ElioAdler
Beiträge: 52

Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von ElioAdler » Mi 25 Mär, 2020 22:18

Hi,

folgende Frage: Wir möchten ein Gesprächspanel aufzeichnen. War vor Corona mit Publikum gedacht und muss jetzt aber ohne werden. Die (low budget) Idee ist, wir suchen uns eine olle, leere Industrie-ook-Halle. Stellen da 5 Stühle in einen 3/4 Kreis (in 2m COVID Abstand) und drumherum 3 Scheinwerfer. Quasi ein wenig Box-Arena-Look. Dann 5 Kameras auf Stative, die jeweils einen Panel-Gast filmen und auf SD-Karte oder so aufzeichnen. Evtl. noch eine 6. Kamera für eine Totale. Audio mit Lavaliermikros getrennt aufnehmen.
Und dann das Ding als Multicam-Schnitt schneiden.
Meine Fragen:
a) was haltet Ihr grundsätzlich von dem Setting?
b) welche Kameras und welches Audiosystem würdet Ihr dafür empfehlen? Soll 1920*1080 werden...aber vielleicht mit mehr K aufzeichnen, um suboptimale Positionen des Panel-Gastes durch einen entsprechend verschobenen Bildausschnitt ausgleichen zu können?

Ach ja: nein, ich bin nicht blöd, ja, ich bin Laie, nein, ich bin nicht völlig doof......nur, weil ich hier schon ab und an ziemliche Sprüche gelesen habe.

Vielen Dank!
Begeistert, aber Ahnungslos




vobe49
Beiträge: 670

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von vobe49 » Do 26 Mär, 2020 08:40

Meine eigene Erfahrung aus ähnlichen Aufnahmesituationen:

Einige 4k-(Consumer)Kameras liefern in 4k eine deutlich bessere Qualität als in Full HD und das sieht man dann auch nach dem Encodieren mit Ziel FHD. Konkret habe ich diese Feststellung mit meinen Sony-Kameras gemacht, die ich hatte/habe wie die Alpha 6300, die RX10M3, die RX10M7 und die AX100. Aber auch bei meiner jetzigen Canon GX10 ist das nicht anders.

Wenn man in 4k filmt und das Ziel FHD ist, hat man (wie du schon schriebst) viele Reserven für eine nachträglich Bildgestaltung/-korrektur, ohne - beim Export in FHD - sonderliche Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen. Bei deiner Aufnahmesituation kann man da auch nochmal etwas in Bild hinein zoomen oder - wenn die Person in der Großaufnahme nicht stillsitzt, mit dynamischen Ausschnitten arbeiten.




Frank Glencairn
Beiträge: 12101

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von Frank Glencairn » Do 26 Mär, 2020 09:28

a) warum nicht, sieht bestimmt nicht schlecht aus
b) Wenn ihr sowieso Funk-Lavs benutzt, würde ich das Signal direkt in der jeweiligen Kamera aufzeichnen - spart jede Menge Arbeit, und vereinfacht den Schnitt. Und ja am besten alles großzügig framen (womöglich geht es sogar Twoshots für jede Kamera einzurichten, was die Optionenim Schnitt quasi verdoppeln würde) und in 4K aufzeichnen.




ElioAdler
Beiträge: 52

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von ElioAdler » Do 26 Mär, 2020 09:38

Danke für die Antwort!
Was sind twoshots und meinst du, 6 baugleiche Kams und 6 baugleiche Mikrofone behindern sich funktechnisch nicht?

Frank Glencairn hat geschrieben:
Do 26 Mär, 2020 09:28
a) warum nicht, sieht bestimmt nicht schlecht aus
b) Wenn ihr sowieso Funk-Lavs benutzt, würde ich das Signal direkt in der jeweiligen Kamera aufzeichnen - spart jede Menge Arbeit, und vereinfacht den Schnitt. Und ja am besten alles großzügig framen (womöglich geht es sogar Twoshots für jede Kamera einzurichten, was die Optionenim Schnitt quasi verdoppeln würde) und in 4K aufzeichnen.
Begeistert, aber Ahnungslos




ElioAdler
Beiträge: 52

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von ElioAdler » Do 26 Mär, 2020 09:44

Danke Dir. Das ist ja eine erschlagende Kamreaauswahl. Any prefeences? zB Lavaliermikrofon Anschluss mit Pegelregelung, Netzteil für Dauerstrom dabei usw.?

wenn man die Kameras in die Mitte des Kreises stellt, dann könnte man sogar Ansteckmikros mit Kabel nehmen.
vobe49 hat geschrieben:
Do 26 Mär, 2020 08:40
Meine eigene Erfahrung aus ähnlichen Aufnahmesituationen:

Einige 4k-(Consumer)Kameras liefern in 4k eine deutlich bessere Qualität als in Full HD und das sieht man dann auch nach dem Encodieren mit Ziel FHD. Konkret habe ich diese Feststellung mit meinen Sony-Kameras gemacht, die ich hatte/habe wie die Alpha 6300, die RX10M3, die RX10M7 und die AX100. Aber auch bei meiner jetzigen Canon GX10 ist das nicht anders.

Wenn man in 4k filmt und das Ziel FHD ist, hat man (wie du schon schriebst) viele Reserven für eine nachträglich Bildgestaltung/-korrektur, ohne - beim Export in FHD - sonderliche Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen. Bei deiner Aufnahmesituation kann man da auch nochmal etwas in Bild hinein zoomen oder - wenn die Person in der Großaufnahme nicht stillsitzt, mit dynamischen Ausschnitten arbeiten.
Begeistert, aber Ahnungslos




vobe49
Beiträge: 670

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von vobe49 » Do 26 Mär, 2020 10:58

Vorlieben - jede Kamera hat Vor-, aber eben auch Nachteile. Du wirst sicher nicht hinter jeder Kamera einen Bediener positionieren können und da geht das Problem los - Stichworte: herstellerseitige Aufzeichnungszeit-Beschränkung und Kameraabschaltung wegen Sensorüberhitzung im Langzeitbetrieb. Das sind die wesentlichen Gründe, weshalb ich vom filmenden Fotoapparat wieder zurück zum Camcorder gewechselt bin. Bei Multicamprojekten setze ich jetzt die Canon GX10, zwei Canon Legria HFG40 und manchmal (wenn die Lichtverhältnisse es zulassen) die Osmo Action ein. Bei der nehme ich den Akku heraus und versorge sie über eine Powerbank mit Strom. So hält sie lange durch (2,5 h habe ich damit schon nostop aufgezeichnet). Was optimal ist (und da habe ich Glück bei meinen Projekten), wenn die Sprecher Mikrofone nutzen, die über eine Anlage laufen (Mixer oder Konferenzanlagen) und wo man den Ton mitschneiden kann. Dann brauchst du den Kamera-Ton nur für die Synchronisation und hast keine Raumgeräusche/Raumhall drauf.




Frank Glencairn
Beiträge: 12101

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von Frank Glencairn » Do 26 Mär, 2020 11:16

ElioAdler hat geschrieben:
Do 26 Mär, 2020 09:38

Was sind twoshots
Wenn zwei Leute gleichzeitig im Bild sind.
ElioAdler hat geschrieben:
Do 26 Mär, 2020 09:38

und meinst du, 6 baugleiche Kams und 6 baugleiche Mikrofone behindern sich funktechnisch nicht?
Nein, 6 Funken am Set sind nicht ungewöhnlich.




acrossthewire
Beiträge: 674

Re: Talkshow mit festen Kameras aufnehmen / Konzept und Hardware

Beitrag von acrossthewire » Do 26 Mär, 2020 13:54

Wir haben so etwas kürzlich etwas kleiner gemacht. Mit 3 Gesprächspartnern. 25mx15mx6m Tontudio mit 3 Dedo Haufen als Beleuchtung. 3PTZ (Schwenkneige)Kameras - 1 für je einen Protagonisten und eine Mühle auf Pedestal welche die Totalen und 2er gemacht hat. Brauchte einen PTZ Operator, einen Kameramann und einen Bildregisseur einen Tonmann. 5fach Multistream Mitschnitt auf Atomos Sumo (Shogun 7 geht auch) die Einzelkameras + eine eventuelle Live Mischung. Wenn der Kameramann gut ist kann man sich den Bildmischer und die Vormischung sparen. Drahtlosfunkstrecken hatten wir erst Sony WLAN Modelle (schlecht) dann dezidierte Sennheiser (besser). Da die PTZen nicht intern aufzeichnen haben wir die Einzelmicros extern unsynchronisiert aufgezeichnet (schlecht weil das Audio nach ca 20min anfing auseinanderzulaufen), im Atomos wurde nur eine grobe Vormischung auf jeder Kamera aufgezeichnet. Insofern kann ich Franks Vorschlag mit der Aufzeichnung in den Einzelkameras nur empfehlen falls möglich. Wichtig meiner Auffassung nach ist eine penible sichere Verkabelung der Funklavaliers damit keine Haare, Reissverschlüsse o.ä Sachen an den Teilen rumschubern - ideal ist es wenn man den Ton während der Show separat überprüfen kann damit man eingreifen kann wenn etwas passiert und nicht alles wertlos ist weil eine Tonspur ne Macke hat.
Be Yourself. Everyone else is already taken
Oscar Wilde




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