Postproduktion allgemein Forum



Postproduktion - Profiworkflow?



Fragen rund um die Nachbearbeitung, Videoschnitt, Export, etc. (div. Software)
Antworten
-paleface-
Beiträge: 3073

Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 08:40

Tag,

ich bin gerade in den letzten Zügen von einem sehr großen Kurzfilm Projekt. Der Film geht knapp 30min,wurde mit 3 verschiedenen Kameras gedreht und hat sehr viele VFX.
Geschnitten in Resolve, VFX in Fusion, AfterFX, C4D und finales Mastering in Premiere und Audition.

Jedenfalls kam da ganz schön viel an unterschiedliche Software, Footage, VFX Renderings und natürlich auch Audio zusammen.

Ich hab nun irgendwann gemerkt das in meinem Projekt Ordner (3,86 TB an Daten) ein gewisses Chaos herrscht.
Ich hab selber zwar irgendwie noch alles gefunden, aber mehr weil ich wusste wo ich suchen könnte. Es fehlt das aber nach wie vor eine klare Struktur wie man die Daten anzulegen hat. Macht man es z.B. Szenen weise oder doch nach Footageformat. Als Beispiel:

Szene 1 (Footage Kamera A, Footage Kamera B, VFX, Audio...)
Szene 2 (Footage Kamera A, Footage Kamera B, VFX, Audio...)

ODER

Kamera A (Szene 1, Szene2....)
Kamera B (Szene 1, Szene2....)
VFX (Szene 1, Szene2....)
....
....

Auch hab ich das Problem von vielen unsinnigen Zwischen Renderings und exporten damit z.B. Software A die Files von Kamera XY überhaupt lesen kann. Und auch da die Frage wieviel exportiert man eigentlich. (Z.B. um compressed CDNG in AfterFX zu öffnen)

BEISPIEL:
Ich hab einen Shot der 20sek geht, in 5sek davon soll ein VFX eingebaut werden. Exportiere ich dennoch die 20sek oder nur die 5sek. Was ist wenn auf einmal dann doch 6sek VFX gemacht werden müssen?


Gibt es irgendwo eine art Roadmap wie man ein großes Projekt aufbaut? Also Ordner Strukturen, exportformate usw.?

Irgendwie was damit ich beim nächsten mal eine klarere Struktur habe.

Danke
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Frank Glencairn
Beiträge: 11551

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 01 Jul, 2020 08:51

Ich mach das immer nach dem "Szene 1 (Footage Kamera A, Footage Kamera B, VFX, Audio...)" Schema - das ist IMHO am überschaubarsten und man findet was man braucht am schnellsten.

Was intermediate Render betrifft, mach ich alles unkomprimiert, weil du ja sonst mit jedem Schritt einen Generationenverlust hast.

Was mich interessiert ist, warum du in Premiere mastern willst.




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 09:56

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 08:51
Was intermediate Render betrifft, mach ich alles unkomprimiert, weil du ja sonst mit jedem Schritt einen Generationenverlust hast.
Was ist bei dir unkomprimiert? Ich mach immer ne Tiff-Sequenz. Aber das bringt meine Timeline ganz schön ins stocken.

Ich mag die Schlankheit von Premiere. Bei Resolve fühlen sich die Projekte immer so "dick" an. Premiere lädt schneller und das scrollen geht bei mir besser. Auch hab ich nie ein stocken. Bei Resolve ist immer etwas der Wurm drinnen.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Frank Glencairn
Beiträge: 11551

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 01 Jul, 2020 10:04

Unkomprimiertes AVI oder MOV, alternativ Cineform in bester Qualität, wenn dir das zu viele Daten sind.
Deine Erfahrung mit Resolve hab ich hier nicht, im Gegenteil - im Vergleich mit Premiere läuft Resolve wie warme Butter, selbst auf älteren Workstations.




dosaris
Beiträge: 1281

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Mi 01 Jul, 2020 10:06

-paleface- hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 08:40
... sehr großen Kurzfilm Projekt. Der Film geht knapp 30min,wurde mit 3 verschiedenen Kameras gedreht und hat sehr viele VFX.
Geschnitten in Resolve, VFX in Fusion, AfterFX, C4D und finales Mastering in Premiere und Audition.

Jedenfalls kam da ganz schön viel an unterschiedliche Software, Footage, VFX Renderings und natürlich auch Audio zusammen.

Ich hab nun irgendwann gemerkt das in meinem Projekt Ordner (3,86 TB an Daten) ein gewisses Chaos herrscht.
Ich hab selber zwar irgendwie noch alles gefunden, aber mehr weil ich wusste wo ich suchen könnte. ...
es geht also um Spielfilm/szenisches Arbeiten?!

Dann wirst Du das doch mit dem Drehbuch korrelieren wollen?

Was spricht dann gegen Verschlagwortung rel zu Szene/shot-Nr?

Wir machen vorwiegend Reportagen und wissen demzufolge zuvor oft nicht, was uns am "Set" erwartet.
Drehbuch ist also nicht, aber Unbedingt Dreh-Log führen, besonders wenn die shots zeitl auseinander liegen!
Demzufolge ist zeitl Korrelation wichtig, da wir typisch mit 2... 4 cams arbeiten (späterer Umschnitt).

Nach mehrjähriger Optimierung habe ich eine Notation ausgeknobelt, die das im Dateinamen umsetzt:
timestamp (absteigend), cam-Chip-Nr, original-camshot-Nr (Rückwärts-Referenz), shot-Art, Schlagworte.
Eine Dateisortierung nach Namen ergibt so automatisch, dass zeitgleiche shots direkt hintereinader stehen,
egal wann die zusätzlich bearbeitet (denoiser, Stabi, Respeeder,etc) wurden.




pillepalle
Beiträge: 2410

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von pillepalle » Mi 01 Jul, 2020 10:40

Interessantes Thema. Ich glaube ja auch das es keine Methode gibt die immer gut funktioniert. Hängt ja neben der Art des Drehs (Szenisch, Dokumentarisch ect) auch von der Art des Postworkflows ab.

Bisher habe ich auch immer alles thematisch zusammengefasst, also Szene (Kamera A, Kamera B, Aduio A, Audio B usw). Das hatte für mich den Vorteil, dass ich z.B. zu einer Videofile auch immer gleich wusste, was ich z.B. an Audiofiles dazu hatte und die nicht irgendwo anders suchen musste. Habe aber auch immer alles alleine gemacht. Wenn man aber z.B. bei einem größeren Projekt für Schnitt und Audio unterschiedliche Leute hat, dann funktioniert das vielleicht nicht mehr so gut, weil man dann im Schnitt mit Scratchsound arbeitet und der Ton erst später dazu kommt.

VG
Eigene Gedanken müsste man haben...




dienstag_01
Beiträge: 10632

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dienstag_01 » Mi 01 Jul, 2020 10:55

Die wirklichen Profis lassen das andere machen ;)

Ein Freund hat mal Musik für einen Hollywood Film gemacht, da wurde alles über Avid und die dazugehörigen Tools verwaltet. Er hatte sich am Anfang dafür entscheiden, bei seiner Software zu bleiben (und nicht auf Protools umzusteigen), das Ergebnis war, dass er die letzten Wochen nur noch mit der Umkennzeichnung von Files beschäftigt war. Bzw. der Assistent ;)




dosaris
Beiträge: 1281

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Mi 01 Jul, 2020 11:03

dienstag_01 hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 10:55
... das Ergebnis war, dass er die letzten Wochen nur noch mit der Umkennzeichnung von Files beschäftigt war.
genau!

Das ist ein typisches Problem proprietärer "Lösungen".
Bei Migration/upgrade zum nächsten System geht dann mit dem Vorrat (worst case) nix mehr,
oder nur mit sehr viel manueller Anpassung.

Deswegen hatte ich eine universelle Lösung ausgeknobelt, die unabhängig von Betriebssystem
(Linux, WIN, *) oder Anwendungspaket immer spielt.




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 14:49

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 10:04
Unkomprimiertes AVI oder MOV, alternativ Cineform in bester Qualität, wenn dir das zu viele Daten sind.
Deine Erfahrung mit Resolve hab ich hier nicht, im Gegenteil - im Vergleich mit Premiere läuft Resolve wie warme Butter, selbst auf älteren Workstations.
Geht mir nicht um zu viele Daten sondern das es noch flüssig in der Timeline läuft. Ich teste mal ob Bildsequenzen oder avis/movs besser laufen.

Bezüglich der Umbenennung von Files das Audio und Video z.B. immer gleich heißen hab ich auch schon nachgedacht. Ist aber je nach Projekt auch viel arbeit. Hab aber auch gesehen das man je nach Kamera oder Audio Device das schon im Gerät geht. Das muss ich beim nächsten Dreh auch mal testen.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Darth Schneider
Beiträge: 5348

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Darth Schneider » Mi 01 Jul, 2020 16:04

@ paleface
Dein Projekt tönt auf jeden Fall schon mal sehr interessant, ich hoffe wir dürfen das dann hier auch anschauen ;-)
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




dosaris
Beiträge: 1281

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Mi 01 Jul, 2020 16:07

-paleface- hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 14:49

Geht mir nicht um zu viele Daten sondern das es noch flüssig in der Timeline läuft.
das kann durchaus dasselbe Problem sein:

wenn das Cutter-Prog nicht mehr genügend Videoclips im RAM CACHEn kann
muss es die von der Disk holen.
Dann hängt's natürlich vom intelligenten caching-Algorithmus ab, ob das (über-)nächste clip
per read-ahead schon im cache vorliegt.




dienstag_01
Beiträge: 10632

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dienstag_01 » Mi 01 Jul, 2020 16:18

In meiner Erinnerung konnte man schon immer Premiere mit Einzelbildsequenzen aus dem Tritt bringen. Und bei großen Tiffs würde ich mal schauen, ob es nicht vielleicht sogar am Datenträger liegt.




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 01 Jul, 2020 17:26

Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 16:04
@ paleface
Dein Projekt tönt auf jeden Fall schon mal sehr interessant, ich hoffe wir dürfen das dann hier auch anschauen ;-)
Gruss Boris
Erstmal gibt es im August ne Kino Premiere (zumindest in einem Kino :-D )
Danach kommt der natürlich auch auf meinem Kanal.

Teaser hab ich vor einiger Zeit hier auch schon mal gezeigt:
viewtopic.php?f=33&t=143953&p=972539&hi ... el#p972539



Back to Topic:
Werde ich mal testen mit den Einzelsequenzen. Ich fand tiff nur immer so gut weil man dann mal eben was in Photoshop schieben kann wenn man dann doch mal ne Retusche machen muss. Sonst muss man den einzelframe dann doch noch mal einzeln exportieren.

Ich meine ich hätte mal Postproduktions-Charts gesehen wie große Kinofilme ihren Workflow so aufbauen.
Finde die aber nicht mehr. Vielleicht hat ja jemand nen Tip..
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Darth Schneider
Beiträge: 5348

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Darth Schneider » Mi 01 Jul, 2020 17:35

Hab den Theaser gleich nochmal geschaut, tolle Bilder, Stimmung und Musik....
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Do 02 Jul, 2020 09:24

Darth Schneider hat geschrieben:
Mi 01 Jul, 2020 17:35
Hab den Theaser gleich nochmal geschaut, tolle Bilder, Stimmung und Musik....
Gruss Boris
Danke. Hat sich seither aber auch noch mal einiges getan.
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Peppermintpost
Beiträge: 2525

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Peppermintpost » Do 02 Jul, 2020 16:15

Also, wärend des Schnitts ist die Ordnung deines Drehmaterials ja weitestgehend egal. Hauptsache du hast irgend eine Ordnung. Ich würde immer nach Drehtagen ordnen und dann die Kameras als Unterordner.
Solltest du wirklich mal Footage suchen weil du es aus welchem Grund auch immer nicht eingeladen hast kannst du immer noch im Drehplan nachschauen. Aber mMn ich ein gewisses Maß an Chaos im Schnitt erstmal ok.

Wenn du dir Proxies machen must weil deine Software nicht jedes native Kamera Format ließt oder weil du all dein Footage aus welchen Gründen auch immer im gleichen Format haben möchtest würde ich immer den Pfad kopieren. Also die Originale liegen in .Projekt/Footage/Drehtag/Kamera/... und die Poxies liegen in .Projekt/Proxie/Drehtag/Kamera/...
Hat den Vorteil das es weniger Hazzle ist wenn du dein Conform vom Original machen willst.

Audio behandelst du ja sowieso immer unkompremiert, da kannst du am Ende einfach ein Consolidate machen und es ans Tonstudio geben (oder deiner eigenen Audio bearbeitung zuführen). Damit ist da schon mal das Chaos beseitigt.

Jetzt kommt die Grundsatz Frage ob du die CC vor den VFX machen willst oder danach. Da gibt es kein richtig oder falsch. Beim Spielfilm kommt das Grading immer ganz am Schluss und die VFX werden auf den original Farben gemacht, auch wenn es z.B. Log ist, dann bleibt das halt so. In der Werbung kommt normaler weise erst die CC und dann die VFX, funktioniert auch. Auf Log VFX zu machen ist etwas aufwendiger aber gibt dir mehr Flexibilität, erst CC dann VFX ist so nach dem Motto: "Wir brauchen es nicht schön, wir brauchen es bis Mittwoch."

Was immer dein Weg ist, du machst dein Conform und dann deinen Export der VFX Shots. Hier stellt sich einfach die Frage wie hoch dein VFX Anteil ist. Wenn du auf 30min 50 VFX Shots hast, dann würde ich die Shots in 10er Schritten durchnummerieren und einfach exportieren. 10er Schritte einfach falls du noch einen Shot irgendwo vergessen hast kannst du ihn dazwischen schieben das der zweite shot nicht plötzlich Shot 51 heißt. (Wie vor 40 Jahren beim Basic Programmieren auf dem C64 ;-)
Wenn du aber richtig viel VFX hast, also so Hollywood viel, also bei 30min in der Region zwischen 500 und 700 Shots, dann brauchst du ein besseres System.
Sinnvoll ist es dann hier zum einen ALLE Shots als VFX Shots zu exportieren, egal ob da noch VFX drauf kommen oder nicht, weil es sowieso nur noch eine Hand voll Shots gibt die keine VFX bekommen, da geht dann Organisation vor ein paar MB Datenmüll.
Bei so großen Mengen hat es sich bewährt die Shots nach Sequenzen zu Ordnen. Also du hast eine Sequenz "Tony Stark baut ersten Iron Man Anzug" und die enthält jetzt alle Shots wie er im Keller hockt und mit Jarvis redet. Dann hast du eine zweite Sequenz "Pepper Pott auf der Expo" oder "Iron Man, War Mashine und Pepper auf dem Dach". Jede dieser Sequenzen hat mehrere Shots, das ist auch wichtig damit die VFX innerhalb der Sequenzen gleich aussehen. Iron Man in Afghanistan sieht halt einfach total anders aus als Iron Man auf der Expo im Kampf gegen Vanko.

Das Verfahren hat zum einen den Vorteil das du alles schnell findest, zum anderen wenn du mit mehreren Leuten daran arbeitest kannst du mit dem Grading anfangen wenn nur eine einzige Sequenz fertig ist und du kannst die verschiedenen Sequenzen auf verschiedene Leute aufteilen die dann oft größere Teile der Setups von Shot zu Shot kopieren können. Wenn sich 2 vor einem Greenscreen unterhalten und das wird immer hin und her geschnitten, dann muss ich z.B. den Key ja nicht jedes mal neu ziehen.

Die Exporte selbst machst du IMMER!!! in voller Shot länge PLUS!!! Handles (5-10 sollten bei VFX reichen)!
Die Auflösung und die Kompression sollte bei alles Shots die gleiche sein, es sei denn es lässt sich zwingend nicht vermeiden wenn du z.B. in einem Bild zoomen oder panen willst.
Die Welt tickt in 2k, lass dich nicht hinreißen alles in 4k zu Posten. 4k Post ist nur wichtig wenn dein Film so endlos scheisse ist das 4k das letzte Argument ist warum man es sich überhaupt noch ansehen sollte (siehe Interstellar oder Dunkirk). 2k ist irgendwo zwischen HD und 2048. Solltest du anamorph drehen, dann poste auch anamorph und wandel es nicht vor der Post in square um. Brauchst du am Ende aus irgend einem Grund noch eine 4k Version, dann mach ein Blowup und sag es keinem, dann sieht es auch keiner. Ist für Hollywood gut genug, sollte für uns dann auch langen.
Kleiner Schwank am Rande, schlechte Comper sagen oft gerne das sie die Keys lieber in 4k ziehen und dann ein Reformat machen, das ist Bullshit, die können einfach nur nicht keyen und sind um keine Ausrede verlegen.Wie auch immer...

Die letzte Frage nach der Kompression hat natürlich fast schon religiöse Züge. Es gibt unkompremiert, losless compressed, visual lossless und dann noch die Frage nach Einzelbildern oder Container Formaten. Jedes Ding hat seine eigenen Vor- und Nachteile und ich persönlich finde man sollte sein Format so wählen das es die meisten Bedürfnisse abdeckt und nicht zwingend eine Religion draus machen.
Also z.B. Prores444 finde ich super! Ist das Qualitativ das beste? Nein! Bei weitem nicht. Aber es kann total viel, sieht echt gut aus, kann von jeder Software gelesen werden, hat eine gute Iteraktivität. Warum nicht.
EXR ist natürlich qualitativ um Welten besser, die Interaktivität ist gut, jede Profi Software kann das lesen, aber es erzeugt natürlich ewigen Datenmüll. Shots über das Internet zu externen zu schicken ist eine Katastrophe, sich das mit irgend einer guffel Software anzusehen geht nicht, ihh bahh. Aber technisch wird das alles Ansprüchen gerecht.
Tif, funktioniert total gut, jede guffel Software kann das lesen, losless compressed ist technisch total gut, aber es wird dich mega abnerven weil es einmal so null interaktiv ist. Ich kenne keine einzige Software die darauf optimiert ist.
Mach dir wirklich eine Liste mit Vor- und Nachteilen und schau was für dein Projekt am besten funktioniert. Was der eine total doof findet kann für dich der beste Kompromiss sein.

Ich hoffe das gibt dir schon mal die eine oder andere nützliche Info und auch weiter hin gutes Gelingen.
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




dosaris
Beiträge: 1281

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von dosaris » Do 02 Jul, 2020 17:58

Peppermintpost hat geschrieben:
Do 02 Jul, 2020 16:15
... Beim Spielfilm kommt das Grading immer ganz am Schluss und die VFX werden auf den original Farben gemacht,
hatte ich früher auch so gemacht (allerdings für Reportagen).
Ich bin davon abgekommen, da zu oft Arbeit doppelt/mehrfach gemacht werden musste.

Jetzt mache ich das vor dem Feinschnitt und erreiche so, dass takes, die zerschnitten/nachträglich gekürzt werden müssen
schon in allen Teilstücken das passende grading u CC haben.
Dies spart viel "blättern", weil man sonst immer im vorigen Teilstück (desselben shots) die Einstellparameter erfassen und hinten nachziehen muss.




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Do 02 Jul, 2020 18:57

Danke Pepper schon mal für deinen Input. Auch das dies seit Januar dein erster Beitrag mal wieder ist... (ja ich hab Gestalkt) :-D

Das mit den 10ner Schritt Benennung war z. b. ein super Tipp. Hatte das Problem tatsächlich und hab dann mit A, B, C gearbeitet. Was aber doof ist.

Was genau meinst du mit:
Die Exporte selbst machst du IMMER!!! in voller Shot länge PLUS!!! Handles (5-10 sollten bei VFX reichen)!

Was sind Handles? 5-10 Frames vor und nach dem Shot? Wie sehen die Handles dann aber aus wenn ich eh schon den ganzen Shot exportieren soll?
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Peppermintpost
Beiträge: 2525

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Peppermintpost » Do 02 Jul, 2020 20:27

Hey Markus

was ich meine ist, sagen wir du hast einen langen Schwenk den hast du für 250F in deinen Film geschnitten, und am ende des Schwenks kommt erst irgend etwas ins Bild was VFX bedarf, dann könnte man ja versucht sein nur die letzten 50F die für die VFX interessant sind zu exportieren. So hatte ich deine Frage auch verstanden.
Also du würdest innerhalb eines Shots dann umschneiden von original Footage zu VFX bearbeitetem Footage. Das ist ein absolutes no-no.
Wenn der Shot für 250F rein geschnitten ist, dann exportiere 250F + 5F am Anfang und 5F am Ende. Die Handels kannst du übrigens bei Resolve oder Nuke Studio einfach so einstellen, das must du nicht händisch machen, genau wie die Namensgebung in 10er Increments oder so.

Grüße
Torsten
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Mi 15 Jul, 2020 17:43

Muss noch mal was nachfragen...Thema doppelte Assets.

Also in Szene 1 hab ich zB. ein Laufen Sound Effekt.

In Szene 5 genau den selben. Zieh ich mit den für Szene 5 aus dem Szene 1 Ordner oder kopier ihr den? Sodass in jedem Szene Ordner alles drinne ist was für diese Szene benötigt wird?
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Peppermintpost
Beiträge: 2525

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Peppermintpost » Do 16 Jul, 2020 04:59

Hey Markus,

ne also ich mache keine Kopie, es sei denn ich muss den Film in einzelnen Teilen zur weiteren Bearbeitung raus geben. Bei den Kopien und gleichen Datei Pfaden geht es mir in erster Linie darum das ich den Schnitt überall easy conformen kann ohne alle Schnipsel händisch zu suchen.

Fast jede Software die ich kenne hat die Funktion "Durchsuche diesen Ordner incl aller Unterordner" und genau hier setzt meine Ordnersktuktur an. Wenn du jetzt all deine Proxies oder all dein Grading in einen Ordner legst der direkt neben dem originalen Kamera Footage liegt, dann findet die Software entweder nichts, oder sie findet beim Conformen wieder die Poxie von denen du geschnitten hast. Wenn du wie oben beschrieben die Ordner Struktur kopierst nur mit einem anderen Root Ordner dann findest du auf Knopfdruck alles automatisch.

Mir geht es darum die maximale Freiheit zu haben was die Software angeht. Ich möchte z.B. mit Resolve die Poxies machen, dann im Avid schneiden, einen Conform im Premiere machen um dann alles was mit Grafik zu tun hat zum AE zu schicken, alle VFX zu Nuke, dann das ganze im Resolve zu Conformen fürs Grading und am Ende alles in der Flame fürs Master und die letzten finishing touches zusammen zu fahren und den Ton hab ich vorher noch im Pro Tools bearbeitet.
Das ist jetzt selbstverständlich extrem, aber du verstehst das das die Hölle ist wenn meine Conforms nicht jedes mal automatisch funktionieren. Wenn ich hier jedes mal händisch die Clips finden muss weil die Software immer nur einen Ordner sieht oder bei der hälfte der Clips wieder auf die Poxie zugreift dann brauchst du 3 Wochen nur für das Conformen, da dreht man ja durch.
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




-paleface-
Beiträge: 3073

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von -paleface- » Do 16 Jul, 2020 10:31

Mir geht es halt darum wenn ich dann ein Asset suche.

Angenommen ich hab einen Sound Effekt von einem Auto. Ein knattern. Dieses knattern kommt im Film 50 mal vor immer an unterschiedlichen stellen.

Woher weiß ich dann hinterher in welchen Szene Ordner ich das gelegt habe?

Daher vermute ich mal das ich einen Sound Effekt Ordner anlegen muss der "SFX Auto" heißt.
Wenn ich aber sowas anlege. Mach ich das auch für Sound Effekte die nur 1x vorkommen z.B. in Szene 5?
Oder macht es da wieder rum Sinn einen Szene 5 Sound Effects Ordner zu erstellen.

Und schon hab ich wieder mehr Chaos. :-D
www.mse-film.de | Kurzfilme & Videoclips

www.daszeichen.de | Filmproduktion & Postproduktion




Framerate25
Beiträge: 1395

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Framerate25 » Do 16 Jul, 2020 15:35

-paleface- hat geschrieben:
Do 16 Jul, 2020 10:31
Mir geht es halt darum wenn ich dann ein Asset suche.

Angenommen ich hab einen Sound Effekt von einem Auto. Ein knattern. Dieses knattern kommt im Film 50 mal vor immer an unterschiedlichen stellen.

Woher weiß ich dann hinterher in welchen Szene Ordner ich das gelegt habe?

Daher vermute ich mal das ich einen Sound Effekt Ordner anlegen muss der "SFX Auto" heißt.
Wenn ich aber sowas anlege. Mach ich das auch für Sound Effekte die nur 1x vorkommen z.B. in Szene 5?
Oder macht es da wieder rum Sinn einen Szene 5 Sound Effects Ordner zu erstellen.

Und schon hab ich wieder mehr Chaos. :-D
In solchem Fall lege ich mir einen SFX Ordner an. Oder mehrere, wenn die Bedingungen es erforden. (Material/Mensch/Tier/Geist aus der Flasche/was weiss ich)
Alle Ordner und Dateien werden eindeutig benannt. (Nur die Kopien, nicht die Quelldateien).
Sie mit entsprechenden Tags zu versehen hat eigentlich noch nie Zeit gekostet, geschweige denn bei der Suche.

Und ganz nebenbei, irgendwohin muss das Geschlunze ja letzendlich. 🥶
Grüßle
FR25 👩‍🎨




rdcl
Beiträge: 1085

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von rdcl » Do 16 Jul, 2020 16:09

Framerate25 hat geschrieben:
Do 16 Jul, 2020 15:35
-paleface- hat geschrieben:
Do 16 Jul, 2020 10:31
Mir geht es halt darum wenn ich dann ein Asset suche.

Angenommen ich hab einen Sound Effekt von einem Auto. Ein knattern. Dieses knattern kommt im Film 50 mal vor immer an unterschiedlichen stellen.

Woher weiß ich dann hinterher in welchen Szene Ordner ich das gelegt habe?

Daher vermute ich mal das ich einen Sound Effekt Ordner anlegen muss der "SFX Auto" heißt.
Wenn ich aber sowas anlege. Mach ich das auch für Sound Effekte die nur 1x vorkommen z.B. in Szene 5?
Oder macht es da wieder rum Sinn einen Szene 5 Sound Effects Ordner zu erstellen.

Und schon hab ich wieder mehr Chaos. :-D
In solchem Fall lege ich mir einen SFX Ordner an. Oder mehrere, wenn die Bedingungen es erforden. (Material/Mensch/Tier/Geist aus der Flasche/was weiss ich)
Alle Ordner und Dateien werden eindeutig benannt. (Nur die Kopien, nicht die Quelldateien).
Sie mit entsprechenden Tags zu versehen hat eigentlich noch nie Zeit gekostet, geschweige denn bei der Suche.

Und ganz nebenbei, irgendwohin muss das Geschlunze ja letzendlich. 🥶
Eigentlich hat so ziemlich jedes Programm eine Funktion, mit der man sich die Files in Projekt anzeigen lassen kann.
In Premiere mit Rechtsklick auf den Clip in der Timeline --> Im Projekt anzeigen.
In After Effects unter der Option aufdecken.
Im Avid mit Match Frame in den Viewer laden und dann den Find Bin Button drücken.
Bei Resolve Find in Media Pool.




Peppermintpost
Beiträge: 2525

Re: Postproduktion - Profiworkflow?

Beitrag von Peppermintpost » Do 16 Jul, 2020 17:17

hey Markus,
ich versuche zu verstehen wo das Problem ist, aber ich verstehe es glaube ich nicht zu 100%. Sag doch mal die dein Post Prozess ausschaut. Welche Software durchläuft dein Projekt? Wieso musst du überehaupt wissen wo so ein Clip liegt? Wie Framerate geschrieben hat gibt es ja in jeder Software die Info wo welcher Clip zu finden ist. Audio nach dem Schnitt zu consolidieren ist ja auch kein Problem weil das ja unkompremiert behandelt wird.
Versuch doch mal besser zu erklären wo das Problem ist.
Ich gehe bei dir natürlich davon aus das du sowieso eine gewisse ordnung in deinem Footage hast und Sound VFX nicht im Kamera Roh Material Ordner liegt ;-)
-------------------------------------------------------
leave the gun take the cannoli
-------------------------------------------------------
www.movie-grinder.com




Social Media

       
 Aktuelle Beiträge [alle Foren]
 
» Wie stark trifft Euch Corona? Neuer Thread
von Bluboy - Di 12:28
» Blackmagic ATEM Mini Pro: In 10 Schritten zum erfolgreichen Livestreaming
von jjpoelli - Di 12:19
» Z-Axis Stabilisator für Einhand Gimbals
von nicecam - Di 11:56
» 4th Axis Stabilizer for DJI Osmo Pocket
von nicecam - Di 11:48
» Feelworld F5 Pro: Billiger 5.5" Kameramonitor mit Touchscreen
von rush - Di 11:38
» Sirui kündigt anamorphotisches Weitwinkel-Objektiv 35mm F/1.8 1.33x an
von Funless - Di 10:08
» Ohrwurm 2020
von ruessel - Di 9:18
» Die Sony A7S III hat keine Hitzeprobleme -- oder möglicherweise doch?
von klusterdegenerierung - Di 9:16
» Besserer Ton: Mikrofon-Adapter für DJI Osmo Pocket ist verfügbar
von ruessel - Di 8:33
» Z CAM E2-S6G Global shutter S35
von iasi - Di 8:20
» Zubehör für DIY Slider
von DAF - Di 7:21
» Z Cam - Bild Eigenschaften
von DAF - Di 7:02
» Häuschen auf Homepage soll sich 360 ° drehen.
von lowaz - Di 0:15
» Sind bei euch auch einige Websites "kaputt"?
von freezer - Mo 23:32
» Zeapon hat einen neuen Slider
von klusterdegenerierung - Mo 22:42
» 4K DCI vs. 4K UHD?
von -paleface- - Mo 22:22
» Kann RAW eigentlich besser werden?
von micha2305 - Mo 21:22
» Suche Filmtitel
von klusterdegenerierung - Mo 19:36
» Neue Sony A7S III filmt intern in 4K 10 Bit 4:2:2 bis 120fps - mit 15+ Dynamikumfang
von Jörg - Mo 18:46
» Pilotfly Matrix: Kleines Bi-Color RGB LED Panel mit Steuerung per App
von slashCAM - Mo 16:33
» Blackmagic RAW im CPU / GPU Vergleich -- Resolve Performance-Verhalten auf verschiedenen Systemen
von CyCroN - Mo 15:38
» C-Mount Objektiv 200/300mm
von cantsin - Mo 14:10
» FAST DVMaster Treiber
von Cyberstormer - Mo 14:00
» Unkenntlich von Gesichtern machen mit Pinnacle 23
von Ahnungslos3 - Mo 12:56
» 0,6 Volt Überspannung bei Video Cam riskant?
von McPitty - Mo 10:26
» Teradek Ranger: Erste Funkstrecke für unkomprimiertes 4K Video ohne Latenz
von SixFo - Mo 9:18
» SmallHD kündigt vier neue mobile 4K HDR Produktionsmonitore an
von slashCAM - Mo 9:18
» Neue Kamera und keinen Plan Sony A7 III
von musikseele - Mo 6:30
» Ultrabreiter 49" 5K Monitor Philips 498P9 kommt im August
von Jost - So 22:54
» "Shin Godzilla" vom 3.5 - 7.5. im Kino
von Axel - So 20:40
» Was schaust Du gerade?
von roki100 - So 20:21
» POCKET4K - ich brauch mal ordentlich was aufs auge...
von roki100 - So 19:32
» Hollyland kündigt Mars 300 Pro Funkstrecke an
von peamgt - So 17:45
» Was macht eigentlich die XC?
von hellcow - So 15:21
» Fokussierung der BMPCC 4/6K auf dem Gimbal
von AndySeeon - So 14:39
 
neuester Artikel
 
Blackmagic RAW in DaVinci Resolve im CPU/GPU Vergleich

Der Blackmagic RAW Speed Test läuft auf Prozessoren (CPUs) und Grafikkarten (GPUs) unter Windows, MacOS und Linux. Wir haben einmal ein paar Datenpunkte zum Vergleich zusammengetragen... weiterlesen>>

Die beste Video-DSLR/DSLM 2020

Panasonic hat mit seiner 6K- (und demnächst ProRes Raw) fähigen S1H vorgelegt, Canon hat soeben seine EOS R5 mit interner 8K RAW Aufnahme vorgestellt und die in Kürze anstehende Sony Alpha 7SIII dürfte nicht weniger beeindruckende Spezifikationen zur Verfügung stellen. Was verraten uns diese Kameras über eine State-of-the Art DSLM/DSLR in 2020? Wie wäre sie (realistischer Weise) ausgestattet? weiterlesen>>

neuestes Video
 

Aktuelles Video:
concatenation 2 OLYMPIC GAME

Die olympischen Spiele als großes bewegtes Puzzle, bei dem man sich die Teilchen passend zuschneiden kann -- genug Geduld vorausgesetzt...