Sehenswert: Webvideo, Kino, TV und Film Tips Forum



Oscar-Nominierungen - und wieder ...



Hinweise auf interessante Clips im Netz sowie Filme im Fernsehen und Kino (inkl. Dokus übers Filmemachen)
Antworten
iasi
Beiträge: 13806

Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mo 13 Jan, 2020 18:52

... gehen die Deutschen leer aus.

Oder hab ich etwas übersehen?

International scheint der deutsche Film bei Preisverleihungen nichts mehr zu reißen.
Fragt sich eigentlich irgend jemand in der Branche woran das liegt?




Frank B.
Beiträge: 9273

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Frank B. » Mo 13 Jan, 2020 18:56

Ach, das liegt an Deutschland und Amerika. Erstens ist der Oskar nicht unbedingt ein Qualitätskriterium und zweitens, wenn er eins wäre, würden deutsche Filme auch leer ausgehen. Wir sollten uns nicht so wichtig nehmen. Wir sind es auch nicht.

Viel mehr Treffendes kann man dazu eigentlich nicht sagen, auch wenn es nicht um die Oscars, sondern um die Golden Globes ging:




Framerate25
Beiträge: 1222

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Framerate25 » Mo 13 Jan, 2020 19:30

iasi hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 18:52
... gehen die Deutschen leer aus.

Oder hab ich etwas übersehen?

International scheint der deutsche Film bei Preisverleihungen nichts mehr zu reißen.
Fragt sich eigentlich irgend jemand in der Branche woran das liegt?
Kurz und knapp: Nein!
Wenn Du den Zusammenhang zwischen einem Bleistift und ner Kassette herleiten kannst, wird’s langsam Zeit für ne Darmspiegelung. /:/




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mo 13 Jan, 2020 19:34

Frank B. hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 18:56
Ach, das liegt an Deutschland und Amerika. Erstens ist der Oskar nicht unbedingt ein Qualitätskriterium und zweitens, wenn er eins wäre, würden deutsche Filme auch leer ausgehen. Wir sollten uns nicht so wichtig nehmen. Wir sind es auch nicht.

Viel mehr Treffendes kann man dazu eigentlich nicht sagen, auch wenn es nicht um die Oscars, sondern um die Golden Globes ging:

ach - wenn´s nur die Oscars wären.

Es gab mal Zeiten, da hatte der deutsche Film noch eine internationale Bedeutung.

Und warum sollten wir uns in Deutschland eigentlich nur mit Zweitklassigem zufrieden geben? (Gelinde gesagt.)
Über TV-Gebühren und Förder-Steuergelder bezahlt man schließlich zwangsweise dafür.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mo 13 Jan, 2020 19:35

Framerate25 hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:30
iasi hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 18:52
... gehen die Deutschen leer aus.

Oder hab ich etwas übersehen?

International scheint der deutsche Film bei Preisverleihungen nichts mehr zu reißen.
Fragt sich eigentlich irgend jemand in der Branche woran das liegt?
Kurz und knapp: Nein!
Das wäre bitter.




Frank B.
Beiträge: 9273

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Frank B. » Mo 13 Jan, 2020 19:47

iasi hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:34

Und warum sollten wir uns in Deutschland eigentlich nur mit Zweitklassigem zufrieden geben? (Gelinde gesagt.)
Über TV-Gebühren und Förder-Steuergelder bezahlt man schließlich zwangsweise dafür.
Zweitklassigkeit wäre eine Auszeichnung. Die GEZ-Gebühren und Steuergelder werden doch nicht für gute Filme gebraucht. Tiefgang und Erstklassigkeit hat man noch selten mit dicker Kohle erwerben können. Aber tröste dich, auch Hollywood wird immer seelenloser.




Frank Glencairn
Beiträge: 10035

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Frank Glencairn » Mo 13 Jan, 2020 19:51

Mir fällt jetzt auch kein deutscher Film aus dem letzten Jahr ein, den ich mich getraut hätte da einzureichen.
Oder hab ich einen übersehen?




Framerate25
Beiträge: 1222

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Framerate25 » Mo 13 Jan, 2020 19:51

iasi hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:35
Framerate25 hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:30


Kurz und knapp: Nein!
Das wäre bitter.
Allerdings ein logischer Umkehrschluß. Soll es sein das wir Preise holen, würde man sich der Sache annehmen . ;)

Nachdem die Serie an „Leergut“ aber schon etwas länger weilt...hm. Wobei, manchmal ist es halt ruhig.
Fehlen Ideen?Produzenten? Gute Drehbücher? Oder entsprechend mutig vergebene Förderung für neue Sternchen?

Spekulationen. Oder einfach Buisiness? 🤔
Wenn Du den Zusammenhang zwischen einem Bleistift und ner Kassette herleiten kannst, wird’s langsam Zeit für ne Darmspiegelung. /:/




Benutzername
Beiträge: 2322

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Benutzername » Mo 13 Jan, 2020 19:59

Frank B. hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 18:56
... und zweitens, wenn er eins wäre, würden deutsche Filme auch leer ausgehen.
AMEN!!
Ihr seht mich vielleicht, ´nen toten Rottweiler Gassi führen, im Park, ohne Kopf, aber mit Nietenhalsband, wie ich ihn anschreie, weil das Mistvieh nicht zu bellen aufhören will.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mo 13 Jan, 2020 20:12

Frank B. hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:47
iasi hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:34

Und warum sollten wir uns in Deutschland eigentlich nur mit Zweitklassigem zufrieden geben? (Gelinde gesagt.)
Über TV-Gebühren und Förder-Steuergelder bezahlt man schließlich zwangsweise dafür.
Zweitklassigkeit wäre eine Auszeichnung. Die GEZ-Gebühren und Steuergelder werden doch nicht für gute Filme gebraucht. Tiefgang und Erstklassigkeit hat man noch selten mit dicker Kohle erwerben können. Aber tröste dich, auch Hollywood wird immer seelenloser.
na - es gibt aber eben doch auch noch Perlen.
Und Parasite hat immerhin gleich mehrere Nominierungen - obwohl nicht aus Hollywood.




Benutzername
Beiträge: 2322

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Benutzername » Mo 13 Jan, 2020 20:23

Frank B. hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 19:47

Tiefgang und Erstklassigkeit hat man noch selten mit dicker Kohle erwerben können.
es gibt zwei grundlegende probleme:

1. hältst du der deutschen filmbranche den spiegel vor und sagst ihnen, dass sie schei*e sind (überwiegend), reagieren sie gekränkt und machen weiter, wie gehabt, weil ...
2. der deutschen filmbranche es an künstlern und produzenten fehlt, die abschätzen können, ob eine story/film funktioniert oder nicht.

die sache ist aber, dass diese situation sich nie ändern wird, weil ihnen die fähigkeit fehlt, diese gegebenheit zu begreifen. oder wissen die, dass sie am laufenden band schlechtes material produzieren? weil wenn ja, dann verar*chen die uns bewusst.

ich glaube eher, dass sie von dem, was sie da machen, einfach keine ahnung haben, und alle unbedingt singen wollen (wie die dsds-kandidaten), obwohl sie es nicht können.
Ihr seht mich vielleicht, ´nen toten Rottweiler Gassi führen, im Park, ohne Kopf, aber mit Nietenhalsband, wie ich ihn anschreie, weil das Mistvieh nicht zu bellen aufhören will.




Frank B.
Beiträge: 9273

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Frank B. » Mo 13 Jan, 2020 20:43

Es ist wie auf vielen Gebieten inzwischen in Deutschland. Wenn man nicht muss, braucht man nicht. Alles scheint gesättigt, die behandelten Probleme wirken an den Haaren herbei gezogen oder zumindest immer am Kern der Sache vorbei oder es wird immer der gleiche Brei hochgewürgt. Die Gefahr, die "richtige" Haltung aufzugeben und dafür von den Futtertrögen abgeschnitten zu werden, ist zu groß. Kein Mut, immer die richtige Überzeugung haben müssen, ein fixes Weltbild, Angst davor auch mal heftig zu provozieren (man meint, man tut es, aber in Wirklichkeit macht man es nicht), Seelenlosigkeit.
Ich weiß, ich habe hier einen gewissen Ruf weg inzwischen, aber ich sehe auch hier tatsächlich die Auswirkungen einer langsam verrottenden Gesellschaft. Es gibt zu wenig Strukturen, in denen sich Freiheit des Denkens, Phantasie, Rebellion und Kreativität auch monetär erfolgreich entfalten können. Die Hollywood-Strukturen sind aber wohl inzwischen ähnlich. Von daher kommt von da auch immer weniger.




Cinealta 81
Beiträge: 205

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Cinealta 81 » Mo 13 Jan, 2020 21:00

Betrachtet man die Liste der erfolgreichsten (Kino)Filme, so fällt schnell das besondere Verhältnis zwischen Produktionskosten, Marketingkosten und Einspielergebnis auf.

--> https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_erfolgreicher_Filme

Es ist ein Geschäft. Dazu noch eins, das mit erheblichen Investitionskosten und Risiken einhergeht. Falls die Produzenten & Co mit ihrer Idee und deren filmische Umsetzung richtig liegen UND erheblich und gekonnt in Marketing investieren, kann man eine außergewöhnliche Rendite erwarten.
Aber dafür - und DAS hat nichts mehr mit Film zu tun - wird im Vorfeld analysiert, segmentiert und versucht herauszufinden, welche die Zielgruppe und wofür diese zu begeistern ist.

Es geht um viel Geld und Risiken. Es geht aber auch um absolute Marktkenntnisse, Gespür für Trends und letztendlich auch etwas Glück.

Der Deutsche Film hat noch nie mit derartigen Investitionsrisiken operiert - und in einer Welt, in der es zunehmend um erfolgreiches Marketing geht, wird es im risikoscheuen und angstgeprägten Deutschland der Neuzeit, auch kaum ein Deutscher Film in die Bestenlisten (international) schaffen.

Keine Investitionstradition (in vergleichbarer Höhe) und eine wenig begeisternde und visionäre Sicht- und Lebensweise (nicht nur) in Sachen Film sind weitere Gründe für die verdiente Viertklassigkeit. Aussagen beziehen sich auf Einspielergebnisse als Maßstab für Erfolg.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mo 13 Jan, 2020 21:47

Die großen deutschen Produzenten gibt´s nicht mehr.
Es ist doch auch nicht nötig mit den großen Hollywood-Produktionen zu konkurrieren.

Parasite ist keine große Produktion und doch räumt der Film (zu recht) Preise ab und empfängt Kritikerlob.

Dieser Film hat eben auch etwas zu sagen und findet dabei die richtigen filmischen "Worte".




Frank Glencairn
Beiträge: 10035

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Frank Glencairn » Di 14 Jan, 2020 11:03

Beachtlich finde ich eher die Tatsache, daß nicht eines der großen Hollywood Studios bei den Oscars führt, sondern Netflix, das mit 24 Nominierungen vertreten ist - mehr als alle anderen.




Cinealta 81
Beiträge: 205

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Cinealta 81 » Di 14 Jan, 2020 11:20

iasi hat geschrieben:
Mo 13 Jan, 2020 21:47
Es ist doch auch nicht nötig mit den großen Hollywood-Produktionen zu konkurrieren.
Sobald man Filme produziert, steht man unstrittig in einem Wettbewerb um die Aufmerksamkeit und Eintritts- oder Abogelder des Publikums. Und - über etwaige Marketingbemühungen und -kosten hinaus - man ist ebenso angewiesen auf die Meinung von Kritikern und Journalisten. Ohne positiven Kritiken, wird es schwer - auch wenn das Marketingbudget stimmt.

Natürlich müssen sich deutsche Produktionen mit Hollywood messen, die Traumfabrik produziert schließlich nicht nur international erfolgreiche Blockbuster.

Es mag die idealistische und/oder sensible Filmemacherseele treffen, aber hierbei geht es hauptsächlich um Rendite und Risikominimierung mittels durchoptimierte Marktanalysen. Parasite stellt in diesem Zusammenhang sicherlich eine Ausnahme dar, aber vergleichen Sie mal deren Einspielerlöse mit denen der vermeintlichen Blockbuster.

Was ich damit sagen will: Von 100 "Parasite-like-Filmen", schafft es - wenn überhaupt - nur einer, so weit nach oben zu kommen. Da ist der prozentuale Anteil der marktanalytisch produzierten und mit satten Marketingbudgets ausgestatteten Filme erheblich höher. Hat natürlich rein gar nichts mit der eigentlichen Qualität oder persönlichen Vorlieben zu tun, aber es ist leider die Realität.

Es gab und gibt immer noch Filme, die mit einem niedrigen Budget produziert wurden/werden. Aber von dieser Sorte trifft lediglich ein äußerst geringer Anteil den Nerv des Publikums (Kritiker, Journalisten), so dass Qualität und Gesamtaussage des Films die Marketingbudget-Mogule vom Thron stoßen kann. The winner takes it all. Die wenigen Ausnahmen bestätigen hier die Regel.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Di 14 Jan, 2020 12:23

@Cinealta 81

Eine große Hollywood-Produktion mit enormem Budget muss ein Mehrfaches der Produktionskosten an der Kinokasse einspielen.

Es ist nicht möglich, mit diesen Produktionen auf diesem Budget-Niveau zu konkurrieren. Dafür fehlt so ziemlich alles in D. Schon allein hat kein deutscher Produzent die Sicherheiten, die notwendig wären, um eine Finanzierung auf die Beine stellen zu können.

Dann fehlt es natürlich auch am Vermarktungsapparat, den Hollywood ziemlich perfektioniert hat.

Aber auch mit einem kleineren Budget sind künstlerischer und eben auch finanzieller Erfolg möglich. Ein 3 Mio.-Budget erfordert nicht die gleichen Einspielergebnis, wie eine 300 Mio.Produktion.




Gabriel_Natas
Beiträge: 491

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Gabriel_Natas » Di 14 Jan, 2020 14:45

Das liegt auch schlicht an der größe des Marktes. Wenn man auf Deutsch dreht, dann hat man rund 100 millionen Muttersprachler. Auf Englisch sind es, wenn man allein die USA und UK nimmt, fast 400 Millionen. Und dann gibt es noch die, die als zweitsprache bzw. Amtssprache (Indien, andere ehemaligen Kolonien) Englisch haben vs. Deutsch - das sind so 3-4 Milliarden vs. ??? 10 Millionen?
Die USA hat 4 mal so viele Einwohner wie Deutschland. Bei gleichen Kinopreisen muss man also einen viel größeren Marktanteil in Deutschland gewinnen, um ähnliche Einnahmen wie in den USA generieren zu können.

Nehmen wir mal eine ähnliche Interessenverteilung in den USA wie in Deutschland an.
In den USA haben knapp 33 Millionen Menschen Gravity gesehen. Das har 274 Millionen $ eingespielt.
Das heißt, der Markt in Deutschland für einen Film wie Gravity liegt bei 8 Millionen Menschen oder 43,5 Millionen Kinokasseneinnahmen.
Jetzt gibt es in Deutschland selbst aber nur 3 deutsche Filme, die mehr als 8 Millionen Zuschauer hatten.
1. Der Schuh des Manitu
2. Traumschiff Surprise - Periode 1
3. Otto - Der Film

Das heißt schlicht und ergreifend: Der deutsche Filmmarkt ist zu klein, um ähnlich große Produktionen wie Hollywood stemmen zu können.

Der Film mit den meisten Zuschauern in Deutschland war das Das Dschungelbuch (1968) mit 27 millionen Zuschauern, danach folgt Titantic mit 18 Millionen Zuschauern.
Mit 27 Millionen Zuschauern wäre man in den USA auf Platz 399 der meistgesehenen Filme. Mit 18 Millionen Zuschauern landet man auf Platz 775 in den US All-Time-Charts (https://www.boxofficemojo.com/chart/top ... offset=600).

Deutschland wird nicht mit deutschen Produktionen den USA konkurrenz machen können, weil der Heimmarkt einfach viel zu klein ist.

Man kann von einem Blockbuster reden, wenn ein Film in Deutschland 8 Millionen Zuschauer in die Kinos lockt. Das wären rund 80 Millionen Einspielergebnis. Bleibt für die Produktionsfirma 40 Millionen übrig. Das heißt, in Deutschland kann man eigenentlich keinen Film drehen, der mehr als 40 millionen Euro kostet. Das zählt in den USA als Low-Budget.

Jetzt könnte man auf Englisch produzieren ... aber da gehöhrt schon Mut und Kreativität dazu, zu versuchen, mit ausländischen Produktionen den amerikanischen Markt zu erobern.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Di 14 Jan, 2020 16:21

China ist auch kein englischsprachiges Land und dennoch für so manche US-Produktion sogar ein noch größerer Einnahmebringer als der Heimatmarkt.

Sich hinter der Sprache zu verstecken, scheint mir etwas zu einfach.

Eine US-Produktion spielt z.B.
Domestic (38.3%)
$257,130,112
International (61.7%)
$414,000,000
ein.

In Ungarn laufen Filme in ungarischer Sprache im Kino - und doch sind dort die US-Produktionen erfolgreich - viel erfolgreicher als deutsche.
Das hatte dann bei der Beispiel-Produktion auch $1,987,292 eingebracht.
Nur mal so als Beispiel.

Und nebenbei:
Eine indische Produktion - nicht in englisch gedreht.
Domestic (7.9%) (USA)
$20,186,659
International (92.1%)
$233,971,731

Und ein deutschsprachiger Film kam 2004 nicht nur zu Preisen, sondern auch zu Einnahmen:
Domestic (6%) (USA)
$5,509,040
International (94%)
$86,672,534

Ein bezeichnendes Beispiel ist aber auch:
https://www.boxofficemojo.com/releasegr ... bo_tt_gr_1




Gabriel_Natas
Beiträge: 491

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Gabriel_Natas » Di 14 Jan, 2020 16:58

iasi hat geschrieben:
Di 14 Jan, 2020 16:21
China ist auch kein englischsprachiges Land und dennoch für so manche US-Produktion sogar ein noch größerer Einnahmebringer als der Heimatmarkt.

Sich hinter der Sprache zu verstecken, scheint mir etwas zu einfach.

Eine US-Produktion spielt z.B.
Domestic (38.3%)
$257,130,112
International (61.7%)
$414,000,000
ein.

Ja, aber ohne den starken Heimmarkt kann sich doch gar keine Filmindustrie entwickeln, die dann nach China große Produktionen bringt.
Im Moment ist es noch die Ausnahme, dass China mehr einbringt, als der heimische Markt und im Schnitt bringt der US-Markt rund 50% der Einnahmen, in Extremfällen ist die Verteilung so 30:70.
Bei Produktionen aus Deutschland müsste aber die Verteilung mehr 10% heimischer Markt, 90% internationale Einnahmen sein, um auf ähnliche Ergebnisse wie US Produktionen zu kommen.
In Ungarn laufen Filme in ungarischer Sprache im Kino - und doch sind dort die US-Produktionen erfolgreich - viel erfolgreicher als deutsche.
Das hatte dann bei der Beispiel-Produktion auch $1,987,292 eingebracht.
Nur mal so als Beispiel.
Weil deutsche Produktionen im Vergleich zu US Produktionen unterfinanziert sind, weil der der deutsche Heimmarkt keine solchen Blockbuster gegenfinanzieren kann.
US Produktionen laufen so gut wie überall gut, weil sie 1. einen Heimmarkt haben, über den sie auch hohe Budgets gegenfinanzieren können (bis zu eine Milliarde US-Dollar kann ein Film in den USA einspielen!) und 2. einen gewaltigen Vorsprung im Geschäft haben.

Und nebenbei:
Eine indische Produktion - nicht in englisch gedreht.
Domestic (7.9%) (USA)
$20,186,659
International (92.1%)
$233,971,731
Und? Du weißt, was diese Daten bedeuten? Das der Film in den USA 20 Millionen eingespielt hat und höchst wahrscheinlich in Indien 220 Millionen und 3 millionen dann in Deutschland, als es den Bollywood-Hype gab.
Und ein deutschsprachiger Film kam 2004 nicht nur zu Preisen, sondern auch zu Einnahmen:
Domestic (6%) (USA)
$5,509,040
International (94%)
$86,672,534

Ein bezeichnendes Beispiel ist aber auch:
https://www.boxofficemojo.com/releasegr ... bo_tt_gr_1
Ja, den Schuh des Manitu hatte ich ja schon erwähnt.
Und der hat rund 80 Millionen in Deutschland eingespielt, als erfolgreichster deutscher Film aller Zeiten (innerhalb Deutschlands).
Da sieht man doch die Diskrepanz, die einfach durch die größe der Heimmärkte entsteht.
USA: bis zu einer Milliarde sind möglich (Force Awakens), in Deutschland? 100 Millionen.

Das heißt, allein durch den Heimmarkt haben US Filmproduktionen einen Finanzvorteil von 1000%.

Joker, mit seinen 55 Millionen Budget, gilt in Hollywood als Low Budget!
Der teuerste deutsche Film aller Zeiten war Das Parfüm mit 50 Millionen Budget (und weltweiten Einspielergebnis von 130 Millionen).
Es gibt nur 8 deutsche Filme, die mehr als 10 Millionen Euro gekostet haben. Dafür bewegt sich in Hollywood kein Pups.
Geld sorgt für Erfolg und in Hollywood gibt es einfach 10-20mal mehr Geld für Produktionen (pro Produktion) als in Deutschland.
Game of Thrones oder The Crown kosten pro Folge mehr, als so gut wie jede deutsche Filmproduktion.

Und das sich das so entwickelt hat, liegt an der größe des Heimmarktes. Der ist in den USA finanziell 10 mal größer als in Deutschland (trotz nur 4 mal so vielen Einwohnern).




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Di 14 Jan, 2020 17:33

Gabriel_Natas hat geschrieben:
Di 14 Jan, 2020 16:58

Ein bezeichnendes Beispiel ist aber auch:
https://www.boxofficemojo.com/releasegr ... bo_tt_gr_1
Ja, den Schuh des Manitu hatte ich ja schon erwähnt.
Und der hat rund 80 Millionen in Deutschland eingespielt, als erfolgreichster deutscher Film aller Zeiten (innerhalb Deutschlands).

[/quote]
Schuh des Manitu
Außer in Deutschland und Österreich lief der Film nicht.
Dies liegt doch nicht an der Sprache, sondern am Inhalt und der Qualität.
Das gilt für alle 3 von dir aufgelisteten Filme.

Es geht eben auch anderes:
Der Untergang spielte auch außerhalb von D etwas ein.

Wer provinzielle Filme dreht, darf sich nicht wundern, wenn´s im Nachbarort niemanden interessiert.

In Parasite spricht doch auch niemand Englisch und doch bekam er Preise und ist nun für gleich mehrere Oscars nominiert.
Übrigens war und ist er auch finanziell durchaus rentabel:
Domestic (19.2%)
$25,357,045
International (80.8%)
$107,051,883


Die erfolgreichen US-Serien sind zudem auch nicht alle so gut mit Geld ausgestattet wie Game of Thrones - und auch die erste GoT-Staffel hatte noch nicht das riesige Budget.

In D musst du zudem auch nicht mit 300 Leuten anrücken, um ein paar Einstellungen des Hauptdarstellers zu drehen, wie er gerade ein Haus verlässt.




Jott
Beiträge: 17086

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Jott » Mi 15 Jan, 2020 05:49

Ja, das dreht man doch schnell irgendwo allein mit einer Komodo auf‘m Gimbal, Licht dann irgendwie via fix it in the post, man hat ja raw. Wenn gerade eine Wolke kommt und plötzlich alles anders aussieht: egal. Catering gibt‘s gegenüber im KFC, da können alle auf die Sonne warten, der Cruise zahlt die Buckets.

Im Kern ist doch die Frage: wieso sehen deutsche Produktionen fast immer so billig aus (es gibt Ausnahmen)? Ergibt sich der visuelle „production value“ nicht doch aufgrund vieler detailverliebter und in exakt ihrer ganz speziellen noch so kleinen Teilaufgabe vollprofessioneller Heinzelmännchen? Die aus dem Abspann?




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mi 15 Jan, 2020 10:57

Jott hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 05:49
Ja, das dreht man doch schnell irgendwo allein mit einer Komodo auf‘m Gimbal, Licht dann irgendwie via fix it in the post, man hat ja raw. Wenn gerade eine Wolke kommt und plötzlich alles anders aussieht: egal. Catering gibt‘s gegenüber im KFC, da können alle auf die Sonne warten, der Cruise zahlt die Buckets.
Ja - so muss das in D nun mal laufen, denn das kleine Budget geht schließlich zum Grfoßteil fürs Catering drauf, denn KFC geht ja gar nicht. ;):)

Für 1917 hatte übrigens sogar der große Roger Deakins auf die Wolken gewartet. Und dann wurde doch glatt das böse Grading genutzt, was in Neudeutsch als fix it in the post übersetzt wird.
In D dreht man eben gleich Video, weil man mit Raw eh nichts anzufangen weiß.
Da müht man sich mit Film-LUTs und Anamorphoten, aber es will einfach nicht cinematisch aussehen. Das liegt wohl an den germanischen Wolken und dem deutschen Licht - oder am KFC gegenüber.




Gabriel_Natas
Beiträge: 491

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Gabriel_Natas » Mi 15 Jan, 2020 12:48

iasi hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 10:57
Jott hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 05:49
Ja, das dreht man doch schnell irgendwo allein mit einer Komodo auf‘m Gimbal, Licht dann irgendwie via fix it in the post, man hat ja raw. Wenn gerade eine Wolke kommt und plötzlich alles anders aussieht: egal. Catering gibt‘s gegenüber im KFC, da können alle auf die Sonne warten, der Cruise zahlt die Buckets.
Ja - so muss das in D nun mal laufen, denn das kleine Budget geht schließlich zum Grfoßteil fürs Catering drauf, denn KFC geht ja gar nicht. ;):)

Für 1917 hatte übrigens sogar der große Roger Deakins auf die Wolken gewartet. Und dann wurde doch glatt das böse Grading genutzt, was in Neudeutsch als fix it in the post übersetzt wird.
In D dreht man eben gleich Video, weil man mit Raw eh nichts anzufangen weiß.
Da müht man sich mit Film-LUTs und Anamorphoten, aber es will einfach nicht cinematisch aussehen. Das liegt wohl an den germanischen Wolken und dem deutschen Licht - oder am KFC gegenüber.
Es liegt schlicht am Geld. Die Filme, die international sehr erfolgreich sind, haben alle viel Geld gekostet.

Man muss sich nur die Top 100 Weltweit anschauen: https://www.boxofficemojo.com/chart/ww_ ... /?area=XWW

Der billigste Nicht-Animations Film auf der Liste ist wahrscheinlich Joker mit seinem 55 millionen Budget (teurer als jede deutsche Produktion).
Der König der Löwen von 1994 ist noch günstiger (ohne Inflation zu berücksichtigen).
Aber selbst poplige Ice Age Fortsetzungen kosten knapp 100 Millionen Euro.

Okay - die liste ganz überflogen. Es gibt ein Film in den Top 100 der Weltweiten Charts, den Deutschland finanziell hätte stemmen können, der ist aber von 1982 - E.T. hat nur 10,5 Millionen $ gekostet, das ist Inflationsbereinigt heute knapp 28 Millionen $. Aber da war Steven Spielberg Regisseur - so einen haben wir in Deutschland nicht.
Ansonsten gibt es in den Top 100 neben dem König der Löwen und Joker keinen Film auf der Liste, der unter 95 Millionen gekostet hat.

Und der billigste Film in den Top 10 ist Jurassic World mit angeblichen 150 Millionen Budget (was mir niedrig vorkommt). Der Rest ist 200 millionen+.

Noch mal zum Vergleich: Der teuerste Deutsche Film aller Zeiten hat 55 Millionen Euro gekostet (das Parfüm). Die zweitteuerste war "die unendliche Geschichte" von 1984 mit 30 Millionen Euro Budget (60 Millionen Deutsche Mark). Insgesamt haben nur 8 deutsche Filme mehr als 10 Millionen gekostet.
Okay, Metropolis von 1927 hat 5 Millionen Reichsmark gekostet, das wären heute rund 20 Millionen Euro.

Oder machen wir es noch simpler: Hier ist der Umsatz der gesamten Filmwirtschaft in Deutschland: https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/ Der Schwankt zwischen 8 und 9 Milliarden Euro.

Die Top 6 US-Filme aus 2019 allein haben soviel Umsatz generiert. Und 2018 sieht es ähnlich aus. In 2017 müssen es schon die Top 7 sein.

Geld macht "bessere" Filme, zumindest was den Erfolg an den Kinokassen betrifft.
Und das gibt es in Deutschland nicht.
Und wenn man sich allein den Kinoumsatz anschaut: https://de.statista.com/statistik/daten ... -weltweit/ dann war z.B. in Deutschland in 2017 ein Umsatz an den Kinokassen von 2,5 Milliarden US-Dollar. Die USA hatten in 2017 einen Umsatz von 19 Milliarden US-Dollar.
Und von den 2,5 Milliarden, die in Deutschland an den Kinokassen eingenommen wurden, gingen 90% wieder an US-Studios.




Darth Schneider
Beiträge: 4177

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Darth Schneider » Mi 15 Jan, 2020 12:51

Es gibt schon auch Ausnahmen.


Beide Filme haben eine Statue gewonnen und gar nicht viel Geld gekostet.
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




cantsin
Beiträge: 6573

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von cantsin » Mi 15 Jan, 2020 13:06

Gabriel_Natas hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 12:48
Okay - die liste ganz überflogen. Es gibt ein Film in den Top 100 der Weltweiten Charts, den Deutschland finanziell hätte stemmen können, der ist aber von 1982 - E.T. hat nur 10,5 Millionen $ gekostet, das ist Inflationsbereinigt heute knapp 28 Millionen $. Aber da war Steven Spielberg Regisseur - so einen haben wir in Deutschland nicht.
Du vergisst "Moonlight", der 2017 acht Oscars (darunter auch "Best Picture" und "Best Director") gewann und für $1.5 Millionen gedreht wurde, was dem Budget einer Tatort-Folge entspricht...




Gabriel_Natas
Beiträge: 491

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Gabriel_Natas » Mi 15 Jan, 2020 13:24

Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 12:51
Es gibt schon auch Ausnahmen.
Ausnahmen bestätigen die Regel ^^ The Blair Witch Project war auch so eine Ausnahme.

Aber wenn man sich die Anzahl der Micro/No-Budget-Projekte (also wirklich weniger als 100 000$) anschaut, und die, die es wirklich schaffen (im Sinne von Blair Witch Project, El Mariachi oder paranormal activity), hat man eine Erfolgsquote von kleiner 0,1%.

Schaut man sich hingegen die teuersten Filmproduktionen an, ist die Flop-Quote doch sehr gering:

In den 25 teuersten Filmproduktionen aller Zeiten gibt es 4 richtiges Flops:

John Carter (2012) - 272 Millionen Budget - 284 Millionen weltweites Einspielergebnis
Waterworld (1995) - 267 Millionen Budget - 264 Millionen weltweites Einspielergebnis
Wild Wild West (1999) - 241 Millionen Budget - 222 Millionen weltweites Einspielergebnis.
The Lone Ranger (2013) - 229 Millionen Budget - 260 Millonen weltweites Einspielergebnis.

Das ist eine Flopquote von 16%.
Es gibt eine starke Korrelation zwischen Höhe des Budgets und Einspielergebnissen.
cantsin hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 13:06
Du vergisst "Moonlight", der 2017 acht Oscars (darunter auch "Best Picture" und "Best Director") gewann und für $1.5 Millionen gedreht wurde, was dem Budget einer Tatort-Folge entspricht...
Moonlight hat aber nur 65 Millionen Weltweit eingespielt.




Darth Schneider
Beiträge: 4177

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Darth Schneider » Mi 15 Jan, 2020 13:30

Man darf dabei auch nicht vergessen das die Oscars eigentlich ein rein amerikanischer Film Wettbewerb ist, und die machen nun mal unglaublich sehr viele, sehr teure Filme selber...jedes Jahr. Schon irgendwie klar das die meisten Gewinner amerikanische und somit auch sehr teure Kinofilme sind.
„America First“
Wobei so mancher amerikanische Flop doch manchmal auch ein sehr guter Film sein kann.
Wild Wild West, z.b. kann ich immer wieder schauen, der ist super gemacht und saulustig.
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




dosaris
Beiträge: 1006

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von dosaris » Mi 15 Jan, 2020 15:04

Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 13:30
Man darf dabei auch nicht vergessen das die Oscars eigentlich ein rein amerikanischer Film Wettbewerb ist, und die machen nun mal unglaublich sehr viele, sehr teure Filme selber...jedes Jahr. Schon irgendwie klar das die meisten Gewinner amerikanische und somit auch sehr teure Kinofilme sind.
„America First“
ja, auch.

mE spielt der Film-/Dramartugie-Stil viel stärker da rein.
Der deutsche Stil ist den meisten US-Amis nicht vermittelbar.
US-plots benötigen fast immer eine klare gut-(=wir)/böse-Polarisierung.
Selbst gute plots in DE-Produktionen werden für den US-Markt dort neu gedreht (zB head full of honey).
Neben deren gewaltigem Produktionaumfang werden EU-FIlme dort einfach nicht wahrgenommen,
wenn die deren Sehgewohnheiten mit reichlich violence u Krach-Bumm nicht bedienen.




Darth Schneider
Beiträge: 4177

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Darth Schneider » Mi 15 Jan, 2020 15:10

Also meiner bescheidenen Meinung nach, hätte z.b. die deutsche Serie Dark durchaus Auszeichnungen, auch einen Oscar verdient, oder wenigstens eine Nominierung.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mi 15 Jan, 2020 16:13

Gabriel_Natas hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 13:24
Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 12:51
Es gibt schon auch Ausnahmen.
Ausnahmen bestätigen die Regel ^^ The Blair Witch Project war auch so eine Ausnahme.

Aber wenn man sich die Anzahl der Micro/No-Budget-Projekte (also wirklich weniger als 100 000$) anschaut, und die, die es wirklich schaffen (im Sinne von Blair Witch Project, El Mariachi oder paranormal activity), hat man eine Erfolgsquote von kleiner 0,1%.

Schaut man sich hingegen die teuersten Filmproduktionen an, ist die Flop-Quote doch sehr gering:

In den 25 teuersten Filmproduktionen aller Zeiten gibt es 4 richtiges Flops:

John Carter (2012) - 272 Millionen Budget - 284 Millionen weltweites Einspielergebnis
Waterworld (1995) - 267 Millionen Budget - 264 Millionen weltweites Einspielergebnis
Wild Wild West (1999) - 241 Millionen Budget - 222 Millionen weltweites Einspielergebnis.
The Lone Ranger (2013) - 229 Millionen Budget - 260 Millonen weltweites Einspielergebnis.

Das ist eine Flopquote von 16%.
Es gibt eine starke Korrelation zwischen Höhe des Budgets und Einspielergebnissen.
cantsin hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 13:06
Du vergisst "Moonlight", der 2017 acht Oscars (darunter auch "Best Picture" und "Best Director") gewann und für $1.5 Millionen gedreht wurde, was dem Budget einer Tatort-Folge entspricht...
Moonlight hat aber nur 65 Millionen Weltweit eingespielt.
Moonlight hat also 43 mal soviel eingespielt, wie er gekostet hat.
Damit war der Film finanziell erfolgreicher als alle Avengers-Filme zusammen - wenn man die Rentabilität als Maßstab nimmt.
Und derartige Filme gibt es übrigens viele.

Wenn eine Produktionsfirma 20 Filme dreht, die jeweils 60 Mio einspielen, aber jeweils nur 6 Mio. gekostet haben, wirtschaftet sie rentabler, als ein Studio, das mit 2 Produktionen mit je 250 Mio.Budget an der Kinokasse 2 Mrd. einnimmt.
120 zu 1200 gegen 500 zu 2000

Und: Der letzte Avengers wird wohl eher nicht bei den Oscars abräumen - auch wenn er viel Geld eingespielt hat.
Parasite hingegen hat schon mehrere Preise eingeheimst und nun auch Oscar-Nominierungen auf dem Konto.




Gabriel_Natas
Beiträge: 491

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Gabriel_Natas » Mi 15 Jan, 2020 17:25

iasi hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 16:13
Moonlight hat also 43 mal soviel eingespielt, wie er gekostet hat.
Damit war der Film finanziell erfolgreicher als alle Avengers-Filme zusammen - wenn man die Rentabilität als Maßstab nimmt.
Und derartige Filme gibt es übrigens viele.

Wenn eine Produktionsfirma 20 Filme dreht, die jeweils 60 Mio einspielen, aber jeweils nur 6 Mio. gekostet haben, wirtschaftet sie rentabler, als ein Studio, das mit 2 Produktionen mit je 250 Mio.Budget an der Kinokasse 2 Mrd. einnimmt.
120 zu 1200 gegen 500 zu 2000

Und: Der letzte Avengers wird wohl eher nicht bei den Oscars abräumen - auch wenn er viel Geld eingespielt hat.
Parasite hingegen hat schon mehrere Preise eingeheimst und nun auch Oscar-Nominierungen auf dem Konto.
Trotzdem hat man mit Avengers mehr Geld gemacht. Rentablität allein ist nicht alles.
Ein Film mit Budget von unter 10 Millionen der 50+ Millionen an der Kinokasse macht, ist auch die Ausnahme.

Aktuell ist in den US Charts ein "Low-Budget"-Film, der mehr als 50 Millionen Euro (in den USA) eingespielt hat. Hustlers mit einem Budget von 20 Millionen:
https://www.boxofficemojo.com/weekly/20 ... sort#table

Ein Low-Budget-Film, der das 50+fache seines Budgets einspielt gibts im Schnitt so einmal im Jahr.
Aber nicht aus Deutschland.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mi 15 Jan, 2020 17:56

Gabriel_Natas hat geschrieben:
Mi 15 Jan, 2020 17:25

Trotzdem hat man mit Avengers mehr Geld gemacht. Rentablität allein ist nicht alles.
Ein Film mit Budget von unter 10 Millionen der 50+ Millionen an der Kinokasse macht, ist auch die Ausnahme.

Aktuell ist in den US Charts ein "Low-Budget"-Film, der mehr als 50 Millionen Euro (in den USA) eingespielt hat. Hustlers mit einem Budget von 20 Millionen:
https://www.boxofficemojo.com/weekly/20 ... sort#table

Ein Low-Budget-Film, der das 50+fache seines Budgets einspielt gibts im Schnitt so einmal im Jahr.
Aber nicht aus Deutschland.
Cats hat auch mehr Geld in den USA eingespielt als Parasite - nur ist es eben ein böser Flop, während Parasite auch finanziell ein großer Erfolg ist.

Filme, die mit geringem Budget ein Mehrfaches an Einnahmen erzielen, sind immer zu finden.
Ein Film wie Star Wars: The Rise Of Skywalker hat mehrere 100 Mio. gekostet und erzielt sicherlich nicht mal das 4-fache des Budgets an der Kinokasse.

Get out kostete 4,5 Mio und spielte 255 Mio. ein.




Darth Schneider
Beiträge: 4177

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von Darth Schneider » Mi 15 Jan, 2020 19:10

Star Wars Episode 9 kann aber Disney mit dem Merchandising, Spielzeugen, Tv Serien, auch mit neuen Star Wars Kinofilmen, Games und dem ganzen darum herum immer noch so retten das der selbe Film dann in 5 Jahren mindestens das das doppelte an Geld einspielt, und in 10 Jahren das Vierfache....(langer Satz, ich weiss)
Sofern es Disney es dann auch schafft (so wie George Lucas das ja gemacht hat) das die Marke Star Wars so erfolgreich zu halten wie die Marke bis heute auch noch ist.
Star Wars ist heute wahrscheinlich sogar noch mehr als 4 Milliarden wert, quasi auf dem auf dem Markt sicher..;) Episode 4 hat damals wieviel gekostet, 20 Millionen ?
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams

Zuletzt geändert von Darth Schneider am Mi 15 Jan, 2020 19:19, insgesamt 1-mal geändert.




iasi
Beiträge: 13806

Re: Oscar-Nominierungen - und wieder ...

Beitrag von iasi » Mi 15 Jan, 2020 19:18

Wobei es doch eigentlich gar nicht ums Geld ging.

Wir sind uns doch - denke ich mal - einig, dass man mit den Mega-Produktionen aus Hollywood in D nicht konkurrieren kann.
Man sollte es besser auch gar nicht versuchen.

Aber Star Wars und Avengers sind eben auch nicht für viele Oscars nominiert, weshalb man doch zumindest bei den "Auszeichnungen" wieder alte Größe anstreben sollte.

Dazu wäre es eben gut, wenn man mal die Gründe dafür suchen würde, warum es nun auch bei den internationalen Festivals nicht mehr für Erfolge des deutschen Films reicht.




Social Media

       
 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» DJ Shadow ft. De La Soul - Rocket Fuel
von Axel - Di 14:35
» Kichikus Welt 2.0
von roki100 - Di 14:16
» BMPCC 4K und 6k - Auflösung Objektive
von roki100 - Di 13:46
» Tonspur verrutscht
von Passi - Di 13:39
» Lohnt es sich noch immer Stock Footage zu verkaufen?
von jansi - Di 13:30
» Werden wir immer lauter?
von aus Buchstaben - Di 13:04
» Sonnet SxS - Thunderbolt-Übertragung extrem langsam!
von Bischofsheimer - Di 12:48
» Kann mir jemand ein AE CC2017 Projekt auf CC2015 wandeln?
von freezer - Di 12:14
» Samson Q9U: Broadcast-Mikrophon mit XLR und USB
von Createsomething - Di 12:00
» Alte Festplatten prüfen und wiederverwenden?
von Sammy D - Di 11:06
» Intelligentes HDR für Fernseher durch das neue Dolby Vision IQ Format
von tom - Di 10:49
» Videos fürs Netz - Sportaufnahmen/Brennweite
von Eleanor - Di 10:45
» Vimeo Create: Schnell Clips für Social Media produzieren
von tom - Di 10:45
» Final Cut stürzt dauernd ab, wenn ich ältere Projekte bearbeiten will.
von R S K - Di 10:41
» Panasonic GH5 Speicherkarte 400Mbps
von SixFo - Di 9:41
» Tierfilmer: Sony HXR-NX70E für 350€ - kaufen?
von eko - Di 9:06
» Wofür lebst du?
von t0mmY - Di 8:18
» HDMI oder Displayport für Hardwarekalibrierten Eizo
von DAF - Di 7:43
» Neuer PC - wenn es doch nur so einfach wäre
von Cinemator - Di 7:19
» Welche CPU für Schnitt, After Effects und Gaming
von Bluboy - Di 2:29
» [VERKAUFE] Sigma 120-300 2.8 APO DG HSM OS - Canon f/2.8 Telezoom EF
von rush - Mo 22:59
» Depeche Mode: Eine Band und ihre Fans | Konzertfilm | ARTE
von Funless - Mo 22:35
» Sony Alpha A7Sii Set mit viel Zubehör
von Darth Schneider - Mo 21:53
» DaVinci: Warum funktioniert die Alpha Maske nicht?
von JanHe - Mo 21:18
» Graukarte als Belichtungshilfe/Verständnisfrage
von Jan - Mo 19:56
» Lumix S1: Empfehlung für V-Mount mit externem Akku
von wolfgang - Mo 19:32
» EW 500 Boom G4 welche Frequenz wenn Weltweiteinsatz
von Jott - Mo 18:01
» 30fps 60fps Export
von annaru - Mo 17:49
» Der erste Pfannekuchen...
von jogol - Mo 17:38
» Monitore oder Interface lauter stellen?
von klusterdegenerierung - Mo 17:37
» Interessantes Tutorial für After Effects - virtueller Schnee
von CameraRick - Mo 17:14
» Was hörst Du gerade?
von aus Buchstaben - Mo 16:55
» USA GoPro ans Auto montieren
von Darth Schneider - Mo 16:10
» DAS (vs. NAS) - Gehäuse-Empfehlung
von DV_Chris - Mo 15:43
» Wie würdet Ihr diese Interviewaufnahmen nachträglich bearbeiten?
von DWUA y - Mo 14:49
 
neuester Artikel
 
Panasonic HC-X1500 und HC-X2000 - 4K kompakt?

Klein, aber dennoch komplett ausgestattet um auch professionellen Erfordernissen gerecht zu werden. Geht das? Panasonic versucht es mit den neuen 4K-Modellen HC-X1500, HC-X2000 und AG-CX10. weiterlesen>>

DeOldify: Schwarz-Weiß Photos und Videos per KI kolorieren

Ein interessantes Einsatzgebiet für moderne KI/Deep Learning Anwendungen ist die nachträgliche Kolorierung von Schwarz-Weiß Photos. Mussten früher noch mühsam Einzelbilder von Hand koloriert werden, kann heutzutage ein neuronales Netzwerk das relativ zuverlässig erledigen. Das noch junge Open Source Projekt DeOldify macht genau das, in erstaunlich guter Qualität. weiterlesen>>

neuestes Video
 

Aktuelles Video:
DJ Shadow ft. De La Soul - Rocket Fuel

Was wäre wenn, hier im Quadrat -- und wie schon beim Video zu Nobody speak bricht bei DJ Shadow das Chaos aus...