die nicht umsetzbar sind."
Zitat ende.

So und nicht anders sollte es sein und kann nur jedem empfehlen das Interview sehr aufmerksam zu lesen.

@Benutzername
Vielen Dank für den Link.

Cheers

Mickey
The little Fox.... May U live 2 C the Dawn




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Beiträge: 2099

Re: das hätte man vorher wissen müssen

Beitrag von Benutzername » Mi 06 Dez, 2017 21:03

MLJ,

jetzt weißt du, warum die deutschen keine guten filme machen können... weil sie daran gehindert werden, von ihren eigenen leuten. was für ein krankes system. das liegt doch in der natur des deutschen, dass er sich hasst und sich immer wieder gerne selbst im weg steht. wenn man in deutschland die leute mal so machen lassen würde, wie ihnen der schnabel gewachsen ist, dann kommt da auch anständiges bei raus. gute leute hatten die deutschen doch schon zu hauf: mozart, beethoven, goethe, werner fassbinder, brecht, nina hagen, hesse, til schweiger ;) und noch viele mehr. kein land hat mehr genies hervorgebracht als die deutschen. potential ist also vorhanden.
Ihr seht mich vielleicht, ´nen toten Rottweiler Gassi führen, im Park, ohne Kopf, aber mit Nietenhalsband, wie ich ihn anschreie, weil das Mistvieh nicht zu bellen aufhören will.




MLJ
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Re: das hätte man vorher wissen müssen

Beitrag von MLJ » Mi 06 Dez, 2017 23:48

@Benutzername
Da hast du Recht und ich muss gestehen, das Interview hat mich fast etwas verärgert, wie blöd muss man sein um auf die Kompetenz der Autoren zu verzichten, das ist so als wenn ich an einem Sportwagen LKW Reifen montieren will, totaler Unfug. Fakt ist dass die Autoren das Drehbuch und die Geschichte am besten kennen, sie haben sie ja geschrieben. Muss man nun etwas ändern, egal aus welchen Gründen, dann lasse ich das doch vom Autor machen und gehe mit ihm vorher die Änderungen durch, hole seine Meinung ein. Vielleicht hat er sogar eine bessere Variante als Alternative parat und wer auf solche Ressourcen verzichtet im festem Glauben es selbst besser zu können der ist nicht nur überheblich sondern auch dumm.

Wie gesagt, wir binden die Autoren immer ein und hat uns mehr als einmal den Arsch gerettet weil die Autoren viel schneller reagieren können auf nötige Veränderungen als ein Redakteur, Regisseur oder Produzent. Das betrifft auch die Kameraeinstellungen, einfach alles. Eines zeigt dieses Interview sehr deutlich: Die Autoren in Deutschland werden total unterschätzt und nur als Ideeneingeber gesehen, mehr nicht und das ist mehr als nur traurig. Es stimmt was du geschrieben hast, kein Wunder dass deutsche Filme selten etwas gutes hervorbringen und es ist in der Tat ein sehr krankes System.

Wir beide haben hier schon oft sehr unterschiedliche Meinungen gehabt und vertreten aber hier sind wir beide auf einer Linie und ich kann nur hoffen dass sich dieses kranke System ändert zugunsten der Autoren. Unsere Autoren arbeiten verdammt hart, geben ihr Herzblut für jedes Drehbuch so wie alle Autoren in anderen Ländern. Ich werde denen das mal erklären wie man in Deutschland mit Autoren umgeht und diese behandelt, ich werde hier dann berichten was die dazu gesagt haben, okay ?

Cheers

Mickey
The little Fox.... May U live 2 C the Dawn




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Re: das hätte man vorher wissen müssen

Beitrag von Benutzername » Do 07 Dez, 2017 00:35

MLJ hat geschrieben:
Mi 06 Dez, 2017 23:48
Muss man nun etwas ändern, egal aus welchen Gründen, dann lasse ich das doch vom Autor machen und gehe mit ihm vorher die Änderungen durch, hole seine Meinung ein.
so machen das die profis!


MLJ hat geschrieben:
Mi 06 Dez, 2017 23:48
Wie gesagt, wir binden die Autoren immer ein
und wieso haben wir dann noch nichts zusammen gemacht? ;) ich bin doch auch autor.


MLJ hat geschrieben:
Mi 06 Dez, 2017 23:48
Ich werde denen das mal erklären wie man in Deutschland mit Autoren umgeht und diese behandelt, ich werde hier dann berichten was die dazu gesagt haben, okay ?
hier noch mal mehr lesestoff zu dem thema. das buch habe ich mir gekauft. http://amzn.to/2ACAZD2 der link führt zu amazon.

titel: Die Filmverhinderer: Wie ARD und ZDF das Geschichtenerzählen behindern

aus einem amazonkommentar:

Geschichtenfreund Vor 1 Jahr

"eines frustrierten Autorens"
Gut.
Also ich kann alles bestätigen, was Herr v. Cossart sagt. Ich kenne diverse Drehbuchautoren und das geflügelte Wort "eine gute Geschichte schafft es niemals an einem deutschen Redakteur vorbei" wird flächendeckend bestätigt. Das ist wirklich ein Jammer, ich habe schon mal eine Glosse dazu geschrieben, weil es zum Lachen wäre, wenn man nicht heulen müsste über dieses Elend.
Ihr seht mich vielleicht, ´nen toten Rottweiler Gassi führen, im Park, ohne Kopf, aber mit Nietenhalsband, wie ich ihn anschreie, weil das Mistvieh nicht zu bellen aufhören will.




MLJ
Beiträge: 1912

Re: das hätte man vorher wissen müssen

Beitrag von MLJ » Mo 11 Dez, 2017 16:30

@Benutzername
Ich habe einigen unserer Autoren das mal beschrieben wie man in Deutschland mit Autoren umgeht. Alle meinten frei übersetzt...

"Totaler Schwachsinn und unprofessionell, unter solchen Bedingungen würde ich nie an einem Film mitarbeiten, vollkommen inakzeptabel, egal was man mir dafür bezahlen würde.".

So in etwa haben sich alle Autoren geäußert mit denen ich gesprochen habe. Danke für den Link zu Amazon aber ich werde bewusst darauf verzichten diese Bücher zu lesen da mich so viel Unsinn nur sauer macht und aufregt.

Zitat:
"so machen das die profis !"
Zitat ende.

Stimmt, so und nicht anders, alles andere ist totaler Humbug.

Zitat:
"und wieso haben wir dann noch nichts zusammen gemacht? ;) ich bin doch auch autor."
Zitat ende.

Ich werde dir auf diese Frage via E-Mail antworten und nicht hier im Forum, okay ?

Cheers

Mickey
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