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Amsterdam - mit (nicht inhaltlichen) Spoilern



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Axel
Beiträge: 15469

Amsterdam - mit (nicht inhaltlichen) Spoilern

Beitrag von Axel » Di 22 Nov, 2022 08:04

Ich möchte euch den Mund wässrig machen mit Appetitverderbern. Dieses Posting wird mehr oder weniger ein Plädoyer für einen Film, der mir wahrscheinlich nur gefiel, weil ich keine Erwartungshaltung dazu hatte. Gemessen am leeren Großstadtkino floppt er aber eh so grausam, dass er ein bisschen Werbung gut gebrauchen kann. Da ihr ihn ja sowieso nicht gucken wolltet, hier mein Bericht.

Gestern Abend wurde ich von meiner kinosüchtigen Freundin, die keinen Film verpassen möchte, in Amsterdam geschleppt. Im Foyer sah ich auf dem Poster an Aufgebot ein Stars sowie den Hinweis, dass der Regisseur American Hustle und Silver Linings gemacht hatte. Beide Filme habe ich nur schwach in Erinnerung, aber zugleich in guter Erinnerung. Wie es die Absicht solcher Plakat-Hinweise ist, fühlte ich mich für die kommenden Stunden in guten Händen.

Der Film beginnt mit Ersten-Weltkriegs-Versehrten, die in der pittoresk-chaotischen Praxis vom chaotisch-liebenswerten Arzt und selbst Erste-Weltkriegs-Versehrten Christian Bale (Glasauge, Stützkorsett wegen durch Schrapnell völlig vernarbten Rückens) selbstgebastelte Prothesen verpasst kriegen und dem schwarzen Anwalt-Kumpel (versehrt) J.D.Washington (Tenet, Sohn von. Dass man darauf noch immer hinweisen muss, zeigt, dass er noch nicht ganz Superstar ist), der ihn zur Obduktion eines Generals drängt, den beide aus dem "Krieg, der alle Kriege beendet hat" kennen, von wo aus ein großes Mordkomplott seinen Anfang nimmt.

Verdammt, Axel, werdet ihr sagen. Diesen Satz hättest du aber besser strukturieren können. Hätte ich. So wie er ist, spiegelt der Satz das Drehbuch von Amsterdam. Schätze, wer den Film gesehen hat, wird mir zustimmen. Jetzt, während ich das schreibe, fallen mir die Grafiken im Abspann ein, die die Figuren des Films als Wolpertinger zeigen, als Collagen. Die Augen von Margot Robbie, die Nase von Christian Bale, die Ohren von Robert De Niro, so in etwa. Ist das alles also Absicht?

Bis auf die allerletzte Szene hatte ich komplett vergessen, dass der Film anfangs behauptet hatte, eine wahre Geschichte zu sein. Eine politische Geschichte, eine brisante Geschichte mit Gegenwartsbezügen. Don't follow the wrong gods home (war 'ne OmU)!

Weil der Film so viele skurrile bis bizarre Elemente hatte. Die als Hobby-Vogelkundler und "im wirklichen Leben" Glasaugenhersteller getarnten US-Geheimdienstagenten Mike Myers und Michael Shannon zum Beispiel.

Im ersten Drittel der titelspendende Aufenthalt in Amsterdam, wo sich eine teilweise platonische Ménage à Trois zwischen Bale, Robbie und Washington entwickelt. Das ist die große Utopie des Films und so federleicht inszeniert, dass es als Film im Film mMn einen Oskar verdient hätte. Aber was heißt das heute schon noch? Der Oskar ist für *Kino*, was der Fifa-Cup für Fußball ist, ein Schandmal. Wir folgen den falschen Göttern.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




klusterdegenerierung
Beiträge: 24892

Re: Amsterdam - mit (nicht inhaltlichen) Spoilern

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 22 Nov, 2022 08:08

Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber ich kann Dir jetzt schon sagen, Dein Plädoyer dazu ist besser, mega!
"Das Leben ist wie kalte Butter auf warme Brötchen streichen!"




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