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ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.



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ruessel
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ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Mi 19 Jan, 2022 09:22

https://www.arte.tv/de/videos/092944-00 ... -seil-1-3/

Verfügbar :

Vom 28/12/2021 bis 25/02/2022
Das internationale Forschungsteam einer Sternwarte in Norwegen hat grünes Licht zur Fortsetzung seiner Arbeit erhalten. Doch dann entdecken die Wissenschaftler ein Seil, das sich im Wald endlos zwischen den Bäumen hindurchschlängelt und kein Ende zu nehmen scheint. Eine kleine Gruppe macht sich auf, das Rätsel um das Seil zu lösen.
Bild
Gruss vom Ruessel




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » Mi 19 Jan, 2022 22:09

Heftiges Ende. Vom Seil? fragt ihr. Das will ich nicht spoilern.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Sa 22 Jan, 2022 08:19

Was für ein Film....Großartig. Gestern alle 3 Teile reingezogen. Bin heute morgen noch verwirrt ;-)
Auch das erste mal in einem SF-Film gesehen, das eine ältere Wissenschaftlerin plötzlich im Technikraum ihr Höschen auszieht und sich genüßlich le.... läßt. Machte dramaturgisch keinen Sinn aber hatte was, werde ich niemals vergessen, auch der Dialog dazu: Ich muss die Tür zumachen.

Alleine auf die Idee zu kommen, mit einem Seil als Hauptdarsteller einen spannenden Dreiteiler zu machen..... alleine dafür gibt es von mir einen Oskar! Kennt jemand vergleichbare weitere Filme?


vlcsnap-00001.jpg
Gruss vom Ruessel

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Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » Sa 22 Jan, 2022 08:22

Typisch Franzosen ohne ausgezogenes Höschen geht wohl gar nix.;)
Aber ich werde mir die Serie wohl dann auch rein ziehen, wenn so viele von der Mini Serie schwärmen.
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Sa 22 Jan, 2022 08:25

Typisch Franzosen ohne ausgezogenes Höschen geht wohl gar nix.;)
Stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht.
Ich finde den Film (3x 45 Minuten) wirklich etwas besonderes, zwar sehr ruhig aber trotzdem ohne gigantische CGI spannend, bitte mehr davon.
Gruss vom Ruessel




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Sa 22 Jan, 2022 09:15

Was sagt der bezahlte Kritiker dazu:
Den Drehbuchautoren Dominique Rocher und Eric Forestier gelingt in „Das Seil“ mit einfachsten Mitteln und ohne große Effekte ein faszinierendes, bisweilen in blutigen Horror umschlagendes Mystery-Szenario, in dem es nicht zuletzt ums Wesen des Menschen geht – um unseren Forscherdrang und unsere Neugier, aber auch um unsere tieferen Sehnsüchte und Erlösungsbedürfnisse, die uns nach Transzendenz dürsten lassen und uns auch anfällig machen fürs Irrationale.

Dabei punktet die Serie mit interessanten Charakterzeichnungen, auch wenn im Lauf der drei um die 50-minütigen Folgen nicht alle Entwicklungen psychologisch schlüssig sind, sondern mehr dem stark metaphorischen Charakter der Story geschuldet zu sein scheinen. Alternierend zwischen den Abenteuern der Wanderer in der Wildnis und ihren Kolleg:innen, die auf der Sternwarte verblieben sind und bald ums Leben der Verschwundenen bangen, versteht die Serie nichtsdestotrotz bis zum Ende zu fesseln. - Ab 16.
https://www.filmdienst.de/artikel/52066 ... v-programm
Gruss vom Ruessel




7River
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von 7River » Sa 22 Jan, 2022 11:36

ruessel hat geschrieben:
Sa 22 Jan, 2022 08:19
Kennt jemand vergleichbare weitere Filme?
Ja, und zwar „The State“. Eine spanische Miniserie über unterschiedliche Personen, die nach Syrien reisen, um sich dem IS anzuschließen. Sehr spannend und sehr empfehlenswert. „Loch Ness“ ist auch eine interessante Miniserie.

Aber jetzt schau ich mir „Das Seil“ an.

EDIT: Sehr coole Idee, die ich aber „noch mal wirken lassen muss“. Besonders das Ende... Auch der Ton war sehr räumlich.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




rabe131
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von rabe131 » So 23 Jan, 2022 00:40

Gut gemacht. Erinnert mich an "Stalker": Seil gegen eine geworfene Schraubenmutter
oder so ähnlich, den Film ewig nicht gesehen. Cronenberg grüßt zwischendurch. Doch die
Auflösung? Mit Spannung hineingezogen. Die Darsteller beiläufig entsorgt. Ja, es gibt viele
Wege. Und? Letzlich, schade.




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » So 23 Jan, 2022 06:41

rabe131 hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 00:40
Gut gemacht. Erinnert mich an "Stalker": Seil gegen eine geworfene Schraubenmutter
oder so ähnlich, den Film ewig nicht gesehen. Cronenberg grüßt zwischendurch. Doch die
Auflösung? Mit Spannung hineingezogen. Die Darsteller beiläufig entsorgt. Ja, es gibt viele
Wege. Und? Letzlich, schade.
Es lohnt sich meines Erachtens sehr, diese Enttäuschung festzunageln. Wenn du genau hinsiehst gibt es auch bei Stalker keine "Auflösung". Und in dem Film Auslöschung (Annihilation von 2018, ich weiß noch, wie wir zu zehnt im Wohnzimmer vor dem Fernseher klebten, das war eine völlig andere Epoche) auch nicht. Das ist der Film, an den ich dachte. Denn Stalker gehört für mich in den Kino-Olymp, so nach dem Motto wenn nicht unter den zehn besten Filmen aller Zeiten, dann zumindest unter den fünfzehn.

Aber eventuell weiß ich, was du meinst. Wozu Sophies Krebserkrankung bzw. deren Verheimlichung groß aufbauen, wenn das letztlich nicht so genüsslich ausgeschlachtet wird wie in Gute Zeiten, Schlechte Zeiten? Was soll Serges ergreifende Backstory, wenn es ihm dramaturgisch nicht gestattet wird, seinen Charakterbogen formal zu Ende zu führen (eine einschlägige YT-Reihe würde es nennen "WTF happened to Serge?")? Muss Agnès' unwahrscheinliche Blindheit (wiewohl super gespielt) nicht irgendeine Signifikanz kriegen? Und warum ausgerechnet der Koch (naja gut, es ist halt ein französischer Film)?

Ich finde die deutliche Weigerung, der Dramaturgie Hollywoods zu folgen, sowohl poetischer als auch realistischer. Ein Mensch, egal ob fiktional oder "real" (wir haben alle auch Fiktionen über uns selbst), ist mehr als die Summe seiner Teile. Nicht einmal die *Wirklichkeit* eines gesamten Menschenlebens bedeutet zugleich auch seine innerste Wahrheit (Schnitzler). Wenn du mal, wie ich das im Rahmen meiner Pflege-Ausbildung tun musste, zehn Biografien (stichwortartige Lebensläufe) auf einer Timeline erstellst, wirst du merken, dass die Details letztlich irrelevant sind. Von der Wiege bis zur Bahre. Schön oder hässlich, arm oder reich, nun sind sie alle gleich. Was ist die Fiktion? Die in sich schlüssige (schlüssig kommt von Schluss) Biografie? Oder die Leidenschaft, die uns antreibt?

Unser Reflex, formale Antworten zu erwarten und uns verarscht zu fühlen, wenn sie nicht kommen, kommt aus einer Erziehung zur Platitüde. Genau genommen ist nicht Hollywood daran Schuld, sondern ein eiszeitlicher Schamane. Die Geschichte über den Sieg des Stamms, die erfolgreiche Jagd, die Bannung der furchteinflößenden Geister: Propaganda. Zu deutsch Lügen. Das Melodram, das Superhelden-Franchise - erfunden vor 30000 Jahren. Erzählt mit dem Versprechen, dass Seile nicht nur anfangen, sondern auch zu etwas hinführen (im Zweifelsfall - why not? - zur Vernichtung der Menschheit. Was ich an Don't Look Up besonders stimmig fand, war der Trost des Sich-Abfindens mit dem Ende, Black Hole Sun, won't you come).


Mir fielen beim zweiten Ansehen vor allem zwei Dinge positiv auf: erstens liebte ich die Figuren tatsächlich schon, zweitens wurde europäisch lahmarschig erzählt, bei trotzdem (oder deswegen?) hoher Spannung.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » So 23 Jan, 2022 07:50

@Axel
Meinst sicher diesen russischen Film Stalker ?

Das BW am Anfang sieht schon mal einfach nur bombastisch aus…
Ich hab den Film noch nicht mal gekannt, werde ich nachholen, danke für den Tip.

PS: Die Story mit dem Geschichten erzählendem Eiszeit Schamanen, denke ich hat sich dann in der bisherigen Geschichte der Menschheit noch ein paar mal wiederholt.
Und seither werden manche längst von uns gegangene Menschen, ihre einst erzählten Ideen in Bibeln und anderen heiligen Schriften verewigt, angebetet und vergöttert…
Ob das alles stimmt steht in den Sternen, wir wissen es nicht…

Wer weiss vielleicht sehen in Hunderttausend Jahren unsere Nachkommen, oder Ausserirdische die Marvel Filme und denke dann die Superhelden waren unsere Götter..;))
Einst erzählte Geschichten können in Zukunft immer ganz anders und je nach Kultur, völlig verschieden interpretiert werden…
Aber das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung dazu.
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » So 23 Jan, 2022 10:09

Darth Schneider hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 07:50
@Axel
Meinst sicher diesen russischen Film Stalker ?
Ja. Ich hab eine persönliche Geschichte damit. Als Kind (so 12-13) sah ich heimlich, als meine Eltern und Geschwister schon schliefen, einen epischen Historienfilm im Dritten, Andrej Rubljow. Weil ich sonst alle wach gemacht hätte, konnte ich den Film nur ganz leise gucken, was super funktionierte, weil es mich noch tiefer hineinzog. Der Film beeindruckte mich tief, aber ich vergaß ihn wieder.

Wie kann man einen Film vergessen, der einen tief beeindruckt hat?, werdet ihr Nicht-Boomer fragen. Nun, es gab zuerst und vor allem kein Internet, kein Wikipedia und schon gar kein imdb. Selbst wenn ich es geschafft hätte, in der Stadtbibliothek etwas darüber zu finden, hätte ich ihn deswegen noch lange nicht nochmals gucken können, weil es kein VHS und schon gar keine Videotheken gab.

Fast forward etwa zehn Jahre später. Ein Freund kam in meine Studentenbude mit einer VHS-Kassette, Stalker, und sagte, den Film kann man prima gucken, wenn man bekifft ist. Irgend etwas kam mir während des Anschauens bekannt vor, und als im letzten Drittel geflüstert wurde, wusste ich es: das musste derselbe Regisseur sein. Was die seltsamste aller Querverbindungen ist, aber so war's.
Darth Schneider hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 07:50
PS: Die Story mit dem Geschichten erzählendem Eiszeit Schamanen, denke ich hat sich dann in der bisherigen Geschichte der Menschheit noch ein paar mal wiederholt.
Und seither werden manche längst von uns gegangene Menschen, ihre einst erzählten Ideen in Bibeln und anderen heiligen Schriften verewigt, angebetet und vergöttert…
Ob das alles stimmt steht in den Sternen, wir wissen es nicht…
Wir wissen es: es stimmt nicht, zumindest nicht auf der Ebene der Fakten. Das ist der Witz an diesen Geschichten. Andrej Rubljow, einer der Filme, die mich immer zum Weinen bringen, handelt davon. Menschen handeln schlecht, scheinen böse zu sein. Das gibt keinen Anlass zur Hoffnung, denn solche Hoffnung beruht auf Selbsttäuschung. Die Kunst (Andrej Rubljow war Ikonenmaler, historisch) lügt, ist nur ein Trost. Ist im Grunde genommen selbst böse, weil sie das Schlechte ertragen hilft. Darüber verzweifelt der Held und hört auf zu malen. Aber er lernt es erneut, weil er sieht, dass es auch gute Lügen gibt. Wir glauben, die Realität zu sehen als unabhängig von uns selbst. Aber das ist der Bias. Das ist wie der Rumpelfilter (oder was es ist), der in Das Seil verhindert, dass das Signal durchkommt. Und, äh, das Echo des Urknalls? Ist das nicht auch so eine Fiktion wie die, dass das Seil zu irgehnd etwas Großem, Bedeutsamem führt?
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...

Zuletzt geändert von Axel am So 23 Jan, 2022 10:16, insgesamt 1-mal geändert.




Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » So 23 Jan, 2022 10:12

Natürlich wissen wir es, Alle. Aber nur die wenigsten wollen es zugeben.;)
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.




dosaris
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von dosaris » So 23 Jan, 2022 10:27

Axel hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 06:41
...
Unser Reflex, formale Antworten zu erwarten und uns verarscht zu fühlen, wenn sie nicht kommen, kommt aus einer Erziehung zur Platitüde. Genau genommen ist nicht Hollywood daran Schuld, sondern ein eiszeitlicher Schamane.
es wirkt schon völlig anders, wenn man dieselbe Situation nur anders - aber immer noch zutreffend - beschreibt:

Nicht nur beim Seil hatte ich den EIndruck, dass der Author selber nicht wusste, wie er die Story auflösen/beenden will.
Zusätzlich werden dann parallele Szenen reingeschrieben, die zwar die Zeit ausfüllen, aber mit dem Plot garnix zu tun haben.
Er hat nicht mals den Versuch dazu unternommen und plustert sich dann womöglich noch auf,
dass enttäuschte Rezipienten seine vermeintlich hohe Kunst nicht erkennen und wertschätzen können.

Was will uns der Künstler damit sagen?
Zu oft garnix, er wusste es selber auch nicht!

Das ist einfach nur billig!

Ja, ein gutes Buch schreiben ist nicht trivial.
Aber die meisten Zuschauer erkennen durchaus, ob es ein gutes ist.
Spätestens beim 2 Ansehen - wenn der Film es denn Wert erscheint - separiert sich dann die Spreu vom Weizen:

Entweder der Plot wird dann transparenter u deutlicher oder man entdeckt überwiegend weitere Fehler oder Logiklöcher.




Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » So 23 Jan, 2022 10:31

Gut bei dem eigentlichen Seil doch schon selber, (ohne die Story gross anzusprechen) müssen wir doch mit Logiklöchern gar nicht erst anfangen.
Das Seil selber ist doch der grösste Logikfehler…D

Aber ich mache auch viel den Fehler, in Filmen überhaupt nach Logikfehlern zu suchen.
Das ist sinnlos, die Filme sind voll davon, auch die sehr guten…

Habe ich auch z.B. Bei Dune wieder gedacht:
Haben die doch riesige Raumschiffe, schneller wie das Licht, und riesige Waffen und Hig End Technik ohne Ende.
Aber auf dem Schlachtfeld rennen sie trotzdem herum genau wie zur Bronzezeit….
Das funktioniert heute nicht mehr wirklich…Nicht für mich.
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.

Zuletzt geändert von Darth Schneider am So 23 Jan, 2022 10:51, insgesamt 1-mal geändert.




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » So 23 Jan, 2022 10:49

dosaris hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 10:27
Spätestens beim 2 Ansehen - wenn der Film es denn Wert erscheint - separiert sich dann die Spreu vom Weizen:

Entweder der Plot wird dann transparenter u deutlicher oder man entdeckt überwiegend weitere Fehler oder Logiklöcher.
Logiklöcher sind die Wurmlöcher, die Kaninchenbau-Eingänge. Die Sackgassen sind in Wirklichkeit die aalglatten Retortenscripts, in denen es Hand und Fuß, aber keine Phantasie gibt. In der Netflix-Reihe Voir wird schon in den ersten beiden Folgen (über Der Weiße Hai und dann Lawrence von Arabien) gut erklärt, warum wirklich großes Kino nicht "funktioniert". Aber vielleicht hast du selbst ein Beispiel. Ein Film, den du liebst, und der seinen genialen Plot beim wiederholten Ansehen offenbart?

Ich weiß übrigens nicht, ob ich hier Das Seil als genial verteidigen soll oder lediglich als einen Film, der mir gefallen hat, dessen Figuren mich interessiert haben und der mich zum Nachdenken anregte.

Alle großen Filme, die mir spontan einfallen, sind fehlerbehaftet. Sie haben keinen selbstverliebten Autor, der mir einen vom Pferd erzählt.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




7River
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von 7River » So 23 Jan, 2022 11:16

Axel hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 10:09
Ein Freund kam in meine Studentenbude mit einer VHS-Kassette, Stalker, und sagte, den Film kann man prima gucken, wenn man bekifft ist.

Ist das nicht auch so eine Fiktion wie die, dass das Seil zu irgehnd etwas Großem, Bedeutsamem führt?
Ich hab‘ die Erfahrung gemacht, dass Bekiffte benebelt sind und gar nicht mehr so viel verstehen.

Der Mensch ist oft rastlos, strebt nach Ruhm, Reichtum und Anerkennung, obwohl er den wirklichen Schatz oft direkt vor Augen hat. Zuhause. Das fand ich am Ende von James Cameron’s Drehbuch zu Titanic so beeindruckend. Ich weiß gar nicht, ob die Szenen im fertigen Film alle zu sehen sind. Eine junge Mitarbeiterin hat sich ja in einen jungen Mitarbeiter verguckt. Als die Expeditions-Crew am Ende eine Abschiedsparty feiert, sagt die alte Rose (während sie den Diamanten ins Meer werfen will) zu dem Mitarbeiter: Sie suchen an der falschen Stelle nach Schätzen, Mr. Lovett.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » So 23 Jan, 2022 11:46

7River hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 11:16
Ich hab‘ die Erfahrung gemacht, dass Bekiffte benebelt sind und gar nicht mehr so viel verstehen.
Allerdings. Solange unsere Pforten der Wahrnehmung nicht mit alten Aktenschränken zugestellt sind, verstehen wir aber das Hypnotische des Films auch nüchtern. Wenn man natürlich nach einer handfesten Aussage sucht, nach einem Sinn des Lebens und enttäuscht ist, ihn nicht zu kriegen, wird man das rückblickend als Zeitverschwendung sehen. Wenn man nur verstehen will, was einem expressis verbis erklärt wird, ohne Fehler und Plotholes, dann klar.
7River hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 11:16
Der Mensch ist oft rastlos, strebt nach Ruhm, Reichtum und Anerkennung, obwohl er den wirklichen Schatz oft direkt vor Augen hat. Zuhause. Das fand ich am Ende von James Cameron’s Drehbuch zu Titanic so beeindruckend. Ich weiß gar nicht, ob die Szenen im fertigen Film alle zu sehen sind. Eine junge Mitarbeiterin hat sich ja in einen jungen Mitarbeiter verguckt. Als die Expeditions-Crew am Ende eine Abschiedsparty feiert, sagt die alte Rose (während sie den Diamanten ins Meer werfen will) zu dem Mitarbeiter: Sie suchen an der falschen Stelle nach Schätzen, Mr. Lovett.
Ein titanischer Film, erkenntnisgewinnmäßig ein kleines Brötchen.

Ein verlogene Moral als Rechtfertigung. Ähnlich bei Avatar. Scheinbar ein Film gegen die Ausbeutung (der Indianer zum Beispiel). Berühmt ist, dass die Leiharbeit-CGI-Sklaven, die für Avatar gnadenlos übervorteilt wurden, sich öffentlich an Cameron wandten, es sei ja wohl die Aussage des Films, dass das falsch sei, und Cameron sagte, leckt mich am Arsch.

Beide Filme funktionieren im Kino aus Gründen, die nichts mit den Plots zu tun haben.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




7River
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von 7River » Mo 24 Jan, 2022 11:38

Es geht ja darum, welche Erkenntnisse jemand für sich gewinnen möchte, oder aus Filmen zieht. Auf den ersten Blick dienen Filme ja nur der reinen Unterhaltung. Doch Aussagen und gewisse Weisheiten transportieren sie schon. Selbst Filme, die nicht zu den guten zählen.

Mag schon sein, dass Titanic jetzt erkenntnisgewinnmäßig nicht viel zu bieten hat, oder Avatar. Klar dass es bei Produktionen von Filmen zu Komplikationen kommen und unschön werden kann. Wie bei jeden anderen Job auch. Weißt Du, wie genau Deine Lebensmittel und Alltagsgegenstände produziert werden? Ist man Hellseher oder Jesus?
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » Mo 24 Jan, 2022 12:25

@7River
Ich wollte jetzt nicht Titanic als hohle, doofe Unterhaltung hinstellen, im Sinne U-Kino vs. E-Kino.

Immerhin bietet Titanic, was Das Seil nicht bietet - zumindest nicht für einige hier im Forum, und zwar ein zufriedenstellendes Ende. Scheißegal, ob Jack mit auf die Tür gepasst hätte (er hätte, bzw. er hat, nämlich ausprobiert während der Dreharbeiten). Scheißegal, ob seine und Rose's Rollen schon arg holzschnittartig sind, wie überhaupt alle Figuren dieses Schinkens. Ende gut, alles gut. Formal hat alles seine Richtigkeit. Man kann sagen, die Story ist mit deutscher Gründlichkeit zuende erzählt.

Kino zeigt zwar, wie Godard einmal sagte, den Tod bei der Arbeit, aber was gerne übersehen wird, dass nicht der Vollzug zählt, sondern das "bei", das Wie. Der Weg ist das Ziel. Das Ende eines Films ist vergleichbar mit den Schlusstakten berühmter Sinfonien. Tatatata-Taaaa... TA!!! Oder den Org@smen bei Pornos (Filmquiz: "Der langen Rede kurzer Sinn: Jetzt musser rinn!"). Oder der Anthologie Die 100 schönsten Grabreden.

Titanic wird gerne gesehen wegen seiner Sensationen. Ganz klar erwartet der männliche Kinogänger eher die Actioneffekte. Aber es gibt auch eine Liebesgeschichte. Cameron war sich nicht sicher, ob das Ganze nicht zu kitschig würde. Er sagte vor den Schnittarbeiten, wenn ich es nicht mehr ertrage, schneide ich mir mit einem Rasiermesser die Kehle durch.

Statt des tatsächlichen Rasiermessers nahm er das blade tool und trimmte die oben verlinkte Szene weg, von der mich schon erstaunt, dass die Schauspieler sie mit ernsten Gesichtern abliefern konnten.

Jack und Rose erinnern natürlich grob an Romeo & Julia, eine der berühmtesten Tragödien der Welt, die Mutter aller Liebestragödien, von Shakespeare.
dosaris hat geschrieben:
So 23 Jan, 2022 10:27
Entweder der Plot wird dann transparenter u deutlicher oder man entdeckt überwiegend weitere Fehler oder Logiklöcher.
Aber den Plot darf man sich auch nicht so nüchtern geben:
Wikipedia hat geschrieben:Die Tragödie spielt in der italienischen Stadt Verona und handelt von der Liebe Romeos und Julias, die zwei verfeindeten Familien angehören, den Montagues (Romeo) bzw. den Capulets (Julia). Die Fehde geht so weit, dass sich die Beteiligten regelmäßig zu Beleidigungen und blutigen Fechtkämpfen hinreißen lassen, sobald sie in der Stadt aufeinander treffen. Deshalb halten Romeo und Julia ihre Liebesbeziehung vor ihren Eltern verborgen. Ohne deren Wissen lassen sie sich vom Bruder Lorenzo trauen, der insgeheim hofft, auf diese Weise einen ersten Schritt zur Versöhnung der verfeindeten Familien beitragen zu können. Trotzdem kommt es zwischen Romeo und Tybalt, einem Capulet und Cousin Julias, zum Kampf, in dessen Verlauf Tybalt von Romeo getötet wird. Romeo wird aus Verona verbannt und muss nach Mantua fliehen. Julia, die nach dem Willen ihrer Eltern in aller Eile mit einem gewissen Paris verheiratet werden soll, bittet erneut Bruder Lorenzo um Hilfe. Dieser überredet sie, einen Schlaftrunk zu sich zu nehmen, der sie für mehrere Stunden in einen todesähnlichen Zustand versetzen werde, um so der Hochzeit zu entrinnen. Romeo soll durch einen Brief, der ihn allerdings wegen eines Missgeschicks nicht erreicht, von diesem Plan in Kenntnis gesetzt werden. In der Zwischenzeit sieht ein Freund Romeos die mittlerweile beigesetzte Julia in ihrer Familiengruft liegen, eilt zu Romeo und berichtet ihm vom angeblichen Tod seiner Geliebten. Romeo eilt nach Verona zum Grab seiner Frau, um sie noch ein letztes Mal zu sehen, dann nimmt er Gift und stirbt an ihrer Seite. Im selben Augenblick erwacht Julia aus ihrem todesähnlichen Schlaf, sieht, was geschehen ist, ergreift Romeos Dolch und tötet sich aus Verzweiflung ebenfalls. Als die verfeindeten Eltern von der tragischen Liebesbeziehung erfahren, erkennen sie ihre Mitschuld und versöhnen sich über dem Grab ihrer Kinder.
Die Handlung ist nüchtern betrachtet unglaubhaft und unrealistisch. Sie ist, wie sie ist, weil sie auf geniale Art Emotionen aller Art bis zum Abwinken ausreizt, die Geburt und der schicksalhafte Triumph der Romantik. Der unglaublich starke Mythos von der soziale Gräben überspannenden und quasi übernatürlichen Liebe, die zu Milliarden unglücklicher Ehen geführt hat. Die Handlung ist ein Konstrukt, ein Märchen voller Klang und Wut ("das nichts bedeutet") für die Bretter, die die Welt bedeuten. Sie ist weitgehend austauschbar, übertragbar, änderbar. Ein MacGuffin.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...

Zuletzt geändert von Axel am Mo 24 Jan, 2022 12:40, insgesamt 1-mal geändert.




7River
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von 7River » Mo 24 Jan, 2022 12:32

@Axel Danke für Deine Erklärung.

Ich war jetzt nicht sauer wegen der Brötchen-Bezeichnung. So ist es nicht.
„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Mo 24 Jan, 2022 13:16

Falls noch nicht gesehen:

https://www.arte.tv/de/videos/104963-00 ... -das-seil/
Interview mit dem Team von "Das Seil"

Im Interview mit Regisseur Eric Forestier, Drehbuchautor Dominique Rocher und den Schauspielern Jean-Marc Barr ("Bad Banks") und Tom Mercier ("Synonmyes") erfahren wir mehr über die Hintergründe und Drehbedingungen zur Serie "Das Seil".
Gruss vom Ruessel




Funless
Beiträge: 4922

Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Funless » Mo 24 Jan, 2022 15:32

Eigentlich wollte ich in diesen Thread nix schreiben, da ich Das Seil noch nicht geschaut habe und irgendeinen Senf zu einer Produktion abzugeben die man noch nicht geschaut hat finde ich ziemlich doof.

Allerdings möchte ich gerne die Gelegenheit nutzen und ein paar Worte zu Camerons Titanic loswerden.

Denn eines muss man Herrn Cameron bei der Produktion ...
Axel hat geschrieben:
Mo 24 Jan, 2022 12:25
dieses Schinkens
(ich fand die Bezeichnung so super und so passend, da musste ich es zitieren) lassen:

Er vollbrachte das "Kunststück" mit diesem Film gleichzeitig zwei völlig unterscheidliche Zielgruppen zu adressieren und auch zu erreichen. Zum Einen diejenigen die spektakuläre Action erwarten und zum Anderen diejenigen die bei einem schnulzigen Liebesdrama schluchzend dahin schmelzen. Dass dieser Film für viele viele Jahre hinweg (ich glaube es waren knappe 20 Jahre?) das Ranking der erfolgreichsten Filme ever anführte kommt ja auch nicht von irgendwoher.

Und das zeigt eigentlich auch in aller Deutlichkeit, dass bei solchen Diskussionen stets das aus meiner Sicht wesentlichste außer Acht gelassen wird: und zwar, dass das Medium "Film" neben dem Medium "Musik" die beiden einzigen Kunstformen sind deren "Kunst" primär dafür ausgeübt wird um damit hauptsächlich und als oberste Priorität Geld zu erwirtschaften.

Man kann sich darüber aufregen und man kann es verteufeln doch letztendlich zählt der Gewinn. Filme sind in erster Linie Investitionen, bei manchen Produktionen sogar eine Wette. Das Ziel ist der Ertrag. Das ist so unumstößlich wie der Sonnenaufgang im Osten.

So jetzt aber genug OT von mir und sobald ich Das Seil geschaut habe werde ich dann auch meinen Senf dazu abgeben .. wobei mir allerdings noch schleierhaft ist wann genau ich das schaffen werden diese Mini-Serie zu schauen in Anbetracht meiner Watchlist die eh schon bis Unterlippe Oberkante voll ist.
MfG
Funless


No Cenobites were harmed during filming.




Steelfox
Beiträge: 376

Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Steelfox » Di 25 Jan, 2022 08:48

Das Seil - gesehen und für gut befunden. Gute Bilder, spannend mit einem Ende, für das alle möglichen Beschreibungen zutreffen würden.
Bei den ersten Bildern hatte ich erst befürchtet, es geht in die Richtung dieser anderen Wald-Serie "Jordskott". Trotz der guten Handlung, muss ich ein wenig rummäkeln. Einige Stellen waren doch zutiefst unlogisch. Zunächst frage ich mich, was da nun wichtiger war, die Arbeit oder das Seil? Aus welchem Grund sollte ich tagelang da langlaufen? Spätestens nach einem Tag hätte ich mir an die Stirn getippt. Als Rettungsdienst hätte ich doch zuerst diese Schlucht gründlich abgesucht. Warum mit zig Leuten eine breite Fläche absuchen, statt zuerst mit Suchhunden den Spuren folgen? Und warum keine Helikopter mit Wärmesuchkameras eingesetzt werden, verstehe ich auch nicht. Waren ja nicht mal irgendwelche Tiere im Wald. Ein Suchtrupp parralel zum Seil - täglich in Verbindung mit dem Heli (Essen etc). Und die Wüste? In Norwegen? Warum findet ein Raimond vor vielen Jahren ein Seil? (Staffel 2?) Und das Verhältnis zwischen den beiden, geht auch schon eine Weile, und keiner hat auf dem kleinen Raum was mitbekommen?
*kopfkratz*
Trotzdem wars spannend. Und wahrscheinlich sollte man hier auch nicht nach dem "Warum" fragen. Aber ich will eigendlich immer eine schöne (logische) Auflösung. Ansonsten fühlt es sich - mal hart gesagt - ein wenig an wie Zeitverschwendung, wie bei Lost damals.
"Mensch Leute, lest doch mal ein Bildband."
Sterling Archer




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Di 25 Jan, 2022 08:52

Mein Kumpel hat mich gestern wegen meiner Seil Empfehlung angerufen. Völliger Mist die Serie, hat den dritten Teil nicht mehr angeschaut - schade um die Lebenszeit. Ist halt eher Hollywood Blockbuster geprägt.
So ist das...... und vielleicht ist es auch gut so, dass nicht alle so fühlen und denken wie ich ;-) - das waren meine kurzen Gedanken dazu.
Gruss vom Ruessel




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Di 25 Jan, 2022 09:14

Und warum keine Helikopter mit Wärmesuchkameras eingesetzt werden, verstehe ich auch nicht.
So wie ich das verstanden habe, waren sie nicht mehr in der selben Raumzeit, sie waren 1 Tag unterwegs, bei den daheim gebliebenen waren schon 10 Tage vergangen. Also völlig logisch das Hubschrauber nix bringen! ;-)

Passiert mir auch öfters. Ich werde oft gefragt: Wo warst Du.
Gruss vom Ruessel




Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » Di 25 Jan, 2022 09:23

Sie müssten sich dann aber logischerweise mit Lichtgeschwindigkeit bewegt haben beim suchen vom Ende des Seiles und die Erde müsste dabei um tausende Male gewachsen sein….während in der Sternwarte alles normal bleibt…
Schwierige Logik..
Zeit hängt immer zusammen mit dem Raum und mit der Geschwindigkeit…
Nicht zu trennen…
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Di 25 Jan, 2022 09:24, insgesamt 1-mal geändert.




ChristianG
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ChristianG » Di 25 Jan, 2022 09:24

Ich bin auch gar nicht begeistert. Den Machern nach soll das ganz großes tiefes Kino sein und dann sehe ich doch nur irrational handelnde Figuren, die sich nicht einmal wie Wissenschaftler benehmen. Warum das große Fass aufmachen, dass ihr Projekt so wichtig ist und dann gehen ausnahmslos fast alle mit und kehren auch nicht um und schlafen auf dem Boden als wäre es das normalste der Welt für die, die vermutlich ihr Leben maximal im Zelt gepennt haben? Habe ich nicht gekauft und das hat es für mich sehr anstrengend gemacht. Davon ab war mir das auch alles unnötig brutal, die Gewalt wirkte auf mich wie ein Fremdkörper, als wollten die Macher dringend Gewalt zeigen, kaum ein Tod oder Unfall schien mir sonderlich nachvollziehbar, also weder vom Täter noch von einer übergeordneten Agenda. Überhaupt der Wahnsinn... wie gut wäre die Geschichte gewesen, wenn aus wahrer Neugierde dem Seil gefolgt wäre? Wenn die Wissenschaftler auch nur einmal ob der Länge verwundert gewesen wären und mal nachgerechnet hätte wie viel so ein viele kilometerlanges Seil wohl wiegen müsste. Und ich weiß nicht, ich kenne diese Parallelen ja auch aus anderen Romanen oder Filmen, die guten Werke bringen es am Ende auch wieder irgendwie zusammen, das habe ich hier auch vermisst oder irgendwas nicht verstanden. Vermutlich ist es müßig über so eine Fernsehserie so viel zu nachzudenken, wenn es doch nur Zerstreuung sein soll. Aber in dem Fall kenne ich wirklich genug was auch einfach besser gemacht ist. Am ärgerlichsten für mich, dass obwohl Arte französischen Ton anbietet, keine Untertitel vorhanden sind und ich die grausige deutsche Synchro gucken musste.




Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » Di 25 Jan, 2022 09:26

Mir geht es ähnlich. Ich hab nur die erste Folge geschafft.
Zu viel unnötiges menschliches Drama…
Die echten Franzosen denken und handeln aber nie logisch, immer nur rein emotional. Das ist ihre Kultur.
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Di 25 Jan, 2022 09:28

Ich bin da nicht ganz Physikfest, schon lange her das ich mit Albert darüber gesprochen habe, aber nicht nur Lichtgeschwindigkeit verändert die Raumzeit sondern auch Gravitationstrichter.
Gruss vom Ruessel




Darth Schneider
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Darth Schneider » Di 25 Jan, 2022 09:33

Schwarze Löcher ?
Aber denen kommt man leider nicht nah genug heran um die Auswirkungen nur ansatzweise zu spüren.
Oder sonst ist es schon zu spät und man dreht sich mit fast Lichtgeschwindigkeit, wird spagettifiziert hineingezogen, zusammengedrückt und kann so eher nicht mehr darüber berichten.
Gruss Boris
Alles vor und rund herum um die Kamera ist für einen guten Film viel, viel wichtiger als die Kamera selber.

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Di 25 Jan, 2022 09:36, insgesamt 1-mal geändert.




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Di 25 Jan, 2022 09:35

Warum das große Fass aufmachen, dass ihr Projekt so wichtig ist und dann gehen ausnahmslos fast alle mit und kehren auch nicht um und schlafen auf dem Boden als wäre es das normalste der Welt für die, die vermutlich ihr Leben maximal im Zelt gepennt haben?
Schau das "Making of" an, da erklärt der Drehbuchautor kurz was er damit meint.
Gruss vom Ruessel




ChristianG
Beiträge: 233

Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ChristianG » Di 25 Jan, 2022 09:55

ruessel hat geschrieben:
Di 25 Jan, 2022 09:35
Warum das große Fass aufmachen, dass ihr Projekt so wichtig ist und dann gehen ausnahmslos fast alle mit und kehren auch nicht um und schlafen auf dem Boden als wäre es das normalste der Welt für die, die vermutlich ihr Leben maximal im Zelt gepennt haben?
Schau das "Making of" an, da erklärt der Drehbuchautor kurz was er damit meint.
Das habe ich gesehen und ich verstehe was sie wollten, aber ich denke, sie haben es nicht so umgesetzt.




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » Di 25 Jan, 2022 10:25

Stimmt schon, die Schlucht, in der Bernhardt stirbt, ist filmsprachlich gesehen ziemlich nahe der Forschungsstation. Hätte der Polizeisuchtrupp sich schlicht am Seil orientiert, wäre der Film schnell zuende gewesen. Schließlich stolpert sogar buchstäblich eine Blinde darüber. 1 Tag Expedition gleich 10 Tagen Normalzeit? Wollen die uns hier etwa mit Paralleluniversen und relativer (oder, oh Gott, psychischer) Zeit kommen? Diese blöden europäischen Filmemacher, denen ist keine Entschuldigung für verpatzte Continuity und Plotlogik zu billig! Galt natürlich auch für den russischen Stalker. Was hatten sie überhaupt in der "Zone" verloren? Das "Zutritt verboten" - Schild überlesen? Oder Shining? Immerhin in England gedreht. Es gibt gar kein Labyrinth in der Totalen! Da hat aber jemand gepennt! Wenn man sich die 10 besten Filme aller Zeiten (Stand 2019) anguckt, dann sind mindestens 7 davon berühmt genau dafür, eine ganz eigene Filmzeit und -Logik zu etablieren. Beste? Pfff. Die haben nur den deutschen slashCAM-Artikel Die 6 Top Fortgeschrittenen-Fehler beim Filmemachen nicht gelesen!
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




ruessel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von ruessel » Di 25 Jan, 2022 10:36

Gruss vom Ruessel




Axel
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Re: ARTE: Das Seil. 3 teilige Miniserie.

Beitrag von Axel » Di 25 Jan, 2022 12:11

Diese Buch-Rezension hat weitere Sachen bei mir getriggert. Da ist natürlich (nicht zuletzt wegen des Seils) A Field In England (übrigens erstmalig zeitgleich im Kino und VoD):

Ein wirklich phantastischer Film. Natürlich nicht für die deutschen Plausibilitäts-Bürokraten.
Dann eine Reihe von Enklaven-Filmen - und Romanen, The VVitch, The Village, Under The Dome (es gab auch einen alten Fantasy-Roman, in dem die Menschheit durch den Atomkrieg vernichtet wurde, aber der Teufel eine Kuppel über einer Kleinstadt erschafft, um weiter Menschen quälen zu können), natürlich Tarkowskis/Lems Solaris sowie Schumachers/Crichtons amerikanisch verprollteres Sphere. Bei denen ist charakteristisch, dass es ja auch um Wissenschaftler geht, die den Tritt verlieren.
Diese Filme sind natürlich allesamt nicht geeignet für gestrenge Erbsenzähler oder Leute, die für ihre investierte Zeit erwarten, dass diese nur totgeschlagen wird.

Allen solchen Stoffen gemeinsam ist, dass die "Fehler" so genannte Ostereier sind. Man muss sie sich mal genauer angucken, um weiterzukommen. Gibt es etwas Stringenteres, etwas narrativ Geradlinigeres, etwas weniger Mehrdeutiges als ein Seil? Es ist doch geradezu der rote Faden, der Aridnefaden, die primary storyline, keine Lücken oder Brüche erlaubt. Und gleichzeitig ist es eine Vorstellung, eine irrige Vorstellung, davon, dass Zeit und Raum schnurstracks in die Zukunft reichen. Und etwas verheißen, ein Ziel.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...




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