frankx
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Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 08:27

Hallo Forum.

Vor einigen Jahren habe ich mal einen Artikel gelesen dass ich glaube irgendwo in einem skandinavischen Land per Gericht verboten wurde cinemascope Filme oder Breitwand Filme oder überhaupt Filme mit einem breiten Format im Fernsehen so zu zeigen dass die Ränder abgeschnitten werden. Weil damit das Gesamtkunstwerk zerstört wurde. In dem Artikel gab es auch viele schöne Bildbeispiele ganze Szenen durch das cropping entstellt wurden. Jetzt habe ich eine halbe Stunde gegoogelt und finde wirklich keinen Artikel dazu. Ich finde nicht mal einen Hinweis darauf in welchem Land das per Gericht verboten wurde. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

Danke.

Frank




Jott
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von Jott » So 28 Jun, 2020 08:47

Klingt nach Ente. Es gibt so ziemlich von jedem Film mehr oder weniger gecropte Pan Scan-Versionen für 16:9 (TV/DVD) und sogar 4:3 (Flugzeug). Pan Scan natürlich deshalb, weil der Bildausschnitt aktiv angepasst wird, bei Bedarf auch dynamisch.

Wenn das jemand mal gerichtlich verboten haben sollte, dann irgend ein Regisseur. Und selbst das hindert niemanden daran, Filme am Fernseher oder Beamer nach Lust und Laune aufgeblasen anzuschauen. Der Knopf dazu ist auf jeder Fernbedienung. Dürfte nirgends auf der Welt ein Verbrechen sein.




frankx
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 08:55

Danke. Es ging um einen nationalen Fernsehsender glaube ich. Und eine Künstlergruppe die das durchgesetzt hat. Bei solchen Sachen bin ich immer vorsichtig und ich glaube nicht dass das eine Ente war es war ganz gut begründet und ich glaube das stimmte und es war ja auch nur für die Ausstrahlung in diesem öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder so. Und ich erinnere mich an einen Bildausschnitt wo wirklich eigentlich sieben Leute drauf waren in einem Western und danach siehst du nur noch 5.




Jott
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von Jott » So 28 Jun, 2020 09:04

Dafür gibt es Pan Scan.

Ändert aber nichts daran, dass die „Künstlergruppe“ keinen Einfluss auf den heimischen Fernseher hat. Sendet man extreme Letterbox, können die Zuschauer selbst aufblasen, wenn es nervt. Tun sie dann auch, wie gesagt einfach per Fernbedienung. Also, was soll‘s?

Jeder Regisseur/Produzent eines Breitwandfilmes, der nicht in Wolkenkuckucksheim lebt, wird sich um eine TV-kompatible Zweitfassung kümmern. Es geht ja um‘s Kohle machen auf lange Sicht.
Zuletzt geändert von Jott am So 28 Jun, 2020 09:09, insgesamt 1-mal geändert.




frankx
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 09:07

Danke. Also wenn du keine schwarzen Balken oben oder unten hast musst du den Cache ja anders versetzen. Das ist auch mindestens zehn Jahre her als das Format noch 4 zu 3 war oder 20 Jahre von mir aus. Mich würde das aus geschichtlichen Gründen interessieren und nicht aus technischen. Falls jemand den Artikel oder diesen Vorgang kennt wäre ich nach wie vor dankbar Smiley.




frankx
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teilweise gelöst Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:25

Erster Recherche-Erfolg ;-)

"Anfang der 90er-Jahre schaffte es der Verband norwegischer Filmregisseure, die Ausstrahlung einer im Pan&Scan-Verfahren bearbeiteten Version von "Die drei Tage des Condors" (1974, Regie: Sydney Pollack) zu verhindern. In einem Prozess wies der Verband nach, dass sowohl durch das Pan&Scan- als auch durch das gemäßigte Letterbox-Verfahren der Film grundlegend verändert wird, was nach europäischem Recht als Copyrightverletzung gewertet wurde."

https://www.horn-netz.de/seminare/filma ... scope.php




Jott
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von Jott » So 28 Jun, 2020 12:31

Interessant. Und was meinte Herr Pollack dazu, den es ja am ehesten etwas angehen dürfte?

Außerdem ist das eine olle Kamelle, es wird ja in diesem Jahrhundert nicht mehr zu 4:3 gecropt (außer, wie schon erwähnt, für urige Ausklappmonitore an Flugzeugdecken).
Zuletzt geändert von Jott am So 28 Jun, 2020 12:35, insgesamt 1-mal geändert.




frankx
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Teileweise gelöst - Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:34

Hier heißt es "Dänemark":

"A concrete example of these views can be derived from the following court case description:
On behalf of the USA film director Sidney Pollack the Danish Film Directors took legal
action against the Danish Radio and Television station DR, because DR1 had shown the
Sidney Pollack movie "Three Days of the Condor" in a pan-scanned version."

https://www.ifj.org/actions/ifj-campaig ... a1cd53dd61




frankx
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:35

Jott hat geschrieben:
So 28 Jun, 2020 12:31
Interessant. Und was meinte Herr Pollack dazu, den es ja am ehesten etwas angehen dürfte?
Weiß (noch) nicht, suche noch den deutschen Artikel, der sich darauf bezieht und bei dem interessante Bildbeispiele dabei waren. Ich meine aber auch aus diversen Western.




frankx
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Sidney Pollack - Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:37

Sydney Pollack explains the detrimental effect "pan and scan" has on widescreen films.

https://www.reddit.com/r/movies/comment ... al_effect/




frankx
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Pollack - Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:39

“I was very touched when I first heard they would pursue this case. I didn’t tell them to do it, and I think it’s very brave,” Pollack told Daily Variety.

https://variety.com/1997/biz/news/danes ... 117433223/




frankx
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Pan&Scan Beispiel - Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:45

frankx hat geschrieben:
So 28 Jun, 2020 12:35
Jott hat geschrieben:
So 28 Jun, 2020 12:31
Interessant. Und was meinte Herr Pollack dazu, den es ja am ehesten etwas angehen dürfte?
Weiß (noch) nicht, suche noch den deutschen Artikel, der sich darauf bezieht und bei dem interessante Bildbeispiele dabei waren. Ich meine aber auch aus diversen Western.
Also hier gibt es ein schönes Beispiel (filmisch), wie mit Pan&Scan der Film "entstellt" wird, wenn "man" so will:

https://enacademic.com/dic.nsf/enwiki/14266




frankx
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voläufig gelöst - Pan&Scan "Zerstörung des Kunstwerks" Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 12:55

Auch wenn ich den Artikel, den ich in der Erinnerung hatte, nicht gefunden habe (es war ein deutschsprachiger) hier eine umfassende Zusammenfassung mit bekannten US-Regisseuren:

https://www.youtube.com/watch?v=5m1-pP1-5K8




HerrWeissensteiner
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von HerrWeissensteiner » So 28 Jun, 2020 13:28

Wiik hat ein wenig Informationen zu "Three Days of Condor" und Dänemark:

In 1997, The Association of Danish Film Directors, on behalf of Pollack, sued Danmarks Radio, claiming that their broadcasting the film in a panned and scanned version violated his copyright. The case was unsuccessful, as the rights were not owned by Pollack personally in the first place. The case is believed to have been the first legal challenge to the practice of panning and scanning for broadcast on the grounds that it compromises the artistic integrity of an original film.[15]

https://en.wikipedia.org/wiki/Three_Day ... d_scanning




Jott
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von Jott » So 28 Jun, 2020 13:35

Meines Wissens hatten sich Regisseure zu 4:3-Zeiten in der Regel selbst um eine Pan Scan-Version gekümmert. Eben weil das für die TV- und DVD-Auswertung notwendig war, die Kohle wollte man ja mitnehmen. Kaum jemand war so doof, das TV-Problem zu ignorieren.

In unserem 16:9-Jahrhundert hat sich das Problem allerdings so gut wie erledigt.




frankx
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 13:37

Ich kam drauf, weil ich gestern Ausschnitte von "Spiel mir das Lied vom Tod" auf Servus.Tv als Gast auf einem großen Medion-TV gesehen habe. Ohne schwarze Balken oben und unten. Mir war so, als fehle rechts und links was. Kann ich aber erst sagen, wenn ich das "Original" irgendwo finde ;-) Und dann erinnerte ich mich an den Artikel, den ich bis jetzt nicht gefunden habe ;-)




frankx
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 13:38

HerrWeissensteiner hat geschrieben:
So 28 Jun, 2020 13:28
Wiik hat ein wenig Informationen zu "Three Days of Condor" und Dänemark:

In 1997, The Association of Danish Film Directors, on behalf of Pollack, sued Danmarks Radio, claiming that their broadcasting the film in a panned and scanned version violated his copyright. The case was unsuccessful, as the rights were not owned by Pollack personally in the first place. The case is believed to have been the first legal challenge to the practice of panning and scanning for broadcast on the grounds that it compromises the artistic integrity of an original film.[15]

https://en.wikipedia.org/wiki/Three_Day ... d_scanning
Danke. Und in Norwegen muss es etwas vergleichbares mit Erfolg gegeben habe. S. Link hier "irgendwo" ...;




HerrWeissensteiner
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von HerrWeissensteiner » So 28 Jun, 2020 14:22

Auf IMDB schreiben man, dass Pollack zwar Recht bekommen hat, aber trotzdem für die Beibehaltung gestimmt wurde:

Sydney Pollack sued Danish TV after they aired a pan-and-scan version of the film in 1991. The court ruled that the pan-and-scan version was a 'mutilation' of the film, and a violation of Pollack's 'Droit Moral', his legal right as an artist to maintain his reputation by protecting the integrity of his work. However, the court ruled in favor of the defendant on a technicality.

https://www.imdb.com/title/tt0073802/tr ... =tr0777418




frankx
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Re: Geschichte: Cinemascope und Croppingverbot

Beitrag von frankx » So 28 Jun, 2020 14:40

Ja, und hier steht was von Norwegen: viewtopic.php?p=1050922#p1050902




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