Seit "Uncut Gems" bin ich Fan der Safdie-Brüder, deren Filme IMO die US-amerikanische Kinotradition nervöser, hyperkinetischer, komplexer Charakterstudien von Scorsese ("Taxi Driver", "Goodfellas", "Casino") und PT Anderson ("Boogie Nights", "One Battle After Another") kongenial fortsetzen.
"Marty Supreme" ist eine kinetisch-emotionale Achterbahnfahrt von einem Film, durchweg mit hervorragenden Schauspielern besetzt (auch Gwyneth Paltrow ist fantastisch als gealterte Hollywood-Diva und daneben die mir noch unbekannte, hervorragend spielende Odessa A'zion), einem nervenraubenden Plot über einen Lebenskünstler und Gewohnheitsschwindler, der sich aus allen seinen situativen Schwierigkeiten herausquatscht und dadurch in immer größeren Schwierigkeiten landet, in hervorragenden 35mm-Kamerabildern gedreht, mit tollem schmuddeligen 50er Jahre-New York-Setdesign und anachronistischer 80er Jahre-Synthie-Popmusik auf dem Soundtrack.
Endlich mal wieder "echtes Kino". Wenn man solche Filme sieht, merkt man, wie lange man auf Entzug war...


