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Passion für Lost Places



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Pete O
Beiträge: 14

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Pete O » Mi 30 Sep, 2020 14:15

nachtaktiv hat geschrieben:
Mi 30 Sep, 2020 04:15


zweitens: herzlichen glückwunsch, daß du leere LPs hattest. die landmarken, die ich seit jahren für tanzvideos besuche, waren mit stinos und ihren nervigen kindern überlaufen. wie eine herde kühe standen sie am rande und glotzten uns an wie besucher vom anderen stern. gekicher und gelächter inklusive. in nicht-corona-zeiten bevölkern sie ihre natürlichen habitate. also phantasialand, mc donalds, einkaufszentrum, minigolfbahn, IKEA, das kino für den neuesten erguß aus der disneyhölle, vereinsbolzplatz, schwimmbad etc.... erst ging das nicht wegen dem lockdown, dann geht es nicht mehr, weil alle mit kurzarbeitergeld rum krebsen oder mittlerweile H4 sind.

für kreative die hölle. eine woche, nachdem ich mit den tänzern bei location X war, wollte ein kollege hin, modelfotografie. ich habe ihn vorgewarnt. er wollte trotzdem hin. rückmeldung: "50 kinder, 100 erwachsene, total ätzend, da ging gar nix."

wenns nach mir ginge, gäbe es schon längst das bedingungslose grundeinkommen, damit die familien sich ihren normalen zeitvertreib wieder leisten können.

und die lostplace buden gehörten enteignet, wenn X jahre da nix mehr gemacht wird. vielleicht kann man ja so manche bude an eben jene familien verschenken? dann haben die was zu tun, müssen keine miete mehr zahlen und können die in eigenregie selbst sanieren. sind bestimmt einige handwerker bei den familienvätern und müttern dabei. anstatt sich in verschimmelten buden die lungen zu vergiften, könnte man doku filme drehen, wie alte bauten wieder zum leben erweckt werden. das wär doch mal was.


Alles in allem ein seltsamer Post.
Erst beschuldigst du den TO daß er für den Niedergang von Lost Places verantwortlich ist durch seine Publikationen. Dann geht aus Deiner Antwort hervor daß Du selbst an solchen Orten drehst und eigentlich nur genervt bist weil du die Orte nicht für dich selbst hast. Irgendwie sehr viel Doppelmoral drin, oder?
Der TO gab die Antwort ja schon vor. Dann muss man eben Orte suchen die nicht beim Mainstream angekommen sind. Aber das bedarf natürlich Recherchen und Arbeit. Stattdessen jammerst Du hier rum und lädst deinen Frust ab, weil du rausgefunden hast daß die von dir aufgesuchten Orte eben nicht mehr wirklich lost sind.

Das restliche Geschwurbel von wegen Grundeinkommen spricht da auch eine deutliche Sprache. Du willst generell was vom großen Kuchen abhaben, aber nichts dafür tun sondern alles auf dem Silbertablett serviert bekommen. Und alle anderen sollen sich verpissen wenn du an einem schlecht recherchierten Lost Place deine Tanzvideos drehen willst.


@r.p.television

Wenn ich das richtig heraus gelesen habe dann warst Du jetzt bereits mit der Sony A7siii unterwegs? Hast Du schon Eindrücke gewonnen wie sie sich schlägt im Vergleich zur Fuji X-T4 bzw X-T3?




nicecam
Beiträge: 1869

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von nicecam » Mi 30 Sep, 2020 19:42

Kurz zum Disput zwischen r.p.television und nachtaktiv...

Ein Beispiel; Hinkt natürlich etwas wie jedes Beispiel... :

Bodendenkmäler sind ja auch Lost Places. Bodendenkmäler (die alten Römer betreffend) gibt es hier bei mir an der Schnittstelle zwischen Westfalen und Rheinland (an der Lippe) zuhauf.

Letztens war ich mit einem Sondengänger unterwegs (notgedrungen; man wollte mir Gutes tun wie auch dem Sondengänger). Ich wollte eigentlich nicht und so führte ich den Sondengänger an eher Orte, von denen ich vermutete, dass er dort eher nicht fündig würde.

Ist klar, jede Ausgrabung führt zur Zerstörung des Denkmals. Und Raubgräber sind nun mal lediglich an spektakulären Funden interessiert wie an Gold und Edelsteinen, Himmelsscheiben und Goldhüten. Der Fundumstand interessiert die nicht.

Aber Archäologen arbeiten zuweilen auch mit Sondengängern zusammen und umgekehrt. Die Sondengänger sind in diesem Falle keine Fachleute, nehmen den Fachleuten aber jede Menge Arbeit ab: Vergangenes sichtbar zu machen, zu untersuchen, und der interessierten Menschheit zur Verfügung zu stellen. In Museen, Bildbänden, audiovisuellen Medien.

Zwar arbeiten die Archäologen und freien Sondengänger behördlich genehmigt, was der Mike und seine Freunde nicht tun, aber sie zerstören nach eigenen Angaben nicht - [ die Ausnahme ist vielleicht, wie man im Film sieht, das Öffnen einer Schublade und Herausnehmen von Sachen; wenn sie nicht genauso zurückgelegt werden, kommen Archäologen in 500 Jahren beim Ausgraben möglicherweise zu einem falschen Schluss ;-) ].

Aber Mike und Co. halten Vergangenes im Bild fest, zum Teil Faszinierendes.

Freilich, (aber das wurde oben von r.p.television und nachtaktiv schon angesprochen) die Eigentümer der Lost Places sind vom Eindringen der Fremdlinge mitunter nicht begeistert, wie ich auch nicht (posthum) begeistert wäre, wenn bei mir nach endgültigem Verlassen meines Hauses jemand in jenes eindringen würde.
Die ehemaligen Eigentümer der Legionslager hier an der Lippe drehen sich auch im Grab herum bei der Vorstellung, dass legitim und legal ihre ehemals liebgewesenen Dinge umgedreht werden.

Mike und Kumpanen arbeiten illegal, aber nicht ganz egal... so wie nachaktiv wahrscheinlich auch ;-)
Gruß Johannes




r.p.television
Beiträge: 3096

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Do 01 Okt, 2020 11:02

Pete O hat geschrieben:
Mi 30 Sep, 2020 14:15

@r.p.television

Wenn ich das richtig heraus gelesen habe dann warst Du jetzt bereits mit der Sony A7siii unterwegs? Hast Du schon Eindrücke gewonnen wie sie sich schlägt im Vergleich zur Fuji X-T4 bzw X-T3?
Also ich hab noch nicht alles Footage begutachten können, aber das ist ein erster Eindruck:

In Sachen Schärfe schlägt die Fuji die Sony eindeutig. Ich hatte zudem den Eindruck dass das Sony GM Master 16-35mm f2.8 Probleme hatte auf Unendlich zu fokusieren, was diesen Eindruck bei Daylight und Landscape verstärkt hat. Ich habe hier mit AF gearbeitet und Dinge markiert, die mir später irgendwie nicht 100% fokusiert schienen. Das muss ich aber genauer testen.
Aber grundsätzlich sehe ich ohne Pixelpeeping dass die Fuji auch im leicht gecroppten (Faktor 1,1) 50p Modus "schärfer" ist als die Sony. Was wohl simplerweise am Oversampling aus 6k+ liegt.
Ich muss allerdings sagen dass ich noch nicht gegradet habe und dass dieser erste Eindruck aus einer Gegenüberstellung von Slog3 und F-Flog herrührt. Und F-Log ist wesentlich steiler als Slog3 und wirkt damit auch kontrastreicher und somit schärfer. Aber ich denke trotzdem dass die Fuji bereinigt das deutlich detailreichere 4k-Bild liefert.

Bei Lowlight - und das ist eben eine Paradedisziplin, die bei meinen Anwendungen sehr oft gefragt ist - ist die Sony wie aus einer anderen Welt. Ich habe mit 12800 ISO in sehr dunklen Räumen, wo ich mit der Fuji bereits bei 25p meine Probleme hatte, mit der Sony aus der Hand mit 120p gefilmt. Absolut genial was sich da für Möglichkeiten ergeben. Man kann aus der Hand B-Roll von Details abfilmen und das Footage ist hinterher in einem 25p-Projekt derart smooth, als hätte man einen Jibarm auf einem Dolly benutzt. Ich habe eine Schloß gerivisited extra um das auszutesten und ich konnte gar nicht glauben wie krass der Unterschied ist. Als prallen die technologischen Differenzen aus 2 Dekaden aufeinander. Das Bild bei 12800 ISO ist bei der Sony wohlgemerkt rauschfreier (und auch frei von Artefakten) als das Bild der Fuji bei etwa 2000 ISO.

Beim AF bin ich zwiegespalten. Das GM 16-35mm f2.8 atmet mir zuviel und daher wirken feine Nachregelungen sehr unruhig. Das günstige Tamron 28-75mm f2.8 wirkt hier überraschend organischer.

Der IBIS hat ebenfalls einen spürbaren Qualitätsschub erhalten und ich finde den IBIS der SOny auch sehr angenehm in seiner Wirkungsweise. Mir persönlich greift der IBIS der Panasonics etwa viel zu stark ein. Ein IBIS sollte kein Gimbalersatz sein sondern sollte nach meinem Verständnis das unangenehme Mikro-Jitter eliminieren, was viel Handheld-Footage kleiner DSLMs nahezu unbrauchbar macht. Die Sony macht genau das sehr sehr gut ohne zu hart einzugreifen und diese "robotic"-Moves zu generieren wie andere. Der Vergleich mit der Fuji ist vernichtend. Die Fuji hat mich überhaupt gar nicht überzeugt in Sachen IBIS, denn die Fuji ist hier sehr unzuverlässig. Mal versucht sie eine Szene festzufrieren um dann komplett auszufreaken, man hat man den Eindruck der IBIS macht Pause, dann rattert und stottert er. Ich habe mittlerweile sogar den Eindruck meine Fuji X-T4 ist eine bad Unit bezüglich IBIS. Von daher schwierig zu sagen.

Ich hatte aber kaum Zeit das auszutesten. Wenn es gewünscht ist gebe ich aber gerne nochmal meinen Senf dazu wenn ich all die Footage gesehen und auch gegradet habe.




Funless
Beiträge: 4154

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Funless » Do 01 Okt, 2020 11:23

r.p.television hat geschrieben:
Do 01 Okt, 2020 11:02
Wenn es gewünscht ist gebe ich aber gerne nochmal meinen Senf dazu wenn ich all die Footage gesehen und auch gegradet habe.
Von meiner Seite aus sehr gerne, da würde mich dein diesbezügliches Feedback sehr interessieren.
MfG
Funless

Sabine hat geschrieben:Ihr seid hier bei Frauentausch da kommt sowat schon mal vor!




r.p.television
Beiträge: 3096

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Do 01 Okt, 2020 11:53

nicecam hat geschrieben:
Mi 30 Sep, 2020 19:42


Freilich, (aber das wurde oben von r.p.television und nachtaktiv schon angesprochen) die Eigentümer der Lost Places sind vom Eindringen der Fremdlinge mitunter nicht begeistert, wie ich auch nicht (posthum) begeistert wäre, wenn bei mir nach endgültigem Verlassen meines Hauses jemand in jenes eindringen würde.
Die ehemaligen Eigentümer der Legionslager hier an der Lippe drehen sich auch im Grab herum bei der Vorstellung, dass legitim und legal ihre ehemals liebgewesenen Dinge umgedreht werden.

Mike und Kumpanen arbeiten illegal, aber nicht ganz egal... so wie nachaktiv wahrscheinlich auch ;-)
Der Punkt illegal ist mir mehr oder weniger egal. Es schränkt die Art zu arbeiten ein, mehr zählt für mich eigentlich nicht. Hat vielleicht auch damit zu tun dass ich nie rechtliche Konsequenzen erleiden musste. Und das obwohl ich mehrmals von der Polizei auf frischer Tat ertappt wurde. Aber die sahen wohl mein Tun ebenfalls als nicht verwerflich an. Neben der Tatsache dass Hausfriedensbruch ein Antragsdelikt ist. Im Ausland wie etwa Italien fanden die Cops unser Interesse für diese alten Relikte sogar richtig interessant und cool. Da gab es keinen erhobenen Zeigefinger. Aber das ist wohlgemerkt auch immer davon abhängig wie man diesen Leuten begegnet. Andere haben da durchaus mehr Probleme.

Was für mich in der Tat mehr zählt ist der moralische Aspekt. Das Überschreiten moralischer Grenzen und das Eindringen in mögliche Privatsphären ist für mich ein sehr heikles Thema und im Vorfeld nicht immer leicht einzuschätzen. Und ich muss auch zugeben bei dieser Einschätzung mehrmals daneben gelegen zu haben und Leute in ihrer Privatsphäre - in welcher Art und Weise auch immer - gestört habe. Das tut mir dann auch ausnahmslos sehr leid. Hier lernt man aber aus Fehlern dazu. Was mir noch 2012 passiert ist passiert mir seit Jahren nicht mehr.
Meist passieren diese Grenzüberschreitungen dort wo man sich gar nicht erst wähnt.
Aber ich will nochmal betonen - auch wenn die Aussenwirkung wirklich sehr kriminell und respektlos erscheint - dass es sich speziell bei den Schlössern um Gebäude handelt, deren ursprüngliche Bewohner nicht mehr leben. Meist auch deren direkte Nachfolger nicht mehr. Die übrigen Erben scheren sich nicht um das marode Erbe. Das offenbart sich meist schon bei den Recherchen, spätestens aber vor Ort. Das ist zum einen erkennbar an der mangelnden Sicherung, aber auch welche privaten und ideelen Schätze immer noch zurückgelassen wurden. Jemand der mit dem Herzen dran hängen würde, würde zumindest diese sehr privaten Hinterlassenschaften sichern. Stattdessen gammeln diese privaten Briefe, Fotoalben, Kleider etc. vor sich hin. Und meine Erfahrung zeigt dass es nur wenige Jahre braucht, bis so ein angegammeltes Schloss zu einer Ruine wird. Entweder sehr rasch durch Brandstifung, Blitzschlag, Sturmschäden, Erdbeben (gerade in Italien ein häufiges Problem) oder durch den langsam nagenden Zahn der Zeit. Denn aus ein paar morschen Balken wird schnell eine Ruine ohne begehbare Etagen und ohne Dach. Ich bin beispielsweise noch 2012 durch ein Schloß gegangen das voll eingerichtet war und 2016 waren fast alle Etagen durchgekracht. Das geht je nach Klima sehr schnell. Von daher weiss ich dass man nicht zu lange warten darf um solche Schätze und echte Zeitkapseln zu dokumentieren. Setzt man sich hier den langsam mahlenden Mühlen von Entscheidungsträgern aus ist es oft schon zu spät. Ich rechtfertige also mein "Eindringen" in diese Sphären simplerweise dadurch dass ich meist keine andere Chance sehe diese Zeitkapseln rechtzeitig zu dokumentieren, bevor mir andere zuvorkommen, die es mit dem spurenlosen Verlassen dieser Orte nicht so ernst nehmen wie ich. Oder gar alles leer stehlen oder gar anzünden. Alles schon erlebt. Auch wenn das in dem NZZ-Film sehr reisserisch kommentiert wird von wegen dass wir da ein Katz- und Mausspiel mit einem Wächter treiben, so ist es im Endeffekt so. Wir haben bei diesen Gebäuden nicht mehr mit Hinterbliebenen oder ehemaligen Bewohnern zu tun, die sich durch unser Eindringen in ihrer Privatsphäre vergewaltigt fühlen, sondern meist mit Bauern, die einen Deal mit den Erben hatten. Sie kriegen für ein Appel und ein Ei die Pacht für die Domäne, müssen aber das Gebäude sichern. Das machen die einen mit großer Sorgfaltspflicht, die anderen weniger. Begegnungen mit jenen verliefen in meinem Fall auch in der Regel reibungslos als diese gemerkt haben dass ich nichts aufgebrochen habe und ihnen keine Arbeit beschert habe. Auch hier hilft respektvolles und freundliches, um nicht zu sagen devotes Auftreten. Aber in 99% der Fälle bekommen diese "Aufpasser" überhaupt nicht mit dass ich da war. Weil ich eben null Spuren hinterlasse. Das ist der angestrebte Weg.

Und wenn ich sage ich wurde bereits mehrmals von der Polizei auf frischer Tat ertappt wird manchen dazu verleiten zu denken "So spurenlos und unsichtbar geht er ja doch nicht vor". Man muss wissen dass ich aktuell circa 1200 Orte besucht habe. Ich bewege mich vom Prozentsatz des Erwischtwerdes also immer noch sehr weit unten.




r.p.television
Beiträge: 3096

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Do 01 Okt, 2020 11:56

Funless hat geschrieben:
Do 01 Okt, 2020 11:23
r.p.television hat geschrieben:
Do 01 Okt, 2020 11:02
Wenn es gewünscht ist gebe ich aber gerne nochmal meinen Senf dazu wenn ich all die Footage gesehen und auch gegradet habe.
Von meiner Seite aus sehr gerne, da würde mich dein diesbezügliches Feedback sehr interessieren.
Werde ich gerne machen. Wird allerdings entweder bis nächste Woche dauern oder sogar 3 Wochen. Hängt davon ab ob ich nächste Woche wieder unterwegs bin. Aber in meinem Interesse sollte ich bis dahin bescheid wissen um meine Arbeitsweise auf Auswahl der Kameras zu adaptieren.




Pete O
Beiträge: 14

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Pete O » Do 01 Okt, 2020 17:07

Danke für die erste Einschätzung.

Das klingt zumindest schon mal sehr ehrlich und nicht so durch die "Sony"-Marketing-Brille. Freut mich ja irgendwie dass sich die Fuji hier immer noch so gut schlägt. Auch wenn natürlich jeder Fortschritt in Sachen Lowlight wie bei der Sony sehr zu begrüßen ist. Erst recht wenn es jemand so dringend braucht wie du. Ich bin jedenfalls gespannt auf dein Fazit.




Auf Achse
Beiträge: 3993

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » So 04 Okt, 2020 13:28

@r.p.television: Bitte aktiviere deine PN Funktion. Ich würde dir gern eine Nachricht senden.

Danke + Grüsse,
Auf Achse




r.p.television
Beiträge: 3096

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Mi 14 Okt, 2020 01:27

Auf Achse hat geschrieben:
So 04 Okt, 2020 13:28
@r.p.television: Bitte aktiviere deine PN Funktion. Ich würde dir gern eine Nachricht senden.

Danke + Grüsse,
Auf Achse
Ist erledigt.

Nun nach Selektion zahlreicher Footage und ausgiebigen Grading-Experimenten mein Senf zur A7siii.

Grundsätzlich ist das 4k-Debayering-Ergebnis doch viel besser als gedacht. Ich bin anfangs dem eher schlecht arbeitenden AF im Zusammenspiel mit dem 16-35mm f2.8 bei Landscape auf Unendlich auf den Leim gegangen. Das Bild ist aber doch sehr detailreich wenn man berücksichtigt dass hier nicht aus 6k oder 5k heruntergesampelt wird. Die Schärfe wirkt dabei angenehm organisch wenn man sie dementsprechend herunterregelt. Von überschärftem Sony-Look kann hier jedenfalls nicht gesprochen werden.
Grundsätzlich ist man gut beraten bei Gimbalarbeit und UWW-Linsen eher den Fokus hyperfokal zu fixieren. Ausser man hat Protagonsten, denn sobald ein Gesicht im Bild ist wird das perfekt fokusiert. Aber Schlösser in weiter Entfernung will der AF selbst bei Tap-to-Fokus nicht perfekt scharf stellen bzw er neigt dazu doch wieder auf den Vordergrund unterhalb des Fokus-Points zu switchen. Das passiert aber komischerweise nur bei UWW-Linsen. Sobald man beispielsweise mit einem 28-75mm f2.8 arbeitet glänzt der AF mit einer unglaublichen Perfektion. Schärfeverlagerungen mit Tap-to-Fokus geraten besser als mit dem besten Fokus-Puller auf Koks.

Die A7siii ist eine Warmfärberin. Was mir eher nicht so gefällt. Ich manipuliere daher den WB mit falschen Grauwerten ins etwas Kältere.

Aber grundsätzlich empfinde ich das Slog3 als sehr gut und man kann ohne großes Hexenwerk damit sehr schöne und natürlich wirkende Farben generieren. Interessant fand ich auch dass sich Slog3 entgegen aller Empfehlungen auch sehr gut bei Lowlight behaupten konnte. Und dabei drehe ich nicht alles ETTR sondern eher ETTC, sobald ich die ISO nicht höher setzen will um einen noch gesättigteren Sensor zu erreichen.
Ich habe sehr viel mit 12800 ISO gedreht. Damit waren Aufnahmen in schwachem Umgebungslicht möglich, die vorher nicht ansatzweise möglich waren. Teilweise konnte ich dort B-Roll mit 100fps drehen wo ich mi der Fuji X-T4 bereits bei 25fps meine lieben Probleme hatte. Mir gefällt vorallem der Highlight-Rolloff. Nichts clippt unschön. Die Übergänge wirken sehr organisch und filmisch.
Einzig ein Phänomen ist mir aufgefallen. Ich habe gegenlichtig einen dunklen Raum gefilmt wo mittig ein geöffneter Fensterladen als helles Rechteck die Sensel auf Full Well brachte. Die dunkle Textur links und rechts daneben rauschte auffällig und sah regelrecht nach Fixed Pattern Noise aus. Ist aber nur auf dieser einen Aufnahme so passiert. Eventuell fällt in den betroffenen Zeilen wo die Sensel in der selben Zeile Full Well erreichen die Noise Reduction aus.

Aber alles in allem würde ich sagen: Diese Kamera ist für Dokfilm keine Evolution, sondern eine regelrechte Revolution. Es war noch nie so leicht gute Footage mit nach Hause zu nehmen. Erst recht seit dem mir der (fast) perfekte AF hilft meiner plötzlich aufgetretenen Weitsichtigkeit die Problematik zu nehmen.




klusterdegenerierung
Beiträge: 17821

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Mi 14 Okt, 2020 09:30

Hallo RP,
danke für das Review, freut mich für Dich und stellt auch für mich eine wichtige Beaobachtung dar.

Das mit dem Fokus haben alle und kann meine ich in den Settings geändert werden, dort entscheidet man sich dann ob ein Ziel im Vordergrund oder Hintergrund das wichtigere Ziel ist.

Ich schätze damit könntest Du es in den Griff bekommen?
Ich gehe jetzt auch mal davon aus, das Du dieses Ziel ohne AF scharf bekommen würdest, nicht das die Scherbe einen an der Mütze hat? :-)
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




r.p.television
Beiträge: 3096

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Mi 14 Okt, 2020 10:31

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Mi 14 Okt, 2020 09:30

Ich gehe jetzt auch mal davon aus, das Du dieses Ziel ohne AF scharf bekommen würdest, nicht das die Scherbe einen an der Mütze hat? :-)
Ja, wenn ich den AF ausschalte und manuell auf Infinity gehe ist die Schärfe für ein 4k-Debayering mit nur minimalem Oversampling erstaunlich gut. Bei AF verharren meine beiden UWW-Linsen gerne bei 3 bis 5 Meter.




klusterdegenerierung
Beiträge: 17821

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Mi 14 Okt, 2020 10:48

r.p.television hat geschrieben:
Mi 14 Okt, 2020 10:31
klusterdegenerierung hat geschrieben:
Mi 14 Okt, 2020 09:30

Ich gehe jetzt auch mal davon aus, das Du dieses Ziel ohne AF scharf bekommen würdest, nicht das die Scherbe einen an der Mütze hat? :-)
Ja, wenn ich den AF ausschalte und manuell auf Infinity gehe ist die Schärfe für ein 4k-Debayering mit nur minimalem Oversampling erstaunlich gut. Bei AF verharren meine beiden UWW-Linsen gerne bei 3 bis 5 Meter.
Dann versuche mal die besagte Einstellung aus. :-)
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




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