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Bitte um Feedback zu meiner ersten selbstorganisierten Kurzdoku



Eigene Filmprojekte könnt Ihr hier vorstellen, um Feedback, Kritik und Anregungen zu bekommen.
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Evlmnkey
Beiträge: 17

Bitte um Feedback zu meiner ersten selbstorganisierten Kurzdoku

Beitrag von Evlmnkey » Sa 14 Apr, 2018 20:35

Liebes Slashcam-Forum,

dies ist das erste Projekt dessen Vorstellung ich mich hier traue obwohl es technisch eins meiner schwächsten ist. Ich hoffe natürlich dass das in den Hintergrund tritt :)

Die "Backstory" wird im Video erklärt und stimmt auch. Ich habe mehr oder weniger spontan eine Doku improvisiert, bei nur 1,5 Drehtagen. Insgesamt war ich eine Woche im Libanon. (Beirut und Tripoli). Kontakte im Vorfeld über Reddit klargemacht und großartige Menschen getroffen. Es klingt so cheesy aber war eben wirklich so. Seht es mir nach, ich bin noch kein alter Hase ;) Mehr möchte ich im Vorfeld garnicht sagen, außer natürlich mich direkt zu bedanken wenn jemand die 14 Minuten investiert! Genaue Fragen um Feedback habe ich natürlich unten:




So. Vielen Dank!
Diese Doku war wie gesagt ein persönliches Projekt. Ich liebe Dokus und möchte darin besser werden. Hier also die Fragen dich mich brennend interessieren!

Inhaltlich:
1) Wie war die Doku? War das Pacing und der Narrativ okay? War die Länge angemessen? Einfach Meinungen ob ich auf dem richtigen Weg bin nicht nur irrelevanten Kiddie-Content ins Netz zu pumpen.

2) Ich hatte auf dem Rückflug zwar gute O-Töne aber viel, viel zu wenig Schnittbilder um zu untermauern was gesagt wird oder eine wirkliche Geschichte zu bauen. Daran wäre das Projekt fast gescheitert. Irgendwann habe ich es dann durch meine Voiceovers gelöst. Ich persönlich kann die gar nicht ab, aber es war aus meiner Sicht der einzige Weg. Sind die okay/zweckmäßig?

3) Ich schwanke immer ob ich das Ende nun toll oder klischee-cheesy finden soll. Vor mir selbst rechtfertige ich es damit das ich nichts gestellt habe und es eine völlig spontane Situation war die ich mit Glück eingefangen hab. (Die paar Takte aus Imagine). Trotzdem würden mich auch hier neutrale Eindrücke interessieren!

Technisch:
3) Gedreht ist alles auf einer GH4 mit Shoulder-Rig und 24-105 f/4. Ton mit einem Zoom H1 und dem Rode Smartlav und Videomic. Alles echt nicht die A-Klasse daher die Frage: Ist es (vor allem der Ton) technisch annehmbar? Also im Sinne von "nicht toll, aber nervt wenigstens nicht" ? Oder hat es merklich gestört?

4) Ich hatte diese eine Chorprobe, jedes Stück haben sie nur einmal gesungen, alles nur mit einer Kamera gecovert. Die Singsequenzen sind also voller rumgetrickse im Schnitt. Retiming, Sachen doppelt nutzen, Croppen, you name it. Auch da wieder: Ich weiß dass es euch profis auffällt, ist es trotzdem annehmbar? Mein Ansatz war passende Bewegungen des Dirigenten zu nutzen in der Hoffnung dass man nicht auf die Mundbewegungen der Menschen guckt.


Nochmals vielen Dank für die Aufmerksamkeit!




Evlmnkey
Beiträge: 17

Re: Bitte um Feedback zu meiner ersten selbstorganisierten Kurzdoku

Beitrag von Evlmnkey » Sa 21 Apr, 2018 19:57

gar keiner? Okay :)

Die Threads hier scheinen echt sehr binär in zwei Stufen zu fallen. "Nada" oder "Siebzehn Seiten". Aber gut, ich lese die siebzehn seiten gerne also sollte ich mich wohl nicht beschweren.

Falls sich doch noch jemand findet, ich schaue hier öfters mal rein!




SeenByAlex
Beiträge: 129

Re: Bitte um Feedback zu meiner ersten selbstorganisierten Kurzdoku

Beitrag von SeenByAlex » So 22 Apr, 2018 00:03

Hallo Evimnkey,

ich glaube das keine Reaktionen kamen lag daran, dass 15 Minuten Film erstmal geguckt werden wollen - im schnelllebigen Internet ist das eine ganze Menge. Was auch gleich die Frage "War der Film zu lang?" beantwortet. Inhaltlich vielleicht nicht, aber wenn du im Internet punkten und Klicks sammeln willst, solltest du unter 5 Minuten bleiben. Traurig, aber wahr. Und wenn der Film nicht in den ersten 12 Sekunden was ganz Spektakuläres bietet, wird sowieso weggeklickt.... Wenn du ihn hingegen bei Festivals einreichst sind 15min wiederum voll in Ordnung - also die große Frage: wer ist für diese Film die Zielgruppe und wo soll er ausgewertet werden?

Ich habe ihn jedenfalls gerade angeschaut und er war auf alle Fälle gut genug, als das mein Freundin neben mir auch auf meinem Monitor hängengeblieben ist und mitgeguckt hat. Das ist durchaus ein großes Kompliment :) Das Thema ist natürlich ein Nischenthema: ein Chor im Libanon. Aber wenns weniger um die Klicks als mehr ums Festival (oder deine eigene Freude) geht, ist das selbstverständlich in Ordnung. Die Bildsprache hat mir auf alle Fälle sehr gefallen! Schöne, ruhige Aufnahmen. Weiche Sliderfahrten, extrem hübsche Drohnenbilder, interessante Perspektiven und Eindrücke. Wirklich toll, besonders wenn man die extrem knappe Drehzeit bedenkt! Bei der Farbkorrektur seh ich aber noch etwas Luft nach oben. Zwar hat der Film einen schön homogenen Look, aber die Hauttöne sind oft etwas daneben - entweder ins Grüne oder in Richtung Magenta. Hier unbedingt sauberer graden.

Den Ton fand ich auch gut - und das heißt bei Ton ja „nicht negativ auffallend“. Gerade Interviewton und der Ton von einem singenden Chor ist ja schon eine kleine Herausforderung, aber da musst du dir keine Sorgen machen, das hast du super hingekriegt. Auch an das Ende musst du keinen Gedanken verschwenden - ist ne tolle Idee und da es so authentisch rübergebracht wird, keineswegs cheesy. Das selbe gilt für die Choraufnahmen: von deinen Schnittverrenkungen ist hier zumindest beim ersten Mal sehen nicht zu bemerken gewesen, wirkt alles flüssig.

Was ich aber als etwas problematisch finde - und jetzt sind wir wieder bei meinem Einstieg - ist tatsächlich die Länge. Undzwar nicht, weil es inhaltlich nicht soviel hergibt, sondern weil dir einfach die Bilder fehlen. Du verschießt dein Pulver an interessanten Aufnahmen in den ersten drei Minuten. Dann sind wir fast nur noch beim Chor in langweiligen Büroräumen. Ich hätte den Film auf irgendwas um die 5-7 Minuten runtergekürzt und die Anfangsaufnahmen auf den Film verteilt (frag mich jetzt nicht, nach welcher erzählerischen Logik, da müsste ich mich mehr mit dem Material beschäftigen). Das hätte auch ein weiteres Problem gelöst, was ich mit der Geschichte hatte: die meiste Zeit des Films wusste ich nicht, was du eigentlich sagen willst. Es geht um Musik, Noten, Chorproben - aber erst nach 12 Minuten wird erzählt, worum es eigentlich geht, kommt die „Pointe“. Das ist ein (zu?) langer Build-up, ich denke alle die sich nicht für Musik oder den Libanon interessieren sind bis dahin ausgestiegen.

Die Erzählerstimme bzw. das Arbeiten mit Offtext ist natürlich wie fast immer eine Krücke, aber hier kommst du tatsächlich nicht drumrum und ich empfand ihn auch nicht als störend. Nur den Einstieg hätte ich anders gewählt: ich kenne dich nicht, warum sollte mich also interessieren, was für Fotos in deinem Büro hängen? An deiner Stelle wär ich also gleich in Libanon in den Film eingestiegen und hätte mir die Rahmenhandlung mit dem Foto gespart. Das funktioniert nur, wenn du als „Erzähler“ eine größere Bedeutung hättest.

Also: kürzen, Schnittbilder besser verteilen und auch bei Struktur und Offtext auf das Wesentliche konzentrieren, dann würde der Film in meinen Augen nochmal an Qualität gewinnen. Aber ich habe ihn auch so „durchgehalten“ (und das mache ich nicht bei vielen Internetvideos) und mich sogar bemüßigt gefühlt, dir so eine lange Kritik zu schreiben. Insofern kannst du auch mit dieser Fassung nicht soooo viel falsch gemacht haben :)

Grüße,
Alex




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