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Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht



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7nic
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Re: Die Grossen Meister: Vermeer

Beitrag von 7nic » Fr 12 Jan, 2018 08:17

Starshine Pictures hat geschrieben:
Do 11 Jan, 2018 23:21
7nic hat geschrieben:
Mi 10 Jan, 2018 18:54
2A401631-EF3E-4A89-BBB8-CDD773CE80CB.png
Gefällt mir grundsätzlich. Vielleicht hätte das Licht auf seiner linken Gesichtshälfte einen Ticken softer sein können. Aber für mich erschliesst sich hier völlig der Bezug zu einer Lampe die oben im Schuppen baumelt. Auch dass von aussen blaues Licht durch die Tür scheint ist nachvollziehbar und hilft des Setting zu verstehen. Der Haze hilft da zusätzlich. Euer Stil ist wohl eher etwas rough und völlig schnörkellos. Ihr habt einen Bildaufbau, aber wenig Bildästhetik. Also ihr achtet weniger auf Schönheit in euren Szenen.

Ich finde es auch schade dass die Resonanz so knapp ist. Eigentlich ist ja Licht genau das was wir filmen.


Grüsse, Stephan
Wie im Post darüber schon erklärt: Ja, das war die maximal surreale Ausbaustufe, bis auf die Großaufnahmen, die sich dann auch noch deutlicher aus der Horizontalen drehen.

Und ja: Du hast recht. Auf Schönheit achte ich niemals zum Selbstzweck. Es gibt natürlich Aufnahmen, da ist Schönheit Teil der Intention, da ist es mir dann wichtig. Aber im Prinzip ist mein oberstes Ziel eine Atmosphäre, bzw. Stimmung zu erschaffen - und auch niemals im Kontext einer einzelnen Einstellung sondern einer Schnittfolge, also in der räumlich/zeitlichen Auflösung eines Raumes, bzw. einer Szene.
Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum. - Demokrit

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TomStg
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Re: Die Grossen Meister: Vermeer

Beitrag von TomStg » Fr 12 Jan, 2018 08:24

Starshine Pictures hat geschrieben:
Mi 10 Jan, 2018 12:47
Ich wäre auch interessiert. Ich würde gern den Titel des Threads in einen passenden ändern, geht aber irgendwie nicht.

Hier mal noch ein Screenshot eines Very-Lowbudget Projektes. Hatte ich glaub schon mal im Behind the Scenes Thread gepostet.

1581F8C9-06A6-4AA6-A7C0-D0C375C85841.jpeg

Ziel war es ein altehrwürdiges Herrenzimmer darzustellen. Der Schauspieler mimt einen englischen Lord und sollte daher besonders mondän wirken. Beleuchtet habe ich wieder zunächst mit einem Aputure Amaran 672 LED Panel in einer Softbox direkt über dem Darsteller, rechts und links mit einfachen schwarzen Mülltüten abgehangen um Streulicht zu den Seiten zu vermeiden. Von vorn links der Kamera leuchtet ein Dedo DLH4 (mit etwas Streuung davor) als Fill Light in die gesamte Szene. Hinter dem Sessel befindet sich ein ÖED Panel das die Wand dahiner etwas aufhellt. Die Practicals standen bereits dort und wurden für die jeweiligen Einstellungen nur etwas hin und her geschoben.
Diese Beleuchtungssituation sieht für mich sofort unlogisch oder unnatürlich aus. Die im Bild sichtbaren Lichtquellen - die zwei Tischlampen links und rechts hinten - können nicht die Lichtquelle für den Protagonisten sein. Denn es stimmt weder deren Leuchtrichtung noch deren Farbtemperatur. Man bekommt den Eindruck, dass der Protagonist in einer Halle mit einem Oberlicht sitzt, durch das Tageslicht einfällt.

Hier müssen entweder die zwei Tischlampen aus dem Bild entfernt, oder die Farbtemperatur und der Standort der nicht sichtbaren Lichtquellen verändert werden.
Godfather von Coppola hat viele schöne Beispiele, wie solche Szenen „logisch“ richtig beleuchtet werden.




dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Fr 12 Jan, 2018 09:23

7nic hat geschrieben:
Fr 12 Jan, 2018 08:08
dienstag_01 hat geschrieben:
Do 11 Jan, 2018 23:46
Ach, das kalte Licht soll von Außen sein. Wahnsinn, viel zu fett. Deswegen hatte ich Schuppen in Anführungszeichen gesetzt, weil das eher wie eine Werkhalle wirkt. Oder eben ein Ufo. Das ist einfach die Methode Holzhammer.
Eventuell sollte man die meisten Stills nicht ohne Kontext des Filmes oder Spots posten. Das geht leider (bei uns) in den meisten Fällen nicht. Insofern stelle ich hier natürlich eher in sich "diskussionswürdige" (im Positiven wie im Negativen) Einstellungen rein. Die Szene an sich entwickelt sich mit kaum sichtbarem Haze und weniger steil eintreffendem "Mondlicht", nur die Naheinstellungen, in denen der Darsteller in seine Arbeit eintaucht, geraten langsam aus dem Lot und das Licht driftet ins Surreale ab.
Na super, *Schleuse zum Outer Space* hatte ich weiter oben geschrieben, man kann es doch fast nicht besser treffen.
Verstehe allerdings nicht, wieso du dich da nicht verstanden gefühlt hast. Oder verstehe ich was falsch?




TomStg
Beiträge: 1701

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von TomStg » Fr 12 Jan, 2018 09:32

dienstag_01 hat geschrieben:
Fr 12 Jan, 2018 09:23
Na super, *Schleuse zum Outer Space* hatte ich weiter oben geschrieben, man kann es doch fast nicht besser treffen.
Verstehe allerdings nicht, wieso du dich da nicht verstanden gefühlt hast. Oder verstehe ich was falsch?
Mir geht es bei dem gezeigten Bild genauso wie Dir: SciFi-Feeling, sicher kein Werkstattschuppen.
Aber klar ist auch, dass nach dieser „Momentaufnahme“ eine Filmsekunde später ein ganz anderer Eindruck herrschen kann, weil eben der Kontext durch eine andere Einstellung klar wurde. Deshalb sehe ich das gezeigte Bild für ziemlich untauglich, um über Lichtsetzung im Film reden zu können.




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Fr 12 Jan, 2018 09:52

TomStg hat geschrieben:
Fr 12 Jan, 2018 09:32
dienstag_01 hat geschrieben:
Fr 12 Jan, 2018 09:23
Na super, *Schleuse zum Outer Space* hatte ich weiter oben geschrieben, man kann es doch fast nicht besser treffen.
Verstehe allerdings nicht, wieso du dich da nicht verstanden gefühlt hast. Oder verstehe ich was falsch?
Mir geht es bei dem gezeigten Bild genauso wie Dir: SciFi-Feeling, sicher kein Werkstattschuppen.
Aber klar ist auch, dass nach dieser „Momentaufnahme“ eine Filmsekunde später ein ganz anderer Eindruck herrschen kann, weil eben der Kontext durch eine andere Einstellung klar wurde. Deshalb sehe ich das gezeigte Bild für ziemlich untauglich, um über Lichtsetzung im Film reden zu können.
Da hast du wohl recht. Ich hab in einer "besinnlichen" Minute meine Dropbox am Smartphone durchgeschaut und das erstbeste etwas exzentrischere Still gescreenshottet. Entschuldigt, dass es sich letztlich als wenig hilfreich herausgestellt hat. Also weiter im Text. Ich kann gerne noch weitere Stills hier einstellen. Allerdings möchte ich den Eindruck vermeiden hier eine One-Man-Show abzuziehen und den Beitrag mit meinen Bildern zuzumüllen. Also, wer hat schöne, selbsterklärende Einstellungen oder auch Sequenzen zum Abschuss freizugeben?
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TomStg
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von TomStg » Fr 12 Jan, 2018 12:59

Hier zwei Beiträge von mir aus einem Imagefilm für eine kleine Gemeinde im Schwäbisch-Fränkischen Wald: Zwei urige Typen in ihrer Arbeitsumgebung
Standbild001.png
FS700 mit Kit 18-200
Standbild005.png
CX900

Beleuchtung jeweils mit Tageslicht und Litepanels Astra 1:1 Bi-Color
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dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Fr 12 Jan, 2018 22:49

Naja, mit Filmlicht hat das nichts zu tun. In einem Imagefilm kann man das natürlich machen, da kann man auch Leute vor eine schwarze Wand stellen, das ist ok, wenn man die dann auch schön sieht (da liegen die Vorbilder eher im Theater), aber szenisches Licht oder eine Lichtstimmung sind etwas grundsätzlich anderes.




Starshine Pictures
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Starshine Pictures » Sa 13 Jan, 2018 00:26

@TomSTG
Das sieht tatsächlich etwas einfach aus. Klar, für eine kleine Produktion vielleicht ausreichend, aber es ist zum Beispiel schade dass die sehr interessanten Hintergründe völlig im Dunkeln absaufen. So geht dir viel Inhalt verloren mit dem du deine Protagonisten besser beschreiben hättest können. Hier mal der RED Weapon Clip der in einem ähnlichen Setting statt findet.




Ich werf nun auch noch mal etwas in die Runde. Ist schon ein etwas älteres Comedy Projekt, aber mir gefällt die Szene optisch sehr gut. Ich hatte Glück dass die Sonne von draussen durch die Fenster geschienen hat und ich diese Stimmung aufnehmen konnte. Auf dem BTS Shot kann man rechts das LED Panel hinter einem faltbaren Diffusor sehen welches als softes Keylight für den älteren Herren bestimmt ist. Links knapp ausserhalb des Bildes steht ein Dedolight das mit Vollgas in die Szene leuchtet um die Sonne zu imitieren, somit den älteren Schauspieler ein Backlight gibt und den jungen Schauspieler relativ hart als Key beleuchtet. Die Bar im Hintergrund habe ich von der rechten Seite her mit einem LED Panel auf Tageslicht steil beleuchtet um dem Interieur ein Streiflicht zu geben welches so wirkt als wäre dort noch ein Fenster. Von links kam ebenfalls noch ein weiteres LED Panel in einer Softbox die die Dame hinter der Bar beleuchtet. Die Bar selbst war extrem dunkel und brauchte eben etwas Pepp. Zudem hatte ich grosses Glück mit den unterschiedlichen Hintergründen zu den jeweiligen Darstellern. Da der jüngere recht chaotisch und unkonzentriert ist passt der zerklüftete Hintergrund mit der Bar und den Steinen perfekt zu ihm. Der ältere Herr ist hier der Weise mit viel Erfahrung und Disziplin. Deshalb passt der helle Hintergrund mit den geraden Fenstern und perfekt angeordneten Bildern. Auch habe ich die Position der Kamera in der Totalen so gewählt dass eben das Aufeinandertreffen dieser beiden Hintergründe, und damit der unterschiedlichen Charaktere, bildlich genau zwischen den beiden statt findet.

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3.jpg
2.jpg
4.jpg
Hier der Link zum gesamten Film. Sorry, ist etwas lang und nicht ganz so lustig geworden wie gedacht ... :-|



Grüsse, Stephan

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7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mo 15 Jan, 2018 15:27

TomStg hat geschrieben:
Fr 12 Jan, 2018 12:59
Hier zwei Beiträge von mir aus einem Imagefilm für eine kleine Gemeinde im Schwäbisch-Fränkischen Wald: Zwei urige Typen in ihrer Arbeitsumgebung

Beleuchtung jeweils mit Tageslicht und Litepanels Astra 1:1 Bi-Color
Die Naheinstellung finde ich ganz okay. Der Verlauf im Gesicht, die ausgeblichene Kante. Etwas Zeichnung im Hintergrund. Ein paar Lichtpunkte, irgendwas, das ein wenig den Raum andeutet und/oder Tiefe gibt - und das wäre ein gutes Bild.

Die "Amerikanische" ist tatsächlich etwas unvorteilhaft getroffen. Das Litepanels taugt dabei nicht als Führungslicht und das Spiel mit Licht/Schatten, um die Person räumlich zu zeichnen schlägt fehl. Eventuell hättest du mehr erreicht, wenn du dein Licht für den Hintergrund - recht spitz (gegenlichtig und nach außen hin abgeschattet, z.B.) genutzt hättest und ein wenig das Tageslicht geformt hättest um den Protagonisten etwas im Dunkeln nur von einer Seite von hinten anleuchten zu lassen und von vorne maximal ein Styro als Fill genutzt hättest.
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7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mo 15 Jan, 2018 15:41

Starshine Pictures hat geschrieben:
Sa 13 Jan, 2018 00:26
Ich werf nun auch noch mal etwas in die Runde. Ist schon ein etwas älteres Comedy Projekt, aber mir gefällt die Szene optisch sehr gut. Ich hatte Glück dass die Sonne von draussen durch die Fenster geschienen hat und ich diese Stimmung aufnehmen konnte. Auf dem BTS Shot kann man rechts das LED Panel hinter einem faltbaren Diffusor sehen welches als softes Keylight für den älteren Herren bestimmt ist. Links knapp ausserhalb des Bildes steht ein Dedolight das mit Vollgas in die Szene leuchtet um die Sonne zu imitieren, somit den älteren Schauspieler ein Backlight gibt und den jungen Schauspieler relativ hart als Key beleuchtet. Die Bar im Hintergrund habe ich von der rechten Seite her mit einem LED Panel auf Tageslicht steil beleuchtet um dem Interieur ein Streiflicht zu geben welches so wirkt als wäre dort noch ein Fenster. Von links kam ebenfalls noch ein weiteres LED Panel in einer Softbox die die Dame hinter der Bar beleuchtet. Die Bar selbst war extrem dunkel und brauchte eben etwas Pepp. Zudem hatte ich grosses Glück mit den unterschiedlichen Hintergründen zu den jeweiligen Darstellern. Da der jüngere recht chaotisch und unkonzentriert ist passt der zerklüftete Hintergrund mit der Bar und den Steinen perfekt zu ihm. Der ältere Herr ist hier der Weise mit viel Erfahrung und Disziplin. Deshalb passt der helle Hintergrund mit den geraden Fenstern und perfekt angeordneten Bildern. Auch habe ich die Position der Kamera in der Totalen so gewählt dass eben das Aufeinandertreffen dieser beiden Hintergründe, und damit der unterschiedlichen Charaktere, bildlich genau zwischen den beiden statt findet.
Ich glaube du bewertest die Bedeutung des Hintergrundes im Bezug auf den im Vordergrund dargestellten Charakter etwas über. Klar ist der Hintergrund wichtig. Aber nicht "Intra-Einstellung" sondern mehr über den Raum, den man am Ende im Schnitt dann im Kopf der Zuschauer erzeugt. Und auch da muss man die Beziehung des Charakters zu seiner Umgebung immer miteinbeziehen. Sind wir im Schlafzimmer des Protagonisten - und hat er es selbst so eingerichtet? Ist er zufällig an diesem Ort? Fühlt er sich dort wohl? Was hat der Raum konkret mit der Story zu tun? Diese Fragen sind essentiell. Die Komposition der Einstellung (im Raum) trägt immer eine Stimmung, klar - aber diese Stimmung bleibt fließend und geht von Einstellung zu Einstellung mit und wandelt sich relativ langsam. Der Raum im Kopf des Zuschauers wird von Einstellung zu Einstellung konkreter und er kann sich, also die Objekte immer besser darin verorten. Also ist eine durchgehende Atmosphäre und eine konstante Raumerzählung weitaus entscheidender für das funktionieren einer Szene und kleinste Änderungen in dieser Atmosphäre helfen (nicht immer nur subtil) der Geschichte.

Der Clip erinnert mich ein wenig an GZSZ, ich denke das war auch beabsichtigt, oder? Habe aber ohne Ton geschaut. Die Einstellung auf den Jüngeren gefällt mir sogar, auch wenn mir der Typ an der Bar etwas zu "scharf" ist. ;)
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Starshine Pictures » Di 16 Jan, 2018 20:32

7nic hat geschrieben:
Mo 15 Jan, 2018 15:41
Ich glaube du bewertest die Bedeutung des Hintergrundes im Bezug auf den im Vordergrund dargestellten Charakter etwas über. Klar ist der Hintergrund wichtig. Aber nicht "Intra-Einstellung" sondern mehr über den Raum, den man am Ende im Schnitt dann im Kopf der Zuschauer erzeugt.
Das sehe ich etwas differenzierter. Wenn ich nur eine Dialogszene an einem neutralen Ort habe, es also weder dem einen oder anderen Charakter zugehörig ist, wie beispielsweise das eigene Haus oder das eigene Auto, und zusätzlich die Charaktere völlig gegensätzlich sind, sollte man nicht darauf verzichten die Einbettung des Charakters in die Szene (wie seine Sichtweise, seine Gefühle oder Beweggründe), optisch zu untermalen. Wir geben damit dem Charakter einen Hintergrund, im wahrsten Sinne des Wortes. Und das hat sich hier in meiner Szene extrem gut angeboten. Deshalb habe ich den Alten vor die helle aufgeräumte Wand gesetzt, den jungen Chaoten vor einen eher zerklüfteten Hintergrund.

Und ja, es darf schon nach GZSZ aussehen. Bzw. nach Comedy. Sketche sind selten cineastisch gestaltet und ausgeleuchtet. Eher etwas bühnenhaft. Deshalb auch die unbewegte Kamera.


Grüsse, Stephan




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Di 16 Jan, 2018 21:29

Starshine Pictures hat geschrieben:
Di 16 Jan, 2018 20:32
Das sehe ich etwas differenzierter. Wenn ich nur eine Dialogszene an einem neutralen Ort habe, es also weder dem einen oder anderen Charakter zugehörig ist, wie beispielsweise das eigene Haus oder das eigene Auto, und zusätzlich die Charaktere völlig gegensätzlich sind, sollte man nicht darauf verzichten die Einbettung des Charakters in die Szene (wie seine Sichtweise, seine Gefühle oder Beweggründe), optisch zu untermalen. Wir geben damit dem Charakter einen Hintergrund, im wahrsten Sinne des Wortes. Und das hat sich hier in meiner Szene extrem gut angeboten. Deshalb habe ich den Alten vor die helle aufgeräumte Wand gesetzt, den jungen Chaoten vor einen eher zerklüfteten Hintergrund.
Ich glaube eher, dass du damit die Szene uneinheitlich gestaltet hast und dadurch eher für - ich nenne es mal "distraction" (in Ermangelung einer Adäquaten deutschen Entsprechung) gesorgt hast. Es ist nicht mehr ein Ort mit einer Stimmung sondern zwei Einstellungen, die zwei Personen an zwei Orten zeigen. Überspitzt formuliert.


Okay. Nächster Versuch von mir. Zum Abschuss gebe ich frei:
Screenshot 2018-01-16 21.02.27.png
Die Szene soll für sich stehen. Sie dient der Einführung des Charakters.

Das Setup ist simpel: Sonne durch Vorhang. Als Fill eine gebouncte 250 HMI-Stufe von oben und eine Kino-Flo von rechts für den Verlauf auf ihr.
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Starshine Pictures
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Starshine Pictures » Mi 17 Jan, 2018 00:07

Aaaah, na jetzt wirds langsam interessant hier ... :) Gefällt mir wirklich gut, hab praktisch nichts dran auszusetzen. Vielleicht hätte man die Practicals noch anschalten können, weiss ich nicht. Hätte besser aussehen können, aber nicht unbedingt. Muss man sehen. So ist es ein feiner cleaner Look, fast wie aus einem Luxus Fashion Spot. Sie hebt sich durch ihre Schwarze Wäsche und der schwarzen Tasche schön vom Raum selbst ab. Die sehr softe Beleuchtung ist absolut passend. Vielleicht hätten ihre Beine etwas mehr natürlichen Hautton gebrauchen können. Die sehen schon recht violett aus. Wahrscheinlich hockt sie da schon ne Weile?


Grüsse, Stephan




dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Mi 17 Jan, 2018 08:28

Diesen leichten Rot-Grün-Kontrast im Bild (aber auch auf ihrem Körper) nehme ich schon als leicht kränklich wahr. Irgendwas ist ihr nicht wohlgesonnen: die Situation/Sory oder der Kameramann ;)




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mi 17 Jan, 2018 13:54

Ja, das ist eher eine etwas ambivalente Stimmung in der Szene.

Leuchtende Practicals versuche ich in einer offensichtlich hellen Tagszene zu vermeiden. Auf Schnörkel zum Selbstzweck versuche ich eigentlich immer zu verzichten - und wenn ich doch darauf angewiesen bin, damit eine Einstellung/Szene funktioniert (oder zumindest interessant wirkt), dann liegt der Fehler sowieso schon viel tiefer: Unpräzise Einstellung, ungenügendes Szenenbild, undurchdachtes Lichtkonzept, irrelevante Handlung...
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dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Mi 17 Jan, 2018 15:41

Mich würde interessieren, was das für ein Film ist, ist doch keine Werbung oder?




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mi 17 Jan, 2018 15:46

dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:41
Mich würde interessieren, was das für ein Film ist, ist doch keine Werbung oder?
Nein, das ist ein Still einer Videokunstarbeit.
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dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Mi 17 Jan, 2018 15:51

Also gar keine Story?




7nic
Beiträge: 1184

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mi 17 Jan, 2018 15:56

dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:51
Also gar keine Story?
Doch. Klar. Es geht um die (Liebes-) Beziehung zweier junger Frauen.
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Mi 17 Jan, 2018 15:58

7nic hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:56
dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:51
Also gar keine Story?
Doch. Klar. Es geht um die (Liebes-) Beziehung zweier junger Frauen.
So unromantisch?!




7nic
Beiträge: 1184

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mi 17 Jan, 2018 16:03

dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:58
7nic hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:56


Doch. Klar. Es geht um die (Liebes-) Beziehung zweier junger Frauen.
So unromantisch?!
Es ist eine kalte, auf Macht und Dominanz aufgebaute Beziehung. Wo ist da Platz für Romantik?
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Mi 17 Jan, 2018 16:33

7nic hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 16:03
dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 15:58

So unromantisch?!
Es ist eine kalte, auf Macht und Dominanz aufgebaute Beziehung. Wo ist da Platz für Romantik?
Deshalb Liebe in Klammern gesetzt, verstehe ;)

Keine Sorge, man sieht das schon.
Was wäre denn passiert, wenn von vorn etwas weniger Licht gekommen wäre?




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Mi 17 Jan, 2018 19:12

dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 16:33
7nic hat geschrieben:
Mi 17 Jan, 2018 16:03


Es ist eine kalte, auf Macht und Dominanz aufgebaute Beziehung. Wo ist da Platz für Romantik?
Deshalb Liebe in Klammern gesetzt, verstehe ;)

Keine Sorge, man sieht das schon.
Was wäre denn passiert, wenn von vorn etwas weniger Licht gekommen wäre?
Was meinst du mit vorne? Weniger Fill - oder gar negative fill (die linke Wand abdunkeln) oder die Kinoflo wegnehmen? Das erstere würde das Bild kontrastreicher machen. Also würde ich entweder die Zeichnung in den Fenstern verlieren oder der Innenraum würde langsam in ein durch Litchtkanten gezeichnete dunkle Objekte in einem schummerigen Raum übergehen. Beim zweiteren würde sie nur ein Spitzlicht vom Fenster bekommen und der Verlauf würde sich nicht langsam über ihren Körper ziehen. Dadurch wäre sie weniger plastisch und die Struktur ihrer Haut würde nicht so herausstechen.
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dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Do 18 Jan, 2018 13:13

Ich dachte schon an etwas mehr in Richtung Gegenlicht. Also die Lichtsituation vor Ort aufnehmen/damit arbeiten. Aber Schatten interessieren dich generell nicht so, oder?




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Do 18 Jan, 2018 16:27

dienstag_01 hat geschrieben:
Do 18 Jan, 2018 13:13
Ich dachte schon an etwas mehr in Richtung Gegenlicht. Also die Lichtsituation vor Ort aufnehmen/damit arbeiten. Aber Schatten interessieren dich generell nicht so, oder?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was du meinst. Bei etwas über 300W an Lampen in einem Raum mit zwei nicht abgedunkelten Fenstern bleibt doch gar nichts anderes übrig, als mit der gegebenen Lichtsituation zu arbeiten. Das einzige was du da über Fahnen, Molton, Reflektoren usw. hinaus kontrollieren kannst, ist die Uhrzeit (also den Sonnenstand) und ob du für die Aufnahme auf Wolken oder wolkenfreien Himmel wartest.
Wie kommst du darauf, das mich Schatten nicht interessieren? Oder warum sollten sie es im Speziellen? Worauf möchtest du hinaus?
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Starshine Pictures
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von Starshine Pictures » Do 18 Jan, 2018 21:51

Irgendwie schade dass das hier nur ne Battle zwischen 7nic und mir ist (ausser TomStg) ... Mag denn nicht mal noch jemand anderes was zur Diskussion einstellen? Könnte ja auch interessant für Mitlesende sein die vielleicht was lernen wollen wie es geht oder vieleicht auch nicht geht?


Grüsse, Stephan




dienstag_01
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Do 18 Jan, 2018 22:47

7nic hat geschrieben:
Do 18 Jan, 2018 16:27
dienstag_01 hat geschrieben:
Do 18 Jan, 2018 13:13
Ich dachte schon an etwas mehr in Richtung Gegenlicht. Also die Lichtsituation vor Ort aufnehmen/damit arbeiten. Aber Schatten interessieren dich generell nicht so, oder?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was du meinst. Bei etwas über 300W an Lampen in einem Raum mit zwei nicht abgedunkelten Fenstern bleibt doch gar nichts anderes übrig, als mit der gegebenen Lichtsituation zu arbeiten. Das einzige was du da über Fahnen, Molton, Reflektoren usw. hinaus kontrollieren kannst, ist die Uhrzeit (also den Sonnenstand) und ob du für die Aufnahme auf Wolken oder wolkenfreien Himmel wartest.
Wie kommst du darauf, das mich Schatten nicht interessieren? Oder warum sollten sie es im Speziellen? Worauf möchtest du hinaus?
Mich hätten hier eher grundsätzliche Dinge interessiert, da ich die Location an sich als gegenlichtig wahr nehme, das Bild aber einen ausgewogen ausgeleuchteten Raum präsentiert. Woher kommt das Licht von vorn, ich meine nicht die Lampen, sondern konzeptionell? Ist vielleicht ne doofe Frage, die sich im Film mit der nächsten Einstellung klärt, aber ich habe ja nur das eine Bild. Aber kein Stress, sind nur Fragen ;)




7nic
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Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Fr 19 Jan, 2018 08:31

dienstag_01 hat geschrieben:
Do 18 Jan, 2018 22:47
7nic hat geschrieben:
Do 18 Jan, 2018 16:27


Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was du meinst. Bei etwas über 300W an Lampen in einem Raum mit zwei nicht abgedunkelten Fenstern bleibt doch gar nichts anderes übrig, als mit der gegebenen Lichtsituation zu arbeiten. Das einzige was du da über Fahnen, Molton, Reflektoren usw. hinaus kontrollieren kannst, ist die Uhrzeit (also den Sonnenstand) und ob du für die Aufnahme auf Wolken oder wolkenfreien Himmel wartest.
Wie kommst du darauf, das mich Schatten nicht interessieren? Oder warum sollten sie es im Speziellen? Worauf möchtest du hinaus?
Mich hätten hier eher grundsätzliche Dinge interessiert, da ich die Location an sich als gegenlichtig wahr nehme, das Bild aber einen ausgewogen ausgeleuchteten Raum präsentiert. Woher kommt das Licht von vorn, ich meine nicht die Lampen, sondern konzeptionell? Ist vielleicht ne doofe Frage, die sich im Film mit der nächsten Einstellung klärt, aber ich habe ja nur das eine Bild. Aber kein Stress, sind nur Fragen ;)
Gegenlichtig heißt aber nicht gleich, dass man Silhouetten erzeugen muss. Die Intention war es einen Raum zu erzählen, der irgendwie schön und vornehm erscheint, aber dafür zugleich auch zu steril ist um ihn einfach als Schauplatz zu akzeptieren um damit eine Stimmung zu erzeugen, die einen erahnen lässt, dass wir hier auf den ersten Blick nur eine Fassade erkennen können. Wäre der Stil rauher, wäre der Eindruck sofort wieder dahin. Das dachte ich mir zumindest dabei.
Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum. - Demokrit

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Zuletzt geändert von 7nic am Fr 19 Jan, 2018 09:06, insgesamt 1-mal geändert.




klusterdegenerierung
Beiträge: 9829

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 19 Jan, 2018 08:46

Starshine Pictures hat geschrieben:
Do 18 Jan, 2018 21:51
Irgendwie schade dass das hier nur ne Battle zwischen 7nic und mir ist (ausser TomStg) ... Mag denn nicht mal noch jemand anderes was zur Diskussion einstellen? Könnte ja auch interessant für Mitlesende sein die vielleicht was lernen wollen wie es geht oder vieleicht auch nicht geht?


Grüsse, Stephan
Vielleicht komme ich bald dazu,
werde jetzt mein Halogenlicht sukzessive gegen LED austauschen um dann vielleicht den available light Günther an den Nagel zu hängen.

In den ersten ersten vielen Jahren meiner Fotografenzeit, gab es quasi nur ausleuchten, was ich danach sehr bereut habe,
denn da wurde auch sehr viel Stimmung einfach weggeblitzt!

So haben wir damals zb. ganze Räume, die man heute eher mit Langzeitbelichtung und Aufhellung umsetzt,
früher mit 6x 1000W Blitzen weggewämmst. Aber vielleicht gab auch damals der Ektachrome nicht mehr her.

Mir wird es allmählich aber auch zu langweilig, das Progagonisten durch mangelde Tiefe, wegen fehlendem Licht,
nur 2 Dimensional daher kommen.
Auf der anderen Seite wollte ich meine heißen und direkten Halogenlampen auch niemanden zumuten,
so ist es meißtens beim kreativen ausleuchten mit vorhandenem Licht geblieben, oft geht das ja auch.




TomStg
Beiträge: 1701

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von TomStg » Fr 19 Jan, 2018 08:57

Mir fällt an den beiden letzten Beispielen von Stephan und 7nic auf, dass bewusst auf eine deutliche Akzentuierung von Hell und Dunkel verzichtet wird. Man könnte auch sagen, die Szenerien werden darin zu Tode geleuchtet, wie in vielen amerikanischen Sitcoms. Spannung erzeugt man damit nach meiner Einschätzung nicht.

Sicher ist die Akzentuierung von Licht abhängig vom Inhalt der Szenerie bzw. von der gewünschten Wirkung. Man kann mit der Beleuchtung zB ein Interview dramatisieren oder vernüchtern. Aber mE hinterlässt beim Zuschauer ein klares Spiel mit Licht und Schatten mehr Wirkung als eine softe gleichmäßige Ausleuchtung. High key und low key sind gängige Beleuchtungsvarianten bei Foto und Film. Mich interessieren besonders Beispiele der Gegenüberstellung von high key und low key, um aus den Erläuterungen zu deren Entstehung zu lernen, wie man mit welchen Mitteln solche Wirkungen erzielt.




7nic
Beiträge: 1184

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Fr 19 Jan, 2018 09:28

Aus dem gleichen Film - nur mit etwas mehr Schatten:
Screenshot 2018-01-16 21.13.37.png
Als Lichtquellen wurden nur das Practical und ein minimaler Fill (um die Schatten aus dem Grundrauschen zu heben) eingesetzt.

Auf die Intention gehe ich erstmal nicht ein.
Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum. - Demokrit

neuzeit.tv ll nicolas-geissler.de

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dienstag_01
Beiträge: 8033

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Fr 19 Jan, 2018 10:10

7nic hat geschrieben:
Fr 19 Jan, 2018 09:28
Aus dem gleichen Film - nur mit etwas mehr Schatten:
Screenshot 2018-01-16 21.13.37.png

Als Lichtquellen wurden nur das Practical und ein minimaler Fill (um die Schatten aus dem Grundrauschen zu heben) eingesetzt.

Auf die Intention gehe ich erstmal nicht ein.
Aber hier ist nicht die Darstellerin aus der ersten Szene dabei? Oder bin ich blind?




7nic
Beiträge: 1184

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von 7nic » Fr 19 Jan, 2018 10:26

dienstag_01 hat geschrieben:
Fr 19 Jan, 2018 10:10
7nic hat geschrieben:
Fr 19 Jan, 2018 09:28
Aus dem gleichen Film - nur mit etwas mehr Schatten:
Screenshot 2018-01-16 21.13.37.png

Als Lichtquellen wurden nur das Practical und ein minimaler Fill (um die Schatten aus dem Grundrauschen zu heben) eingesetzt.

Auf die Intention gehe ich erstmal nicht ein.
Aber hier ist nicht die Darstellerin aus der ersten Szene dabei? Oder bin ich blind?
Doch. In der Bildmitte.
Nur scheinbar hat ein Ding eine Farbe, nur scheinbar ist es süß oder bitter; in Wirklichkeit gibt es nur Atome im leeren Raum. - Demokrit

neuzeit.tv ll nicolas-geissler.de




dienstag_01
Beiträge: 8033

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von dienstag_01 » Fr 19 Jan, 2018 10:31

7nic hat geschrieben:
Fr 19 Jan, 2018 10:26
dienstag_01 hat geschrieben:
Fr 19 Jan, 2018 10:10

Aber hier ist nicht die Darstellerin aus der ersten Szene dabei? Oder bin ich blind?
Doch. In der Bildmitte.
Ah, da ist noch eine verdeckt. Die Darstellerin, die wir meinen, ist die im Vordergrund? Nicht erkannt.




klusterdegenerierung
Beiträge: 9829

Re: Bildbesprechungen und Gedanken zu Licht

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 19 Jan, 2018 20:44

Habe Heute meine ersten 3 LEDs bekommen. :-)
Ui, ganz schön blau sone 5600er Led,
hätte gedacht 5600 seien schon nicht mehr ganz so fies wie das übliche LED Blau, muß ich wohl filtern

Wenigstens passen meine Softboxen drauf, das ist ja schon mal was. Mal schauen was sie mir gutes bringen.
2 Wochen hab ich noch Zeit mich dran zu gewöhnen, dann haben sie ihren ersten Einsatz, man bin ich aufgeregt ;-))




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